Ausgabe 
(30.3.1942) Nr. 89
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parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zrcien Hansestadt vremen

Anzeigen - Gr undpreise:

Die 1 ww hohe und 22 wm breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 wm breite und 1 mm hohe Zeile imT'^'teil 75-S?//. Ermaß. Grundpr. (für Klein- u. Fami'lienanzeig. u.a.) sowie sonstige Beding. Preisliste 9 Nachlaßstasfel O. Geschäftsstellen: Bremen: Geeren 6/8, Ruf 219 31; Nachtruf und sonntags 2 47 65; Obernstr. 86, Ruf 219 31; Syke: Mühlendamm 2; Pr.-Hemelingen: Bahnhofs- 6, Ecke Poststr., Ruf 4 34 58; Br.-Vegesack, Nohrstr. 24, Ruf 4 u. 8; Br.-Blumenthal: Kpt.- Dallmann-Str. 41/43, Ruf 88 u. 89

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkünöungsblalt des Neichsstatchaktecs in Oldenburg und Vremen

Nr. 89 , 12. Zrchrgang

Montag. Z6. Mür; 1942

kinzelpreis 13 Nps.

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Neuer deutscher broßerfolg im sitlantlk

wieder 16 feindliche Handelsschiffe mit 110 606 VM. vor Noofeoelts liir versenkt

Noch ein Irumpf aus St. Nazaire

Verlogene Berichte nach der Riesenblamage

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

ckr. V. sck. Berlin, 28. März. An zwei aufeinander­folgenden Tagen erklangen an dieser Wochenwende die deutschen Siegesfanfaren durch den Aether. Einmal kündeten sie den vernichtenden Abwehrsieg gegenüber dem ersten Versuch einer von Churchill unternomme­nen „Maisky-Offensive", um dann wieder einen stolzen Angriffserfolg unserer Unterseeboote im Nordatlantik und vor der amerikanischen Küste zu melden.

Datz ein Unternehmen, von dem sich Churchill doch immerhin einen gewissen propagandistischen Erfolg ver­spräche» haben muh, Anlag zu einer deutschen Sonder­meldung geben sollte, das war gewiß nicht im Sinne des Erfinders. Heute ist sich die ganze Welt, wie das . von überall kommende Echo zeigt, darüber einig, daß Churchill eine Verzweiflungsaktion gestartet hat, die in einer siirchterlichen Blamage und in einer Offenbarung britischer Ohnmacht enden mutzte. Mit boshaftem Spott schreibt eine spanische Zeitung, die im übrigen die Kennzeichnung als „Maisky-Offensive" aufgreift, datz es die Engländer bei ihrem Landungs­unternehmen einmal den Japanern nachmachen wollten, datz sie aber die Generalprobe so schlecht bestanden hätten, datz die Deutschen nur den einen Wunsch äußern könnten, die Engländer möchten den Versuch möglichst bald wiederholen.

Auch in England selbst scheinen einige Leute das unangenehme Gefühl zu haben, einem ganz bösen Rein­fall gegenüberzustehen. Kürzlich hat es der australi­sche Ministerpräsident Curtin Herrn Churchill bestätigt, datz er darum so viele. Dummheiten mache, weil er sich zu oft nur von politisch propagandistischen Motiven bei strategischen Entscheidungen leiten lasse. Die Vermu­tung ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dah die militärisch verantwortlichen Stellen, als sie dem Drän­gen Churchills nachgaben, die Verrücktheit seiner Ideen nachweisen wollten. Dah das Unternehmen zu einer so vollkommenen Katastrophe führen würde, das haben aber auch sie wohl nicht erwartet. In der ersten Mel­dung, die das „Hauptquartier der kombinierten Kräfte" herausgab, wurde der Angriff auf St. Nazaire nur an­gedeutet und eine weitere Mitteilung für den Zeit­punkt in Aussicht gestellt, „an dem die Streitkräfte zurückgekehrt sein würden". Nun wartete man in Eng­land und wohl ebenso in Moskau und Washington in höchster Spannung auf einen stolzen Erfolgsbericht. Man wartete vergebens. Zunächst brachte nach vielen Stunden der englische Nachrichtendienst die Wieder­holung der ersten knappen amtlichen Meldung, aber diesmal schon fehlte die Ankündigung weiterer Berichte. Eine englische Nachrichtenagentur sah sich sogar ver- anlaht, die deutsche Sondermeldung ohne ein Wort des Kommentars wiederzugeben.. Schließlich scheint Chur­chill Anweisung gegeben zu haben, die Niederlage ir­gendwie in einen Erfolg umzufälschen. Viele Stunden nach der Veröffentlichung der deutschen Sondermeldung ließ Reuter sich so vernehmen: „Von St. Nazaire kam die Meldung, datz die Ueberfallstreitkräfte wohlbehal­ten vom Angriff zurückkehren. Zusätzliche Einzelheiten werden bekanntgegeben, sobald die Rückkehr der Streit­kräfte erfolgt ist."

