Ausgabe 
(22.10.1940) Nr. 291
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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkünd^ngsblatt des NeichsstattHalters in Oldenburg und vremen

Nr. 291 / 10. Jahrgang

Dienstag. 22. Oktober 1940

kinzelpreis 1S Npf.

Verkrampfte Stimmungsmache

Angebliche Vorbereitungen für einen kinfall englischer rruppen in die besetzten Sebiete

Ständiger Produktionsrückgang in kngland

krplostonen erschütterten auch am Montag wieder London von einem knde zum andern

IN. Berlin, 21. Oktober.

Die Lügenmaschinerie Dusf Coopers arbeitet fieberhaft, um die schweren Verluste, die Deutschlands Luft­waffe und die ll-Boote des Reiches England tagtäglich mit immer heftigeren Schlägen zufügen, zu übertönen und dem englischen Volke die Meinung einzuhämmern, daß alles ja gar nicht so schlimm fei. Mit den phantastisch­sten Zahlen wird jongliert, und es kommt gar nicht darauf an, ob sie auch nur glaubwürdig erscheinen. Wie der kleine Moritz im Wald, wird laut und immer lauter gesschrien. um die eigene Angst zu übertönen. Und wenn man in der englischen Presse in jüngster Zeit öfter Bider sieht, auf denen Churchill zusammen mit anderen Engländern in Luftschutzräumen singt, so stimmen diese Bilder genau mit den Vorstellungen Lberein, die wir uns von der Angst der Engländer bei dem Geschehen um sie herum machen. Immer ist dabei der Engländer einziger Trost, daß es uns Deutschen doch noch viel schlechter gehen müsse als ihnen, demAuserwählten Volk«.

Ausgut unterrichteten Kreisen" läßt sichDaily Scetch" berichten, daß die Angrisfe der RAF. aus deutsche Truppen 200 000 Tote verursacht hätten. Selbstverständlich wird von den ungeheuren Verlusten beispielsweise durch die deutsche U-Boot-Wafse, die in zwei Nächten 327 000 BRT. aus den Meeresgrund schickte, nichts gesagt. Wie es gerade in den faulen Kram der britischen Plutokraten-Lügenclique paßt, muß Lord Lloyd in einer Rede in Newcastle-on-Tyne prah­len, daß der Premierminister niemals in einer besseren Ver­fassung gewesen sei als gerade heute. Sein Geist sei außer­ordentlich irisch, die ganze englische Regierung sei heute mit dem Kriegsverlaus zufriedener und schaue vertrauensvoll in die Zukunft. Wieso Lord Lloyd ausgerechnet in einem Atem­züge betont, daß heute Englands Not am größten sei, er­scheint geradezu als eine Selbstwiderkegung. lind lvarum er­klärte selbst Churchill vor wenigen Tagen, baß es im Augen­blick nur daraus ankomme, den Krieg überhaupt zu überleben? Genau zur gleichen Zeit, als Lord Lloyd in Newcastle-on-Tyne sprach, erklärte laut Reuter der Kriegshetzer Greenwood, das Gesicht Großbritanniens sei von Narben gekennzeichnet, düstere und gefährliche Tage ständen bevor. Es scheint den Gewalten des britischen Finanzklüngels lediglich daraus an­zukommen, das englische Volk in seiner Dummheit zu erhal­ten. Daß man sich selbst gegenseitig der Lüge straft, wird man sicherlich auch erst dann einsehen, wenn man sich selbst und die Besitztümer des englischen Volkes zugrunde gelogen hat.

Reicht es nicht geradezu an Irrsinn, wenn imSpectator" erklärt wird, daß die englische Luftherrschaft in Reichweite sei. nachdem England die Seeherrschast bereits besitze; künftig werde England zu Zerstörungen gegen Deutschland ausholen, hinter denen alles von 1018 verblassen würde? England werde sogar Jnvasionskorps einsetzen, ausgeführt durch Landungstruppen mit Tanks, unterstützt von Stukas. Eine ganze Serie von solchen Unternehmungen wird in Aussicht gestellt. Da man einen solchen Unfug selbst dem englischen Volk schlecht zumuten kann. greift man aus die Hilfe der Bereinigten Staaten zurück.

Daß diese gewillt sind, England zu hellen, geht aus den: Bestich des englischen Botschafters in Washington. Lord Lo- thian hervor, der soeben in London eintraf. Er entwarf eine wahre Fata Morgana von der Hilse aus Amerika; amerika­nische Flugzeuge kämen jetzt zu Hunderten nach England. Unerklärlich bleibt hierbei lediglich, warum Lord Lo!Hian ganze drei Monate braucht, um mit seiner Regierung zu konfe­rieren. Wenn die USA. England auch wichtigstes Kriegs-

örilisttzir SHnellbooie vor Vstende oerlrieden

Berlin, 21. Oktober.

