Ausgabe 
(15.3.1941) Nr. 74
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkündungsblalt des Beichsstattljalters in Oldenburg und Bremen

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Sonnabend, 15. März 1941

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Schiffsbauzentrumölasgow brennt

fluch tioerpool und stuft bombardier»

VuchNge Schlüge unserer Luftwaffe / felndangriffe auf Wohnviertel und Krankenhäuser

Berlin, 14. März.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Die deutsche Lustwasse versetzte auch in der letzten Nacht dem Feind erneut wuchtige Schläge. Starke Kampffliegerverbände griffen mit besonderem Erfolg das Schiffsbauzentrum Elasgow an. Die Angriffe richteten sich bei Vollmond und klarer Sicht mehrere Stunden lang gegen Hafen- und Wersteinrichtungen, Rohstoffspeicher und Lebensmittellager. Es entstanden zahlreiche Eroßbrände, die sich im Laufe der Nacht zu einem Flammenmeer vereinigten. Gleichzeitig bombar­dierten weitere starke Kampsfliegerverbände in Liver­pool und Hüll Betriebe der Nahrungsmittelindu­strie, Versorgungseinrichtungen aller Art und Rohstoff- lager. In Liverpool wiesen noch alte Brände, die vom Angriff der vorigen Nacht herrührten, den Kampfflug­zeugen den Weg. Weitere erfolgreiche Angriffe richteten sich gegen kriegswichtige Ziele in Süd- und Mittel­england.

Zwei Aufklärungsflugzeuge griffen bei Tage ein großes Tankschiff im Bristol-Kanal an und beschädigten es durch Volltreffer schwer.

2m Verlaufe des Tages kam es an der britischen Süd- küste wiederholt zu Luftkämpfe», bei denen der Feind sechs Jagdflugzeuge vom Muster Spitfire verlor. Hier­bei zeichnete sich besonders ein einzeln fliegendes Auf­klärungsflugzeug aus, das einen Spitfire-28ger aus einem Verband von fünf feindlichen Jagdflugzeugen herausschoß, die übrigen Angreifer zum Abdrehen zwang und selbst den Heimathafen wohlbehalten erreichte.

Unerhörtes britisches Unsinnen

Jugoslawien soll Kriegsdienste leisten

kos. Belgrad, 14. März.

Der britische Druck auf Jugoslawien hat sich seit einigen Tagen außerordentlich verstärkt. Der britische Gesandte in Belgrad, Campbell, erschien wiederholt im Belgrader Autzen- ministerium, um im Auftrag des Forcign Osficic, wie nach Belgrader zuverlässigen Informationen bekannt wird, eine Demarche an die jugoslawische Regierung zu richten, die in ihrer brutalen Form ein drastisches Schlaglicht auf die eng­lischen Kricgsauswcitungsplänc aus dem Balkan wirst. Jugo­slawien wird daran im Hinblick auf die durch den deutschen Einmarsch in Bulgarien entstandene neue Situation aufgefor­dert, sich binnen einer Frist zu entschließen, an der Seite Englands in den Krieg gegen die Achse einzutreten. Falls die jugoslawische Regierung dieser Aufforderung gegenüber eine ablehnende Haltung einnehme, müsse sich Großbritannien jede Handlungs- und Aktionssrcihcit vorbehalten. In diesem Falle, so heißt es weiter in der Note, müsse Jugoslawien damit rech­nen, nach einem britischen Siege durch Austeilung des Landes bestraft zu werden.

Um der Demarche noch mehr Nachdruck zu verleihen, hat Präsident Roosevelt, der bekanntlich seit einiger Zeit ein auf­fälliges Interesse sür die Entwicklung in Jugoslawien be­kundet, über seinen Gesandten in Belgrad eine Botschaft an die verschiedenen Parteiführer gerichtet, in der vor den Fol­gen einer Zusammenarbeit mit der Achse gewarnt wird.

In Belgrader politischen Kreisen, wo insbesondere der Schritt Campbells starkes Befremden hervorgerufen hat, be­tont man, daß diese Einmischung in die jugoslawische Politik auf das entschiedenste abgelehnt werden müsse. Der massive angelsächsische Druck, der gegen die elementarsten Regeln der diplomatischen Gepflogenheiten verstoße, hat offensichtlich bei den maßgebenden Belgrader Stellen einen außerordentlich Peinlichen Eindruck hervorgerufen. Man scheint jetzt allmäh­lich zu erkennen, daß man an der Themse unter Anwendung brutalster Mittel Jugoslawien in den Krieg verwickeln möchte, im Gegensatz zu den erfolgreichen deutschen Bemühungen, den Südosten vor der Kriegsausweitung zu bewahren.

vor neuem kronrat in velgrad

dos- Belgrad, 14. März.

