Ausgabe 
(17.10.1940) Nr. 286
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der Nationalsozialisten Vremens

flmkliches verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 286 / 10. Jahrgang

kinzelpreis 1S Npf.

Größtes bombardement der Weltgeschichte

L vie todgeweihte Weltstadt unter den Schlägen verstärkter deutscher vergeltungsangriffe

wlw vomber gegen London"

Ven Illustonsmachern har es die Nede verschlagen

w. Berlin. 16. Oktober.

Einstimmig hebt die gesamte Weltpresse hervor, daß London in der Nacht zum Mittwoch in geradezu furchtbarer Weise von den deutschen Vergeltungsangrisfen heimgesucht würd?. Ein neues entsetzliches Bombentrommelfeuer hämmerte mit nur geringen Unterbrechungen 36 Stunden auf die Weltstadt ei«. Wahre Schauer von Bomben hagelte« auf London nieder. Selbst britische Berichte sprechen unter Beiseitelassung aller sonst so kunstvoll herangezogenen Lüge» und Beschönigungs- sormeln von sehr schweren Angriffen, von einem Instand beinahe ununterbrochener Massenangrisse.

Bon allen Seiten her hätten dir deutschen Bomber die englische Hauptstadt überquert. Nach einem Bericht des Tagens Ryheter" war die Zahl der angreifenden deutschen Flugzeuge die gröhle, die bisher über London beobachtet worden ist. Besonders im zweiten Teil der Nacht seien die Deutschen in wahren Wellen über London hereingekommen und insgesamt seien Bomben in 7» Londoner Bezirken abgeworfen worden.

Die Stockholmer Zeitungen erscheinen Mittwoch abend mit Rieseniiberschristen, wie:Tausend Bomber gegen London" oderChaos ohnegleichen".United Preß" erwähnt, daß die von starken deutschen Verbänden durchgeführten Angriffe sich sowohl gegen Londons Zentrum wie die Umgebung der Haupt­stadt richteten. Die Aktivität der Flakartillerie fei so kräftig gewesen wie nie zuvor. Die Salven der Sperrbatterien seien mit einem «norm starken rollende^ Geräusch einander gefolgt, das so heftig gewesen fei, datz man es kaum von dem Krachen der explodierenden Bomben unterscheiden könne.

Datz die Geräuschkulisse nicht zuletzt dazu bestimmt' ist, der eigenen Bevölkerung Mut zu machen und das allzu suggestive Dröhnen der Bombenexplosionen etwas in den Hintergrund zu drängen, wird aus einer Bemerkung in einem Londoner Bericht derNya Dagligh Allehanda" klar, in dem es heitzt, wenn bloß der Krach der Bombenerplosivnen übertönt werden könntz, wäre schon vieles besser. Alle Berichte betonen, daß die Riesenstadt im klarsten Mondschein dalag, als die nahezu zwölfstündigen Angriffe über sie hinwegbrausten. Außerdem erhellten Leuchtbomben ein ums andere mal große Teile der Stadt. Zum Ueberslutz entstanden viele Brände, die, wie üb­lich, dem Angreifer als Wegweiser dienen konnten.

Nach amtlichen englischen Darstellungen wurden auch viele andere Bezirke Englands, sowie einige Punkte in Schottland und Wales angegriffen, wobei eiüe Stadt in Mittelengland besonders durch Brände zu leiden hatte. Der Bericht deS Lnst- fahrtminffteriums erwähnt mit besonderem Wohlwollen eine tschechische Staffel, was als Bestätigung dasür aufgefaßt wer­den darf, datz die bisher nicht gerade als erstklassig betrachteten alliierten" Landsknechtstrnppen bei der Verausgabung der englischen Kampfkraft eine immer größere Rolle spielen. Eine Meldung desSvenska Dqgbladet" hebt hervor, daß schon bei den Angriffen in der Nacht zum Dienstag viele deutsche Flng-

flchtung, Nundfunklzörer!

Berlin, 16. Oktober.

