Ausgabe 
(11.3.1942) Nr. 70
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vas Amtsblatt des legierenden vürgermeisters der Zreien fjansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkündungsblatt des leichsstatttialkers in Oldenburg und vremen

Nr. ?0 , 12. Zatzrgatzg

Mittwoch, 11. März 1942

kinzelpreis 13 Npf

feldsteüungen der Sowjets durchbrochen

Unsere U-Vdote versenkten an Dfrikns Westküste vier feindliche Handelsschiffe mit 27 MW VM.

Vorstoß ins kismeer

Äusdem Führerhauptquartier» 1v. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „An j der Ostfront setzte der Feind seine Angriffe auch gestern erfolgios fort. Im mittleren Frontabschnitt durchbrachen Verbände des Heeres und der Waffen-trotz zähen Widerstandes mehrere tiefgegliederte Feldstellungen des Feindes. Die Sowjets verloren am gestrigen Tage 52 Flugzeuge, während nur ein eigenes Flugzeug vermißt wird. Bei einem Vorstoß deutscher Seestreitkräfte in das nördliche Eismeer versenkten Zerstörer bei der Väreninsel ein sowjetischesv Handelsschiff. Im weiteren Verlauf dep Unternehmung wurden drei britische Tor­pedoflugzeuge abgeschossen. — In Nordafrika bei­derseitige Aufklärnngstätigkeit. , Kampf- und Jagd- fliegerkriifte zersprengten britische Truppenansammlun- gen^und griffen Flugzeugstiitzpunkte des Feindes in der östlichen Cyrenaika sowie westlich Alexandrien an. Im Hafen von Tobruk wurde ein größeres Handelsschiff durch Bombenwurf schwer beschädigt. Auf Malta rich­teten Bombentreffer große Zerstörungen in Flugplatz­anlagen an. — Deutsche Unterseeboote versenkten an der Westküste Afrikas vier feindliche Handelsschiffe mit zu­sammen 27 üllü BRT., darunter zwei Tanker. Bri­tische Bomber griffen in der vergangene^ Nacht einige Orte in Westdeutschland an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Ein feindliches Flug­zeug wurde abgeschossen."

Am Montagnachmittag stellten sich deutsche Jäger im belgisch-französischen Küstengebiet einem gemischten briti­schen Flugzeugverband. Die den Verband begleitenden Spitfire wurden in Luftkämpfe verwickelt. Die deutschen Jäger blieben erfolgreich und schössen drei Spitfires ab. Unsere Jagdflugzeuge kehrten ohne Verluste zu ihren Einsatzhäfen zurück.

Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, fetzte im Südabschnitt der Front sowohl an der Front ostwärts Taganrog—Stalino als auch im nördlich da­von gelegenen Donezgebiet der Feind seine Angriffe,

kden schmäht Japan vor dem Unterhaus

b. Berlin, 10. März. In dem Augenblick, in dem Reuter durch eine Sondermeldung verbreiten mußte, daß die Japaner auf Neu-Guinea ein« dritte Landung durchführte», trat das britische Unterhaus zusammen. Niederlagen, Verzweiflung und Ohnmacht bildeten den Hintergrund dieser Sitzung, in "der Außenminister Eden die Japaner schmähte und in der der Kanzler des Schatz­amtes Kiügsley Wood einen Kredit von einer Milli­arde Pfund Sterling verlangte, um England über die Eröffnungsmonate des neuen Finanzjahres hinwegzu- bringen.

Eden verbreitete sich vor dem Unterhaus in ähnlichen Phrasen, wie sie das Oberhaus zur gleichen Stunde zu hören bekam. Er konnte keinen einzigen Erfolg aus­weisen, er konnte nur von Niederlagen berichten, wenn er es gewagt hätte^ über die aktuelle Kriegslage zu sprechen. Außenminister Eden beschränkte sich jedoch darauf, den Japanern Grausamkeiten vorzuwerfen, die von amtlicher Tokioter Seite inzwischen entschieden de­mentiert und als bezeichnend für die moralische Ver­fassung der Urheber dieser Nachrichten erklärt wurden. Eden versichert dem Unterhaus, daß er alles tun würde, um die „japanischen Grausamkeiten in Hongkong" be­kanntzugeben.

