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parteiamtliche lageszeitung
vas flmtsblott des Legierenden vürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen
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der Nationalsozialisten Vremens
flmtiiches verkündungsblatt des Neichsstatttialters in Oldenburg und vremen
Nr. 68 , 12. Jahrgang
Montag, S. März 1S42
kinzelpreis 1S Npf.
tuftwaffenvokstöße bis zum Suerkanal
In Noedafrika seindfüfflung trotz ungünstiger Witterung / Volttreffer auf die iiggptische srontbatzn
Wieder Stukas über lobruk
Berlin, 8. März. Nach beim Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden Meldungen vom nordasrika- nischen Kriegsschauplatz verlief dort die abgelaufene Woche ohne besondere Ereignisse. Dies bedeutet nicht, daß in der Cyrenaika völlige Ruhe geherrscht habe. Wenn auch in den letzten Tagen zeitweise Sturm und wolkenbruchartiger Regen die Unternehmungen zu Lande weitgehend beschränkten, so wurde doch die Erkundungstätigkeit und damit die Fühlung mit dem Feind bis tief in die Wüste hinein aufrechterhalten. Inzwischen wurde die augenscheinliche Ruhe von den deutschen und italienischen Verbänden dazu benutzt, sich den Aufgaben der Organisation und der Versorgung zu widmen.
Sichtbärer als der Einsatz des Heeres war nach außen hin der der Luftwaffe. Kampf- und Jagdverbände hielten trotz der widrigen Wetterverhältnisse die britischen Stellungen im Raume der Marmarica unter dauernden Bombenangriffen. Gleichzeitig stießen unsere Kampfflugzeuge bis zum Suezkanal vor und richteten dort auf Flugplätzen und Versorgungsanlagen umsang- reiche Zerstörungen an.
Da der britische Schiffsverkehr im gesamten Mittelmeer in letzter Zeit bedeutungslos war. sind die Ergebnisse der Angriffe deutscher Unterseeboote und Kampfflieger gegen Schiffsziele nur gering gewesen. Die bisherigen Erfolge unserer Kriegsmarine und Luftwaffe bei der Bekämpfung der feindlichen Kriegs- und Han- Lelsschiffahrt zwingen die Briten auch in Zukunft zu radikalen Beschränkungen ihrer Beweglichkeit.
Am Sonnabend griffen deutsche Sturzkampfflugzeuge im Hafen von Tobruk liegende britische Frachter au. Durch Volltreffer schwerer Bomben wurden vier feindliche Händelsdampfer an den inneren Kais versenkt. Leichte Kampfflugzeuge erzielten ebenfalls gute Treffer in den Hafenanlagen.
Tiefangriffe deutscher Kampfflugzeuge richteten sich gegen die ägyptische Frontbahn. Zwei fahrende Züge ostwärts der lybischen Grenze wurden so erfolgreich mit Bordwaffen beschossen, daß drei Lokomotiven und
Vor gestrige wehrmachtsbericht
Aus dem Führerhauptquartier, 8. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Donez-Gebiet und an der Front ostwärts Charkow scheiterte» zahlreiche von starken Kräften geführte Angriffe des Feindes. An weiteren Stellen sind noch Kämpfe im Gange. Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront dauern die Abwehrkämpfe an. Bei eigenen Angrisfsunternehmungen warfen Verbände des Heeres und der Wafsen-K chen Gegner aus mehreren Stützpunkten und gewannen trotz zähen feindlichen Widerstandes Boden. Der Feind verlor hierbei zahlreiche Gefangene, darunter einen Divisionskommandeur, und über 3VÜ8 Tote. In Lustkämpfen schössen deutsche Jäger 22 Sowjetflugzeuge ab. Bei Flugplatzbekämpfung wurden neun Flugzeuge am Boden zerstört. In Nord- afrika lebhafte beiderseitige Spähtrupptätigkeit. Deutsche Sturzkampfflugzeuge versenkten im Hafen von Tobruk durch Volltreffer einen Frachter von 3üllll BRT. und drei Leichter. Durch Tiefangriffe deutscher Kampfflugzeuge würde die westägyptische Eisenbahnlinie an verschiedenen Stellen unterbrochen. Die militärischen Anlagen der Insel Malta lagen bei Tag und Nacht unter wirksamen Bombenangriffen."