Bei Beginn der Dunkelheit ist ein Teil der deutschen Sen­der insolge der besonderen technischen Bedingungen, unter denen zur Zeit gesendet werden mutz. schwer oder gar nicht «n Deutschland zu empsangen. Mit Sicherheit aber werden die deutschen Hörer bei Dunkelheit die Welle des Reichs­senders Breslau 980 KUr gleich 3ls,8 Meter, das Nord­deutsche Gleichwellennetz aus Welle 1336 KNs gleich 225.6 Me­ter. das Schlesische Gleichwellennetz aus Welle 1231 liUn­gleich 243,7 Meter und die Welle des Reichssenders Graz aus 88« K8?, gleich 338,6 Meter hören können.

Die Hörer im Westen und Süden des Reiches werden be­sonders daraus hingewiesen, datz insolge der neugetrossenen Anordnung diese bisher im Westen und Süden nicht hörbar gewesenen Tender in den meisten Teilen des Reiches gut empfangen werden können.

zeuge trotz aller Scheinwerfer und allen Sperrfeuers der Flak zum Innern Londons durchzubrechen verstanden.

Immer weiter dehnen sich in der britischen Metropole die Ruinenfelder aus,, immer verheerender wüten die Riesen-, brande und immer größeren Umfang nehmen die Zerstörungen und das Chaos an.Wiederum kreuzten deutsche "Bomber", so berichtet Associated Preß,alle fünf Minuten die englische Küste in einer der hartnäckigsten Attacken dieses Krieges. Bymben regneten auf Englands Hauptstadt sowie Liverpool und Industriestädte in den Midlands. Arbeiter, die versuch­ten, den Schutt der letzten Nacht zu räumen und Tote und Verletzte aus den eingestürzten Gebäuden zn bergen, wurden von Bomben überschüttet. Es war das größte Bombar­dement der Weltgeschichte. Das Dröhnen deutscher Motoren und das Fallen der Bomben schien nicht mehr auf­zuhören. Noch morgens brannten unzählige Feuer, die die Feuerwehr verzweifelt zu kontrollieren versuchte."

New Dort Post" schreibt:London war beim Morgen­grauen mit beschädigten Gebäuden übersät. In einigen Stra­ßen klafften große Bombenkrater, viele Gebäude waren ver­brannt, zahlreiche Straßcnzüge waren durch Schutt und Bom­benkrater gesperrt, viele Gebäude zusammengebrochen."Uni­ted Preß" bewundert dieuhriverksmützige Gleichmäßigkeit"

mit der die deutschen Luftgcschwadcr über Südengland dahin- brausten. Schon eine «Stünde nach Mitternacht hätten über 50 Londoner Stadtteile zerstörte Anlagen ixnd Gebäude zu be­klagen gehabt. ' ' .

Stockholms Tidningen' spricht von riesigen s Feuer^- brünsten, auch Nntergrundbahnhöse seien getroffen. Nach anderen schwedischen Andeutungen sind Bomben unmittelbar um den Trafalgar Sguare eingeschlagen und haben hier große Verheerungen angerichtet. Zahlreiche Gasleitungen wurden getroffen. Daß Bomben im Regierung?- und Klub­viertel eingeschlagen sind, wird durch den Hinweis belegt, daß einer der größten Londoner Klubs einen Volltreffer er­hielt. In einem einzigen Londoner Bezirk sind in 14 Sekun­den 14 Sprengbomben gefallen, zum Teil habe es sich um kombinierte Spreng- und Brandbomben gehandelt.

Der großen Treffsicherheit der deutschen Bomber stellt un­freiwillig das amtliche Kommunique des britischen Lnstsahrt- minisieriums ein glänzendes Zeugnis aus, indem es schreibt: Die Schäden erstreckten sich hauptsächlich aus industriell« Gebäude und öffentliche Werke." Durch nichts kann die un­geheuer verheerend» Wirkung der deutschen Vergeltungsschläge besser unterstrichen werden als durch diesen kurzen Satz, der den ganzen Jllusionsschwindel Churchills glatt über den Hau­sen wirft.

