Ausgabe 
(23.3.1942) Nr. 82
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

» !

^Erscheint7mal wöchentlich

Monatsbezug E 2J0 elnschl. Zu­stellgebühr: PostbezugSpreiS monatl. 2,30 E (einschl. 30,1 ^ Post- ' zeitungsgebühr) zuzügl. 42 ^ Be­stellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Ems GmbH., Bremen, Geeren 6P. Fernspr. 21931, Nachtr. u. Sonnig. 24765. Sprech;.: Verlag: werktl. 1213 Ubr: Schviftleitung: Diens­tag und Fre' 'g 12V-13V- Uhr.

parteiamtliche Tageszeitung

vas flmtsblott des Negierenden Vürgermtzisters der Zrcien fjansestadt Vremen

W

An? esg e n - Grundpreise;

Die 1 oaro hohe und 22 mw breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 73 mm breite und 1 oam hohe Zeile ImTertteil 75 Ermaß. Grundpr. (für Klein- u. Familienanzeig. u. a.) sowie sonstige Beding. Preisliste S Nachlaßstassel S. Geschäftsstellen: Bremen: Geeren 6^8. Ruf 21931? Nachtruf und sonntags 2 47 K5? Obernstr. 86. Ruf 219 31? Ehke: Mühlendamm 2? Br.-Hemelingen: Bahnhosstr. K, Ecke Poststr., Ruf 4 34 58? Br.-Vegesack. Nohrstr. 24, Ruf 4 u. 8? Br.-Blumenthal: Kpt.- Dallmonn-Str. 4^1^43. Ruf 88 u. 89

Nr. 82 , 12. Jahrgang

Montag, 2Z. März 1S42

der Nationalsozialisten Vremens

flmllicheü verkündungsblatt des Neichsstatthalters in Oldenburg und vremen

kinzelprels 15 Npf.

Euch sei heilig ^as Neich!

Neichsfeiee zur Verpflichtung Lee Jugend - erbebende wecheftunde im Veutschen Vpernliaus in verlin

Liebe und Lreue zum sülzrer

Berlin, 22. März. Im ganzen Eroßdeutschen Reich begingen am Sonntag die 14jährigen Jungen und Mädel in festlicher Weise denTag der Verpflichtung der Jugend", an dem sie im zweifachen Sinne in einen neuen Abschnitt ihres Lebens eintreten. Hunderttausende wenden sich nach der Zeit der Geborgenheit im Eltern- hause, nach der Zeit des Lernens dem Berufe zu» wäh­rend ein kleinerrer Teil noch die letzten Klassen der höheren Schulen weiter besucht. Alle aber treten an diesem Tage aus den Reihen des Jungvolkes und des Jungmädelbundes über in die Hitler-Jugend und in den Bund Deutscher Mädel.

Die Reichsfeier zur Verpflichtung der Jugend fand am Sonntagoormittag in Berlin im Deutschen Opern­haus statt. Auf diese Feier richteten sich die Augen aller gleichaltrigen Jungen und Mädel im Reich, denen sich in diesen Tage» ebenfalls das Tor zum Land der Zukunft auftut. Mit den erwartungsvollen Jungen und Mädel waren Eltern und Erzieher gekommen, um gemeinsam miteinander diese weihevolle Stunde zu be­gehen. Reichsjugendführer Axmann und der stell­vertretende Gauleiter des Gaues Berlin, Staatsrat Eörlitzer, ergriffen hier das Wort zu flammenden Appellen. Die Anwesenheit führender Männer von Partei, Staat und Wehrmacht, unter ihnen der Stabs­chef der SA. Viktor Lutze, Gauleiter Stuertz, der Reichssportführer von Tschamme.r und Osten, der Kommandant von Berlin, Generalleutnant von Hase, und der Polizeipräsident von Berlin Graf Helldorff» unterstreicht die Bedeutung dieser Feier­stunde für die Jugend.