Eden versuchte künstlich Stimmung zu machen, eine Haßpsychose zu erzeugen, die vor allem auch dazu dienen sollte, den nachfolgenden betrüblichen Finanzbericht Kingsley Woods vorzubereiten. Während der letzten sechs Wochen beliefen sich die nationalen Ausgaben auf ungefähr 14,5 Millionen Pfund Sterling pro Tag. Und dieser Betrag wird sich in den nächsten Wochen noch er­höhen — das war die Ankündigung des Kanzlers des Schatzamtes. Neben dem Milliardenkredit forderte er einen zusätzlichen Kredit von 250 Millionen Pfund Sterling für Kriegszwecke.

jedoch nicht so massiert wie am Vortage, fort. Alle Angriffe wurden in schweren Abwehr- kämpfen zurückgewiesen. Weitere Bereit­stellungen des Feindes wurden durch gutliegendes Ar- tillerieseuer zerschlagen. Zwei feindliche Panzerzüge, die in den Kampf einzugreifen versuchten, wurden durch Artilleriefeuer wirffach bekämpft. Zum Teil dauern die

UrsrrsvvsäUy bssetrl

In Burma haben die Japaner nach der Besetzung der Landeshauptstadt Rangun die Ortschaft, Tharra- waddy, 100 Kilometer nördlich von Rangun, mit Vorausabteilungen erreicht und besetzt. Tharrawaddy liegt an der Eisenbahnlinie von Rangun. Andere japa­nische Abteilungen stoßen in westlicher Richtung aus den I Hafenplatz Bassein im Jrawadi-Delta vor und haben den Ort Maubin bereits erreicht. Die Kampfhand­lungen am Mittellauf des Sittang schreiten fort. Durch den Fall von Nanguy haben die Japaner wert­volle Kräfte freibekommen, die sie jetzt am nördlichen Sektor der Burma-Front einsetzen können.

Einer amtlichen Meldung ans Rangun zufolge be­wundert die Bevölkerung der Stadt den raschen Vor­marsch der japanischen Armee und freut sich gleichzeitig über die Beseitigung der britischen Gefahr dank der Leistungen der Japaner. Die thailändische Regierung hat sich entschlossen, ab Dienstag drei Tage lang zu Ehren des Falles von Rangun auf allen Gebäuden das Sonnenbanner hissen zu lassen.

Wie den japanischen Militärbehörden in Burma, Domei zufolge, von den Anführern des burmesischen Freiwilligenkorps gemeldet wird, haben Mitglieder die­ser Organisation gleichzeitig mit dem Fall von Rangun großangelegte Angriffe gegen die britischen Truppen in verschiedenen Teilen Burmas begonnen.

Kämpfe noch an. Nach bisheriger Feststellung verlor der Feind bei den Abwehrkämpfen am 8. und 9. März allein 3200 Tote. — Die deutsche. Luftwaffe griff in diesen Kampf erfolgreich ein. An ihrem Einsatz betei­ligten sich auch italienische Jäger, die bei der Abwehr feindlicher Luftangriffe mehrere feindliche Flugzeuge ab­schössen.

Lonnendsnner über Lursbsjs

Die Waffenniederlegung der fast 100 000 Mann hol­ländischer, australischer, englischer und amerikanischer Truppen erfolgte, nach Frontberichten aus Java, ohne Zwischensätze. Die japanischen Truppen rückten inzwischen von Südwesten in Surabaja ein, wo auf allen Gebäuden die Flagge der aufgehenden Sonne ge­hißt wurde.

Van Mook, der stellvertretende Eeneralgouverneur von Niederländisch-Jndien, der bekanntlich von Java aus feige die Flucht ergriff und sich jetzt in Australien aufhält, erklärte, nach einer Meldung des Londoner Nachrichtendienstes, die Absicht zu haben, seine „Reise" nach Washington fortzusetzen.

119 028 6eksn§6ne unü 79 955 Tote

Nach einer Zusammenstellung des Kaiserlichen Haupt­quartiers über die bis zum 7. 3., also in vierteljährlicher Kriegsdauer» auf sämtlichen Kriegsschauplätzen erzielten Ergebnisse (also ausschließlich Java) wurden insgesamt IIS Ü28 Gefangene eingebracht. Es wurden 1182 Flug­zeuge abgeschossen, am Boden zerstört oder erbeutet. Die Veuteziffern schließen 5S2 Panzer. 1404 Geschütze, 4K33 Maschinengewehre, 87 707 Gewehre, 16 543 Kraftwagen, 3110 Lokomotiven, Eisenbahnwagen und anderes rollendes Material ein. Versenkt oder anderweitig zerstört wurden 767 größere und 134 kleinere Schiffe. Der Verlust des Feines an Toten beträgt 7S S55.

