Ausgabe 
(21.10.1940) Nr. 290
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VartLiamtliclie Tageszeitung

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkünüungsblatt des NeichsstattHalters in Oldenburg und vremen

280 / 10 . Jahrgang

Z27MW 8NI. in zwei lagen versenkt

?>uch in der Nacht zum Sonntag ein feindlicher Seleiyug durch unsere U-Voote aufgerieben / dabei lieb;el,n feindliche Handelsschiffe mit N0000 VM., aus weiteren Selei,rügen 4Z000 VM. versenkt

Kapitänleutnant prien vernichtete SSS0S so.!«-» 4 «

Seine SesamtoersenkungsMer beträgt 202000 VM. / vom sichrer mit dem

Eichenlaub ;um Nitterkreu; ausgereichnet

Berlin, 2 V. Oktober.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Unsere llnterseebootwaffe hat auch in der Nacht zum Sonntag neue gewaltige Erfolge gehabt. Wiederum wurde ein großer britischer Ee­leitzug aufgerreben. In einer einzigen Nacht sind aus einem Eeleitzug 17 feindliche Handels­schiffe mit L1V VVV BRT. versenkt worden. Acht von diesen Schiffen mit 5V5V0 BRT. versenkte allein das Unterseeboot des Kapitänleutnants Prien. Mit einer Gesamtversenkungsziffer von 2V2 llOV BRT. steht Prien weitaus an der Spitze aller Unterseebootskommandanten. Aus weite­ren Geleitzügen versenkten andere Unterseeboote 43 000 BRT. Innerhalb von zwei Tagen haben unsere Unterseeboote also nicht weniger als 327 VVV BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes ver­senkt.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat Kapitänleutnant Prien das Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes mit folgendem Telegramm ver­liehen:

„An Kapitänleutnant Prien! In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampfe für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen anläßlich der Versenkung hon 200 000 Tonnen feindlichen Schiffsraums als fünften Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."

»

Gs stand zu erwarten, daß die deutsche Nnterseebootwafse in Mesen Kriegswinter unter bedeutend günstigeren Bedingungen eintreten würde, als in den von 1939/40. Dafür sprach schon der eine Umstand, den jedermann aus der Karte ablesen kann, nämlich der etwa um die Hälfte verkürzte Anmarschweg aus unseren neu gewonnenen Stützpunkten in den französischen Atlantikhäfen zu dem Operationsgebiet westlich der britischen Insel. Der andere Umstand, wie die materielle und personelle Verstärkung, entzieht sich im einzelnen natürlich unserer Kenntnis, muß aber nach dem, was wir erleben, gewaltig sein.

Daß aber gleich so große Versenkungsziffern wie gestern und heute in den Wehrmachlsberichten erscheinen würden, sahen auch die größten Optimisten nicht voraus. Man stelle sich vor, was das heißt: Innerhalb der letzten Tage gingen 327 000 BRT auf den Meeresgrund, davon in nur zwei Näch­ten 48 Schisse. Alle bis aus fünf wurden aus wertvollen, gro­ßen, stark gesicherten britischen Geleitzügen herausgeschossen! Don dem Abschuß der letzten Nacht holte Prien sich etwa die Hülste und erhöhte sein Gesamtergebnis seit Kriegsbeginn auf 202 000 BRT.So wurde der Held von Scapa Flow der erste Träger des Eichenlaubes zum Ritterkreuz in der Kriegs­marine. . . ^ ,

England und besonders Serr Ehurchill wird über diesen neuen Schlag gegen die englische Versorgung weniger erbaut sein Sie sind die letzte britische Hoffnung, diese gewaltigen Dampserflotten, die sich irgendwo auf dem weiten Ozean zu­sammenfinden, mit Grubenholz und Waffen aus Kanada und USA, mit Fleisch und Getreide aus Südamerika, Kapland und Australien, mit Wolle und Baumwolle, mit Erzen und Oel und anderen kriegswichtigen Stössen, die ein kriegführen­des Jnselvolk nun einmal braucht und nur über die so ge-

weitere fortschritte der japanischen offensive

Tokios 20. Oktober.

