Ausgabe 
(25.4.1942) Nr. 113
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E k s che i nt7malwSchentlich

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Das Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der freien Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des veichsstatchallers in 0!denburg und Vremen

7lr. 11Z, 12. ZaHrgang

Sonnabend, 25. flpril 1942

tinzelpreis 15 Npf.

Neuordnung der gewerblichen Wirtschaft

kine Nede des Neichswirtschaftsministers - Einrichtung von Sauwirtschaftskammern

41 Handelskammern aufgelöst

Graz, 24. April. Reichswirtschaftsminister Funk nahm Freitag in Graz die Eröffnung der neugeschaffenen Eauwirtschaftskammer Steiermark vor. Nach Begrüßung durch den Gauleiter Dr. Uiderreither hielt der Reichs­wirtschaftsminister eine Rede, in der er die von ihm angeordnete Neuorganisation der gewerblichen Wirt­schaft im Deutschen Reich verkündete, deren Zweck es ist, die Organisation der gewerblichen Wirtschaft angesichts der gesteigerten Anforderungen der Rüstungswirtschaft auf ein Höchstmaß von Leistungsfähigkeit zu bringen.

Im Zusammenhang mit dieser Neuorganisation wer­den 41 Industrie- und Handelskammern aufgelöst, im übrigen die Industrie- und Handelskammern, die Hand­werkskammern und die jetzigen Wintschaftskammern in Eauwirtschaftskammern zusammengefaßt (vergl. den lokalen Teil der heutigen Ausgabe). Auch die bezirk- lichen Gliederungen der Organisation der gewerblichen, Wirtschaft werden in die neue Cauwirtschaftskammer eingebaut werden, doch bleibt das Weisungsrecht der sachlichen Gliederungen, also der Reichsgruppen, weiter vestehen. Als erste Gauwirtschaftskammer des Reiches erklärte Reichswirtschastsminister Funk die Wirtschafts- tämmer Steiermark.

Der Reichswirtschastsminister kennzeichnete einleitend das Rüstungspotential des Reiches und Europas und unterstrich, daß der Vorsprung Deutschlands und keiner Freunde gegenüber den Feindmächten auch bei den größten Anstrengungen der Gegner nach mensch­lichem Ermessen nicht mehr eingeholt werden könne.

Das Gebot des Tages müsse eine ^erstarkte Zusammen­arbeit zwischen Staat und Wirtschaft sein.

Wir seien um die Wende dieses Jahres in eine neue Phase der Kriegswirtschaft eingetreten, die durch zwei Worte gekennzeichnet ist: Konzentration und Rationalisierung. Durch die beste Ausnutzung der vorhandenen Kapazitäten, durch Zusammenlegung von Fertigungen, durch Vereinheitlichung der und Ver­einfachung der Formen und Stoffe, durch, den rationell­sten Einsatz der Arbeitskräfte, durch Leistungs­löhne und Leistungspreise werde die deutsche Rü­stungsproduktion eine starke Verbilligung und eine wesentliche Beschleunigung erfahren. Gleichzeitig linde eine Einsparung von Arbeitskräften statt, die der Wehrmacht oder der Rüstung zusätzlich zur Verfügung gestellt werden - können. Um diese Aufgaben durchfüh­ren zu können, sollen, der Wirtschaft alle nur denkbaren Erleichterungen und Entlastungen verschafft werden.

Die gesteigerten Anforderungen der Rüstungswirt- lchaft und die erhöhten Leistungen, die von der gesam­ten Wirtschaft gefordert werden müßten, bringen für die Organisationen der Wirtschaft neue, bedeutungs­volle kriegswichtige Ausgaben, zu deren Erfüllung eine durchgreifende Vereinfachung dZr Organisation der ge­werblichen Wirtschaft und eine weitere Zusammen­fassung der Kräfte notwendig ist.-

