Erscheint 7mal wöchentlich
Monatsbezug 2,30 einschl. Zustellgebühr- Postbezugspreis monatl. 2,30 E seinschl. 80.1 ^ Post- zeitungsgebühr) zuzügl. 42 Bestellgeld. Bezugspreis Ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Ems GmbH., Bremen. Geeren 6/8. Fernsp'r. 21931, Nachtr. u. Sonntg. 24765. Sprechz.: Verlag: werktl. 12—13 Uhr: Schriftleitung: Dienstag und Fre'''g 12'/e—13Vs Uhr.
vmiiri ZMnli
parteiamtliche Lageszeitung
Vas flmtsblott des Negierenden vürgermeistcrs der Zrcien fjansestadt vremen
W
Anzeigen » G rundpreises
Die 1 mw hohe und 22 nun breite Zeile im Anzeigenteil 13 H/. Die 78 ww breite und 1 mm hohe Zelle imTertteil 75 Ermüß. Grundpr. (für Klein- u. Familienanzeig. u. a.) sowie sonstige Beding. Preisliste 9 Nachlaßstaffel O. Geschäftsstellen: Bremen: Geeren 6/8. Nus 219 31; Nachtruf und sonntags 2 47 65; Obernstr. 86, Nus 219 31; Shke: Mühlendamm 2; Br.-Hemellngen: Bahnhofstr. K. Ecke Poststr., Ruf 4 34 58; Vr.-Vegesack, Nohrstr. 24, Ruf 4 u. 8; Br.-Vlumenthal: Kpt.- Dallmonn-Slr. 41/43. Nuf 88 u. 89
der Nationalsozialisten Vremens
flmtliches verkündungsblatt des veichsstattifalters in Oldenburg und Vremen
Nr. 80 , 12. Zalirgang
Sonnabend, 21. März 1942
kinzelpreis 15 Npf.
lhurchills letzter Kramps um stuftralien
Noosevelt übernimmt die Negierungskontrolte im „fünften krdteil"
Kampflfüstne tlzurchill — turtln
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung'
Sr. sek. Berlin. 2V. März. Lakonisch kurz, aber gleichzeitig weltpolitisch höchst bedeutsam ist eine Meldung, die der Londoner Sender verbreitet: „An der
letzten Sitzung des australischen Kriegskabinetts nahm zum ersten Male auch der Vertreter der Vereinigten Staaten, Wassermann, teil." Nach der Uebernahme des militärischen Kommandos über Australien durch den Fluchtgeneral Mac Arthur mäht sich nun Roosevelt auch die politische Kontrolle über die australische Regierung an. Daß dabei ein Jude als Willensvollstrecker des Erbschleichers erscheint, war kaum anders zu erwarten. Dieser Krieg hat ja seinen letzten Ursprung im Rachedurst und im Weltherrschaftsanspruch des Judentums.
Es kann auch niemanden in Erstaunen setzen, wenn jetzt berichtet wird, und zwar bezeichnenderweise aus englischer Quelle, daß sich die in Australien eingetroffe- nen amerikanischen. Soldaten dort in ganz grobschlächtiger Weise als die Herren des Landes aufführen. Da erwies sich, so erzählt Reuter, ein Bomberflugzeug als zu grotz, um die Docktore passieren zu können. Der australische Hafenbeamte riet zum Auseinandernehmen des Flugzeuges. Aber der amerikanische Offizier ließ einfach die Docktore entfernen. Als in einer anderen Hafenanlage der Schlüssel zu einem eisernen Tor nicht gleich gefunden werden konnte, ließen die Amerikaner einfach einen Panzer gegen die Backsteinmauer rennen, um einen Eingang zu schaffen. Als ein Truppenstab nicht sofort ein Telefon erhalten konnte, riß ein amerikanischer Soldat einfach einen Apparat aus einer Fernsprechzelle, und ein Stabsoffizier entführte rücksichtslos 19 Autos aus einem Privatgeschäft, als nicht augenblicklich dem Wunsch nach Fahrzeügen entsprochen werden konnte. Diese „Heldentaten" verzeichnen wir, wohlge- merkt, ausschließlich nach englischen Darstellungen- und amerikanischen Renommistereien, die aus diese Weise bekunden wollen, welche Kraftfülle die Boys aus USA.
siir Niederkämpfen von pan;erwagen ...