In Fortsetzung der heftigen Offensiven an den verschie­denen Fronten besetzten die japanischen Streitkräfte am 19. Otzober Tsienschan, SO Kilometer nordwestlich Anking auf dem Nordufer des Dangtse.

sährliche See hinweg bekommen kann. Während das Himmel-- schwert unserer Luftwaffe das Leben der Insel, und besonders Londons, zur Hölle werden läßt, legt sich der Würgegriff un­serer U-Boote immer härter um die englische Kehle. In ruhi­ger Siegeszuversicht können wir auch den weiteren Meldun­gen entgegensehen.

*

Günther Prien wurde am 16. Januar 1908 in Osterseld in Thüringen geboren. Seine Eltern stammen beide aus Norddentschland. Mit ihnen kam er als zehnjähriger Knabe nach Leipzig, wo er das Gymnasium bis zur Primareife be­suchte, um dann mit 16'/- Jahren zur Handelsmarine zu gehen. Er hat dort von der Pike auf gedient und zlveimal den Erdball umschifft, bevor er im Jahre 1931 das Examen sür den Sandelsschissskapitän ablegen konnte. Als er infolge der Tonnagebeschränkung, die durch den Notstand der deut­schen Wirtschaft bedingt wurde, aus der Handelsmarine aus­scheiden mußte, erlernte er das Fliegen, wandte sich dann

aber als Nationalsozialist dem freiwilligen Arbeitsdienst zu und war schließlich Arbeitsdienstführer und Lagerführer im Vogtland, bis/ er am 16. Januar 1933 als Matrose bei der

Kriegsmarine eintrat. Am 1. Januar 1934 wurde er Fähn­rich, 1936 Leutnant und 1938 Oberleutnant zur See. Wäh­rend des spanischen Besreiungskrieges nahm er am Ueber- wachungsdienst und an den gelegentlichen Vergeltungsmaß­nahmen der deutschen Marine in den spanischen Gewässern teil. Als Kapitänleutnant wurde er Unterseebootskomman­dant und ging mit Ausbruch der Feindseligkeiten am 1. Sep­tember 1939 mit seinem U-Boot aus Sandeiskriegsfahrt. Für erfolgreiche Versenkung feindlichen Handelsschifssraums wurde er noch im September 1939 mit dem EK. II. ausgezeichnet.

Am 14. Oktober 1939 gelang es ihm dann, mit seinem U- Äoot alle Seesperren und Minenfelder vor der Bucht von Scapa Flow zu umgehen und in den dortigen Hasen der englischen Kriegsmarine einzudringen. Mit einem Torpedo versenkte er dort das britische Schlachtschiff „Rvhal Oak" und traf mit einem zureiten Torpedo den britischen Schlachtkreu­zer „Repnlse" Nach dieser schneidigen Tat manövrierte er sein Boot wieder glücklich durch Sperren and Minenfelder hindurch und kehrte am 17. Oktober 1939 unversehrt in seinen Heimathafen zurück, wo Großadmiral Raeder das sieg­hafte Boot erwartete und seine Besatzung mit dem EK., 1 bzw. II. Klasse auszeichnete, bevor sie am nächsten Tage in Berlin vom Führer empfangen wurde. Dieser verlieh Gün­ther Prien das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Seitdem hat Prien im Handelskrieg gegen England mit steigendem Er­folg gewirkt und auf zahlreichen Feindsahrten an der Spitze seiner tapferen Mannschaft stolze Leistungen im Kampfe für die Zukunft unseres Volkes vollbracht.

Veulsche U-Voot Waffe schlügt zu

In jwei lagen Z 2 ? 000 VM. jeindlilken Handelslchiksraumes versenkt - vollende pngriffe der deutschen Luftwaffe auf London — vomdentreffer aul Wasserwerk, vaknköse und slugieugwerke

Berlin, 29. Oktober.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Deutsche Unterseeboote haben in der Nacht vom 19. zUm 29. Oktober wieder einen britischen Eeleitzug mit größtem Erfolg angegriffen.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, sind nach bisher vorliegenden Meldungen aus diesem Geleitzug in einer einzigen Nacht 17 feindliche Han­delsschiffe mit insgesamt 110 999 BRT. versenkt worden.

An dieser Versenkungszifser ist das Unterseeboot des Kapitänleutnants Prien mit acht Schiffen von zu­sammen 59 599 BRT. beteiligt. Kapitänleutnant Prien hat damit als erster der Unterseebootkommandanten die 299 999 -Tonnen-Grenze überschritten. Mit einer Ee- samtversenknngszisfer von 202 900 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes steht er weitaus an der Spitze aller Unterseebootkommandanten.