Aus diesen Gründen habe er am 20. April eine Ver­ordnung über die Vereinfachung und Vereinheitlichung der Organisation der gewerblichen Wirtschaft erlassen, die insbesondere die Bildung von Gauwirtschaftskam­mern vorsieht. Der heutige Zustand sei. nicht befriedi­gend, denn es könne nicht geleugnet werden, daß zwischen Kammern und Gruppen rn nicht unbeträchtlichem Um- awge Doppelarbeit geleistet wird, die die Schlag- raft und Funktionsfähigkeit der Eefamtorganisation lähme und im übrigen eine vielfach unrationelle, tu der heutigen Zeit weniger den je zu verantwor­tende Verwendung von Arbeitskraft und Arbeitszeit bedeute. Es sei daher notwendig, dem Grundsatz der Einheit der Organisation in der organisatorischen Gestaltung und in der praktischen Arbeit gerade bei der Wirtschaftskammer wirksam Ausdruck zu geben. Eine Vereinfachung des bestehenden komplizierten Apparates und eine noch straffere Zusammenfassung der wirtschaft­lichen Selbstverwaltung im Gau sei gegenwärtig schon allein wegen des Personalmangels erforderlich. In Zu­kunft werde der Bereich der Wirtschaftskammer auf das Eaugebiet beschränkt und nicht mehr, wie es bis­her der Fall war, über mehrere Gaue ausgedehnt. Der Gauwirtschaftskammer u-erden grundsätzlich alle Auf­gaben und Zuständigkeiten übertragen, die bisher von den einzelnen, nebeneinander bestehenden Organisatio­nen wahrgenommen wurden; deshalb würden die In­dustrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern und die bisherigen Wirtschaftskammern auf die Eau- wirtschaftskammer übergeführt sowie zahlreiche fachlich- bezirkliche Gruppen in sie eingegliedert.

In der Regel sollt für jeden Gau nur eine Gau- roirtschaftskammer bestehen, deren Grenzen sich grund-

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

ckr. rv. sck. Berlin, 24.'April. Winston Churchill ist sicher heute heilfroh darüber, daß er die Klippe der Unterhaussitzung hinter verschlossenen Türen umschifft hat. Diese Sitzung hat nach einer Reutermeldung über viereinhalb Stunden gedauert. Diese langen Stunden sind. gewiß nicht allein mit den Darlegungen Churchills ausgefüllt gewesen. Es ist vielmehr anzunehmen, daß seinem Bericht eine ausgedehnte Debatte gefolgt ist, in deren Verlauf seine Kritiker ihre Beschwerden um so deutlicher zum Ausdruck gebracht haben dürften, als ihnen jä nicht entgegen gehalten werden konnte, daß der Feind mithöre. Wenn nach Schluß der Geheimsitzung im Unterhaus Reuter mitteilte, daß wahrscheinlich in Kürze eine öffentliche Debatte über die Kriegslage zu s»»- s» do» d«r Änlich.

sätzlich mit den Grenzen der Gaue decken. Dieses Prinzip werde sich ohne größere Schwierigkeiten in den Gauen verwirklichen lassen, die eine wirtschaftlich ge­schlossene Einheit darstellen, wie beispielsweise im Osten und Süden des Reiches. Da aber die wirtschaftlichen Verhältnisse in einzelnen Gauen verschieden gelagert seien, könne eine möglichst elastische Anpassung der Or­ganisation an die wirtschaftliche Struktur des Gau- gebietes dadurch erreicht werden, daß neben der Gau­wirtschaftskammer noch eine oder mehrere Wirtschafts­kammern oder Zweigstellen errichtet werden.

