l Z. Erscheint 7mal w ? ch en t l I ch
Monatsbezug E 2,30 einschl. Zustellgebühr; Postbezugspreis monatl. 2,30 E (einschl. 30.1 2^/ Postzeitungsgebühr) zuzügl. 42 Bestellgeld. Bezugspreis ist Im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Cauverlag Weser- Ems GmbH., Bremen, Geeren 6/8. Fernspr. 21931, Nachtr. u. Gonnkg. 24765. Sprcchz.: Verlag: werktl. 12—13 Uhr; Schriftleitung: Dienstag und Freitag 12'/-—13'/- Uhr.
vltMlMlM
Anzeigen - Er und vr e Ile:
partLiamtliche 'tageszeimng
vas flmtsblott des Negierenden vürgermeisters der Zreien Hansestadt Vremen
^>ie l mw hohe und 22 mm breite :eile Im Anzeigenteil 13 Die 78 mm breite und 1 mm hohe Zeile !m7i"-',eil 752^/. Ermaß. Grundpr. (für Klein- u. Familienanzelg. u. a.) sotvie sonstige Beding. Preisliste 9 Nachlaßstassel O. Geschäslsstelleii: Bremen: Geeren 6^8, Ruf 219 31; Nachtruf und sonntags 2 47 65; Obernstr. 86. Ruf 219 31; Svke: Mühlendamm 2; Br.-Hemelingen: Bahnhofs , Ecke Poststr., Ruf 4 34 58; Br.-Vegefack, Nohrstr. 24, Ruf 4 u. 8; Br.-Blumenthal: Kpt.- Oallmann-Str. 41'43, Ruf 88 u. 89
SS , 12. Jahrgang
Mittwoch, S. flpril 1S42
der Nationalsozialisten Vremens
flmlliches verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und vremen
Einzelpreis 15 Npf.
öolviet llstseestotte in dee öaüistastE
Kronstadt statt Stützpunkt nur noch Selüngnis der bolschewistischen Kriegsschiffe deutsche Stukabomben zertzämmern den sowjetischen Kriegstzasen vor Leningrad
Stalins Seetzerrschastsplüne eingefroren
rä. Berlin, 7. April. Man hat sich meist gar nicht klargemacht, wie rasch sich die Sowjets während der ersten Phase des zweiten Weltkrieges in den Ostsee- gewässern ausdehnten. Im Moskauer Diktatsrieden, der den finnisch-sowjetischen Winterkrieg beendete, muhte Helsinki die Karelische Landenge bis Wiborg abtreten, dazu die wichtigsten Inseln in der Finnischen Bucht und die Halbinsel Hangoe an der Subtilste. Die gewaltsame Bolschewisierung der baltischen Staaten führte dann zur Errichtung sowjetischer Flottenstützpunkte in Neoal» Baltisch-Port, Riga und Libau, auf Oesel und Dagoe. Von Hangoe wie von Libau aus konnte die Flotte Stalins den Ostseeraum beherrschen. Ihre Machtstellung übertraf sogar diejenige, die sich Peter l. in feinem Kampf gegen Europa geschaffen hatte.
Je expansiver die Volschewisten ihre Seepolitik im „baltischen Meer" betrieben, desto wichtiger wurde der Kriegshafen Kronstadt, der die Keimzelle jeder Moskauer Seemacht war. Der Hafen liegt an der Ostseite der Insel Kotlin, 49 Kilometer von Leningrad entfernt. Arsenale; Werften und Schuppen säumen den großen Handels- und kleineren Kriegshafen, die beide der Oranienbaumer Sandbank gegenüber liegen und schon durch diese natürlich Barriere glänzend geschützt sind. Als es zum Kriege kam, verhielt sich dennoch die Sowjetflotte größtenteils passiv und erwies sich als unfähig, ihre hervorragende Lage auszunutzen. Libau ging wieder verloren, auch Riga sowie Baltisch Port, und schließlich explodierten vor der Revaler Bucht 14 Kriegsschiffe und 21 Transporter in den von den Deutschen gelegten Minenfeldern, als sie die Flucht nach Kronstadt und Leningrad antraten. Die großartige see- strategische Position, die sich die Sowjets geschaffen hatten, ging innerhalb weniger Monate verloren; nur an der finnischen Küste hielten sie noch zähe auf Hangoe aus, um schließlich auch hier den erbitterten Angriffen der Finnen zu weichen, nachdem sie zuvor schon Wiborg und die Karelische Landenge zurückerobert hatten.