Berlin, 2Ü. März. Der Führer hat, wie das Oberkommando des Heeres bekanntgibt, die Einführung eines Sonderabzeichens für das Niederkämpfen von Panzer- kampfwagen usw. durch Einzelkämpfer genehmigt. Das Sonderabzeichen wird an Soldaten verliehen, die ab 22. Juni 1941 als Einzelkämpfer mit Nahkampfwagen oder Nahkampsmitteln, z. B. der Panzerbüchse, der Gewehrgranate. der geballten Ladung usw. einen feindlichen Panzerkampfwagen oder ein sonstiges feindliches gepanzertes Fahrzeug im Nahkampf vernichtet oder außer Gefecht gesetzt haben. Für jeden vernichteten Panzerkampswagen wird je ein Sonderabzeichen verliehen. Das Abzeichen besteht aus einem Band in Aluminiumgespinst mit zwei eingewirkten schwarzen Streifen, auf dem die aus Blech gestanzte Silhouette eines Panzerkampswagens in Schwarz angebracht ist. Der Aermelftreifen wird am rechten Oberärmel der Feldbluse getragen. Bei erneuter Verleihung wird ein weiterer Aermelftreifen angelegt. Die Verleihung wird in die Personalpapiere eingetragen.
den kämpf- und siegerprobten Japanern entgegenzustellen haben.
Das Bild rundet sich so: Ein Fluchtgeneral von den Philippinen, ein Jude namens Wassermann und eine zügellose Soldateska, die sogar Reuter als ein Mischmasch von einigen tausend Mann Ersatztruppen charakterisiert, beschlagnahmen das australische Dominion als Erbe aus der Empiremasse, um es für immer zu behalten, wenn es nicht den Japanern gefällt, die Vollstreckungsbeamten und die Söldner Roosevelts zu vertreiben und über den Pazifik zurückzuschlagen.
Daß die konservativen Engländer der alten imperialistischen Schule sich innerlich stöhnend und verzweifelt gegen diese Entwicklung auflehnen müssen, liegt auf der Hand. Offenbar auf das Drängen dieser Kreise hat sich Churchill zu einem Schritt entschlossen, der dazu bestimmt schien, Sand in die Maschinerie der australisch- amerikanischen Zusammenarbeit zu werfen Träger dieser Zusammenarbeit auf australischer Seite war bisher der australische Gesandte in Washington, Casey. Ihn hat nen Churchill veranlaßt, einen Sitz im britischen Kriegskabinett anzunehmen und als Nachfolger Lyttletons
Minister für den Mittleren Orient mit dem Sitz' in Kairo zu werden. So oft früher eine dementsprechende Bitte von der australischen Regierung mit höchster Dringlichkeit ausgesprochen wurde, hat sich Churchill mit Händen und Füßen gegen die Erfüllung gesträubt. Was hat ihn jetzt veranlaßt, seinem immer wieder feierlich bekundeten Grundsatz untreu zu werden? Ganz unzweifelhaft sollte durch die Aufnahme eines Australiers in das britische Kriegskabinett jetzt in der Stunde der höchsten Gefahr noch einmal die Zugehörigkeit Australiens zum Empire unterstrichen und gleichzeitig ein Veto gegen die Bestrebungen eingelegt werden, die auf die amerikanische Vormachtstellung in Australien zielen. Die- ser mit nervöser Ueberstürzung geführte Schlag hat sich als ein Bumerang erwiesen. Der britische Nachrichtendienst behauptete gestern, daß die englische Regierung vorher das völlige Einvernehmen des australischen Premierministers zür Ernennung Caseys erhalten habe. Das war eine glatte Lüge. Wenig später mußte Reuter eine Erklärung Curtins bekanntgeben, nach der dieser im Namen der Regierung gegenüber Casey mit klar-
(Fortsetzung auf Seite 2)
Drahtbericht unterer Berliner Schristteimng