Um die erstrebte Entwicklung vorwärtszutreiben, seien 41 Industrie- und Handelskammern — dar­unter Osnabrück und Verben — mit sofortiger Wir­kung ausgelöst worden,

Aus dem Führerhauptquartier, 24. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Südteil der Ostfront waren eigene Angriffs- und Stoß- truppunternehmungen im Donezgebiet erfolgreich. Im Seegebiet von Noworofijsk wurden ern Sowjet­tanker und zwei Handelsschiffe durch Bombentreffer beschädigt. Im nördlichen Frontabschnitt wurde eine abgeschnittene Kräftegruppe des Feindes an der Wol - cho w-Front nach mehrtägigen Kämpfen vernichtet. Kampfflugzeuge griffen die Hafenanlagen von Mur- manfk an und beschädigten ein Handelsschiff durch Bombentreffer. Bei der Säuberung des rückwärtigen Gebietes vernichteten ungarische Verbände eine stark bewaffnete bolschewistische Bande. In Lappland wiesen deutsche Gebirgsjäger mehrere, feindliche An­griffe ab und fügten dem Gegner schwere Verluste zu. — Im Mittel meer versenkte« deutsche Untersee­boote aus dem britischen Nüchschubverkehr zwei Trans­porter mit 13 8VÜ VRT. und drei Küskensegler. Die mili­tärischen Anlagen von La Valetta und die Flugplätze

Führerhauptquartier, 24. April -

Der Führer ver­lieh heute dem Haupt­mann Ihlefeldt, Gruppenkommandeur in einem Jagdge­schwader, das Eichen­laub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Liserneu Kreuzes und sandte an ihn nach- teheudesTelegramm: ,Jm Ansehen Ihres immer bewährten Heldentums verleihe ich Ihnen anläßlich ihres 1V1. Luftsieges als neuntem Offizier der deutschen Wehr­macht das Eichen­laub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."

rä. Berlin, 23. April. Aus der glanzvollen Reihe der ersten Garde unserer Jagd- und Kampfflieger steigt ein neuer Name kometengleich empor: Hauptmann Jhlefeldt. Das Erbe Boelckes und Richthofens, dessen 50. Geburts­tages das deutsche Volk in Verehrung und Liebe gerade in diesen Tagen gedachte, wird von einer Jugend ge­hütet, die seit vier Jahren in immer neuen Kämpfen gegen immer neue Gegner sich bewährt und mit der Kühnheit und Opferbereitschaft ihres Einsatzes immer wieder beweist, daß die besten Maschinen, die deutscher Erfindergeist und deutsches Werkschaffen herzustellen vermag, erst durch die Männer, die sie beherrschen und einzusetzen wissen, zur schärfsten und schneidigsten Waffe werden. . -

Damals im Weltkrieg stand Richthofen mft seinen 80 Luftsiegen auf einsamer Höhe. Heute zählt unsere Luft­waffe mit Stolz schon eine ganze Reihe von Männern, die die 'Hundert erreicht haben oder kurz davor stehen, s

daß Churchills Kritiker voll diesem - noch keineswegs zufriedengestellt werden konnten und den Wunsch hatten, in einer Sitzung mit stärkerer Rückendeckung an der Oeffentlichkeit ihre Beschwerden und Wünsche wirkungs­voller vonragen zu können. Reuter mußte sich allerdings eine Stunde später selbst berichtigen, weil offenbar Churchill von. einer öffentlichen Debatte unter gar keinen Umständen mehr etwas wissen will, nachdem er seine Erfahrungen hinter den verschlossenen Türen , ge­macht hat. Man'kann es verstehen, warum Churchill eine öffentliche Aussprache über seine Mißerfolge scheut. Er ließ es also durch Reuters politischen Korresponden­ten als die Auffassung vieler Unterhausmitglieder ver­breiten, daß es für ihn eine zu große Belastung seiner Zeit bedeuten würde, wenn man von ihm verlange, eiye weitere Rede über die Kriegslage während eurer

weil die Vereinigung in gastlicher Hinsicht die Voraus­setzung für die Bildung von Gauwirtschaftskammern darstelle». Da im Reichsqau Steiermark alte Voraus­setzungen für die Durst-führung seiner Anordnungen vorlägen, erklärte Reichswirtschastsminister Funk mit sofortiger Wirkung die Wirtschaftskammer für Steier­mark zur ersten Gauwirtschaftskammer. Organisatorisch sei damit zum Teil der Zustand. .wie er im alten Oesterreich bestanden habe, wiederhergestellt worden.

