Ausgabe 
(2.10.1940) Nr. 271
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parteiamtliche Tageszeitung

vas flmisblat» des Negierenden Vürgermeisters der Zreien Hansestadt Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmlliches verkündungsblatt des Neichsstattstalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 2?1 / 10. Jahrgang

Mittwoch, 2. Oktober 1940

kinzelpreis 1S Npf.

London erlebte eine „rubige Nacht

Zahlreiche neue große seuer in der titg und in Liverpool / Ölbehälter und waffenloser in vrand Motorenwerk aus 50 Meter höhe bombardiert / So straft man stch selbst Lügen

Südenglands Flugplätze geräumt

vier vomben auf das Negierungsoiertel zerstörten zahlreiche Häuser

Bei Tag und Nacht setzt die deutsche Luftwaffe tigen Ziele Englands auch während des ganzen bringt es London fertig, von einer „relativ ruhigen

Es muß schlecht um die Moral in London aussehen, wenn mmn zu solchen Propagandamätzchen greifen muß, denn nahe­zu els Stunden dauerte der Alarm der City, bei dem sich das wilde Feuer der Abwehr mit den Bombenexplosionen über vielen Teilen der Stadt selbst und der Umgebung Londons mischte. Nicht weniger als dreißig Bezirke wurden von Bom­benabwürfen heimgesucht.

Den ganzen Montag über. so müssen Reuter und der bri­tische Nachrichtendienst zugeben, wurden auf ganz Süd- und Südostengland umfangreiche deutsche Angriffe durchgeführt. Die Grafschaften Kent, Sussex und Dorset trugen „ziemlich beträchtlichen Schaden" davon. Nach Berichten von ameri­kanischen Agenturen warfen die deutschen Flugzeuge am Montag die gleiche Masse Bomben über London ab, wie in letzter Zeit üblich. Besonders der Finanzbezirk wurde schwer mitgenommen, aber auch in anderen Londoner Stadtteilen wurden starke Zerstörungen angerichtet. Siidwestlondon er­lebte ein riesiges Feuer, das anscheinend durch einen Voll­treffer aus ein Gasrohr verursacht wurde. Wie schwer die angerichteten Verwüstungen sind, geht aus einer Erklärung des schwedischen Blattes „Nya Daglight Allehanda" hervor, das schreibt, daß die Londoner Lustschutzmannschaften dir Ausrdumungsarbeiten nicht mehr allein bewältigen könnten, so daß sich die britische Regierung gezwungen gesehen habe, Militär für diese Arbeit heranzuziehen. Die finnische Zeitung „Kauppälehti" betont, daß große Oelbehälter und Wassen- lager in Brand, geraten seien. „Svenskapressen" hebt hervor, daß ein Motorenwerk aus nur fünfzig Meter Höhe einen Volltreffer erhalten habe. Wenn London nach all dem, was es da erlebte, von einer „ruhigen" Nacht spricht, wie mutz es dann erst in jenen Nächten zugehen und schon zugegangen sein, die man in England als weniger ruhig empfand. Denn nicht in London allein gab es schwere Schäden in dieser „ruhigen" Nacht. Aus weiteren Berichten ist zu entnehmen, daß weitere schwere Schäden durch deutsche Bombenangriffe im In­dustriebezirk am Mcrsey-Flntz, in Wales, in Nordwest- und Nordostengland sowie an der Ostkiiste entstanden seien und betont Wird, daß sich andere Angriffe gegen Portland und Bristol und Dungenctz gerichtet hätten.

Die Belgrader „Politica" berichtet aus London, daß es den deutschen Fliegern trotz verzweifelter Abwehrversuche der briti­schen Flak gelungen sei, ihre Bombenlast auch über dem Zen­trum der britischen Hauptstadt abzuwerfen. Sofort seien riesige Brände ausgebrochen, die die Straßen taghell erleuchtet hätten.

Welch eigenartige Komik die Bertuschungstaktik des briti­schen Jnformationsministeriums mitunter mit sich bringen kann, zeigt ein Bericht des Londoner „Daily Expreß" über einen aus London durchgeführten deutschen Angriff.