är. v. seb Berlin- 20. März. Die Rede, die dieser Tage Lord Halifax über den Newyorker Rundfunk gehalten hat, liegt uns jetzt im vollen Wortlaut vor. Sie überrascht in ihren Einzelheiten durch die Offenheit, mit der die schweren Folgen der wuchtigen Schläge eingestanden werden, die die deutschen Waffen im Kampf gegen Großbritannien geführt haben. Diese Offenherzigkeit entsprang allerdings einer verzweifelten Zwangslage. Wir sehen Halifax in der jämmerlichen Rolle eines Mannes, der die Aufgabe hatte, auf die amerikanischen Tränendrüsen zu wirken und um Mitleid und um Verständnis für die traurige Lage des Empire zu werben. Zu diesem Zweck hat Churchill, wie Halifax mitteilte, ihm die Erlaubnis gegeben, eine große Anzahl Zahlen zu nennen. Sie sind denn auch danach, wenn Halifax z. B. behauptet, daß von 200 Schiffen in einem Eeleitzug durchschnittlich nur eines einem feindlichen Angriff zum Opfer falle, so ist das echter Churchillschwindel. Aber Halifax mutzte sich dauernd selbst ins Gesicht schlagen, um dem Zweck seiner Rede gerecht zu werden, nämlich dem amerikanischen Volk klar zu machen, warum Englands Beitrag zur Kriegsfllhrung immer dürftiger werden muß. Die Tatsache dieser Ent- schutdigungsrede läßt Schlüsse auf die Stimmung weiter amerikanischer Kreise gegenüber England zu, dem vorgeworfen wird. daß es seine Soldaten untätig auf der Insel sitzen lasse, während an allen Stellen dieses Erdballs die Machtpositionen der Alliierten zusammenbrechen. „Sie müssen sich", io jammert Halifax, „darüber im klaren sein, daß dieie ganzen Kämpfe auf fernen Kriegsschauplätzen zusammenbrechen müssen, wenn wir nicht genug Schiffsraum haben. Die Achse weiß das sehr gut. Tag und Nacht gehe die Schlacht auf allen sieben Meeren weiter. Es ist ein" erbitterter, ruheloser Kampf gegen die Unterseeboote, Ueberwasserkaperschifss und Fernbomber."
Wie dieser Kampf gewirkt hat, das läßt Halifax mit seiner Feststellung erkennen, daß die Mengen an Soldaten und Äusrüstungsgegenständen, die England fortgeschickt habe, „nur" durch den vorhandenen Schiffsraum begrenzt worden seien. Da die ganze Welt weiß, daß England nicht allzu viel auf entlegene Kriegsschauplätze geschickt hat. ist die Schlußfolgerung im Hinblick auf die Schiffsraumnot zwingend. Das Klagelied geht in einem fort: „Die Handelsflotte sei bis zum äußersten angespannt", „es handle sich bei Erfüllung ihrer Aufgaben um eine entsetzlich langsame Angelegenheit", „die Marine habe, man müsse es zugeben, einen hohen Preis bezahlt", aber ihre ungeheure Arbeit „trotz ernster Verluste" nicht aufgegeben.
Auch was Halifax den Amerikanern zur Begründung dieser Notlage und zur Erklärung der zwangsläufigen englischen Zurückhaltung erzählt, ist recht interessant und aufschlußreich. Der Lord klagt über die furchtbare Last, die infolge des Verlustes von ganz Westeuropa im Jahre 1940 auf die englische Handelsschiffahrt gelegt worden sei. Bisher wollte man der Welt einreden, daß die Notwendigkeit für Deutschland, so weite Gebiete besetzt zu halten, für dieses eine schwere Last bedeute, während die Sache für England keine schlimmen Folgen habe. Auch eine andere These muß Halisqx nun preisgeben, die Behauptung nämlich, daß die englische Flotte das Mittelmeer beherrsche und daß umgekehrt die Achsenmächte nicht in der Lage seien, den notwendigen Nachschub für die Truppen in Afrika durchzuführen. Heute muß Halifax zugeben daß der britische Nachschubweg nach Afrika 11 000 Meilen lang geworden ist. Das heißt, daß der Weg durchs Mittelmeer vollkommen ausscheidet und daß nur noch der Weg um das Kap der Guten Hoffnung übrig bleibt. „Uebersehen Sie nicht", so redete Halifax auf sein amerikanisches Publikum ein, „den Unterschied zwischen dem deutschen und dem englischen Nachschubproblem. Die Deutschest können bequem Truppen und Material von Westeuropa in zwei oder drei Wochen nach Libyen überführen. Bei uns nimmt es zwei oder drei Monate in Anspruch, Soldaten und Kriegsmaterial um das Kap nach dem Mittleren Osten zu transportieren." Eindeutiger konnten die deutschen Feststellungen zu dieser Angelegenheit aus englischem Munde nicht bestätigt werden.