Der Ring um Kronstadt schloß sich enger. Kürzlich konnten die Finnen in schneidigem Nachtmarsch über die zugefrorene Finnische Bucht die Insel Suursaari erobern, die wie ein Sperrfort vor der Kronstadter Bucht liegt. Von Suursaari aus haben die Finnen nun den zweiten Angriff unternommen und südlich über das Eis vorstoßend auch die Insel Tytaer-
kinem koken slieger
Berlin, 7. April. Der Führer verlieh aus Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant Rieger, Staffelkapitän in einem Sturz- kampfgeschwader.
Oberleutnant Joachim Rieger, am 9. 3. 1914 in Berlin geboren, war einer der hervorragendsten Vertreter der Sturzkampfwaffe und hat sich auf allen Kriegsschauplätzen durch seinen beispielhaft tapferen Einsatz besonders ausgezeichnet und außergewöhnliche Waffentaten vollbracht. Nach einer Teilnahme an den: Kreta-Unternehmen flog er 137 Einsätze im Feldzug gegen die Sowjet-Union. Insgesamt hat er als Sturzkampfflieger 257 Feindflüge auszuweisen. Bei einem Angriff in der Gegend von Naro Fominsk fand Oberleutnant Rieger, zusammen mit seinem Bordschützen, den Heldentod. In Anerkennung seine? einzigartigen Leistungen ist ihm nachträglich das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen worden.
saari besetzt. Kronstadt gerät immer mehr in die Defensive. Hierher hatte sich das Eros der sowjetischen Ostseeflotte zurückgezogen. Es glaubte sich im Schutz der Forts und des Wintereises sicher, aber das trifft doch nur zum Teil zu. Die Bedrohung aus der Luft hat diesen Flottenstützpunkt verwundbar gemacht, wie alle Stützpunkte, deren Wert nur darin bestand, daß sie von der See aus schwer angreifbar waren.
Während deutsche Flieger ununterbrochen aus den britischen Stützpunkt Malta hämmern, nahmen sie sich auch den letzten sowjetischen Ankerplatz in der Ostsee zum Ziel. Seit Beginn des Krieges gegen den Bolschewismus liegt hier das Schlachtschiff „Oktoberrevolution", 32 000 Tonnen groß; mit 12 30,5-cm-Gefchiitzen ausgerüstet. Der Name verheimlicht, daß dieses Schiff noch aus der zaristischen Zeit stammt; es lief 1911 vom Stapel und ist inzwischen modernisiert worden. Unter den Sowjets wurden die beiden großen Kreuzer „Ki- row" und „Maxim Eorki" erbaut, je 9000 Tonnen groß und mit 18-cm-Eeschützen versehen; hinzu kommt der große Kreuzer „Petropawlowski". Drei weitere Kreuzer befanden sich zu Kriegsbeginn in Kronstadt in Bau. Die dichten Flaksperren um die fertigen und die in
Bau befindlichen Kriegsschiffe der Sowjets haben unsere Flieger nicht gehindert, ihre Bombenlast über Kronstadt niedergehen zu lassen. Die schwarzen Rauchwolken, die schwer über der Südostspitze der Insel lagen, stiegen aus der Bai von Kronstadt wie ein Signal für die Bewohner von Leningrad auf. Mit der Bombardierung der Molen von Kronstadt dürfte der Hasen, wenn diesmal die Eisschmelze beginnt, seine Eebrauchssähig- keit nicht wiedergewinnen.
Die Zeit für eine Aktion der sowjetischen Ostseeflotte ist ohnehin vorbei. Zurückgedrängt in die Kronstadter Bucht, aller Stützpunkte beraubt, die den Sowjets die Ausgangsbasis zu einem Vorstoß in die schwedischen und deutschen Gewässer bieten sollten, die Kronstadt weit westlich vorgelagerten Sperrinseln in finnischer Hand — so vollendet sich langsam, aber doch unaufhaltsam das Schicksal der sowjetischen Flotte.
