Ausgabe 
(26.4.1942) Nr. 114
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parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden vürgermeislers der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmküches verkündungsbialt des Neichsstattt,alters in Oldenburg und Bremen

Nr. 114 /12. ZaHrgang

Sonntag, 2S. stpril 1S42

Linzelpreis 15 Npf.

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bv. Stockholm, 25. April. Der Gallipoli-Tag ist in diesem Jahre in England mit einem Nachdruck begangen worden, dem dunkle politische Bedeutung innewohnt. Es handelt sich um den Erinnerungstag für die am 15. April 1915 eröffnete erfolglose Belagerung Eallipolis, die be­kanntlich einer besonderen Initiative Churchills ent­sprang und in Strömen von Blut nutzlos zu Ende ging. Da damals hauptsächlich Australier und Neu­seeländer in diesem Abenteuer geopfert wurden, gilt der 25. April als besondere Huldigung an die beiden Domi­nions. Die Engländer haben es ja stets verstanden, aus den Niederlagen eigener Truppen oder der ihnen aus­gelieferten HilfsvölkerSiege" oderRuhmestaten" zu machen, die sie skrupellos für Propagandazwecke aus­schlachteten.

In diesem Jahre hat die drohende Abwanderung der pazifischen Dominions zu den Vereinigten Staaten der englischen Regierung Anlaß gegeben, dem Gallipoli-Tag erhöhten Glanz zu verleihen. König Georg VI. richtete ein feierliches Telegramm an Australien, worin er von den Gefahren spricht, die über Australien schweben. Aber ihr werdet Inspiration am Beispiel eurer Väter finden." Also: die heutigen Australier und Neuseeländer sollen sich für weiteres Festhalten an England begeistern lasten durch die Erinnerung an jene Hunderttausende, die sich im Weltkrieg für Churchills blutiges Abenteuer Hinmorden lassen mußten.

Churchill selbst hat natürlich unter den Telegramm­versendern nicht gefehlt. Der mit der Blutschuld von

Seit 1. flpril SSo voo VM. versenkt

Berlin, 25. April. Wir das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, ging der Kamps gegen die britische und amerikanische Versorgungsschifsahrt auch in der ver­gangenen Woche sowohl im Atlantik und den englischen Küstengewiissern als auch in der Barentsee und im Mit­telmeer erfolgreich weiter. 184 800 BRT. britischen oder amerikanischen Handelsschiffsraumes versanken in den Fluten des Atlantik, des Mittelmeeres und der Barent­see, davon allein 18S 000 BRT. vor der amerikanischen Ostküste und im Karibischen Meer. Außerdem wurden sechs Transportsegler, die für den gegnerischen Nachschub in Nordafrika besonders wichtig sind, an der nordameri- kauischen Küste vernichtet.

Von der hohen Kampffreudigkeit und Einsatzbereit­schaft unserer Unterseeboot-Besatzungen zeugen die küh­nen Angriffe auf die Oeltanks von Bullenbay auf Cu- racao, die in Brand geschossen wurden, auf einen Damp­fer, der an der Mole von Beirut lag, und auf das Elek- trizitätswerk bei Jaffa in Palästina, das gleichfalls schwer beschädigt wurde.

Der Gegner verlor seit dem 1. April durch die plan­mäßigen Aktionen der deutschen Kriegsmarine und Luft­waffe nicht weniger als 88 Schiffe mit 550 000 BRT., darunter allein wieder 13 wertvolle Tankschiffe.

Diese ständigen Verluste, die dem Feind zum großen Teil sogar unmittelbar vor seinen eigenen Häfen und Küsten zugefügt werden, stören seine Versorgung mit kriegs- und lebenswichtigen Rohstoffen und Materialien auf das schwerste. In pausenlosen Einsätzen bleiben die deutschen Unterseeboote vom*' Eismeer bis in die tro­pischen Zonen des Karibischen Meeres am Feind, über 8000 Kilometer erstreckt sich ihr Kampffeld, auf dem die Schiffe des Gegners an keiner Stelle vor deutschen Un­terseebooten sicher sind.