Sehr unklug war von Halifax die Behauptung, daß 80 Prozent der britischen Produktion an Kriegsmaterial außer Landes gegangen sei. Was außer Landes gegangen ist. das läßt sich an Hand der erzielten Wirkungen in der allgemeinen Größenordnung annähernd fest- jtellen und man muß von da aus zu Schlußfolgerungen über die Höhe der Gesamtproduktion kommen, die nicht im Sinne der Renommistereien über die phantastische
M»I»»II»»»»N»I»»NII»NN»M»IMIIIIIMIIM»»M»NIIIINIII»»»IIINII»»NM
Vnsvr ^asSsspLosoL
An der Ostfront waren deutsche Gegenangriffe erfolgreich.
Südlich Sewastopol wurde ein großer feindlicher Tanker vernichtet.
Churchills Krampf um Australien ist in sein letztes Stadium eingetreten.
Die Japaner befinden sich im raschen Vormarsch auf Mandalay.
In München wurden die ersten Arbeitsmaiden vom Kriegseinsatz verabschiedet.
Für Urlauber werden neue Reichskarten zum Bezug von Lebensmitteln eingeführt.
Die deutschen Eisenverbände sind auf freiwilliger Grundlage um zwei Jahre verlängert worden. Botschafter Alfieri beendete gestern nachmittag seinen Besuch in Vremen.
Sowjetangriffe erneut gescheitert
kigene flngriffsunternelMungen brachten den volschewisten vernichtende Schlüge
Aus dem Führerhauptquartier, 20. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Auf der Halbinsel Kertsch griff der Feind wieder mit stärkeren Kräften an. Alle Angriffe sind nach hartem Kampf abgewiesen. 28 feindliche, Panzer wurden vernichtet. Südlich Sewastopol wurde am 28. 3. eine großer Tanker durch Lufttorpedotreffer vernichtet. Im Donez - gebiet wiederholten die Sowjets ihre erfolglosen Angriffe gegen die deutsch-rumänischen Stellungen. Ein örtlicher Angriff deutscher und ungarischer Verbände war erfolgreich. Im Abschnitt ostwärts Charkow wurde der Feind nach Abwehr weiterer Angriffe zurückgeworfen und erlitt schwere Verluste. Auch an der übrigen Ostfront scheiterten feindliche Angriffe. Eigene Angrisfsunternehmungen brachten weitere Erfolge. Die Luftwaffe führte vernichtende Schläge gegen Panzer und Truppenbereitstellungen der Sowjets aus der Halbinsel Kertsch und bekämpfte mit besonderem Erfolg Flugplätze und Eisenbahntransporte im mittleren Frontabschnitt. Der Feind verlor gestern 82 Flugzeuge, von denen 42 in Luftkämpfen abgeschossen wurden. Fünf eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück. Die fränkische 46. Infanterie-Division hat seit Anfang Februar zahlreiche Angriffe weit überlegener Kräfte unter hohen blutigen Verlusten für den Gegner abgewehrt und in elf Tagen 182 Panzer vernichtet. In den letzten Tage» hat sich das rumänische Infanterie-Regiment 33 durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet.
Auf der Insel Malta wurden Flugplätze und Flakstellungen bombardiert. Ein deutsches Jagdgeschwader im Mittelmeerraum erzielte mit dem Abschuß von drei britischen Flugzeugen seit Kriegsbeginn seinen 1000. Luftsieg. Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht südlich Portland ein Handelsschiff von 6000 BRT. Zwei weitere
Schiffe mittlerer Größe wurden so schwer getroffen, daß auch mit ihrer Vernichtung zu rechnen ist. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen eine Hafenstadt an der englischen Südküste. In der Zeit vom 10. bis 19. März verlor die britische Luftwaffe 82 Flugzeuge, davon 28 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 16 eigene Flugzeuge verloren."
