Ausgabe 
(8.10.1940) Nr. 277
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parteiamtliche Tageszeitung

vas flmtsblat» des Negierenden Vürgermeisters der Zreien Hansestadt Vremen

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Die 1 Mio hohe und 22 nun breite Zeile im Anzeigenteil 18 Die 78 mm breite und I wio hohe Zelle im Tertkeil 75 Ermäßigte Grundpreise lfür Klein- u. Familien- anzelnen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 9 Nachlaß­staffel O. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An­nahmeschluß 16 Uhr. Geschäfts­stellen: 6n Bremen: Am Geeren Nr. 6/8. Fernspr. 5 41 21. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher 511 15: Obernstroße 86. Femspr. 5 4121. In Svke: Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

pmlliches verkündungsblott des Neichsstatttialkers in Oldenburg und Vremen

Nr. 2?? / 10. Jahrgang

Dienstag, 8. Oktober 1S40

kinzelpreis 13 Npf.

dem Untergang geweiftt

London ein zweites Karthago / der flugenzeugenbericht eines diplomaten

der größte Wirtschaftsraum der Welt fteftt vor der sicheren Vernichtung

s't

Genf, 7. Oktober.

In einigen Wochen wird es sinnlos sein, daß deutsche Flieger London weiterhin bombardieren, wenn bis dahin die deutschen Luftangriff so intensiv fortgesetzt werden, wie das in den letzten Tagen meines Londoner Aufenthaltes der Fall war. Die Zerstörung Londons wird alsdann wie der Unter­gang Karthagos in die Geschichte eingehen", erklärte ein neutraler Diplomat, der London am 23. September verlassen hat und nun in Genf angekommen ist. Da die deutsche Luftwasse seitdem ihre Angriffe pausenlos fortgesetzt hat, dürste der von dem verständlicherweise ungenannt bleiben wollenden Diplomaten geschilderte Untergangszustand noch erheblich furchtbarer geworden sein.

In den letzten Tagen seines Londoner Aufenthaltes, so heißt es in dieser eindrucksvollen Schilderung, sei ihm bewußt ge­worden, daß das größte Wirtschaftszentrum der Welt dem Untergang geweiht sei. Es gebe in London und Umgebung kein Industrieviertel mehr, das nicht unter den deutschen Bom­benangriffen gelitten habe. Kein vernünstiger Mensch könne mehr von einer normalen Wetterführung des für Großbritan­nien so entscheidenden Londoner Wirtschaftslebens sprechen. Jeder zur Zeit noch in London und dem Hafen ausgeführte Wirtschafts- und Handelsverkehr diene nur noch dem Zweck, wichtige dort vorhandene Rohstosflager in das Innere des Landes zu transportieren sowie das Maschincnmaterial wich- ltiger Londoner Kriegsindustrien vor der Zerstörung zu retten. ^.Tie Desorganisation des Londoner Verkehrslcbens hätten die 'Deutschen bereits erreicht.

Die Versorgung der Londoner Bevölkerung mit Lebensmit­teln sei inzwischen zum heikelsten Problem der Behörden ge­worden, nachdem Tausenden obdachlos und brotlos gewor­denen Manschen zusätzliche Massenspeisungen verabreicht wer­den müßten.

So tapfer sich die Londoner auch bisher verhallten hätten, so könnten sie dach angesichts der schlechten Vorbereitung Lon­dons anf die große deutsche Lustassensive nicht bei guter Moral erhalten werden. Nur derjenige, der ein einziges Mal eine Nacht aus einem der Londoner Untergrundbahnhöse verbracht habe, könne mit einigem Recht die Nervenprobe beurteilen, der die Londoner seit Wochen täglich ausgesetzt seien. Er selbst habe zweimal in Untergrundbahnstationen flüchten müssen, berichtet der Augenzeuge weiter. Er werde nie die Panikstim­mung vergessen, die er in Watevloo-Station erlebte, als für Sekunden der elektrische Strom durch Erschütterungen von in der Nähe einschlagender Bomben unterbrochen wurde. Das zweite Mal befand er sich in der Nähe vom Piccadilly-Cirous, als aus dem Tunnel der Bahnlinie plötzlich eine dichte Rauch­wolke drang. Durch den leichtsinnigen Ruf .Mas" habe es unter der zusammengedrängten Menge eine furchtbare Panik gegeben. Was er dabei erlebte, gehöre zu den fürchterlichsten Ein­drücken seines Lebens. Dabei habe er es wie viele andere vor­gezogen, lieber die Hölle unter freiem Himmel zu erleben als lemals wieder die Hölle von Piccadilli-Circus.

