Ausgabe 
(31.3.1942) Nr. 90
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Parteiamtliche Tageszeitung

Vas flmtsblott des Negierenden vürgermeisters der Zrcien fjansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblalt des Neichsstott»Mers in Oldenburg und Vremen

Nr. SO , 12. Zahrgang

vienstag, Z1. Mär; 1842

kinzelpreis 15 Npf.

lripps' Ultimatum verhöhnt die Inder

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Indien als zweites jiggplen — die veschliige zum detrug Indiens — kngland behält alle für sich

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

d. Berlin, 3V. März. Das Geheimnis des ängst­lich behüteten Inhaltes der Aktentasche des bolschewisti- schen Briten Stafford Cripps hat sich gelüftet. Nicht eine Ueberraschung trat zutage, sondern ein sorgsam in Phra­sen gehüllter Betrugsoersuch gegenüber den Indern, der platonische Versprechungen gegen die Forderung des rest­losen Einsatzes des gesamten indischen Kriegspotentials stellt. Cripps wählte eine zweistündige Pressekonferenz in Neu-Delhi als das Forum, vor dem er seine ultima­tiven Vorschläge ausbreitete, um sich gleich darauf selbst in leidenschaftlicher Form zu kommentieren. Der von den Indern heißersehnte sofortige Beginn der Selbstän­digkeit fehlt vollkommen, stattdejsen wird nach dem dehn­baren Begriff „nach Beendigung der Feindseligkeiten" ein Dominionstatut voller Einschränkungen in Aussicht gestellt. In einem komplizierten Verfahren soll sich In­dien einen Verfassungsausschuh wählen, der nach dem Kriege eine Verfassung ausarbeiten darf, wobei die militärische Oberhoheit Englands abbr nach wie vor er­halten bleiben soll. Indien als ein zweites Aegypten, die Versprechungen als Wiederholung des Betruges an den Arabern — das ist das Ziel Londons gegenüber

Vor gestrige westrmachtsberichl

Aus dem Führerhauptquartier, 30. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Donezgebiet wurden ostwärts Charkow heftige Angriffe des Feindes in erbitterten Kämpfen abgeschlagen und dabei neun Panzer vernichtet. Auch an der übrigen Ostfront scheiterten bei wieder einsetzendem Frost erneut feindliche Angriffe in schweren für den Gegner ver­lustreichen Kämpfen. Artillerie des Heeres beschoß kriegswichtige Ziele in Leningrad und Kronstadt mit guter Wirkung. Explosionen und anhaltende Brände wurden beobachtet. Finnische Luststreitträste vernichte­ten an der karelischen Front am 28. 3. mehrere feind­liche Kolonnen und schössen in Lüftkämpfen 27 sowje­tische Flugzeuge ab. In der vergangenen Nacht belegten deutsche Kampfflugzeuge militärische Ziele im Stadt­kern von Moskau, ferner an der oberen Wolga und ostwärts Bologoje wirksam mit Bomben schweren Ka­libers. Volltreffer verursachten unter anderem in Rü­stungsanlagen große Brände.

Deutsche Unterseeboote versenkten, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, im Nordatlantik und vor der amerikanischen Küste 16 feindliche Handels­schiffe mit 110 600 BRT., darunter acht große Tanker mit 73 800 BRT. Deutsche Zerstörer griffen den nach Murmansk bestimmten feindlichen Eeleitzug an, der laut Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom 28. 3: bereits Ziel deutscher Luftangriffe gewesen war. Sie versenkten durch Artillerie- und Torpedotresfer einen großen Transporter von 10 000 BRT., der mit einer Ladung von Panzerwagen und Munition von Newyork unterwegs war. Die Ueberlebenden dieses Dampfers sowie die eines von der Luftwaffe versenkten Dampfers wurden an Bord genommen. Nach Hell­werden kam es zu einem Seegefecht mit starken über­legenen feindlichen Sicherungsstreitkrästen, die aus Kreuzern und Zerstörern bestanden. Aus einem britischen Kreuzer der Städte-Klasse wurde ein Torpedotresfer er­zielt, dessen Wirkung im Schneesturm nicht beobachtet werden konnte. In schwerem Gefecht ging ein deutscher Zerstörer verloren. Ein großer Teil seiner Besatzung wurde von anderen deutschen Zerstörern gerettet, nach­dem diese im Artilleriegesecht eine feindliche Zerstörer- gruppe abgedrängt hatten.

