Ausgabe 
(11.10.1940) Nr. 280
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der Nationalsozialisten Vremens

flmNichesverkündungsbiatt des Neichsstatttialkers in Oldenburg und Vremen

Nr. 280 / 18. Jahrgang

Freitag, 11. Oktober 1948

kinzelpreis 1S Npf.

kette vonseuecn über London

„In wahrer Wut rasten -ie jüngsten deutschen flngriffe über London"

rag und Nacht schwerste Kaliber

7n kästen- jedes fünfte ftaus -eschü-lgt — ftcht bomben gleichzeMg eingeschlagen

Die deutschen Bergeltungsangriffe auf London stärkt. An die Nachtangriffe schließen sich gleichhestige losen Bombardement auf die Metropole des englischen stürzen sich auf die zahllosen militärischen Ziele der Schlägen Tod und Vernichtung an.

Die deutschen Bomben blasen ganze Häuserreihen über Nacht weg. Deutsche Aufklärer, die am Donnerstag über London er­schienen. beobachteten vier große Feuersbrünste in der Nähe des Parlamentsgebäudes. süns größere und einige kleinere Brände im Westminster-Viertel. Weiter wurde ein sehr aus­gedehnter Brand in der City gesehen. Trotz des sonst klaren Wetters breiteten sich dichte Rauchwolken über der Stadt aus.

Am Donnerstag erschienen neue Verbände der deutschen Lustwasse über England. Schon am Morgen entspannen sich Kämpfe über der Südküste. Ein deutscher Sturzkampsbomber richtet Angriffe aus militärische Objekte in einer voll den Eng­ländern nicht näher benannten Stadt. Auch gegen das Mün­dungsgebiet und den Laus der Themse richteten sich Vorstöße deutscher Luftstreitkräste. Ueber Bomben aus London im Lause des Donnerstag wird von englischer Seite lediglich ge­sagt, daß nachmittags einige Häuser in der Hauptstadt zer- i stört wurden.

h Während die neutralen Berichterstatter im allgemeinen bei ^der scharfen englischen Zensur ivenig über die Wirkungen der deutschen Massenangrisfe berichten dürfen und selbstverständ­lich über Zerstörungen von militärischen und kriegswichtigen Objekten ganz schweigen müssen, muß Churchill lediglich für die Berichterstatter der amerikanischen Nachrichtenagenturen eine Ausnahme machen, da er vor der Zwangslage steht, durch eine, wenn auch teilweise Schilderung der Schrecken in Eng­land auf die Tränendrüsen der Amerikaner drücken zu müssen. So ist lediglich „United Preß" in der Lage, einige Tatsachen über die Londoner Hölle zu berichten.

„In wahrer Wut rasten die jüngsten deutschen Angriffe über London". — „In der vorhergehenden Nacht und am frühen Donnerstag brauste wieder Welle über Welle deutscher Bom­ber über London dahin und brachte über die belagerte Hauptstadt einen Schrecken ohneglichen. Brand über Brand entstand. Sanitäter krochen durch die von Trümmern über­säten Straßen und irrten wie wild unter dem tödlichen Hagel der Bomben und im flackernden Scheine der Leucht- schirmrakcten umher, um Tote und Verwundete aus den Ge­bäuden zu bergen, die entweder von Bomben zertrümmert oder von Flammen verzehrt worden waren. Mindestens 4 2 LondonerBezirke sind wieder bombardiert worden. Die Deutschen warfen wieder Bomben von solch schrecklicher Sprengkraft ab, daß Kraftwagen und Taxen in den Straßen umhergeschleudert wurden; während der kurzen Pausen im Gekrach der Bomben und im Donnern der Flakgeschütze vernahm man das Maschinenge­wehrgebell der Luftschlacht, die sich im klaren Mondlicht des Himmels abspielte.

Eine Kette von Feuern erstreckte sich über London, die oberen Geschosse vieler Gebäude wurden von Brandbomben in Flammen gesetzt, und Lnstschutzverstärkungen mußten herbei­geholt werden, um die Feuer zu bekämpfen und die Straßen zu räumen, so berichtet „United Preß" weiter über den Erfolg der deutschen Angriffe.