Gegen ^411 Uhr war der Zuschauerraum ^des Deut­schen Opernhauses bis auf den letzten Platz gefüllt, während sich vor dem Theater viele Hunderte von Jun­gen und Mädeln drängten, um die Anfahrt des Reichs- jugendsührers zu erwarten. Bei seinem Eintritt in das Opernhaus begrüßten den Reichsjugendführer Fanfa- renrufe. Zur Rechten und zur Linken der Bühne grüß­ten Fahnen der HJ. und der Partei. Auf der Bühne hatten Jungen und Mädel des Verpflichtungsjahrgan- ae? Ausstellung genommen. Eine Jntrade für Orgel führte in die feierliche Stimmung dieser Stunde ein. Das gemeinsame LiedDeutschland, heiliges Wort"

leitete über zu einem Führerwort. Der ChorLand, mein Land", vom Mozckrtchor und der Rund- sunkspielschar der BerlinerHit Her-Ju­gend vorgetragen, bereitete die

Anspräche des stelln. Vauleiters Vörllher

vor. In seinen auf die Jugend abgestimmten Worten wies der stelln. Gauleiter darauf hin, daß in dieser Stunde viele Tausende anderer Jungen und Mädel zu gleichen Feiern vereint seien. Er erinnerte an die glück­lichen Jahre der Jugend, die in dieser großen Zeit auch schon vom Ernst des Krieges überschattet würden. Was die Jungen und Mädel zum Teil auch ohne wirkliches Bewußtsein erlebt hätten, die Vorgeschichte des Krieges, zeichnete stellv. Gauleiter Eörlitzer in großen Zügen, wobei er des Führers Friedensbemühungen nachdrück­lich hervorhob. Ihr stellte er gegenüber das Unver­ständnis und die Unversöhnlichkeit unserer Feinde. An­gesichts der großen Vergangenheit unseres Volkes und der gewaltigen Anforderungen^ der Gegenwart richtete Staajsrat Eörlitzer an die nunmehr ins Lebön tre­tende Jugend einen eindringlichen Appell, ihrem Volk gegenüber allezeit freudig ihre Pflicht zu tun. Aufge­schlossenen Herzens folgten die Jungen und Mädel die­

sen Worten des Hoheitsträgers. Nach seiner Rede stimmte das Orchester des Gebietes Sachsen der HJ. unter Stabführung des Hauptgefolgschaftsführers Dr. Walter Meyer-Eiesow Ludwig van Beethovens dritte Leonoren-Ouvertüre an, deren feierliche Klänge über­leiteten zu der

Nede -es Neichsjugen-jülirers flrmann

In seiner Rede an die zur Verpflichtung angetrete­nen 14jährigen Jungen und Mädel sagte Reichsjugend- fiihrer Axmann» daß diese Jugend heute in Dankbar­keit ihrer Lehrer gedenke, die ihnen viel gegeben und sie bis zum heutigen Tage geleitet haben. Der erste sichtbare Zeitabschnitt des Lebens liege hinter ihr, und vor ihr weite sich das große Land der Zukunft. Die mei­sten würden nun in den Beruf eintreten. Es gelte» die Tradition fortzuführen und dem Ruf neues Leben zu schenken, der den deutschen Arbeiter zum besten der Welt erhoben hat.

Der Reichsjuaendführer wLrdigte die Hoffnungen und Erwartungen, die die Jungen und Mädel mit dem heutigen Tage an ihre Zukunft knüpfen. Sie tuen es mit Recht, denn im Deutschland Adolf Hitlers sei für jeden Tüchtigen der Weg nach oben frei. Jedem, sagte ^Fortsetzung auf Seite 2)

Berlin, 22. März. Der japanische Vormarsch auf Neu-Guinea dauert an. Schnelle japanische Abteilungen erreichten einen Punkt, der nur etwa lüv Kilometer von Port Moresby, der Hauptstadt von Papua, entfernt ist. Die japanische Luftwaffe belegte am 29. und 21. März wiederum die militärisch wichtigen An­lagen von Port Moresby, Somerset in Nordaustra­lien und Port Darwin mit Bomben. In Port Darwin wurde ein feindliches Handelsschiff mittlerer Größe in Brand geworfen.