In der Sackgasse von Kronstadt, aus der nur die kleinsten Einheiten auf der Binnenwasserfluchtstraße zum Eismeer zu entweichen vermögen, müssen die an der Mole festgemachten Kolosse der Stalin-Flotte durch ihre llnbeweglichkeit den Beweis erbringen, daß Kronstadt kein Stützpunkt mehr ist, sondern ein Gefängnis.
;000. Luststeg des Sestkwaders Mölders
Veukstkie flngriffserjolge im Ssten — wieder rag und Nach» gegen Makro
Aus dem Führerhauptquartier 7. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „An der Ostfront brachten eigene Angrisssunternehmungen weitere Erfolge. In mehreren Frontabschnitten wurden örtliche Angriffe des Feindes abgewiesen. Die Bekämpfung kriegswichtiger Anlagen in Leningrad durch schwere Artillerie des Heeres wurde sortgesetzt. Am gestrigen Tage wurden an der Ostfront 29 feindliche Panzer vernichtet und 60 sowjetische Flugzeuge abgeschossen oder am Boden zerstört. In Nordasrika lebhafte beiderseitige Ausklärungstätigkeit. Kamps- und Jagd- sliegerverbände griffen britische Flugplätze in der Märmarica sowie im ägyptischen Küstengebiet an und zersprengten Kraftfahrzeugansammlungen südost- wärts von Mecheli. In Lustkämpsen schössen deutsche Jäger sechs britische Flugzeuge ab. Starke Verbände deutscher Kampf-, Sturzkampf- und Jagdflieger setzten die Angriffe gegen militärische Anlagen der Insel Malta bei Tag und Nacht fort. Ein im Dock liegender britischer Zerstörer wurde in Brand geworfen. An der englischen Südkiiste erzielten deutsche Kampfflugzeuge Bombentreffer in einer Sendeanlage. Britische Bomber führten in der letzten Nacht Störungsangriffe gegen das westliche Reichsgebiet. Die Zivilbevölkerung hatt« geringe Verluste. Nachtjäger schössen drei der angreifenden Bomber ab. Das Jagdgeschw^er Mölders errang am gestrigen Tage den 3000. Luftsieg."
rck. Als das deutsche Volk vor wenigen Monaten trauernd an der Bahre seines größten Lufthelden stand, da sandten die Kameraden von der Ostfront dem toten Sieger die schönste Ehrung ins Grab nach: das Jagdgeschwader Mölders erkämpfte fast in derselben Stunde, da die Erde den Körper aufnahm, der ganz dem Himmel gehört hatte, seinen 2500. Luftsieg. Es war mehr als ein Zufall — es schi«n ein Symbol — und die Verpflichtung der deutschen Luftwaffe, weiter im Geiste ihres besten Mannes zu kämpfen und zu siegen. Wenig
mehr als ein Vierteljahr verging seit diesem Tag der Trauer und des Stolzes. Nun bekundet eine Zahl im Wehrmachtsbericht, wie dieses Gelöbnis der Lebenden an den Toten erfüllt wurde: in diesen Tagen sind Angehörige des Jagdgeschwaders Mölders zum 3000. Male Sieger im Luftkampf geblieben.
Diese Zahl ist in der drei Jahrzehnte alten Geschichte der internationalen Luftwaffe einzigartig: Ein Geschwader, das selbst planstellenmäßig nur über rund 100 Flugzeuge verfügt, schaltete über 30 feindliche Geschwader im Luftkampf aus.' Es vernichtete anderthalbmal so viele Flugzeuge als von den USA. während des gesamten Jahres 1941 — nach den Erklärungen von Lord Beaver- brook — nach England geliefert wurden. Einzigartig wirken schon die Etappen dieses Erfolges. Als die schnittigen Flugzeuge des Geschwaders im Juni 1941 zum Ueberführungsflug nach dem Osten starteten, da trugen die Seitensteuer der Messerschmttt-Vögel 676 weiße Balken, die ebenso viele schwer erkämpfte Flugsiege über französische und englische Gegner bezeugten. Schon am 17. Juli sind dann die ersten 500 Erfolge an der Ostfront errungen — in einem Himmel, der von Schwärmen sowjetischer Maschinen wimmelt.