So hat Churchill der Niederlage noch eine weitere Blamage hinzugefügt, indem er wieder einmal einen klassischen Beweis für die Verlogenheit der amtlichen britischen Kriegsberichterstattung lieferte. Tatsache ist, datz nicht eines der Schiffe, die in die Loiremündung eingedrungen waren, den Weg zurückgefunden hat. Zurückkehren konnten nur Einheiten des britischen Zer­störerverbandes, der in Wartestellung lag, um die britischen Schnellboote und Kanonenboote nach voll­brachter Tat in seinen Schutz zu nehmen und zu seinem Schrecken erkennen muhte, datz statt der erwarteten eigenen Schisse deutsche Torpedoboote zum Angriff vor- stiehen. Die deutsche Wacht am Atlantik hat den Desperadostreich Churchills wie einen nächtlichen Spuk

SchonLunker vor Nordamerika erledigt

kin harter Schlag für die ölversorgung der USff.

Hem kiikrerksiiptqusrtier,29. klsrr. Va8 Oberkommando äer ^Vekrmackt Zibt bekannt: Im Xampk ßeZen üie briti8cbe unei ameriks- ni8cke Ver8or8un888cbi!kakrt erhielten 6eut8cks Unterseeboote neue grobe Lrtolge. 8ie verrenkten im t^orUstlsntik unü vor Oer smerikani8cben Kü8ts 16 keinkilietie IIanriel88ckiHe mit 110 600 SK?., «iarunter sckt grobe Tanker

mit 73 900 »k?.

Zur vorstehenden Sondermeldung wird vom Oberkommando der Wehrmacht noch mitgeteilt: Besonders hervorzuheben ist die große Zahl und Tonnage der versenkten Tanker, die fast aus­schließlich vor der amerikanischen Küste vernichtet wurden. Dies hat eine weitere erhebliche Verschär­fung der ohnehin schon beträchtlichen Tanker­knappheit der Vereinigten Staaten zur Folge. Durch diese erneuten Tankerverfenkungen ist die Oelversorgung der Industriezentren im Nordosten

der Vereinigten Staaten, die durch den Tanker­verkehr aus den Golfhosen gespeist wird. wiederum schwer getroffen worden. Seit dem ersten Auf­treten deutscher Unterseeboote vor den Küsten Nordamerikas hat sich d "it bei der Bekämpfung der amerikanischen und britischen Versorgungs- schisfahrt die Gesamtversenkungszisfer in den ver­schiedenen Seegebieten im Atlantik auf fast 1,3 Millionen BRT. und die Zahl der versenkten Tan­ker aus 73 erhöht.

