Ausgabe 
(8.4.1941) Nr. 98
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partLiamiliche Tageszeitung

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der Nationalsozialisten Bremens

flmlliches verkünüungsblott des veichsstattlialkers in Oldenburg und Vremen

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Dienstag, 8 . flpril 1941

kinzelpreis 15 llpf.

Vergeltung planmäßig im Bange

wuchtiger ffngriff an der Südostfront

Starke seile unserer Luftwaffe unterstützen das Vorgehen des Heeres — Z5 slügzeuge des seindes im Lustkamps abgeschossen, 54 am voden zerstört - Neue deutsch-italienische krsolge in Libgen - Vom 4. bis flpril lZ Schiffe mit rund 52 tlgg VM. von Bombern erledigt

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Berlin, 7. April.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „An der Südostfront schreitet der Angriff unter hartnäckigen Kämpfen planmäßig fort. Starke Teile der Luftwaffe unterstützten das Vorgehen des Heeres durch Aufklärung, Angriffe gegen Kolonnen, Stellun­gen und Verkehrsmittel des Feindes.

Wie bereits gemeldet, wurden die Feftungsanlagen und andere kriegswichtige Ziele in Belgrad bei Tage mehrfach von starken Verbänden deutscher Kampfflug­zeuge mit vernichtender Wirkung angegriffen. Ins­besondere erhielten der Hauptbahnhof von Belgrad und eine Pontonbrücke schwere Treffer. Zahlreiche Eroßbrände wiesen noch in der Nacht den deutschen Kampfflugzeugen den Weg zu einem vierten Angriff aus die Festung Belgrad.

Außerdem wurden Flugplätze in Mittel- und Süd-Jugoslawien mit nachhaltigem Erfolg bom­bardiert und mit Bordwaffen beschossen. Dabei gelang es, zahlreiche Flugzeuge am Boden zu vernichten. Eine grosze Zahl von feindlichen Flugzeugen wurde in Lust- kämpfen abgeschossen.

InLibqen warfen deutsche und Italienische schnelle Verbände feindliche Nachhuten nordostwärts und süd- ostwärts Vcnghasi und wehrten einen Gegenstoß feind­licher Panzer erfolgreich ab. Zahlreiche Beute an Ge­fangenen, Waffen und Kraftfahrzeugen wurde ein­gebracht. Im Seegebiet um England versenkte die Luft­waffe am gestrigen Tage vier Handelsschiffe mit zusam­men 18 VVÜ BRT. Zwei weitere große Handelsschiffe, darunter ein Tanker, wurden schwer beschädigt. In der Nacht zum 7. April erzielten Kampfflugzeuge Treffer aus drei Handelsschiffe mittlerer Größe. Ferner rich­teten sich wirkungsvolle Angriffe gegen Hasenanlagen an der Oftkiiste der britischen Insel.

Am 4. April gelang im Vristolkanal südoftwiirts Pembroke ein besonders erfolgreicher Angriff aus nie­drigster Höhe auf einen Eeleitzug. Drei Handelsschiffe von insgesamt 22 060 BRT. wurden so schwer beschä­digt, daß mit . ihrem Totalverlust gerechnet werden ^kann. Ein weiteres Handelsschiff trug schwere Beschä­digungen davon. Die Luftwaffe zerstörte damit in der Zeit vom 4. April bis zum 7. April früh insgesamt

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kritisches Schlachtschiff flüchtet über den fltlantik

dre, Stockholm, 7. April.

Ein schwer beschädigtes englisches Schlachtschiff ist, einer sensationellen Meldung aus Newyork zusolge. in dem dor­tigen Hafen eingelaufen, um zu sosortiger Reparatur in ein Trockendock der USA.-Marine auigenommen zu werden. Schwedische Meldungen vermuten, daß es sich »m die „Ware- ipite" handelt (Baujahr 1913, 3.188» To., 1150 Mann Be­satzung) und daß die Beschädigungen vielleicht die Folgen eines Sccgciechts im Atlantik darstellen.

Ein Newyorker Kabel des Stockholmer „Astonbladet be­sagt über die Einzelheiten Hes Vorgangs: Das Schlachtschm ging vor der Staateninsel vor. Anker. Es hatte alle Namen,- schilder übermalt. Nicht einmal an den Rettungsbooten fin­det sich irgendeine Bezeichnung. Man kann eine /acht Meter lang« Oeffnung im Panzer am Vorschiss wahrnehmen. So- >' fort nach dem Ankerwersen wurden mehrere Besatzungsnnt- l glicder an Land gebracht, allem Anschein nach in ein Kran­kenhaus, Der ganze Vorgang wird mit dem grössten Ge­heimnis umgeben. Es bestand bisher keine Möglichkeit, -est- zustellen, wie die Beschädigungen entstanden Patrouil­

lenboote des Küstenwachdienstes folgten dem Schlachtschin vom Ambrose-Feuerschiii ab. ^ '

Soviel ist durchgesickert, daß das Schiff in den Trocken­docks der Flottenwerft Brooklyn Aufnahm« stnden solh so­bald dort das Schlachtschiff der Vereinigten Staaten „Norty Carolina" klar zum Auslaufen ist.