Die Besprechungen des Prinzregenten Paul mit den maß­gebenden politischen Persönlichkeiten sind am Freitag fort­gesetzt worden. Es verlautet, daß wiederum ein Kronrat ein­berufen werden soll, an dem der Prinzrcgent, der Minister­präsident Zwetkowitsch, Außenminister Markowitsch. der Kriegsminister, die Chefs der drei Wehrmachtsteile und der Chef des Generalstabes, der Patriarch sowie die Präsidenten der Skupschtina und des Senats teilnehmen werden. Der genaue Termin der Einberusung ist noch nicht bekanntge­geben worden.

Der Feind griff in der letzten Nacht mehrere Orte in Nordwestdeutschland, vor allem Hamburg, an. Die Schäden an Industrie- und Hafenanlagen sind nicht be­deutend. Dagegen wurden in Wohnvierteln wieder meh­rere Gebäude, u. a. zwei Krankenhäuser, durch Spreng­bomben zerstört oder schwer beschädigt. Unter der Zivil­bevölkerung entstanden Verluste an Toten und Verletz­ten, besonders in den Krankenhäusern. Nachtjäger, Flak­artillerie und Marineartillerie schössen nenn der an­greifenden britischen Flugzeuge ab."

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Das Londoner Lustfahrtministerium hat sich entschlossen, zuzugeben, daß in der Nacht zum Freitag ein langanhaltender und heftiger Angriff gegen die Ufer des Clyde, also die Um­gebung des großen Hasen- und Industriezentrums Glasgow gerichtet wurde. Es 'werden sogar Beschädigungen an Jn- dilstriegcbäuden sowie Feuersbrünste eingeräumt. Natürlich seien alle Brände am Freitagmorgen „unter Kontrolle" ge­wesen. Die Zahl der Opfer wird als ernst bezeichnet.

Damit wird die Schwere des Angriffs auf Elasgow zu­gegeben. Das schottische Schiffbau- und Fabrikzentrnm. das durch die dorthin verlegten wichtigsten Rüstungswerke noch bedeutungsvoller geworden ist, hat offensichtlich schwere Ver­heerungen davongetragen. Eine englisch« Darstellung vom Freitagabend sagt wörtlich: das Clydegebiet hat am meisten gelitten. — Brände werden auch aus anderen Städten Nvrd- ostenglands eingestanden. Das Lustsahrtininisterium meldet, daß sechs englische Flugzeuge von den Aktionen der Nacht nicht zurückgekehrt seien.

Ergänzende Berichte von englischer Seite über die schweren deutschen Nachtangriffe auf England besagen, daß der Bezirk, der den Hanptsturm auszuhalten hatte, die Tyne-Syde darstellt, nämlich die Umgebung Newcastle mit der dor­tigen starken Industrie. Hier werden viele Brände und so­gar eine ernste Zahl von Opfern gemeldet, ferner Gebäude­zerstörungen durch Sprengbomben. Auch der Jndustriebezirk der Merssy-Shde sei wiederum „scharf" angegriffen worden. Insgesamt erklären die späteren englischen Meldungen, daß die deutschen Angriffe in der Nacht in breitem Rahmen ge­halten worden seien.

Irommelfeuer auf vlasgow und Hüll

fler erste Sroßangriff auf knglansts jwettsrößte Stadt

Von LrisZsbsrieliisr ksbsr Loklsclisiä

änb.. 14. März. (BL.)

Die Bollmondnacht vom 13. znm 14. März 1941 wird für Englands zweitgrößte Stadt unvergessen bleiben: An diesem Tage lernte der Haupteinsuhr- und Vcrteilungshasen Schott- lands, Glasgow, zum ersten Male seit Kriegsbcginn die unge­heure Schlagkraft massierter deutscher Luftangriffe kennen.

