Ausgabe 
(20.3.1942) Nr. 79
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

SrsAeint7malw!!ch entllch

Monatsbezug E 2L0 einschl. Zu­stellgebühr: Postbezugspreis monatl. 2,30 E (einschl. 30.1 ^ Post- zeitüngSgebühr) zuzügl. 42 ^ Be­stellgeld. Bezugspreis Ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Ems GmbH.. Bremen, Geeren 6^8. Fernspr. 24931, Nachtr. u. Sonntg. 24765. Sprechz.: Verlag: werktl. 1213 Uhr? Schri'ftleitung: Diens­tag und Fre''>g 12Vr13Vr Uhr.

vrmci ZMna

parteiamtliche lageszeitung

vas flmtsbiatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen

A nzeigep - Grundpreksei

Die 1 mw hohe und 22 nun breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 mm breite und 1 mm hohe Zeile imTertteil 75 Ermüß. Grundpr. (für Klein- u. Aamilienanzeig. u>a.) sowie sonstige Beding. Preisliste S Nachlaßstasfel O. Geschäftsstellen: Bremen: Geeren 6/8, Nuf 219 31- Nachtruf und sonntags 2 47 65- Obernstr. 86. Ruf 219 31, Gvke: Mühlendamm 2, Br.-Hemelingen: Bahnhofs». 6. Ecke Poststr., Nuf 4 34 58, Vr.-Degesack. Nohrstr. 24« Nuf 4 u. 8, Br.-Blumenthal: Kpt.» Dallmann-Slr. 41^43. Nuf 83 u. 89

der Nationalsozialisten Vremens

flmtiiches verkündungsbiatt des Neichsstattstaltecs in Oldenburg und Vremen

Nr. ?9 , 12. Zalzrgang

Lreitag. 20. März 1942

kinzelpreis 15 Npf.

lISst. fordert britische Iruppenoerschiffuiig

Lord ffakifar bittet um gutes Wetter

jedoch nicht zur Verschiffung englischer Streitkriifte

Nundsunkrede an die gankees

Drabtbericht unseres Vertreters

vseb. Bern, 19. März. Während die Verhandlungen des amerikanischen Botschafters in London, Winants, der sich gegenwärtig in Washington aufhält, mit Roose- velt noch nicht abgeschlossen sind, empfiehlt die ameri­kanische Presse verschiedene Möglichkeiten einesbriti­schen Kriegseinsatzes". Der Herausgeber der Zeitung P. M.", Jngersoll, legt den Engländern nahe, unver­züglich Süll llvv Mann Truppen für eine noch zu bestim­mend« Front von der britischen Insel freizugeben.New Park Sun" schreibt, der Durchschnitts-Amerikaner er­kläre heute ganz laut, daß Großbritannien zu viel Trup­pen und zu viel Flugzeuge auf der englischen Insel be­halte, während man diese doch dringend an anderer Stelle gebrauchen könne.

Churchills Sondergesandter in Washington, Lord Halifax, hat sich seinerseits in einer Rundfunkrede an die Bevölkerung der Vereinigten Staaten gewandt und mit besonderer.Betonung hervorgehoben, datz Groß­britannien bereits seit Monaten nicht weniger als 80 Prozent der gesamten Kriegsproduktion und jeden Soldaten, für den der entsprechende Schiffsraum zur Verfügung stand, nach Uebersee gesandt habe. Diese Unterstreichung des englischen Anteils der Kriegs­produktion gerade zu einem Zeitpunkt, da Australien immer stärker von England wegstrebt und sich desto enger an die USA. anschließt, läßt das Bestreben Chur­chills erkennen, bei Roosevelt um gut Wetter zu bitten. Machtpolitisch kann Churchill nach seiner Bankrott-

Ver gestrige wekrmachtsbericht

Aus dem Führerhauptquartier, 18. SMrz. Das Oberkommando der Wrhrmacht gibt bekannt:Auf der Halbinsel Kertsch scheiterten erneute, mit geringe­rer Kraft als an den Vortagen geführte Angriffe des Feindes. Im Donezgebiet schlugen deutsche und ru­mänische Truppen mehrere heftige Angriffe unter hohen Verlusten für den Gegner ab. Eigene Gegenangriff« verliefen erfolgreich. Auch an anderen Stellen der Ost­front sind noch heftige Abwehrkämpse im Gange. In Rordafrika richteten sich wirkungsvolle Angriffe deutscher Kampfflugzeuge gegen militärische Anlagen der Festung Tobruk. Die bei Tag und Nacht fortgesetzte Bombardierung von Flugplätzen der Insel Malta ver­ursachte heftige Brände und Explosionen. Im Mittel- meerraum wurden in Luftkämpfen acht feindliche Flug­zeuge abgeschossen und drei am Boden zerstört. Der Leutnant Strelow, Flugzeugführer in einem Jagd­geschwader. schoß am gestrigen Tage an der Ostfront sie­ben sowjetische Flugzeuge ab."