„Unsere Schiffsverttiste sind verheerend"

bv. Stockholm, 7. April.

Der englische Schiffahrtsminister Ronald Eroß gab einem Vertreter 'des Stockholmer „Socialdemokraten" ein Interview, das von dem schwedischen Blatt unter der llebcrschrist ver­öffentlicht wird: „Schiffe, Millionen von Tonnen, sind das, was England braucht." ,,

Ervß versucht zu bohaupten, baß die englische Handelsflotte von heilte trotz der Verluste „beinahe ebenso groß vne gn Beginn des Krieges und daß die Verluste in großem Uu»- "wß durch Nonbnu. Ilobe'icholung und Anslandskauze ^rietst worden seien. Er gesteht aber dann, daß trotzdem der Ab­gang größer sei als die Nsnzugänge Englands große Hoff­nung, richte sich jetzt ainf die Vereinigten Staaten und das dortig« gewaltige Schiffsbanprogramm. Er selbst halt« es nicht für unmöglich, daß die Schifssprodnktion der beeben Länder auf ein Niveau gebracht werden könnte, das die Ver­luste oecken würde. -. , „ ,

Erotz brachte ferner folgenden schönen Satz hervor: „unsere Schlßsvcrluste sind natürlich verheerend aver insgesamt kann ich sagen, daß wir seit dem Znsammenbrnch Frankreich- keine vigcnklichcn Schocks erlitten haben, die Ereignisse haben Nch Aanz nach unserer Berechnung entwickelt". Auf die fatale Frage nach der Zstkunst erfolgte die Auskunst: --AOir rechnen vnt anhaltenden Verlusten, aber auch erhöhten Möglichkeiten, zur See zu bekämpfen". . .

-ins den Hinweis, daß am Tempo des Läschens und der Reparaturen viel Kritik geübt werde, gab Croß ZU: „Stockun­gen rn den Häfen zu- vermeiden und die 'Schnelligkeit von Reparaturen zu erhöhen, ist eines unserer ernstesten Probleme.

löst äst"" sull'N', daß es bereits zufriedenstellend ge-

Eroß schloß die Unterredung mit Dersicl»erung<ni. daß den Neutralen, die für England heute die Kastanien im Seekrieg aus dem Jener holen, ihre Gewinne oder Rückgabe der schüfe A . . . Versick-erungsersätz im Berlustiall zugcsick>ert sei, warten, wie gesagt, aus mehr Schisse, vor allem aus !sv?.nka' Unser Bedarf an Schissen ist dringend,-, aber wir »Weiseln nicht daran, daß wer sie bekommen."

13 Schiffe mit rund 52 666 BRT. und fügte noch 14 weiteren Handelsschiffen starke Schäden zu. Die feind­liche Fliegertätigkeit war sehr gering.

Im Südosten drangen einige feindliche Flugzeuge in die südliche Steiermark ein und warfen vereinzelt Bomben. Nennenswerte Schäden entstanden nicht.

Im Westen beschränkte sich die britische Luftwaffe bei Tage und in der Nacht aus KUstenflüge in Nordwest­deutschland und Frankreich. Drei feindliche Flugzeuge wurden hier durch Jäger, zwei durch Flakartillerie, eins durch Vorpostenboote abgeschossen.

Im Südoften wurden nach bisher vorliegenden Meldungen 35 Flugzeuge im Lustkampf abgeschossen, 54 Flugzeuge am Voden zerstört und neun weitere apr

Boden schwer beschädigt. Sieben eigene Flugzeuge gin­gen verloren."

' Beim Uebcrganc,- deutscher Alstei'luuge.n-. über die jugo­slawische .Grenze am Morgen des 8, April-kam es-an einem Flnßübergang zu zcchlreick-en raschen, und heftigen Kämpf- Handlungen, Hierbei zeichneten sich-zwei deutsche Stoßtrttpps besonders: aus. Nachdem sie die von den Serben vorgesehene Sprengung, einer wichtigen Brücke verhindert hatten, griffen die kleinen.'Trupps vier aus dem jenseitigen User liegende moderne, Bunker an, die mit Pakgeschützen, Maschinengewehren und Granatwerfern ausgerüstet waren.

