Ausgabe 
(9.10.1940) Nr. 278
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parteiamtliche Tageszeitung

- vas flmtsblott des Negierenden Vürgermeisters der Zreien fjansestadt Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtiiches verkündungsblotk des Neichsstattt,alters in Oldenburg und vremen

Nr. 278 / 10. Zalirgang

Mittwoch, S. Oktober 1S40

kinzelpreis 15 Npf.

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Wöchnerinnen, Säuglinge, Schwerkranke, Krankenschwestern und Kinder mit vorbedacht getötet

Sie Vergeltung bleibt nicht aus

öemeinste Verbrechen, abgefeimteste Hinterlist, organisterter Mord - letzte Verzweiflungsaktion

des Massenmörders ttzurchilt

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erlin, 8. Oktober.

Wieder habe» sich die Flieger des britischen Massenmörders Churchill ein Bubenstück ge­leistet, wie es in der Weltgeschichte einzig dasteht. Angesichts der mit peinlichster Genauig­keit auf militärische Ziele gerichteten deutschen Vergeltungsschläge gegen die britische Haupt­stadt, Häfen und Versorgungs- sowie Jndustriestiitten Englands wurde unter der ParoleBom­bardiert Berlin» damit London gerettet wird!" ein verbrecherischer Anschlag auf Berlin durch­geführt, bei dem abermals lediglich Krankenhäuser sowie Wohnstätten friedlicher Schaffender angegriffen und zerstört wurden.

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In der Nacht zum Dienstag griffen britische Flugzeuge die Reichshauptstadt an und warfen an verschiedenen Stellen Spreng- und Brandbomben ab. Getroffen wurden u. a. meh­rere Krankenhäuser, darunter das bekannte Robert-Koch- Krankenhaus sowie Wohngebäude. Lagerhäuser und Bahnan­lagen. Wie es zu solchen Angriffen aus deutsche Städte kommt, wird uns erklärlich, wenn wir uns vergegenwärtigen, daß am Dienstag ein sogenannter englischer Arbeiterführer, auch einer der von Churchill ausgehaltenen Knechte, nämlich der Gewerkschaftspräsident William Hollmes vor Kongreß- delegierten in London wörtlich erklärte:Wir kämpfen gegen etwas sehr Schlimmes. Es verschont nichts, weder Frauen lrioch Kinder, weder Krüppel noch Greise, weder die Kranken ßin den Krankenhäusern, noch die hilflosen Kinder". Diese Sorte stellen eine sinngemäße Ergänzung für die Aufforde­rung des Vikars Whipp von St. Augustin zu Leicester dar, der behauptete:Löscht die deutschen Teufel aus! Alle tot­schlagen!". Auch der Erzbischos von Canterbury hat sich er­neut zu den Churchillschen Mordparolen bekannt, indem er die in England vernehmbaren Rufe nach bewußter Bombar­dierung der deutschen Zivilbevölkerungeinen zweifellos wohl begreiflichen Instinkt" nennt,der sich durch verständliche Argumente stützen läßt!"

Nach diesen brutal offenen Eingeständnissen britischer Mord­sucht erkennen wir, daß England gewillt ist, im Kampf gegen die größten Kulturnationen Europas die gleichen gemeinen und völkerrechtswidrigen Mittel anzuwenden, die schon ein­mal in der gesamten Weltöffentlichkeit Entsetzen und Wut erregten, als feige englische Söldner nicht nur dazu über­gingen, harmlose Burenfrauen und Kinder unter den schmäh­lichsten Bedingungen in Konzentrationslagern langsam ver­recken zu lassen, sondern auch hilflose burische -Frauen auf die Waggons ihrer Militärtransporte im Burenland fest­banden, um die. unterdrückten, freiheitsliebenden Buren am Schießen zu hindern.