Während die japanischen Truppen auf Neu-Guinea in raschem Vormarsch die strategisch wichtigen Punkte

Starker einsah der Luftwaffe

24 Nachfchubjiige der Sowjets schwer getroffen Sl bolschewistische slugreuge vernichtet

Aus dem Führerhauptquartier, 22. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Aus der Halbinsel Kertsch wurden erneute Angriffe des Feindes abgewiesen. Auch «an mehreren Abschnitten der übrigen Ostfront lebhafte beiderseitige Gesechtstätigkeit, Angriffsunternehmungen deutscher Truppen waren er­folgreich. Die Beschießung kriegswichtiger Anlagen in Leningrad wurde mit beobachteter Wirkung fort­gesetzt. Die Luftwaffe bombardierte die Hasenanlagen von Kertsch und griff vor allem im Donezgebiet, im mittlere» Abschnitt der Ostfront sowie südlich des Jlmensees mit starken Kampf- und Jagdsliegrrkräf- ten wirksam in die Erdkämpfe ein. Bei Luftangriffen aus Eisenbahnanlagen wurden 24 Nachschubzüge der So­wjets schwer getroffen und große Zerstörungen in Aus- ladebahnhösen verursacht. Am gestrigen Tage verlor der Feind an der Ostfront 51 Flugzeuge. An der Swir- Front zerstörten finnische Luftstreitkräste am 29. März motorisierte feindliche Kolonnen.

Japaner WO Kilometer vor Port Moresbp

Neu-6uineo in flufruffr kopjjäser plündern die Plantagen

bedrohen, ist unter den kriegerischen Eingeborenen der Rirseninsel, den dunkelhäutigen Papuas, ein Aufruhr ausgebrochen. Zwischen den einzelnen Stämmen sind blutige Fehden entbrannt, jedoch richten sich die. Ge­waltakte der Eingeborenen auch gegen das Leben und Eigentum der dort lebenden Engländer und Australier. An verschiedenen Orten wurden australische Polizei­abteilungen überfallen und niedergemacht. Die britische Kolonialpolitik, die sich auf brutaler Unterdrückung und Ausbeutung der Bevölkerung gründet, hat also auch auf Neu-Guinea in der Stunde der Gefahr die Bewährungs­probe nicht bestanden.

Wie sechs Bergleute, die von ihren Arbeitsplätzen in der Nähe des Flusses Scpik im australischen Mandats­gebiet geflohen waren, einer Agenturmeldung aus Fort Moresby zufolge berichten, toben zwischen den dortigen Kopfjägerstämmen erbitterte Kämpfe. Nach einem ja panischen Luftangriff gegen Madang und andere stenplätze sei die australische Zivilverwaltung zurück­zogen worden und die Eingeborenen hätten sofort die Gelegenheit ergriffen, die alte Streitaxt wieder auszu- graben. In den dichten Urwäldern am Sepikfluß be­kämpften sich die Eingeborenenstämme mit Blasrohren, Bumerangs und ähnlichen Waffen. Die alten Kopfjag­den schienen wieder aufzuleben, und es sehe ganz so aus, als wenn die Streitigkeiten sich immer mehr auch auf andere Gebiete Neuguineas ausbreiteten. Weiter wird gemeldet, daß die Eingeborenen auch auf den Plantagen plündern und rauben und die Gebäude zer­stören. Die wenigen Engländer und Australier, die überhaupt noch in den erwähnten Gegenden zurückblic­ken, seien ernsten Gefahren ausgesetzt. Irgendwelche Nachrichten über ihr Schicksal seien bisher nicht einge­gangen. Die wilden Gebirgsstamme sollen sich mit den Kannibalen des Flachlandes vereinigt haben und nun gemeinsam eine systematische Plünderung der Planta­gen begonnen haben. Dir Behörden bezeichneten diese Eingeborenen-llnruhen als völlig unerwartet und sehr ernst. (Siehe auch Seite 2)

In Nordafrika wurden britische Kräfte bei dem Versuch, in die deutsch-italienischen Stellungen einzu­brechen, zurückgeworfen. Durch Bombenvolltrefser und Beschüß mit Bordwaffen wurde eine größere Anzahl britischer Panzerspähwagen und Kraftfahrzeuge vernich­tet, zwei Batterien außer Gefecht gesetzt ünd mehrere Flugzeuge am Boden beschädigt. Auf Malta griffen starke Verbände deutscher Sturzkampfflugzeuge während des ganzen Tages militärische Anlagen der Insel an. Hierbei wurden die Flugplatzanlagen von La Ve- nezia schwer getroffen und sechs britische Flugzeuge am Bodeiz zerstört. Vier weitere feindliche Flugzeuge wurden in Lustkiimpfen abgeschossen. Im Mittel­meer griff ein deutsches Unterseeboot einen gesicherten britischen Geleitzug an und versenkte vor Sollum einen Zerstörer der Jerois-Klasse. Bei den Unternehmungen gegen feindliche Kriegs- und Transportschiffe vor der Cyrenaika hat sich das Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Kraus besonders ausgezeichnet."