In Nordafrika beiderseitige Spähtrupptätigkeit. Vor der französischen Westküste versenkte am 28. März ein Kampfflugzeug ein weiteres britisches Schnellboot. Bei dem im gestrigen Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht gemeldeten britischen Luftangriff aus Lü­beck wurden in erster Linie die Wohnviertel der Stadt getroffen. Die Zivilbevölkerung hatte stärkere Verluste. Bei Anslügen einzelner britischer Bomber in der letzten Nacht in das holländische Küstengebiet wurden zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Bei den Erfolgen gegen die britisch-amerikanische Handelsschifsahrt im Rordatlantik hat sich das Unterseeboot unter Führung des Oberleutnants zur See Jtes besonders ausge­zeichnet."

Indien. Die Lieferung des Kanonenfutters die sofortige Forderung.

Die phrasenhafte Formel, daß es kaum eine wich­tigere Frage geben könne als diese, von der die „Zu­kunft", das „Glück" und die „Freiheit" von 350 Millio­nen Menschen durchaus abhängen könnte, bildete den> Beginn des Crippsschen Vortrages, der im einzelnen folgendes vorsieht: Indien soll sofort „nach Einstellung der Feindseligkeiten" durch eine gewählte Körperschaft

eine Verfassung erhalten, die eine neue indische Union mit dem Status eines freien Dominion unter Einschrän­kungen vorsieht. Die neue indische Union soll ein „Do­minion" bilden, das zwar mit dem vereinigten König­reich und den anderen Dominien durch die gemeinsame Untertanenpflicht der Krone, verbunden ist, ihnen aber sonst in jeder Weise ebenbürtig und in keiner Weise hinsichtlich der Innen- und Außenpolitik untergeordnet sein soll. (Fortsetzung auf Seite 2)

Wilhelm weist fünfzig lastre

fln der Spitze der deutschen Schriftleiter — vorkämpser für ein neues journalistisches kttzos

Berlin» 30. März. Der Hanptschriftleiter des „Völkischen Beobachters", SA.-Obergruppenführer Wil­helm Weiß» Präsident der Union nationaler Jour­nalistenverbände und Leiter des Reichsverbandes der deutschen Presse, vollendet am 31. März sein 50. Lebens­jahr.

Als im November 1933 Wilhelm Weiß an die Spitze des Reichsverbandes der deutschen Presse berufen wurde, hatte er die Aufgabe, das vom Reichspressechef Dr. Otto Dietrich begonnene Werk fortzuführen und- den Typ des vielfach gefesselten, hörigen Journalisten politisch turbulenter Tage umzuprägen in den seinem national­sozialistischen Gewissen allein verantwortlichen politi­schen Soldaten, der als wichtigste Munition des geistigen weltanschaulichen Kampfes „Sicherheit des politischen Instinkts und absolute Unbestechlichkeit des

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politischen Charakters" mit sich führte. Disziplin, Gesinnung und Heroismus waren deshalb die drei Erundforderungen, die der neue Leiter der RDP. erhob und die er zum tragenden Fundament der zukünftigen publizistischen Arbeit machte. Auf den Sockel eines fragwürdigen früheren Idols hob er die streng gemeißelte Statue eines neuen journalistischen Ethos.

