Ausgabe 
(29.4.1942) Nr. 117
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parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsb/att des Negierenden vürgermeisters der Zreien fjansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmliiches verkündungsbiatt des veichsstattftalkers in Oldenburg und vremen

Nr. 11? /12. Mrgang

Mittwoch. 2S. flpril1S42

kinzelpreis 15 Npf.

tripps mußte im Unterhaus bekennen

warum Indien sich nicht für kngland opfern willdie klnnccherung des seindes schreitet fort"

Vor der Katastrophe m Vurma

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

ckr. v. sok. Berlin, 28. April. Man kann sich vor- stelleii, daß Churchill schadenfroh gegrinst hat, als sein innenpolitischer Nebenbuhler Cripps im Unterhaus er­scheinen mutzte, um dort einen Rechenschaftsbericht über seine gescheiterte Jndienmission zu erstatten. Stasford Cripps mochte sich ja drehen und wenden wie er wollte, es konnte nichts anderes herauskommen als das Be­kenntnis, datz Großbritannien im Zentrum seines Em­pire eine politische Niederlage erlitten hat, von der es sich niemals wieder zu erholen vermag. Im Grunde hat Cripps am Dienstag im Unterhaus mit jedem Wort nur bestätigt, was der wirkliche Führer des erwachten Indien Subhas Chandra Böse in seinen Aufrufen in der letzten Zeit gesagt hat. Cripps muhte indirekt den Erfolg der aufrüttelnden Aufklärungsarbeit Böses zugestehen, als er darüber klagte, dah er auf eine Widerstandsmauer des Defaitismus gestoßen sei, die in gewissen Schichten der indischen Oefsentlichkeit im Hinblick auf die Er­eigniss« im Fernen Osten in Erscheinung getreten sei. Das heitzt nichts anderes, als das sich immer weitere Kreise des politischen Indien zu der Auffassung beken­ne», die Böse vor vier Wochen in einem Rundfunk­appell an das indische Volk so sormuliert hat, datz für Indien eine Beteiligung an dem Kriege Englands nicht nur Teilnahme an der Niederlage Britanniens, sondern darüber hinaus auch bedeute, dah ein reiches Land in «ine Wüste verwandelt werden solle.

Am Schluß der Indien-Verhandlungen sprach es der Kongreßpräsident Azad deutlich aus, dah England wicht aus freiem Antrieb, sondern in größter Not und in allerletzter Stunde mit seinen Vorschlägen gekommen sei und selbst in dieser schweren Stunde der Gefahr

ölückwünsche des süstrers an Den lenno

Austauschsendung deutsch-japanischer Jugend

Berlin, 28. April. Der Führer hat dem Tenno »löblich seines Geburtstages ein in herzlichen Wor­ten gehaltenes Glückwunschtelegramm übermittelt.

Die Kameradschaft der deutschen und japanischen Ju­gend steht heute im Zeichen des gemeinsamen Kampfes um eine neue Ordnung der Welt. An Stelle der per­sönlichen Verbindung sind während des Krieges die Rundfunk-Austauschsendungen getreten. In diesem Jahre verband die japanische Jugend züm Geburtstag des Führers ihre Grüße an die Hitler-Jugend mit herz­lichen Glückwünschen. Die deutsche Jugend nahm diese Botschaft anr 20. April mit großer Freude entgegen. Sie erwiderte diese Grüße am Tage des Geburtstages des- Tenno. Reichsjugendführer Axmann überbrachte in der Sendung die Glückwünsche der deutschen Jugend.