kine Woche härtesten kampseinsahes an der Ostfront

Sie KeeresverbSnde bei flbwehr und flngriff von der Luftwaffe wirkungsvoll unterstütz! fluch in Nordafrika

Berlin, 22. März. Nach den beim Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden Meldungen haben die Kämpfe an der Ostfront in der vergangenen Woche wiederum hohe Anforderungen an die deutschen Trup­pe» gestellt. Wenn auch im Süden der Ostfront di« Kälte vorübergehend nachließ, so war doch insbesondere im mittleren und nördlichen Frontabschnitt die Kampf­tätigkeit durch strengsten Frost, eisige Schneestürme und meterhohe Schneeverwehungen behindert.

Der Schwerpunkt der Kampfhandlungen dieser Woche lag im Südabschnitt der Front. Auf der Halbinsel Kertsch setzten die Bolschewisten ihren Großangriff fort, der die ganze Woche über andauerte. In fester Wasfenkamerad- schaft mit rumänischen Verbänven wurden alle Angriffe unter schwersten Verlusten für den Gegner und unter Abschuß von über 299 Panzern abgewiesen.

An der ostwärts T a g a n r o gS t a l i n o verlau­fenden Front herrschte nur geringe Kampftätigkeit. Im Donezgebiet kam es dagegen verschiedentlich zu leb­haften Kämpfen, die teils durch vergebliche feindliche Angriffe, teils durch eigene erfolgreiche Angriffsunter­nehmungen ausgelöst wurden. An der ostwärts Char^ kow verlaufenden Front wurde der Feind in heftigen Kämpfen nach Abwehr seiner für ihn verlustreichen An­griffe zurückgeworfen. "An diesen Kampfhandlungen waren rumänische und ungarische Verbände erfolgreich beteiligt. Im mittleren Frontabschnitt erforderten die Kampfhandlungen infolge der großen Kälte und des tiefen Schnees höchste Anstrengungen von den Kampf­und Versorgungstruppen. Tag und Nacht nutzten die Nachschubwege freigeschaufelt werden, um bei dem stän­

digen Wechsel von Angriff und Abwehr die eigenen ört­lichen Angriffsunternehmungen erfolgreich, durchführen zu können. Alle feindlichen Angriffe wurden unter hohe »Verlusten an Menschen, Panzern und Mate­rial aller Art abgewiesen. Im Nordabschnitt fan­den slldostwärts und nordostwarts des Jlmensees er­folgreiche Abwehrkümpfe statt. An der Einschließungs­front von Leningrad wurden fast täglich Rüstungs­werke, Wersten und Flugplatzanlagen von der deutschen Heeresartillerie wirkungsvoll beschossen. An der finnisch­karelischen Front und in Lappland waren deutsche Truppen in engster Waffenkameradschaft mit finnischen Verbänden bei örtlichen Kämpfen erfolgreich.

Die deutsche Luftwaffe unterstützte durch Bomben- und Tiefenangrisse wirksam die Heeresverbände bei ihren Abwehr- und Angriffskämpfen. Besonders auf der Halbinsel Kertsch, vor Sewastopol und am Jlmen- see griffen die deutschen Sturzkamps- und Kampfflug­zeuge erfolgreich in die Abwehrkämpfe ein, zerschlugen Bunker, Panzer, Truppenansammlungen und Bereit­stellungen und entlasteten -so die schwer kämpfende In­fanterie und schufen die Voraussetzung für erfolgreiche deutsche Angriffshandlungen. Große Erfolge hat die deutsche Luftwaffe bei der Bekämpfung der bolschewisti­schen Nachschubstraßen, Eisenbahntransporte und der Hafenanlagen mit den in ihnen ankernden Schiffen von Noworossijsk und Sewastopol gehabt. 386 bolschewistische Flugzeuge wurden in der vergangenem Woche ver­nichtet.