„Irauern-e Juden"- in Londons Spielhöllen

Nabbi-örüße aus den Vereinigten Staaten — „Wirbelwind"-7ournee eines Zivilisten

Zerstörungsangriffe gegen Malta fortgesetzt

Unter schwersten deutschen vombenangriffen stiirjten unterirdische Zusluchtvriiume ein

Rom, 10. März. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt: „In der Cyrenaika beider­seitige Spähtrnpptätigkeit und Störungsfeuer. Lust- waffcnverbände bombardierten erfolgreich den Hafen von Tobruk und andere Verkehrsknotenpunkte im feind­lichen Hinterland. Ein Handelsschiff erhielt Treffer. Vier Flugzeuge wurden am Boden zerstört. Eines un­serer Flugzeuge, das im Wehrmachtsbericht vom 9. März als nicht zurückgekehrt gemeldet worden war, ist wieder zurückgekehrt. Lüftwaffenverbände der Achse haben ihre Zerstörungsangrifse gegen Malta fortgesetzt. Sie setzten ein abgestelltes Flugzeug in Brand und erzielten zahl­reiche Treffer aus Hasenanlagen und Flugplätze der Insel. Ein englisches Flugzeug warf planlos Bomben auf Rhodos und Samos. Es wird kein Schaden ge­meldet. Der Feind unternahm auch gegen die Stadt und die Umgebung von Athen einen kurzen Einflug. Zwei Gebäude stürzten ein, zwei Griechen wurden getötet."

Berlin, 10. März. Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, lag die Insel Malta in den letzten 48 Stunden unter schwersten deutschen Bombenangriffen. Kaum waren die Angriffe der Nacht abgelaufen, als in der ersten Morgendämmerung deutsche Stukas über der Insel erschienen und im Sturzflug den Flugplatz Gudia bei klarer Sicht mit Bomben belegten. Acht bis zehn abgestellte mehrmotorige Flugzeuge erhielten Voll­treffer. Die an den Verbindungsstraßen der einzelnen Flugplätze liegenden Abstellboxen wurden von Spreng-, bomben zertrümmert. An vielen Stellen .explodierten Treibstofflager. Flakbatterien stellten unter zerstören­

den Bombenreihen das Abwehrfeuer ein. Auf dem Flugplatz Halfar trafen mehrere Bomben starken Kalibers die Hallen und Unterkünfte. Weithin sichtbare Brände loderten auf den Flugplätzen. In Luca wur­den fünf zweimotorige Flugzeuge am Boden zerstört. Unsere Jäger waren beim Begleitschutz dieser fortgesetz­ten Bombenangriffe überall siegreich. Von den zur Verteidigung aufgestiegenen Jägern konnten in erbit­terten Luftkämpfen ohne eigene Verluste vier Hurri­kane abgeschossen werden, von denen einer bei Halfar in das Meer stürzte, während die anderen -auf Land aufschlugen und verbrannten.

Flugplätze auf Malta und der Hafen von La Va­letta wurden von italienischen und deutschen Bomber­formationen mit noch nie dagewesener Heftigkeit an­gegriffen. Zahlreiche Bomben großen und größten Ka­libers fielen auf die Angriffsziele und verwüsteten und zerstörten Lagerhallen, Depots und Einrichtungen der Flugplätze von Halfar. Mikkaba und La Ve­ne z i a. Mehrere feindliche Flugzeuge wurden am Boden zerstört. Auch im Hafen von La Valetta wurden grüße Vcrwiistnnaen angerichtet Die Lustalarme dau­erten die ganze Nacht hindurch. Sogar unterirdische Zu­fluchtsräume, in denen der Feind Lager eingerichtet hatte, stürzten ein. Brennstoff- und Munitionslager gerieten in Brand. Die Abwehr war heftig, konnte aber die tapferen deutschen und italienischen Flugzeug­besatzungen an der Erfüllung ihrer Aufgaben nicht hin­dern, da sie das Gelände Maltas und die zu treffen­den Ziele schon auswendig keimen und auch die Sicht in dieser Nacht besonders gut war.