Veneraloberst lesttzonnek
Aus dem Führerhauptquartier. 8. März. Der Führer beförderte den General der Flieger Je- schonnek in Anerkennung seiner Verdienste als Chef des Eeneralstabes Her Luftwaffe, zum Generaloberst.
einige Mannschaftswagen zerstört liegen blieben. Auch im Gebiet von Marsa Matruk bombardierten unsere Kampfflugzeuge in der Morgendämmerung die Bahnstrecke. 17 Volltreffer unterbrachen die Linie an verschiedenen Stellen und rissen die Schienenstränge auf. Mehrere Bomben trafen Munitionswagen, die in die Luft flogen. In der Ausladestation Mis Halfar
wurden.Volltreffer in Materialdepots und abgestellten Wagen erzielt. Hierbei geriet ein Oellager in Brand. Die Explosionen verursachten in den getroffenen Materiallagern große Brände. Gleichzeitig mit diesen Angriffen störten unsere Kampfflugzeuge erneut den britischen Truppen- und Nachschubtransport von Aleran- drien nach Westen.
ötaÜ«» Peitsche L6ee
Schleichende Krise in England verschärft sich
g. K. Berlin, 8. März. In diesen Tagen der niederschmetternden Dreimonatsbilanz des Ostasienkrieges für England und die USA., in einem Augenblick, da der Fall Javas vor der Türe steht, die Bedrohung Burmas immer kritischer wird, da England als Folge der japanischen Siege in Jnsulinde einen Angriff auf Nordaustralien befürchtet und schließlich in London, nach einer Feststellung von „Nya Dagligt Allehanda", als größte Enttäuschung das Hinschwinden der Hoffnung ansieht, daß die deutschen Truppen ebensowenig den Winter in ^Rußland wie die Armeen Napoleons überstehen würden, man jetzt vielmehr weiß, daß die. Deutschen im Winter im Osten gesiegt haben und daraus bittere Folgen ziehe, verstärken sich und verschärfen sich die Konturen der schleichenden Krise in England. Es gibt eine Fülle von Nachrichten, daß die Unruhe über den völligen ZusammenbruH der Churchillschen Kriegführung in Ostasien und auch im europäisch-afrikanischen Sektor bis auf das äußerste gestiegen ist, und daß daraus Konsequenzen erwartet werden. Diese Konsequenzen würden die Besiegelung der bei der Regierungsneubildung Churchills mit Lripps sichtbar gewordene Niederlage Churchills sein. sie würde ganz offenbar die Folge der Forderungen Stalins nach einer völligen Aenderung der britischen Kriegführung bedeuten, die anscheinend einen völligen Szenenwechsel an der Spitze der englischen Regierung wünschen, weil Churchill Stalin zu sehr mit den Niederlagen der Vergangenheit belastet ist, während er von C.ripps eine bedingungslose Befolgung der Moskauer Anordnungen erwartet. Daß Stalin hinter der Verschärfung der schleichenden Krise steht, zeigte ganz deutlich die Stimme der „Times", die sich — und das ist kennzeichnend für den Grad der Bolschewisierung in London, daß dieses Blatt, das als Exponent des Konservatismus galt, sich jetzt Cripps verschrieben hat — sich auf die jüngste Aeußerung von Stalin bezogen hat und geradezu anerkennend unterstreicht, daß die Deutschen Verbündete hätten, die mit ihnen zusammen kämpften, daß die Bolschewisten sich aber noch nicht in der gleichen Lage befänden. Die „Times" fordert dann eine wesentlich intimere Zusammenarbeit mit der Sowjetunion im Hinblick auf Materiallieferungen, ferner aber auf politischem Gebiet im Zugeständnis der Bolschewisierung Europas und der Forderung nach einer direkten militärischen Unterstützung der Bolschewisten durch England.