Reuter meldet, .daß im Verlause des Angriffs einige schwere Bomben au-gelöst seien, von denen eine ein Gebäude zer­störte urch gleichzeitig einen Kraftwagen über die Dächer geschleudert Hütte. Eine aädere schwere Bombe habe mehrere Snndelskontore vernichtet. NachSvenskg Tagblndet" haben Unmengen von Leuchtbomben das nächtlich« London taglieil erleuchtet. Ihiter anderem sei' ein großes Warenhaus ge­troffen worden und vielfach seien wichtigste Verkehrsstraßen durch Bomben beschädigt.

, Der Londoner Berichterstatter desABC" beschreibt in einem dramatischen Bericht vas Bombardement Londons in der Nacht Zum Dieiistag. Er stellt fest, datz diese Nacht als ein« zweite Bartholomäusnacht in die Geschichte eingehen werde, wenn sich die Deutschen nicht in der nahen Zukunft selbst überbieten sollten. Nach übereinstimmender Ansicht aller sei der Bombenangriff in der Nacht zum Dienstagder inten-

(Fortsetzung aus Seite 21

»

ZS feindliche slugzeuge abgeschossen

vomben schweren und schwersten Kalibers aus London U-Voote versenkten säst Z? S0V VM.

Berlin, 16. Oktober.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die britische Luftwaffe, die nicht in der Lage ist, militärische und wehrwirtschastliche Ziele in Deutsch­land bei Tage anzugreifen, setzte ihre nächtlichen wahl­losen Bombenangriffe gegen nichtmilitärische Ziele und damit vor allem gegen die deutsche Zivilbevölkerung fort. Auch gestern wurden wieder in Mittel- und West- deutschland Wohngebüude und Bauernhäuser sowie ein Krankenhaus getroffen. Tote und Verletzte sind er­neut unter der Bevölkerung zu beklagen.

Die Angriffe der deutschen Luftwaffe auf kriegs­wichtige Ziele in Süd- und Mittelenglaüd und vor allem die Vergeltungsangriffe auf London wurden deshalb wesentlich verstärkt. Starke Verbände leichter Kampfflugzeuge flogen bereits am Tage unter dem Schutz von Jagdstaffeln unbehindert über Südengland ein nnd warfen Vomben schweren Kalibers auf die britische Hauptstadt. Die Angriffe schwollen in der Nacht durch Einsatz schwerer Kampsverbände zu noch größerer Stärke an. Böznben schweren und schwersten Kalibers trafen in großer Zahl vor allem Rüstungs­werke, Verkehrsanlagen und Versorgungsbetriebe, sowie die Hafenanlagen an beiden Themseusern. Die nach starken Explosionen im Stadtkern beiderseits der Themse, sowie die zwischen dem Themsebogen und den

Victoriadocks entstehenden Großbrände waren beim Rückslug noch bis zur Kanalküfte sichtbar.

Obwohl die britischen Jäger eine Gesechtsberiihrung vielfach zu vermeiden suchten, konnten sie in mehreren Fällen von unseren Jagdverbänden gestellt und ge­schlagen werden.

Im Lause des Tages und in der Nacht wurden fer­ner zahlreiche Industrieanlagen, Oellager, Flugplätze, Bahn- und Hasenanlagen sowie Rüstungs- und Ver- sorgungsbetriebe in Süd- und Mittelengland mit Bom­ben bis zu schwersten Kalibers belegt. Das Verminen britischer Hasen und Küstengewässer konnte durch See- ünd Luftstreitkräste ungehindert fortgesetzt werden. An der Kanalküfte zwang Marineartillerie einige feindliche Fahrzeuge durch gut liegendes Feuer zum Abdrehen.

Her Gegner verlor in den Lustkämpsen des gestrigen Tages 32 Jagdflugzeuge. Fünf weitere Flugzeuge wur­den durch Flakartillerie, ein weiteres durch Marine­artillerie abgeschossen, so daß der Feind gestern insge­samt 38 Flugzeuge verlor. Sieben eigen« Flugzeuge kehrten von ihrem Flug gegen den Feind nicht zurück.