Ferner sprach in der Jugendsendung nach Japan der japanische Botschafter, General O s h i m a. General Oshima gab seiner Freude Ausdruck, daß er Gelegen­heit habe, in dieser Sendung nach seiner Heimat gerade am Geburtstage des Tenno sprechen zu können. Aus­gehend vom gegenwärtigen Krieg, in dem Deutschland und Japan, gemeinsam mit Italien und den übrigen Verbündeten um eine neue Weltordnung kämpfen, wies der Botschafter auf die Aufgabe der jungen Generation hin, die diese neue Ordnung einmal tragen müsse. In diesem Sinne sei die Zusammenarbeit der deutschen und japanischen Jugend besonders bedeutungsvoll, da sie leichzeitig eine Mitarbeit an der Zukunft sei. Nach er Rede General Oshimas gab die Hitler-Jugend den japanischen Kameraden einen Bericht von ihren Auf­gaben und dem Einsatz der deutschen Jungen und Mädel rm Kriege. Die Sendung war von Liedern der Hitler- Jugend umrahmt.

keine Bereitschaft gezeigt habe, die alte Zerstörungs­politik aufzugeben.

Cripps unterstrich diese Anschuldigung des indischen Kongrcßfiihrers nur, wenn er in seiner Unterhausrede sagte» daß der Augenblick seines Besuches in Indien vor allem auch wegen derunmittelbaren Annäherung des Feindes" in Richtung auf Indien ungünstig war. Diese Annäherung ist aber inzwischen» vor allem an der Vurmafront, ganz entscheidend und für die britischen und chinesischen Truppen in geradezu katastrophaler Weise vorgetragen worden. I» der Stunde, in der Cripps im Unterhaus sprach, verbreitete der Newyorker Sender die Nachricht, dah die Lage in Burma in den letzten Stunden äuherst kritisch geworden sei, da Schnelle japanische motorisierte Truppen unmittelbar vor Lashio erschienen seien. (Lashio ist der Endpunkt der Eisen­bahn, die von Rangun über Mandalay bis zum Beginn der Burmastrahe führt.) Wenn die Nachricht sich be­stätigen sollte, so wäre der wichtigste Punkt in Nord­burma, Mandalay, bereits im Osten überflügelt; der Wettlauf mit dem Monsunregen, von dem sich die britische Agitation noch einmal wunder was ver­sprochen hatte, wäre viel schneller noch als wettermähig notwendig zugunsten der Japaner entschieden, und die Meldung aus Schanghai, nach der Tschiangkaischek in Verärgerung über die britischen Rückzüge und über die mangelnde Zusammenarbeit mit den Tschungking- Truppen die Abberufung aller Tschungking-Truppen aus Vurma angeordnet haben soll, könnte in diesen Tat­sachen vielleicht eine Erklärung sinden.

Die unmittelbareAnnäherung des Feindes" in Rich­tung auf Indien schreibet also weiter. Dieser von Cripps zur Entschuldigung seiner Niederlage angeführte Grund ist inzwischen wesentlich verstärkt worden. Was die an­dere Seite des von den indischen Führern erhobenen Vorwurss betrifft, daß nämlich die englischen Vorschläge nicht ernst gemeint seien, so ist es völlig unbegreiflich, wie Cripps zu behaupten wagen kann, daß es in keinem Falle über die fundamentalen Fragen der indischen Selbstretzierung und Selbstbestimmung Meinungsver­schiedenheiten gegeben habe. Er bestätigt ja selbst, daß England unter gar keinen Umständen bereit war, die Kontrolle der indischen Wehrmacht an die ins Auge ge­faßte indische Scheinregierung abzugeben. Diese Kon­trolle sollte der britische Oberkommandierende behalten, um unbeschränkt über das indische Kanonenfutter ver­fügen zu, können, das die indischen Parteien selbst auf Grund eines ihnen gebotenen ungedeckten Schecks zu­sammentreiben sollten.Es war unmöglich", so sagte jetzt Cripps im Unterhaus,unter Beobachtung der not­wendigen Sicherheit noch weiterzugehen".Notwendige Sicherheit" so wiederholt der gescheiterte Indien- pilger noch heute das Eingeständnis, daß der Sinn des ganzen Betrugsmanöpers nur der war, in der Stunde der Gefahr für die entscheidenden britischen Empire- machtpositionen aus diesem Lande mit 380 Millionen Einwohnern" dasWaffenarsenal des Ostens" zu machen, wie es dieser Tage der Amerikaner Grady aus­drückte. Indien sollte als blutendes Hilfsvolk, damit das (Fortsetzung auf Seite 2)