Der Bericht vermittelt einen gewissen Einblick über diese Dergeltungs«ngriffe, wenn er weiter sagt, daß in einigen

Her Friede des Westens

Zu dem neuen Buch von Friedrich Kopp und Eduard Schulte „Der Westfälische Frieden" hat Professor Alfred Baeumler ein Vorwort ge­schrieben, das wir in der heutigen Ausgabe ver­öffentlichen. Baeumler, der um die tiefsten Tiefen und die innersten Zusammenhänge der Geschichte weiß, zeigt uns die Stellung des Reiches zum „Westen in seiner jahrhundertealten Entwick­lung und gibt unserem heutigen Freiheitskampf seine geschichtliche Deutung. — Getragen von dem Verantwortungsbewußtsein dem Leser gegenüber, hat die „Bremer Zeitung" ihren kulturpolitischen Teil mit besonderer Liebe entwickelt. Die Artikel „unterm Strich" vervollständigen das Bild der „Bremer Zeitung" und bekräftigen ihren Ruf als erstklassige Tageszeitung.

m. Berlin» 10. Oktober.

haben sich in den letzte« Tagen noch bedeutend ver- Tagesangrisse an» so daß mau von einem fast pausen- Weltreiches sprechen kann.' Hunderte von Bombern Riesenstadt und richten mit ihren erdbebenartigen

Stadtteilen Londons IM Fuß hohe Flammen von brennenden Gebäuden aufschössen und ganze StraßenAocks mit Schutt und Glas bedeckt seien. Stunde um Stunde kämen neue Be­richte über die angerichteten Schäden. Noch nie fei das Getöse des Londoner Sperrfeuers so laut gewesen wie in der letzten Nacht.

Gegenüber dieser dramatischen Schilderung der United Preß, die immerhin die sehr scharfe britische Zensur passiert haben mutz, meldet das britisch« Lustfahrtministerium trocken, in der Nacht zum Donnerstag hätten die deutschen Flugzeuge über London und Umgebung sowie anderen Gebieten in Süd­england, in Nordwestengland und in Südwales Bomben ab­geworfen. Die im Londoner Gebiet verursachten Feuers­brünste seien aus ihren Herd beschränkt worden. An ver­

schiedenen Stellen hätten die Bomben Häuser zertrümmert und Industriebauten beschädigt. Der Londoner Nachrichten­dienst ist mit seinen Eingeständnissen noch zurückhaltender. Während des Mittwochs; so behauptet er, hätten zahlenmäßig geringe deutsche Formationen in sehr großer Höhe das Lon­doner Gebiet überflogen, doch sei es nur ein oder zwei Ma­schinen gelungen. London zu erreichen. „Der Schaden ist nicht groß." In der Nacht zum Donnerstag hätten die deutschen Flieger das Mondlicht ausgenutzt, um früher über London zu erscheinen als sonst. Lediglich eine Kirche und drei leere Autobusse seien beschädigt worden (I). Nach der Schilderung des Londoner UP.-Korrespondenten ist leicht ersichtlich, was von diesen Behauptungen des Londoner Nachrichtendienstes zu halten ist.

Churchill aber läßt durch seinen plumpen Lügenminister Dass Cooper Lügen in die Welt streuen, verbietet neutralen Beobachtern, wahre Angaben an das Ausland weiterzugeben und betreibt seine -Vertuschung?- und Jllusionstaktik weiter. Es wirkt geradezu lächerlich, wenn England.glaubt, daß die deutschen Luftsormationen nur „gewisse'Schäden von unter­geordneter Bedeutung" angerichtet hätten. Und wenn man

(Fortsetzung aus Seite Ll

kln deutscher vomber gegen zehn Spttfires

Schwerste SchSVen an Volks im tstemsedogen und in Londons Stadtkern / stusgedestnke Sroßleuer

ensiland Hafenanlagen, Truppenlager. BahnkL Rüstungsbetriebe erfolgreich mit Bomben ich« schwersten Kalibers an. In Süd- und Mitt belegten sie mehrere Flugplätze mit Bomben. In St. Eval, Penrhose und St. Merrqn gelang es.

Berlin» 10. Oktober

Die britischen Verluste am Donnerstag betragen nach bisher eingegangenen Meldungen sieben Jagdflugzeuge. Ein deutsches Flugzeug mußte im Kanal notwassern. Der Flugzeugführer wurde von einem Seenotflugzeug aufgenommen. Die Maschine wird z. Z. geborgen.