Es heißt hier wörtlich: „Eine tiefe rote Glut erhellt den Himmel — dem Anschein nach über eine Ausdehnung von mehr als einer Meile — und mitten hindurch schoß eine Feuersäulc hoch. Als die Flammen erstürben, stieg eine dicke Wolke eines öligen Rauches langsam aus und trieb etwa zehn Minuten in der Lust. Kein Schaden wurde angerichtet." —

Berlin, 1. Oktober.

ihre planvollen Angriffe auf die militärisch wich- Montags mit unverminderter Kraft fort. Trotzdem Nacht" zu sprechen.

Feuerschein über eine Meile, eine Feuersäule, ölhaltige Rauch­wolken und kein Schaden, das patzt zueinander wie die Faust aufs Auge.

Die im Lause des Dienstags ausgegebenen englischen Mit­teilungen geben zu, datz Bomben nachts auch wieder in der City gelandet sind, was vorher entschieden abgestritten wurde, und datz die englische Hauptstadt ebenso wie die Industrie­gebiete in Mittelengland und am Mrrseysluh stark mitgenom­men wurden. In der Innenstadt sielen vier Bomben aus einen Platz und zerstörten eine grohe Zahl angrenzender Häuser. Nach den englischen Andeutungen zu schließen, müßte es sich um den Belgradsquare oder um einen ähnlichen promi­nenten Platz nahe dem Regirrungsviertel handeln. Hier liegen Paläste der englischen Adelssamilien, militärische und Ver­waltungsgebäude.

Wie schwer im übrigen der rollende Einsatz deutscher Kampf­flugzeuge Englands Luftwaffe getroffen hat, kennzeichnet die Tatsache, daß nqch systematischer Zertrümmerung der Flug- anlagen im Süden der Insel die restlichen südengillschen Flug­plätze ins Innere des Landes verlegt werden mußten. Typisch englisch mutet es an, wenn der Lnstmarschall Sir Ph. Ion- bert in echt Ehurchill'scher Berdrehungstaktik diese neue britische Schlappe damit begründet, daß mau nur so rechtzeitig von den Küstenstativnen über das Herannahen der deutschen Geschwader unterrichtet werden könne. Nur so sei es möglich, dem deutschen Gegner „in gleicher HSHe" entgegenzutreten. Wahl schwerlich gibt es «inen klareren Beweis für die Schwä­chung der englischen Position. Es ist symptomatisch, daß auch Churchill gerade jetzt wieder von „Riesenerfolgen" der RAF. spricht, denn amtlich wird verkündet, daß während des Sep-

Zapon oerffastele englische Spione

Tokio, 1. Oktober.

Domei zufolge gab das Justizministerium am Dienstag die am 27. Juni erfolgte Verhaftung von zehn Engländern be­kannt, die unter der Anklage der Verletzung des Gesetzes zum Schutz militärischer Geheimnisse und befestigter Zonen sowie der Ausspionierung geheimer Telcgraphenschliissel der Armee und Marine stehen.

Zu der Verhastung verlautet weiter, daß die in den letzten Tagen abgeschlossenen Untersuchungen einen klaren Schuld- beweis sür sieben der Verhafteten ergeben hätten.

tombers über tausend deutsche Flugzeuge zerstört, aber nur 286 britische Jagdflugzeuge verlorengegangen seien. Solche Pro­pagandalügen können nur zur Aufpulvevung des englischen Volkes in die Welt gesetzt sein und kennzeichnen den Zustand der Resignation und Mutlosigkeit in der schwer mitgenommenen britischen Bevölkerung: sie werden jedoch in der Welt nicht mehr verfangen, die längst die Wahrheit der von Deutschland gemachten Angaben erkannt hat.

Schon von jeher ist die Ausgabe großsprecherischer Behaup­tungen und Forderungen ein Gradmesser für die Schwäche Churchill-Englands gewesen. So wirkt es gleichfalls nur ver­dächtig, wenn man wiederum ein geheimnisvolles Getue an­hebt über hervorragende britisch« Neukonstruktionen, die den deutschen weit überlegen seien, über die man jedoch bezeich­nenderweise Einzelheiten nicht mitteilt.