flm Nordkap schlug unsere Luftwaffe zu

kin Zerstörer und vier Handelsschiffe bombardiert - der wehrmachtsbericht

Aus dem Führerhauptquartier, 2g. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Aus der Halbinsel Kertsch zerschlugen deutsche Kampf­flugzeuge feindliche Panzeransammlungen. Bei Luftan­griffen auf das Hafengebiet von Now oro sij sk wur­den Bombentreffer aus zwei Handelsschiffen sowie in Eisenbahnanlagen erzielt, Im Donez-Eebiet wiesen deutsche und rumänische Truppen an einzelnen Stellen starke feindliche Angriffe ab. Auch an verschiedenen Ab­schnitten der übrigen Ostfront setzte der Gegner seine erfolglosen Angriffe fort. In den harten Abwehrkämpfen wurden dem Feind wieder hohe blutige Verluste zuge­fügt. Im Seegebiet des Nordkap beschädigte die Luftwaffe einen Zerstörer und vier Handelsschiffe eines stark gesicherten Geleitzuges durch Bombenwurf. Der Hafen von Murmansk wurde bei Tag und Nacht mit Bomben belegt. — In Nordafrika beiderseitige Spähtrupptiitigkeit. Erfolgreiche Luftangriffe richteten sich gegen die Festung und den Hasen von Tobruk sowie gegen britische Kraftsahrzeugkolonnen und Zeltlager. Auf Malta wurde vor allem die Staatswerft von La Valetta bombardiert. — An der KanalkLste schössen deutsche Jäger aus einem feindlichen Verband sieben Jagdflugzeuge ab. Westlich St. Nazaire versenkten Kampfflugzeuge bei Tage im Tiefangriff ein britisches Schnellboot. Pritsche Bomber griffen in der letzten Nacht einige Orte im norddeutschen Küstengebiet an, vor allem die Stadt Lübeck. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Nachtjäger, Flakartillerie und Marineartillerie schössen zwölf der angreifenden Bomber ab."

Zu dem heute gemeldeten deutschen Luftangriff im Seegebiet des Nordkaps wird vom Oberkommando der Wehrmacht mitgeteilt: Deutsche Kampfflugzeuge sichte­ten bei bewaffneter Aufklärung über dem Nordmeer in den Nachmittagsstunden des Sonnabends einen Ee-

leitzug. Im Schutze eines Kreuzers und mehrerer Zer­störer^ liefen einige Handelsschiffe mittlerer Tonnage in mäßiger Fahrt auf Ostkurs. Trotz heftiger Schnee­schauer griffen die deutschen Kampfflugzeuge an. Ein Handelsschiff von 4000 BRT. erhielt eine 10-Zentner- Bombe auf das Heck Ein Zerstörer, der die Flugzeuge heftig beschütz, wurde ebenfalls von 500-Kilogramm- Bomben am Heck getroffen und erheblich beschädigt. Bei dem am Abend fortgesetzten Angriff auf den Ge- leitzug erzielten deutsche Sturzkampfflugzeuge, die nach der Aufklärungsmeldung des Nachmittags ge­startet waren, weitere Treffer auf zwei Handelsschiffen. Ein Frachter von 6000 BRT. erhielt zwei Volltreffer mit 500-Kilogramm-Bomben. die mittschiffs und am Bug detonierten. Es wurde beobachtet, wie sich das Heck des schwer beschädigten Schiffes aus dem Wasser hob. Ein Frachtdampfer von 6000 BRT. wurde eben­falls durch zwei Treffer am Heck beschädigt. Eines der getroffenen Schiffe muhte aufgegeben werden und strandete.

Me Insel Suursaari von den sinnen erobert

Berlin, 28. März. Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, wurde am 27. März die im Fin­nischen Meerbusen gelegene Insel Suursaari von den finnischen Truppen erobert. Nach planmäßigem Aus- marsch begann um 4 Uhr morgens der Angriff. Den finnischen Truppen gelang es, das Westuser der Insel in überraschendem Angriff zu nehmen. Von hier aus wurde die weitere Eroberung der Insel fortgesetzt. Der Feind leisttete in ausgebauten Feldstellungen starken Widerstand, der jedoch von den finnischen Truppen ge­brochen wurde. Dir Bolschewisten wurden geworfen und vernichtet. Zersprengte feindliche Teilkräfte wurden aus ihrer Flucht durch Flugzeuge verfolgt.

zerstieben lassen, und die europäische Presse, wie es die Zeitung „Madrid" ausdrückt, erst recht zu der Ueber­zeugung von der llneinnehmbarkeit des europäischen Kontinents gebracht.