Von den ostasiatischen Kriegsschauplätzen

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

b. Berlin, 10. März. Trauernde Juden an der Themse, an die Klagemauern des Tower gelehnt, Trä­nen in den Augen — „welch Emigrantenschicksal"! Es sind dieMeqüisiten aller Emigrantenstories, die dies­seits und jenseits des Ozeans die angelsächsischen Ge­müter belasten und Mitleidstränen, in die Augen schie­ßen lassen, daß die „armen Juden" in Deutschland mit dem gelben Stern umherlaufen müssen, sichtbar gekenn­zeichnet und somit ausgeschlossen aus einer Gemein­schaft, in der sie doch nichts anderes wollen „als nur leben"! — Vor englischen Kaminen und in amerikani­schen Blockhäusern werden diese Themen debattiert und Rabbi Silver, der mundgewandte Wanderprediger der Juden, Vizepräsident der zionistischen Organisation in Amerika und Vorsitzender des vereinigten Palästina- Appells ist Handlungsreisender in diesem Propaganda­artikel. Er kam jetzt in London an, wurde von Chaim Weitzmann, dem Präsidenten der „Jewish .Agency" emp­fangen, produzierte sich dann der Presse und prahlte: „Ich bringe die Grüße des Volkes der Vereinigten Staa­ten an das Volk Großbritanniens". Das sagte der Rabbi und sprach von einer „Wirbelwind-Tournee", die.er durch die britischen Lande unternehmen wolle, um an das jüdisch schlagende Herz des britischen Volkes zu appellieren und gleichzeitig Hilfe zu bringen, Hilfe rn Gestalt einer jüdischen Armee, die wohl ausgerüstet den „Faschisten Deutschlands, Italiens und Japans" den vollkommenen Garaus machen wolle. Es war eine kühne Rede des wortgewandten Rabbis, und viele klatschten Beifall.

Der Rabbi sprach an dem gleichen Tag, an dem die britische Wochenzeitschrift „Truth" den Brief eines Ein­senders aus dem Leserkreis bekam: „Kann man wirklich nicht strengere Maßnahmen treffen gegen die vielen Spielklubs, die, sobald die Polizei auf ihre Spur kommt, ihre Zelte abbrechen und unter einem neuen Deckmantel irgendwo anders wieder auftauchen? Kürzlich waren wieder zwei Fälle zu verzeichnen. Die Angeklagten hie­ßen: „Leibovitch, Levy, Freedmann, Hamburger, Da- costa und Kankns. Ein Kommentar zu diesen erlauchten Familiennamen ist überflüssig und die Abstammung wohl nicht zu bezweifeln. Und doch geschah nichts, ab­gesehen davon, daß den Herren eine Geldstrafe auferlegt wurde. Zwar ging der Richter in einem Falle so weit, zu sagen, daß es sich um eine verpestete Atmosphäre han­dele, und daß er nicht zögern würde, die Hauptbeteilig­ten mit Gefängnis zu bestrafen, wenn sie ihm noch ein­mal vorgeführt werden sollten. Man möchte wissen, warum er diesmal noch gezaudert hat. Für den Laien erscheint dies vollkommen unverständlich. Wer glaubt noch daran, daß eine Geldstrafe Leute dieser Art von weiteren Machenschaften abhalten könnte? Sie haben ganz gewiß aus ihrem verabscheuungswiirdigen Geschäft so viel herausgeholt, daß sie jede Strafsumme mit einem Grinsen aus den Tisch des Hauses legen können, um in irgendeiner anderen Seitenstraße ihr Gewerbe in der nächsten Zeit wiederaufzunehmen. Wenn wir uns wei­gern (so schreibt der britische Einsender), unsere Sol­daten anständig zu besolden — und das tun wir — dann sollten wir sie wenigstens, wenn sie Urlaub haben, davor bewahren, daß ihnen ihre erbärmlichen Groschen von solchen Hyänen wieder aus der Tasche gezogen wer­

den. Oder befürchten wir etwa, wir könnten uns der Brutalität schuldig machen, wenn wir unsere auslän­dischen Freunde ins Gefängnis stecken?"