Zwischen Dämmerung und Sonnenaufgang legten zahlreiche Kampssliegerverbände größere Teile der Hasen- und Industrie­anlagen in Schutt und Asche. Die hellste Nacht dieses Monats — wie ein Hochofenfeuer strahlte der Vollmond die markantesten Ziele an — gab unseren Bombenfliegern alle Möglichkeiten zur Durchführung ihrer Bernichtungsansgabe. Der verzweifelte Einsatz sämtlicher verfügbaren britischen Abwehrmittel, Nacht­jäger in großer Zahl, sperreschießende Flakartillerie und licht­starke Scheinwerferstraßen, vermochten nicht, den Erfolg der deutschen Großkampfmacht nur im geringsten in Frage zu stellen. Wo unsere Bombenserien fallen, steht kein Stein mehr auf dem anderen. Hafen- und Jndustriebezirke, die verschont blieben, sind das willkommene Angriffsziel kommender Groß- kampsnächte.

Lange bevor der Großteil des angreifenden „Pulks" zur Landung ausrollte, trafen die ersten Erfolgsmcldungen ein: „Habe angegriffen, Ziel ausgezeichnet zu erkennen, starke, nach­haltige Brände!" Sehnliche Berichte liefen von jenen Kamera­den ein, die zu einem Ueberraschungsschlag gegen Hüll ge­startet waren. Die Schwere der England zugefügten Schaden — das sind auch die unausgesprochenen Gedanken der heimwärts- fliegenden Besatzungen — ist sür den Laien kaum faßbar.

Glasgow, am Firth of Llyde gelegen, gehört znm größ­ten Verkehrs- und Wirtschastszentrum der britischen West­küste: es erhält seine besondere Bedeutung durch ausgedehnte und leistungsfähige Werftindustrien, die mit an der Spitze der britischen Schiffsbaugebiete liegen. Die günstige, zum Atlantik gerichtete Berkehrsanlage im nördlichen Abschnitt der Westküste, hat Glasgow, die zweitgrößte Stadt der Insel, mit über einer Million Einwohner, zum Haupteiichuhr- und Verteidigungshafen Schottlands gemacht. Die verhältnismäßig geringe Entfernung nach Kanada und Nordamerika begün­stigte den Handel mit diesem Gebiet sehr. Für den Rohstoff­bedarf der schottischen Eisenindustrie ist die Erzeinfuhr von erheblicher Bedeutung. Neben der Schwerindustrie bieten aus­gedehnte Rüstungsfabrrken lohnende Ziele. Das Glasgow- Gebiet ist durch ein ausgedehntes Eisenbahnnetz — hier wur-

I? sage brauchte die britische fldmiralitSt

„Manistee" Opfer der Geleitzugkatastrophe

Berlins 14. März.

In der Nacht vom 23. zum 24. Februar wurde bekanntlich ein großer englischer Gclcitzug von deutschen Unterseebooten vernichtet: 125 Süll BNT. feindlichen Handclsschiffsraumes

wurden versenkt. Bei diesem Kamps fiel auch, wie der deutsche Wehrmachtsbericht vom 25. Februar meldete, ein zur Sicherung eingesetzter englischer Hilfskreuzer den deutschen Torpedos zum Opfer.

Erst jetzt „bedauert die britische Admiralität" mitteilen zu

den ebenfalls erhebliche Zerstörungen angerichtet— mit den übrigen Teilen Großbritanniens verbunden.

Huil besitzt eine umfangreiche Mühlenindustrie. Die Ge­winnung von pflanzlichen Oelen wird im großen Maßstabe durchgeführt. Die Oelmühlen von Hüll haben sich aus der alten Walverwertungsindustrie entwickelt und sind die größten und leistungsfähigsten in England. Die Rohstoffe werden aus Süd- amerika, Indien, Aeghpten, Afrika und der Mandschurei be­zogen. Für die Unterbringung von Gefrierfleisch standen zahl­reiche Kühlhäuser zur Versügung. Als Fischereihasen nimmt Hüll die zweite Stelle in Großbritannien ein.

Unsers Besatzungen, die ihre Feuertaufe einst über Scapa Flow erhielten, sind stolz daraus, daß sie zu diesem unvergeß­lichen Großangriff nach Schottland eingesetzt wurden, trotz der verhältnismäßig großen Strapazen, die ein so weiter Flug mit sich bringt. Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt, als die ersten Sprengwolkcn der britischen Flakartillerie vor dem Ziel in der mondklaren Nacht sichtbar werden.