Mit dem Mtterkreur auSge;eichnet

Berlin, 19. März. Der Führer verlieh das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an: Major Franz Gries- bach, Führer eines Infanterie-Regiments; Hauptmann Franz Klausgraber, Bataillonskommandant in einem Infanterie-Regiment; tt-Obersturmsührer Erwin Meierdreß, Batteriesiihrer in einem Artillerie- Regiment einer tt-Division.

veoorrugt ;um Vberleutnant befördert

Berlin, 19. März. Wie das Oberkommando der Wehrmacht bekanntgibt, ist der am 15. März 1942 im Wehrmachtsbericht genannte Leutnant Spielmann aus Grund seiner besonderen Leistung bevorzugt zum Oberleutnant befördert worden.

pölitik Roosevelt gegenüber keine Forderungen mehr stellen. Diese Zeiten sind vorbei. Darum schickt er nun Lord Halifax vor, der wenigstens einen .Moralisch" begründeten Appell an den Präsidenten im Weißen Haus richten mutz, angesichts der englischen Kriegs- anstrengungen die britischen Ansprüche doch nicht ganz zu vergessen. Daß Lord Halifax im übrigen den Mund reichlich voll nahm, um Eindruck bei den mißtrauischen Pankees zu schinden, nimmt daher nicht wunder, so z. B. wenn er kühn behauptet, die Engländer hätten in den vergangenen Monaten dank ihrer Kriegsanstren­gungen eine halbe Million feindlicher Truppen außer

Gefecht gesetzt und riesiges ^Kriegsmaterial erbeutet. Wo, verschwieg er wohlweislich; denn Phantasieprodukt bleibt Phantasieprodukt. Im gleichen Atemzüge klagte Lyrd Halifax über den Schifssmangel und sagte den Pankees:Sie müssen sich darüber im klaren sein, daß die Kämpfe auf fernen Kriegsschauplätzen zusammen­brechen müssen, wenn wir nicht genug Schiffsraum haben. Die Achse weiß das sehr gut." Die Amerikaner sollen daher mehr Verständnis für Großbritanniens verzweifelte Lage aufbringen. Darum diese.Mischung von Kraftmeierei und flehentlichen Bitten um Berück­sichtigung der britischen Ansprüche.

Vatterle ladt an der Kanalküste

die Kriegsmarine ehrte den Erbauer der gewaltigen Schuhbauten am Kanal und fltlantik

Von O'I'.-Xriegsbericbter Kurt I-sutsrjung

..... 19. März. (?K.) Am Heldengedenktag fand an der Kanalküste eine Feierstunde statt, in deren Ver­lauf eine der schwersten Fernkampfbatterien auf den Namen des Erbauers, Dr. Todt, getauft wurde. Im Schutze einer der Burgen aus Beton und Stahl, die die Geschütze gegen jeden Angriff aus der Lrft oder von der See her unverletzlich machen, hatten Abordnungen aller im Bereich der Kanalkiiste liegenden Einheiten der Ma­rine, des Heeres und der Luftwaffe Aufstellung ge­nommen. In weitem Viereck stand eine Ehrenkompanie der Batterie, und da standen die Frontarbeiter der Or­ganisation Todt, die in monatelangem Einsatz diese ge­waltigen Bauten «ach dem Plane ihres Schöpfers er­richtet hatten. Im Winde bauschte sich ihre Fahne, die goldene Hakenkreuzfahne des nationalsozialistischen Mu­sterbetriebes. Zahlreiche Ehrengäste, hohe Osfiziere aus allen Wehrmachtsteilen und Führer der Organisation Todt, unter ihnen auch der Sohn des verstorbene» Reichsministers, nahmt« an der Feier teil.