Da wagte es Churchill vor kurzem noch, durch sein Liigen- ministerium zu heucheln, die RAF. greise nur militärische Ziele an. Ihren Angriffen läge ein sorgfältig ausgearbeiteter Plan zugrunde, dessen Einzelheiten wissenschaftlich ausgear­beitet seien. Wir wissen nun, wie Englands Pläne aussehen, wahllos werden Spreng- und Brandbomben auf Kranken­häuser, Wöchnerinnenheime, Friedhosskapellen und zahlreiche Wohnhäuser abgeworfen, nachdem man sich zuvor wie im Falle des Nobert-Koch-Krankenhauses durch Abwurs von Leuchtbomben davon überzeugt hatte, daß man keine militäri­schen Ziele vor sich hatte.

Nichts ist diesem Piratengesindel heilig. Die letzte Scham haben sie abgelegt und schmettern ihre Bomben feige auf das Zeichen des Roten Kreuzes, das überall in der Welt als Mal der Menschlichkeit anerkannt ist. Diesem überalteten und in Arroganz und Selbstsucht verkommenen England blieb es vor­behalten, alle menschliche Gesittung über Bord zu schleudern, jedes soldatische Ehrgefühl und Achtung vor Soldaten und Kranken völlig zu verletzen. Wer so weit moralisch herunter­gekommen ist, hat keinen Anspruch mehr, unter den Kultur­völkern eingereiht zu werden. Bomben auf Wöchnerinnen, Säuglinge, Schwerkranke, Krankenschwestern und Kinder das sind die letzten Verzweiflungsakte eines Hasardeurs, über den die Geschichte bereits ihren Uurtcilsspruch gefällt hat.

Das Rober-t-Koch-Krankenhaus wurde von mehreren Spreng- und Brandbomben getroffen. Man wandert in den weiten Sälen über Berge von Glas und Trümmern, die Betten sind mit Splittern, Scherben und Mauerrester/ übersät, in den Operationssälen und Laboratorien sieht man überall die Spuren dieser nichtkämpfenden, sondern meuchlings mor­denden Verbrecher. Man kann in Berlin aus und ab fah­ren, ohne auch nur einen einzigen Einschlag außerhalb der Wohnbezirke aus militärisch oder industriell irgendwie be­deutsamem Gelände zu finden. Die geradezu mustergültige Organisation des Luftschutzes hat verhindert, daß die Zahl der Opfer größer ist. Selbst in den großen Krankenhäusern konnten die Patienten in die Luftschutzräume gebracht wer­den, bis auf wenige nicht transportfähige Schwerkranke. Vor

der chirurgischen Abteilung des Robert-Koch-Krankenhauses schlug eine Bombe dicht neben einem Sanitätswagen ein, der eine schwerkranke Frau zur Operation brachte. Diese Frau und eine Schwester fanden den Tod, eine andere Schwester und zwei Träger erlitten Verletzungen durch Sprengstücke.

Durch solche Piratenstreiche, durch gemeinste Verbrechen, abgefeimteste Hinterlist und organisierten Mord versucht der Erzlump Churchill in letzter Minute, dem von ihm angestif­teten und heraufbeschworenen Krieg vergeblich eine für ihn bessere Wendung zu geben. Dieser Verbrecher im britischen Ministergewand kann überzeugt sein. daß er mit dem bestia­lischen Mord an wehrlosen deutschen Frauen und Kindern und jenen Aufforderungen des Abgeordneten Cazalet:Es kommt ja gerade daraus an, die Zivilbevölkerung zu treffen!", in Deutschland nur den Willen verstärkt, endlich in Europa mit dem britischen Gesinde! auszuräumen. Die deutsche Luft­waffe, die disziplinierteste und stärkste Luftwaffe der Welt, wird mit ihren rollenden Angriffen, deren Wucht sich von Tag zu Tag steigert, Großbritannien zeigen, daß das groß- deutsech Volk Adolf Hitlers nicht gewillt ist, länger koloniale Unterdrückungsmaßnahmen britischer Aussauger zu dulden. England wird auf die Knie gezwungen. Jedes Deutschland angetane Unrecht wird tausendfach vergolten, und zwar, wie es England vorzieht, bis zur Vernichtung seines Weltreichs.