Die ganze Wut der britischen Fiihrungscliqur geht aber aus den Forderungen der britischen Mordhetzer hervor, den Krieg gegen die deutsche Zivilbevölkerung zu verstärken. So schreibt der völlig im Solde Churchills stehende Labour-Ab- geordnete Oberst Wedgewood in der „Daily Mail", daß nicht nur die Stadt Berlin, sondern auch die Bewohner die­ser Stadt jetzt Englands Bomben kennenlernen müßten. Die Welt solle es wissest, datz Bomben aus die Friedrichstratze fallen würden, Atzes Gerede über militärische Ziele sei jetzt Heuchelei. Die Einschränkung des Bombardements auf nur militärische Ziele (?!) bedeute ein Zeichen Von Geistesschwäche; der Krieg müsse jetzt total geführt Werden. Einerseits kann Oberst Wedgewood die Welt mit diesen Worten nicht davon überzeugen, datz die Flieger der RAF. bisher in Deutschland lediglich militärische Ziele bombardiert hätten, zum anderen aber wird aus dieser Mordhetze eindeutig klar, datz England gewillt ist, das Spiel mit dem Feuer weiter fortzusetzen. Die deutsche Luftwaffe wird England hieraus die Antwort er­teilen, eine Antwort, die auch dem ahnungslosesten Engländer Klarheit über die augenblickliche wirkliche Lage geben wird.

sollküstner liefangriff deutscher stteger

stuf einen Flugplatz an -er Westküste Schottlands - Seoße SrSnde in Sen statten

Berlin, 1. Oktober.

Ein deutsches Kampfgeschwader bombardietle Dienstag vormittag mit Erfolg bei einem Tiefangriff aus dreißig Meter Höhe einen Flugplatz an der Westküste von Schott- land. Große Brände in den Hallen und Treffer im Rollfeld wurden beobachtet. Weiterhin wurden durch das Maschinengewehrfeuer einige Flugzeuge am Boden zerstört.

wekrmachtsbericht von, 1. Oktober

Berlin» 1. Oktober.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: , Bei Tag und Nacht griff die Luftwaffe in geschlossenen Verbänden und in zahlreichen Einzelflügen kriegs­wichtige Ziele in England an. Der Schwerpunkt ihrer Kampftätigkeit lag in London sowie im Seegebiet der britischen Insel. Trotz vielfach geschlossener Wolkendecke und Dunst konnte die Wirkung der Bombenwürfe meist einwandfrei beobachtet werden. Besonders am Tage hatte der Einsatz gegen London trotz der starken Abwehr großen Erfolg. In den Hafengebiete» von London und Liverpool entstanden zahlreiche neue Eroßfeuer. In Südengland wurden ein Flugzeugwerk, an der britische» Südostküste ein Flugplatz und ein Hasen erfolgreich mit Bomben belegt. Fernkampfbatterien des Heeres nahmen gestern feindliche Schiffe im Hafen von Dover mit beobachtetem Erfolg unter Feuer. Ein deutsches Kampf­flugzeug versenkte im Seegebiet nordwestlich Irland, etwa 1000 Kilometer vor Glasgow ei» feindliches Handelsschiff von 10 000 BRT. durch Volltreffer schwe­

ren Kalibers. Vor der Ostkiiste Schottlands gelang es in der Höhe von Aberdeen eisen Eeleitzug zu zer­sprengen. Zwei Schiffe mit einem Eesamtrauminhalt von weiteren 10 000 BRT. wurden dabei durch Treffer mittschiffs in Brand geworfen und blieben mit starker Rauchentwicklung liegen. Ein Unterseeboot unter der Führung von Oberleutnant z. S. Jenisch versenkte sechs bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 34 780 BRT. Ein weiteres Unterseeboot hat zwei bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit zusammen 15 000 BRT. versenkt und zwei weitere schwer beschädigt.

