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vkiMi ZelliW
parteiamtliche lageszeitung
vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen
Nr. 64 , 12. Zalirgang
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Die 1 mw hohe und 22 wm breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 nun breite und 1 ww hohe Zeile imTertteil 75 Ermaß. Grundpr. (für Klein- u. Familienanzeig. u. a.) sowie sonstige Beding. Preisliste 9 Nachlaßstaffel S. Geschäftsstellen: Vremen: Geeren 6/8. Ruf 2 19 31z Nachtruf und sonntags 2 47 65z Obernstr. 86, Ruf 219 31z Syke: Mühlendamm 2z Br.-Hemelingen: Vahnhofstr. 6, Ecke Poststr., Ruf 4 34 58z Br.-Vegesack, Nohrstr. 24, Ruf 4 u. Hz Br.-Vlumenkhal: Kpt.- Dallmann-Str. 41^43, Ruf 88 u. 89
Vonnerstag, 5. Mar; 1942
der Nationalsozialisten Vremens
flmtliches verkündungsbtatk des veichsstattstalters in Oldenburg und Vremen
kinzelpreis 15 Npf.
Her britische Mordangriff auf Paris
Sipsel -er Semeinheit, kndlose Verbrechen gegen den verratenen Bundesgenossen
«knglische HumanftLI
Dratztbericht unserer Berliner SLriftleitung
Sr. svk. Berlin, 4. März. Wenn noch etwas gefehlt hatte, um die Franzosen über das innerste Wesen ihres früheren britischen Verbündeten aufzuklären, so sollte es der englische Lustiiberfall auf Paris gewesen sein» der in der Nacht zum Mittwoch stattgefunden hat. Man saht sich an den Kopf und mutz sich fragen, bb denn die verantwortlichen Stellen in London plötzlich geisteskrank geworden sind, als sie ausgerechnet nach dem Bekanntwerden des unglaublich schimpflichen Verrates an Niederländisch-Jndien den Befehl zum Bombenangriff auf diejenige Stadt gaben, die die Engländer früher einmal, als Frankreich in ihrem Denken noch die Rolle des ersten englischen Festlandsdegen auf dem Kontinent spielte, als das „Herz der Menschheit" bezeichnete». Das Zusammentreffen von Wavells Flucht aus Java mit dem nächtlichen Luftangriff auf Paris mutz doch nun wirklich den letzten Rest des moralischen und politischen Ansehens vernichten, den England bisher noch in einigen Winkeln Europas und sonst noch in der Welt zu wahren vermocht hat. Ist man wirklich schon in London seelisch so außer Rand und Band geraten, datz sich niemand dieser Folgen bewuht geworden wär«?
Wenn in England und in den Vereinigten Staaten Spekulationen über den weiteren Verlauf des Krieges angestellt werden, so tritt in der letzten Zeit wieder verstärkt die Hoffnung in Erscheinung, daß es nur eines genügend kräftigen äußeren Anstoßes bedürfe, um die angeblich „unterdrückten Völker" zum offenen bewaffneten Aufstand gegen Deutschland zu führen. Man behauptet kühn und frech, daß die französische Bevölkerung den Piloten der britischen Luftwaffe begeistert zuwinke, wenn sie über Frankreich erschienen, weil sie als die Boten der Freiheit erschienen. Wird man das heute auch noch zu sagen wagen? Zu vielen Hunderten liegen heute Franzosen aus Paris zerschmettert auf den Bahren, und über tausend Verletzte mußten in die Krankenhäuser gebracht werden. Eine der ekelhaftesten Figuren des Verräterklüngels im Solde Englands, der südafrikanische Premierminister Smuts. hat noch kurz vor dem Luftangriff auf Paris seine Zuhörer mit der Behauptung zu trösten gewagt, daß „Millionen Menschen in den besetzten Ländern mit Zorn und Haß gegen das Reich" auf die Stunde der Erhebung warteten. Herr Smuts soll heute nach Holland gehen, wo man dank der verblendeten Verknüpfung mit England und dank dem schnöden-Verrät nach dem Verlust einer Schatzkammer ohnegleichen vor einem Trümmerhaufen steht, und Herr Smuts soll sich gleichzeitig in Paris umhören und festzustellen suchen, wie man dort heute über den Alliierten von gestern urteilt.