Nach kurzem harten Kamps überwältigten die wenigen Teutschen die in der Neberzahl stehenden Gegner, nahmen im Sturm, die Blinker und hielten siir die nachrückenden Ein­heiten die Brücke offen.

Schockwirkung des flngriffs au? Selgrad

hstgsnhsrictst unseres Vertreters in Lern

seh. Bern, 7s April.

Die Berichts der englischen Kriegsberichterstatter auf dem Balkan müssen bereits am ersten Tage der deutschen Offensive große deutsche Erfolge zugestehen. Die deutsche Luftwaffe, so erklärt der Militärberichterstatter der englischen Agentur „Exchange", besonders unter Hinweis aus den Luftangriff aus Belgrad, habe während des ganzen ersten Tages eine Aktivität entwickelt, die man nur, als furchtbar bezeichnen könne.- Man schützt, daß die deutsche Luftwaffe am Sonntag etwa „2 v » ü Maschine n" znm Einsatz gebracht habe. Mit der Erklärung, daß. die serbische Luftwaffe schon am ersten

Tage. bedeutende Verluste erlitten habe, möchte dia kritische Agentur darauf vorbereiten, daß es der RAF., die in letzter Zeit, wie, von offizieller britischer. Seite gemeldet wird, in Griechenland bedeutend verstärkt wurde, schwerfallen dürste, der deutschen Luftwaffe mit Erfolg entgegenzutreten.

Starkes satten britischer Staatspapiere

S t o ck h o l.m , 7. April.

An der Londoner Börse wirkten sich, nach einer Reuter- Meldung, die politischen und militärischen Ereignisse am Mon­tag in erneutem stärkeren Druck aus die Kurse aus. Von der Abwärtsbewegung waren besonders britische Staatspapicre und südafrikanische Goldminenantcile betroffen, doch lagen auch Jndustricwerte grösstenteils abgeschwächt.

6. Kompanie nimmt die kisenballnbrücke

Schneidiger Insanterieeinsats am ersten kinmarschtag in Jugoslawien

Von Krisgsdsrickter Ör. kster Wolkkrsin cknd..7. April. <?IO1

Die 8. Kompanie eines Jn- santerie-Regiments erhält siir den k. April folgenden Be­seht: Die Kompanie nimmt

die Eisenbahnbrücke bei 1'. unversehrt in die Hand und bildet einen Brückenkops aus einer etwa 3 Kilometer südlich gelegenen Höhe. Dazu setzt Leutnant S. mit zwei Flog- säcke», i» denen sich Pioniere und Schützen befinden, über den Grenzfluß Mur und schleicht sich an die Brücke heran. Die Kompllnie folgt mit 3» Meter Abstand über die Brücke, der erste Zug greift links, der zweite rechts des Bahndammes an. Der dritte geht rechts rückwärts z»m Schutze der rechten Flanke vor. Die Kompanie stößt bis Z. durch.

Im Morgengrauen des An- grilfstages setzt Leutnant S. wie besohlen mit zwei Floß- säcken über den Grenzfluß über. Unmittelbar vor der Landung eröffnet der Feind aus einmal das 'Feuer. Um die Brücke vor der Spren­gung durch den Gegner zu bewahren, muß der erste Zug der 6. Kompanie mit einem SMK., zwei Paks und einer schweren Kranaiwersergruppe im Sturm über die Eisen- bahnbrücke gehen.

Der Serbe hat hier wie jUwrall an der Grenze Brücken- und Grenzstraßeu- übergänge mit vorzüglich ge­tarnten Bunkern gesichert.

Kaum» sind die deutschen Sol­daten am jenseitigen User/ da bricht aus einer rückwär­tigen Stellung des Feindes und aus einem bis dahin noch nicht erkundeten Bunker MG.- und Gewehrfener los. Die Kompanie, hat ihre ersten Verluste an Toten und Verwun­deten. Doch deshalb erlahmt der Angriss nicht.

Mit dem gleiche» schneidigen Vvrwärtsdrängcn, das die Kompanie bei ihrem Einsatz im Westen, beim Durchbruch durch die Maqinotlinie und anderen Kämpfen auszeichnete, wird der Angriff auf eine vom Feind besetzte Mühle »nd eine da- hinterliegende Kaserne vorgetragen.

