Ausgabe 
(29.4.1941) Nr. 118
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Erscheint 7makwöchenillch

Monatsbezug E 2,30 elnschl. Zu­stellgebühr; Postbezuasprels monotl. 2,30 E seinschl. 30,1 ^ Post- zeikungSgebükr) zuzügl. 42 Be­stellgeld. Bezugspreis Ist im voraus ahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NG.-Gauverlag Weser- Eins GmbH., Bremen, Geeren 6-8. Fernspr.: 54121, Nachtr. u. Sonnig. S 1115. Sprech z.: Verlag: werktl. 1213 Uhr; Schriftleitung Diens­tag und Freitag 12V-13 Vr Uhr.

vremer Zeitung

parteiamtliclie Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zreien Hansestadt Vremen

Anzeigen - Grundpriiss-

Dir 1 nun hohe und 22 um, breite Felle im Anzeigenteil 13 Die 78 mm breite und 1 mw bobe Feile Im TertteN 75 H4 Ermüß. Grundpr. sfür Mein- u. Familienanzeig. a. a. sowie sonstige Beding. PrriSl. » Nachlaßstaff. 6. Für Anzeigen durch Fernspr. keine Gewahr. Annahme­schluß 16 Uhr: sonnabends 14 Uhr. GesrhZftsst.: Bremen: Geeren 6/8, Fernspr. 54121. Nachtruf o. sonn­tags: Fernspr. 51115; Obernstr.86, Fernspr. 541 21. Vn «vke, Mühlen- damm 2. 8n Hemelingen Bahnhof- str. 6, Ecke PMtr.. Fernspr. 43458

der Nationalsozialisten Vremens

flmlliches verkündungsblalt des Neichsstatttialters in oidenburg und vremen

Nr. 116 / 11. Jahrgang

Dienstag, 29. flpril 1941

Linzelpreis 15 Npf.

flufräumen im Peloponnes

weitere Nackenschläge für knglan-

)n fünf lagen wo Flugzeuge vernichtet / portsmouch wieder bombardiert

Berlin, 28. April.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe führte wie zum Teil durch Souder- meldung bekanntgegeben weitere vernichtende Schläge gegen die im Seegebiet zwischen Pi- räus und Kreta zum Abtransport der geschlagenen britischen Truppen zusammengezogenen Transport-, Material- und Bewachungsschisse. So wurden am 26. April in den griechischen Gewässern elf Schiffe mit zusammen 48 060 BRT. versenkt. Ferner ein britischer Kreuzer nördlich Kreta und 16 weitere Schiffe durch Bombentreffer beschädigt. Ein Teil dieser Schiffe kann als vernichtet angesehen werden. Am 27. April ver­senkte die Luftwaffe einen Kreuzer sowie ein Handels­schiff von 5660 BRT. und beschädigte zwei weitere Kreuzer und zwölf Handelsschiffe schwer.

Die Bewegungen der Truppen des deutschen Heeres zur Säuberung der restlichen Gebiete Mittelgrie­chenlands und des Peloponnes verlaufen plan­mäßig. Verbände der Luftwaffe griffen feindliche Kräfte im Raum um Argos mit guter Wirkung an.

In Nordafrika brachen feindliche Vorstöße aus Tobruk heraus unter schweren Verlusten für den Feind zusammen. Deutsche und italienische Sturzkampf­flugzeuge griffen am 27. April unter Jagdschutz bri­tische Artilleriestellungen um Marsa Matruk an und brachten durch Bombenvolltreffer zwei Batterien zum Schweigen. . . ,

Deutsche Jagdflugzeuge vernichteten ,n einem Hafen der Insel Malta ein viermotoriges britisches Flug­boot vom Muster Sunderland.

Im Seegebiet um England versenkte die Luftwaffe am gestrigen Tage und in der letzten Nacht zwei Han­delsschiffe mit zusammen 1166« BRT. und beschädigte fünf weitere große Handelsschiffe schwer.

In der letzten Nacht Lombardierten Kampfflugzeuge bei guter Erdsicht das Werftgelände und die Hafen­anlagen von Portsmonth. Spreng- und Brand­bomben richteten vor allem in der Staatswerft neue große Zerstörungen an. Ferner wurden Hafenstädte in Cornwall und an der Südostküste Englands ange­griffen.