Fast endlos ist die Zahl der Beweise für das Aufgehen aller Schleusen der Kritik an der bisherigen Kriegführung, so daß man nur die wichtigsten und kennzeichnendsten hier verzeichnen kann. In die erste Reihe gehört eine Stimme des in England anerkannten Reuter-Kommentators, General Gough, des Oberbefehlshabers der 5. britischen Armee im Weltkrieg, der trotz seiner schweren Niederlage in der Frühjahrsschlacht 1918 immer wieder als militärischer Sprecher von Reuter in den Vordergrund geschoben wurde. Gough greift wie viele andere in einem Artikel in der- Zeitschrift „Truth" in einer aufsehenerregenden Schärfe den bisherigen Defensivgeist der gesamten britischen Kriegführung an, konzentriert aber dann seine militärtech- nischen Darlegungen vor allem auf die Lage im südwestlichen Pazifik, die er für „total verpfuscht" hält wegen der Unterlassung der Sicherung der Verbindung zwischen Burma und Indien und der Heranziehung der Chinesen zu einem Offensivstoß gegen die Japaner auf Malakka. Persönlich aber konzentriert er seine massiven Angriffe auf General Wavell. gegen den er schreibt: „Wavell sollte vor ein Kriegsgericht gestellt werden, weil er und kein anderer die Verantwortung hat für diese Versäumnisse und diese Pfuscherei". Aber auch" Brooke-Popham müsse zur Verantwortung gezogen werden und General Percial bezeichnet er als einen Offizier, „der bis zum Rand mit Ideen einer defensiven Kriegführung vollgepfropft war und kein einziges Mal eine richtige Schlacht durchgekämpft habe."
Eine Parallele zm dieser Kritik stellt die Stimme der „Daily Mail" dar. Sie stellt fest, daß bei einem Durchblättern der britischen Geschichte keine so erniedrigende Episode gefunden werde wie die Uebergabe
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An der eisernen deutschen Abwehr brachen wiederum starke Sowjetangriffe im Donez-Gebiet zusammen.
Die deutsche Luftwasfe stieß erfolgreich bis zum Suez-Kanalgebiet vor.
Die Japaner besetzten weitere wichtige Stützpunkte auf Java.
Unter dem Druck des Einpeitschers Cripps mehren sich in London die Forderungen nach einer aktiven Unterstützung der Sowjets durch britische Streitkräfte.
Frankreich stand gestern im Zeichen des nationalen Trauertages für die Opfer des britischen Bombenterrors.
Die SA.-Standarte 73 hielt einen Schulungstag ab. Reichsfachamtsleiter Martin Schneider sprach zu Bremens Sportlern in der „Glocke",
Fellersmann siegte im Waldlauf „Rund um den Stadtgraben".
Bei den Gebietsmeisterschaften der Hitler-Jugend im Turnen siegte der Oldenburger T. B.
Das Korbballturnier in der MTB.-Halle gewann der Waller TSV.
Vergeblicher Sowjetangriff bei tbarkow
Mehrere feindliche Divisionen trotz starker panrerunterstützung abgewiesen
Berlin, 8. März. Nach Mitteilung des Oberkommandos der Wehrmacht verhielt sich der Gegner am 7. März an der Einschließungsfront von Sewastopol im allgemeinen ruhig. Ein feindlicher Angriff in Stärke von etwa zwei Bataillonen wurde durch deutsches Ärtilleriefeuer bereits vor der Hauptkampflinie zerschlagen. An der Front auf der Halbinsel Kertsch verhinderte ein heftiger Schnee- sturm wesentliche Kampfhandlungen.