LeLekssiskttattl 4 «

Franklins Verrücktheit"

Drabtüericht unserer Berliner Schriftleitung

g. b. Berlin, 28. April. Der Widerhall der Führer- Rede in Europa zeigt, daß überall das nationalsozia­listische Deutschland unter Adolf Hitler als der Retter der auf der Grundlage eines völkischen Sozialismus wieder einer geistigen, sozialen und sührungsmäßigen Einheit entgegenwachsenden Nationen des Kontinents angesehen wird. Diese Erkenntnis wird besonders in den spanischen Stimmen unterstrichen, die zugleich die Siegesgewißheit des neuen Europa herausheben, das gewillt ist, mit der härtesten Entschlossenheit den Kampf im Osten ebenso zu einem erfolgreichen Ende zu führen wie gegen die jüdisch-plutokratischen Kriegshetzer. Der im Hintergrund schürende und treibende ewige Jude wurde in seiner Verbindung mit den Kräften der ver- judeten Plutokratie der USA. gerade jetzt erneut durch die Veröffentlichung des Brüsseler Dokuments mit den Erklärungen des Juden Insburger entlarvt. Es ist immer der gleiche Vorgang: der Jude hetzt und schürt zum Kriege; ist es dann so weit, so haben die Völker die Folgen auszubaden. Die schon seit einigen Tagen angekündigteBotschaft Roosevelts an den Kongreß" ist wohl der sichtbarste Beweis für die Richtigkeit dieser Feststellung. Seit dem Scheitern seiner innerpolitischen Zielsetzungen, seiner diktatorischen Machtaspirationen hat Roosevelt unter Benutzung alle? Haßinstinkte der Judenheit und der ihr hörigen politischen Kreise und Zirkel der Demokratie bewußt zum Krieg gehetzt und getrieben. Seine Botschafter und Gesandten waren Sendlinge des Todes, sie ließen alle Minen springen und Einflüsse wirksam werden, um die europäischen Demokratien in den Krieg.zu hetzen. Als Roosevelts Ziel erreicht war, begann sein Spiel, die USA.-Nation kriegswillig" zu machen, und als dies nicht sofort ge­lang, wurden Wege der politischen und militärischen Provokationen beschritten, um mit der Achse in den Krieg zu kommen, wobei die Verblendung und Kurz­sichtigkeit des Kriegstreibers Roosevelt darin lag, dieses Ziel erreichen zu wollen, ohne damit auch Japan durch die parallel durchgeführten wirtschaftlichen Blockierungs­versuche in den Krieg zu zwingen.

Heute sind nicht ganz fünf Monate seit dem Eintritt Amerikas in den Krieg vergangen, und schon enthüllt sich der ganze Umfang der Schwierigkeiten wirtschaft­licher Art, ja die Existenzbedrohung, die die USA. durch den Roosevelt-Krieg aufgebürdet erhalten. Die reichste Nation der Welt, als die sich die USA. auf Grund ihrer Rohstoffquellen und ihrer auch heute noch . im Grunde fast unbesiedelten weiten Räume angesehen haben, ist durch den Krieg nach fünf Monaten an den Rand der Inflation gebracht. Seit 1939, so hat Roosevelt in sei­nerBotschaft an den Kongreß" zugegeben, ist die Le­benshaltung in den USA. um 15 Prozent gestiegen. Die Weiterentwicklung in der bisherigen Form hätte in einem Jahr zu einer Verdoppelung der Kosten der Le­benshaltung und dann zu einer regelrechten Inflation geführt; deshalb kündigt Roosevelt heute, da er den Folgen seiner Wahnsinnspolitik nicht mehr ausweichen kann,drastische Maßnahmen gegen den amerikanischen Lebensstandard" an. Daß solche Maßnahmen drakonisch sein, werden, kann man an den einzelnen Punkten sei­nes Programms wohl erkennen, daß sie aber ganz allein auf Kosten der breiten Schichten der amerikanischen Bürger gehen werden, zeigten die in letzter Zeit ge­kommenen Meldungen von den Kriegsgewinnen und erhöhten Einkünften der Konzerndirektoren der Rü­stungsindustrie.