Der Marinebefehlshaber Nordfrankreich gedachte zu­nächst der Gefallenen des Krieges.Diese Batterie, eines der schwersten Werke an der Kanalküste wird für immer von den Taten eines Mannes zeugen, dessen wir heute ehrend gedenken wollen." Der Admiral würdigte die unsterblichen Verdienste, die sich Dr. Todt mit der Er­richtung der gewaltigen Schutzbauten für die Kriegs­marine am Kanal und an der Atlantikküste erworben hat. Diese riesigen Bauten sind das unvergängliche Denkmal, däs er sich setzen konnte. Der Admiral taufte sodann auf Befehl des Oberbefehlshabers der Kriegs­marine, Großadmiral Raeder, als Zeichen der Ver­bundenheit des Namens Todt mit der Kriegsmarine die Batterie auf den NamenBatterie Todt". Von der hohen Betonmauer fiel eine Tarnmatte, und in großen Buchstaben aus Beton erschien der Name der Batterie. Der Boden bebte, als die erste Laufsalve aus den Rohren fuhr. Ministerialdirektor Dorsch dankte im Aufträge des Reichsministers Speer für die ausgesprochene hohe An­erkennung. Für die Männer der OT. könne dies nur ein Ansporn sein, im Geiste und in der Haltung un­seres Dr. Todt auf dem Posten zu arbeiten und zu schaffen, auf die sie der Führer stellt.

Ungarns unveränderte poMik

Eine Rede des Ministerpräsidenten Kallai - ep. Budapest, 19. März. 2n der Sitzung des ungari­schen Abgeordnetenhauses hielt der neue Ministerprä­sident Kallai seine programmatische Rede, die er in die Feststellung einmünden ließ, er verkünde das unver­änderte Programm einer unveränderten Regierung. Der Minsterpräsident wies darauf hin, daß Ungarn spä­ter als die meisten europäischen Länder in den Krieg eingetreten sei, und deshalb die Verhältnisse im Lande günstiger erschienen. Von nun an stehe aber auch Un­garn in der Reihe der Länder, die schwere Lasten zu tragen hätten, und diese Lasten müsse die Nation politisch, wirtschaftlich und sozial auf sich nehmen. Alle zur Ver­fügung stehenden Kräfte sollten in den Dienst des Krie­ges gestellt werden, der auch, wie der Ministerpräsident >agte,unser Krieg" sei. Das ungarische Volk kämpfe für ungarische Belange, und jeder müsse sich im klaren darüber sein, daß, wenn auch der Krieg in Entfernun­gen von mehreren tausend Kilometern geführt werde, die ungarische Nation für ihren Bestand und für ihre geschichtliche Existenz kämpfe. In dieser Frage dürfe es zwischen Ungarn keinerlei Meinungsverschiedenheiten geben.

Seit mehr als zwanzig Jahren verfolge Ungarn eine ungebrochene gerade Linie, die nicht konjunkturell, son­dern unabänderlich sei. Die ungarische Nation kämpfe ihrer geschichtlichen Sendung gemäß gegen die Gefahr

des Bolschewismus. Die ungarische Orientierung bedeu­tet zugleich Treue gegenüber den mächtigen Verbünde­ten und Freunden der Nation, und das ungarische Volk kämpfe auf feiten der Achsenmächte für «ine gerechtere Weltordnung und ein neues Europa. Die ungarische Orientierung bedeute ferner Frieden und Verständi­gung mit den Nachbarvölkern des Donautals, damit im Karpatenbecken jedermann Sicherheit und friedliche Ent­wicklung zuteil toerde. In dieser Stellungnahme des Ungarntums könne gar keine Aenderung eintreten, da es sich im Grunde nicht um Politik, sondern um geo­graphische und andere Gegebenheiten handle. Die Poli­tik könne sich ändern, die geographische Lgge aber und die tausendjährige Orientierung Ungarns, die nach sei­nem westlichen großen Nachbarland gravitiere, seien unveränderlich. Der Platz Ungarns sei neben Deutsch­land Und Italien, sowohl heute im Kriege wie auch morgen bei den Friedensverhandlungen und Entscheidun­gen. Im weiteren Verlauf seiner Rede beschäftigte sich der Ministerpräsident mit wirtschaftlichen Fragen und er­örterte in diesem Zusammenhang die von ihm schon an­gekündigte Verschärfung und Beschleunigung der Ent­eignung jüdischen Grundbesitzes, die bereits in Form einer Regierungsverordnung im ungarischen Amtsblatt verkündigt wurde. Die gegenüber dem Judentum bis­her ergriffenen Maßnahmen müßten weitergeführt wer­den, und er betrachte es als eine seiner wichtigsten Auf­gaben, das Judentum, das selbstverständlich eine Rasse sei, auszuschalten.