Infolge teilweise herrschender starker Schneestiirme fanden im Donez-Eebiet gleichfalls nur vereinzelte Kampfhandlungen statt. Dagegen kam es bei klarem Wetter und ansteigender Kälte im Raume siidostwärts und ostwärts von Charkow zu erbitterten Kämpfen. Der Gegner griff am 7. März, von zahlreichen Panzern unterstützt, die deutschen Stellungen in Stärke von mehreren Divisionen an. In einem Dioisionsabschnitt entwickelte sich ein harter Kampf mist starken Kräften des Gegners, der seinen Angriff mit 33 Panzerkampfwagen unterstützte. Die deutsche Aufklärung erkannte jedoch frühzeitig Be
reitstellungen und Entwicklung der gegnerischen Absicht, so daß deutsche Artillerie im Zusammenwirken mit Sturzkampfflugzeugen und Jägern in mehrmaligem Einsatz die Stoßkraft des feindlichen Angriffs erheblich beinträch- tigte. Dieser Angriff, wie auch die anderen Versuche der Bolschewisten, in die deutschen Stellungen einzudringen, brachen unter hohen blutigen Verlusten für den Feind im zusammengefaßten Feuer aller Waffen vor der Hauptkampflinie zusammen.
Auch die im Raum nordwärts Belgorod verlaufende Front wurde am 7. März an einer Stelle von elf feindlichen Bataillonen angegriffen. Unsere Truppen schlugen alle Angriffe des Feindes ab. Deutsche Sturzkampfflugzeuge bombardierten im Donez-Gebiet die feindlichen Infanterie- und Panzervorstöße mit gutem Erfolg. Nach schweren Verlusten, die die Bolschewisten durch den deutschen Bombenhagel erlitten, setzte der Feind seine Angriffe nur noch vereinzelt fort, die dann am Widerstand der deutschen Linien zerbrachen.
Moskau muß deutsche ftbwetzrstSrke bestätigen
(Drahtbericht unseres Vertreters)
I-S. Stockholm, 8. März. Der Moskauer Rundfunk gab, anscheinend als Entschuldigung für die riesigen Sowjetopfer an Menschen und Material, eine Schilderung der überlegenen Abwehrtaktik der deutschen Truppen. In diesem Bericht aus einem Abschnitt der mittleren Front heißt es u. a.: „Der Feind hat das ganze Gebiet in eine stark befestigte Zone von 12 bis 30 Kilo- meter Tiefe verwandelt. Ueberall waren Minenfelder ausgelegt und aus jedem Dors war eine kleine, von Eis- und Schneemauern und vielfältigen Drahtverhauen umgebene Festung gemacht worden. Jedes Haus war eine Schutzwehr und das Gelände wurde vom Kreuzfeuer der Artillerie und der automatischen Waffen geschützt". Der Sowjetrundfunk hat wieder eingestehen müssen, daß es der deutschen Luftwasfe trotz Flak und Nachtjägern in der Nacht zum Freitag gelungen ist, über das Stadtgebiet von Moskau einzubiegen und Bomben abzuwerfen. Dabei habe es „einige Opfer" gegeben.
Englands Ereibstoffoersorgung fühlbar beeinträchtigt
Berlin, 8. März. Nach den beim Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden Meldungen war auch die vergangene Woche im Kampf gegen die feindliche Versorgungsschiffahrt wieder besonders erfolgreich. Die Operationen unserer U-Boot-Waffe wurden im Atlantik von der britischen bis zur amerikanischen Küste, planmäßig fortgesetzt. Im Nord- und Mittelatlantik versenkten deutsche U-Boote wiederum 12 Schiffe mit 82 500 BRT., darunter allein sieben große Tanker. Ferner wurde ein großer amerikanischer Zerstörer versenkt und zwei weitere Handelsschiffe schwer beschädigt. Bei den versenkten Schiffen handelt es sich durchweg um größere Dampfer von je rund 7000 BRT. Ein weiteres feindliches Handelsschiff von 3000 BRT. wurde im Kampfgebiet um England von Verbänden der deutschen Luftwaffe ver
senkt. Ferner wurden dort zwei große britische Handelsschiffe durch einen Bombenvolltreffer schwer beschädigt, Hafenanlagen und Barackenlager schwer getroffen, sowie wichtige Versorgungsbetriebe des Kriegshafens Port- land wirksam bekämpft. Besonders schwerwiegend für den Feind sind die hohen Verluste an wertvollen Tankern, durch die die Versorgung der englischen Insel mit Treibstoff schon jetzt fühlbar beeinträchtigt wird.