Unten leuchten brandrote dunkle Kerne aus, im Entstehen begriffene Feuer, die sich schtangensörmig weitersressen. Da­neben verrichten zahllos fallende Bomben ein neues Zer­störungswerk. Im Feuerschein streben mehr als einmal schwarze dunkle Fontänen hoch: Explosionen gewaltigen Aus­maßes! Wo die schweren Brocken hinfallen — da ist jegliche Kunst eines Neuaufbaues vergeblich! Manch eine unserer Besatzungen hat sich aus dem An- und Abflug mit britischen Nachtjägern herumgeschlagen, manch einer wurde in eine wüste Kurbelet über See verwickelt, bis der Gegner nach hei­ligem Feuergefecht außer Sicht kam. Ueberall unter dem blanken und millionenfältig sprühenden Sternenhimmel lau­ert der Tod: in Gestalt von Ballonsperren, in überstark dro­hender Vereisung, und mit Scheinbränden versuchte der Tom- mie, die deutschen Bomben vom eigentlichen Ziel wegzulocken. Diese Nächte über britischer Erde, die Prächtige Laune nach bestandener Gefahr: das sind die schönsten Erinnerungen im fliegerischen Leben!

Auch heute, in der frühen Morgenstunde, ist unsere Freude groß, als wir erfahren, daß alle Kampfflugzeuge bereits ihre Heimkehr angemeldet haben und kurz vor der Landung stehen; der Angriff unserer Gruppe, in der „uralte Hasen" fliegen, ist ohne eigene Verluste durchgeführt worden! Kurz bevor wir den Gefcchtsstand verlassen, erklärte der Kommandant des zuletzt gelandeten Kampfflugzeuges „solche Brände wie in Glasgow habe ich noch nie in meinem Leben gesehen." Eng­lands zweitgrößte Stadt hat die Wucht massierter deutscher Lustangrisse kennengelernt.

müssen, daß der Hilfskreuzer der königlichen Marine „Ma­nistee" (5360 BNT.) versenkt wurde. Die nächsten Ver­wandten der Opser seien benachrichtigt worden.

Die britische Admiralität hatte bisher die vernichtenden Ver­luste dieses Gcleitzugcs hartnäckig verschwiegen und durch den englischen Nachrichtendienst diesen Sieg der deutschen U-Boote als „Erfindung" bezeichnen lassen. Jetzt erst — 17 Tage nach der Geleitzugkatastrophe — wird von englischer Seite der erste Verlust bekanntgegeben, und dies offenbar unter dem Druck der erheblichen Besatzungsberlustc, die sich auf die Dauer nicht mehr geheimhalten ließen.

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kine interessonle Feststellung der „New stark limes" über Britanniens Srhiffsverluste

Berlin, 14. März.

Eine Meldung der „New Park Times" aus London über angeblich gerllchtwcisc bekanntgewordene Kombinationen hin- sichtlich einer Neubesetzung bzw. Umbesetzung der Posten des «chnsahrtsministers und des Flugzeug-Produktionsministers im englischen Kabinett ist außerordentlich aufschlußreich. In »r wird -je Aufgabe des Schisfahrtsministers „in Anbe­tracht der wachsenden Schifssvcrluste und der kritischen Schifs- sahrtslage" sogar als wichtiger hingestellt, als die Ausgabe des Flugzcugbeschassungsministcrs. Spiegelt dieser Satz schon die tatsächliche Lage der englischen Schiffahrt viel düsterer, als sie die englischen Jllusionsbcrichte wahrhaben wollen, so zeigt der folgende Satz der Meldung der „New Pork Times", daß auch die Amerikaner nicht den Angaben der von der britischen Admiralität verbreiteten Wochenberichte Glauben schenken, sondern den englischen Vcrlustzisscrn 75 Prozent hinzurechnen.

Die „New Pork Times" schreibt wörtlich: „Die Verluste durch die deutschen Angriffe und durch Stürme dürfen 7ö Prozent höhere Verlustzisssrn erbringen, als von der bri­tischen Regierung zugegeben wurde." Wenn also die sür die Woche bis Mitternacht 2. März herausgegebene englische

Wochenübersicht 148 000 BNT. als gesunken eingestellt, so ergibt schon die amerikanische Berechnung sür diesen Zeit­raum 262 vvv BR)i.., also gegenüber den englischen Angaben ein Plus von 114 vvü BRT. Trotzdem liegt die amerikanische Rechnung noch mit 17V Mv BRT. unter den 432 VVV BRT., die deutscherseits als feindliche Handelsschisfsverluste in der an­geführten Woche auf Grund der herausgegebenen Meldungen festgestellt worden sind. Dabei ist noch darauf hinzuweisen, daß 432 vvv BRT.- ein Mindestzahl ist, da sie die schwer­beschädigten Schisse, mit deren Sinken sicher zu rechnen ist, nicht enthält.