In den frühen Morgenstunden des 21. Oktober ver­suchten mehrere englische Schnellboote sich der Kanal- küste vor Oftende zu nähern und griffen ein Vorposten­boot mit Maschinengewehrfeuer an. Das Borpostenboot erwiderte das Feuer bei guter Trefferlage. Durch das sofortige Eingreifen der Küstenbatterien der Kriegs­marine wurde ein britisches Schnellboot versenkt, die übrigen vertrieben.

Material liefern bzw. liefern werden, so scheint diese Hilfe wohl doch nicht ganz so rasch und in solchen Mengen herein­zukommen, wie es die Wunschträume des Herrn Lothian es ersehnen. Und im übrigen liegt zwischen USA, und Eng­land der weite Ozean, in dem die deutsche U-Bootwaffe ihre Vorherrschaft immer weiter ausgebaut hat.

Wenn England durch hochtrabende Reden und Phanta­stereien sich und der Welt vormachen will baß es immer noch die Herrin der Welt ist, warum legt man dann eine hermetische Nachrichtensperre um London? Und windet sich angstvoll, die Schäden zuzugeben, welche die deutschen Ver- geltungsangriffe bei Tag und Nacht in der englischen Me­tropole anrichten, während man selbst mit seiner glorreichen Luftwaffe lediglich unmilitärische Ziele, wie Krankenhäuser und Kirchen, zu bombardieren sich entschließen kann? Die verstärkte Zensur gibt lediglich einen anschaulichen Bericht davon, wie furchtbar die Zerstörungen durch die neue Sturmflut deutscher Angriffe auf England sein müssen. Dusf Cooper rafft sich angesichts der sicherlich auch von ihm selbst, wenn auch nicht zugestandenen, aber dennoch er­kannten englischen Niederlagen allein zu dem lakonischen

Satz auf:Die deutschen Angriff« auf England wurden in

der vergangenen Nacht zum Montag fortgesetzt." In üblicher Vogel-Strauß-Politik mag man die Wahrheit nicht sagen und schwelgt angesichts des Trafalgar-Tages lieber in ver­gangenen Ruhmestaten und begrüßt die Engländer schon am früher Morgen alsSchüler Nelsons"

Die USA.-Zcitungen bringen wie üblich, nachdem der Zen­sor europäischen Neutralen fast jegliche Nachricht verbietet, interessante Einzelheiten. Warum sollte sich auch sonst Ame­rika entschließen, England zu helfen?! Die letzten deutschen Angriffe, so heißt es, seien in der Hauptsache wieder gegen London und die Midlands gerichtet gewesen. An vielen Ge­bäuden sei Schaden angerichtet und mehrere Brände seien entstanden, besondersHandelsgebäude" sejen durch Bomben schwer mitgenommen.

Associated Preß" weiß von fünf Lustarlarmen am Sonn­tag zu berichten. Schwere Bomben sind abgeworfen, denn die Gebäude hätten unter den Detonationen gezittert. Ein öffentliches Gebäude und andere Baulichkeiten seien beschädigt worden.United Preß" berichtet, die britische Hauptstadt habe mehr als 24 Stunden wenig Ruhe gefunden. Verluste und Schäden wüchsen stäudig. DieNew Hort Times" berichtet ergänzend zu den Angriffen in der Nacht zum Sonntag, daß Hunderte von Bomben gefallen seien. Viele bekannte Gebäude seien jetzt bereits Schutthaufen, doch sei es verboten, ihre Namen auch nur anzudeuten.

Nach den pausenlosen Angriffen in der vergangenen Nacht wurde, wie der englische Nachrichtendienst meldet, bereits in der Frühe des Tages wieder Lustalarm im Londoner Stadtgebiet gegeben.

In einem Bezirk, so berichten Nachrichtenbüros, seien Bom­ben gefallen. Gebäude seien getroffen und Gasleitungen schwer beschädigt. Auch Liverpool fei bereits in den frühen Morgen- (Fortsetzung aus Seite 2)

Deutsche Torpedoflugzeuge am Werk

kngiantz verlor erneul Z 0 VS 0 VNl. Verminen britischer Häken loctgesetzt

Berlin» 21. Oktober.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Ein Unterseeboot hat einen britischen Hilfskreuzer von über 16 666 BRT. versenkt.