Eallipoli belastete Kriegsoerbrecher richtete Grüße an die beiden Dominions und kabelte:Wir werden nie die großartige Kameradschaft von Eallipoli mit ihren gro­ßen Erinnerungen vergessen."

Am besten aber drückte wohl Churchills Gedanken und Pläne der Bischof von London, Dr. Fisher, aus, der seiner Gedächtnisrede einen hochpolitischen Charakter gab. Er erklärte, Eallipoli sei nicht eine Tragödie oder ein Mißgriff gewesen, sondern ein notwendiger Schritt zum Siege. Nach dieserRechtfertigung" des furcht­baren Lhurchillschen Fehlers, von 1915 erklärte Dr. Fisher wörtlich:Wir müssen von neuem tun, was wir damals taten." Hat der geschwätzige Bischof das aus­geplaudert, was Churchills Eeheimpläne für die weitere Kriegführung enthalten? Will Churchill ein neues Eallipoli? Es hat schon des öfteren an solchen Hin­weisen nicht gefehlt.

Lkurchill mit -em Lumpensack

llvv. Bremen, 26. April Stets, wenn die Stimmung gegen die britische Regierung im eigenen Lande einen Tiefpunkt erreicht hat, der Churchill für ihren Weiterbestand fürchien läßt. ver­steht er es, Hoffnungen und Erwartungen um sich zu ver­breiten, die ihm bei der dann regelmäßig folgenden offenen oder geheimen Aussprache im Unterhaus die Grundlage geben, seine Zuhörer neuerdings zu blenden. Ich gebe keinerlei militärische Geheimnisse preis, wenn ich sage, daß wir uns in einer weit besseren Lage als seit einigen Monaten befinden", hatte Churchill die Stirn, nach den Tagen von Dünkirchen in einer Rede vor dem Unterhaus zu erklären.Nichts von dem, was jetzt geschieht, kann an Ernst mit dem verglichen wer­den, was wir im vergangenen Jghre an Gefahren durch­zumachen hatten", sprach derselbe politische Scharlatan

seindlicheflusreusverlusle an allen fronten

Sickerungsstreitkriifte zwangen britischen verband im Kanal zum kiickzug

Aus dem Führerhauptquartier, 25. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:An der Ostfront wurden örtliche Vorstöße des Feindes ab­gewehrt. Eigene Stoßtruppunternehmungen waren er­folgreich. Die Luftwaffe bombardierte mit guter Wir­kung Hasenanlagen an der Kaukafusküste und im Asowschen Meer sowie rückwärtige Verbindungen der Sowjets. Bei den bereits gemeldeten Angriffen deutscher Kampfflugzeuge auf Murmansk schössen begleitende Jäger in heftigen Luftkämpfen 18 feindliche Flugzeuge ab, darunter 17 vom Muster Hurrikane. Italienische Flugzeuge griffen am 23. April überraschend einen sowjetischen Flugplatz an und zerstörten 8 feindliche Flugzeuge am Boden.

In Nordafrika infolge schlechter Wetterlage nur ge­ringe Ausklärungstätigkeit. Die Luftangriffe auf mili­tärische Anlagen und Flugplätze der Insel Malta wur­den bei Tag und Nacht fortgesetzt. Zahlreiche Bomben­treffer schweren Kalibers verursachten neue umfang­reiche Zerstörungen.

Im Kanal stießen leichte Sicherungsstreitkräste der Kriegsmarine in der Nacht zum 24. April auf feindliche Zerstörer und Schnellboote. Ein britischer Zerstörer wurde aus kurze Entfernung durch Artilleriefeuer be­schädigt. Der Feind brach darauf das Gefecht ab. Am gestrigen Tage schössen deutsche Jäger über der Kanal­küste in Luftkämpfen mit starken britischen Jagdver­bänden 8 feindliche Flugzeuge ab. Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen bei Tage Fabrik- und Ver­sorgungsanlagen in Südengland mit Bomben und Bordwaffen an. Als Vergeltung für wiederholte eng­lische Luftangriffe aus deutsche Städte wurde die Stadt Ereter an der englischen Südküste mit schwerer Wirkung bombardiert.