Im einzelnen sehen diese Maßnahmen vor: 1. schwere Steuern, um die Gewinne von Privatpersonen und Gesellschaften in vernünftiger Höhe zu halten, 2. Höchst­preise für Groß- und Kleinhandel, Industrie, wie Ver­brauchsgüter sowie für Wohnungsmieten, 3. Stabili­sierung der Löhne, 4. Stabilisierung der Preise für Agrarprodukte, 5.Ermunterung" der USA.-Bürger

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Vnssr

Gegen die britische Stadt Norwich unternahmen deutsche Bomber einen vernichtenden Vergeltungs­angriff.

Die britische Luftwaffe verlor innerhalb 24 Stun­de» mindestens 38 Flugzeuge.

Die Angriffe der Achsenluftwaffe auf die militäri­schen Anlagen Maltas wurden fortgesetzt.

In Burma machen die Japaner aus ihrem Vor­marsch schnelle Fortschritte.

In USA. sinkt der Lebensstandard zusehends. Cripps muhte im Unterhaus das Scheitern seiner Indien-Mission bekennen.

Bauernabordnungen aus den besetzten Ostgebieten wurden von Reichsminister Rosenberg empfangen. Das Auswärtige Amt veröffentlicht ein Dokument über den Einfluß der Juden in den Bereinigten Staaten.

In einem Interview legte der Generalbevollmäch­tigte für den Arbeitseinsatz Sauckel seine Ausgaben dar.

Der Leiter des deutschen Außenhandels, Freiherr v. Schröder, stattete den führenden Männern des Bremer Auhenhandels einen Besuch ab.

Die Nationalpolitische Erziehungsanstalt Ems» land in Haselünne hat jetzt ihren Dienstbetrieb aufgenommen.

VerselttingsansM gegen die Stadt Norwich

Lettische Luftwaffe verlor innerhalb 24 Stunden )S slugreu-e

Aus dem Führerhauptquartier. 28. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt.Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfrokt brachte» eigene Angrisfsunternehmungen örtliche Erfolge. An einzelnen Abschnitten wurden stärkere Angriffe des Feindes unter hohen Verluste» für den Gegner abge­schlagen. Hierbei wurden an einer Stelle 13 feindliche Panzer vernichtet. Kampfflugzeuge bombardierten bei Tage feindliche Schiffe in Leningrad und an der Küste des Asowschen Meeres. An der Eismeer­front wurden fünf Sowjetbomber, die einen deutschen Flugplatz angriffen, vollzählig vernichtet und weitere drei Jagdflugzeuge vom Muster Hurricane abgeschossen. In Nordafrika wiesen deutsch-italienische Truppen britische Aufklärungsvorstöhe ab. Starke Verbände der Luftwaffe setzte,, die Angriffe auf militärische Anlagen der Insel Malta fort. In La Valetta wurden an Kasernen und Versorgungsanlagen weitere schwere Zerstörungen hervorgerufen.

Ueber der Küste der besetzten Westgebiete verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tage in Lustkämpfen, durch Flak- und Marineartillerie 18 Flugzeuge. Kampf­fliegerverbände führten in der Nacht zum 28. April einen Vergeltungsan griff gegen die Stadt Norwich durch, die mit zahlreichen Spreng- und Brandbombe» belegt wurde.