Anschließend rief der Reichswirtschastsminister die ge­samte deutsche Wirtschaft auf, alle Kräfte dafür einzu­setzen, um die nun auch durch die Neuordnung der Organisation der gewerblichen Wirtschaft geschaffenen Möglichkeiten für eine weitere Leistungssteigerung des wirtschaftlichen Schaffens im Kriege zu erreichen.

der Insel Malta erlitten durch rollende Luftangriffe erneute schwere Beschädigungen. An der ameri­kanischen Ostküste und im Karibischen Meer ver­senkten deutsche Unterseeboote sechs feindliche Handels­schiffe mit zusammen 35 000 BRT. Unmittelbar vor einem nordamerikanischen Hasen griff ein Unterseeboot einen Schlepper mit drei Leichtern an und versenkte durch Artilleriefeuer den gesamten Schleppzug. Kampf­flugzeuge bombardierten in der letzten Nacht mit guter Wirkung Hafenanlagen an der englischen Süd­küste. —„Britische Bomber griffen in der Nacht zum 24. April Wohnviertel verschiedener Orte im nord­deutschen Küstengebiet an. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste, vier der angreifenden Bomber wurden abgeschossen. — In der Zeit von- 11. bi^ 20. April verlor die britische Luftwaffe 161 Flugzeuge, davon 46 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 25 eigene Flugzeuge verloren. Ober­leutnant Ost er mann eiKang > am gestrigen Tage seinen 83. bis 85. Luftsieg."

und immer mehr werden 'es, immer zahlreicher werden die jungen Ritterkreuzträger unserer Luftwaffe, immer stärker drängt der Nachwuchs ehrgeizig und einsatzfreu- dig heran. — Es braucht uns heute wahrlich nicht bange zu sein um die Nachfolgerschaft eines Mölders und eines Richthofen.

Hauptmann Jhlefeldt, der, wie der heutige Wehr-' machisbericht meldete, mit vier neuen Luftsiegen jetzt' insgesamt 101 Luftkämpfe als Sieger bestanden, hat. hat sich durch eigene Tüchtigkeit und Zähigkeit von ganz un­ten heraufgearbeitet. Als Sohn eines Landarbeiters wurde er am 1. Juni 1914 in Pinnow in Pommern ge­boren und lernie zuerst das Schlosserhandwerk. Aber dann trieb es ihn zum Soldatentum. Noch nicht 19jähr:g, steht er bereits als Grenadier beim Infanterieregiment 5 in Stettin. Ein Jähr später geht er zur Luftwaffe. Erst kommen technische Kommandos, aber 1935 schon trägt er die Tressen — beginnt endlich die heitzersehnte Laufbahn als Flugzeugführer und al's Jagdflieger. Als die Legivn Condor zusammengestellt wird, ist Jhlefeldt selbstverständlich mit dabei. Mit- dem Spanienkreuz in Gold u/id als Feldwebel kehrt er'zurück. Wegen seiner besonderen Leistungen als Jagdflieger wird er noch vor Ausbruch -des Krieges zum Leutnant befördert. Am 20. September 1940 erhält er nach seinem 20. Luftsieg das Ritterkreuz. Der 39. und 40. Luftsieg am 26. Juni 1941 trägt ihm als 16, Offizier der deutschen Wehr mach: das Eichenlaub zum Ritterkreuz ein. und nun steigt die Zahl seiner Luftsiege immer schneller. Am 26. März steht er wieder im Wehrmachtbericht: 5 Gegner hat er an einem Tage abgeschossen und damit seinen 70. bis .74. Lustsieg errungen. Wenige Tage später, am 31. März, steht Hauptmann Jhlefeldt mft sieben neuen Erfolgen vor seiner Jagdgruppe. Dann wird schon wieder eine Serie von sieben Luststegen gemeldet, die der kühne Jagdflieger an einem einzigen Tage errang. Und kürzlich berichtet das OKW. erneut vier Luftsiege, womit Haupr- mann Jhlefeldt bereits in über 100 Luftkümpfen Sieger geblieben ist. Nun steht der Landarbeitersohn und einstige Schlosserlehrling aus Pommern heute als Hauptmann und Kommandeur einer Jagdgruppe in der ersten Reihe unserer siegreichen Jagdflieger. Sein Name wird immer genannt werden, wenn man von den Besten der deut­schen Luftwaffe spricht.