Gestern gelang es zwei feindlichen Kampfflugzeugen unter dem Schutz einer tiefhängenden geschlossenen Wolkendecke nach Westdeutschland vorzustoßen. Durch Bombenabwurf wurden in einer Fabrik einige Per­sonen getötet oder verletzt. Es entstand nur geringer Eebäudeschaden, der keinen Produktionsausfall zur

In der letzten Nacht fanden Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet nicht statt.

In der Zeit vom 23. bis 27. April verlor der Feind insgesamt 160 Flugzeuge. Von diesen wurden 26 im Luftkampf und durch Nachtjäger, acht durch Marine­artillerie und leichte Seestreitkräfte und drei durch Flak­artillerie abgeschossen; 83 Flugzeuge wurden am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gerieten neun eigene Flugzeuge in Verlust."

K

Wieder einmal fegten in der Sonntagsnachtzeit Fouers- brünste durch Portsmouth, die schon so schwer geprüfte Stadt", heißt es in.einer Reutcrmcldung zu dem letzten An­griff deutscher Kampfflugzeuge auf das Werftgelände und die Hasenanlagen.Die Flammen, - die die deutschen Bomber hinter sich zurückließen, wurden jedoch von der Feuerwehr

Mtterkreu; für U-Sook-Zngenieur »

Berlin, 28. April

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ver­lieh aus Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Racdcr, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant (Jng.) Zürn.

Oberleutnant Zürn hat als leitender Ingenieur von Unter­seebooten mehrere Feindfahrten mitgemacht, bei denen ins­gesamt 273 435 BRT. feindlichen Handelsschisssraumes ver­senkt wurden. Durch seine hervorragende und umsichtige War­tung der Betriebs- und Tauchanlagen des Bootes, durch in gesahrvollen Situationen gezeigte Kaltblütigkeit, Entschluß­kraft lind Ruhe hat er an diesen Erfolgen entscheidenden Anteil.

schnell gelöscht", versucht Reuter abzuschwächen, fügt dann aber hinzu:Es folgte kurz darauf noch ein zweiter sehr scharfer Bombenangriff, der viele Zerstörungen anrichtete."

Eine unfreiwillige Anerkennung der Wirksamkeit der deut­schen Luftangriffe enthielt ein Bericht, den der britische Gene­ralpostmeister Morrison über die Leistungen der Post in Groß­britannien während des Krieges im Londoner Nachrichten­dienst erstattete. Der Eeneralpostmeister führte mehrere Bei­spiele an, wo Postdienststellen durch Bombenabwürfe zerstört wurden, so u. a. ein großes Postamt in London, das einen Bombenvolltreffer erhalten hat. Ein ähnlicher Fall habe sich auch in einem kleinen Ort in der Nähe von London ereignet.

Der englische Nachrichtendienst mußte am Montagvormittag eingestehen, daß keinerlei verläßliche Nachrichten aus Grie- chenland vorlägen. Die absolute Unkenntnis der englischen Oesfentlichkeit über das Schicksal des englischen Expeditions­

korps, über das auch Churchill kein Wort zu sagen wußte, hält an. Das englische Volk hat nur die dürre Formel des Hauptquartiers in Kairo von derFortsetzung des Rück­zuges".

Der englische Rundfunk versucht, die Lücke zu füllen durch alberne Lügen über Bombardierung und Maschinengewehr­beschießung Athens durch deutsche Flugzeuge. Vor der Be­setzung durch deutsche Truppen. Nur die englische Drohung, daß bei Bombardierung Athens «in Vergeltungsbombarde­ment Roms erfolgen würde, habe die kostbaren Bauwerke der griechischen Hauptstadt bewahrt. . . . Wenn den Lon­doner Lügenkünstlern in dieser Situation nichts besseres ein­fällt, so ist auch darin ein wertvoller Hinweis zu erblicken, in welch fürchterliche Verlegenheit sie die griechische Nieder­lage und die kaum noch zu verbergenden Katastrophe des englischen Expeditionskorps gestürzt hat.

Die Italiener besetzten die Insel Korsu

Sei lobruk erneuter britischer Vorstoß rurückgeschlagen

Rom, 28. April.

Der italienische Wehrmachtsbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut:Das Hauptquartier der Wehr­macht gibt bekannt: Abteilungen der Luftwaffe und Schwarzhemden haben heute morgen Korfu besetzt.