Der wackere Brite ist ernstlich böse, er nimmt den Juden übel, daß sie nicht ein bitteres Emigranten-Schick- sal in England gefunden haben, daß sie nicht heulen und zähneklappern. Er nimmt ihnen vielleicht auch übel. daß ein Rabbi sich als „Vertreter des amerikanischen Volles" herausstellen und so dessen Grüße dem „britischen Volk" überbringen kann. „Steckt diese ausländischen Freunde ins Gefängnis", fordert er. Er fordert damit das gleiche, was in der vergangenen Woche Männer des öffentlichen Lebens in Lgndon wünschten, als sie über die Auswei­tung der „Schwarzen Börse" in England durch die Juden sprachen. Äm Unterhaus mußte diese peinliche Ange­legenheit zur Sprache gebracht werden, und man forderte pro forma die Bestrafung einiger Juden. Es sind die Freunde Churchills, die sich deckend vor die Juden stell­ten, wie es auch die Freunde des Volschewisten Cripps sind. Der Einsender jedoch, der in seiner Zuschrift an die Zeitschrift „Truth" seinem Aerger nachgab, wird im näch­sten Augenblick Bravo klatschen, wenn Churchill den Anspruch des Judentums feststellt. Wenn Cripps betont, daß die Ziele des Judentums die gleichen wie Englands seien,- wenn die Emigranten sich vor das Forum der Öffentlichkeit wagen und von ihrem Elend und der Wut auf die bösen Nazis sprechen. Mögen die Briten mit ihren Juden fertig werden, wie sie es für richtig halten, es lehrt jedoch das Sittenbild von der Themse, daß es nur eine reinlich» Scheidung gibt: Für oder gegen die Juden!

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Düstere britische Zukunstsbetrachtungen

8- b. Berlin, 10. März. In diesen Tagen stellte eine! Newyorkpr Zeitung fest, daß die Offensive der Bolsche-? misten offenbar endgültig zum Stehen, ja, zum Er-? liegen gekommen sei, und daß sich, von Einzelstößen ab-? gesehen, die Sowjets nunmehr bereits auf die Defen-? sive gegenüber einem gefürchteten Offensivschlag der Deutschen vorzubereiten begännen. Diese Feststellung ist im Grunde von der gleichen Art wie der Satz des „Nineteenth Century", daß dieser Krieg für England und seine Verbündeten „sehr wohl verloren gehen" könne. Denn bisher galt es als Maxime bri­tischer und us-amerikanischer Betrachtungen, ganz zu schweigen von den bolschewistischen unter der Aegids des Sowjetjuden Losowsky, daß erstens immer der Silberstreifen am Horizont hochgehalten wurde, selbst bei den düsteren Aspekten für die nähere Zukunft, und zweitens, daß die Volschewisten das Rückgrat des euro­päischen Krieges auf der plutokratisch-bolschewistischen Seite seien, und daß es ihnen gelingen werde, mit ihrem sortschreitenden Angriff die „Naziarmeen" zu zer­schmettern. Heut« ist es nun soweit, daß alle Pläne der feindlichen Gesamtstrategie für die drei letzten Mo­nate Krieg über den Haufen geworfen sind.

Die Grundstruktur sah bekanntlich vor, daß England Nordafrika in seine Hände bringen sollte durch die Auch- inleck-Offensive. während gleichzeitig die Sowjets den zur Verteidigung übergegangenen deutschen Truppen mit ihrem Gsgenschläg der Winteroffensive zum mindesten das Rückgrat brechen sollten. In der Zwischenzeit sollte dann Japan durch die politische Bluff-Offensive Roose- velts und Churchills in Schach gehalten werden, wie die „New Park Times" gerade gestern enthüllt hat, Britan­nien und den USA. sollte aber während des Winters genügend Zeit bleiben, um die Verluste der Sowjets und den Verschleiß der Briten an Waffen und Munition weitgehend wieder wettzumachen, damit dann eine Zan- genoffensive gegen die europäischen Küsten von Afrika und von England aus und gleichzeitig eine bolschewi­stische Offensive vom Osten her die Achsenmächte und. damit Europa zermalmen sollten. Alle diese Berech­nungen sind nun illusorisch geworden nach diesen drei Monaten bedeutsamster Entscheidungen, nach der bol­schewistischen Niederlage im Osten mit der Winter-Eroß- offensive und nach dem Eintritt Japans in den Krieg, der Roosevelt wie Churchill endgültig ihr Konzept ver­dorben hat, so sehr, daß heute in Betrachtungen nicht nur.Verluste des Augenblicks, sondern die Möglichkeit des Verlustes des Krieges zugegeben wird. Eine eng­lische Stimme stellt niedergedrückt fest, daß zu allem anderen Mißgeschick die Japaner in Ostasien inzwischen sich ein Empire erobert haben und eine andere Stimme weist darauf hin, daß dieses Empire weiter über 100 Millionen Einwohner umfaßt, Hunderte von Inseln und die entscheidenden Stützpunkte, von denen eine De­fensive, wenn sie von den Japanern gegenüber einer Wetterführung ihres jetzigen rasanten Siegeszuges vor­gezogen werden sollte, zusammen mit der unbestrittenen Seeherrschaft im ostasiatischen Bereich wie ein eisen­harter Vorhang um das neu gewonnene Empire gelegt werden könne.