In der amtlichen Mitteilung des Polizeipräfekten von Paris ist bereits eine erste Antwort gegeben: „Dieser
Neue MllerkreujkrSser des Heeres
Berlin, 4. März. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberst Hans de Sa- lengre-Drabbe, Kommandeur eines Infanterie- Regiments, Major Dr. Otto Meine rs, Bataillonskommandeur in einem Infanterie-Regiment, Hauptmann Ernst Klossek, Kompaniechef in einem Jxfanterie- Regiment, Unteroffizier Josef Pei: «hold, in einem mot. Infanterie-Regiment.
Angriff hat einen Entrüstungssturm in der gesamten öffentlichen Meinung hervorgerufen." Gegen wen, Herr Smuts. wird sich wohl diese Entrüstung richten? Wenn der Marschall Petain den Beisetzungstag der Opfer zu einem Tage der Nationaltrauer erklärt hat. so kommt auch darin zum Ausdruck, daß Frankreich den brutalen und feigen kleberfall der Briten als einen Angriff gegen die gesamte Nation ansieht. Das fran
zösische Volk muß in der Tat die Enttäuschung über den früheren Verkündeten bis zur letzten bitteren Neige auskosten. Der Luftangriff auf Paris stellt die Krönungeiner Reihe von Schandtaten dar. die über die feigen Ueberfälle auf Oran und Dakar, über die Wegnahme Syriens, die Hungerblockade gegen Französisch-Somaliland, die nächtlichen Luftan- (Fortsetzung auf Seite 2)
Schreckensszenen in Frankreichs kauptsta-1
600 Todesopfer des englischen Verbrechens — «wir kommen oft zurück"
Berlin, 4. März. Zu dem im Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht gemeldete» Bombenangriff britischer Flugzeuge auf Paris berichtet die französische Nachrichtenagentur „OFJ", datz der feige britische Angriff aus die friedliche Zivilbevölkerung bisher Küü Todesopfer und über 1ÜVV Verletzte forderte.
Aus.Vichy wird gemeldet: Der französische Staatschef Marfchall Petain. der sich seit den ersten Morgenstunden telephonisch über den englischen Bombenangriff auf Paris unterrichten ließ, hat den von dem Angriff getroffenen Familien und den unschuldigen Opfern seine tiefste Anteilnahme bekundet. Der Marschall hat angeordnet, daß der Veisetzungstag der Opfer als Tag der Nationaltrauer gelten soll. Der stellvertretende Ministerpräsident Admiral Darlan hat sich in die heimgesuchten Pariser Bezirke begeben, um sich persönlich von den angerichteten Schäden in den Wohnvierteln zu überzeugen.
„Paris Soir" schreibt, der verbrecherische Wille Englands habe wieder unschuldiges französisches Blut fließen lassen. Noch schärfer äußert sich die Zeitung „Neu Veaux Temps": Nachdem England auf allen Kriegsschauplätzen nur Mißerfolge erzielt habe, organisiere es nunmehr kaltblütig den Massenmord an der friedlichen französischen Bevölkerung. Frankreich sei es sich schuldig, schnell und energisch zu antworten. Wenn es nicht eine
feste unzweideutige Haltung einnehme, werde alles das unwiderbringlich verlorengehen, was der Marschall dem Lande an nationaler Ehre habe retten können. Ueber das Bombardement selbst wird gemeldet, daß die Bevölkerung der betroffenen Bezirke von Panik erfaßt worden sei. Frauen, Kinder und alte Leute liefen in Nachtkleidern wie irrsinnig auf den Straßen herum, wo sich herzzerreißende Szenen abspielten. Zugleich mit den Bomben warfen die Engländer Flugblätter ab» in denen es heißt: „Wir kommen oft zurück!"