Am 8. September 1941 meldet das Geschwader den 2000. Sieg, im Dezember 1941 ist der 2500. Sieg errungen. Mehrere hundert am Boden zerstörte Feind- flugzeuge sind in dieser Zahl nicht enthalten. Jenes schöne Wort, das Reichsmarschall Hermann Göring seinem toten jungen Freunde mit ins Grab gab, hat durch diese Zahl seine prophetische Größe erwiesen: „Sieg und Ruhm sind an seinen Namen geheftet, der in der Geschichte dieses Freiheitskrieges und der deutschen Zukunft ewig fortleben wird." Wahrlich: m jenem Geschwader, über dessen schwererkämpften Triumph sich heute das ganze deutsche Volk freut, ist der Geist von Werner Mölders noch genau so lebendig wie an den unfernen Tagen, da er seinen Männern über den Kanal und nach Osten voranflog. Denn jeder Held wirkt noch über das Grab hinaus weiter.
Indien vor der kntscheidungsslunde
Vie kimnischimg Noosevelts durchschaut — was bedeuten Legion und flkgabt
Drahtbcricht unserer Berliner Schriftlcitung ,
ckr. v. sck- Berlin, 7. April. Die Entscheidung in dem Kampf um Indien rückt nun sehr schnell näher und muß in aller Kürze erwartet werden. Die Führer der Kongreßpartei, die am Dienstag wieder bei Cripps waren, dürsten von diesem die Antwort des Kriegskabinetts aus das ablehnende Memorandum der Kon- greßpartei erhalten haben. Cripps hat eine für Dienstag angesetzte Pressekonferenz nochmals auf Mittwoch verschoben. Aus. Kongreßkreifen wird mitgeteilt, daß man dort heute im Hinblick auf die Möglichkeit einer Verr ständigung sehr schwarz sehe.
Der Sinn der amerikanischen Einschaltung und das große britische Betrugsmanöver gegenüber Indien konnte auch den zunächst Betroffenen nicht mehr länger verborgen bleiben, nachdem angesichts der Versteifung der Verhandlungen amerikanische Zeitungen brutal zynisch von den heuchlerischen Phrasen abgerückt sind und das Gesicht der nackten Jnteressenpolitik restlos entschleiert haben. Nach einer Meldung aus Delhi sind dort weite Kreise der Kongreßpartei wegen der Haltung der Vereinigten Staaten stark enttäuscht. Die indischen Politiker, so heißt es da, haben jetzt erkannt, daß gefühlsmäßige Ansichten in den Vereinigten Staaten in Kriegszeiten nicht mehr maßgebend sind. „Hin- dostan Times" schreibt empört: „Die amerikanische Presse behandelt Indien, als ob es bereits eine amerikanische Kolonie wäre. Die Weltmeinung sollt« sich vergegenwärtigen, daß das indische Volk sich nicht leicht von dem gewählten Weg abbringen läßt, weder durch Drohungen noch durch Einschüchterung. Letzten Endes kennen die Inder die Interessen des Landes und alles, was für die Wohlfahrt des Landes notwendig ist, besser, als die Ausländer, deren schwankende Sympathien für
unsere Aspirationen sich erst in dem Augenblick zeigten, als Indien in den Schatten des Krieges trat!" Auch „United Preß" muß zugeben, daß der Eifer, mit dem die Vereinigten Staaten Indien in den Kampf gegen die Achsenmächte ziehen möchten, den maßgeblichen Führern der Kongreßpartei höchst verdächtig erscheint. Der Vertreter Noosevelts, Louis Johnson, der inzwischen mit allen in Frage kommenden Stellen Fühlung genommen hat, sucht darum den Verdacht durch Behauptungen zu entkräften, die seiner Mission eine ganz harmlose, ach so unschuldige Deutung geben sollen.
Zu der indischen Verhandlungskrise berichtet „United Preß" aus London, daß die Verhandlungen am Montag bis spät in die Nacht hinein gedauert hätten. Das Kriegskabinett habe Cripps neue Weisungen zukommen lassen. Der Korrespondent des „Daily Expreß" will wissen, daß die neuen britischen Weisungen nichts anderes seien, als die Annahme der indischen Vorschläge. Weiter, so meldet das gleiche Blatt, seien neue Versicherungen für die Anerkennung Indiens als Dominion nach dem Krieg« abgegeben worden, und es seien weitere Zugeständnisse für die neue indische Regierung in Aussicht genommen. Diese Vorschläge werden auch in folgender Formulierung wiedergegeben:
1. Ernennung eines national-indischenVerteidigungs- ministers, jedoch unter der Bedingung, daß die Verteidigung Indiens als ein Teil des gesamten Alliierten- Kriegsplans geweitet werde.