Ueber die angerichteten Schäden könnten sich die Londoner selbst absolut kein Bild machen, bestätigt der neutrale Diplo­mat. Die am meisten betrosfenen Industrie- und Hafenviertel seien abgesperrt worden. Die Journalisten europäischer Zei­tungen könnten sich nur noch über amerikanische Kollegen einigermaßen über das ins Brld setzen, was im Verlauf der letzten Angriffe bombardiert wurde. Die offiziellen Mitteilun­gen enthalten in der Regel Angaben über Schäden, die acht Tage vorher angerichtet wurden und nach den Richtlinien von

Krieg den Raubrittern des 20. Jahrhunderts

das ist die außenpolitische Losung unseres Schickft.lkampfes. In diesen Worten gipfelt der heutige LeitartikelEnglands Zwingburgen an den Seestraßen" von SA.-Eruppenführer Erich Hasse, Bremen. Gibraltar, Malta, Suez, Aden, Singapore diese Namen sind mehr als Worte. Sie kennzeichnen das britische System der Kon­trolle des Welthandels, gegen das das Raub­rittertum des 17. Jahrhunderts nur ein kleiner Vergleich ist. Was jeder empfindet, in diesem Artikel ist es in Worte gefaßt, klar und eindeutig. Eine Zeitung, die so zu ihren Lesern spricht, ver­dient das Vertrauen, das man ihr entgegenbringt.

oberster Stelle auch nur das, was nicht mehr verheimlicht werden konnte.

In die City gelangt man nur noch, wenn man sich aus­weisen könne, daß man in diesem Stadtviertel wohne oder beschäftigt sei.Seit dem 20. September kann der gewöhnliche Sterbliche weder die St. Pauls-Kathedrale noch die Bank von England besuchen", erklärte der Diplomat wörtlich. Mit der Zeit habe sich die Londoner Bevölkerung daran gewöhnt, am Tage in die Parkanlagen zu flüchten, obwohl dies verboten sei.

Das Bewußtsein, daß die deutschen Flieger nur wirtschaft­liche und militärische Objekte angreifen, gebe ihnen mehr Sicherheit, als der Luftschutzkeller. Wenn es in der Absicht der deutschen Flieger gelegen hätte, Londoner Kunstbauten zu zerstören, so gäbe es wahrscheinlich heute weder ein Parla­mentsgebäude, noch eine Westminster-Abtei, noch eine St. Pauls-Kathedrale mehr.

Ein Wärter vom St.-James-Palast habe ihm das durch eigene Beobachtung bestätigt. Dieser schilderte, wie ein deut­scher Flieger dicht über die Trafalgarsäule geflogen sei. Fast habe es ausgesehen, als ob er in Whitehall landen wollte, so tief sei er plötzlich heruntergegangen, um dann dicht am Big-Ben-Turm vorbei über das Parlamentsgebäude zu flie­gen. Alsdann habe er beobachtet, wie das deutsche Flugzeug in einer stellen Aufwärtskurve über die Themse geschwenkt sei. um dann sein« Bomben auf das große Bürohaus einer Schissahtsgesellschast zu wersen. Dieser Wärter vom St.- James-Palast machte dem Diplomaten auch auf ein Krater­

loch aufmerksam, das etwa 200 Meter entfernt vom St.- James-Palast auf einem freien Platz zu sehen war. Die Bombe habe wahrscheinlich dem etwas weiter unten liegenden Gebäude der britischen Admiralität gegolten. Ungefähr zwei Tage lang habe man die Verbindungsstraßen vorn Bucking- Ham-Palast nach Trasalgar Square sperren müssen.