Auch an der Cyrenaika-Front wurden in der abge­laufenen Woche die regen Aufklärungsvorstöße der deutsch-italienischen Verbände an der ganzen Cyre­naika-Front fortgesetzt. Verbündete Aufklärungs­trupps stießen von der Küste bis in die Sahara hinein

und hatten wiederholt Berührung mit dem Feind. Während die deutsch-italienische Aufklärung ihre befoh­lenen Räume erkundete und die feindlichen Bewegun­gen beobachtete, versuchten die Briten ihrerseits einen Aufklärungsvorstoß, der jedoch sofort von deutschen vor­geschobenen Kräften aufgefangen und zurückgeworfen wurde. Dabei erbeuteten die deutsch-italienischen Trup­pen elf Geschütze und machten eine Anzahl Gefangene. Die deutsche Luftwaffe 'unternahm im gesamten Mjt- telmeergebiet und in Afrika weiter erfolgreiche An­griffe gegen feindliche Schiffsbewegungen und Trup-- penansammlungen. Fortgesetzte Störangriffe gegen die britische Versorgungsschisfahrt, di« von deutschen Unter­seebooten wirkungsvoll unterstützt wurden, verhinderten die regelmäßige Landung von feindlichem Nachschub. Während deutsche Kampfflugzeuge vor Tobruk ein feindliches Handelsschiff durch Volltreffer schwer beschä­digten, so daß es in Brand geriet, versenkten deutsche Unterseeboote vor Tobruk und nördlich Sollum einen britischen Frachter von 8000 BRT. und ein weiteres feindliches Handelsschiff.

Deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge führten heftige Angriffe gegen britische Zeltlager und Panzer­ansammlungen in der Cyrenaika und zersprengten wie­derholt feindliche Bewegungen. Besonders heftig waren die Luftangriffe gegen die britische Jnselfestung Malta. In rollenden Einsätzen bombardierten Kampf- und Sturzkampfflugzeuge La Valetta und La Venezia. Neben Hafenanlagen und ankernden Schiffen waren die ge­samten Flugplatzanlagen der Insel Tag und Nacht das Ziel der deutsch-italienischen Flugverbände. In den Lust- kämpfen über dem afrikanischen Kriegsschauplatz sowie über den Mittelmeergebieten erwiesen die deutsch- italienischen Verbündeten erneut ihre lleberlegenheit und schössen 28 britisch» Flugzeuge ab.

2eeoeUa-e»e MLsiaae«

Auch die Hoffnung auf die Sowjets vergeblich

xst. Berlin» 22. März. Als die schleichende Krise in London in ihrer vollen Entwicklung sichtbar^ wurde, trat dies in den sich immer stärker häufenden kritischen Be­trachtungen der Londoner Presse zutage, die sich von Betrachtungen ähnlicher Art in früheren Episoden Churchillscher Ablenkungsmanöver von erlittenen Nieder­lagen dadurch unterschieden, daß sie hemmungslos und ausweglos in ihrer Gesamttendenz waren. Denn der Ausweg in die Volschewisierung unter Cripps erwies sich erst nachträglich als ein doppelt deutliches Zeichen der Unfähigkeit, die Krise zu meistern. Die gleiche Er­scheinung tritt nun in dem weiteren Fortschreiten der Krise des Empire ein, in der zugleich mit notwendiger Folgerichtigkeit auch die psychologische Auseinander­setzung zwischen dem Erbschleicher Roosevelt und dem bei lebendigem Leibe beerbten England nicht ausbleibt, denn nichts anderes ist der Streit Churchill Curtin im Falle Casey. Daß diese Verschiebung 'auf die Ebene zwischen dem einstigen Mutterland und dem nunmehr endgültig abgesprungenen Tochterland Australien ein­getreten ist, ist nur ein Beweis mehr dafür, in welch fortgeschrittenem Grad sich die Abhängigkeit Englands von den USA. bereits befindet.