Durch die Beteiligung ihrer Unterseeboote an der Ver­nichtung der beiden britischen Geleitzüge hat Kapitän­leutnant Bleichrodtdie Erfolge seiner jetzigen Fahrt gegen den Feind auf 53 366 BRT Kapitänleutnant Schepke aus 46 565 VNT. gesteigert. In den Abend­stunden des 26. Oktober versenkten Torpedoflugzeuge an der englischen Ostküste drei stark gesicherte Handelsschiffe mit insgesamt 26 666 BRT.

Leichte Kampffliegerverbände führten auch gestern Vergeltungsangriffe auf die britische Hauptstadt und an­dere Städte in Süd- und Mittelengland durch. Dock- und Hafenanlagen sowie lebenswichtige Versorgungsziele wurden erfolgreich mit Bomben belegt. Im Großtank- lager von Thameshaven brachen nach den Angriffen weithin sichtbare neue Brände aus. Im Laufe des Tages und in der Nacht kam es zu mehreren für uns siegreichen Luftkämpfen. In der Nacht verstärkten schwere Kampf- verbände die Angriffe auf London und warfen große Mengen von Bomben aller Kaliber, die zu beiden Sei­ten der Themse zahlreiche weitere Brände und schwere

Zerstörungen hervorriefen. Werke der Rüstungsindustrie in Mittelengland und Hafenanlagcn an der britischen Westlüste waren ebenfalls das Ziel wirkungsvoller Bom­benangriffe.

Wie bereits bekanntgegeben, beschoß schwere Artillerie des Heeres und der Kriegsmarine zwei große feindliche Handelsdampser im Hasen von Dover. Die Schisse und die Hafenanlagen wurden mit einer Reihe deckender Salven belegt, die schwere Verheerungen anrichteten. Im Anschluß hieran beschoß eine feindliche Fernkampfbatte- rie die französische Kanalküste mit wenigen Schüssen, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten. Das Verminen britischer Häfen nahm seinen Fortgang.

Feindliche Flugzeuge flogen in der letzten Nacht in Deutschland ein und warfen aus die Reichshauptstadt und an anderen Stellen Bomben. Als einziges militäri­sches Ziel ist ein Gleisanlage in Westdeutschland getrof­fen worden» ohne daß eine Verkehrsunterbrechung ein­trat. Im übrigen wurden bei Angriffen aus Wohnviertel einige Häuser zerstört und mehrere Zivilpersonen ge­tötet.

Der Gegner verlor gestern 16 Flugzeuge, davon im Luftkamps 16, durch Flakartillerie drei, von denen eins über Berlin abgeschossen wurde. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt."

Jas vakrein-vl brennt

ISO Vomben auf Vakrein - Zentrum britischer Moersorgung Langstreckenrekord italienischer Vombenflugzeuge

Dr. v. Q. Rom, 21. Oktober

Bei der Unternehmung italienischer Langstreckenbomber gegen das englische Oclzcntrum für den Rahen und Mittleren Osten, die Bahrein-Inseln am Persischen Golf, wurden insge­samt 150 Bomben schweren Kalibers aus d,e ^ Kilometer von der Stadt Menama an den Abhängen des Dschebel Duncan gelegenen Lelseldcr, Raffinerien, Treibstofflager und Lelle'tun- gen abgeworfen. Wahrscheinlich wurden auch d,e unterirdi­schen Oelzuleitungcn, die von der Küste über drei Meilen bis zu den Ankerplätzen für englische Kriegsschiffe lausen, schwer beschädigt. Daß die Bahre,n-Jnseln nach dem Alis'all Ha,,as das Zentrum der Oelversorgung der britischen Land- und Se^ streitiräste im Nahen Osten und Aegypten wurden erg'bt sicq aus dem er» in jüngster Zeit von den Engländern begon­nenen Ausbau des Ankerplatzes für Tanker bei der Reede von Sitrah sowie aus den eiligen Arbeiten zur Vermehrung des Lelabslusses. der bisher 1000 To. »n der Stunde erreichte.