Die Besatzungen unserer U-Boote stellen sich mit ihrem nicht nachlassenden und erfolgreichen Kampf würdig an die Seite ihrer Kameraden im Osten.
„Unser seind ist dos britische Empire"
Madrid, 8. März. Wie aus Pretoria gemeldet wird, feierte die burische Bevölkerung auch in diesem Jahre unter stärkster Anteilnahme das sogenannte Ma- juba-Fest in der Erinnerung an den 27. März 1881, an dem die Engländer am Mqjuba-Berg eine vernichtende Niederlage durch die Buren erlitten. Den Höhepunkt des diesjährigen Festes bildete die Entzündung des „Freiheitsfeuers" und die Verlesung einer Erklärung, in der die Fortführung des kompromißlosen Kampfes für ein von England unabhängiges Südafrika gelobt wurde.
Der Hauptredner des Tages war der Leiter der burischen Organisation „Ofsewa Brandwag". Dr. van Rendsburg, der abermals die Regierung einer bewußt sadistischen Mißhandlung der burischen Gefangenen beschuldigte. Aber der Geist der burischen Freiheitsbewegung, so erklärte Rendsburg, sei nicht zu brechen, durch keinen Sadismus und keine Gewalt. „Wir kennen keine Asrikanerfeinde, unser Feind ist das britische Empire. Zweimal wurden wir gezwungen, dem deutschen Volk den Krieg zu erklären, weil es einem Empire in den Kram paßte, das nicht das Blut eines'einzigen Afrikaners wert ist." Rendsburg schloß seine Rede mit der Forderung auf Beendigung „dieses unsinnigen Krieges", mit dem das Vurenvolk nichts zu tun habe und nichts zu tun haben will."
Japanische U-Voote vor Vombap
wavell vor zwei unlöslichen Problemen F „Me knglönber werben es zu spüren bekommen'
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
b. Berlin» 8. März. Japanische U-Boote sind vor Bombay gesichtet! Der Militärkorrespondent des Londoner „Observer" kabelt diese Meldung als Schreckensschrei nach London und betont, Wavell sehe sich zwei großen Problemen gegenüber, die einer Lösung harrten und fast unlösbar seien: Er müsse nämlich ebenso die großen Entfernungen berücksichtigen wie die Versorgungsmöglichkeiten und schließlich die Arbeitskräfte. Die Entfernung zwischen den drei Haupthäfen Kalkutta, Madras und Bombay sei so groß wie die Distanz zwischen London, Berlin und Smolensk. Es bestehe zwar eine Eisenbahnverbindung, jedoch laufe diese entlang der Küste und sei so außerordentlichen Gefahren ausgesetzt. Theoretisch müsse Indien eine Armee ausstellen können, die fast doppelt so groß sei wie die sowjetische. Tatsächlich aber sei die indische Armee nur so groß wie die kleine von Neuseeland. Es mangele an Ausbildung, wie es an Waffen fehle. Insgesamt müsse die Sache als außerordentlich verfahren bezeichnet werden und lasse nur äußerst trübe Ausblicke zu.