Britische Bomber griffen in der letzten Nacht aus­schließlich nichtmilitörifche Ziele in Köln an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Ver­letzten. Zahlreiche Wohnhäuser, Kirchen und Wohl- fahrtseinrichtungen wurden zerstört oder beschädigt. Ein einzelnes britisches Flugzeug führte einen Störslug nach Süddeutschland und in das Protektorat durch. Nachtjäger und Flakartillerie schössen 12 der angreifen­den Flugzeuge ab. Mehrere britische Bomber wurden bei einem Nachtangriff auf die norwegische Küste zum Absturz gebracht. Die britische Luftwaffe verlor damit am gestrigen Tage und in der letzte« Nacht bei ihren Einsingen in die besetzten Gebiete und in das Reichs­

gebiet 38 Flugzeuge. Oberleutnant Schön ert errang seinen 15. Nachtjagdsieg."

Die außerordentlich schweren Angriffe der deutschen Kampfflugzeuge a>uf die englische Stadt Norwich be­gannen kürz vor Mitternacht und zogen sich in mehreren Wellen nahezu eine Stunde lang hin. Zum Teil aus niedriger Höhe lösten die deutschen Kampfflugzeuge Tausende von Spreng- und Brandbomben auf den be­fohlenen Zielen aus. Bei guter Erdsicht konnten die deutschen Besatzungen die Detonationen der Bomben und ihre gute Trefflage im Zielgebiet beobachten. Ueberall in Norwich, der Hauptstadt der englischen Grafschaft Norfolk, entstanden Brände, die sich besonders im Stadtkern zu weithin leuchtenden Großfeuern und zahlreichen Brandherden verdichteten. Tieffliegende deutsche Kampfflieger konnten deutlich erkennen, wie ganze Häuserblocks unter der Wucht der Bomben- detonationen zusammenstürzten. Die Briten hatten zur Abwehr Nachtjäger eingesetzt, die jedoch nur vereinzelt in Berührung mit den deutschen Flugzeugen kamen. Von dem vernichtenden Vergeltungsangriff auf diese 123 000 Einwohner zählende Stadt Norwich kehrten zwei Kampfflugzeuge nicht zurück.

Norwich ist die Hauptstadt der Grafschaft Norfolk mit 126 000 Einwohnern. Sie ist von den Römern als Venta Icenorum gegründet. Alte normannische Bauten geben der Stadt ein gewisses Gepräge. Entsprechend ihrer Lage inmitten eines bedeutenden Getreideanbau- gebietes wurde Norwich ein bekannter Gctreidemarkt mit großen Mühlen- und Speicheranlagen. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Eisenbahnnetz des Jnselreichs. Norwich ist ein Zentrum der britischen Flugzeugrüstungsindustrie. Es befinden sich dort Rü­stungswerke für Flugzeugteilebau, Flugzeugmotoren­teile und Flugzeugreparaturen. Ein bedeutendes Unter­nehmen der Elektroindustrie stellt vor allem U-Boot- motoren, Generatoren und Transformatoren her. Fer­ner befinden sich in der Stadt Betriebe der Stahl- und Eisenindustrie, Gummifabriken und ein Kupfevwalzwerk,

wie lu-a in den Vereinigten Staaten regiert

See vericht eines französischen Sotfchasters über seine Unterrebuns mir einem öroßrabbiner

Berlin, 28. April. Die wirtschaftliche und politische Machtst«r»ng des Judentums in den Vereinigten Staa­ten und die «nge» Beziehungen zwischen dem internatio­nalen Judentn«, und früheren Regierungen der fran­zösischen RepublU werden durch ein Dokument belegt, das das Auswärtige Amt der Oefsentlichkeit übergibt. Bei dem von der Nationalsozialistischen Parteikorrespon- denz im Wortlaut verbreiteten Dokument handelt es sich um den Bericht des französische« Botschafters in Brüssel vom 18. Januar 1928 über eine Unterredung mit dem Srohrabbiner Ginsburger. Ginsburger, der seinerzeit ge­rade das Ordensband der französische» Ehrenlegion er­halten hatte, schlägt in dem Bericht vor, den Einfluh der Juden in den Vereinigten Staaten zugunsten einer Regelung der französischen Reichsschulden an die USA. zu mobilisieren. Er schildert in offenherziger Weise die überragende Stellung des Judentums im Wirtschasts-, Finanz- und Pressewesen der USA. und erklärt, dah durch den Einsatz dieser Kräfte ein wirksamer Druck aus die amerikanische Regierung und auf den amerikanischen Senat ausgeübt und selbst ein so erbitterter Gegner wie Senator Vorah neutralisiert werden könne. Der fran­zösische Botschafter legt zugleich seiner Regierung eine «ernste Prüfung dieser beachtenswerten Borschläge des Grohrabbiners" nahe.