Britische Flugzeuge stießen beim Versuch, nach Nord- und Westdeutschland einzufliegen überall aus starke Ab­wehr durch Nachtjäger und Flakartillerie. Dadnrch wurden ihre planmäßigen Angriffe und gezielten Bom­benwürfe vereitelt und zahlreiche Flugzeuge znm Ab­sturz gebracht. Infolge dieser guten Abwehrwirkung ge­lang es nur wenigen feindlichen Fliegern, das Gebiet von Berlin in großer Höhe zu erreichen und nur ver­einzelt Vomben abzuwerfen. Der angerichtete Sach­schaden ist dementsprechend in der Reichshauptstadt wie im sonstigen Reichsgebiet gering. Dagegen sind auch gestern wieder Tote und Verletzte unter der Bevölke­rung zu beklagen. Die Gesamtverluste des Feindes be­trugen gestern 68 Flugzeuge, von denen vier durch Nachtjäger und sechs durch Batterien hes ll. Flakkorps abgeschossen wurden. Von eigenen Verbänden kehrten 31. Flugzeuge nicht zurück. Als Nachtjäger zeichnete sich Oberleutnant Streit ganz besonders aus. Er brachte allein drei feindliche Flugzeuge zum Absturz."

! .

>-Seschwader nach Singapore!

flus Honolulu ausgelaufen mit westlichem Kurs — Oemonstrative Maßnahme erwogen — stichle stufnalime in lokio

boe. Kopenhagen, 1. Oktober. Imerikanischen Meldungen zufolge nimmt das Marinemi- terium der USA. gegenwärtig Kriegsschiffbewegungen im illen Ozean vor, die anscheinend den Zweck haben, eine ittendemonstration vor den Augen der Japaner zu veran- lten. Nach einer Meldüng des skandinavischen Telegramm- eos aus Tokio sind fünf größere amerikanische Kriegs- isse und ein Flugzeugträger aus Honolulu mit westlichem >rs ausgelaufen. Weitere Fahrzeuge sollen im Hafen von niila aus den Philippinen eingetroffen sein.

Dieser Bericht wird von der. amerikanischen Nachrichien- entur United Preß bestätigt, die meldet, daß Einheiten i Asiengeschwaders aus den chinesischen Gewässern in Ma­li eingetroffen seien und daß das Geschwader erheblich stärkt werden soll. Obwohl man in Washington die be­sichtigte Verstärkung nicht ossiziell bekräftigt werde allge- in angenommen, daß die amerikanischen Flotteneinheiten ngapore anlaufen sollen. In Washington argumentiert in. daß damit der erste Schritt zur englisch-amerikanischen sammenarbeit im Fernen Osten unternommen sei.

-ju dieser deutlichen amerikanischen Stimmungsmache we gleich als Versuchsballon anzusehen ist, erklären politische eise in Tokio lediglich, datz Japan sich nicht damit absm- a werde, wenn ein Teil oder sämtliche britischen Stutz- nkte gleichzeitig von den Vereinigten Staaten benutzt irden.

In Washington verspricht man sich offenbar etwas von lern wirtschaftlichen Druck aus Japan. In gut unterrich­tn Kreisen wird nämlich erklärt, daß die Regierung bereits

für die nächste Zeit ein Oelembargo gegen Japan plane. Aber selbst in amerikanischen Fachkreisen wird zugegeben, daß die­sem beabsichtigten Schritt keine allzu große Bedeutung zu­komme. Es werde sich hauptsächlich um eine demonstrative Maßnahme handeln, da Japan sich in der Frage der Oel- lieferungen bereits anderweitig versorgt habe.

Sie «Zswestija" zum VreimSchiepoki

Moskau, 1. Oktober.

Auch die sowjetamtliche „Jswestija" verösfentlicht zum Thema das deutsch-italienisch-japanischen Paktes einen Leit­artikel, der sich aus das engste anschließt an die in der „Prawda" geäußerten Gedankengäng«. Die „Jswestija" weist gleichfalls daraus hin, datz der Berliner Dreimächtepakt, der sür die Sowjetunion keineswegs überraschend gekommen sei, eine neue Phase des Krieges herausführen werde. Für die Sowjetunion, so schließt das Blatt seine Betrachtung, sei der Paragraph 8 des Berliner Vertrages, der die Beziehungen der drei Mächte zur Sowjetunion behandele, von größtem Interesse. Dieser, besondere Artikel des Paktes sei eine „neue Bestätigung der Nichtangriffspakte, die zwischen der Sowjet­union und Deutschland und der Sowjetunion und Italien bestehen. Außerdem zeige dieser Paragraph, datz die Signatar­mächte des Berliner Abkommens ihre Achtung vor der Neutralitätspolitik bezeugten, die die Sowjetunion seit Be­ginn des Krieges durchführe. Die Sowjetunion führe diese