Das Unterseeboot des Oberleutnant z. S. Endraß hat durch seinen Anteil an den Erfolgen der letzten Nacht das bisherige Versenkungsergebnis seiner laufen­den Unternehmung aus 44 üüü BRT. gesteigert.

Andere Unterseeboote melden die Versenkung von insgesamt 43 099 BRT. aus weiteren Eeleitzügen.

Innerhalb von zwei Tagen sind damit durch die Ver­nichtung von zwei großen Eeleitzügen und durch einige Einzelerfolge 327 999 BRT. feindlichen Handelsschisss- raumes von unseren Unterseebooten versenkt worden.

Die Luftwaffe setzte am gestrigen Tage trotz un­günstiger Wetterlage die Angriffe auf die britische Hauptstadt und andere kriegswichtige Ziele in Drittel­und Südengland fort.

In der Nacht griffen stärkere Verbände in rollen­dem Angriff London an untz warfen große Mengen Bomben» teilweise schwersten Kalibers» ab. Neben vielen anderen Einschlägen tonnten insbesondere nörd­lich der Westindiadocks, im Gaswerk von Ereenwich. bei den Handley-Page-Flugzeugwerken» bei einem großen Wasserwerk und in mehreren Bahnhöfen zahl­reiche neue Brände, weithin sichtbare Explosionen und bis zu tausend Meter hohe Stichflammen beobachtet werden. Schwere Kampsfliegerverbände griffen die Ha­fenanlagen von Liverpool, Jndustriewerke von Eoventry und sonstige Rüstungszentren in Süd- und Mittel­england an und belegten sie wirkungsvoll mit Bomben.

Der Feind unternahm keine Angriffe auf deutsches Gebiet.

vereiks vier Lagesalarme in London

llnan,»br->k°n°r S°mb°nk-g°I - 01° bii'fte lonS-mer S-völk-rung ,°v, unter »er kri>e - Um»r,»nil»«»n »es Verkehr«

Wesens — 11 VlW Orubenarbetter aus Wales angefordert

-Bis zum frühen Sonntagnachmittag hatte wie aus eits vier Fliegeralarme. Die deutschen Lustangriste tte Alarm beendet war, folgte ein vierter von längerer

Sonntaamittag Reuter meldet, hat Arthur Greea- «inister ohne Portefeuille und Mitglied des Krregs- 8 in einer Rede in Wakesild in Parkst,re erklärt, -i-britannien heute verteidigt werde w,e noch nie IN ^cküchte. „Das Gesicht Großbritanniens ist von Nar- nnreicknet" so sagte er u. a.. „aber seine Moral ist W »nd unbesiegbar." Der Minister konnte dann ht umhin, seinen Hörern mitzuteilen, daß düstere und he Tage vor ihnen lägen.

Umfang als in den vorhergehenden Nachten

pAnd^datz"selbst amtttch 7 r°"Mitt°ttungsaPparat

Angriss g g-n London die ganze Nacht hindurch, snahme einL kurzen Zeitraumes wich am Morgen,

w?kt-°Enal>ci>nd muß in diesem Fall, wenn auch noch Bild der Vorgänge verzerrt und verzeichnet werden eder Änmal die^im deutschen Wehrmachtsbericht er-

brv. Stockholm, 29. Oktober.

Londoner Meldungen hervorgeht, die englische Hauptstadt

folgten in kurzen Abständen. Unmittelbar, nachdem der Dauer.

wähnten Tatsachen weitgehend zugeben. Die Wirkungen mögen entsprechend gewesen sein. Der- amtliche Bericht ver­zeichnet, was London angeht, eine große Zahl von Spreng­bomben gegen ein ausgedehntes Gebiet, Schäden an vielen Gebäuden, zahlreiche Brände, die - wie üblich - „rasch ge­löscht" oder „eingedämmt" worden seien, In Mittelengland-, FeuerSbrünste sowie zerstörte wirtschaftliche Gebäude in einer nicht genannten Stadt, vermutlich Blrntingham im Nord- westens Bombenabwürfe gegen beide User des Merseylustes, schließlich Bomben gegen einzelne Platze >n England und Wales.