(Siehe auch Seite 4 dieses Bogens)

rag und Nacht vomben auf London

Zahlreiche vrönde im Stadtgebiet Nachtangriffe auch gegen Manchester, Liverpool und kdlnburgk

Starke Schadenfeuer beobachtet

Berlin, 8. Oktober.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Stärkere Kampffliegerverbände erzielte» bei ihren Vergeltungsangriffen am gestrigen Tage in London zahl­reiche Bombentreffer schweren Kalibers auf Bahnan­lagen westlich des Themsebogens sowie auf die Com- mercial- und Westindiadocks. Hierbei zeichneten sich be­sonders die leichten Bombenkräfte des Eeneralfeldmar- schalls Kesselring aus. In Siidengland wurden RL- stungsanlageN und militärisch wichtige Ziele wirkungs­voll bombardiert.

Auch während der ganzen Nacht belegten in rollendem Einsatz Kampfflugzeuge Verkehrsanlagen, Versorgungs­betriebe und andere Ziele in der britischen Hauptstadt mit Vomben mittleren und schweren Kalibers. Zahl­reiche Brände im Stadtgebiet waren die Folge.

Bei Nachtangriffen gegen Manchester, Liverpool und Edinburgh konnten besonders starke Schadenfeuer beob­achtet werden. Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt.

In der letzten Nacht flogen britische Flugzeuge an mehreren Stellen nach Deutschland ein. Ihr Hauptan- grisfsziel war Berlin. Durch Abwehrmahnahmen ge­lang es die Mehrzahl abzudrängen, während ein Teil die Reichshauptstadt erreichte. Bomben trafen wiederum mehrere Krankenhäuser, ferner Wohngebäude, Lager­schuppen, sowie Gleisanlagen und richteten an einigen Stellen Sachschaden an. Unter der Bevölkerung sind zahlreiche Tote und Verletzte zu beklagen.

Zwei britische Flugzeuge wurden beim Anflug auf die Reichshauptstadt durch Flakartillerie abgeschossen. Ins­gesamt verlor der Gegner gestern 32 Flugzeuge; 13 eigene Flugzeuge werden vermißt."

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Zahlenkunststülke eines wahnsinnigen

thurchttl vor dem Unterhaus Vie alte Technik der Lüge vakar und Vrelmüchtepakt - Meilensteine des britischen Verfalls

stv. Stockholm, 8. Oktober.

Churchill hielt am Dienstagnachmittag im Unterhaus eine Rede, die schwächer war als irgend eine andere seiner früher abgegebenen Kriegsübersichten, durch die er in gewissen Zeitabständen die Weltgeschichte zu korrigieren und das Zutrauen de senglischen Volkes zu seinem Krieg aufrechtzuerhalten sucht.

Tatsächlich seien bis jetzt nur 8500 Lustkriegopfer und 13 000 Verletzte zu beklagen, und die Rate sei weiter im Sinken. Und

Bereits mittags war in London amtlich bekanntgeworden, daß der englische Botschafter in Tokio die angekündigte Wieder­eröffnung der Burmastratze zum 17. Oktober notiftziert habe.

Churchill nannte als Verwand für die Aushebung der vor drei Monaten mit Japan vereinbarten Transitsperre das Fehl­schlagen der Hoffnung, daß eine gütliche Regelung in Fernost erfolgen möge. Durch die inzwischen eingetretenen Umstände habe England keinen Anlaß, die Sperre zu verlängern. Mit dieser Anspielung aus den Dreierpäkt gab Churchill zu erken­nen, wie sehr England sich von der Haltung Japans betroffen fühlt und daß es den Zwang zu neuen Rückzügen fürchtet. Um so grotesker wirkte Churchills Behauptung, der Pakt ser etstens für die Japaner sehr unvorteilhaft und zweitens im wesent­lichen gegen die Vereinigten Staaten und Sowjetrußland (!) gerichtet. Churchill weiß, daß eines so wenig stimmt wie das andere, aber die Methode, alle Dinge aus den Kopf zu stellen, bildet wieder den einzigenstaatsmännischen" Grundgedanken seiner ganzen Rede.