Einen geradezu bejammernswerten Eindruck macht das Gestammel der englischen und nordamerikanischen Presse im Zusammenhang mit der Maisky-Offensive von St. Nazaire. Der Sender London will in dem Unternehmen tatsächlich ein „ermutigendes Zeichen des offensiven Geistes" erblicken, um aber im gleichen Atem­

zug zu bekennen: „Wir sind noch weit davon entfernt, die allgemeine Seeherrschaft, die wir im vergangenen Herbst noch hatten, wiederherzustellen." Diese Seeherr­schaft ist nicht zum geringsten Teil durch die fortgesetzten und gesteigerten Angriffe der deutschen U-Boote er­schüttert worden, deren Wirksamkeit durch die Conder- meldung am Sonntag noch einmal besonders unter­strichen wird. Die nervöse Angst und die verzweifelte Wut der Ohnmacht gegenüber diesen steigenden Erfol- (Fortsetzung auf Seite 2)

Stilblüten -er Newvorker Zeitung „Vallg News"

»Mae flrtkur nächster prSfiSentschaktskan-war" — Noosevelt kerr über alles prlvaleigenlum — Volschewisterungsmetlioben

lm Weißen Sans — flmerikanische Kontrolle über Südafrika

, Drahtbericht unseres Vertreters

rä. Stockholm, 29. März. Die Beliebtheit Mac Arthurs ist in den Vereinigten Staaten gegenwärtig so groß, datz in der Newyorker Zeitung „Daily News" bereits die Frage ausgeworfen wird, ob Mac Arthur nicht die besten Aussichten habe, bei den Wahlen 1844 zum Präsidenten der Be einigten Staaten gewählt zu werden. Durch seine Wahl würde dem amerikanischen Volk Gelegenheit gegeben, die Dankbarkeit der Nation s!) zum Ausdruck zu bringen. Die Zeitung erinnert daran, datz es. für die amerikanischen Republiken Brauch ge­wesen sei, siegreiche Heerführer (!) mit den höchsten Aemtern zu belohnen. Ein Brauch, der sich früher als außerordentlich segensreich erwiesen habe. Zum Beweis werden Namen wie George Wafhington, Anderw Jack­son, die ihre Truppen 1812 zum Siege über die Eng­länder führten, ferner Tailor, der Sieger im mexikani­schen Kriege 1847, sowie nach dem Bürgerkrieg als Prä­sidenten heroorgetretene General Mayes Eurfield, Harris»« und Oberst Theodore Noosevelt genannt. Für Mac Arthurs Präsidentschaft ist nach amerikanischer Auffassung nur noch ein Hindernis vorhanden: Die Un­gewißheit, ob der Krieg 1844 für die Vereinigten Staa­ten wirklich zu Ende sein werde. Sollte aber dies der iai«. so hält mnu es für äußerst

datz man Mac Arthur Gelegenheit geben wird, zu zei­gen, daß er fähig ist, als Staatsmann ebenso weise zu werden, wie er als — flüchtender (!) — Soldat tüchtig war.

Wie eine schwedische Meldung aus Newyork besagt, hat Mac Arthur in der Gunst des amerikanischen Volkes plötzlich — doch wahrscheinlich nur vorübergehend — einen starken Konkurrenten erhalten, den Negerboxer 2oe Louis, der augenblicklich genau so beliebt sei, wie General Mac Arthur. — Die voreilige „Daily News" vergessen ein zweites und wesentlich wichtigeres Hinder­nis für die Präsideiztschaftskandidatur Mac Arthurs: Ihr beliebter Genial müßte erst zeigen, datz er siegen kann. Während Mac Arthur als möglichen Präsidenten bereits Vorschußlorbeeren gegeben werden, baut Roose- velt seine Stellung als USA.-Diktator systematisch weiter aus. Wie der englische Nachrichtendienst meldet, unter­zeichnete er am Sonnabend ein Gesetz, das ihm für die Zeit des Krieges außerordentliche Vollmachten gibt und ihm alles das zuschanzt, wonach er sich seit langem sehnte. Er darf auf Grund des neuen Gesetzes über sämtliches amerikanisches Eigentum verfügen. Seit Cripps die bolschewistische Tour eingeschlagen hat, glaubt Noosevelt anscheinend auch nicht mehr zurückstehen zu kÄMM.