Friedens- und Neutralitätspolitik unentwegt weiter ünd werde sie auch in Zukunft weiterführen; denn diese Politik entspreche dem einmütigen Willen des Sowjetvolkes.

Reuter und die „Times" haben die Stimme der „Prawda", die heute durch die „Jswestija" unterstrichen wurde, totzu­schweigen versucht und noch immer von der undurchsichtigen Haltung Rußlands gefaselt. Inzwischen aber kommen doch einige Stimmen in der englischen Presse, die offenbar von der Skepsis gegenüber dieser offiziellen Vogel-Strauß-Politik getragen sind und die wirkliche Stimmung angesichts der politischen und militärischen Niederlage Englands durch­brechen lassen. Da ist der „Daily Herold", der in vollem Um­fange erkennen läßt, wie sehr England rettungslos jeder Initiative beraubt ist und im Grunde während des ganzen Krieges verdammt war. abzuwarten, was Adolf Hitler Un­ternehmen würde. „England wartete Hitlers Versuch einer Invasion ab, es wartete die Folgen des neuen Paktes der Diktaturen mit Japan ab, es wartet ab, ob Spanien in den Krieg eintritt, es wartet ab, was Graziani mit Aegypten machen wird und ob die Deutschen Dakar nehmen werden." In diesem Stil geht es weiter, und zum Schluß erwartet dann das britische Blatt der sogenannten Arbeiterpartei, daß die Plutokraten Englands auch einmal eine. Neuordnung ihrer Welt in Aussicht stellen und auch ernsthaft in Angriff nehmen würden, sowie die Welt mit der Entschlossenheit einer Neuordnung Hitlers rechnen müsse.

4« AasaL

Gegenüber von England

Von M. üitZsn

Als sie einmal nicht logen, haben die Engländer den Küstenstreifen, der sich jenseits des flandrischen Strandes krerdigbleich aus den Wassern des Kanals erhebt, Heils Corner getauft: die Höllenecke. Seit sie die Macht und llrkraft der deutschen Luftwaffe voll zu verspüren be­kommen und die Vergeltungsbomben als umbarmherzige Quittung für die nächtlichen Mordflüge der unkönig- lichen Air Force vom britischen Himmel hageln, ist aber die Höllenecke so groß geworden, so weit die Fittiche der deutschen Geschwader reichen. Sie hat sich über die ganze Insel ausgebreitet, denn die englische Abwehr kann den ungestümen Angriffsgeist deutscher Flieger und damit das unerbittliche Strafgericht nicht aufhalten. Weder die englischen Jäger, die man selbst vom weit in den Kanal vorgeschobenen Cap Eris Nez nicht mehr zu sehen bekommt, noch die Eisenriegel der wütend kläffenden Flak oder die dicken Würste der Sperrballone, die man durchs Glas über Dover pendeln sieht, können ihm Einhalt gebieten.

Der Schneid dieser todestrotzigen Männer und die Ueberlegenheit ihrer stolzen Maschinen durchbricht alle Sperren und überwindet tagtäglich die verbissene und verzweifelte Gegenwehr. Gebieterisch sieht man sie den Himmel über dem Kanal beherrschen und ununter­brochen auf die Tyrannenfestung vorstoßen: Unsere Tod und Vernichtung tragenden Kampfmaschinen, die blitz­schnellen, sieggewohnten Jäger, die stürzenden Stukas und die gefürchteten Zerstörer, wie die einsam ihr« Bahn ziehenden Aufklärer. Ihre Parole heißt Angriff, ihr Kurs heißt Vergeltung.

