Ausgabe 
(21.9.1940) Nr. 260
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Das flmtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Zreien Hansestadt Nremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmliiches verkündungsbiatt des NeicksstattHalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 2S0 /10. Jahrgang

Sonnabend, 21. September 1840

Einzelpreis 15 Npf.

Bomben mit kolossalen Wirkungen

furchtbare SchS-en in England / Neues Schurkenstück britischer flieger in Heidelberg und vruchsal

tSS 000 schlafen in U SaHnschSchten

Nachtangriffe schlimmer als je tlrfordslreet ein Irümmerboufen

nv. Stockholm, 2V. September.

Die neuesten aus London eingetrosfenen schwedischen Berichte schildern die letzten Nächte als die schlimmsten seit Beginn des Krieges. DieDaily Mail" erklärt, es sei derwildeste Schrecken" gewesen, den London jetzt erlebe. Deutsche Flugzeuge seien in immer größerer Zahl und immer kürzeren Abstände» gekommen. Die Bomben Hagellen nur so nieder.

In vielen Teilen der Stadt, erklärt der Londoner Bericht derStockholms Tidningen", höre man schon vor Mitternacht Explosion aus Explosion von Bomben allen Kalibers. Die nördlichen, südlichen und westlichen Vorstädte würden Stunde um Stunde von Bomben geschüttelt.Die Lust über uns war in Bewegung wie unter einem Orkan. Wir hörten das heulende Herannahen der Bomben und das ständige Wim­mern von Granatsplittern, die glühend aus die Straße sie­len." London ist eine Festung, die nun schon beinahe zwei Wochen unter anhaltendem Feuer steht.

Englands Zensur immer schärfer ...

Im Lause des Donnerstags untersagte die britische Zensur- bchörd« bezeichnenderweise den Ausländskorrespondenten die Weitergtbe der Fliegeralarmzeiten, was die Vermutung nahe­liegend erscheinen läßt, daß der am Mittwoch erzielte Rekord von acht Lustalarmen noch überboten worden ist. Für New- York hatte die Zensur bis 14 Uhr nicht einen einzigen Bericht über die neuen Lustangrisse durchgelassen, und das Kabelver- öot von Lustalarmen wurde mit der Behauptung begründet, diese Mitteilungen hätten sich alsnachteilig für die Sicher­heit" erwiesen. Später tras dann eine kurze Meldung ein, daß die Teutschenwieder alle Tolle der Metropole bombar­diert" hätten.

Einige Stunden daraus erst drahtete der Korrespondent derNew Port Times" Daniell, es habe sich wiederum ein deutscher Bombenregen über London entladen, der ein viele Meilen sichtbares riesiges Feuer entsachte. Daniell schreibt Weiter: Natürlich wurden militärische Objekte getrossen; denn die Angriffe konzentrieren sich aus Kraftwerke, Arsenale und Dockanlagen. Doch erlaubt die Zensur nicht, viel über Schä­den an militärischen Objekten zu sagen. Dies muß der Leser Witzen, damit er sich ein underzerrtes Bild machen kann.

Furchtbare Explosionen

Beobachtungen der verschiedensten neutralen Berichter­statter aus London stimmen in der Feststellung Lberein, daß die deutschen Bomber in ihrer Angrisss- und Zielarbeit immer kühner und gewissenhafter vorgehen, womit also die englischen Selbstentlastungsversuche durch Lügen überwahl­lose Bombardierung Londons" endgültig widerlegt werden. Niemals zuvor sind die deutschen Flugzeuge so tief herein­gekommen über die Stadt. Ein ums andere Mal stürzten sich die Flugzeuge durch die Feuersperren der Granaten",

sagt ein Londoner Bericht derStockholms Tidningen" und Svenska Dagbladet" bestätigt:Viele Stunden hindurch

hielt die Bodenabwehr ihr fürchterliches Sperrfeuer ausrecht, aber die deutschen Piloten fliegen niedriger als in früheren Rächten."