In Kapstadt rechnet man mit der Ankunft „ständiger amerikanischer Wirtschaftsdelegierter", die in -Roose- velts Auftrag eine Gleichschaltung der südafrikanischen Wirtschaft mit derjenigen der USA. vorbereiten sollen. Ein Vertreter des Amtes für wirtschaftliche Krieg­führung in Washington bereitete schon dieser Tage auf die amerikanischen Absichten vor und erklärte, die USA. zeigien ein großes Interesse an einer Steigerung der südafrikanischen Produktion von kriegswichtigen Rohstoffen wie Chrom, Asbest und Kupfer usw. Gleich­zeitig will man Mittel und Wege finden, um die von der südafrikanischen Union benötigten Erzeugnisse in dem erforderlichen Maß zu liefern, aber da m»n nicht einmal so rasch, wie es nötig wäre, nach Australien liefern kann, wird Südafrika wohl lange warten müssen. Datz die amerikanische Diplomatie ihre Politik der Nutzbarmachung Südafrikas mit Nachdruck verfolgt, kann man aus der Aeußerung eines offiziellen ameri­kanischen Sprechers entnehmen, wonach in diesen Fra­gen bereits eine ständige enge Fühlungnahme zwischen dem Amt für wirtschaftliche Kriegführung und Ver­tretern der südafrikanischen Union bestehe. In dem großen südafrikanischen Hafen Durban, dem einzigen, der im Bereich des Indischen Ozeans über ein großes Dock verfügt, sitzen schon seit Monaten Vertreter der

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Englands Kräfteschn" nd im Persischen Golf

k. dckll. „Ein russischer Hafen im Persischen Golf würde selbst in Friedenszeiten ein Element der Un­ruhe hereinbringen. Ich würde den englischen Mini­ster, der sich solcher Zulassungssünde schuldig machte, als Verräter brandmarken!" Diese Feststellung traf vor genau einem halben Jahrhundert der britische Politiker Lord Curzon tn seinem Werk „Persien und die persische Frage". Der Minister aber, den er mit rücksichtsloser Schärfe im voraus als Verräter brandmarkte, heißt Winston Churchill! Dem derzeiti­gen englischen Premier und Totengräber des Empires nämlich blieb es vorbehalten, der Regierung in Teheran im Verein mit dem Kremlbönzen Stalin unter den üblichen Earantiebet-euerungen den Schutz der Interessen Irans seitens Großbritanniens und seiner Verbündeten auszuschwatzen, um das „beschützte" Land dann einschließlich der nördlichen Gestade des Persischen Golfs — den Sowjetrussen preis­zugeben. Wohin es führt, wenn ein Land sein Schicksal in irgendeiner Form den Machthabern des Bolschewismus und ihren plutokratischen Kumpanen anvertraut, dafür liefert Iran in diesen Wochen ein erschreckendes Anschauungsmaterial: Mit dem sowjet- rusfischen Militär drangen zugleich die Mordgesellen der GPU. in das von den Sowjetrussen überlassene Ge­biet, und die politischen Kommissare des Räte-„Bundes" hatten nichts Eiligeres zu tun, als sich der wichtig­sten Verwaltungsstellen des Staates zwischen dem Irak und Afghanistan zu bemächtigen.