Die in der peruanischen Hauptstadt Lima erscheinende Zei­tung „Universul" unterstreicht die Glaubwürdigkeit der deut­schen Angaben über die gewaltigen britischen Tonnagevorluste durch die Feststellung, daß die britische Admiralität nicht immer alle Bersenkungssälle kennen könne und daß die englische» Berichte sich über beschädigte Schiffe überhaupt ausschweigen. Im übrigen meint das Blatt bei Betrachtung der Eriolgs- aussichten des Englandhilsegcsetzes. daß die Schwierigkeiten nicht nur in den Gefahren des Handelskrieges lägen, sondern auch darin, daß die glücklich nach England gelangten Ladungen

wegen der Zerstörung der Hafenanlagen vielfach gar nicht gelöscht werden könnten.

Schließlich wird die verheerende Wirkung der deutschen U-Bovt-Angrisse aus die britische Schiffahrt von der Zeitung ,,Buenos Aires Herald" unterstrichen. Die letzte Iebruarrvoche sei die schlimmste seit Kriegsbeginn gewesen und man müsse daraus gefaßt sein. daß das Vernichtungswcrk nicht nur in gleichem Ausmaß, sondern noch verstärkt fortgesetzt werden würde. England werd« aus die Dauer die jetzigen fürchter­lichen Verluste nicht durchholten können. Der drohend« ver­schämte deutsche Il-Boot-Einsatz und der zunehmende Schiiss- mangel sowie die Unfähigkeit der Regierung, wirksame Gegen­maßnahmen zu treffen, fänden bereits schärfste Kritik in wei­ten Kreisen.

Die englische Regierung hat einen Aufruf ertasten, nach dem sich all« englischen Arbeiter, die jemals 12 Monate und langer in englischen Werften gearbeitet haben, zur Registrie­rung bei den Arbeitsämtern zu melden haben. Die durch den deutschen U-Boot-Krieg herausbeschworen« "Schisfsraumkrise wird durch diesen Ausruf in ihrer ganzen Schärfe gekenn-

Ik'e MeMe«

Verdächtiger Angstruf Reuters

6. Ist. Berlin, 14. März

Nach dem ersten Jllusionstaumel über das England- hilssgesetz beginnt sich in England jetzt so etwas wie ein Ansatz von Katzenjammer zu zeigen. Die Aeußerung der „Evening News", die davor warnt, die Inkraft­setzung des Gesetzes automatisch als den Sieg aufzu­fassen, weil nämlich „die aufgestapelten Kriegsvorräte erst sicher den Atlantik passiert haben und weder U-Boo­ten noch Bombern zum Opfer fallen dürfen", ist eine der Stimmen, die diese Ernüchterung erkennen lassen. Vielleicht haben die inzwischen aufgetauchten amerika­nischen Stimmen, daß die USA.-Hilfe zu spät komme, hierbei ihren Beitrag geliefert. „Chicago Daily News" kommt nämlich zu der nüchternen Feststellung, daß ein­mal die Amerikahilfe sür die Rettung Englands zu spät komme, daß zweitens von dem für England bestimmten oder in Frage kommenden Kriegsmaterial nur ein Bruchteil seinen Bestimmungsort erreichen werde, und drittens niemals soviel Kriegsmaterial hergestellt wer­den könne, um eine Rüstungsgleichheit England — Deutschland herbeizuführen. England liege weit hinter dem deutschen Kriegspotential zurück, Amerikas Rll- stungsausgaben ergäben wieder nur einen Bruchteil der erforderlichen englischen Rüstung... im übrigen werde England längst verloren sein, bevor Amerika erst rich­tig angefangen habe, aufzurüsten.

Zu dem gleichen Thema hat der bekannte General Johnson, der auf Grund seiner Weltkriegserfahrungen Aufrüstungsmöglichkeiten beurteilen kann, sich geäußert. Er stellt fest: 7 Milliarden Neubewilligung für die Englandhilfe höre sich phantastisch an. Was bedeuten sie aber wirklich? Die Regierung habe längst Vollmachten, 32 Milliarden für die Rüstung auszugeben und habe schon alles getan, um die Rüstung schnell in Gang zu bringen. Trotzdem würden bis Mitte 1842 für die Auf­rüstung nicht einmal 11 Millarden angesetzt werden können, wegen der noch mangelnden Leistungsfähigkeit der amerikanischen Industrie. Ohne Frage würden daher noch lange Fristen vergehen, bis man etwa an die Aus­gabe der jetzt bewilligten 7 Milliarden herangehen könne.