stln Italien enthält man sich jeder Angabe über den Au^ gangspunkt der italienischen Bomber zu ihrem Flug nach dem Persischen Golf, sowie der Gebiete ^ uberslogen wur­den stn der italienischen Presse und Oeffentlichkeit wird hervorgehoben, daß es sich um den längsten Flug handelt, der jemals von Kricgsflugzeugen unternommen wurde und dementsprechend um die Ausstellung

durch Bomber. Abgesehen von den leeren materiellen SÄäden die England mit der Bombardierung der Oclselder triiit wird auch auf die schwere Einbuße des cnglstchen An- ehens bei d?n Völkern im Nahen und Mittleren Osten ver­wiesen. Die Niescnbrände aus Bahre,n zeigen an, daß l-E land auch in Gebieten schwer getroffen werden kann, d-e nach allen bisherigen englischen Berechnungen unangreifbar

schienen. ^

Aus den Bahrein-Inseln tauchten vor einigen Jahren Pro­spektoren der großen Erdöl-Konzerne auf und bald begann ein Wettlaus um die Petroleum-Konzessionen. Im Nu war

die stille Inselgruppe in der Abgeschiedenheit deS Persischen Golfes Kampfobjekt der angelsächsischen Hochfinanz. Der Ennr der Bahrein-Inseln wurde heftig umworben und schließlich trug London den Sieg davon: Eine kalifornische Tochteroesell-

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schast der britischen Shell-Gruppe erhielt den Löwenanteil an den Konzessionsgebieten. Wieder einmal hatte die englische Erdöl-Diplomatie im NahenOsten dem britischen Empire einen fetten Brocken im Kampf um die Vorherrschaft über die kriegs­wichtigen Rohstosfmärkte gesichert. Und wie ergiebig floß das Lei aus den Bahrein-Inseln; Von 1034 bis 1036 sprang die Förderzisser on 40 000 Tonnen auf 640 000 Tonnen, um nach abermals zwei Jahren bereits die Millionen-Grenze überschritten zu hüben. Auf der insgesamt nur 200 Quadrat­meilen großen Insel-Gruppe wird jetzt ebenso vielOel gewonnen wie in dem benachbarten 1,0 Millionen Ouadratmeilen großen britischen Herrschaftsbereich Indien und Burma zusammen. Die kleinen dicht bevölker­ten Bahrein-Inseln waren in diesen Jahren die Sensation am Erdölmarkt, obwohl sich die Engländer die größte Mühe gaben, wenig Nachrichten über das wertvolle Gebiet in die Welt dringen zu lassen. Auch die politische Vorherrschaft Londons wurde weitgehend vertuscht.

Die am Persischen Golf gelegenen Nassincrien der Anglo- Jrcnnen Oil Gesellschaft (Großaktionär ist die Sidimralität in London) erhöhten den Wert der Bahrein-Inseln, da es ohne »veitere Investitionen möglich wurde, das Bahrein-Rohöl in nächster Nähe zu verarbeiten. Durch die Zusammenarbeit.mit derAnglo-Jranian" wurde der phantastische Aufschwung der Erdölquellen beschleunigt, bis schließlich ihr Wert sür die Ver­teidigung des britischen Empires unverselzens nochmals zu­nahm, als erst die Mosiul-Linie noch Tripolis und schließlich die Linie nach Haifa ausfielen, die Rassinierien von Haifa außer­dem von italienischen Bomben, in Brand geworfen wurden. Unangenehm war der Ausfall des Mossnl-Oels, aber lebens­gefährlich. niemals! So rühmten sich die Engländer, denn das Oel aus dem Persischen Golf war ihnen geblieben. Die Pomben auf die Bohrtürme und Tont anlagen von Bahrein sind deshalb ein Schlag gegen eine Lebensader Englands, ein unvermuteter Schlag sogar, da man nicht wähnte, italiemlche Bomber würden die gewaltige Strecke zurückzulegen wagen.

Die Brücke von Deutsch-Przemysl

Von unserem in ckss Generalgouvernement entsanätsn Loncksrbsriciiterstatter

Spät abends kamen wir in der von neuem Leben durchpulsten Stadt an, deren wechselvolle Vergangenheit so eng mit der Geschichte des Ostraumes verbunden ist. Die Lichterkette der Straßenzeilen kündete uns bereits von weither auf den Höhen die jüngste Stadt im groß­deutschen Machtbereich an, und dann fuhren wir auf etwas holprigem Pflaster an nachtbeschatteten Häusern vorbei, um uns von einem hilfsbereiten Soldaten unser Nachtquartier, das einzige Hotel Deutsch-Przemysls zei­gen zu lassen.

Offen gestanden: Soviel Gastlichkeit hatten wir nicht erwartet. Denn man bedenke: Deutsch-Przemysl war

nur die ärmere Vorstadt der vor dem Kriege rund 60 000 Einwohner, zählenden Festungs- und Rentner­stadt Przemysl. Der größere Stadtteil fiel an Rußland. Das auf dem westlichen Sanufer gelegene, also heute zum Generalgouvernement gehörende Przemysl, hatte in der ersten Zeit nach der Trennung der beiden Stadt­teile weder Elektrizitäts- noch Wasserwerk, weder Post­gebäude noch Bahnhof, weder Hotel noch Krankenhaus. Das alles mußte erst von der deutschen Verwaltung, wenn auch vielfach nur als Notbehelf, geschaffen wer­den, und es wurde geschaffen, sozusagen aus dem Boden gestampft.