Berlin, 20. März. Wie das Oberkommando der Wehrmacht weiter mitteilt, hatte die deutsche Luftwaffe am 19. März an der gesamten Ostfront gegen die Sowjets außerordentlich gute Erfolge und unterstützte durch ihren unermüdlichen Einsatz die deutschen Truppen bei der Erreichung wichtiger operativer Ziele. Der Feind hatte durch die kühnen Tiefangriffe der deutschen Kampfflugzeuge, die mit Bomben und Bordwaffen feindliche Truppenansammlungen und marschierende Kolonnen bekämpften. hohe Verluste an Soldaten und Material. Nach bisherigen Meldungen verloren die Sowjets 74 motorisierte und bespannte Fahrzeuge oder Schlitten, 2 Panzer und 3 Geschütze. Vollkommen zerstört wurden 5 Bunker und zwei Munitionslager flogen in die Luft. In dey von feindlichen Truppen belegten Ortschaften richteten die rollenden Angriffe der deutschen Kampfflieger erhebliche Zerstörungen an. Obwohl der Feind mit starkem Jäger- und Fläkeinsatz die starken Angriffe bekämpfte, gelang es ihm in keinem Fall, die deutschen Flieger von ihren Zielen abzubringen. Die deutschen Jäger, die Begleitschutz flogen, stürzten sich auf die sowjetischen Jäger und schössen als überlegene Kämpfer 42 Sowjetflugzeuge in Luftkämpfen ab. Weiter wurden noch 20 Feindflugzeuge, bevor sie zum Einsatz gelangen konnten, auf ihren Flugplätzen 'zerstört. Damit verlor der Feind an einem Tage 62 Flugzeuge, während im gleichen Zeitraum nur 5 deutsche Flugzeuge vom Feindflug nicht mehr zurückkehrten.
Ver vurma Krieg in -er zweiten Plinse
Vormarsch auf Moresby und Man-alay , Verlegene Vgltationsmanöver -er Veiten un- flmerikaner
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
b. Berlin, 20. März. Japanischer Vormarsch an allen Kampfabschnitten, in Burma nach Norden, aus Neu- Euinea weiter auf Port Moresby, Unstimmigkeiten zwischen Briten und Chinesen und zwischen Australien und England, erfundene Seesiege der Alliierten vor Neu-Euinea und tatsächliche Erfolge der Japaner — das sind die kennzeichnenden Merkmale der Situation auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatz. Unterstrichen werden sie durch die Worte des japanischen Majors Nakajima von der Presseabteilung der Armee in Tokio und durch klägliche anglo-amerikanische Meldungen vom Kampf um die Bataan-Halbinsel. Nakajima unterstrich im japanischen Rundfunk, Japan wäre jetzt bereit, „die richtige Schlacht" gegen die Alliierten zu beginnen. Die bisherigen japanischen Siege seien erst die Vorbereitung für die jetzt kommende große Auseinandersetzung gewesen, deren Ziel es sei, England und die USA. zu vernichten. Der USA.-Kommissar auf den Philippinen erklärte, daß die USA.-Truppen die Front wahrscheinlich nicht länger halten könnten, sie gingen auf den Philippinen durch eine Hölle der Qual, nichts könne sie mehr retten, da der Krieg nicht mit „Riesenplänen oder staunenswerten Eoldguthaben" gewonnen werden könne. Seine Worte wurden in dem gleichen Augenblick ausgesprochen, in dem das USA.-Kriegsdeparte- ment bekanntgab, daß auch der Befehlshaber der amerikanischen Flottenstreitkräste aus den Philippinen, Konteradmiral Rockwell, mit General Mac Arthur zusammen nach 9ustralien abgezogen sei. Der fluchtartige Charakter der Reise kann nicht besser unterstrichen werden als durch die kleinlaute Erkenntnis, auf den Philippinen sei mit einer baldigen vollständigen Einstellung des Widerstandes zu rechnen.
Die anglo-amerikanische Agitation bemüht sich nach wie vor, dem zusammengelogenen Bericht des USA.- Marinedpartementes über den „Alliierten-Seesieg vor Neu-Guinea" sensationelle Seiten abzugewinnen. Frllh- jahrsstärkungsmittel, durch Reklametricks erzielt, können jedoch nicht die angstvolle Stimme des neuseeländischen Ministerpräsidenten Fräser übertönen, der es für
vollkommen ausgeschlossen erklärte, den Japanern die Initiative entreißen und selbst in die Offensive übergehen zu können. Dazu bedürfe es einer gigantischen Anstrengung, die jedoch im Augenblick noch nicht geleistet werden könne. Fräser ist vor allem besorgt, weil die an der Nordost- und Südostkllste Neu-Guineas gelandeten japanischen Streitkräfte sich in schnellem Vormarsch auf Positionen befinden, von denen aus Port Moresby bedroht ist. Reuter gibt das Kabel des „Daily-Mail"- Korrespondenten aus Sydney wieder, nach dem die japanischen Truppen im Markham-Tal, 200 Meilen nordwestlich von Moresby, auf die Hauptstadt von Neu- Euinea zu marschieren. Als propagandistischen Gegen- part spinnen sowohl die englischen als auch die amerikanischen Militärbeobachter ihren Faden der Hoffnung weiter, der auf dem zurechtkonstruierten, tatsächlich niemals erfolgten USA.-Seesieq vor Neu-Guinea basiert und Mac Arthur als den fadenscheinigen Helden Nummer zwei. weiter kreiert, der nach seiner Flucht „seine Streitkräfte und eine Offensive, die die Vernichtung Japans mit sich bringen werde, vorbereite".