uvoor Schrecken in Newvork und London

kine krklönmg des fldmirals Stark , kingestandnis der unvermeidbaren Niederlage der fllliierten

i

Pratztbericht unserer Berliner Schriftleitung

xt>. Berlin» 19. März. Während die Briten in Burma mit ihren Plänen doppelt Schifsbruch erlitten haben, seitdem Bassein von den Japanern besetzt ist, und ihre Defensive an der Straße nach Mandalaye sich jetzt schon als vergeblich und zerschlagen erweist, während England in den einschneidenden Versorgungseinschränkpngen die Folgen des Handelskrieges der Achsenmächte eingeftehen muß, und inzwischen auch die USA unter der Zangen- rvirkung der deutschen und japanischen U-Boote an ihrer Ost- und Westküste leiden, hat Knox einen erneuten Jllufionsvorstoß gemacht. Er hat die Behauptung aus­gestellt, daß der Prozentsatz der von U-Booten versenk­ten Schiffe an der atlantischen Küste sehr gering sei, und daß im übrigen die Abwehrmaßnahmen auf dem Gebiet des Küstenschutzes schnell gesteigert würden. Der Mann des 90-Tage-Krieges gegen Japan hat nun einmal Pech. Im gleichen Augenblick, da er dieses Gefasel vom Stapel ließ, hat der ehemalige Chef der Marine der USA., Admiral Stark, in derDaily Mail" die ganze Schwere der Verluste durch die U-Booi-Tätigkeit der Achse und Japans eingestanden. In den Ausführungen kommt geradezu der U-Boot-Schrecken der Alliierten zum Aus­druck. Es verlohnt sich schön, die Ausführungen Starks ,im ihren wesentlichen Teilen im Wortlaut sprechen zu lassen:

Das dringendste Erfordernis für die Alliierten ist heute, mit der U-Boot-Plage fertig zu werden, denn die U-Boote drohen die amerikanische Produktion von ihren Einsatzgebieten in Europa, dem Nahen Osten und dem Pazifik abzuschneiden. Die U-Boote der Achsenmächte operieren in fast allen Teilen der Welt. Ihre Zahl hat sich erhöht. Die ll-Voote sind die Gefahr Nr. 1 für die Alliierten, und Amerika und Großbritannien müssen die größten Anstrengungen machen, wenn nicht der Fall ein­treten soll, daß die große amerikanische Produktion nutz­

los auf den Boden des Meeres versenkt werden soll, ohne zum Einsatz gegen die Achsenmächte zu kommen. Die Engländer waren gezwungen, ihre See- und Lnft- streitträste dünn über viele Fronten hin zu verteilen, während die amerikanische Flotte völlig damit bean­sprucht war, die Alliierten im Pazifik zu unterstützen und die eigenen Gebiete im. Pazifik zu schützen."

Wie dieser Schutz, den Admiral Stark hier vorzu­täuschen beliebt, aussieht, um damit die Niederlagen in Ostasien zu bemänteln, geht aus der Tatsache hervor, daß jetzt die USA. soweit sind, als einzige Operations­basis im gesamten Pazifik im Grunde nur noch Austra­lien zu besitzen, da Hawaii, was nach den Vorgängen des 7. Dezember verständlich ist, als Basis nicht mehr ausreicht. Dies geht aus den Erklärungen eines Kon- greßsprechers der USA. hervor; aber Stark ist im Grunde selbst der Aufsassung, daß nicht einmal die ganz unwirklichen und niemals zu realisierenden Neubaüzif- fern aim dem Roosevelt-Programm in der Lage wären, den Alttierten aus ihrer Tonnageklemme zu helfen. Er sagt abschließend:Acht Millionen Tonnen neuen Han­delsschiffsraumes wollen die Amerikaner in diesem Jahr bauen; aber selbst diese Zahl reicht nicht aus, um die Bedürfnisse der Alliierten zu befriedigen, wenn nicht die U-Voot-Plage beseitigt wird." Die Erklärung Siarks bedeutet das Eingeständnis der unvermeidbaren Niederlage der Alliierten. Im übrigen trifft sich die Er­klärung Starks mit den neuesten Klagen derFinan­cial News" in einem Artikel über die britische Schiffs­raumnot. Das britische Blatt erklärt, daß die Schiffs­raumnot die Frage aller Fragen sei für England und fügt Hinzu, ein zu großes Vertrauen auf die USA. sei gefährlich. Es mahnt zu verstärktem Schiffbau in Eng­land, glaubt aber auch hier die Erwartungen der Bri­ten dämpfen zu müssen mit dem Hinweis, daß England zu Beginn dieses Krieges nicht weniger als 2000 schiffe weniger besaß als zu Beginn 1914.