Britische Bomber griffen in der Nacht zum 25. April Wohnviertel in Rostock an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Eine Anzahl von Wohnhäusern und Kulturstätten und Wohlfahrtseinrich- tunaen wurden zerstört oder beschädigt. Zwei der an­greifenden Bomber wurden abgeschossen. Unteroffizier

Rudolf Müller errang in Luftkämpfen bei Murmansk an einem Tage 5 Luftsiege."

Zu den gemeldeten Abschüssen von 8 Spitfires am Kanal teilt das Oberkommando der Wehrmacht noch folgende Einzelheiten mit: Am Nachmittag des Frei­tags näherten sich in mehreren Ketten und in verschie­denen Höhen fliegend britische Jagdflugzeuge der nord- westfranzösischen. Küste. Die sofort angreifenden deut­schen Jäger vom Muster Me 109 und Focke-Wulf stürzten sich auf die Spitfires und verwickelten sie noch über dem Kanal weit vor der Küste in- erbitterte Luftkämpfe, die sich nicht länger als 20 Minuten hin­zogen. Schon nach wenigen Minuten stürzte die erste Spitfire, von einem deutschen Jäger getroffen, mit wei­ßer Rauchfahne ab. Innerhalb kürzester Zeit folgte die zweite Spitfire, deren Querruder und linke Fläche noch in der Luft brennend abmontierte. Der Pilot der drit­ten abstürzenden Spitfire konnte sich durch Fallschirm- absprung retten. Drei Minuten später folgten zwei Spitfire zu gleicher Zeit. Die eine schlug auf dem Wasser auf und versank, der anderen waren schon in einer Höhe von 6500 Meter Teile aus dem Rumpf weggeflogen. Die restlichen Spitfires wurden nördlich von Calais über dem Cap Cris Nez abgeschossen. Die britischen Jagdflugzeuge drehten nach diesem für sie so verlustreichen Unternehmen in Richtung auf die eng­lische Küste ab, während die siegreichen deutschen Jäger ohne eigene Verluste zu ihren Einsatzplätzen zurückkehrten.

An der Wolchowfront gelang es, wie bereits im OKW.- Bericht gemeldet, eine feindliche Kräftegruppe einzu­kesseln und zu vernichten. Bei diesen mehrtägigen Kämp­fen durchbrachen deutsche Truppen zäh verteidigte Stel­lungen und drangen soweit in den Rücken des Feindes vor. bis die feindliche Gruppe von ihren Verbiiidungen abgeschnitten war. Die Umfassung wurde dann weiter verstärkt, so daß ein Entkommen für die eingeschlossenen Bolschewisten nicht mehr möglich war. Außer.700 Ge­fallenen und zahlreichen Gefangenen verlor der Feind 60 Geschütze und große Mengen von Infanteriewaffen und Kriegsgerät aller Art.

VurchralionaWerung -es Kontingentwesetis

prSfideni Kekrl mit neuen Vollmachten Sukermenge und Seldwert kine Nede des yelchswlrtschaftsmlnlsters

Klagenfurt, 25. April. Im Anschluß an seinen Erazer Aufenthalt eröffnete Reichswirtschaftsminister Wafter Funk in Klagenfurt die neugeschaffene Gau- wirtschaftskammer Kärnten. In feiner Rede vor Kärnt­ner Wirtschaftsfiihrern, Vertretern der Partei, des Staates und der Wehrmacht behandelte er vor allem Fragen des Bereichs- und Kontingentwesens, das durch von ihm angeordnete Maßnahmen weitgehend ver­bessert und vereinfacht werden wird.