Als in der Woche vom 16. bis 31. September der ört­liche Londoner Postverkehr zweimal unterbrochen war, ver­breitete sich das Gerücht, daß das Londoner Hauptpostgebäud« ebenfalls vernichtet sein müsse. Der Post-verkehr hatte in den letzten Tagen meines Londoner Aufenthaltes immer noch schwere Störungen. So brauchte ein Brief von Bekannten aus Snrbiton, das von Waterlvo-Station mit der Vorort­bahn in 2S Minuten zu erreichen ist, zehn Tage. Die Bor­orte Londons sind durch die deutschen Luftangvifse zu uner­reichbaren Gegenden geworden, wie umgekehrt die meisten Be­wohner der Vorstädte Nicht mehr nach London fahren können. Teils mag dies alles militärische Gründe haben, aber das Eisenbahnnetz der Vorortbahn, namentlich der Linien, die in Waterlon-Station einlaufen und von Sureh kommen, muß sehr gelitten haben. Bon etwa 18 in Waterloo einlaufenden Linien sind drei Linien völlig ausgefallen.

Wie die meisten Londoner so kann auch ich keine umfassen­den Angaben über die in London entstandenen Schäden machen. Wer nicht dringend sein HauS verlassen muß, macht nun schon seit Wochen keinen Schritt mehr vor die Tür, und der Londoner erfährt von dem Ausmaß der Zerstörungen genau so viel und genau so wenig wie die Welt, die auf die Reuterberichte angewiesen ist.

Wenn ich daran denke, daß sich seit meiner Abreise die deut­schen Angrifft aus London verdoppelt haben", schließt der neu­trale Berichterstatter,so scheint es mir unmöglich, daß man in nächster Zeit von London noch von einer Stadt sprechen kann, die in wirtschaftlicher oder strategischer Hinsicht eine nützliche Funktion für die britische Berteidigung ausüben kann."

22 britische Flugzeuge abgeschossen

fast pausenlofer siiegeralarm in London - Lrefter auf ftafenanlasen, Mistunsswerke,

Versorgungslager und kisenbaftnen

Berlin, 7. Oktober.

Am Montag griffen unsere Kampfflugzeuge zum Teil unter dem Schutze von Jagdfliegern London und Ziele im Süden und Südosten der britischen Insel an. In London wurde fast pausenlos Fliegeralarm gegeben. Hafenanlagen, Rüstungswerke, Versorgungslager» Eisen­bahnen, Flugplätze und andere wichtige Ziele erhielten Treffer, die Brände und Zerstörungen zur Folge hatten. An verschiedenen Stellen entwickelten sich Luftkämpfe, in deren Verlauf 22 feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden. Sieben eigene Flugzeuge werden vermißt.

welzrmachtsbericht vom 7. Oktober

Berlin, 7. Oktober.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: London und zahlreiche andere Ziele in Südengland wurden am 8. Oktober und in der Nacht zum 7. Oktober trotz schwierigster Wetterlage wieder erfolgreich ange­griffen. In London explodierte ein Eroßgaswerk mit nachfolgender starker Brandwirkung. Weiter gelang es, ein Wasserwerk stark zu beschädigen. Einzelne Flugzeuge griffen mehrere Rüstungsbetriebe in Südengland an und vernichteten Kesselhäuser, Montagehallen, Maschinen, Fertigfabrikate und Vorräte. Bomben schweren Kalibers trafen mehrfach Bahnhöfe und Gleisanlagen. Infolge von Bombentreffern auf einige Flugplätze stürzten mehrere Hallen ein, zahlreiche Flugzeuge wurden durch

Bombentreffer und ME.-Beschuß am Boden vernichtet. Angriffe anf verschiedene Truppenlager südlich von Lon­don hatten nachhaltige Wirkung. Zahlreiche Volltreffer in Baracken und Unterkünften konnten beobachtet werden. In Thameshaven und Port Victoria lösten Bombenexplosionen neue große Brände aus. Weitere Angriffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der Siid- und Südostküste Englands. Zu Luftkämpfen kam es in­folge der Wetterlage gestern nicht.