Ein Unterseeboot versenkte süns bewaffnete feind­liche Handelsschiffe von 31 666 BRT., darunter «inen großen Tanker. Ein anderes Unterseeboot versenkte einen Dampfer von 5866 BRT., womit der Eesamt- erfolg des Bootes in dieser Unternehmung 31 545 BRT. beträgt."

Sie betrübten Lohgerber an der Lhemse

Hitler entscheidet" kin Orabgesang desVailv erpreß" kennzeichnet knglands Hoffnungslosigkeit

s. b. Berlin, 16. Oktober.

Stärker als je prasselt der Bombenhagel unserer Vergel- tunasanariffe auf London nieder. A», Tag und der Nacht linden unsere Kampsverbände, geradeezu fahrplanmäßig, ;o stellen die neutralen Berichterstatter fest, ihren Weg zur bri­tische,, Hauptstadt und zu den wichtigsten Hasen- und In­dustriestädten der Insel.

Da nicht nur im Krieg gegen die britische J"stl bie ^rn- tiative allein aus der deutschen Seite liegt, sondern ebenso im Krieg um das Mittelmeer Italien die. treibende Kraft gegen das Empire ist, dazu aber noch die Politische Position Enotands aerade aus den, Balkan und ,m Nahen L-rient Stück für Stück abbröckelt, sällt es Churchill und seinen Lügend! fern immer schwerer, überhaupt noch dem englischen Volk den Sinn. der Wetterführung des Krieges klarzumachen. Verzweislungsausbrüche, wie die Aeußerung des ,-Dmlh Ex­preß" Mr? stehen allein" beleuchten diespshchologische Si­tuation'. Nicht umsonst hat Churchill kürzlich Mannen m,t Eden und anderen Kriegshetzern eine große O,sen,iv-Kam- pagne der Lüqenagitation der Londoner Presse, m Szene ge­letzt Heute gibtDaily Expreß" nachträglich mxt seinem pessimistischen SitnationSbericht auch Antwort auf d.e sinnlose Kampagne der eigenen Führung. Es heißt . . . -

Wo wird das .Teuer des Krieges nächstens hervorbrechen?

M-mun« «>, N-'I-».- - Nackbarn. aber Hitler ist oer, oer enr- Neiden ivird Tiese Tatsache beleidigt vicle b-i unS mächten, datz wirselbst den «r.eg cr°,,nen d.e OffemG« er- ihm einmal zeigen, was « g st. ^ H -

Gerede übersieht die realen Faktoren. Großbritannien allein hält den Angriffen zweier mächtiger Staate», stand, deren Lustmacht die unsrige noch übertrifft und deren militärische Stärke der unseren im Verhältnis vo» 6:1 überlegen ist."

Es ist nur noch ein verzweifelter Abgesang. der es ver­meiden mochte, jede Hoffnung auszuschalten, wenn nachträg­lich das Blatt von der mächtige» britisch» Flotte »nv ihrer Seeherrschaft aus den Ozeane» spricht und erklärt, datz Hitler und seine Opser -in einem Gefängnis sgßen, das zwar sehr groß aber doch ein Gefängnis sei. Hier wird dann das Bialt zum Opfer des Jlliisionisiuais, über den es sich'seldst an einer weiteren Stelle recht krustig ausläßt. Es ivendet sich nämlich sarkastisch gegen die gehäuften Wendungenvon unter­richteter Seite" undaus Regierungskreisen" in der britischen Lügenpolitik. In diesen Meldungen werde dann etwa sest- gestellt, datz, wenn Hitlers^ Invasion nicht zu irgendeinem Zeitpunkt erfolge, sie überhaupt nicht kommen werde, oder aber, daß, wenn die deutschen Mangel an Treibstoff haben würden, man mit Erfolg ihre Flugzeuge und ihre motorisier­ten Verbände lahmlegen könne. Ein andererhoher Be­amter" Pflege etwa zu sagen, daß die Italiener nur zivei Alternativen hätten, entweder anzugreifen oder nicht anzu­greifen. Wenn man bedenkt, daß das gleiche Blatt die große Klage über den Prestigeverlust im Balkan sprach und die Macht der Initiative Hitlers konstatieren mußte, dann kann man den Grad der Bitterkeit ermessen, der hinter diesen sarkastrsilien Feststellungen steckt.