Eingangs seiner Ausführungen teilt« der Reichs­wirtschaftsminister mit, daß er sich mit der Errichtung einer eigenen Wirtschaftskammer für den Gau Körn­ten vor allem deshalb einverstanden erklärt habe, da dieser Gau als Erenzgau einer besonderen politi­schen, kulturellen und wirtschaftlichen Betreuung be­dürfe. In sinnvoller Ergänzung seiner Erazer Rede kam der Reichswirtschaftsminister sodann auf die Fra­gen der Neuordnung und Vereinfachung der Kontin- aentierungsverfahren und der Bewirtschaftung zu sprechen und gab die wichtigsten Grundsätze einer von ihm auf diesem Gebiet erlassenen Anordnung bekannt. Danach wird das gesamte Rohstofskontinge'ntierungs- nnd Vewirtschaftungssystem der Reichsstellen, Kriegs­beauftragten, Verteilungsstellen ' usw. unverzüglich in seiner Gesamtheit überprüft und unter Jnnehaltung folgender Gesichtspunkte vereinfacht:

1. Es ist sicherzustellen, daß die durch die Haupt- ausschüsse und Hauptringe des Rüstungsministers vor­zunehmenden Jndustriebelegungen möglichst reibungs­los mit den nötigen Rohstoffen versehen werden. Dem entgegenstehende Regelungen sind ohne Rücksicht auf ihre sonstigen Vorteile dem beherrschenden Gesichtspunkt der Neuordnung und Steigerung der Rüstung unter­zuordnen und gegebenenfalls zu beseitigen.

2. Bei Festlegung des neuen Kontingentierungsver­fahrens ist u. a. darauf zu achten, daß sich der technische

Ablauf der Bewirtschaftung mit einem Mindestmaß von Schreibwerk vollzieht.

3. Grundsatz der Neuregelung muß sein. die Kontin­gentierungen so durchzuführen, daß ein rascher Ablauf der Produktion gewährleistet wird.

4. Die Kontrollvorgänge sind möglichst so einzurich­ten, daß . ihr Ergebnis gleichzeitig als statistisches Ma­terial seine Auswertung finden kann, um schon auf diesem Wege die Anzahl der sonst zu erstattenden Be­richte und statistischen Meldungen fühlbar zu verrin­gern.

5. Alle von der Industrie zu erstattenden Meldungen sind auf ihre unbedingte Notwendigkeit sowohl nach Umfang als auch nach Häufigkeit zu überprüfen. Es ist dafür zu sorgen, daß inhaltlich gleiche Meldungen nicht an eine Vielzahl von Stellen zu erstatten sind. Gegebenenfalls ist die Zuständigkeit der einzelnen Stellen zu ändern oder vereinfacht neu zu ordnen.

6. Um die arbeitsmäßige Belastung der Industrie weiter zu verringern, ist zu untersuchen, ob die Roh- stofsbewirtschastung endgültig so umgestaltet werden kann, daß jeder Betrieb mit möglichst wenigen Reichs- stellen zu tun hat.

Mit der Zentralausarbeitung der Neuordnung des gesamten Rohstosfkontinaentierungs- und Bewirtschaf­tungssystems hat der Neichswirtschastsminister seinen Generalreferenten, Präsidenten KehrI, beauftragt und mit den dazu notwendigen Vollmachten versehen.

Diese Rationalisierungsaktion, die zur Zeit im Bereich der gesamten Volkswirtschaft im Gange ist, habe, wie der Minister weiter ausführte, nicht zuletzt auch deshalb eine große Bedeutung, weil sie sowohl die Preisgestaltung als auch die Kriegsfinanzierung wesent­lich beeinflussen werde. Auch könne man erwarten, daß dadurch die Bestrebungen zu einer weiteren Er­höhung der Leistung in der Wirtschaft eine

wesentliche Förderung erfahren werden, da die Wirt­schaft nun ungehemmt durch übermäßige behördliche Kontingentierungen ihre Jnitiativkräfte und Energien voll entfalten kann. Damit erhalte die Wirtschaft aller­dings auch eine bedeutend höhere Verantwortung dem Staate und dem Volke gegenüber.