Angesichts der deutlichen Mahnungen Stalins durch den Mund Finkelsteins, daß England sich nun auch ein­mal rühren müsse, hat nach einem Bericht von Elobe- reuter'über eine Rundfunkerklärung von Halifax in Washington Churchill veranlaßt, nun doch schleunigst der Welt etwas vvst der Bereitwilligkeit der Briten, sich an der Verwirklichung des großen Offensivgeschreis von Washington, London und Moskau, zu beteiligen. Da­bei zeigte sich dann, zu welchem Zweck dieSpezial- unternehmen" an der norwegischen Küste und an der französischen Küste unternommen worden waren, näm­lich, um durch oiefe strategisch bedeutungslosen Ange­legenheiten vor der Welt den Eindruck zu erwecken, als ob Britannien noch zu offensiver Tätigkeit auch in Europe imstande wäre, und zwar in einem größeren Umfang; denn Halifax durste mit Genehmigung Chur­chills ausdrücklich auf dieseSpezialunternehmen" hin­weisen und zugleich ankündigen, daß sie wohl auch noch zunehmen würden. Im übrigen beeilte er sich, schleunigst auf einen anderen Kriegsschauplatz hinzuweisen, den Mittleren Orient, der, wenn er, Halifax, sich nicht irre, einen bedeutenden Raum in den Nachrichten dieses Sommers einnehmen würde.

Ueber die Niederlage Englands in der Luft-Seeschlacht am Kanal hat Attlee als Vertreter von Churchill-Cripps im Unterhaus erklärt, daß die Untersuchung der Vor­gängein keiner Weise irgendeine ernstliche Schwäche bei den britischen Operationen und bei der Zusammen­arbeit der Waffengattungen in diesem Falle ergeben habe". Damit hat Attlee eindeutig eingeftehen müssen» daß England zu einer stärkeren Gegenwehr seiner Flotte und Luftwaffe in diesem Kriege nicht fähig ist, also endgültig auf den einst selbstverständlichen Anspruch der Beherrschung des Kanals vor aller Welt verzichten mußte.

Von

Dr. Hermann V/ancie-isoksok

Dieser Krieg wird nicht nur mit den Waffen der Armeen, sondern auch mit den Waffen des Geistes entschieden. Gegen den anglo-amerikanisch-bolschewisti- schen Block sind die jungen Völker angetreten, die sich als die Retter der wahrhaften europäischen Zivilisation und Kultur berufen fühlen. Europas Zukunft kann nur auf die gesunden Kräfte der arischen Eeisteskultur be­gründet werden. Ein neues Kulturbewußtsein aller kontinentalen Völker wird den geisti­gen Wiederaufbau des Kontinents bestimmen. Wir er­kennen schon mitten im Kriege eine gewaltige Umwäl­zung der geistigen und kulturellen Werte Europas. Die Nationen, die sich um die europäische Mitte geschart ha­ben, sind von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die politische Wiedergeburt des Kontinents die geistige Wiedergeburt zur Folge haben muß.

Alle früheren Versuche einer geistigen europäischen Zusammenfassung scheiterten, weil die Voraussetzungen einseitig doktrinäre und politisch europäfremde waren. Wir wissen heute, daß die frühereJnternationalisie- rung der Kunst" nicht in der Lage war, einen Kunst­geist der wahrhaft schöpferischen Verständigung unter den einzelnen Nationen herbeizuführen. Damals ging es um die Einfuhr und Propaganda liberalen, demokrati­schen, westlichen und vorwiegend jüdischen Ideengutes. Nicht die positiven geistigen Eigenarten einer Nation bildeten die Grundlage eines gesamteuropäischen Kul­turbewußtseins, sondern der Individualismus einer in­ternationalen Beziehungslosigkeit und llnverbindlichkeit war die Parole für Gleichmacherei und Amerikanisie- rung des Geistes. Ädeologen und Demagogen waren die Leiter von internationalen Kulturverbänden, die meist unter jüdischem Einfluß standen. Im Zuge der allgemei­nen .europäischen Demokratisierung des Geistes bildete sich in der Literatur der europäischen Völker ein Hang zur Dekadenz, Verweichlichung und Triebdynamik her­aus, der im engsten Zusammenhang mit den Prinzipien der politischen Zersetzung und Unterwühlung des gesun­den völkischen Bestandes der Nationen stand. Die Hal­tung solcherKulturapostel" war international, nie­mals europäisch zusammenfassend, sie war auf eine de­mokratisch-jüdische Diktatur des Geistes gerichtet, auf eine Desorganisation des Gefühls und Zersplitterung des Geistes. Es gab kein Ordnungsdenken im Sinne eines europäischen Zusammenschlusses der führenden Geister.