Ueber die Angriffe in der Nacht zum Sonnabend laufen iiftolae der außerordentlich verschärften britischen Zensur- mukuabnien erst jetzt die ersten Nachrichten ein In einem Tebeqramm der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Preß wird dieser Angriff als einer der sclpversten bezeichnet, . Die deutschen Flugzeuge", so heißt es hier. „,ind m größten Formationen gekommen. In leder Welle konnte man 1o b,s A, Maschinen zählen, und alle sün, Minuten kam eine neue Welle. In den ersten zwei Stunden zählte man vom Ge­bäude bei Associated-Preß-Agentur 17 Bombenexploponeii. Der Boden bebte von den explodierenden Bomben und das Gebäiide zitterte in seinen Grundfesten, Einige Feuer waren ausgebrochen. Außerhalb Londons in den Midlands und im Südosten herrschte ebenfalls „lebhafte Tätigkeit . Hier war das Flaks«,»er weniger häufig als die Exploiionen der Bom­ben. Trotz der Ballonsperre sind die deutschen Flugzeuge zum

Bombenwurf tief heruntergegangen. Verschiedene Bezirke Lon­dons wurden gleichzeitig angegriffen. Auch United Preß meldet aus London die Wiederaufnahme schiverer deutscher Luftangriffe. Etwa 60 deutsche Flugzeuge hätten die Vertei­digungslinie durchbrochen und Bomben gewoifen.

„Selbst der patriotischste Bewohner Englands", so berichtet Associated Preß in einem längeren Kabel, „kann nicht länger leugnen, daß London durch die Lustangrisse hart getrosten wurde. Ganze Teile der Stadt liegen in Schutt und Asche. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Erde. Es gibt ganze Bezirke ohne Gas, Wasser und Elektrizität. London und seine Vororte sehen nicht mehr schön aus.

Besonders aufschlußreich sind auch Augenzeugenberichte, die von den durchaus antideutschen Washingtoner Zeitungen „News Week" und .Life" veröffentlicht werden. Der Leiter des Londoner Büros von „News Week" schildert einen Spa- ziergang, den er durch die britische Hauptstadt unternahm: .Bombenkrater, aufgerissene Häuser, wo Bilder und Spiegel noch an den Wänden hängen, Stratzenzüge. wo neun von zehn Geschäftshäusern jetzt geschlossen sind. zerstörte Gebäude in der Nähe des Regents-Park, gähnende Leere aus der früher so belebten Straße Portland-Plac«. Die rauchgeschwärzte Hülle des großen Warenhauses von Ion Lewis in der Orfort-Strcet, wo allein 2000 Menschen arbeitslos geworden sind, Trümmer, wo früher sechs große Gebäude standen, ein neues Hotel mit zerbrochenen Fensterscheiben und vieles an­dere mehr. Roch bedeutend schlimmer sind die Zustände in Eastend. Dort stehen jeden Abend Tausende von Menschen vor den Lustschutzränmen Schlange. Frauen müssen stundenlang umherlaufen, bis ihnen meist erst am nächsten Tag. wenn sie völlig erschöpft sind, eine Unterkunft angewiesen wird. Manche, die alles verloren hatten, wanderten 13 Stunden, ehe man ihnen Unterschlupf gab." (Forts, auf S. 2)

Englands Weg in den Winter Von

Helmut Lünciermauu

Es sind nun gut vier Monate vergangen, seit die Entscheidung des Krieges fiel, den England im Sep­tember 1939 mit dem Ziele begann, das wiedererstan­dene Reich zu Boden zu werfen und zu vernichten. Es ist nicht nötig, an die Ereignisse zu erinnern, die mit unerhörter Dramatik diesen verbrecherischen Plan zu­nichte werden ließen. Seit die Trünnner der englischen Armee in Kähnen und Schaluppen unter Preisgabe aller ihrer Waffen das nackte Leben auf ihre Insel hin- überretteten, ist Deutschland gemeinsam mit seinem faschistischen Bundesgenossen der Herr des Kontinents, der auch das Schicksal Großbritanniens bedeutet.