Reichswirtschaftsminister Funk ging dann auf das Preisproblem und auf die im Zusammenhang damit zum Reichskommissar für die Preisbildung getrogenen Maß­nahmen ein. Aufgabe der Wirtschaft sei es nun. im Wege der Rationalisierung, der Gewinnbeschränkung und einer verfeinerten Lohngestaltung weitere Kostensenkungen zu ermöglichen.

Insbesondere werde man vielleicht auch durch eine grundlegende Aenderung der Finanzierungsmethoden, d. h. durch einen stärkeren Uebergang zum normalen Bankkredit und eine allmähliche Ablösung der Reichs- zuschüsse, zu erheblichen Einsparungen im Rüstungsetat des Reiches gelangen.

Zur Frage der Kriegsfinanzierung hob der Minister u. a. hervor, daß durch unsere Art der Kriegs­finanzierung den breitesten Schichten des schaffenden Volkes die einmalige Gelegenheit gegeben werde, sich die Zukunft aus weite Sicht materiell zu sichern und günstig zu gestalten. Es sei Pflicht, das Vertrauen des Volkes in die Wertbeständigkeit seiner Spar­guthaben und der Reichsanleihen zu festigen, indem diese Geldanlagen in jeder Weise bevorzugt werden müssen.

Nach siegreicher Beendigung des Krieges werde das Problem der Kriegsverschuldung sich in verhältnismäßig kurzer Zeit lösen lassen, da wir im Großumfange mit billigen Arbeitskräften und Rohstoffen für die deutsche Wirtschaft rechnen können. Der Preis der auf diese Weise erzeugten Güter würde wesentlich unter dem allge- (Fortsetzung auf Seite 2)

am 27. April vorigen Jahres nach der Balkannieder­lage in einer Rundfunkrede.Wir fühlen uns jetzt stark genug, um mächtige Seestreitkräfte falls nötig auch zum Dienst im Indischen und Stillen Ozean einzu­setzen", sprach er im Mansion House kurz vor Ausbruch des japanischen Krieges. Was er diesmal in der Ee- heimsitzung den Unterhaus-Mitgliedern an fadenscheini­gem Trost und neuen großspurigen Behauptungen vor­setzte (nachdem die indische Niederlage wie ein Keulen- >chlag auf die britische Oeffentlichkeit gewirkt hat), ist bisher zwar nicht bekannt geworden, aber es gehört keine allzu große Kombinationsfähigkeit dazu, um zu wissen, daß es ihm auch jetzt wieder in gleicher Weise mit Salbadereien und Gemeinplätzen gelang, die schärf­sten Kritiker zu beruhigen und neue Hoffnungen auf die .endliche Wendung" des Krieges zu erwecken. Ob dies mit dem Hinweis auf das selbst 'n England nicht mehr sehr hoch eingeschätzteSiegespoteutial" der Sowjets ge­schah oder aber mit vielleicht geheimnisvollen Andeu­tungen auf eine doch noch im Schilde geführteZweite Front" (wobei mehr an eine Luftfront als an eine Landfront gedacht sein mag), bleibt dahingestellt. Für das Eeistespotential des britischen Unterhauses jeden­falls (im englischen Volk beginnt man die Dinge anders zu beurteilen) spricht es nicht, wenn dort kein einziger Abgeordneter vorhanden war, der allen neuen Schön­färbereien Churchills zum Trotz im Sinne desDaily Herald" aufbegehrte, der vor kurzem einmal Herrn Churchill ins Stammbuch schrieb:Vielen von uns ist es^noch nicht klar geworden, ob man dem Premiermini­ster nicht dafür das Verständnis beibringen muß, daß die Oeffentlichkeit von ihm mehr erwartet, als einen Lumpensack voll nebensächlicher Dinge".