Daß England für Australien in der Landung auf Neu-Guinea und für Indien in der Eroberung Ranguns nun einen doppelt gezückten Dolch Japans gegen'Au- stralien und Indien sieht und darin ein unheilvolles niederdrückendes Orakel erkennt, wird von einer spani­schen Stimme unter Heranziehung einer Betrachtung des Londoner .,Observer!' hervorgehoben. Daß die So­wjets aber nicht mehr die Rolle zu spielen vermögen, die ihnen in der globalen Strategie der Dilettanten Roosevelt und Churchill zugedacht war, hat auch der Bolschewist Cripps inzwischen erkannt. Um so vielsagen­der ist das verzweifelte Bemühen dieses gleichen Man­nes anzusehen, alles zu tun. um die Volschewisten bei der Stange zu halten und mit ihnen zusammen unter Preisgabe Europas den letzten Versuch zu unternehmen, um den Krieg Churchills, den Churchill bereits verlor, nun mit bolschewistischen Methoden in England weiter hochzureißen. Es liegt jetzt die ausführliche Fassung des Interviews von Stafford Cripps mit einem Vertreter der Zeitschrift „Life" vor. Daraus ergibt sich eine Reihe von Einzelheiten, die noch schärfer als die erste kurze Fassung die Konturen der ganzen Mentalität eines Mannes wie Cripps und des Auftrages, den er von Stalin erhalten hat, erkennen lassen. Cripps widerrief in seinem Interview eine vorher gemachte Aeußerung, die er als mißverstanden bezeichnete, daß das bolsche­wistische Heer inzwischen doppelt so stark geworden sei. Er erklärte, daß die Sowjetunion vielmehr durch den Verlust von Menschen und Gebiet sehr geschwächt sei. Im übrigen sei das Verkehrswesen auf der sowjetischen Seite viel weniger entwickelt "wie auf der deutschen, das müsse man berücksichtigen, wenn man die Chancen der Haltung der bolschewistischen Armee in einer Offen­sive beurteilen wolle.

Die Folgerungen, die Cripps daraus zieht» sind ein­fach und primitiv. Sie liegen in der vollen Bereit­schaft, Europa zu bolschewisieren und in einem Blut-

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Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurden meh­rere , tiesgegliederte Feldstellungen der Sowjets durchbrochen.

An der Westküste Afrikas versenkte deutsche U-Boote vier feindliche Handelsschiffe mit 27 000 BRT.

Die Zerstörungsangriffe der Achsenluftwaffe gegen Malta wurden fortgesetzt.

Die Japaner haben einen wichtigen Stützpunkt 100 Kilometer nördlich von Rangun besetzt. Nikolaus von Kallay wurde nach dem Rücktritt Bardossys ungarischer Ministerpräsident.

Für Kriegsteilnehmer trat in der Rentenversiche­rung eine Verbesserung ein.

Anläßlich des Besuches hoher italienischer Gäste in Bremen fand im Staatstheater in Anwesenheit von Gauleiter Röver eine Festaufsiihrung statt.

Der Vankyerein für Nordwestdeutschland berichtet über weiter gestiegene Umsätze.

Der Vorstand des Ostasiatischen Vereins Hamburg- Bremen ist neu gebildet worden.