Komprimiert werden diese Besorgnisse in einem Leitartikel des „Daily Expreß", nach dem sich das britische Empire in einer „sehr, sehr ernsten Gefahr befindet", es sei eine Lage entstanden, der jetzt unbedingt und mit größter Schnelligkeit von feiten der Verbündeten entgegengewirkt werden müsse. Noch in diesem Jahr muß man Pläne zur Rettung des Empire ausarbeiten. Es habe keinen Zweck, stets dringende Angelegenheiten, wie man dies bisher dauernd getan habe, auf morgen, über
morgen oder gar noch einen späteren Tag zu verschieben. Nein, jetzt dürfe keine Verzögerung mehr entstehen, denn man habe keine Zeit mehr zu verlieren. Mit Plänen für 1943 und die kommenden Jahre dürfe man sich jetzt nicht befassen, denn es müsse zuerst eine Grundlage für 1942 gelegt werden, die unmittelbare Gegenwart ist für England so drückend, daß es sinnlos wäre, von einer fernen Zukunft zu sprechen, oder für sie gar Pläne zu machen. Der Fall von Batavia ist ein furchtbares Ereignis und der Verlust Singapurs ein erschütternder Schlag. Vor diesen Tatsachen und vor der Dringlichkeit der Stunde soll man seine Augen in England nicht schließen und nicht etwa eine Beruhigung darin suchen, daß diese beiden verlorengegangenen Stützpunkte geographisch weit von England entfernt liegen. Im Gegenteil, man wird bald in jedem englischen Haushalt zu Hüren bekommen, was die Schläge, die die Japaner den Engländern, Holländern und Amerikanern im Pazifik versetzten, für alle bedeuten.
Daß Australien die Hilfemöglichkeit aus seinem Mutterland abgeschrieben hat, ist bekannt, daß Südafrika außerordentlich beunruhigt ist, z^igt ein Zwischenspiel im südafrikanischen Parlament. Dort hat der Nationalistenführer Dr. Malan erneut ein Ausscheiden Südafrikas als kriegführende Macht gefordert. Die großen gebiesmäßigen Gewinne der Achsenmächte machten einen Sieg Englands und seiner Verbündeten unmöglich. Auch die angeblichen Erfolge der Volsche- wisten seien unbedeutend und würden wieder verloren
gehen. Inzwischen sei eine Gefährdung Südafrikas auch von japanischer Seite aus zu erwarten, die aber nur dann bestehe, wenn Südafrika weiter an Englands Seite kämpfen werde. Als Malan eingehendere Unterrichtung über die Kriegslage von Smuts forderte, gab Smuts eine für die Situation im südafrikanischen Parlament bezeichnende Antwort, mit der er sich zugleich aus seiner offenbar sehr unanoeveb^-n Situation ziehen wollte: „Ich habe das Gefühl, daß im Parlament der Südafrikanischen Union eine feindliche Atmosphäre herrscht, dadurch wird die Erörterung vertraulicher Informationen unmöglich gemacht."
Die vorliegenden Berichte über den Kriegsrat Roosevelts am vergangenen Wochenende zeigen die Verfahrenheit der ganzen Situation der „Alliierten" und ihrer „strategischen Versorgungsprobleme", die in dem Washingtoner Kriegsrat zür Debatte gestanden haben. Während Australien und Neuseeland einen auf Churchill vermittelten Plan einer Sofort-Offensive eingereicht hatten, geht das Streben der USA. vor allem dahin, Kanada, Australien und Neuseeland fest in die eigene Hand zu bekommen, und zwar auf dem Umweg über eine Defensivstellung in diesen Dominien. Zugleich aber hat die englische Presse die australischen Wünsche unterstützt, weil sie eine amerikanische Seeoffensive zur Rettung Jüdiens für wünschenswert hält. Aus diesem Geist scheint auch die phantasievolle Ankündigung van Mooks gestammt zu haben, der kurz vor der völligen Erledigung Javas noch von einer jeden Augenblick möglichen USA.-Offenfive faselte.