In den flandrischen Dünen und Weiten erlebt man gebannt die Wehrkraft des Reiches, erkennt man die Spitze des deutschen Schwertes, vor dessen Schärfe und Reichweite der Begriff Insel dahinschwand, schnell und endgültig, wie britischer Machtanspruch versinkt. Hier liegt die Faust des nationalsozialistischen Volkes, die täglich und stündlich hart herüberschlägt über das Wasser, das einst die Engländer, sich unangreifbar dünkend, die Silbersee tauften und unsere Flieger heute treffender den Teich, den sie im Dröhnen ihrer Motoren über­springen, bevor sie ihre Bombenschächte öffnen.

Diese gen England drohende Küste, von der sich die Briten so ruhmreich, ohne Waffen, ohne Ehre und Atem, zerfetzt und zerschlagen, als Ausgesehene des Konti­nents zurückzogen, diese eisengespickten Dünen und Höhen, von denen sich machtvoll die Küstenbatterien unter ihren Tarnkappen recken, dieser einzige Einsatz­hafen gegen Britannien, dessen gewaltigen Aufbau die Engländer und ihre nur gar zu laut gepriesene Luft­waffe nicht einen Augenblick hindern konnten — dieser Kriegsraum birgt heiß das Schicksal. Es kündet von deutschem Offensivgeist und stürmischen Freiheitswillen und vom unaufhaltsamen Untergang einer Macht, die den Krieg zur Verewigung ihres Willkürregiments be­gann, weil sie meinte, ihn selbst nicht mit eigenem Blut führen und am eigenen Leibe spüren zu müssen.

Hier gegenüber von England sieht man der europäi­schen Geschichte mitten ins Gesicht, die sich aus grenzen­loser Schuld und leidenschaftlichem Freiheitsdrang fie­bernd vom Alp der Vergewaltigung, Unterdrückung und des Unrechts befreit und zu neuer Ordnung und dauer­haftem Frieden wandelt. Hier am Kanal steht man an der Grenze zwischen Willkür und Recht, an der Scheide zweier europäischer Zeitalter. Hier gegenüber von Eng­land umfaßt einen deshalb die explosive Atmosphäre kriegerischer Energien, geballter Kraft und Entschlossen­heit, aber auch einer bestechenden Gelassenheit, die auf die richtige Stunde zu warten weiß.

Man erlebt diese Atmosphäre am eindringlichsten, wenn man einem deutschen Soldaten ins Auge sieht, neben dem ma'n dorthin blickte, wohin die Kanzeln un­serer Kampfmaschinen, die Schlünde der schweren und schwersten Batterien und die Torpedorohre unserer U- Boote und Schnellboote zielen.

Führung und Mannschaft hier wie überall, wo deut­sche Soldaten um deutsches Schicksal kämpfen, aus einem Geist. Auf dem Eefechtsstand des Eeneralfeldmarschalls überlegen« Ruhe, souveräne Lenkung des gewaltigen Einsatzes, fliegerische Kühnheit und preußische Klarheit

III»»II»IIIIII»I»II»I»IIIIIIIIII,im

Vnsor

Die deutsche Luftwaffe setzte ihre schweren Angriffe auf kriegswichtig« Ziele in England mit größtem Erfolg fort. Aus Berlin und mehrere andere Städte wurden wieder verbrecherische britische Lustangrisse verübt.

Italienische Topedoslieger griffen mit größtem Erfolg ein britisches Schlachtschiff an.

Bus Honolulu lies ein USA.-Geschwader mit angeblichem Kurs nach Singapore aus.

Stimmen des Befremdens wurden aus Brasilien laut zum allgemeinen Stillschweigen über die Aufbringung des Bremer Dampfers „Weser" in der amerikanischen Sicher­heitszone.

Aus der Führertagung der Hitler-Jugend verkündete Reichsschatzmeister Schwarz den Fortfall der HJ.-Beiträge. Reichsminister Darre erklärte sich über die Ernährnngs» läge des deutschen Volkes im kommenden Winter.

Die Sommerzeit wird bis aus weiteres beibehalten.

In der Nacht aus Dienstag endeten vier Britenbomber aus niederdeutschem Boden!

Zur Sicherstellung einer geordneten Verteilung von Kar­toffeln wird eine Kundenliste eingeführt.