Hinter den FanfarenDaily Herald", das Blatt, die klägliche Schamade das vielleicht mehr noch als ^ ' alle übrigen britischen Tages­

zeitungen mit dem Judentum durch Dick und Dünn gehr, hat, weniger auf Churchill hörend, als der kürzlichen Unterrödungsserie der Sendlinge Rooseoelts, Marshalls und Hopkins vertrauend, neue Hoffnungen für die Zu­kunft geschöpft.Wir stehen nun zur Tat bereit", so schrieb das Blatt und begründet seinen Seufzer der Er­leichterung mit den Feststellungen:Umwälzende Ent­scheidungen sind gefallen. Die kommenden Ereignisse wer­den die volle Schlagkraft der vereinigten Nationen be­anspruchen. Die Pläne für die unmittelbar bevorstehende Phase des Krieges sind in den letzten zwölf Tagen in der Downing-Street entworfen worden". Welcher Art diese Pläne sind, darüber klärt das Blatt sein« Leser noch weiter mit den Worten auf:Zunächst handelt es sich um den großangelegten Versuch, unsere Insel aus einer belagerten Festung in einen vorgeschobenen Stütz­punkt für eine Angriffsaktion zu verwandeln". Wenn das so leicht ginge, wieDaily Herald" es sich anschei­nend vorstellt, wäre es besser um die verlorene britische Sache bestellt als je. Daß aber das Blatt selbst mit sei­nen weiteren Ausführungen erheblich Wasser in den Wein-spritziger Hoffnungen gießen muß, zeigt nur, daß es selber seine Angriffsfanfaren nicht so ernst nimmt und wenigstens im großen und ganzen einen Schimmer davon hat, daß es mehr alsListen von Lieferungen und großartiger Pläne" bedarf, um eine Operation auch nur anzusetzen mit dem Ziele.Deutschland mit allem, was den feindlichen M' chten zu Gebote steht, zu schlagen". Denn schwieriger als großangelegte Pläne zu schmieden, sind bestimmte Lieferungen zu verwirklichen, die jenes Material beschaffen, das selbst nach der Ansicht des britischen Hetzblattes notwendig ist, um ein Unterneh­men großen Stiles gegen die Achsenmächte durchzu­führen, ein Unternehmen, das auch nur den Ansatz eines lleberraschungsangrifss auf die in den Händen Deutschlands befindlichen Küsten Europas oder etwa die Kriegserzeugung Deutschlands wesentlich schädigende Luftangriffe zum Ziele haben könnte. Wenn das Blatt selbst sich eingesteht. daß weder England noch die Vereinigten Staaten für Operationen derartigen Um- fangs,die den Einsatz beträchtlicher Streitkräfte er­fordern würden", schon bereit seien, so muß man sich fra­gen, zu welchem Zweck überhaupt derlei schmetternde Fanfaren zuerst geblasen werben, wenn gleich hinterher die klägliche Schamade kommen muß.

Wirkungslose Weder Operationen zu Lande noch in Stimulanzen der Luft, wie sie der Wunschtraum der britischen Oeffentlichkeit sich ausmalt, sind denkbar, ohne vorher das notwendige Matetial herbeizuschaffen. Und selbst die aus der us.-amerika-

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Seit dem 1. April versenkten die deutsche Kriegs­marine und Luftwaffe 550 000 BRT.

Deutsche Sicherungsstreitkräste zwangen im Kanal einen britischen Verband zum Rückzug.

An allen Fronten erlitt der Feind erhebliche Flug­zeugverluste.

Die Japaner stehen bereits 100 Kilometer vor Mandalay.

Südafrika brach die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich ab.

Gauleiter Rover sandte an Eichenlaubträger Ka­pitänleutnant Hardegen ein Glückwunschtelegramm. Die Preise für Glühlampen werden erheblich ge­senkt.

Der Neichswirtschastsminister kündigte eine Ver­einfachung des Kontingentwesens an.