Wilhelm Weiß war berufen dazu. Ueberfliegt man die dramatische Gedrängtheit seines kämpferisch durchpulsten Lebens, so leuchtet unter dem zwingenden Schatten des Stahlhelms das Gesicht eines Mannes auf, der diesen Helm nie absetzte. Aus dem am Tage des, Abiturs zum 2. Bayrischen Fußartillerie-Regiment eilenden Fahnen­junker wurde in den Tagen der soldatischen Bewährung der über dem Priesterwald verbissen gegen zwei fran­zösische Doppeldecker kämpfende Flieger, dem eine Maschinengewehrgarbe zwar das linke Bein, aber nicht den Willen nehmen konnte, weiter zu kämpfen für ein neues und großes Deutschland.

Im Taumel der Novemberrevolution führt und orga­nisiert der die bürokratische Demokratie zutiefst hassende aktivistische Frontoffizier in den ersten Freikorps und Einwohnerwehren den Widerstand gegen den jüdischen Räteterror, stößt 1922 zur Gefolgschaft des Führers, mar­schiert am 9. November 1923 im historischen Zug der Ge­treuen vom Bürgerbräukeller zur Feldherrnhalle, erlebt in den Kerkern das System der quälenden Ohnmacht der Haft und steht schließlich — wieder frei — als Chef vom Dienst im Umbruchsaal des oft verbotenen „Völki­schen Beobachters" mit dem Führer die Schlagzeilen und die Bürstenabzüge korrigierend. Später wird Wilhelm Weiß die Hauptschriftleitung des „V. B." übertragen.

Heute liegt ein halbes Jahrhundert opfernden Lebens hinter Hauptmann Wilhelm Weiß, der 1933 den deut­schen Journalisten zum Marsch in die Freiheit führte und der nie müde wurde, den Beruf des „die historischen Ge­setze dieses dramatischen Zeitalters instinktsicher inter­pretierenden Schriftleiters mit zu den ehrenvollsten im neuen Reich zu machen." Aus eigenem Kriegserleben und echter kämpferischer Gesinnung half Wilhelm Weiß, als der zweite Weltkrieg begann, den mit Waffen und Feder kämpfenden Kriegsberichter von heute zu prägen, st.

vrilische Kuliursckönder über Lübeck

b. Berlin, 30. März. Churchills Flieger, - machtlos gegenüber den deutschen Befestigungen an der Kanal­küste, hoffnungslos gescheitert bei der Unterstützung des Handstreichs auf St. Nazaire, haben ihre Zerstörungs­wut wieder einmal an einer alten deutschen Stadt aus­geübt. an einer Stadt, die auf Grund ihrer hanseati­schen Tradition so viel Verbundenheit mit Bremen aus­weist. Lübeck mit seinen Kirchen, Patrizierhäufern und Stadttoren, mit seinen kulturhistorischen Denk­mälern, die weit über Deutschlands Grenzen hinaus berühmt sind, war das Ziel eines britischen Luft­angriffs, der sich vor allem konzentrisch gegen die historische Innenstadt richtete. Daß hier keine militäri­schen Ziele zu vermuten waren, und auch nicht getroffen würden, stand von vornherein fest. Die britischen Bom­ben haben an Wohnvierteln und Baudenkmälern in Lübeck schwere Perwüstungen angerichtet. Der Dom, das Mausoleum, die Marien- und Petrikirche, das Rat­haus und die Ctadtbibliothek sind vernichtet. Gebäude, die für die ganze Welt yon hohem Wert sind, fielen dem Wüten der britischen Flieger zum Opfer, wurden zer­