Es ist vergeblich, wennDaily Telegraph" die Entwicklung aus dem Balkan i» seiner Weise zu deuten versucht und doch auch dabei nicht an der Feststellung vorbei kann, daß jeder Einsluß Britanniens in Rumänien und Bulgarien ausae-

Jugoslawiens, der Türkei und Griechenlands im Grunde nur der eigene Wnnschtranm ist. Und über Rußland kann es zu­nächst nur feststelle», daßdieses Land ein rätselhaftes Schwei­gen" bewahrt, um dann allerdings doch aus eigener Macht­vollkommenheit Kvnsliktsmöglichkeiten zwischen der Sowjet­union nnd Dentschtand zusammcnziiphantasieren, auf die zu hoffen die Briten seit den wiederholten energischen Abfuhren eigentlich restlos ausgegeben haben sollten. In die Reihe der verzweifelten Illiisionsmeldiingen gehört die jetzt lanzierte Nachricht über den Besuch Lord LvthianS in Lvndon. Man hätte nämlich zunächst die 'Nachricht. verbreitet, wegen der britischen Situation im Fernen Osten müsse er in Washington bleiben. Nun läßt man ihn zurückkehren, um behaupten zu können, die Lage im Fernen Osten habe sichkonsolidiert". So verzweifelt sucht ^>er Illusionsapparat Churchills nachpo­sitiven Meldungen" über die Lage des Empire. Aber selbst an Strohhalme Pflegt sich ein Ertrinkender zu klammern. Hier ist der Strohhalm nur ein Mittel, die Illusion der Londoner ausrecht zu erhalten, die sonst schon klar erkennen würden, daß auch das zähesteDnrchhalten", um den Krieg zu über­leben, in einer Stadt der Ruinen sinnlos geworden ist, weil inzwischen auch auf dem politischen Sektor das Empire Nie­derlage aus Niederlage erleidet nnd der Vernichtung entgegen­geht. während die Engländer selbst ihre Hauptstadt und ihre sonstigen Handelsmetropolen durch die Wahnsinnspolitik Churchills in Schutt und Asche gelegt sehen.

Daß man indessen in USA. über die kritische Lag« des Empire besser als in England Bescheid weiß, zeigen Nachrich. ten von dort, die deutlich «ine Krise im amerikanischen Ver-

Hcksaeie« öle/ M»tee Ae««/

Eine grimmige Abrechnung mit dem elenden Schaumschläger und englischen Arbeiterbetrüger

Vcm Dr. kobsrkl-s?

Mister Bevin, derzeitiger englischer Arbeitsminister und Arbeiterführer, hat es für nötig gehalten, mich in seiner Rede auf dem diesjährigen englischen Gewerk­schaftskongreß zck apostrophieren.

Das reizt mich nun als alten Diskussionsredner, mich ein klein wenig mit Mister Bevin über Sozialismus zu unterhalten.

Wer. ist dieser Mister Bevin? Er ist ein massige Ge­stalt, 240 Pfund schwer, von dem seine eigenen Freunde behaupten, daß man ihn mit einer Mischung von Schau­der und Mitleid als

>

Eewerkschaftsbullen"

bezeichnen müsse. Er redet mehr lang als klug und ist dadurch bekannt geworden, datz er die seltene Gabe hat, eine völlig inhaltlose Rede von elf Stunden zu halten. Mit seinem Freunde, dem Führer der Labour Party, Major Attlee, bildet er ein seltsames Gespann, das sich sehon-rein äußerlich wie Pat und Patachon im englischen Unterhaus präsentiert. Beide verbindet ein gemein­sames Verbrechen: denn sie waren es, die die alten Arbeiterführer MacDonald und Lansbury stürzten, um sich in Dankbarkeit gegenüber denjenigen, durch die sie groß geworden waren, an ihre Stelle zu setzen.