Die neuesten englischen Berichte müssen diese Wahr­nehmung selber bekräftigen. Am Freitagmorgen wurde von dem Londoner Nachrichtendienst hervorgehoben, daß die deut­schen Flugzeuge bei ihren Angriffen in der Nacht zum Freitag einen neuen Anmarschweg eingeschlagen hätten. Sie kamen über die nordwestlichen Vorstädte herein und zwar sehr niedrig fliegend. Eine amerikanische Meldung aus Lon­

don hebt hervor, daß die deutschen Flieger eine neue An­griffstaktik entwickelt hätten: Man höre sie nicht, ehe die

Bomben gefallen seien. Offenbar seien sie im Gleitslug über London gekommen. Schwedische Meldungen berichten über Anwendung eines neuen Bombenthps mit kolossalen Wir­kungen während der letzten Rächte.Man müßte dieses Ge­schoß beinahe eine Landmine nennen. Seine Wirkungen bei einem Volltreffer sind nicht größer als die einer normalen großen Bombe an der Einschlagstelle, aber die Wirkungen nach den Seiten sind teilweise santastisch. Glas und Ziegel­dächer in sehr großem Umkreise werden vollständig zer­splittert."

Der Korrespondent der finnischen ZeitungUust Suomi" berichtet, daß ein großer Teil der Londoner Be­völkerung ihre Nächte in den ungesunden Schächten der Untergrundbahn verbringe. Neuerdings hätten die Deut­schen Bomben abgeworfen, deren gewaltiger Explosions- wirlung im Osten einmal zehn Gebäude und im Süd­osten sogar zwanzig Gebäude zum Opfer gefallen seien.

(Fortsetzung aus Seite 21

wichtiger Eisenbahnknotenpunkt getroffen

12 britische flusreuge abgeschossen veutsche vergeltungsschtSge atme Pause

Berlin, 28. September.

Die deutsche Luftwaffe setzte auch am 28. September ihre Vergeltungsangrifse auf London fort. Ziel des heutigen Tageseinsatzes war das Gebiet dicht westlich des großen Themsebogens, wo u. a. ein wichtiger Eisen­bahnknotenpunkt erfolgreich mit Bomben belegt wurde.

Im Verlauf der Aktion kam es zu einem Luftkampf» wobei es den deutschen Begleitjägern gelang, 12 bri­tische Flugzeuge abzuschießen. Ein eigenes Flugzeug ist bisher nicht zurückgekehrt.

»

Am Freitag drangen trotz anhaltenden sehr schlechten Flug­wetters verschiedene deutsche Verbände nach England ein.

Englische Berichte sprechen von großen Massen deutscher Bom­ber und Jäger, die in mehreren Wellen über der englischen Küste erscheinen. Ein Einslug erfolgte über Kent, ein an­derer ging längs der Themsemündung vor sich. Daß für die Engländer beunruhigende ist, daß die Verbände nicht zu Bombenwllrsen übergingen, sondern sich mit Erkundung des englischen Verteidigungswesens und anderen operativen Auf­gaben beschäftigte. Bomben wurden englischen Berichten zu-

Neues Vritenverbreihen gemeinster strt

vomben auf Heidelberg! Vas Schuldkonko Englands wächst ins Unermeßliche

Berlin, 20. September.

Kaum hat das deutsche Volk die Kunde von dem brutalen Kindermord in Bethel vernommen, treffen neue Meldungen ein von einer nicht minder gemeine» und hinterhältigen Bombardierung rein ziviler Gegenden. Diesmal ist wiederum das weltbekannte Heidelberg getrossen. Diesmal hat Churchill den Beseht gegeben, in dieser Stadt, in der weit und breit keine militärischen Ziele vorhanden sind, und die in der Welt einen Rus als Stätte der Wissenschaft und historischen Erinnerungen genießt. Bomben zu werfen. Am schwersten betroffen wurde die Heidelberger Siedlung Psassengrund. Hier hoben sich, wie überall in deutschen Städten, Arbeiter Sied­lungshäuser gebaut, in die nun in der Nacht zum Freitag die Luftpiraten des Herrn Churchill ihre Bomben brutal hineinwarfen. Eines der Siedlungshäuser wurde vollständig zerstört. Von der dort wohnenden Familie fanden der Er­nährer, sowie die Tochter und der Sohn den Tod. An an­