2. Neue Garantien füi das Dominion,Statut.
3. Ernennung eines Inders als Mitglied im britischen Kriegskäbinett und im Pazifik-Kriegsrat.
Der Präsident des Kongresses Azad gab am Dienstagabend bekannt, daß der Kongreß über den Brief, der ihm am Vormittag von Stgfford Cripps überreicht
wurde, zu einem Entschluß gekommen sei. Dieser Entschluß werde am Mittwochmorgen Cripps mitgeteilt. Die Erklärung wurde nach einer stundenlangen Sitzung des Arbeitsausschusses des Kongresses abgegeben. Der Aus- schuß tritt am Mittwoch wieder zusammen. Der Präsident der Moslem-Liga Iinnah hatte am Dienstag mit Wavell und Cripps je eine Besprechung.
Der entscheidende Kampf wird weiterhin darum geführt, in wessen Händen die Verfügungsgewalt über die Organisationen der indischen Parteien bleiben soll. Die Führer des Kongresses haben nochmals erklärt, daß die Inder niemals den Kampf aufnehmen würden, wenn es sich um eine Indien zugewiesene Rolle handle. Wenn auf diesem Gebiete Cripps tatsächlich weitere Zugeständnisse machen sollte, so kann es sich selbstverständlich nur um Scheinkonzessionen, nur um ein neues Betrugsmanöver handeln. Alles, was in der englischen und amerikanischen Presse um dieses Thema herumgeredet wird, läßt das eine klar erkennen, daß man in England zu allen Versprechungen bereit ist, wenn diese nur in weitestem Ausmaße Kanonenfutter gegen die Dreierpaktmächte liefern wollen. Dafür würde man ihnen vielleicht auch einen eigenen Verteidigungsminister zugestehen, der neben Wavell eine bedeutungslose Marionette sein würde und den man später mit einem Fußtritt wieder abschieben könnte.
Die „Hindostan Times" hat recht mit ihrer Feststellung, daß alle jetzt schwebenden politischen Verhandlungen ihre Ursache einzig darin haben, daß Indien in den Schatten des Krieges getreten ist. Laut jammert eine Newyorker Zeitung, daß sich die britischen nationalistischen Verhandlungspartner immer noch auf einem toten Punkt befänden, während die Jnvasionswellen immer (Fortsetzung auf Seit« 2j
UsAFaxeeetM Mee
liebliche Scheinheiligkeit und faule Drohungen
g. 1>. Berlin, 7. April. Lord Halifax hat sich angesichts der offenbar sich vergrößernden Unruhe in der us- amerikanischen Öffentlichkeit über die Entwicklung der indischen Frage und des bisher noch vergeblichen Betrugsversuchs von Cripps veranlaßt gesehen, als ehemaliger britischer Vizekönig sich über die indische Frage auszulasten. Außer seinen Darlegungen über die indischen Parteien, einem sichtbaren verärgerten Vorstoß gegen die Haltung des indischen Nationalkongresses und der verlogenen Behauptung, daß einundeinhalb Millionen Inder freiwillig am britischen Krieg teilnähmen, enthält die Erklärung von Halifax zwei interessante Sätze. Der erste zeigt ganz offen, daß London noch immer mit einem Scheitern der Cnppsmission rechnet. Halifax spielt nämlich auf die Möglichkeit an, daß die indischen Führer das betrügerische Angebot Englands zurückweisen könnten, und erklärt, ganz im Stil von Drohungen us.-amerikanischer Zeitungen an die Adresse Indiens: „In diesem Falle würde die britische Regierung gezwungen sein, ihre Pflicht zu erfüllen, ohne den Beistand oder die Mithilfe der organisierten indischen Parteien." Daß die Briten gewillt sind, ihr Kronjuwel gegen den Willen des indischen Volkes in den Krieg zü zerren, war auch ohne die Ausführungen von Mister Halifax klar. Interessant ist nur dieser schwache Versuch, sich als den starken Mann auszupumpen wie gesagt, mit der Drohung im Hintergrund, dann mit Gewalt das indische Volk gegen seine Interessen zum Opfer der Kriegsereignisse zu machen. Diese Erklärung erhält aber eine recht interessante Untermalung durch einen vorliegenden Kommentar der Zeitung „Newyork World Telegraph" zu den indischen Ereignissen, wobei dieses Blatt zunächst die großen Siegeslügereien über die Luftschlacht über Ceylon aufgreift, um dann fortzufahren: „Aber wenn Großbritannien hundertmal stärker und der den USA. zur Verfügung stehende Schiffsraum tausendmal größer wäre. würde die Verteidigung Indiens unmöglich sein, ohne eigene kraftvolle Zusammenarbeit mit den Indern und ihre Bereitschaft, für ihre Freiheit zu kämpfen." Hier hat Halifax aus dem Munde des eigenen Verbündeten die Antwort auf seine Kraftmeierei erhalten.