Bei einem Lustkampf, der sich über der englischen Süd- küste zwischen einem einzeln fliegenden deutschen Bom­ber und zehn englischen Spitfire-Maschinen entwickelte, schoß das deutsche Flugzeug einen der englischen Jäger ab. Hierbei ereignete sich der seltene Fall» daß die bren­nend abstürzende Spitfire eine ihr Bahn kreuzende zweite Maschine der englischen Angreifergruppe rammte und diese mit in die Tiefe riß. Der deutsche Bomber er­reichte mit zahlreichen Treffern seinen Flughafen. Ein Mitglied der Besatzung wurde durch die feindliche Ein­wirkung tödlich getroffen.

wekrmachtsbericht oom 18 . Vktober

Berlin. 10. Oktober.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Vom frühen Morgen bis zu Beginn der Dunkelheit rollten »«unterbrochen Bergeltungsangriffe leichter und schwerer Kampfflugzeuge gegen die britische Hauptstadt. Unmittelbar anschließend setzten Nachtangriffe schwerer Kampfflugzeuge ei», die bis in die Morgenstunden des 10. Oktober andauerten. Schwerste Schäden wurden den Docks im Themsebogen zugefügt. Umfangreiche Zerstörungen richteten Bombenexplosionen auch an den Bahn- und Gleisanlagen im Stadtkern a«. Während der Nacht waren zahlreiche ausgedehnte Grohfeuer zu beobachten. Einzelne Kampfflugzeug« griffen in Sü

Bahnkörper und weren und ittelengland

Hallen und Unterkünfte durch Volltreffer zu zerstören und am Boden stehende Flugzeuge zu vernichten. Im Hafenbecken von Cardiff lösten Bombentreffer hef­tige Explosionen und anschließend einen großen Brand aus.

Auf See wurde ein feindliches Handelsschiff von etwa 4000 BRT. durch mehrere Bomben mittschiffs getroffen. Es blieb brennend mit starker Schlagseite liegen. Ein Unterseeboot versenkte zwei bewaffnete feindliche Han­delsschiffe von insgesamt 7000 BRT.

In Westdeutschland und in den besetzten Gebieten durch nächtlichen feindlichen Bombenwurf angerichteter Sachschaden konnte rasch wieder behoben werden. Einige Wohnhäuser wurden zerstört, ein Bauerngehöst brannte vollkommen ab. Der Gegner verlor gestern zehn Flu zeuge, davon eins durch Flakartillerie. Bier deutsche Flugzeuge werden vermißt."

Der Hafen von Cardiff, der nach dem Wehrmachtsbericht vom 1l>, Oktober 1940 von der deutschen Lustwasse ange-

bunkeranlagen verfügt. Die Kailänge des Hafens beträgt elf Kilometer. Der-Hafen von Cardiss ist auch als Einsuhrhasen von Bedeutung. Fast 10 v. H. der englischen Gesamteinfuhr an Eisenerz und Schrott und säst 15 v. H. der Gesamteinfuhr an Grubenholz kommen über Cardiff nach England, In der Nähe des Hafens befinden sich bedeutende Lagereinrichtnngen, wie z. B. Kühlhäuser mit großer Lagersähigkeit.

rttustonokchwlnvel mtt SchlffsttUmmern

Stockholm, 10. Oktober

Der Londoner Nachrichtendienst gibt eine Meldung wieder, wonach in Dänemark in den letzten Tagen angeblich so viele Schissstrümmer angeschwemmt worden seien, daß es unmög­lich sei, alles zu bergen. Als „Erklärung" für diese Beobachtung fügt der Nachrichtendienst hinzu, in den Gewässern um Däne­mark seien englische ll»Bootr aus der Jagd nach deutschen Schissen begriffen.

Die englische Jllusionspropoganda hat bereits allerlei Be­weise ihrer hoffnungslosen Idiotie gegeben. Mit der vorlie­genden Meldung dürste jedoch ein neuer Höhepunkt des Un­sinns erreicht sein. Ausgerechnet die englischen U-Boote, von denen mau überhaupt nur etwas hört wenn Churchill „be­dauert", einen neuen Verlust bekanntgeben zu müssen, werden mit diesen Schissstrümmern in Verbindung gebracht. Die bedeutend näherliegende Erklärung, daß es sich dabei um Zeu gen der verstärkten Wirksamkeit der deutschen U-Bootwasse handelt, paßt ja auch zu schlecht in das Wölkenkuckucksheim, das die Londoner Lügenzentrale der englischen Oessentlichkeit vorgaukelt.

wir werden die vurma Noute bombardieren

krklSrungen eines japanischen Kommandeurs — Demonstrationen in Lokio

o. 8ctl. Bern, 10. Oktober.

Wie aus Hanoi gemeldet wird, erklärte der Kommandierende General der jetzt in Jndochina stationierten japanischen Truppen, daß Japan aus die Wiedereröffnung der Burma- Straße schiftstens zu reagieren entschlossen sei. Die japanische Lustwasse werde die Straß-, soweit sie aus chinesischem Geburt liege, bombardieren. Sie denke aber nicht daran, etwa Bom- ben über burmanischem Gebiet abzuwerfen.