In der Cyrenaika hat der Feind an der Tobruk- Front «inen neuen Vorstoß unternommen; er wurde unter Verlusten für den Gegner zurückgeschlagen. Ver­bände von italienischen und deutschen Sturzkampfflie­gern haben in der Umgebung von Tobruk feindliche Batterien, Kraftfahrzeuge und Lager angegriffen.

In Ostafrika dauert der Druck des Feindes und der tapfere Widerstand unserer Truppen an. Dessie wurde geräumt. Feindliche Angriffe im Abschnitt von Alagi wurden abgewiesen.

Eines unserer Unterseeboote unter dem Befehl von Korvettenkapitän Todaro Salvatore hat im Atlantischen Ozean einen feindlichen Hilfskreuzer von 10 000 Tonnen versenkt." ^

Mit der Besetzung der Insel Korsu durch italienische Streit­kräfte ist die Adria, wie man in Rom sagt, zu einem italienischen See" geworden. Die 585 Quadratkilometer große Insel ist an der engsten Stelle des Kanals von Korsu nur 2 Kilometer von der albanischen Küste entfernt und beherrscht die Seeverbindungen zwischen der Apenninen- und Balkan­halbinsel durch die Straße von Otranto.

Nach der Einnahme des Stützpunktes Korfu, der gute Häfen besitzt, wird der italienische Transportverkehr zwischen Unter­italien und Albanien, wieStämpa" andeutet, aus Geleit­schutz durch Kriegsschiffe verzichten können. Die Insel Korsu, die mit beinahe 1V0VV9 Einwohnern sehr dicht besiedelt ist und beachtliche Mengen Olivenöl ausführt, war im ersten Jahr der faschistischen Regierung bereits einen Monat lang von italienischen Truppen besetzt. Wegen der Ermordung des italienischen Generals Tellini auf griechischem Boden ließ Mussolini am 3t. August 1923 auf Korsu. Truppen landen. Sie zvgen sich am darauffolgenden 27. September wieder von der Insel zurück, nachdem die griechische Regierung volle. Sühne sür die Mordtat geleistet und die erste außenpolitische Machtprobe des Faschismus mit einem ausgesprochenen Erfolg geendet hatte.

Hafenbecken mit Vchiffskrümmern besät

Athen, 28. April.

Bei ihrem Einmarsch in Athen stellten die deutschen Sol­daten fest, daß die Bombenangriffe der deutschen Luftwaffe aus britische Truppentransportschiffe im Hasen von Piracus von noch größerer Wirkung gewesen sind, als nach Auf- kliirungsmeloung bisher angenommen wurde. Das ganze Hafenbecken ist besät mit Schiffstrümmern und Wracks. An einer Stelle ragen noch die Reste von fünf etwa 3ÜÜV BRT. großen Schissen aus dem Wasser, während von einem daneben liegenden rund 7ÜÜV BRT. großen Transporter nur noch die Bugspitzc zu sehen ist. Das sind die Flottcneinheiten, mit denen sich die geschlagenen Briten aus dem Staube machen wollten.

Seplanter Naub der griechischen statte

kngland bestick» den verratenen vundesgenossen - Schlußakt der britischen ..Hilfe"

o. seil. Bern, 28. April (82.-8iZenhsriestt) Der griechische Gesandte in Aegypten hat Wohl «m Auf­trage des nach der Insel Kreta geflohenen englandhörigen griechischen Königs Georg der amerikanischenllnited-Preß"- Agentur ein Interview gegeben, das den verheerenden Ein­druck, den die britisch-griechische Niederlage in der ameri­kanischen Oesfentlichkeit auslöste, etwas abschwächen soll. So behauptet dieser griechische Gesandte namens Dimitri Eapsales in einem Tonfall, als hätte er am Feldyug in Griechenland selbst teilgenommen, während des ganzen Krieges seien die Beziehungen zwischen Griechenland und England sehr eng und svonndschaftlich gewesen. Damit soll das amerikanische Volk üb e die schweren britisch-griechischen Kulissenkämpse und die tiese Enttäuschung des griechischen Volkes über den englischen Verrat hinweggetäuscht werden.