In der Kaserne ist die etwa 40 Mann starke Brücken­ablösung untergebracht, die sich hier im Schutz der dahinter- liegenden Stellungen und Bunker verteidigt. Im Handstreich werden Mühle und Kaserne genommen und dann geht es ran an die Bunker, Artillerie steht nicht zur Verfügung. Lediglich die Pak-Geschütze die über die Eisenbahnschwellen gehoben werden, um am jenseitigen Uier sofort in Stellung zu gehen.

Nach kurzer Fenervorbereitung geht der Sturm auf die Bunker los. Handgranaten stiegen vor die scharten „nd sen­den ihre Splitter ins Innere der Bunker. Diesem Angriffs­geist hätt der Feind nicht stand. Er. geht zurück, sammelt sich in der Lrlfchait und setzt zu einem Gegenstoß an. Noch sind erst ganz schwache deutsche Kräfte an den Ort herangekom­men. den Serben um ein Vielfaches unterlegen. Ein MG., zwei Maschinenpistolen und zwei Eewehrschützcn werfen den Angreifer zurück und treiben ihn der an der Flanke an-

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greifenden 5. Kompanie des Regiments direkt , in die Arme, Die serben sehen ein, daß Widerstand nutzlos ist uud ergebe» sich. Aber der gegneriiche Widerstand ist noch nicht gebrochen. Beim Meiterstürmen aui eine Milch 'gelegene Höbe­gibt es erneut Feuer aus rückwärtigen ierkiscip-n Bunkern. Wieder setzen Teile der Kompanie zum Bunkerst,irm an. Mit .dem gleichen Erfolg wie vorher: Nach kurzem heftigen Beichuß ergibt sich die Bunkerbeiatzung und weiter geht es.

Auf halber Höhe, ostwärts des dominierenden Berges, auf dem sich die Serben zur Verteidigung festgesetzt haben, gibt es starkes Feuer von rechts. MG. und Pak kämpfen auch hier den Gegner nieder. Im Sturm wird nun die Höhe erreicht, auf der der Brückenkopf gebildet werden soll. Der Feind flieht, er rennt, was er lausen kann, um den vernichtenden Schlägen der deutschen Insanterie zu entgehen. Doch so schnell gibt der Führer der 8. Kompanie. Oberleutnant H., den Ser­ben keine Ruhe. MG.-Tchiitzcn und einige Gcwehrträgcr wer­den in einen Personenkraftwagen gesetzt und in rasender tzsahrt geht es südlich, bis vom Feind nichts mehr zu sehen ist. MG.- und Poksichernngcn werden ausgestellt. Der Aus- trag des ersten Emmarschtagcs ist von der Kompanie cr- -D'° Eifcnbahnbrücke ist unversehrt in deutscher Hand. der Brückenkopf befehlsgemäß gebildet. Planmäßig kann an dieser «telle der Bormarsch weitergehen.

Ein aufschlußreicher Iahresrückblick

8. 8. Mit dem heutigen Tage geht das Jahr zst Ende, das Norwegen unter den Schutz des Eroßdeutscheti Reiches brachte. Der 9. April 1940 bedeutete wirt­schaftlich für Norwegen einen tiefen Einschnitt, einen Haltepunkt, nicht aber die Wendemarke. Der prinzipielle Bruch mit der liberalen Handelspolitik war schon viel früher erfolgt, nämlich durch den Handelsvertrag mit einem Lande, das sich nach außen gleichfalls zu dem System der so­genannten freien Weltwirtschaft bekannte, mit Eng­land. Das Quotensystem des norwegisch-britischen Handelsvertrages von 1933 war der Ansklang des liberalistischen Zeitalters, auch für Norrstegen! Trotz­dem tat Norwegen freilich so, als ob es sich die Prin­zipien des Freihandels und der freien Weltwirtschaft weiter zu eigen mache; die Freiheit des Handelns hatte es aber schon eingebüßt! Mit den Quoten im Außenhandelssystem waren nämlich die der Kohlen- versorgnng gekommen. England als vertraglicher Hyuptlieseränt hatte seit 1933 die Brennstoffversorgung der norwegischen Industrie und auch der norwegischen Haushalte in der Hand, mit anderen Worten: England war von nun an in der Lage zu bestimmen, ob Nor­wegen hungern oder frieren sollte oder nicht, und konnte nach Bedarf mit beiden drohen. Norwegen war seit 1933 englandhorig und so der Trabant einer Großmacht, die ebenfalls seit 1933 — es ist international ein sehr denk­würdiges Jahr! — zu den geschworenen Feinden des Deutschen Reiches gehörte. Dieser Rückblick ist not­wendig, um aufzuzeigen, daß die norwegische Neutralität seit Kriegsausbruch ein Vorwänd und von den poli­tisch Wissenden Heuchelei war. Norwegen ist bis 1940 in Wahrheit das Vorwerk britischer Außen- und Macht­politik gegenüber Deutschland gewesen und hat seine Hände dazu willig geboten.