nächsten Unterhaussitzungen zu hakten. Eine solche Be­lastung erscheine angesichts der Umstände nicht gerecht­fertigt. Es werde wohl eine gewisse Zeit verstreichen, bevor eine neue Aussprache über die Kriegslage zu erwarten sei. ' -

Wir sind nicht neugierig und wollen es gar nicht so genau wisse», mit welchen geheimnisvollen Andeutun­gen etwa über das Problem der von den Sowjets so -dringend verlangten „zweiten Front" Churchill dies­mal versucht hat, das Parlament zu vertrösten. Wir ha­ben die Gewißheit, daß die deutsche militärische Füh­rung durch Pläne des blutigen strategischen Laien Churchill nicht überrascht werden kann. Wir denken daran, daß Churchill ebenfalls in einer Geheimsitzung im Jahre 1940 das Unterhaus mit dem Hinweis aus (Fortsetzung auf Seite 2j

Die Wirtschaftskammer Bremen bleibt bestehen

rck. Berlin, §4. April

Die Wirtschaft ist in mancher Beziehung viel lang­samer als der Staat. An der politischen Spitze muß man die Eesamtwirkung eines Ereignisses überdenken und danach schnell handeln; in der Privatwirtschaft sieht jeder zuerst den Fabrikraum. Das liegt in der Natur der Sache; führt aber zu manchen Eigenheiten. In Deutschland sind die Industrie- und Handelskammern, also die Armee-Oberkommandos der gewerbliches Wirtschaft, aus allerlei dynastischen und historische» Gründen entstanden, die heute nicht mehr recht ein-- leuchten. Eine Landkarte Deutschlands, nach Handels­kammerbezirken aufgeteilt, erinnert an das Deutsch« Reich nach dem Dreißigjährigen Krieg, auch mit Enklaven in andern Handelskammergebieten. Reichs­wirtschaftsminister Funk war sich feit Jahren darüber im klaren, daß hier eine radikale Vereinfachung wünschenswert, ja notwendig sei. Vorarbeiten sind schon lange im Gange gewesen, auch die, Industrie hatte die gleiche Anschauung vertreten, ohne jedoch mit konkreten Vorschlägen hervorgetreten zu sein. Der -Krieg erweist sich nun auch im diesem Fall als energischer Schritt­macher, der Umständliches einfach gestaltet und Kom­promisse nicht duldet.

Die Absicht, eine Rejhe von Industrie- und Handels­kammern zu schließen, führte sofort zu der nächsten Frage, nämliche 1. nach dem Grundsatz, nach dem aus­gewählt werden soll, 2. was mit den Wirtschaftskam­mern, die sich nur zum Teil bewährt haben, geschehen werde, und 3., ob etwa das Züsammenspiel zwischen Handelskammern und den Reichsgrüppen der Industrie enger gestaltet werden könnte. Ferner mußte überlegt werden, wie mit den Handwerkskammern zu verfahren sei, die einen unersetzlichen,Teil der Wirtschaftsorgani­sation bilden und bei keiner Art von Neuregelung an die Wand gedrückt zu werden verdienen.

Der Reichswirtschastsminister hat unter dem Eindruck der Erfordernisse des Krieges kurzerhand den Knoten der Ueberlegungen durchgeschlagen. Durch zwei auf Grund besonderer Ermächtigung erlassene Verordnungen wird das ganze bisherige Gewirr von Industrie- und Handels-, Handwerks- sowie Wirtschaftskammern aufge­löst. An ihrer Stelle werden Gauwirtschaftskam-mern ge­schaffen. Die Organisation der gewerblichen Wirtschaft bekommt damit schlagartig ein anderes Aussehen. Die Zusammenfassung nach Gauen betont den politischen Charakter, stellt ein Bekenntnis zur kommenden inneren Ordnung des Reiches dar und gibt den Gauleitern bzw. Reichsstatthaltern oder Oberpräsidenten ein wirt- schaftspolitisches Instrument in die Hand, was natürlich nicht heißt, daß ' nun' etwa irgendeine besondere Gau- wirtschaftspolitik betrieben werde. Es gibt nur eine Wirtschaftspolitik, das ist die des Führers!