An dem Tage, an dem die Spitzengruppen deutscher Soldaten im stürmenden Angriff in Calais einrückten, seit sie Dünkirchen erkämpften und den Kanal beherr­schen. wurde der Krieg gegen England entschieden — und zwar eindeutiger entschieden als der Weltkrieg am 9. November 1918; damals waren es Verrat und Ver­brechen im Innern des Reiches, das den Kampf der Front aussichtslos machte, diesmal aber ist es eine klare strategische Lage, die jede Möglichkeit einer Wendung im Kriegsgeschehen in das Reich der Phantasie verweist. Die Waffen haben gesprochen, und zwar so deutlich ge­sprochen, daß seitdem an der Niederlage Englands kein Zweifel mehr ist. England war zu schwach, seine Macht in Europa zu behaupten, wie sollte es hoffen, sie von Narvik bis zur Viskaya, von Paris bis nach Bukarest den deutschen Truppen wieder zu entreißen? Es war eine Niederlage, so eindeutig und klar, daß die Ehre eines Volkes unangetastet blieb, das sich entschloß, sie anzuerkennen. Sie war um so leichter erträglich, als Gewißheit über maßvolle Forderungen der Sieger be­stand, und das eigene Land noch verschont war von den furchtbaren Erlebnissen des modernen Krieges.

Die gleiche englische Führung freilich, die im Jahre 1917 nur unter dem Eindruck des verstärkten U-Boot- Krieges lieber einen Niederlage-Frieden als eine Aus­hungerung in Kauf nehmen wollte, hat diesmal, als die Entscheidungsstunde der deutschen Eroberung der Kanalküste (eine Lage, die auch im Weltkrieg von bei­den Seiten als kriegsentscheidend geweitet wurde) schlug, nichts mehr verraten von jenem berühmten englischen Realismus, der sich jetzt ebenso als Schall und Rauch erwies, wie die Propagandathese von der englischen Bündnistreue und Tapferkeit. Dem Verbrechen gegen­über den europäischen Völkern, das die Kriegshetzer von 1939 begingen, als sie den neuen Krieg entfesselten, haben sie ohne Wimperzucken ein weiteres Verbrechen, diesmal gegenüber ihrem eigenen Volk, hinzugefügt, über dessen Ausmaß sie sich gewiß nicht im unklaren waren und das heute unter dem Eindruck der Nachrich­ten aus London die ganze Welt zu ahnen beginnt.

Denn das ist die Lage Englands heute: Seine Nieder­lage ist seit Monaten entschieden, seine Kriegshetzer aber sind entschlossen, diese Niederlage ihrem Volke erst in der Katastrophe seiner ganzen Existenz einzugestehen! Hoffen sie, daß das Volk in dem Elend des völligen Zusammenbruchs, in Hunger, Kälte und Verzweiflung die Frage nach der Schuld am Kriege vergessen möge? Erwarten sie, daß es ihnen im Chaos der Vernichtung leichter sein wird, den Absprung in ein bequemes Aus- land zu finden, als es nach einem Eingeständnis her Niederlage gegenüber einem Volk mit klarer Besinnung möglich gewesen wäre? Fürchteten sie den Richterspruch ihrer Nation und zögerten sie deshalb die Niederlage dem völligen Untergang vorzuziehen, der heute in einer unausweichlichen Entwicklung sich vollzieht? Mögen sich diese sadistischen Hoffnungen erfüllen, oder die Kriesisverbrecher auch persönlich das Schicksal ereilen, das sie verdienen — die Gewalten, die sie riefen, sind entfesselt, und sie werden in den kommenden Monaten einen weiteren Bundesgenossen finden, der den deut-

Unsvr

Die deutsche ll-Bootwasfe erteilte England neuerdings furchtbare Schläge.

London lag auch gestern wieder unter stetigem deutschen Bombenhagel.

Italienische Lustgeschwader bombardierten das britische Oelzentrum Bahrain.

Der Führer verlieh Kapitänleutnant Prien das Eichen­laub zum Ritterkreuz.

Rrichsführer tt Himmler wurde bei seiner Ankunft in Madrid stürmisch begrüßt.

Die Uebrrschwemmung in Katalonien wächst zu einer furchtbaren Katastrophe aus.

Die 2. Reichsstratzensammlung für das Kriegs-WHW. nahm in den Kreisen Bremen und Bremen-Lefum einen außerordentlich erfolgreichen Verlauf.

Des großen Erfolges wegen bleibt die Beuteausstellung in der Börse auch heute noch geöffnet.

In München gewann Deutschland den Fußball-Länder- kamps gegen Bulgarien 7:3.

Um den Tschammerpokal sielen vier weitere wichtige Entscheidungen.

AB. Woltmcrshausen wurde inoffizieller Herbstmeister.