Der Londoner Nachrichtendienst brüstete sich am Mittwochabend mit dem englischen Luftangriff auf Paris und behauptete frech, die Zivilbevölkerung habe keinerlei Schaden erlitten. Diese zynische Unverschämtheit paßt haargenau zur Mordgesinnung mit der Churchill seine Bombengeschwader gegen die Hauptstadt des früheren Bundesgenossen ansetzte. In einer früheren Sendung machte sich der englische Nachrichtendienst lustig über den Schmerz und die Trauer, die durch die feigen Bombenabwürfe auf Pariser Wohnviertel in die Herzen der betrogenen Franzosen eingekehrt sind — brachten es die jüdischen Agitationsgehilfen des Kriegsverbrechers Churchill doch fertig, zu behaupten, das französische Volk habe sich bereits gewundert, daß Paris nicht schon längst von den britischen Bombern angegriffen worden sei!
Sowjetische KrSste vor Sewastopol vernichtet
2S Lunker von See ^-Legion „Ständern genommen
Aus dem Führerhauptquartier, 4. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „An der Einschließungsfront von Sewastopol wurden sowjetische Kräfte beim Versuch, die deutschen Stellungen zu durchbreche», eingeschlossen und vernichtet. Bei hohen blutigen Verlusten des Feindes wurden 94V Gefangene eingebracht und 16 Panzer sowie zahlreiche Maschinengewehre und Granatwerfer erbeutet. Im Donez-Gebiet wiederholte der Feind seine vergeblichen Angriffe. Im Gegenangriff zerschlugen Gebirgsjäger, Panzer- und Fliegerkräfte in vorbildlichem Zusammenwirken ein feindliches Kavalleriekorps. Unsere Panzer stießen in den zurückweichenden Feind hinein und fügten ihm schwere Verluste zu. An verschiedenen Stellen des mittleren und nördlichen Frontabschnittes geführte Angriffe des Feindes blieben erfolglos. Bei einem eigenen örtlichen Angriffsunternehmen wurde der Feind aus seinen Stellungen geworfen. Die ^-Legion „Flandern" nahm hierbei in erbitterte« Nahkämpfen
25 feindliche Bunker. Am 2. und 3. März verlor der Gegner an der Ostfront insgesamt 75 Panzer.
Bei einem Gefecht zwischen deutschen Räumbooten und britischen Schnellbooten im Kanal wurde ein feindliches Schnellboot durch mehrere Treffer beschädigt. In Nordafrika wurden die Anlagen des Wüstenflug- platzes El Kabrit am Suezkanal südlich des Großen Bitterstes in der Nacht zum 3. März von deutschen Kampfflugzeugen angegriffen. Es entstanden große Brände und heftige Explosionen in Hallen, Betriebsstofflagern und anderen Einrichtungen des Flugplatzes. Mehrere feindliche Flugzeuge wurden am Boden zerstört. Militärische Ziele des Hafens Alexandria wurden in der vergangenen Nacht mit Bomben belegt. — Der Feind flog in der letzten Nacht in die Deutsche Bucht ein und verlor ein Bombenflugzeug. Weitere Nachtangriffe britischer Bomber richteten sich gegen das Gebiet von Groß-Paris. Die französische Zivilbevölkerung hatte hohe Verluste an Toten und Verletzten."