An der dänischen Westküste versuchten feindliche Flug­zeuge zwei deutsche Vorpostenboote anzugreifen. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen» die übrigen zur Umkehr gezwungen. Bei den Angriffen auf Rüstungswerke in Südengland zeichneten sich durch besondere Kühnheit aus: Oberleutnant Braun, Oberleutnant Viewer, Ober­leutnant Kühn und Oberfeldwebel Wolf."

London: 5 ftlarme bis Montagabend

d. v- Stockholm, 7. Oktober.

London hat bis zum Montagabend fünf Alarme gehabt. Während die englischen Luftstreitkräfte wegen schlechten Wet­ters wieder keine Aktionen gegen seindliches Gebiet versuchten, überflogen nach englischen Berichten große deutsche Verbände vom frühen Morgen an die Küste. Es kam zu Luftkämpfen. Bombenabwürse werden verzeichnet aus SUdost-London und aus einer Stadt Südost-England. Deutsche Flugzeuge unter­nahmen, so heißt es weiter, zwei Angriffe aus die Ballon­sperren bei Dover.

Irrsinniger Illusionismus um jeden Preis

Man faselt von einem kinfall in Veutschland Oas Schuldkonto tkmchills wächst ins Ungeheure

w. Berlin, 7. Oktober.

Mit beispiellosem Schneid und ungeheurer Angrissssreudigkeit setzen Deutschlands junge Flieger die Vernichtungs- schläge gegen das Jnselreich bei Tag und Nacht fort und lassen Churchill-England keine Atempause. So faszinie­rend wirkt das einfach unbegreifliche Drausgängertum der deutschen Piloten, daß selbst englische und amerikanische Fachleute des Glaubens sind, daß die deutschen Flugzeuge keine Menschen, sondern Roboter an Bord hätten, die ferngelenkt trotz hestigster Beschießung stur geradeaus fliegen und über London weder Richtung noch Höhe oder Geschwindigkeit ändern.

Die Kraft und Pausenlosigkeit der deutschen Jnvasions- slüge hat Churchills Jllusionsmaschine aus noch vollere Tou­ren gebracht. Ein wahrer Taumel hat den Totengräber des Empires und seine Handlanger gepackt. Zwangsweise ver­sucht man. mit allen Mitteln das englische Volk über die immer katastrophaler werdende Lage der Insel hinwegzutäu­schen. Mit Riesenausmachungen der Zeitungen und Rund­funkreden macht man in Illusionismus.

Während deutsche Bomben die englische Metropole zu einem zweiten Karthago werden lassen, faselt man in London davon, daß dieleitenden Köpfe der britischen See-, Land- und Lust- strettkräste nunmehr an den Krieg aus dem Gesichtswinkel eines Einfalls in Deutschland" denken. Nur in einem eng­lischen Gehirn kann nach der furchtbaren Niederlage von Dün- kirchen ein solcher Irrsinn angedeutet werden.

In gleicher Weise will man sich und der Welt, die die Hoffnungslosigkeit einer Siegesmöglichkeit für England immer mehr in voller Deutlichkeit erkennt, einreden, daß die nächt­lichen Einflüge britischer Flieger in dos Reichsgebiet von großartigem Erfolg gewesen seien. Es wird eine verlogene genaue Beschreibung der seit Kriegsausbruch auf Deutschland unternommenen Bombenangriffe bis Ende September 1940 sowie des sorgfältig ausgearbeiteten Planes, der diesen An­griffen zugrunde liegt", herausgegeben. Danach sollen die eng­lischen Mordflieger mehr als 200 militärische Ziele getrosten haben. Man berauscht sich mit der lügenhaften Behauptung, es seien mehr als 700 Schläge gegen Deutschland ausgeteilt. Den höchsten Gipfel des Irrsinns erklimmt man mit der Schilderung besonderer Heldentaten der RAF. Da soll Deutsch­lands Benzin-Produktion systematisch zerschmettert worden fein. Die Lslraffinerien und die -roß« Dock» hätte» schwere

Schläge erhalten und die deutschen Transportwege wurden me>hr und mehr gehemmt.