Der englische Botschafter in Tokio hat nach einer Londoner amtlichen Mitteilung erst am Mittwoch be, einem Besuch im japanischen Antzenministermm oss,zielt d,e Absicht sein» Re­gierung, die Burma-Straße wieder zu össnen, mitgeteilt. Außenminister Matsuoka hat in einer Erklärung vom Don­nerstag, im Gegensatz zu anderslautenden engli chen Behaup­tungen ausdrücklich festgestellt, daß die Einstellung der chi­nesisch-japanischen Feindseligkeiten keineswegs eine Boraus­setzung der englisch-japanischen Abmachungen über d.e Burma- Straße gebildet habe. Die Londoner Presse bezeichnet die Lage im Fernen Osten weiter als kritisch. Gleichzeitig wird s«-- ^ doch aus den Vereinigten Staaten gemeldet, Außenminister

Cordell Hugh habe aus die Frage, ob er au einen Krieg mtt Japan glaube, verneinend geantwortet.

Auf chinesischer Seite scheint man sich schon auf weit­gehende Zerstörungen der Burmastraße eingerichtet zu hauen. So wirb in einer Erklärung der Regierung Tschiangkarschek daran erinnert, daß die Straße von vielen Tausenden chinesi- schen Männern, Frauen und Kindern auf die primitivste Weise gebaut würbe. Es hätten nicht einmal Dampfwalzen zur Herstellung dieser Straße zur Verfügung gestanden. Des­halb seien auch Arbeiten zur Wiederherstellung der Straße leichter zu bewerkstelligen als bei einer nach modernen Ge­sichtspunkten hergestellten Straße.

Die britische Hetze gegen Japan geht unvermindert weiter. So fordert die unter englisclzer Kontrolle in Singapur her­ausgegebene „Streigtl, Times" «in Embargo über Liese­rungen von Kupfer, Gummi und Stahlschrott von Malakka aus.

Die japanische Regierung ist sich darüber klar, daß die Ver­einigten Staaten England dazu aufgestachelt haben, eine un­versöhnliche Haltung in der «urmasrage einzunehmen. Die­

sen Erllärungen entspricht das äußere Bild, das dir japa nische Hauptstadt in diesen Tagen bildet. Leidenschaftlich erregte Menschenmassen durchziehen die Straßen. Wie sehr auch die öffentliche Meinung die Vereinigten Staaten als An­treiber erkennt, zeigen Karikaturen Uncle SamS und John Bulls, aus denen der eine den anderen vorschiebt, oder der lange Sam die Lunte zu einem Pulverfaß entzündet, aus dem „Burma-Straße" steht. In Artikeln weist die Presse daraus hin, daß die Verstocktheit Englands praktisch umso weniger zu verstehen sei, als die Hisle für China durch Wiederauinahme der Transporte aus Burma beträchtlich an Wert verloren habe, seitdem japanische Truppen in Fran- zösisch-Jndochina stünden.

Einzelberichte melden, daß die Näumnngsmaßrmhme der Behörden und die .Abreis« der englischen und japanischen Staatsangehörigen aus Schanghai und Hongkong einen über­stürzten Charakter annehmen. Auf der anderen Seite befinden sich auch die Japaner im Süden der Malaiischen Halbinsel und in Singapur im Aufbruch. Gerüchtweise verlautet, daß Teile der japanischen Flotte in der Timors«« stationiert worden sind.

Von ^.Ikrsc! llossnberg

Um die bisherige entscheidende Herrschaft des briti­schen Empire zu sichern und darüber hinaus das Ueber- gewicht des britischen Staates auch auf dem gesamten europäischen Kontinent noch zu vergrößern, hat Groß­britannien den Krieg gegen Deutschland erklärt. Man muß diese Tatsache bei Beurteilung aller jetzigen politischen und militärischen Ereignisse und der heu­tigen Haltung der britischen Staatsführung sich vor Augen halten, um den Abstand zu erfassen zwischen dem August 1939 und dem Oktober dieses Jahres. Groß­britannien, der Schutzherr der sogenannten Freiheit, der Schirmherr der Weltdemokratie, der Herrscher über alle Meere des Erdballes, das waren die Fanfaren, mit denen England im Kriege gegen das nationalsoziali­stische Deutsche Reich vorstieß. Ohne es noch allgemein merkbar zuzugeben, ist dieses arrogante Selbstbewußt­sein, Gouvernante und Gendarm der ganzen Welt zu sein, doch für Tieferblickende immer mehr in sich zu­sammengesunken, und nur manche Redewendungen des britischen Ministerpräsidenten und die merkwürdig ge­wundenen Erklärungen anderer Amtsstellen deuteten auf die weitgehende innere Zermürbung der Staats­lenker Englands hin. Bis schließlich jene Rede Chur­chills, in der er den „spontanen Entschluß" Großbritan­niens kundgab, für 50 Zerstörer wichtigste Stützpunkte Großbritanniens an Amerika zu übereignen, aller Welt kundtat, daß hier ein Abbröckelungsprozeß des Empire seinen Anfang genommen hatte. Für feinere Ohren war dann der Schluß der Rede ganz besonders lehr­reich, wo Churchill von der Notwendigkeit sprach, das Empire und die USA. „irgendwie in irgendeiner ihrer Angelegenheiten... miteinander zu ver­quicken". Und historisch werden vielleicht seine Schlußworte sein, die wir nicht vergessen wollen: „Möge dieser Prozeß sich weiterentwickeln. Ich könnte ihn nicht aufhalten, auch wenn ich wollte. Niemand kann ihn aufhalten. Wie der Mississippi in dem bekannten Liede setzt er seinen Lauf fort. Möge er diesen Lauf mit voller Kraft und unwiderstehlich fortsetzen und uns besseren Tagen entgegenführen."