Auch sonst ist eine gewisse angelsächsische Ernüchterung festzustellen, obwohl auf dem Gebiete der Luftkriegs- berichterstattung der Illusionismus auf vollen Touren läuft. Indes jammert aber Reuters diplomatischer Korrespondent über die „verzweifelten Anstrengungen Deutschlands, den Krieg auszuweiten, indem es Zwist zwischen Großbritannien und einigen Nationen, die sich noch nicht im Kriege befänden, zu säen versuche". Diese Anstrengungen erstreckten sich in weiter Linie von Tokio bis nach Madrid, ein Beweis, wie weit Reu­ter schon den Umkreis völliger Einsiußlosigkeit der bri­tischen Politik zieht. Diese Feststellungen Reuters geben uns Anlaß, ganz kurz die Situation im Frühjahr 1940 mit der Situation Frühjahr 1941 zu vergleichen. Da­mals war Deutschland nach Auffassung Englands «ine „belagerte Festung", die man mit Hilfe der Blockade auf die Kme zu zwingen hoffte. England hatte eine starke Landmacht zu seiner Seite. Es wagte zwar mit ihr zusammen nicht, die belagerte Festung zu attackieren, versuchte aber im Norden, ihr eine wichtige Erzbasis durch Kriegsausweitunq zu nehmen, die an sich schon schwächere deutsche Kriegsflotte durch diese Aktion in die Deutsche Bucht zu zwingen, und dann im weit über­holenden Flankenstotz von Südosten her (Armee Wey- gand), unter Mitreißen der Balkanstaaten auf die eigene Seite, dem Gegner in den Rücken zu fallen. Heute ist nach Feststellung amerikanischer Stimmen England bine belagerte Festung, das mit Hilfe der Empire- Kräfte und unter Einsatz seiner gesamten Flotte sich wenigstens noch im östlichen Mittelmeerraum Bewe­gungsfreiheit zu erhalten sucht. Die Valkanfront hat es diplomatisch schon in eine Vorderasienfront umwan­deln müssen. Es steht dem größten Militärbündnis der Weltgeschichte, dem Dreierpakt gegenüber, der geschaffen ist, um die ständigen Versuche nach Kriegsausweitung von britischer Seite aus einzuengen und jeden Wider­stand und jede Gegenaktion gegen die Eroßraumpolitik der Paktmächte zu brechen. England aber sucht mit den uralten Mitteln der Hungerblockade die euro­päischen Völker an seine frühere Machtstellung zu er­innern. Wenn es dabei mit seinem einstigen Ver­bündeten Frankreich in Gegensätzlichkeiten gerät, so ist dies wahrlich nicht „Schuld" der Politik des Reiches. Der Reutersche Angstruf ist also nichts weiter als ein Alpdruck, eine Folge der sichtbar negativen Auswirkung der britischen Blockade.

Bezeichnend ist, daß im der gleichen Meldung Reuter M,kellt, nach seiner Auffassung entspringe die Einladung Matsuokas dem Wunsches Matsuoka und den Kreml in Tuchfühlung miteinander zu bringen. Es ist erstaunlich,

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Die deutsche Lustwasse bombardiert- das britische Schist'- sahrtszentrum Glasgow, das in Flammen steht, sowie Liverpool und Hüll.

Die britische Schifssrauiiinot wird jetzt auch in USA. bei ihrem richtigen Namen genannt.

Zur Finanzierung des Englandhilfcgesetzes werden aus der amerikanischen Bevölkerung neue Steuern hcraus- gepreßt.

Am 2. Jahrestag der slowakischen Staatsgrllnduna in Prcßburg eine Truppenparade statt.

Ein schweres Explosionsungliick ereignete sich in S, Von der DAF. wird ein großes Traktorenwerk gcbe Durch Ministercrlaß wurde -ine einheitliche Lenkn» Röntgcn-Reihenuntcrsuchungen angeordnet.

Der Reichskommissar sür Altmaterialersassung äußer zum Einsatz der Schulen sür die Altstoffsammlung. Auch der Osterrciscvcrkehr soll in Anbetracht der K au,gaben der Teutschen Reichsbahn auss äußerste , Ichrankt werden.