deren Stellen sielen weitere Sprengbomben hernieder und zerstörten, was deutsche Arbeiterhände sich in ihren Stunden der Freizeit mühsam ausgebaut hatten. Auch an anderen Stellen der näheren Umgebung Heidelbergs warfen diese Gangster Brisanzbomben, die ein Kind von 14 Jahren töteten und mehrere Personen teils schwer und teils leicht verletzten. Daß es Herr Churchill nur daraus ankommt, zivile Ziele zu treffen, geht auch einwandfrei aus der Tatsache hervor, daß auch zahlreiche Bomben in unmittelbarer Nähe des Schlosses bei Bruchsal niedergingen. Häuser der deutschen Arbeiter oder Stätten deutscher Geschichte das sind die Ziele der englischen Luftwaffe. Herr Churchill und seine Clique mögen sich der Tatsache bewußt sein, daß alle diese Brutalitäten mit Zins und Zinseszinsen zurückgezahlt werden. Nichts wird das deutsche Volk vergessen, was ihm dieser Weltseind Nr. 1 an­getan hat.

(Siehe auch Seite 2)

eine einzige Bombe sechs Häuser in einem anderen Fall 15 Häuser in London zerstört habe.

Bei den letzten Nachtaktionen wurden in London, wie andere englische Schilderungen selber zugeben, zahlreiche Feuerwehr- und Rettungsmannschaften durch Granatsplitter der eigenen Abwehrgeschütze in Geiahr gebracht. Ein wachsen­der Prozentsatz der englischen Verluste geht aus Schrapnell« zurück. Der Maharadscha von Nepal hat dem englischen König eine derbe Lektion erteilt: Er hat für die in der

ganzen Welt in Gang gesetzte Klingelbeutetsammlung zu­gunsten der Londoner Bombenopser 2000 Pfund gezeichnet: Das Doppelte, was Georg der Sechste für seine Landsleute übrig hat.

welirmachrsberichr vom 20. September

Berlin, 28. September.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Bei anhaltend schwieriger Wetterlage führte die Luft­waffe gestern bewaffnete Aufklärungsflüge durch, in deren Verlauf London sowie Flugplätze und Hafen­anlagen in Südengland mit Bomben belegt wurden. In der Nacht setzten Kampfflugzeuge die Vergeltungs­angriffe auf London und aus kriegswichtige Ziele in West- und Mittelengland fort. Zahlreiche neue Brände breiteten sich besonders auch in Liverpool aus. Einige britische Flugzeuge warfen bei Nacht Bomben auf Wohnviertel in west- und südwestdeutschen Städten. Ein britisches Flugzeug wurde abgeschossen. Drei deutsche Flugzeuge werben vermißt."

Nilterkreuie jür rstfache Luftsteger

cknd. Berlin. 20. September.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ver­lieh aus Borschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Neichsmarschall Göring, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz: Oberleutnant Jhleseld, Oberleutnant Müncheberg, Oberleutnant Joppien. Die drei Ossiziere haben als Jagdflieger in schneidigen Einsätzen je 20 Gegner im Luft­kampf abgeschossen.

Nibbentrop erneut beim pure

Eine zweite Herrliche Unterredung 7n Segenwart des Srafen tiano und der votschafter von Mackensen und stlfieri

Rom» 28. September.

Der Duce empfing Freitag nachmittag in Gegenwart des italienischen Außenministers Grafen Ciano erneut den Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop zu einer herzlichen Unterredung. Bei der Besprechung, die von 17 bis 18 Uhr dauerte, waren der deutsche Botschaft« m Rom, von Mackensen, und der italienische Botschafter in Berlin. Dino Alfieri, anwesend.

Der Neichsaußcnminister widmete den Freitagvormittag der Arbeit in der Villa Madama. wo er in ständiger telephonischer Verbindung mit Berlin blieb. Um 13.45 Uhr begab sich Ribbentrop im Wagen zum HotelExcelsior". wo Außen­minister Gras Ciano zu Ehren seines Gastes eine Mittags­tafel gab. Zehntausende von Römern säumten die Zufahrts­straßen, um mit Hochrufen aus den Führer. Deutschland und die Achse dem Reichsautzenminister ihren Gruß zu entbieten und den Führer und den Duee zu feiern. Diese Begeisterung der römischen Bevölkerung und die Freude, einen der nächsten Mitarbeiter des Führers in den Mauern der ewigen «tadt zu sehen, macht dessen Besuch zu einer von innen heraus­kommenden begeisterten Kundgebung für d,e Was,engeme,li­schst Deutschland Italien.