Eapsales kündigte dann einen neuen Schurkenstreich der nach Kreta geslohencn griechischen Regierung von König Georgs Gnaden an, indem er sagte, die ganze griechische Handelsflotte werde in Zukunft der britischen Regierung zur Verfügung stehen. Die äußeren Umstände dieser Schiebung lasten durchschimmern, daß dieser britische Plan, sich die griechische Handelsflotte anzueignen, mit Gegenstand jenes bewegten griechisch,englischen Kulisicnringens war, dem auch der griechische Ministerpräsident Korhzis erliegen mutzte, i Nach dem Verrat und der feigen Flucht soll nun auch als l weiterer Punktbritischer Hilfe" ein hinterlistiger Dicbstahl

jenes Faktors der griechischen Wirtschaft folgen, der allein der griechischen Volkswirtschaft zu einem relativen Wohl­stand verholsen hatte.

woHin stieben die kngländert

Dr. 8. Vichh, 28. April. (82.-8iAsichsrieIit.)

Politische Kreise in Vichh drücken die Befürchtung aus, daß die aus. Griechenland geflohenen Truppen Englands in Syrien gelandet werden könnten mit der Begründung, es stehe den englischen Truppen keine andere Zuflucht zur Ver- sügung. General Dentz, der Oberkommissar für Syrien und Libanon, hat eine Weisung erhalten, die entsprechenden Maß­nahmen zu treffen, um die englischen Truppen sofort zu internieren, falls sie einen Landungsversuch unternehmen sollten.

luden und Veiten in Fischerbooten

rck. Rom, 28. April. (82.-8igsnbsrieIit.)

In allen Levantehäsen treffen, wie Mondo Arabo aus Beirut berichtet, kleine Fischerboote mit Flüchtlingen aus Griechenland ein.. Unter ihnen befinden sich vor allem bri­tische Beamte und Juden. In ägyptischen Häfen sind alle griechischen Schisse von den Hafengebühren befreit worden.

lHurchill tröstet über Niederlagen

Dicker deutscher Strich durch das Nedekonzept waoell verlor den Heiligenschein

. Berlin, 28. April.

Seit Beginn der englischen Niederlagen am Balkan wurde in England der Ruf nach einer Rechtfertigung des verantwortlichen Ministerpräsidenten immer lauter. Zahl­reiche Abgeordnete forderten stürmisch, daß Churchill im Unterhaus Rede und Antwort stehe. Sogar in Australien machte sich eine gewaltige Unruhe breit. Schon deshalb, da australische Regimenter sinnlos dem deutschen Ansturm geopfert wurden, ohne daß das australische Volk und seine Abgeordneten auch nur ein Sterbenswörtchen von dem Plan dieses Einsatzes gewußt hätten. LHurchill hat sich in Schweigen gehüllt und flehentlich gebeten, doch im gegenwärtigen Augenblick von einer Debatte absehen zu wollen. Da nun die Ereignisse, die lawinenartig die letzten englischen Positionen auf dem europäischen Kon­tinent hinwegschwemmten, die Köpfe der englischen Be­völkerung vollends verwirrten,, sah sich Churchill endlich veranlaßt, Erklärungen abzugeben. Einer Debatte im Unterhaus wich er auch jetzt noch aus, sondern sprach im englischen Rundfunk. Er sprach aber seine Rede be­deutet nichts anderes als einen Schwanengesang für Eng­lands große europäische Feldzugspläne, die niemand an­der« in der Vergangenheit greller an das Tageslicht ge­bracht hat, wie gerade Churchill.

Während noch vor wenigen Wochen gerade Churchill bei seinem Hilsewerben um die USA. die Lage am Balkan so darstellte, als ob hier endlich die Achilles­ferse gegen die Achse gefunden wäre, und ein großes britisches Expeditionskorps im Verein mit den jugo­slawischen und griechischen Armeen im Begriff wäre, den entscheidenden Schlag zu führen, muß dieser selbe Mann nun das volle Eingeständnis einer völligen Nie­derlage machen. Kein Wort mehr davon, daß diese eng­lische Position irgendwo in Griechenland noch gehalten werden könnte, kein Wort mehr von einer möglichen Rückeroberung des verlorenen Schlachtfeldes, kein Wort mehr wie früher von geplanten Landungen an anderen Stellen dieses Kontinents, nur mehr Worte des Rückzuges, der Hilflosigkeit, die man durch die üblichen widerlichen Fälschungsversuche der ganzen Entwicklung dieses englischen Dramas umzudeuten versucht. Es ist mehr als frivol, wenn Herr Churchill feststellt, daß die Streitkräfte, die er nach Griechenland schicken konnte, nicht ausreichten, um die deutsche Jnvasionsflut aufzu­halten, und meint, dies wäre von vornherein klar ge­wesen. Warum so muß man fragen, hat Churchill diese Feststellung nicht vor Beginn des Balkankrieges ausgesprochen?