Der ganze Zorn gilt den burmesischen Aufständischen, die sich den Japanern angeschlossen haben und die von der „Times" und den übrigen Londoner Blättern mit wütenden Worten bedacht werden. Beleuchtet wird diese Situation durch britische Berichterstatter in Mandalay, die telegraphieren, daß der Burma-Krieg in seine zweite Phase getreten sei. General Alexander habe seine Truppen von Thagawaddy zurückgezogen, um alles auf die Verteidigung von Mandalay zu konzentrieren. Man sei im hastigen Ausbau von Flugplätzen begriffen. Auch USA.-Flieger seien eingetroffen» um an der Verteidigung Indiens teilzunehmen.
Der „Times"-Vertr?ter in Mandalay nennt weitere Niederlagengründe: Panik und Schwäche an der inneren Front. Vor'Ausbruch des Krieges habe man keine Anstrengungen gemacht, um die Massen aufzuklären aus Furcht, daß die Bevölkerung von Panik ergriffen werden könnte. Diese trat nunmehr natürlich erst recht ein, als nach Ausbruch der Feindseligkeiten japanische Bombenangriffe gegen Rangun und andere
Städte begannen. Der Befehl zur Evakuierung Ran- guns binnen 48 Stunden sei eine einfach grauenerregende Aktion gewesen. Die Leute waren vollkommen verstört und stürzten aus ihren Häusern die oft ihr ganzes Eigentum darstellten. Unvergleichliche Szenen spielten sich an den Bahnen ab, wo sich das Volk vor den Flüchtlingszügen nach Burma drängte.
Aufschlußreich sind ferner die Zwistigkeiten zwischen Wavell und Tschiangkaischek. Wavell legte bei dem Tschungking-Eeneral Protest fein, weil dessen Truppen nicht schnell genug herangekommen seien. Tschiangkaischek erwiderte, daß die britischen Truppen sich zurückgezogen hätten, ohne auf die chinesischen Truppen, die zu ihrer Unterstützung kommen sollten, zu warten. Politische Beobachter, die diese Berichte kommentieren, sagen, daß Wavell wiederum die traditionelle britische Politik, andere für das britische Empire kämpfen zu lassen, befolgt und versucht habe. die Truppen Tschiang- kaischeks in den Kampf in Burma hineinzulocken, daß aber als Folge der zerschmetternden Niederlagen am Sittang-Fluß und an der Pegu-Front Wavell den britischen und indischen Sreitkräften den Befehl erteilt habe, Rüngun aufzugeben, bevor die Tschungking- Truppen eintrafen. Als Tschiangkaischek den Entschluß faßte, Truppen nach Burma zu senden, war seine Absicht, die Burma-Straße als Versorgungsroute für Tschungking zu sichern. Da Tschiangkaischek jedoch die Möglichkeit einer Vernichtung der chinesischen Truppen in Burma voraussah, befahl er ihnen, an der Grenze von Burma und der Mnnan-Provinz haltzumachen, wodurch Wavell zu seinen heftigen Protesten veranlaßt wurde.
Reuter glaubt jetzt, daß die Japaner immer noch Rangun als Hauptquartier für ihre Offensive gegen Norden benutzen, während die ersten japanischen Truppen in Vassein, im Delta des Jrawadi-Flusses, eingetroffen sind. Das zahlenmäßige Uebergewicht der Japaner in Burma sei noch nicht aus der Welt geschasst, so daß die Japaner, ohne große Eefechtberührung zu finden, entlang den Flüssen gegen Prome und Tongo vorstoßen könnten. Die Schlacht um die Straße von Mandalay stehe nun bevor.