kine schlechte Landesmutter verspielte Hollands krbe
Sie Schul- einer Königin und eines kmigranlenkliingels , Niederländische Kolonialmacht -akin
Drabtbericht unserer Berliner SLriftleitung
är. v. sek. Berlin, 4. März. Wohl nirgendwo in der ganzen Welt ist die Entwicklung, die die militärische« Ereignisse auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatz i» den letzten Wochen genommen haben» mit einem so brennenden Interesse verfolgt worden, wie in den Niederlanden. Nirgendwo wie dort konnte auch die Nachricht von der Auflösung des siidwestpazifischen Kommandos, von der Flucht Wavells nach Libyen und von der endgültigen Preisgabe Javas so als ein Sturz aus alle» Himmeln empfunden werden. Nachdem schon die Niederlande selbst durch die unglaubliche Kurzsichtigkeit der Königin Wilhelmine und durch den verbrecherischen Leichtsinn ihrer Ratgeber in den Strudel des europäischen Krieges hineingezogen worden waren, um dann vom Königshaus und von der Regierung schmählich im Stich gelassen zu werden, klammerten sich manche Holländer noch an die Hoffnung, daß die Emigranten in London wenigstens das schöne und reiche Kolonialreich, die Quelle des Reichtums und der weltpolitischen Stellung der Niederlande, zu retten versuchen würden, indem sie alles daransetzten, Holländisch-Jndien aus dem Kriege zu halten. „Wenn sie nun bloß ein Ding tun", so sagte der Leiter der NSB., Mustert, „und die Kolonie» außerhalb der Kriegshandlungen halten, dann kann ihnen noch viel vergeben werden/
Der frühere Außenminister Kleffens hat sich als echter Emigrant im Solde Englands vollends zum Verräter machen lasten, indem er die Verantwortung dafür übernahm. daß von Vatavia aus der Krieg gegen Japan erklärt wurde, nachdem bereits vorher niederländisch-indische Truppen sich an der Besetzung Portugiesisch-Timors beteiligt und nachdem kolonial-holländische Seestreitkräfte vor Thailand demonstriert hatten. Heute kann sich selbst ein Kleffens nicht mehr der Erkenntnis entziehen, daß, wer von Albion ißt. daran zugrunde geht. Heute beschwert er sich mit bitteren Worten darüber, daß die Amerikaner nicht einmal die Materiallieferungen, die
bereits bezahlt waren, zur Durchführung gebracht haben. Er schreit in seiner Berblendung noch in dieser letzten Stunde nach diesen Lieferungen, als ob sie jetzt noch das geringste nutzen könnten, als ob sie nicht vielmehr höchstens zur Verlängerung eines schmerzlichen Tödeskampfes beitragen würden. Der britische Nachrichtendienst operiert zwar in diesen Tagen noch mit einer rhetorischen Gegenoffensive der Holländer auf Java, um den Eindruck des schändlichen Verrats, der in der Flucht Wavells in Erscheinung trat, vorübergehend noch etwas zu verwischen, aber in Wirklichkeit ist sich alle Welt darüber klar, daß die Königin Wilhelmine und ihre Emigrantenregierung bereits heute gegenüber ihrem Volke endgültig mit der furchtbaren Schuld belastet sind, daß sie, als sie sich zu Werkzeugen und Söldnern der anglo-amerikanisch- jüdischen Plutokratie machen ließen, das große und reiche holländische Kolonialerbe für immer verspielten.
Der britische Rundfunk merkt es wohl selbst nicht, daß er dieses Trauerspiel für Holland selbst besonders stark unterstreicht, wenn er sagt, daß die Frauen und Kinder auf Holländisch-Jndien nicht evakuiert werden sollen, „weil sie das Gebiet als ihre Heimat betrachten, wo sie genau so wie die Holländer im Mutterland nach der deutschen Besetzung verbleiben wollen." Die Holländer selbst können daraus nur die. eine Antwort geben: „Ja, mit Ausnahme des Konigshauses und
seiner Regierung". Man kann sich vorstellen, wie Wut, Scham, Schmerz und Berzweifl.ung all den Holländern in der Kehle gewürgt haben müssen, die am Dienstagabend Kenntnis von einer Botschaft der Königin Wilhelmine erhielten, die diese durch den Rundfunk an „ihr Volk" richten ließ. Auch Wilhelmine mußte bekennen: „Diesmal haben wir schwere Verluste erlitten", aber wenn sie dann vorgibt, „im Namen aller wirklichen Patrioten" die Hoffnung auszusprechen, daß die Marine stärker als je zuvor auferstehen werde, so kann sie doch in den Niederlanden selbst heute höchstens noch ein verächtliches Achselzucken bewirken. Wilhelmine will „sofortige Maßnahmen ergreifen (ach du lieber
Gott!) und das Unmögliche möglich machen". In Wirklichkeit haben sie und ihre Ratgeber das Mögliche unmöglich gemacht.