Hätten es die Serben und die Griechen gewagt, die deutsche Wehrmacht herauszufordern, wenn sie nicht den Versprechungen aus London hätten Glauben schenken tonnen? Haben nicht noch nach der Kapitulation der serbischen Armeen die Engländer behauptet, es gäbe in Griechenland bei den serbischen Geländeverhältnissen noch reichlich genug Gelegenheiten, den deutschen Sturm aufzuhalten? Hat man nicht die englische Bevölkerung trotz der täglichen Schläge in einen Optimismus hinein­geredet, der bei allen ernsten Sachkennern nur als Gau­kelei eines politischen Komödianten gewertet werden konnte? Heute tut LHurchill so, als ob diese Entwicklung genau und folgerichtig nach den englischen Plänen ge­gangen wäre. Ja, selbst die kapitale Niederlage in Afrika versucht dieser Taschenspieler mit der sprichwört­lichen Dummheit des Engländers zu verdecken, indem er die klassischen Worte prägt, die Lage dort wäre so, daß er nicht wünschen könnte, die englischen Truppen wären in den Positionen der Deutschen. Fürwahr, wenn man auch zugeben muß, daß es für einen englischen Premier bei den gegebenen Umständen außerordentlich schwer sein muß, vor das betrogene Volk hinzutreten, und eine Rundfunkansprache zu halten, so muß man doch fest­stellen, daß dieser Abschied von Europa die ganze Jäm­merlichkeit der in der Vergangenheit so wahnwitzig überheblichen englischen Politiker darlegt.

Aber die Zukunft? Das englische Volk fragt ja immer eindringlicher: Was wird, was wird? Churchill antwor­tet, er möchte es aus Erfahrung unterlassen, Prophe­zeiungen über kommende Kämpfe zu machen. Vielleicht deshalb, weil der Verlauf dieses Krieges eine an­dauernde schlagkräftige Widerlegung Churchillscher Pro­phezeiungen war? Wie Churchill nun den Krieg gewin­nen will, das weiß dieser Herr natürlich selbst nicht, wie aus seinen weiteren Ausführungen hervorgeht. Seine Gedanken kreisen nur mehr um die Pläne die die Feinde zur Erringung des Sieges haben könnten. Mit professoraler Geste stellt Churchill fest, daß Hitler den Krieg nur gewinnen könne, wenn er die Insel besetzte oder die Schlacht im Atlantik für sich entscheide. Wie war

bv. Stockholm, 28. April. s82.-DixenberioIit.)

Tic deutschen Bombensliegcr, die am Piräus die Ein­schiffung der englischen Griechenland-Truppen hinderten und andere bereits unterwegs befindliche Truppcntransportschissc versenkten, haben das Hauptvcrdienst daran, daß durch Churchill? Rcdekonzcpt vom Sonntag ein dicker Strich ge­macht wurde. Der Zeitpunkt sür die Rundfunkrede an das Empirie war sorgfältig so gewählt worden, daß die Kunde vomRückzug" der Ucbcrrcste des Gricchenland-Hilsslorps von Churchill persönlich gegeben werden sollte, der damit über die Niederlage hinwegtrösten und seine bewährte Dün- nrchen-Mcthodc wieder auffrischen wollte, eine Katastrophe M einen Sieg umzulügcn. Die Schnelligkeit der deutschen Vcrsolgungstruppen und die Zielsicherheit der deutschen Bom­ber zwangen Churchill, eine andere Red« zu halten.

Des geplanten Hauptessekts beraubt, mußte er den ängst­lich wartenden Hörern in England und im Empire, die Aus­kunft haben wollten über das Los ihrer Söhne und Brüdsr, ein klägliches Surrogat liefern in Gestalt eines Recht­fertigungsversuches und einer neuen Auslage der üblichen USA.-Propaganda-Platte. Darin eingebaut sand sich das Eingeständnis der Libyen-Niederlage und die Vorbereitung aus die Möglichkeit einer Gefährdung weiterer vitaler Punkte des Empires sowie die ziemlich deutlichen Anspielungen auf den großen Ernst der Schlacht um Englands Atlantik- öusuhr-Linien.