stört im bolschewistischen Wahn des in die Enge ge­triebenen Churchills. Diese Angriffe der britischen Flie­ger haben nichts mit kriegsnotwendigen Unternehmun­gen zu tun. sie sind der Ausfluß einer sinnlosen Zer­störungswut, die sich austoben muß und sich am besten über Wohnviertel austoben läßt. Militärische und kriegswirtschaftliche Erfolge konnten die nächtlichen Einflüge, die jedesmal beträchtliche Verluste für die britische Luftwaffe mit sich brachten, nicht anrichten. Aber Mord an Frauen und Kindern, Zerstörung von unersetzlichen Kulturdenkmälern im Namen des „Feld­zuges zur Errettung der Kultur". Angriffe, die durch nichts zu rechtfertigen sind, das ist Churchills Art! In ein Monument mittelalterlicher Kunst haben die Bom­ben der englischen Barbaren hineingeschlagen. Die reichen Schätze der Kirchen und zahliose Denkmäler hoher bürgerlicher Kultur, der Stolz einer ganzen Kul­turwelt, fielen den britischen Mordbrennern, die kein anderes Ziel kennen, als in ohnmächtiger Wut sinnlos zu zerstören, gleichfalls zum Opfer. Ein Fluch lastet auf den Urhebern dieser Verbrechen in London, und einst wird das furchtbare Werk dieser Gesellen vernichtend auf sie zurückfallen.

Moskau: «Mehr säten statt schöner Worte!"

der britisch-lowjetifchen flgitation — Kommunisten als «patriotische flmerikaner"

kurtzittlungen über „Zusammenarbeit

Berlin, 30. März. „Die Aufmachung der sowjeti­schen Kriegsnachrichten durch die Vritish Broadcasting Corporation erscheint, von Moskau aus gesehen, Lber- dramatisiert", stellt der Moskauer Korrespondent der „Times" fest. „Den augenblicklichen Charakter der Kämpfe", so schreibt der Korrespondent, „scheint die BBC nicht zu kennen, denn in der Sowjetpresse und in amtlichen sowjetischen Bekanntmachungen wird ständig verdeutlicht, daß nicht die Eroberung von Land und von Städten das erste Ziel des jetzigen sowjetischen Feldzuges ist, sondern die Aufreibung der feindlichen Streitkräste. Daher hinterläßt die Voraussage des dem­nächst bevorstehenden Falles von Städten und des Fortschreitens eingebildeter Zangenbewegungen in Moskau den unmöglichen Eindruck, daß derartige Nach­richten von der BBC nur deshalb so ausgemacht wer­den, um Rückschläge an anderen Fronten zu be­schönigen."

Auch die sonstigen Sendungen der BBC, soweit sie für Sowjetrußland bestimmt sind, werden von dem „Times"- Korrespondenten,in Moskau scharf kritisiert. Er stellt fest, daß die Sendungen wohl einen starken Eindruck auf die Meinungsbildung über britische Angelegenheiten in amtlichen Kreisen ausüben, daß sie aber keineswegs vom sowj^'M« Pu bl iku m gehört werde. Wirksam für das

Publikum seien nur die langen und hervorragend aus­gearbeiteten Telegramme der Tah-Agentur in London. Es sei klar, daß durch sie die Kenntnis, über England in das russische Volk dringe, denn die Taß-Meldungen würden in den russischen Zeitungen an hervorragender Stelle veröffentlicht. „Aber" — so heißt es weiter — „trotzdem gibt es noch kein richtiges Bild der britischen Arbeit und Entschlossenheit. -Die Einschränkungen ge­wisser Sportarten in England, von denen man in Sowjetrußländ noch nie etwas gehört hat, und die Her­stellung eines Einheitsbrotes, wie es Generationen von Russen ohne Schädigung der Gesundheit essen, erscheinen — von Moskau aus gesehen — durchaus nicht als Opfer. Das sowjetische Volk will vielmehr wissen, ob di- Kriegs­produktion ansteigt und welche Maßnahmen getroffen wurden für eine Bereitschaft englischerseits zu einem sofortigen Kampfeinsatz."

Die „Helden der englischen Arbeitsfront" müßten propagandistisch mehr hervorgehoben werden. „Die Hauptaufgabe der englischen Propaganda muß", wie der Korrespondent abschließend feststellt, „jetzt darin be­stehen. die Sowjetunion zu überzeugen von Großbritan­niens gutem Willen und von seiner Entschlossenheit, alles für den Sieg einzusetzen. Es darf dabei nicht ver­gessen werden, daß jode amtliche Nachricht v«d ein­

zelne Meldung aus England sorgfältig daraufhin ge­prüft wird, ob sie einen Beweis für Großbritanniens Treue und Redlichkeit darstellt."