Neben diesem Prozeß der Bolschewisierung Irans verdient im Raume des Persischen Golfs der Vor­gang des Zurückweichen-, Englands vor seinen blutbefleckten Bundesgenossen besondere Beach­tung. Das einst so stolze Älbion räumt hier kampf­los eine der wichtigsten seiner bisher zäh verteidigten Positionen auf dem Weg nach Indien. Man mutz das britisch-russische Ränkesprel um Persien bis in das vorige Jahrhundert zurückversolgen, um in vollem Um­fang ermessen zu können, welche Machtstellung England infolge seiner wachsenden inneren Schwäche jetzt auch im w e st l i ch e n Vorfeld Indiens aufgibt. Als Ruß­land nach der Jahrhundertwende seine politische, militärische und wirtschaftliche Vormachtstellung in Nordpersien mit teilweisem Erfolg auch auf die Rand­gebiete des Golfes westlich der Ormus-Straße auszu­dehnen versuchte, war es kein geringerer als der damalige britische Außenminister Lord Lansdowne, der im Oberhaus die unzweideutigen Worte an Pe­tersburg richtete: „Ohne Zögern sage ich. wir würden die Einrichtung einer Flottenstation oder eines be­festigten Punktes im Persischen Golf durch irgendein« Macht als eine sehr schwere Bedrohung britischer Interessen betrachten, und sicher würden wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln einem solchen Versuch Widerstand leisten!"

Wiederholte britische Flottendemonstrationen an der Küste von Bender Abbas bis El Kuweit haben jener schroffen Orient-Politik Londons gegenüber Rußland seinerzeit den militärisch-protzenden Nachdruck gege­ben. Nach der Unterzeichnung des Petersburger Ver­trages von 1907, der lediglich den nördlichen Teil Persiens als russisches Interessengebiet gelten ließ, während die südliche Einfluß-Sphäre ausschließlich England überlassen blieb, beantworten die britischen Staatsmänner alle auf Südpersien gerichteten Peters­burger Expansionsbestiebungen mit lebhaftesten diplo­matischen Protesten. 2m besonderen wußte die Lon­doner Regierung während der Jahre innerpolitischer Gärungen in Persien die von Rußland geplanten. Interventionen rechtzeitig zu durchkreuzen, wobei sie ihre eigenen Truppen skrupellos über die vertraglich festgelegte Einflußgrenze hinaus in Marsch setzte.

Als das Zarenreich im ersten Weltkrieg zusammen­brach, glqubte das habgierige Albion die Gelegenheit wahrnehmen zu können, sich als politischer und wirt­schaftlicher Kontrolleur in ganz Iran aufzuspielen. Persien wurde unter englischen „Schutz" gestellt — wie es schon damals in der verschleiernden Sprache des Londoner Plutokratenkonzerns hieß. Hinsichtlich der

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Im Nordatlantik und vor der amerikanischen Küste versenkten unsere U-Boote erneut 18 feindliche Han­delsschiffe mit 110 6VÜ BRT., darunter 8 Tanker. Am Nordkap bombardierte unser« Luftwafse erfolg­reich einen Zerstörer und vier Handelsschiffe.

Auf der Halbinsel Kertsch wurden feindliche Panzer­ansammlungen zerschlagen.

Die Finnen eroberten die Insel Suursaari.

Heute wird Eeneralfeldmarschall Milch 50 Jahre alt.

Westlich des Jrawadi kam es zu Bajonettkämpfen zwischen Japanern und Chinesen.

Für den geflohenen Mac Arthur wird in USA. jetzt sogar schon die Reklametrommel für seine Her­ausstellung als Präsidentschaftskandidat gerührt.

Der Tag der Wehrmacht nahm auch in Bremen einen außerordentlich volkstümliche» Verlaus. Italien siegte im Eishockey-Länderkampf gegen Deutschland 2:1.

In der Lettow-Vorbeck-Kaserne boxte die HJ. mit der Wehrmacht für das WHW.

Der Kraftsportverein „Simson" veranstaltete ein Turnier mit Ringern aus der KdF.-Stadt, Han- nov« und Breme».