Um seine eigene Schuld an dem Griechenland-Abenteuer zu verbergen, machte.Churchill folgende Gruppen verantwortlich: Seinen Vorgänger Chainbsrlain, nämlich wegen der vor dem Kriege gegebenen Garantie, die Griechen wegen ihrer un- delikaten Hilferufe an England, die Vereinigten Staaten we­gen ihrer Ueberschätzung solchermoralischen" Faktoren, die fatalen Ehrenausfassungen der Welt, die einen offenen Bruch des Hilssversprechens als Schande ausgelegt hätte, die Do­minien, die der Entsendung von Hilfstruppen nach Griechen­land ausdrücklich zugestimmt hätten und sich also über die Opferung ihrer Truppen hier nicht beklagen dürften, die Nachbarn Griechenlands, weil sie sich nicht selbst an Stelle Englands rechtzeitig in die Flammen stürzten und diese satale Pflicht den Edgländern selbst überlassen hätten, vor allem aber auch, weil sie den Engländern nicht zu Hilse gekommen seien und damit derenMarsch zum Meer" verschuldet hätten.

Jnteressantcrwcise fehlte in Churchills Ausstellung der Griechenland-Schuldigen jede Bezugnahme aus Eden und Dill, die das Kricgsministerium gern als Sündenbock opfern lassen wollte, die Churchill aber als seine speziellen Günstlinge vor­läufig noch deckte. Dafür hat er nun offiziell Wavell als Schuldigen an derärgerlichen und schädlichen" Libyen- Niederlage preisgegeben, weil Wavell und seine Generäle sich von der Stärke der deutschen Afrika-Truppen hätten über­raschen lasten und weil sie ungenügend« Vorkehrungen an der Grenze getroffen hätten. Um aus «eitere schlimme Ersatz-

rungen mit diesen deutschen Truppen gefaßt zu machen, ließ- Churchill sogar das Eingeständnis einsließen, er habe die Teutschen als Krieger nie unterschätzt. Er rang sich weiter das Bekenntnis ab, der Krieg sei nun einmal voller Ent­täuschungen und Fehler.

Er benutzte die Gelegenheit, um sich selber zu wehren gegen verschiedene Vorwürfe, die offensichtlich gesessen haben: er habe nie versucht, seine Niederlagen in einen Sieg umzu- douteln und er habe auch nie über den Ausgang noch aus­stehender Kämpfe Prophezeiungen veranstaltet, aber dann prophezeite er natürlich dennoch und zwar in albernster Weise: Er wolle die englische Stil-Armee nicht gern in der Saut der deutschen Angreiser sehen, aber, so fügte er aus­fällig vorsichtig hinzu, das sei seine persönliche Aufsassung, und er könne wohl verstehen, daß es auch andere gebe.

Reuter hat sür die neutralen Länder, die an mehreren Stellen eingestreuten hysterischen Schimpfereien auf Italien und aus die Charakterisierung der Deutschen als:Bös­artige Hunnen" weggelassen. Dafür werde in breitester Form die , Anspielungen aus Kriegsausdchnungsmöglichkeiten wiedergegeben, erst recht aber natürlich die Hoffnungen aus die Vereinigten Staaten. Churchills wirkliche Sorgen um die furchtbaren Verluste der englischen Schisfahrt schimmerten durch, als er die nicht bloß rhetorischen Fragen zur Atlantik-Schlacht stellte:

(Fortsetzung auf Seit« 2)

vnsor 'rayS88piosoL

Die deutsche Luftwaffe setzte ihre wuchtigen Schläge gegen die britische Fluchtflotte in den griechischen Gewässern sort. Feindliche Vorstöße aus Tobruk wurden unter schweren Verlusten des Gegners zurückgeschlagen.

Das Werftgelände und die Hafenanlagen von Ports- mouth wurden mit Spreng- und Brandbomben belegt. Italienische Truppen besetzten die Insel Korsu.

Nach dem Verrat an Griechenland raubt England nun­mehr auch noch die Handelsflotte des verführten Ver­bündeten.

Die Unzufriedenheit in Australien ist auch weiterhin noch ständig im Steigen begriffen.

Der I. Mai ist auch in diesem Jahr gesetzlicher Feiertag. Reichsminister Dr. Frick stattete am Montag dem Gau Weser-Enis einen Besuch ab, der in Bremen abgeschlossen

sür den Freihafen Bremen veröffentlicht.

Italien siegte im Tennis-Länderkampf über Deutschland