Wie anders sieht heute die Situation aus! Der Krieg hat die europäischen Nationen zum Erwachen gebracht. Heute steht der geistige Wille zum Neuaufbau Europas im engsten Zusammenhang mit einer Weltanschauung und politischen Jdeenkraft, die sich auf die schöpferischen Kräfte der einzelnen Nationem selber gründet. Gerade aus der Mannigfaltigkeit dieser positiven nationalen Kräfte entsteht ein europäischer Kunstge i st, der jedem gleichmachenden Internationalismus früherer Prägung in der tiefsten Ausstrahlung geistiger und künst­lerischer Offenbarungen fremd ist. Ein künstlerischer Ge­meinschaftsgeist ist erwacht, der sich gegen jede unifor­mierte Einheitskultur nach Moskauer oder Londoner Muster auflehnt. Die Tatsache, daß europäisches Denken und nationales schöpferisches Gestalten sich nicht aus­schließen, stellt die Voraussetzung dar für die Einigung aller europäischen Völker im Sinne einer Kultur­renaissance des Abendlandes.

Durch die Verbrüderung der Demokratien mit dem kulturfeindlichen Bolschewismus ist dieser Prozeß ein unaufhaltsamer geworden. Europa besinnt sich auf die jahrtausendalte Tradition seiner fruchtbaren geistigen und künstlerischen Taten. Blicken wir auf die Anstren­gungen Deutschlands, diesen europäischen Kunstgeist zu verwirklichen, so finden wir auf jedem kulturellen Sek­tor bereits eine dynamisch? Vorwärtsentwicklung zum europäischen Kulturaustausch. Das litera- rische Leben Europas geht einer neuen, höheren, geistigen Ordnung entgegen. Das prägt sich nicht nur in der Auswahl der Dichter, Schriftsteller, Gelehrten und For­scher aus, sondern auch in der Eigenart der.Stosse und Themen, die auf die geistige Vertiefung der europäischen Nationen abzielen.^ Es ist verständlich, daß Deutschland selbst das beste Vorbild für diese Bestrebungen abgeben muß. Zwischen Deutschland und Italien hat eine wachsende geistige und künstlerische Zusammenarbeit statt­gefunden. Fast auf jedem kulturellen Gebiet haben sich die beiden Nationen freundschaftlich getroffen und der Welt klargemacht, daß die jahrhundertealten künstleri­schen Traditionen der beiden Völker eine gemeinsame Verteidigung der kulturellen Interessen erforderlich machen.

Der kulturelle Gemeinschaftsgeist eines neuen Euro­pas findet sichtbare Manifestationen in den zahlreichen Gastspielen deutscher Künstler in Italien, italienischer Künstler in Deutschland, in der Spielplanpolitik der Theater der beiden Nationen, im Austausch von Wis­senschaftlern und Gelehrtem in der Eröffnung von Kunstausstellungen und in der Errichtung von deutsch- italienischen Kulturgemeipschaften aller Art. Dichtervor. lesungen, Vortragsreisen und Austausch-Rundfunksen-

MIMI»III»M»»III,III»»I»IIII»»II>II»IIIII,,IIII»»,IIN»MNII,»I»ININNI,IIINN,

Vnsor VasosspLossL

Auf der Halbinsel Kertsch und im Donezgebiet scheiterten Sowjetangrisfe.

Die Luftwaffe unterstützte wirksam den Kampf unseres Heeres im Osten.

Die Bombardierung der Flugplätze auf Malta wurde erfolgreich fortgesetzt.

London und Newyork stehen im Zeichen des U-Boot- Schreckens.

Die USA.-Presse fordert von England vergeblich die Verschiffung britischer Streitkräfte für eine noch zu bestimmende Front".

' Die Japaner besetzten mehrere wichtige Inseln der Sundagruppe.

Am K. April treten in der Lebensmittelzuteilung Aenderungen ein.

Der Königlich-Italienische Botschafter Alfieri, der anläßlich der Uraufführung eines Werkes seines Landsmannes Forzano in Bremen weilte» wurde im Rathaus empfangen.