Ausgabe 
(28.9.1940) Nr. 267
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

^k!j'

«y

K«,

kiir^f

iib>

lle

s>r scheint 7malwSchentlich

Monalsbezug 2,30 elnschl. Zu­stellgebühr! Postbezugspreis monatk 2,30 ieinschl. 28,7 ^ Pos» zeikungsgebübrl zuzügl .42 Be­stellgeld Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272 Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch au' Rückzahlung des Bezugspreises Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Ems GmbH., Bremen, Geeren 6-8. Fernspr.: 54121, Nachtr. u. Sonnkg. 51115. Spr e chz.: Verlag: werktl. 1213 ilhr; Schriftleitung: Diens­tag und Freitag 12Vs13^ Uhr

vmilkl ULM

A nzeigen - Grundpreise'

Die 1 ww hohe und 22 mw breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 mw breite und I mw hohe Zeile im Terlteil 75 ^ Ermäßigte Vrundpreise lsür Klein u. Famillen- anzek"en u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 8 Nachlaß- staffel S. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An­nahmeschluß 16 Uhr. Geschäfts­stellen: Un Bremen: Am Geeren Nr. 6/8. Fernspr. 5 41 21. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher 5 111s,' Obernstraße 86, Fernspr. "121. In Syke: Mühlendamm Nr. 2.

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Sreien Hansestadt vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkünüungsblatt des Neichsstattstalters in Oldenburg und vremen

Nr.? / 10. Zrchrgang

Sonnabend. 28. September 1940

kinzelpreis 13 Npf.

Vrelmöchtepakt Verlin

Deutschland, Italien und Japan Seite an Seite in krstrebung eines gerechten und dauerhaften Friedens in der Welt

feierlicher Staatsakt

In llegenwart des sührers kckiäcungen des deutschen, italienischen und japanischen siuftenminifters

Berlin, 27. September

Im großen Saal der neuen Reichskanzlei wurde am Freitagnachmittag zwischen Deutschland, Italien und Japan ein Dreimächtepakt unterzeichnet. In Anwesenheit des Führers fand im Anschluß an die Unterzeichnung ein feierlicher Staatsakt statt, dem die Mitglieder der königlich-italienischen und der kaiserlich-japanischen Botschaften, zahlreiche Reichsminister und Reichsleiter sowie Vertreter der Wehrmacht und der in- und ausländischen Presse beiwohnten.

M

Der hohe, lichte Empfangssaal in der Neuen Reichs­kanzlei mit den hellen Farben und den großen Verg- i lristallichtern war ein prächtiger Rahmen für das Er­eignis weltpolitischer Bedeutung.

An der Stirnfront stand ein großer Tisch mit Schreib­zeugen und einem Mikrophon, hinter großen Blatt- pflanzenarrengements verborgen, Scheinwerfer und die Aufnahmeapparaturen der Kamera- und Filmmänner. Kurz vor 13 Uhr treffen die Teilnehmer an dem feier­lichen Staatsakt in der Reichskanzlei ein. Die Mitglie­der der diplomatischen Vertretungen der beteiligten Nationen, die italienische mii Botschaftsrat von Zarn- boni und Generalkonsul Renzetti, die japanische mit Botschaftsrat Käse, haben ihre Plätze hinter den Vertretern ihrer Regierungen Lei dem Staatsakt.

Unter den Vertretern aus Staat, Wehrmacht und Partei sieht man die Eeneralfeldmarschälle Keitel und Milch, Reichsminister Lammers, Staats­minister Dr. Meißner, Reichsorganisationslefter Dr. Ley, Reichsführer jj Himmler, Reichspresse­chef Dr. Dietrich und die Reichsleiter Bouhler und Bor mann, die Generalobersten Fromm und lldet. Admiral Witze11. die Staatssekretäre Weiz­säcker. Bohle und Keppler, Polizeigeneral Daluege. die js-Gruppenführer Heydrich und Wolfs, den Präsidenten der Deutsch-Italienischen Ge­sellschaft Reichssportführer von Tschammer und Osten und den Präsidenten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Admiral a. D. Förster. Die in- und aus­ländische Presse ist unter Führung der Ministerialräte Fritzsche und Pros. Dr. Bömer Don der Presse- abteilung der Reichsregierung vertreten. Vom Auswär­tigen Amt nahmen ferner teil die Botschafter Rit­ter. Diekhoff und von Stohrer sowie sämtliche Abteilungsleiter.