Sie begann verheißungsvoll mit der Behauptung, seitdem tagtäglich deutsche Bomber über England erschienen, sei die englische Regierung vertrauensvoller denn ie(!). Charak­teristisch für Churchill war folgendeBeru-Hrgungsrechnung, die er hinsichtlich der Wirkungen der deutschen Bombarde­ments machte: Von deutscher Seite werde angegeben, daß m einer einzigen Nacht 250 Tonnen Bomben auf London ab­geworfen seien. Diese Bomben hätten, so frchr Churchill fort, 158 Leute getötet. Im letzten Krieg sei die Zahl der Bomben- opfer relativ viel höher gewesen. Genau berechnet, !ordern die Bomben heute nur ein Dreizehnte! der damaligen Opfer.

dann folgte ein Kapitel echt Churchillischer Zahlenakrobatik, das wieder einen guten Einblick in die Methoden der briti­schen Lügen gestattet: Wir haben, so argumentiert er, seit Kriegsbeginn mit etwa 3000 Todesopfern in einer Nacht ge­rechnet. Da aber bisher nur insgesamt 8500 Tote zu be­klagen sind, haben wir mal wieder gesiegt! Also: Wieder eine Nickerlage Hitlers. Das ist Churchills alte Taktik: Man nennt irgend ein Datum oder eine Zahlengröße und konstatiert dann es sei anders gekommen, die Zahl sei nicht erreicht dasvon Hitler gesetzte Datum" schon überschritten ohne daß der angeblich an diesem Termin erwartete Erfolg er­reicht sei, und schon haben die Nazis eine neue schwere Schlappe erlitten.

Churchill bemißt im übrigen die Wirkung von Bomben­angriffen aus militärische und kriegswichtige Objekte nach der Zahl ziviler Opfer! Das ist bezeichnend für die Ziele seiner eigenen Angriffe aus Deutschland. Aber in dem gleichen Rechenkunststück sticht er'die Wirkung der deutschen Bomben, die natürlich nicht nach den Toten zu belverten ist. da die Angriffe im Gegensatz zu den englischen Methoden nicht gegen die Zivilbevölkerung gerichtet wecken, in Zweifel zu ziehen: Es wecke zehn Jahre dauern, um die Hälfte der Londoner Häuser zu zerstören. Auch hier unterläßt es Churchill wohl­weislich, Näheres zu sagen über die Art derHäuser", gegen die sich die deutschen Angriffe richten. Er sah sich immerhin zu der Feststellung veranlaßt, daß die englischen Bomber- stveitkräfte geringer seien als die deutschen. Er behauptete

nur, daß die englischen Bomber mehr Schaden anrichteten, was nach Churchills Maßstäben, den Zivilopsern, zutressen dürfte. Im übrigen versprach er verbesserte Abwehrmethvden, warnte aber vor Hoffnungen aus Schutzwirkung des Winter­wetters.