Im folgenden geben wir den Inhalt des Dokumentes selbst wieder:

Anlage zu PvopaMnida-Anregung Nr. 110 Abschrift: Arch. Kom. 622/42

Französischer Botschafter in Belgien, Direktion für politische und Handelsangelegenheiten.

Brüssel, den 18. Jan. 1926.

Der Botschafter der französischen Republik bei Seiner Majestät dem König der Belgier, Herr Maurice Her- bette, an Seine Exzellenz den Herrn Ministerpräsidenten A. Vriand, Minister für Auswärtige Angelegenheiten. Frage der amerikanischen Schulden. Aussprache mit dem Oberrabbiner von Belgien. Evtl. Einsatz des jüdischen Einflusses in den Vereinigten Staaten zu unseren Gunsten.

Unser Landsmann, der Oberrabbiner von Belgien, Herr Ginsburger, hat mir vorgesprochen und mich gebeten, Euer Exzellenz seinen Dank für das Ritter­kreuz der Ehrenlegion zu übermitteln, das die Regie­rung der französischen Republik ihm auf meinen Antrag verliehen hat. Im Verlauf der mit ihm gehabten Aus­sprache teilte mir Herr Ginsburger mit, daß er bereits Gelegenheit gehabt habe, einige seiner amerikanischen Glaubensgenossen auf die Rolle hinzuweisen, die sie in ihrem Lande zugunsten Frankreichs zu spielen haben würden.

Die Zahl der amerikanischen Juden beträgt in den Vereinigten Staaten mehr als vier Millionen; sie sind auf alle amerikanischen Staaten verteilt, ihr wirtschaft­licher und politischer Einstich in Newyork und Ehikago

ist beträchtlich. Indem man sie durch den Hinweis aus die Vergangenheit an der französischen Sache inter­essiert und indem man die hundert Zeitungen, die sie mindestens besitzen» für ein« richtigere Einschätzung der französische» Finanzlage gewinnt, könnte man nach Herrn Einsburgers Ansicht indirekt «nd im Erfolg auf die Einstellung von Herrn Coolidge und derjenigen der Mitglieder der Schuldkommission sowie aus die Gouverneure der Staaten und die Senatoren einwirken. Wie es scheint, könnte man auf diese Art sogar Herrn Borah, den ständigen Opponenten gegen alle gerechten Regelungen in der Frage der französischen Schulden, ausschalten. (!)

Nach Ansicht des Lberrabbiners von Belgien könnte die Unterstützung der Juden in den Vereinigte» Staa­ten für uns wertvoll sein. Manche Trustkönige sind Juden. Die großen Finanzmänner sind Juden» und eine Reihe großer Zeitungen gehört Juden. Warum sollte man das Ausspielen dieser Karten versäumen, die höchste Trümpfe sein können?

Ich habe Herrn Ginsburger deshalb angehört und in keiner Weise seinen Eifer, mit dem er sich für unsere Interessen einsetzen will, zu vermindern gesucht. Ich hab« ihm zugesagt, Euer Exzellenz seine Gedanken mit­zuteilen und ihm von der Aufnahme, die diese bei Ihnen gefunden haben, zu unterrichten."

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Die Ausführungen Herbettes sprechen für sich selbst. Es sei nur noch darauf hingewiesen, daß der jüdische Einfluh unter Roosevelt inzwischen weiter zu­genommen hackl