Das Beispiel von Französisch-Jndochina beweist, daß Japan auch im Strudel des ostasiatischen Krieges zu einer Verständigung mit europäischen Kolonialmächten bereit war, die den japanischen Führungs- und Ordnungsanspruch im großasiatischen Raum Anerkennung wollen. Noch vor nicht zwei Monaten hat der japanische Ministerpräsident Tojo die Verantwortlichen in Batavia direkt angesprochen und ihnen die Hand zur Verständigung hingestreckt. Aber Wilhelmine und ihre Emigran- ten-Regierung zerschlugen im Solde Roosevelts und Churchills jede Möglichkeit der Verständigung und trieben Batavia zur Kriegserklärung. Wäs nützt es den Holländern, wenn die Londoner Presse jetzt in großaufgemachten Aufsätzen die niederländische Tapferkeit rühmt und insbesondere -den achtzigjährigen Freiheitskampf gegen Spanien verherrlicht?
„Es vollzog sich", so beurteilt Mustert in einem Zeitungsaussatz die Entwicklung, „das herzzereißende Drama, das hätte vermieden werden können und vermieden werden mußte. Hunderte von Jahren hat zwischen Japan und den Niederlanden Freundschaft und Zusammenarbeit gewaltet. Nach meiner festen Ueberzeugung war es die alleinige Absicht Japans im Hinblick aus Niederländisch-Jndien, an jenen Rohstoffen teilzuhaben, die es zur Versorgung eines Teiles seiner Bevölkerung nötig hat. Ein Handelsvertrag mit Japan und politische Neutralität, die keine Kriegsverpflichtungen gebracht hätte, wäre möglich gewesen. Die Herren in London, gefangen in den Netzen von Churchill und Roosevelt, wollten das nicht; sie stürzten Niederländisch-Jndien in den Krieg. Uns blutet das Herz über das, was sich in Indien abspielt und was verursacht ist durch die Dummheit und die Unverantwortlichkeit von Leuten, die außer Landes flohen, als ihre Soldaten aus ihren Befehl an der Erebbelinie kämpften. Unser Herz ist bei denen, die leiden, fern von der Heimat."
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Lriegsbsriebter Dr. .v. T>öIIiökkeI
L. L. Dieser Krieg ist hart. Er ist jetzt noch mehr als das, er ist grausam. Wir haben es nicht mehr mit einem Gegner zu tun, wie man ihn als Soldat aus den ersten Feldzügen dieses Krieges kennt, anerkennt und achtet. Es sink auch nicht mehr die Truppen der ersten bolschewistischen Armeey, die im vorigen Sommer und Herbst uns gegenüberstanden und damals wenigstens noch eine Art Führung hatten, bis sie unter den unerbittlichen Schlägen unserer Angriffe zerbrachen und in den großen Kesselschlachten zu Millionen starben oder in die Gefangenschaft wanderten. Waren auch die schon nicht mehr Gegner im Sinne eines ritterlichen Kampfes gewesen, sondern unter dem Druck ihrer Kommissare und der verlogenen Hetze jahrelanger - Kriegsvorbereitung ein seltsames Gemisch von roher Wildheit, sturer Zähigkeit und völliger Haltlosigkeit, deren Haltung man nie voraussehen konnte, so ist all das jetzt weit ärger geworden.