Nach dem fälligen Dank für die Verstärkung der Flotte durch amerikanische Zerstörer wandte sich Churchill dem miß­glückten Dakarabenteuer zu. Sein Vertrauen zu de Gaulle ist, wie aus der Rede hervorgeht, «»erschüttert. De Gaulle habe recht gehabt zu der Annahme, die Franzosen in Dakar seien im Grunde für ihn eingestellt, aber die Lage sei un­günstig geworden durch die Ankunft französischer Kriegsschiffe in Dakar. Hier machte Churchill einige bemerkenswerte Ent­hüllungen. Während bisher durch amtliche englische Erklä­rungen beteuert worden war, daß die französischen Schiffe bei Gibraltar vorbeigelassen worden seien, da sich ja Eng­land mit Frankreich nicht im Krieg befinde, gab Churchill nunmehr zu, daß eigentlich die Absicht bestanden habe, diese Schiffe abzufangen. Durch eine Reihe bedauerlicher Zwischen- siille habe man aber in London zu spät von der Fahrt an Gibraltar vorbei erfahren, so daß weder die Admiralität noch er selbst entsprechende Befehle hätten geben können. Andere Irrtümer seien hinzugekommen. Die Schlacht bei Dakar sei aberrecht erfolgreich" verlausen. Churchill wiederholte die Behauptungen der Londoner Admiralität über Schäden an französischen Schissen, gab aber immerhin folgende englische Verluste nunmehr zu: Ein englisches Schlachtschiff und ein Schwerer Kreuzer schwer beschädigt. Er kündigte im übrigen die Absicht an, bei passender Gelegenheit die Initiative wieder zu ergreifen, also Verheißung neuer Gewaltakte nach dem Muster von Oran und Dakar.

Die Rede Churchills schloß mit einigen lyrischen Tönen zur Verherrlichung derMacht des Empire", mit denen er neues Vertrauen zu werben suchte. Sie hatten aber stark den Cha­rakter eines Nekrologs.

Hei« Äsi»

Verfall der englischen Wirtschaftsmacht

Von sirilL Lsickenrustl

Unter den zerborstenen und niedergebrannten Ge­bäuden im Londoner Eeschäftsviertel rund um Exchange Corner und Lobard Street liegen nicht nur entleerte Tresors; der britische Ueberkapitalismus selbst findet hier unter Schutt und Schotter seine rühmlose Grab­stätte. Selbst in den Bankhäusern, die noch unversehrt sind, hat der Niedergang schon begonnen; die Bombe würde nur das Verfahren vereinfachen. Das Direkto­rium der Barclays Bank kann bereits ein Lied davon singen. Hartnäckig erhalten sich die Meldungen, daß dieses Institut in Zahlungsschwierigkeiten geraten sei. Die Barclays Bank gehört zu den fünf Londoner Groß­banken, den Big Five, die ehedem das Szepter über den internationalen Geldmarkt schwangen. Hatten sie nach dem Weltkrieg schon viel von ihrer Kraft einge­büßt, so waren sie doch bis zum Vorjahr immer noch stattliche Tempel der überstaatlichen Finanz; aber schwerlich ist zu erwarten, daß sie diesen Krieg über­dauern, um zu alter Machtentfaltung zurückkehren zu können. Wenn die Barclay^ Bank die erste ist, von deren Zahlungsschwierigkeiten etwas durch den dichten Gürtel der Schweigebefehle sickert, so liegt dies daran, daß dieses Institut über ein großes Netz von Depositenkassen verfügt und daß die kleinen Kunden der Bank in den vergangenen Wochen sehr stark auf ihre finanziellen Reserven zurückgreifen mußten, in einem Umfang offen­bar, dem die Liquiditätsreserven dieses Eckpfeilers der Londoner City nicht ganz gewachsen waren.

Zu einer offenen Krise wird man es in London na­türlich nicht kommen lassen, aber unter -der Decke bro­delt es doch schon heftig, werden Moratorien erörtert, Schutzgesetze besprochen und letzte Reserven mobilisiert. Die Tatsache, daß die Banken sehr unsanft mit ihren Kunden, sofern diese Schuldner sind, verfahren, spricht für sich. Die Effektenkundschaft ist schön-lange genötigt worden, ihre Debetsalden um jeden Preis abzudecken. Das hat böses Blut gemacht, die Regierung ist zum Ein­schreiten aufgefordert worden, aber ihr sind selbst die Hände gebunden. Sie braucht den Bankkredit wie das tägliche Brot. Im Laufe des September hat sich das Schatzamt bei den Londoner Banken etwa 100 Millionen Pfund kurzfristig geliehen, um die Kassennöte zu über­brücken. Das Kabinett lebt selbst von den Hundert­millionen, die in Lombard Street noch flüssig gemacht werden können.