Punkt 13 Uhr werden die Saaltüren geöffnet. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop betritt mit dem königlich-italienischen Außenminister Graf Ciano und dem kaiserlich-japanischen Botschafter in Berlin Kurusu den Empfangssaal, begleitet von Staatssekretär Freiherr von Weizsäcker, dem könig­

dem

lich-italienischen Botschafter Dino Alfieri und deutschen Botschafter in Rom von Mackensen.

Reichsminister von Ribbentrop nimmt an der Mitte des Fußes Platz, zu seiner Rechten Graf Ciano, zu seiner Linken der kaiserlich-japanische Botschafter Kurusu.

Ver Unlerzellknungsakt

Der Reichsaußenminister eröffnete den Unterzeich­nungsakt mit folgender Begrüßungsansprache:

Eure Exzellenzen! ,

Meine Herren!

Ich habe die große Ehre und Freude, den königlich- italienischen Minister des Aeußern Graf Ciano, den wir auch heute wieder in der Reichshauptstadt aus das herz­lichste willkommen heißen, den kaiserlich-japanischen Bot­schafter Herrn Kurusu, die anwesenden Mitglieder der Reichsregierung und Reichsleiter der NSDAP., die sonstigen Vertreter von Staat, Partei und Wehrmacht, sowie die Vertreter der ausländischen und inländischen Presse zu begrüßen. Es ist ein höchst bedeutsamer Anlaß, der uns zu dieser Veranstaltung zusammengeführt hat. Die deutsche, italienische und japanische Regierung haben sich entschlossen, einen Pakt abzuschließen, der sowohl für die drei beteiligten Länder als auch für die künftige politische Entwicklung in der Welt von größter Trag­weite ist.

Den Gesandten Schmidt bitte ich, den deutschen Wortlaut sowie anschließend den Gesandten Vitetti den italienischen und Botschaftsrat Käse den japani­schen Wortlaut des Paktes zu verlesen.

Ver Wortlaut des Verttirer Vreimüchtepakts

Die Regierungen von Deutschland, Italien und Japan sehen es als eine Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden an, daß jede Ration der Welt den ihr gebührenden Raum erhält. Sie haben des­halb beschlossen, bei ihren Bestrebungen im grotzost- asiatischen Raum und in den europäischen Gebieten Seite an Seite zu stehen und zusammenzuarbei­ten, wobei es ihr vornehmstes Ziel ist, eine neue Ordnung der Dinge zu schassen und aufrechtzuer­halten. die geeignet ist, Gedeihen und Wohlfahrt der dortigen Völker zu fördern.

Es ist ferner der Wunsch der drei Regierungen, die Zusammenarbeit auf solche Nationen in anderen Teilen der Welt auszudehnen, die geneigt sind, ihren Bemühungen eine ähnliche Richtung wie sie selbst zu geben, damit so ihre aus den Welt­srieden als Endziel gerichteten Bestrebungen verwirklicht werden können. Dementsprechend haben die Regierungen von Deutschland, Italien und Japan folgendes vereinbart:

Artikel 1

Japan anerkennt und respektiert die Führung Deutschlands und Italiens bei der Schaffung einer neuen Ordnung in Europa.

Artikel 2

Deutschland und Italien anerkennen und respek­tieren die Führung Japans bei der Schaffung einer neuen Ordnung im grotzostasialischen Raum.