Gens, 30. März. Aus Washington wurde gemeldet: Der Abgeordnete Dies hat an den Vizepräsidenten Wal- lace ein Schreiben gerichtet, worin er darauf hinweist, daß 35 höhere Beamte des Amtes für den Wirtschafts­krieg Mitglieder kommunistischer Organi­sationen waren. Er spricht die Annahme aus, daß das- amerikanische Volk ihren Rücktritt oder ihre Entlassung begrüßen würde. Vizepräsident Wallace hat auf Grund dieses Briefes erklärt, der Vorsitzende des Kongresses für unamerikanische Umtriebe habe mit seiner Verurteilung von 35 Beamten des Amtes für Wirtschaftskriegfllhrung wegen Zugehörigkeit zu kommunistischen Organisationen versucht, im Publikum Zweifel hervorzurufen. Der Ab­geordnete Dies sollte, statt Reklame zu treiben, seine Talente dazu benutzen, den USA. den Krieg gewinnen zu helfen, anstatt Zwietracht unter patriotischen Amerikanern zu stiften.

Diese Aeußerung, die eine Maßregelung des Abge­ordneten Dies darstelltest sehr bezeichnend für die wach­sende „Volkstümlichkeit" des Bolschewismus in den USA. Nach der Ansicht des Vizepräsidenten Wallace sind die Kommunisten also „patriotische Amerikaner"!

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Zum heutigen 25. Todestag Emil von Behrings

„Da kommt ein junges Leben und hier geht ein altes." Wer mit solcher Antwort die freudige Mittei­lung seines Arztes entgegennimmt, daß dieser vor ei­nigen Stunden glückstrahlender Vater eines gesunden Töchterchens geworden sei, der schaut dem Sterbenmüssen wahrhaft gelassen ins Auge. Der Arzt hat mit seiner Frohbotschaft von der Geburt eines Kindleins als ewigem Symbol menschlicher Lebensbejahung seinem Patienten eine seelische Arznei darreichen wollen. Allein der Kranke winkt ab: Mir kann das nichts mehr nützen; ich spüre, ich' werde abberufen von dieser Erde. — Knapp dreimal vierundzwanzig Stunden später, am 31. März 1917 morgens 8 Uhr, schläft er. der so dachte, schläft einer der Großen seiner Epoche ruhig und fried­lich hinüber in den fetzten Schlaf. Und die Welt ver­nimmt: Emil von Behring ist tot.

Das irdische Leben, das damit vor 25 Jahren er­losch, konnte eigentlich kaum "als „ein altes" bezeichnet werden. Denn die 63 Jahre, die es just einen halben Monat zuvor am 15. März erreicht hatte, berechtigten noch nicht dazu, von „Alter" zu reden. Doch es war ein Leben, dessen äußerer Ablauf in sich gerundet und damit vollendet war, weil es seine überlebensgroßen Aufgaben gemeistert hatt«.

Nichts war diesem Dasein versagt geblieben, was zu Bewunderung hinreißt. Nicht der Aufstieg aus der ärmlichen Kinderstube eines westpreußischen Dorfma- gisters über die hohe Stufe eines Sanitätsoffiziers zur höchsten Eesellschaftsschicht im kaiserlichen Deutschland, zum erblichen Adel und zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat „Exzellenz". Nicht die Ueberwindung Mittellosigkeit, ja Verschuldung, zu geldlicher Unabhängigkeit und gesichertem Wohlstand. Nicht das Hinauswachsen über Verhöhnung und Bespöttelung zu unantastbarem Ansehen und geistiger Macht, zu inter­nationalem Weltruhm seltenen Ausmaßes; dokumentiert durch die Ehrenmitgliedschaft bei 35 wissenschaftlichen Körperschaften diesseits und jenseits der Ozeane do­kumentiert durch zahlreiche in- und ausländische Orden, dokumentiert endlich durch einen unaufhörlichen Zur ström aus vielen Ländern, von jubelnden Dankbriefen für seine Rettertaten. Und alt dies nur durch die eigene Leistung und kein anderes Sprungbrett als die des eigenes Genies und Charakters. — Es war beileibe kein Glanz und Ruhm einer Tagesgröße, der rasch ver­blaßt. Es wav im tiefsten Sinne die Erfüllung jener Goetheschen Forderung: „Denn wer den Besten seiner Zeit genug getan, der hat gelebt für alle Zeiten."