Diese schon sehr deutlichen Worte bedeuten wahr­scheinlich nichts mehr und nichts weniger, als daß, nach­dem das Orignal der britischen Freiheitsurkunde von 1215 bereits nach Amerika transportiert, der junge Nachwuchs der heute Regierenden samt allem Edelgetier nach Kanada gefahren worden ist, nunmehr auch die alte Herrscherkaste selbst sich anschickt, im Fall eines tödlichen Ernstes die Insel zu verlassen und Amerika aufzusuchen. Das bedeutet offenbar Flucht, aber da­hinter steht auch eine neue politische „Konzeption", die Churchill zwar in der genannten Rede für aufmerk­same Ohren angedeutet hat, die er sich aber zunächst noch schwer hütet, in dürren Worten öffentlich seinem Volk preiszugeben.

Es handelt sich im wesentlichen darum, daß Churchill Großbritannien nicht nur als eine selbständige Welt­macht, sondern als eine souveräne Macht überhaupt in­nerlich schon abgeschrieben hat. Worauf es jetzt hinaus­läuft und wovon er anscheinend hofft, den Krieg noch jahrelang weiterführen zu können, ist der Gedanke, daß an Stelle der sogenannten britischen Commonwealth eine allgemeine angelsächsische Völkergemeinschaft tritt, die in sich begreift die Vereinigten Staaten von Nord­amerika und sämtliche britischen Dominions und Kolo­nien mit Ausschluß der britischen Insel selber, die man wohl oder übel sich als unter deutsche Herrschaft kom­mend vorstellt. Der Dekan "der St. Pauls-Kathedrale hat kürzlich in sein Sonntagsgebet nicht nur England, sondern auch die Vereinigten Staaten von Amerika ein­geschlossen. Daß der Krieg für die Insel im Prinzip entschieden ist und daß damit der politische Macht­anspruch dieses Jnselreiches gegenüber, dem Kontinent sein Ende erreicht hat, das weiß Herr Churchill heute im innersten Wesen sicher ganz genau, und er bereitet sich vor, den Krieg unter Einfügung in die Politik der -bereinigten Staaten vom unangreifbaren amerikani- aus gegen Europa in vergrößertem Maßstabe fortzusetzen. Er muß dabei der britischen In­sel gegenüber die gleichen Folgerungen ziehen, wie er

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Gegen dir britische Hauptstadt rollten von Mittwochmorgen bis Donnerstagmorgen ununterbrochene Vergeltunasa,,- griffe der deutschen Lustwasse.

Italienische Flugzeuge bombardierten Hafenanlaaen Lagerhäuser und Schisse in Aden.

In Tokio fanden Demonstrationen gegen die Wiederer­öffnung der Burma-Straße durch England statt.

Ja Südafrika fanden nationalistische Kundgebungen statt.

Für die ägyptischen Wasd-Führer wurde ein Rede-Verbot erlassen.

In Padna wurde die deutsche HJ.-Abordnung anläßlich des „Marsches der Jugend" jubelnd begrüßt.

Vier Offiziere der Kriegsmarine wurden mit dem Ritter­kreuz ausgezeichnet.

In München wird in Kürze die Ausstellung „Deutsche Größe" eröffnet werden.

Der Führer der SA.-Gruppe Nordsee erläßt einen Tages­befehl an die Männer des Gruppenbereiches.

Für das Bremer Stadt- und Landgebiet wird auch in diesem Jahr eine allgemeine Rattenbekämpfung angeordnet.