Artikel 3

Deutschland, Italien und Japan kommen Ober­ern, bei ihren Bemühungen aus der vorstehend an­gegebenen Grundlage zusammenzuarbeiten. Sie übernehmen ferner die Verpflichtung, sich mit allen

5

U

vrilenflugzeuge abgeschossen

Erfolgreiche Angriffe der deutschen Luftwaffe Berlin, 28. September

Stärkere Kräfte der deutschen Luftwaffe griffen am Freitag militärische Ziele in Mittel- und Südengland erfolgreich an. Auch London war das Ziel der deut­schen Bomber. Es kam im Verlauf der Kampfhandlun­gen auch zu zahlreichen Luftkämpfen, die für die deüt- sche Luftwaffe erfolgreich verliefen. Nach den bisher vorliegenden Meldungen wurden 75 britische Flugzeuge abgeschossen. 23 eigene Flugzeuge sind zu ihren Einsatz- häfen noch nicht zurückgekehrt.

Der H.d8ckluü ües verliner vreierpsktes tn cker keicdsksnrlei rrvwcken veutscolsnu, Italien unci ckapsn. Ksicllsill1nl8tsr äs8 ^uervärtiZen von llibbsntrop verlisot in äsr llsictwlcsnrlsi dos ^.bkominsn. Von links nsck isclrts: Der japanische Lotsctisktsr'llxrsllenr Kurusu, der italienwclle H.nüsnininwtsr 6rsk Siano, der llükrsr und llslckswinisisr von llibbsntrop. kresss-llokirnann

politischen, wirtschastl.ichen und mili­tärischen Mitteln gegenseitig zu unterstützen, falls einer der vertragschließenden Teile von einer Macht angegriffen wird. die gegenwärtig nicht in den europäischen Krieg oder in den chinesisch- japanischen Konflikt verwickelt ist.

Artikel4

Um den gegenwärtigen Pakt zur Durchführung zu bringen, werden unverzüglich gemeinsame tech­nische Kommissionen zusammentreten, deren Mit­glieder von den Regierungen Deutschlands, Ita­liens und Japans zu ernennen sind.

Artikel 5

Deutschland, Italien und Japan erklären, daß die vorstehenden Abmachungen in keiner Weise den politischen Status berühren, der gegenwärtig zwischen jedem der drei vertragschließenden Teile und Sowjetrutzland besteht.

Artikels

Der gegenwärtige Pakt soll sofort mit der Unterzeichnung in Kraft treten und 10 Jahre, ge­rechnet vom Tage seines Inkrafttretens an. in Geltung bleiben.

Rechtzeitig vor dem Ablauf dieser Frist werden die hohen vertragschließenden Teile, falls einer von ihnen darum ersucht, in Verhandlungen über seine Erneuerung eintreten.

(Fortsetzung auf,Seite 2)

4 te« Ueietz-aösweÄLt» /

Das Militärbündnis der 250 Millionen

.(Von unserem Berliner Vertreter)

0.8. Verlin, 27. September

Der Dreimächtepakt zwischen Deutschland, Italien und Japan, der am Freitag, 27. September 1940, im großen Empfangssaal der Reichskanzlei unterzeichnet wurde, wird als eines der größten Vertragswerke mit uni­verseller Bedeutung in die Geschichte eingehen. Der Pakt stellt einen deutlichen Einschnitt in der Entwicklung von der großen politischen Revision in Europa und Ostasten zur Neuordnung dar und umgreift die drei in enge Interessengemeinschaft tretenden jungen und mächtigen Völker dieser Neuordnung in Europa und im großen ostasiatischen Raum. So wird er die Grundlage einer neuen weltpolitischen und sozialen Ordnung sein, die von den um ihr Lebensrecht ringenden Paktvölkern vor- wärtsgetragen wird. Deutschland und Italien haben durch ihre innere Neuordnung die Voraussetzung für den Aufbau des neuen Europa angebahnt, der im Voll­zug steht und zu dem die Neuordnung Afrikas in Koor­dination zu sehen ist. Sie werden den Weg durch den Sieg über England völlig frei machen. Im ostasiatischen Raum steht Japan vor der Lösung einer gleichlaufenden Aufgabe. Die positive Zielsetzung ist eindeutig im Pakt festgelegt, sie wird in Verbindung mit der Wiederher­stellung des durch Englands und Frankreichs Angriff gestörten Weltfriedens ihre Lösung finden. Diese Auf­gabe ist gegen niemand gerichtet, sie will das große Ziel der Wiederherstellung eines gerechten Friedens verwirklichen. Die Zielsetzung ist damit absolut und ausschließlich positiv und sie wendet sich gegen niemand, der sich außerhalb der in ihrem Umfang bestehenden und allein von den Beteiligten zu Ende zu bringenden kriegerischen Konflikten hält, nämlich heraus hält aus Europäischen Krieg und dem chinesisch-japanischen