Der 9. April 1946 war eine Ueberraschung für die Engländer, denen die Besetzung Norwegens durch die deutsche Wehrmacht nur um Stunden zuvor kam, wie für die Norweger, die die Festung Oscarsborg im Oslosjord das Gibraltar des Nordens nannten und für uneinnehmbar hielten oder gar in Hafenplätzen der Westküste die baldige Ankunft der Engländer erwarteten.

Es klingt unglaublich, spricht aber für deutsche Gründ­lichkeit, Schnelligkeit und Eeschicklichkeit im Organisieren, daß, während rm Norden Norwegens noch gekämpft wurde, bereits alles getan war, um die Wirtschaft wie­der in Gang zu setzen oder in Gang zu halten. Das ist in weitestgehendem Maße gelungen. Deutschland ist seither der beste Kunde und Lieferant Nor­wegens geblieben. Bereits kurz nach Kriegsausbruch im Jahre 1939 hat sich gezeigt, daß Deutschlands Export- kraft nicht schwächer, sondern stärker geworden war, obwohl beispielsweise die beiden norwegischen Reede­reien, die von Oslo einen regelmäßigen wöchentlichen Dienst nach Hamburg und Vremen unterhielten, die Soendenfjeldske und die Jeloe-Linie, die Fahrt schon im September 1939 eingestellt hatten, die ungehindert von den Engländern weiter hätte durchgeführt werden kön­nen! Auch diese Einstellung kennzeichnet das Verhalten der Norweger gegenüber Deutschland und dürfte zu gegebener Zeit in Rechnung gestellt werden! Nichts­destoweniger hat sich Norwegen aus Deutschland seit September 1939 in steigendem Maße versorgt. Das zeigen insbesondere die Zahlen des norwegisch-deutschen Clearing, das bei seinem Beginn mit einem monat­lichen Umschlag von etwa tü Millionen Kronen rech­nete, in den ersten Kriegsmonaten aber eine Einzah­lung von 20—25 Millionen Kronen monatlich ver­buchte.

Selbstverständlich haben die Kriegshandlungen und .EMrische Besetzung Norwegens zunächst einen Rückschlag im Außenhandel zur Folge'gehabt, der daran zu ermessen ist, daß Ein- und Ausfuhr Norwegens im Mai 1940 einen Tiefstand von 27,7 bzw. 12,4 Mill. Kr. erfuhren, auch ist der LLühenhandel Norwegens im Jahre 1940 gegenüber dem Vorjahr in der Einfuhr Mlt 944,8 (1366,23) Mill. Kr. und in der Ausfuhr mit 611,8 (807,548) Mill. Kr. oder um etwa 30 bzw 24 Prozent zurückgeblieben. Das ist aber keineswegs wesent- lich; denn der Einfuhrüberschuß des Jahres 1940 in Höhe von 336 Mill. Kr. geht mit 158,7 Mill. Kr. zu Lasten der ersten drei Monate, und nur 177,3 Mill. Kr. ent­fallen auf die Zeit nach dem ersten April, einem Monat, in dem infolge der Eisverhältnisse bis zum 9. 4. bereits eine sehr hohe Einfuhr, aber geringe Aus­fuhr über See stattfand, deren Differenz das Verhältnis des Einfuhrüberschusses von 158.7 Mill. Kr. zu 177,3 Mill. Kr. noch zu Lasten der Zeit vor der militärischen Besetzung des Landes nicht unwesentlich verschiebt

Wesentlich und von viel größerer Tragweite als die Senkung des Einfuhrüberschusses gegenüber den Vor­fahren rst die Tatsache, daß es unter deutscher Ober-

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In einem neuen deutschen Weißbuch veröffentlichte Do- verräterische lind neutrolitätswidriae Politik Jugoslawiens und (tzriechenlandS.

Hartnäckigen Widerstand brechend setzen die deutschen Truppen ihren Vormarsch an der Südostsront planmäßig

Außenminister Matsuoka erreichte aus seiner Rllck,ahrt nach Japan Moskau.

Die italienischen Truppen räumten Addls Abeba.

Größte Empörung herrscht in Rumänien über die Bom- b^rdiermig rumänischer Städte durch die serbische Luft-

Ungarische Luststrcitkrästc schössen über ungarischem Ho- hcitsgcbiet mehrere serbisch« Flugzeuge ab. -

Der Staatsstreich im Irak setzt London in große Sorg«. Bremen erhält die erste B-russschule für Boot- und Schiff-