DerDeutsche Hof", so ist der Name des Hotels, wurde in einem von den Polen erbauten Frauenheim gleich als erstes Gebäude hergerichtet, und man muß sagen, der Fremde fühlt sich in den freundlichen, hellen Räumen nach langer Fahrt sehr wohl. Der Stadthauptmann freut sich jedesmal, wenn er seinen zahlreichen Gästen aus Krakau, aus Warschau oder aus dem Reich diese Gaststätte zeigen darf. Mit nicht geringerer Freude er­wähnt er dann auch, daß gegenüber demDeutschen Hof" das ebenfalls neu hergerichtete Gebäude der Stadt­verwaltung liegt, von dem aus nach dem Kriege von 14 000 auf rund 33 000 Einwohner gewachsene Deutsch- Przemysl geleitet wird. Das ist der erste Eindruck von dieser Stadt, ein unmittelbarer und sehr lebendiger Ein­druck, so lebendig, daß der Besucher sofort mit den Pro­blemen dieser Grenzstadt bekannt wird.

Die Bedeutung Deutsch-Przemysls liegt in seiner Lage als Knotenpunkt im deutsch-russischen Warenverkehr. Schon in der Frühe wird man durch das Getute und Gestampfe der über die Sanbrücke einfahrenden russi­schen Oel- und Getreidezüge geweckt. Selbstverständlich läßt man sich nicht die Gelegenheit entgehen, den sür öst­liche Verhältnisse immerhin sehr lebhaften Güterverkehr näher in Augenschein zu nehmen. Auf der Brücke, in deren Mitte die deutsch-russiche Grenze verläuft, stampft die schwere Lokomotive mit einer Menge Oeltank- und sonstiger Güterwagen dem deutschen Umladebahnhos in Deutsch-Przemysl zu. Der Zug fährt von der Fluß­brücke einen langen Wall entlang auf den eigentlichen Umschlagebahnhof, wo die russischen und deutschen Wagen auf verschiedenen Spurenbreiten stehen und ihre Güter umgetauscht werden.

Die Eisenbahnbrücke bei Deutsch-Przemysl ist wohl eine der wichtigsten Europas. Sie ist Zeuge der starken wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rußland. Auf dieser Brücke rollen Tag für Tag auf der russischen Breitspur die Züge mit den im Rah­men des deutsch-russischen Handelsabkommens an das Reich bzw. an -die Sowjetunion fälligen Lieferungen. Oel, Getreide, Holz kommen nach Deutschland, und Chemikalien, Landmaschinen sowie industrielle Fertig­produkte rollen nach Sowjetrußland. Die kommerzielle Zusammenarbeit beider Reiche spielt sich hier im In­teresse der Befriedung des Ostraumes ab.

Darüber hinaus aber ist die Brücke auch zum Symbol deutscher Schicksalsverbundenheit geworden. Denn der wolhyniendeutsche Treck kam über diese'Brücke ins Reich, und die deutschen Grenzsoldaten wissen von der Herz­lichkeit, des ersten Wiedersehens dieser schlichten Men­schen mit deutschem Land eindrucksvolle Begebenheiten

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Unser LayessMSNsL

Die Luftwaffe richtete wieder erfolgreiche Angriffe aus bri­tische Versorgungsziele, Dock- und Hasenanlagen.

Ein britischer Hilfskreuzer und drei stark gesicherte Han­delsschisse wurden versenkt.

Die italienische Luftwaffe bombardierte einen feindlichen Geleitzug.

Mit der Bombardierung von Bahrein ist das Zentrum der britischen Oelversorgung in Brand gesetzt.

Britische Schnellboote wurden vor Ostendc vertrieben.

Die japanische Luftwaffe bombardierte erneut die Bur­mastrabe mit großem Erfolg.

Britische Flugzeuge griffen erneut Wohnviertel in Berlin und anderen Städten an.

Durch das Hochwasser in Südfrankreich wurde bereits über eine Milliarde Schaden angerichtet.

Rcichsführer st Himmler besuchte aus seiner Tpanienrcise das Escorial.

Der Neichsjugcndsiihrcr machte programmatische Ausfüh­rungen über neue Ausgaben der Hitlerjugend.

Die Beuteschau in der Börse wurde bis einschließlich 26. Oktober verlängert.