Der Pakt betont in einer eigenen Bestimmung, - er in keiner Weise das Verhältnis der drei Mächte zu Sowiekußland berührt. Eine bedeutsame Regelung, die von Reichsaußenminister von Ribbentrop in der Erklarung.der Reichsregierung noch unterstrichen wurde, m der er von denschon bestehenden oder sich noch an­bahnenden Beziehungen zwischen den Paktmächten und Sowjetrußland" sprach. Nur andeutungsweise können w,r dabei daran erinnern, daß der deutsch-sowjetische Areundschaftsvertrag im vorigen Jahr auch der Vor- laufer und Wegbahner für die Beilegung einer wichti­gen Erenzstreitigkeit in Ostasien war, an der Sowjet- rußland und Japan beteiligt war. Im übrigen ist jedem Volk. das bereit ist. mit den Paktmächten zu gehen^ und einen Beitrag zur Neuordnung zu leisten, der Beitritt zum Pakt offen.

Mit aller Deutlichkeit aber wendet sich der Pakt in voller Scharfe, was auch in den Regierungserklärungen des Reichsministers, des Grafen Ciano und des japa- nischen Botschafters seine Unterstreichung fand, gegen alle überstaatlichen, kapitalistischen und kriegshetzerischen Kreise rn der Welt. die sich einst mit Fleiß jeder Ver­gangenheit entgegenstellten und die heute ihre unver­antwortliche Aufgabe darin sehen, die Wünsche Eng­lands nach Kriegsausweitung zu unterstützen und der baldigen Beendigung der bestehenden Konflikte ent­gegenzuwirken. So bedeutet der Pakt eine Kampf­ansage an die Kriegshetzer in allen Demokratien, und warnt alle, die es angeht, davor, sich in die bestehenden Konflikte einzumischen. Das Militärbündnis der drei mächtigen Staaten der Erde, deren Völker von ins­gesamt 250 Millionen durch diesen Pakt geeinigt sind, sagt solchen Friedensstörern und Kriegsausweitern. daß sre mit ihren Angriffen künftig auf die geballte Kraft der drei Nationen stoßen, wenn sie sich eine kriegerische Einmischung in die bestehenden Konflikte astmahen.

England hat sich stets den jungen nach einer gerechten Verteilung der Lebensräume ringenden Völkern ent- gegengesetzt. Es hat Japan mit seinen Versuchen einer reviftonsseindlichen Einwirkung aus dem Völkerbund getrieben, es hat Italien mit dem Sanktionskrieg in Abessinienkonflikt überzogen, und es hat Deutschland

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMIIIIIIIIIINIIIINIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMMÜNUMMNMÜ

Unser ^asesspLeyel

Zwischen Deutschland, Italien und Japan wurde in Berlin ein weltpolitischer Bertrag von hervorragender Bedeutung abgeschlossen.

Zwischen den Staatsmännern in Verlin. Rom und Tokio fand ein herzlich gehaltener Telegrammwechsel statt.

Der Berliner Treicrpakt findet in der gesamten Welt­presse ein außerordentlich lebhaftes Echo.

Bei der Fortsetzung der Tag- und Nachtangriffe gegen England wurde das Spitsire-Mvntagcwerk mit Bomben eingedeckt.

Italienische Flugzeuge bombardierten-erneut in Haifa Oelbehalter und Depots.

Die englische Presse hetzt erneut zu einem Vorstoß gegen den sranzonsch-westasrikanischen Hasen Dakar aus.

Einen neuen feigen Uebersall leisteten sich die Churchill- Flieger aus e»n Baucrngehöst bei Kiel,

Der Reichsminister des Innern äußert sich in einem Erlatz über die Erstellung von Ehrenmalen für die Ge­fallenen des jetzigen Einsatzes.