In dergenauen Beschreibung" heißt es dann u. a. Wetter: Während die Nazislicger ihre Bomben wahllos aus britische Raturschönheiten (I). einzeln stehende Villen und Wohn­gebiete (!) abwerfen, sind die Angrifft der Rohal Air Force basiert aus sorgfältig ausgewählten Zielen (!) und lang vor­bereiteten Plänen, und es werden nur Ziele von wirtschaft­licher und unmittelbar militärischer Bedeutung angcgris- sen (??). Jedes Ziel ,das ausgewählt wird, hat seinen Platz in dem ausgearbeiteten Grundplan. auch wenn seine Bedeu­tung zuerst nicht in die Augen fällt. Schwache Stellen in der Raziindustrie und in ihrem Transportsystem würden systematisch ausgesucht und angegriffen, wie z. B. elektrische Kraftwerke, wichtige Fabriken und Straßen und Eisenbahn­knotenpunkte."

Wir wissen, wie es in Wahrheit um England aussieht. Wenn schon London von sorgsältig ausgearbeiteten Plänen spricht, so können damit nur die Angrifft aus deutsche Kir­chen, Krankenhäuser. Kinderspielplätze, Wohnhäuser und Sied­lungen gemeint sein. Das Schuldkonto Churchills wächst mit diesen erstunkenen und erlogenen Erfolgsberichten zur Ber- dummung des eigenen Volkes und zur Vertuschung der un­aufhaltsam herankommenden Katastrophe in» Ungeheuerliche.

Von

Z^..-6ruppsnkübrsr Lrick H o s s s - Siowsv.

Aus derkaiserlosen, der schrecklichen Zeit" im Mittel­alter sind uns heute Lebenden noch die Raubritter in geschichtlicher Erinnerung geblieben. Als Land und Volk imheiligen römischen Reich deutscher Nation" nicht mehr von dem starken Arm mächtiger deutscher Kaiser gelenkt und behütet wurden, als Recht und Gesetz überall der Willkür und Gewalt weichen mußten, da war diegoldene Zeit" der Raubritter gekommen. Ueberall an den großen Verkehrsstraßen, die durch das weite Reich und von dort zu den Nachbarstaaten und fernen Ländern führten, erhoben sich an unzugänglichen Stellen ihre Raubburgen. Von hier überfielen sie den friedlichen Kaufmann, der in schwer beladenen Last­zügen die Erzeugnisse deutschen Fleißes von Nord nach Süd, von West nach Ost brachte,, um Ware gegen Ware, Leistung gegen Leistung nach gutdeutscher Art auszu­tauschen. Als Wegelagerer und mordgierige Plünderer sind diese Raubritter der Schrecken ihrer Zeit gewesen, bis wieder eine Reichsgewalt entstand und starke Herr­scher sich des geplagten Volkes annahmen, die Raub­burgen niederbrannten und das Raubgesindel an den Galgen brachten.