Der zweite Kernsatz der Halifaxschen Erklärung lautet: „Es gibt heute keinen Engländer, der nicht zugibt, daß wir in der Vergangenheit in bezug auf Indien Fehler gemacht haben. Ich weiß. daß ich selbst welche gemacht habe, aber Freiheit für alle unter der britischen Fahne ist stets Gegenstand unserer Sorge gewesen." Dieses Eingeständnis von Halifax ist nach echt britischer Manier verbunden mit dem gröbsten Anfall von Scheinheiligkeit in der Behauptung, daß er und seinesgleichen je ein Interesse an der Freiheit anderer Völker gehabt hätten. Wahr ist nur die Andeutung des unveränderten Willens, das indische Volk der plutokratischen Aus- sauguna zu unterwerfen, was Halifax mit den Worten „unter britischer Fahne" umschrieben hat. Daß nebenher Halifax zugleich das alte Prinzip des Teilens und Herrschens wieder unterstrichen hat, in dem er von einer „Anmaßung der Kongreßpartei sprach, im Namen ganz Indiens zu handeln", und auch sonst den Versuch machte, die indischen Parteien gegeneinander auszuspielen, fei vermerkt.
Gerade zu diesem Punkt aber liegen zwei ganz eindeutige Willenserklärungen zweier indischer Parteien neuesten Datums vor. Nehru hat darauf hingewiesen, daß auch die indischen Staaten zu Indien gehören und daß das indische Volk die Freiheit in der Einheit will: „Die indische Freiheit umfaßt nicht nur Britisch-Jndien, sondern auch die indischen Staaten. Wir werden für die Einheit kämpfen und nicht erlauben, daß Indien zergliedert wird. Indien wird eine Einheit in der Freiheit sein." Der gegenwärtige. Krieg müsse das Angesicht der Welt und damit auch das der indischen Staaten ändern, die sich auf zwei Verträge mit England gegen jedes Menschenrecht beriefen. Der Präsident der Hindu-Maha- sabba aber wandte sich eindeutig gegen das Sezefsions- recht des Crippsplanes. durch das eine „Vivisektion" Indiens geplant sei: „Man werde wohl rechtliche Garantien für die Minderheiten ins Auge fassen, aber niemals zulassen können, daß sie einen Staat im Staate schaffen wollten, wie es der Völkerbund begünstigt hätte." " ' "
NI»»»IM»IMI»»»III»II»I»»MI»III»»IMI»IM»»M»»II»IIIII»MIIII»»MIIM
Vnssr
Weitere Angriffsunternehmungen der Truppen im Osten brachten neue Erfolge.
Das Jagdgeschwader Mölders errang seinen 3000. Luftsieg.
Die britische Zwingburg Malta liegt nach wie vor unter stetigem Bombenhagel der Achsenlustwasfe.
Aus Sumatra brachen die Japaner den letzten Feind- widerstand.
Die indische Oessentlichkeit verwahrt sich gegen die freche Einmifchungspolitik Noosevelts.
Der britische USA.-Botschaster Halifax versuchte eine neue Köderung Indiens.
Die Türkei hat sich erstmalig an der Mustermesse in Plovdio (Bulgariens beteiligt.
Das kommende Wochenende steht im Zeichen der Reichsstraßensammlung „Schassende sammeln — Schassende geben".
deutschen