Ausgabe 
(5.10.1940) Nr. 274
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parteiamtliche "tageszeitung

Das flmtsblott des Negierenden vürgermeisters der Lreien Hansestadt vremen

der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches verkünöungsbiatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und vremen

Nr. 2^4 / 10. Jahrgang

Sonnabend, 5. Oktober 1940

kinzelpreis 15 Npf.

sichrer und Suce am vrenner

Mehrstündige Unterredung / herzliche Aussprache in stnwesenhett der beiden flußenminister / Sämtliche interessierenden fragen erörtert

Historische vegegnung

ffm vrenner, 4. oktober Im Natzmen des regelmäßigen deutsch-italienischen Meinungsaustausches baden sich der sichrer und der Sure am sreitag am vrenner getroffen. In einer im Leiste der stchse gesichrten berrlichen Unterffaltung von dreistündiger Vauer, die in ffnwesentzett der beiden stußenminister stattfand, wurden sämtliche beide Länder interessierenden fragen erörtert. Sei dem letzten Lei! der Untertzaltung war Leneralseldmarschall Keltel anwesend. die vesprechung wurde wätzrend eines friitzstiicks im kleinen Kreise fortgesetzt

Ueber den Verlauf der Begegnung des Führers und des Duce erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Der Führer traf zu seiner Begegnung mit dem Duce im Sonderzug um 11 Uhr in der italienischen Grenzstation Brenners ein. Der Duce begrüßte den Führer aus dem mit den deutschen und italienischen Fahnen geschmückten Bahnsteig auf das herzlichste. Der italienische Außen­minister Gras Ciano hieß Reichsaußenminister von Rib- bentrop herzlich willkommen. Während ein italienischer Musikzug die deutschen und italienischen Nationalhym- . nen intonierte, schritten der Führer und der Duce die Front der Ehrenformation des Heeres und der faschisti­schen Miliz ab. .

Der Duce geleitete den Führer sodann zu seinem auf der anderen Seite des Bahnsteiges stehenden Sonder­zug, wo die Besprechung im Salonwagen des Duce in Anwesenheit der Außenminister beider Länder begann. Nach der Vesprechung geleitete der Duce den Führer an seinen Sonderzug zurück und verabschiedete sich von ihm auf das herzlichste. Begleitet von den Klängen der deutschen und italienischen Nationalhymnen verließ der Sonderzug des Führers gegen 14.30 Uhr den Brenner.

Mehr als sechs Jahre ist es her, daß der Führer als Kanzler des Reiches zum erstenmal mit dem Duce Ita­liens in Venedig zusammentraf. Diese Begegnung war der erste Brückenschlag zu einem neuen Europa, das sich allmählich abzuzeichnen begann. Während des abessnn- schen Feldzuges, als der Völkerbund auf Englands Ee? heiß die Sanktionen gegen Italien verhängte, konnte die Freundschaft zwischen den beiden Mächten ihre erste Kraftprobe bestehen. Nach der Eroberung Abessiniens traf Mussolini im Herbst 1937 in Berlin ein und wurde mit großem Jubel empfangen. Die Welt begann die Achse Rom—Berlin als ein politisches Faktum zu wür­digen, und dieser Respekt wuchs, als sich die Achse rn den Tagen der Rückgewinnung der Ostmark bewährte. Bald danach, im Mai 1938, erwiderte der Kanzler des Reiches den Besuch des Duce. Dem Führer wurde in Rom ein triumphaler Empfang bereitet. Zu der Zeit hatten sich bereits die politischen Spannungen in Europa erhöht. Die Jntrigen, die England und Frankreich von

8lsdsckek Viktor l-utze

besichtigt am Sonntagvormittag die SA.- Wehrmannschaften auf der Pauliner Marsch

Warschau, Prag, Bukarest und ihren sonstigen offenen und heimlichen Stützpunkten aus betrieben, waren un­erträglich geworden. Einige Monate später, am 29. Sep­tember 1938, kam es dann zu der Vierer-Konferenz in München, an der neben dem Fiihrtzr und dem italieni­schen Regierungschef auch Daladier und Lhamberlain teilnahmen. Das Abkommen, das damals getrosten wurde und den Frieden Europas sichern sollte, in von den beiden Westmächten nicht eingehalten worden. Chamberlain setzte, kaum nach London zurückgekehrt, die politische und wirtschaftliche Einkreisung Deutsch­lands fort.