Das zweite Aufgebot, das die Sowjet-Machthaber in diesen Winterschlachten vor unsere Gewehre und in die Feuerwalze unserer Geschütze treiben, ist viel ungleichmäßiger, roher und gemischter als die zerschlagene erste Armee. Jüngste Jahrgänge, frisch aus den kommunistischen Parteischulen kommend und mit allem dort eingeimpften Fanatismus und Haß gegen unsere neue Welt angefüllt, alte Dauern aus dem Herzen des Wolgalandes, denen dieser Krieg weder Sinn noch Ziel hat und die stumpf den gleichen Befehlen folgen, die sie seit zwei Jahrzehnten wie Herde um eh verschicken, umsiedeln und zur Arbeit treiben, mehr noch als früher schlitzäugige Nomaden aus den Steppen hinter dem Kwspischen Meer oder den nordstbirischen Tundren, aber auch große und starke Sibiriaken, blonde Kerle, zäh und wild, die jetzt mit den Winterdivisionen der Fernoft-Armet herangeholt wurden. ,
Hinter diesen Massen, die viel mehr angetrieben und aufgepeitscht werden müssen, viel mehr als Masse, als Zahl in den Kampf stürzen denn als geordnete Truppe, steht noch immer die Härte des russischen Winters. Kälte, doppelt und dreifach so tief wie wir sie zu Hause gewöhnlich kennen? Stürme von ungebändigter Wildheit, die aus den Steppen Sibiriens, über endlose Schneefelder der grenzenlosen osteuropäischen Ebenen fegen, Schneefälle, die Straßen und Hütten zudecken, Wege ungangbar machen und die Wälder mit undurchdringlichen Wehen lockeren Pulverschnees anfüllen, der bis über die Hüften geht und jedes Vorwärtskommen zur schweren Arbeit macht. Und dazu die Vereinigung von Wind, Schnee und Kälte, das Schneetreiben, das Tag und Nacht anhält, den Atem vom Munde nimmt, die Augen mit nadelharten Eiskristallen schlägt, das Schützenloch oder den kleinen Graben mit tiefem Schnee vollwirbelt, und mit Kälte und Nässe in Stiefel und Aermel, durch Mantel und Rock dringt. Nase und Ohr vereisen läßt, die Zehen starr und die Finger hart und steif macht. Das auch die Waffen angreift, die Verschlüsse des Maschinengewehrs und der Pak, das Schloß des Gewehrs und den Rückstoß der Kanone einfrieren. bei Berührung des eisigen Metalls Blasen wie Brandwunde^ entstehen läßt und unablässigen Kampf beansprucht.
- Dazu ist der Boden wohl einen Meter tief steinhart gefroren. Eingraben ist unmöglich, Stellungsbau erfordert viel Zeit und Ruhe, Sprengmittel und Holz. Der täglich wachsende und anwehende Schtlee macht eins Schützenlinie unmöglich; denn wer sich hinwirft ve» sinkt rm tiefen Pulver und hat kein Schußfeld mehr. Wer quer über Feld angreift, kommt nur meterweise langsam vorwärts, weil er bis übers Knie durch den Schnee waten muß, hier einbricht, dort auf einer harschen Stelle oben bleibt und Ziel ist, ohne selbst feuern zu können. Unterkunft zum Erwärmen sür die Nacht und zum Essen gibt es nur am Wald, wo man sich Hau. ser aus Stämmen oder Schneehütten nach Art der Es« k"nos baut, oder in den wenigen Ortschaften, die zwi« scheu Wald-ern und offenen Schneefeldern verstreut liegen.
Um sie spielen sich Kämpfe ab, die in ihrer Auswirkung auf die Bauernschaft mit zum Grausamsten gehören, was uns dieser Krieg kennen lernte. Schon im Dezember begannen die Sowjets damit, hier und ^ Spähtrupps durch unsere vordersten Linien
zu schicken, allein mit dem Auftrag, die Ortschaften in Brand zu stecken, in denen unsere Truppen lagen. Aus-
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Sowjetische Kräfte wurden vor Sewastopol eingeschlossen und vernichtet.
Britische Bomber unternahmen einen Mordangriff auf Paris, dem viele hundert Franzosen zum Opfer fielen.
Der Herzog von Aosta ist in englischer Gefangenschaft gestorben.
An der USA.-Atlantik-Küste operieren auch italienische U-Boote.
Die Japaner dringen auf Java weiter erfolgreich vor; Rangun steht vor dem Fall.
Zur Abfindung von Soldaten bei Arbeitsurlaub oder UK.-Stellung wurden neue Vorschriften er- lasten.
Die Bestimmungen über Senkung der Preise bei öffentlichen Aufträgen wurden abgeändert.
Der Abschluß der Norddeutschen Kreditbank Bremen läßt einen erhöhten Eeschäftsumfang dieses Instituts,
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