Eine ganze Reihe von Meldungen des Tages unter­mauern diese grundsätzliche Feststellung. Sie reihen sich aneinander und ergeben, mosaikartig zusammengesetzt, ein deutliches Bild von der schleichenden Krise Eng­lands und der Unfähigkeit seiner Verbündeten, ihm wirklich aussichtsreiche Hilfe' zu leisten. Da ist zunächst eine späte Erkenntnis derDaily Mail", daß England nach dem Zusammenbruch des Völkerbundes sich auf die französische Armee verließ, nachdem es bereits vorher trotz Millionen von Arbeitslosen, nichts tat, um sein Imperium richtig zu entwickeln.Heute baue es auf die Armeen der Sowjets, aber auch diese würden nicht aus­reichen zum Sieg." Diese Erkenntnis derDaily Mail" trifft sich mit hier und da auftauchenden Feststellungen in London und Newyork, daß nun ganz sichtbar die sowjetische Offensive stecken geblieben sei und daß man mit Unruhe der künftigen Entwicklung im Osten ent­gegensieht Bezeichnend' ist dabei die heute zum ersten­mal auftauchende Feststellung von dem Reuterkommen­tator Annalist, daß die plötzlich chinesischen Urhebern in die Schuh? geschobenen Versionen, daß die Sowjetunion doch bald mit den Japanern anbinden möchte,auf eine Fehlbeurteilung der gesamtstrategischen Lage beruhen". Nachdem man nun längere Zeit mit dieser Illusion ge­arbeitet hat, möchte man sie also jetzt gern schleunigst wieder verbannen.

Von ganz besonderem Interesse erscheint ein von einem us.?amerikanischen Rundfunkkommentator von Lon­don aus nach Rückkehr von einem dreimonatigen Aufent­halt in den USA. gegebenes Stimmungsbild, was man so alles in den USA. über England denkt. Er baut eine Reihe kritischer Fragestellungen auf, die, im Grunde nichts anderes sind, als eine Zusammenfassung der Fol­gen der ununterbrochenen Kette von Niederlagen Eng­lands in diesem Krieg und der sich daraus ergebenden schleichenden Krise. Im einzelnen lauten die Fragen unter anderem:Besteht für Amerika überhaupt eine Hoffnung, einen wirklichen Beistand im Laufe des wei­teren Krieges von England zu erhalten, nachdem es England in zweieinhalb Jahren-nicht gelungen ist, irgendwelche Erfolge zu Lande oder zur See zu er­ringen? Warum behält man dreieinhalb Millionen in England, wenn man sie so notwendig im ganzen Empire braucht? Warum war England nach zweieinhalb Jahren Krieg nicht imstande, Singapur zu verteidigen? Wird Churchill auf Grund der letzten britischen Streitigkeiten abgesetzt werden? Warum waren die Engländer bei Be­ginn der Feindseligkeiten (der Amerikaner läßt höflicher­weise noch die Zwischenbemerkung aus:Die die Eng­länder selbst ohne Notwendigkeit mit ihrer Kriegser­klärung herbeigeführt haben") so schlecht ausgerüstet? Warum greifen sie so wenig an? Warum haben die Australier und die Neuseeländer die Hauptkämpfe ge­liefert?"

Nach dieser Fülle von Ohrfeigen kommen einige ver­bindliche Worte zur Vertröstung der Londüner, die der amerikanische Sprecher vor allem darin findet, daß er zugibt, daß inzwischen wohl die Amerikaner eingesehen

MI»II»III»IIU»IIIIII»»III»»MI»IMIIMIII«»MIIIII»IIIUIIIIIIMMIMMMMNI»

Ilnssr

Der Feind setzte seine Angriffe auf der Halbinsel Kertsch erfolglos fort.

Italienische U-Bootjäger versenkten im Mittelmeer vier englische U-Boote.

Die Japaner stehen auf Neu-Guinea bereits 199 Kilometer vor Port Moresby.

Reichsjugendsührer Axmann sprach in Verlin an­läßlich der Feiern zur Verpflichtung der deutschen Jugend.

Durch amtlichen Erlaß wird der Personenreisever- kehr bei strengen Strasvorschristen einschneidenden Beschränkungen unterworfen.

In der Glocke fand die feierliche Verpflichtung der Bremer Hitler-Jugend statt.

Werder schlug Wilhelmshaven 95 im Kampf um die Bereichsmeisterschaft mit 6:1.

Hannover 38 und Eintracht Braunschweia trennten sich 1 : 1 .

Im Tschammerpokal siegte der Bremer Sportverein mit 12:9 über Stern.

Die erste Vorrunde zur Box-Eaumeisterschast wurde in Bremen gestartet.