Der' von England schließlich angezettelte Krieg hatte begonnen und Polen war in einem raschen Feldzug ge­schlagen, als die nächste Begegnung zwischen dem Füh­rer und dem Duce im März 1940 am Brenner statt­fand. Im Gegensatz zu den hochtrabenden englischen und französischen Berichten über die Sitzungen des Obersten Kriegsrates war die amtliche Mitteilung über die Ve­sprechung am Brenner knapp gefaßt. Um so schwer­wiegender waren jedoch die Taten, die der Begegnung folgten. Deutschland kam dem englischen und franzö­sischen Angriff auf Skandinavien zuvor und sing bald danach noch rechtzeitig die über Belgien und Holland eingeleiteten Operationen der Westmächte und ihrer Bundesgenossen auf. Italiens Lebensinteresse erforderte nunmehr die aktive Teilnahme am Kriege. Rückschauend wird die außerordentliche Bedeutung der Zusammen­kunft am Brenner klar. Nicht minder wichtig war schließlich die Begegnung des Duce und des Führers, die am 18. Juni 1940 in München stattfand. Unmittel­barer Zweck der Besprechungen war die Stellungnahme der beiden verbündeten Legierungen zu dem franzö­sischen Waffenstillstandsgesuch. Es war ein anderes München als das von 1938! Daladier befand sich auf der Flucht, Chamberlain amtierte nicht mehr als Premierminister, das Friedensabkommen von München war leichtfertig verspielt. Abermals hat dann die Be­gegnung der beiden Lenker der Achsenmächte große Ver­änderungen hervorgerufen; denn seitdem ist die Neu­ordnung Europas ganz erheblich weitergeführt worden, es folgte nicht nur der Waffenstillstand mit Frankreich, auch der Wiener Schiedsspruch zür Sicherung des Friedens im Donauraum wurde gefällt und die wirt­schaftliche Zusammenarbeit Europas konnte große Fort­schritte machen. Die Freitag-Zusammenkunft am Bren­ner stellt die siebente Begegnung zwischen dem Führer und Benito Mussolini dar. Sie wird gewiß auch dieses Mal Geschichte gestalten und große Ereignisse nach sich ziehen. /

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London In dumpfer öefasttheit

Vrennertreffen schlug wie eine Vombe ein - die oertzinderte wettsensalion - kramps aus der ganren Linie - Vegeisterie Würdigung in Nom - Starke Spannung in der Schwel,

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Inv Stockholm, 4. Oktober

Zu Londons maßlosem Aerger ist die Aufmerksamkeit Euro­pas am Freitag nicht im mindesten aus Churchills lächerliche Kabinettsumbildung, sondern schon wieder einzig und allein aus Deutschland und Italien gerichtet, deren Führer sich am Brenner treffen, und zwar mit einer Spannung, die der vor den letzten bedeutsamen Entscheidungen gleich ist, also beim Zusammentressen der Außenminister der Achsenmächte und den Beratungen mit dem spanischen Minister Suner. Selbst die englische Presse, die strengsten Auftrag hatte, die Londoner Ministerausbootungen und -ernennungcn als ein wcltgc,ch,cht- liches Ereignis hinzustellen, kann nicht anders als den Nach­richten über diesen wichtigen Schritt der Achsenmächte den Vorrang einzuräumen. Vollends gilt das von der Ocssentlich- kcit der neutralen Länder. Als typisch dars beispielsweise d,c Haltung Schwedens gelten. Hier steht einzig und allein die Mutmaßung beherrschend im Vordergrund, daß sich das Schwergewicht der Ereignisse erneut zwischen Berlin und Rom besinde. das die Welt jederzeit von bedeutsamen Entscheidun­gen unterrichten kann. .

Die Londoner Kombination bleibt auf ein Rätselraten be­schränkt. Allgemein verschanzt man sich an der Themse hrnter dem Anschein, auf alles gesaßt zu sein. Vergeblich sollen kleine diplomatische Tricks dem eigenen Volk Sand in die Augen streuen So ließ Staatsminister Butter beispielsweise den russischen Botschafter Maisky zu einer Unterhaltung bitten, und hinterdrein wird geheimnisvoll verkündet' Maiskh rm Foreign Ossice! Oder: Ein HöflichkeitsLunch zwischen dem Gouverneur von Gidraltar und dem spanischen Generalgou- verneur für Algeciras wird als ein bedeutsames Lhmptmn für außerordentlich freundschaftliche englisch-spanische Be­ziehungen hingestellt. Interessant ist auch eine amerikanische Meldung, wonach, aus Englands Ersuchen die Washingtoner Regierung durch ihren Botschafter rn Moskau Vorstellungen zugunsten Englands erhpben habe.

Daß aber alle Winkelzüge gegenüber der weltgeschichtlichen Zwangsläufigkeit und Logik der jetzigen Entwicklung m

Europa und der Welt nichts mehr nützen, ahnt man in London selbst vielleicht dumpf.

Mit leidenschaftlichem Interesse werden in Italien die Be­richte von der Begegnung des Führers mit dem Duce am Brenner verfolgt. In Italien ist man sich bewußt, daß es sich um weltgeschichtlich entscheidende Stunden handelt. Das Bewußtsein, daß die Welt den Atem anhält, als Führer und Duce in dieser Zeit der Intensivierung des Krieges an allen militärischen und politischen Fronten zusammentraten, ist in jedem Italiener lebendig.