Im Schatzamt nehmen die Kriegsmaßnahmen sowieso kein Ende, wie man sich leicht vorstellen kann, denn für die dritte Septemberwoche wurde bekannt, daß den Ein­nahmen von 47 Millionen Pfund Ausgaben in Höhe von 248 Millionen Pfund gegenüberstanden. Die eine Stichprobe genügt. Aus der einen Woche errechnet sich ein Staatsdefizit von 200 Millionen Pfund. Wenn der Daily Telegraph" schon zugibt, daß in der ersten Hälfte des Finanzjahres 1840/41 ein Halshaltsdefizit von 1188 Millionen Pfund entstanden ist, dann kann man aus Erfahrung hinzufügen, daß die Wahrheit immer noch gewaltig schlimmer ist. Für das zweite Halbjahr prophezeit derDaily Telegraph" ein Defizit von 2100 Millionen Pfund. Doch falls das selbstmörde­rische Ergebnis der dritten Septembepwoche ständig wiederkehrt, wird derDaily Telegraph" trotz seiner scheinbaren Bierehrlichkeit noch kräftig danebengegriffen haben. Im englischen Schatzamt hat jede solide'Finanz- gebarung ein Ende gefunden, man lebt von der Hand in den Mund, borgt das Geld, wo es nur zu kriegen ist und sieht mit sehr viel größerer Angst in die nächste Zukunft als noch vor wenigen Wochen.

Bisher stand eigentlich fest, daß ab 1. Oktober die Warensteuer erhoben wird, mit 33V- Prozent auf Luxuswaren und 16-/, Prozent auf Massengüter. Die Steuer sollte entscheidend zum Ausgleich des Etats bei­tragen, aber einstweilen wird sie nicht erhoben. Es seien nochkomplizierte Probleme" zu regeln, eine Wendung, hinter der. sich der wachsende Einfluß der Arbeiter ver­argt, die sich von Anfang an gegen diese Warensteuer aufgelehnt haben. Der Schatzkanzler Sir Kingsley Wood hat sich somit einen fremden Willen aufzwingen lassen. Das heißt aber zugleich, daß er die Kontrolle über den Staatshaushalt verlor und nicht einmal mehr in der Lage ist, die Höhe des Defizits zu meistern.

Die Rücksicht auf die Arbeiter erklärt sich durch die sensationelle Schrumpfung der Rüstungsproduktion. Nach englischem Eingeständnis ist die industrielle Erzeugung um 8 Prozent zurückgegangen, an sich schon recht viel,

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Der neue verbrecherische Mordanschlag aus Krankenhäuser und Wohnviertel der Reichshauptstadt dokumentiert wie­der von neuem den Geist des englischen Massenmörders tzyurchm.

Deutschlands Luftwaffe griff in zahlreichen Vergeltungs- slsigey London. Manchester, Liverpool und Edinburgh an. Ein« Rede des englischen Lilgenlords vor dem Unterhaus kennzeichnet die Schwäche Englands.

Durch deutsche Fernkampfartillerie wurde im Kanal ein britischer Tanker getroffen.

In Italien besichtigte der Duce die Po-Armee.

Die strategische Lage Aegyptens ist äußerst kritisch ge­worden. «

In der Nacht zum Dienstag warfen die Engländer im Gau Weser/Ems wieder Sprengbomben und Brand- Plättchen.

Die Frontbühne des Bremer Staatstheaters kehrte von einem achttägigen Gastspiel an der Westfront zurück.