Mit Churchill, der als Stock-Konservativer eigentlich der geschworene Feind der englischen Arbeiterschaft ist, verbindet Mister Bevin die gleiche Auffassung vom Wesen des Sozialismus. Bevin bezeichnet seinen Sozialismus

als eine vorteilhafte Form der Teilhaberschaft am Kapitalismus der City".

Für ihn ist der Sozialismus keine neue Weltanschau­ung, sondern lediglich ein Stück Liberalismus selbst, eine Mischung von Neid und Mißgunst, die mit Hilfe der Masse der Arbeiter ihn und seine Spießgesellen von der Labour Party und den Gewerkschaften an dem Verdienst des englischen Kapitalismus teilnehmen lassen. Deshalb ist es auch nicht zu verwundern, daß Mister Bevin in das Krieqskabinett seines ehemalig politischen Gegners. Herrn Churchill, eintritt. Seine bisherige Opposition zu.den Konservativen und den Diehards hat ihm den Weg zu den höchsten Aemtern des Staates frei gemacht, und nun wirft er all seine bisherigen Grundsätze, mit denen er die englische Arbeiterschaft geködert hat, über den Haufen, verrät alles, was er .bisher angebetet hat, und geht mit fliegenden Fahnen ,n das Lager der englischen Plutokratie über. Das ist Mister Bevin. das von Herrn Churchill qekaufte Sub­jekt. der Verräter an dem englischen Arbeiter, der Freund aller Juden, derGewerkschaftsbulle" des eng­lischen Empires.

Wenn ich nun an diesen Mister Bevin einige pein­liche Fragen stelle, so tue ich es nicht, um mich mit die­sem Hanswurst ernsthaft auseinanderzusetzen, sondern nur deshalb, diese Kelegenbeit zu benutzen, um das bru­tale und grausame englische Plutokrätensystcm in all seiner Gemeinheit vor der gesamten Weltarbeiterschaft an den Pranger zu stellen.

Antworten Sie, Mister Bevin!

1. Kennen Sie die Hölle der Slums? Jene Elends­auartiere, in denen die englische Arbeiterschaft leben und wobnen muß und aus deren Mieten einige Herzöge und Lords gewaltige Pachtsummen erhalten! 'Mister Townroe seines Zeichens Ministerialrat im engli­schen Gesundheitsministerium schreibt über die Slums:Die Atmosphäre war unbeschreiblich: die Menschen waren wie Schweine zusammengepfercht, mit dem Unterschied, daß jede Schweinefamilie doch immer- wirklich abgetrennte Stallung gebabt haben wurde, wahrend in diesen Häusern in einem Raum drei wohnten" ^"""lien mit insgesamt sechzehn Personen

Ist es nicht wahr, Mister Bevin. daß in den Slums von Birmingham die Kindersterblichkeit weit über 17 vom Hundert liegt, und misten Sie nicht, Mister Bevin, daß die Rachitis deshalb in der gesamten Welt die Be­zeichnung alsenglische Krankheit" erhalten hat. weil

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Bei dem außerordentlich schweren Nachtangriff auf Lon­don war die Stadt von Bränden taghell erleuchtet.

Deutsche N-Boote versenkten wiederum 37 000 Tonnen seindlichen Schiffsraumes.

Ein italienisches U-Boot versenkte ein englisches U-Boot Während die italienische Luftwaffe feindliche Flugplätze «n Nordafrika bombardierte.

Bier schneidige Fliegerofssziere wurden mit dem Ritter­kreuz ausgezeichnet.

Reichsminister Dr. Frick und Gauleiter Josef Wagner erhielten das Kriegsverdienstkreuz.

Re>chsminister Rüst ist zu einem Besuch in Sosia einge­troffen.

Eine Bremer Panzcrjäger-Abteilnng wurde auf den Füh­rer vereidigt.

Zahlreich« Veranstaltungen werben am Wochenende in Bremen für die 2. Reichsstratzensammlung des Krieas- WHW.

Im Jugendstrasrecht erfolgten einschneidende Aendcrun,