Die Zusammenkunft am Brenner ist die Krönung der stän­digen deutsch-italienischen Fühlungnahmen, die zuvor schon in der Reste Ribbentrops nach Rom und Cianos nach Berlin ihren Ausdruck fand. Für das italienische Volk sind Adolf Hitler und Benito Mussolini die Garanten des Sieges. Ge­mäß der Tradition der Achse bleibt der Inhalt der Aus­sprache solange Geheimnis, bis die Welt ihn durch die sich daraus ergebenden Aktionen erfährt, wie es bei der Brenner- Begegnung am 18. März und dem Tressen in München am 18. Juni der Fall war.

Pie italienische Presse berichtet in großer Aufmachung von diesem geschichtlichen Geschehnis an der Grenze Deutschlands und Italiens. Zu der neuerlichen Begegnung erklären „Tri- buna" und „Lavoro Fascista", daß man hierin den Beweis sür den soldatisch geführten Kampf der Achsenmächte bis zum totalen Endsieg über England zu erblicken hat. Wir wissen, so schließt „Lavoro Fascista", daß einer Begegnung der beiden großen Fphrer harte Schläge sür den gemein­samen Feind folgen werden, die dem endgültigen Sieg näher heranbringen werden. „Tribuns" sagt, wie Hitler und Mussolini die absolute Gleichheit ihrer Ideale, ihrer Aspirationen und ihrer Pläne festgelegt hätten, und wie in den beiden Böllern kein anderer Gedanke als der an den Sieg lebe. so erneuere sich mit der Begegnung der Pakt, bis zur vollkommenen und unausbleiblichen Liederlage des

(Fortsetzung auf Seile 2)

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O«e OmMvse

o. n. Berlin» 4. Oktober.

Völlige Uebereinstimmung in allen Fragen der poli­tischen wie der strategischen Entscheidung und ständiger Vollbesitz der Jntiative im Kriege ist das Kennzeichen der Führung der Mächte des Stahlpakts, die aus der inneren Eleichgerichtetheit ihrer Führer und der die beiden Völker aktivistisch tragenden Bewegungen auch revolutionäre und völlig neue wirksame Methoden der Kriegsführung entwickelt haben. Nur aus ihnen ist diese Uebereinstimmung und diese Schlagkraft zweier verbündeter Mächte zu erklären, die wie eine Macht wirken, wobei selbst die Kriegsführung des einen und die Nichtkriegführung des anderen Verbündeten vor dem Eingreifen Italiens in den Krieg wie ein reibungsloses Ineinandergreifen eines Getriebes zur Uebersetzung ge­waltiger und geballter Kräfte eingespielt war. Zur Auslösung eines solchen Funktionierens bedarf es der steten engsten Verbindung, die in immer erneuten Be­gegnungen der führenden Staatsmänner selbst oder ihrer Außenminister gewonnen wird. Jede Begegnung der Staatsmänner selbst aber wurde zum Ausgangspunkt grundlegender Entscheidungen ünd tiefgreifender Aus­wirkungen. So weitreichend die Folgen der Beschlüsse dieser Zusammenkünfte gewesen sind, so knapp und sach­lich waren die Kommuniques dieser historischen Treffen und so ausschweifend, widerspruchsvoll und oft geradezu

sinnlos war die Fabulierkunst des Auslands über ihre, .Inhalt. Auch jetzt hat schon wieder diese Kombinations Maschinerie nach jeder Richtung hin eingesetzt. Wir über lassen es denen, die als „Unbeteiligte" sich derart ver suchen oder die sich, im gegnerischen Lager stehend, volle Neugier und Furcht vor dem Inhalt der Entscheidungei meist geradezu überschlagen in ihren Unterstellungen. G

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Unser

Zu einer weltbcdeutsamen Besprechung trafen Adolf Hitler und Benito Mussolini aus dem Brenner zusammen.

Nach dem Rücktritt versetzt man in England Herrn Cham­berlain auch noch den typisch englischen Eselstritt.

Durch die immer heftiger werdenden deutschen Vergel­tungsangrisse ist die Widerstandsmoral in England be­reits sichtbar beeinträchtigt.

Schweden protestierte in London gegen die Bomben­abwürfe aus Malmö.

Japanische Truppen sind in Hanoi einmarschiert.

In Oslo sprach der Leiter der Nationalen Sammlung. Ouisling, über Norwegen im europäischen Raum.

Durch den Urteilsspruch des Prisenhoss Hamburg wur­den vier britische Dampfer eingezogen.

Die neu ausgebildeten Bremer DRK.-Helser führten ihre erste große Felddienstübung durch.