Das darf man wohl einem Forscher zubilligen, der nach einem jahrelang beispiellos zäh und folgerichtig geführten Ringen dem Tod zwei seiner tückischsten Mi- krobenwaffen endgültig aus der Hand geschlagen hat. indem er für die mörderischen Toxine des Diphterie- und Tetanusbazillus die Antitoxine entdeckte und rich­tig anzuwenden lehrte. Dabei war er einen Weg ge­gangen, den er der Natur abgelauscht hatte durch die Beobachtung in ungezählten Tierexperimenten, daß das Blut — dieser „ganz besondere Saft" — in seinem Blutserum die Abwehrstoffe gegen die krankmachenden Ausscheidungen eingedrungen«! Bazillen selbst bildet. Das darf man ihm um so mehr wegen der unschätzbaren Folgen seiner Entdeckung und Lehre zubilligen, Einmal hat seine daraus von ihm wissenschaftlich und technisch entwickelte Heilmethode, die „Blutserum-Therapie", seit rund einem halben Jahrhundert Millionen Kinder aller Völker einem grausamfrühen Diphterietvde und Hun­derttausende von verwundeten Soldaten aller Armeen einem quallvollen Wundstarrkrampftode entrissen. Zum zweiten hat er durch seine Erkenntnisse die wissen­schaftliche Möglichkeit dafür gebahnt, auch andere In­fektionskrankheiten auf analoge Weise entweder zu hei­len oder ihren Ausbruch vorbeugend zu verhüten. Und drittens hat seine Idee und ihre Tatwerdung das Durchschnittslebensalter des Kulturmenschen — ein Be­streben aller Hygiene und ärztlichen Mühen seit alters her — in erheblichem Maße heraufgesetzt. Die Gesamt­leistung dieses einen Mannes Emil von Behring. —

Darum hatten sich zum Goldenen Jubiläum seiner Blutserum-Therapie am 4. Dezember 1940 die Ver­treter von Deutschland und von 23 Nationen aus drei Erdteilen in Marburg an der Lahn zusammengefunden, um dort an der Stätte seines langjährigen Wirkens als Forscher und Lehrer dem Genius eines Behring zu huldigen. Darum sind damals aus gleichem Anlaß

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Bei einem deutschen Zerstörerangriff auf einen für Murmansk bestimmten Geleitzug wurde ein 10 000- BRT.-Transporter mit wertvollstem Kriegsmaterial versenkt.

Die britische Zerstörungswut richtete sich in Lübeck ausschließlich gegen historische Kulturdenkmäler und Wohnviertel der Hansestadt.

Im Auftrage Churchills wendet Cripps gegenüber Indien wieder einmal die alte britische „Zuckerbrot- und-Peitsche"-Täktik an.

Die Japaner wollen Schonan, das frühere Singa­pur, zum Zentrum ihres Schiffsbaues ausgestalten. Der Leiter des Reichsverbandes der deutschen Presse, Wilhelm Weiß, begeht heute seinen 50. Geburtstag. Der Führer und der Reichsmarschall sprachen Gene­ralfeldmarschall Milch zu seinem 50. Geburtstag Glückwünsche aus.

Zum Appell des Reichsmarschalls betr. Mithilfe in der Landwirtschaft erließ der Reichsernährungs­minister Ausführungsbejtimmungen.