Wir brauchen dieses Bild nur auf das Weltgeschehen seit der Entdeckung des unbekannten Erdteils zu über­tragen, dann erkennen wir unschwer, wie sich in der Entwicklung der englischen Weltmacht die gleichen Dinge widerspiegeln. Der Zusammenbruch des spanischen Welt­reichs am Ende des 16. Jahrhunderts machte die außer­halb Europas liegenden Erdteile zur reichen Beute für den Sieger: England. Dieses Jnselreich ist eine Ba­stion, die Europa nach der See hin vorgelagert ist. Alle Seestraßen Mittel- und Nordeuropas sind durch England blockiert. Hier am Kanal errichtete England zuerst seine Sperrburgen, die heutigen Kriegs- und Handels­häfen der Südküste.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte das englische Piratenvolk dann ein wohldurchdachtes System von Stützpunkten" undFlottenstationen", das der Ent­stehung der mittelalterlichen Raubburgen aufs Haar gleicht. Ein Blick auf die Weltkarte beweist das. Wo auch immer die Seewege aller Völker die Brücke über die Ozeane schlagen, da liegen auch die englischenStütz­punkte". Gehen wir sie einmal der Reihe nach durch:

Nord- und Ostsee sind abgeriegelt am Kanal und im Norden durch Scapa Flow auf den Shetlandinseln. Der Seeweg nach Nordamerika und dem Panamakanal wird beherrscht durch die englischen Bermudainseln, die Ba­hamas und Jamaica. Der Seeweg nach Südamerika wird flankiert durch Trinidad und die Falklandinseln, die auch den Weg um Kap Horn, die Südspitze Ame­rikas, blockieren. Der kürzeste Seeweg von Europa nach Asien wird kontrolliert durch dieStützpunkte"' Gibral­tar Malta Alexandria Suez Aden. Der Weg längs der ganzen Südküste Asiens ist beherrscht durch Colombo an der Südspitze Indiens, durch Singa­pore und Hongkong. Der alte Handeisweg von Europa um Afrika herum liegt unter der Bedrohung durch Bathurft und Freetown an der afrikanischen AZestküste, dann durch Kapstadt und schließlich durch die Insel Mauritius. Zwischen Südamerika und Australien liegt Neuseeland als Sperrbastion.

Wohin auch immer der Blick über die Weltkarte und die für das Zusammenleben der Völker unentbehrlichen Seestraßen schweift, überall finden wir die englischen Raubburgen zur See. England wird sie natürlich nur zur Wahrung derFreiheit" und desVölkerfriedens" geschaffen haben! Wir und mit uns heute bereits ein großer Teil der anderen Völker wissen es besser, warum England diese Zwingburgen hat: Um sein zu­sammengeraubtes Weltreich weiter in Ruhe ausplün­dern und um den freien Verkehr aller anderen Völker nach Belieben sperren zu können.

Von diesen Raubburgen aus hat England in unzäh­ligen Kriegen gegen alle übrigen Nationen, besonders aber gegen die europäischen Staaten seine Ueberfälle auf deren friedlich und durch Fleiß erworbenen Aus­landsbesitz und Ueberseehandel ausgeführt. Der Insel­staat England aber war das Zentrum dieses ebenso brutal wie raffiniert ausgeklügelten Beraubungssystems. Denn alle diese Raubnester bezogen ihre Kräfte und Kampfmittel von demMutterlande" Eroß-Britannien.

Deshalb muß diese Insel jetzt durch das deutsche Schwert niedergerungen werden, während im Süden Europas Pas faschistische Italien bereits begonnen hat, die englischen Sperrburgen am Seeweg nach Asien auf-

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Nach dem Bericht eines neutralen Diplomaten gleicht London schon heute einem zweiten Karthago.

Mit weiteren phantastischen Lügenmeldungen setzt Chur­chill seine verzweifelte Jllusionskampagne fort.

Italiens Schnellboote versenkten ein weiteres britisches U-Boot.

Japan strebt die völlige Verständigung mit Sowjetruß- land an.

45 000 Volksdeutsche werden aus der Südbukowina aus­gesiedelt.

In Warschau wurde derTag des Sieges" mit einer großen Parade gefeiert.

Kriegsmarine und NS.-Lehrerbund haben die Schuljugend zu einem SchülerwettbewerbSeefahrt ist not" aus­gerufen.

Bor 40 Jahren wurde die Kleinbahnlinie BremenTarm- stedt in Betrieb genommen.