Neben der Gauwirtschaftskammer bedarf es im Prin­zip keiner weiteren bezirklichen Gliederung. Das trifft insbesondere für die Ostmark zu, wo in den einzelnen Gälten ohnehin nur. eine Industrie- und Handelskammer besteht. Steiermark und Körnten hatten sogar nur eine gemeinsame Kammer. Ausgesondert würbe jetzt die Gau- wirtlschaftskammer Steiermark. deren Gründung dem Reichslvirtschaftsminister Anlaß zu allgemeinen Fest­stellungen gab und mit der Veröffentlichung der er­wähnten Verordnungen zusammenfiel. Die Schließung von Industrie- und Handelskammern und ihre Zusam­menfassung in den Gauhauptstädten ist insbesondere dort unaufschiebbar, wo das Fortbestehen kleiner regionals-r Institutionen nicht mehr zwingend erschien, wie etwa für Pomniern in Stolp und Schneidemühl. Doch ist da­für gesorgt, daß n i ch ts voreilig eingerissen wird. So haben auch die beiden als Beispiel erwähnten Han­delskammern, die künftig wegfallen sollen, zunächst die Anweisung, ihre Arbeit fortzusetzen. Ix, andern Ve- zirken erscheint es dagegen untunlich, zu stark zu zentral lisieren. Das gilt insbesondere für die. Gaue, die ein» sehr intensive industrielle Durchdringung ausweisen wir die westdeutschen Jndustriereviere, in denen man nebe» der Gaukammer noch neben- oder Nachgeordnete Wirt­schaftskammern schaffen wird. Zu den Gauen, in'dene» aus besonderen wirtschaftlichen oder verwaltungsmäßi­gen Gegebenheiten neben bzw. unter den Gauwirtschafts-

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Wieder wurden vor der USA.-Küste 35 000 VRT. und im Mittelmeer 13 600 VRT. versenkt.

Die Briten verloren vom 11. bis 20. April 161 Flugzeuge.

Hauptmann Jhlefeldt erhielt die Schwerter zum Eichenlaub des Ritterkreuzes.

Die Japaner haben die Insel Panay vollständig besetzt.

Churchills Furcht vor der öffentlichen Kritik wächst von Woche zu Woche.

Ueber die jüdische Abstammung des Plutokraten Cripps werden nähere Einzelheiten bekannt.

Der Reichswirtschastsminister verkündete die Neu­organisation der gewerblichen Wirtschaft und die Einrichtung voll Gauwirtschastskammern.

Die Lohnsteuer wurde durch vorläufige Beseitigung der Biirgersteuer einer Vereinfachung im Abzugs- verfahre» unterworfen.

Auf Haftpflichtversicherungsbeiträge für Personen­kraftwagen und Krafträder wird nunmehr ein Nach­laß gewährt.

Die Hansa-Linie stockt ihr Kapital nicht auf.

In der HV. der Dresdner Bank wurden Ausfüh­rungen über das deutsche Kreditwesen gemacht.

ttiurchttls „Nervenkrieg" und Vunrniejungenstreiche

fingst vor der öffentlichen Kritik / Sie schwerste Prüfung kommt noch / Nevue statt Iweiter front

wieder 4SSSS VM. auf den Meeresgrund

die Veiten verloren vom l l. bis 20. gpril löl slugreuge — Malta weiterbm im vombenliagel

Istlefeldt Sieger in über ISS Luftkümpfen

vom Schlosserlebrling jvm agitier und kichenlaudträger mit Schwertern