Zu Ehren von Ribbentrops gab der königlich-italienische Minister des Aeußern Gras Ciano Freitagmittag ,m Hotel Exeelsior" einen Empfang. Zahlreiche führende Persönlich­keiten der italienischen Regierung, der faschistischen Parte» und der italienischen Wehrmacht waren erschienen. Von ita- lienischer Seite waren zugegen: Parteisekretär Minister Mut», Minister Serena, Minister Ricci. Minister Pavolini, Mini­ster Riccardi, der Unterstaatssekrctär Russo, Admiral Ca- vagnari, Amicucci. Staatsminister Farinaeri, Generalstabs- ches der Miliz Starace, Admiral Somigli und der Gouver­

neur von Rom, Fürst Borghese. Von deutscher Seite nahmen der deutsche Botschafter in Rom von Mackensen mit den Angehörigen der Botschaft, der Ches des Protokolls Gesandter von Dörnberg, der Ches des Ministerbüros Gesandter Schmidt, der Leiter der Presscabtcilung des Auswärtigen Amtes, Vortragender Legationsrat Dr. Schmidt und die Be­gleitung des Reichsaußenministers teil.

Die Bevölkerung Roms bereitete dem Reichsaußenminister bei der An- und Abfahrt in den fahnengeschmückten Straßen Roms überall wiederum herzliche spontane Kundgebungen. In großen Bildern aus der ersten Seite zeigen die römischen Zeitungen den Reichsaußenminister im Palazzo Venezia nach den Besprechungen mit dem Duce in dessen Arbeitszimmer. Die aus allen Fronten zu Land, zu Wasser und in der Lust durchgeführten Kämpfe würden von den Achsenmächten durch eine fruchtbare politische und diplomatische Aktion ergänzt, deren Ziel der politische und wirtschaftliche Wiederaufbau Europas sei. Rom und Berlin sei es in der Tat nicht nur um die Niederwerfung des demokratisch-plutokratischen England zu tun, sondern vor allem auch um die Verwirklichung jener gerechten, durch die militärischen Siege ermöglichten Neu­ordnung des Kontinents. In den Besprechungen des Rcichs- außenministers mit dem Duce und dem Grasen Ciano seien alle Probleme erörtert worden, die die beiden Verbündeten

interessierten, und man könne gewiß sein, daß auch diese Zusammenkunft eine neue Etappe des revolutionären Marsches der beiden totalitären Regime bilde.

H

In Rom wird am Freitag erneut aus die außerordentliche Bedeutung hingewiesen, die den gegenwärtigen Besprechungen im Rahmen der direkten Fühlungnahme zukommt, die die Staatsmänner der Achsenmächte in Versolg der Zusammen­arbeit als Verbündete aufnehmen. Ihre Bedeutung ergibt sich aber auch aus der gegenwärtigen Kriegsphase. Charak­teristisch für diese Besprechungen ist die große kameradschaft­liche Herzlichkeit, wie sie zwischen den beiden verbündeten Achsenmächten und ihren verantwortlichen Männern bekannt und selbstverständlich ist. Wenn in den amtlichen Mitteilun­gen über die Besprechungen keine Einzelheiten erwähnt wor­den sind. so ist dies um so verständlicher, als es sich um Fra­gen handelt, die für die Fortführung des Kampfes gegen England von besonderer Bedeutung sind. Bei den Bespre­chungen wurde, wie hier hervorgehoben wird. das volle Ein­vernehmen und die absolute Uebereinstimmung der Gesichts­punkte über die verschiedenen besprochenen Probleme fest­gestellt. und zwar auch in bezug aus die künftige Kriegs- sührung. die an einem Höhepunkt zur Niederringung des Gegners angekommen ist und als restlos besriedigend betrachtet wird.

Was die von der internationalen Presse so sehr diskutierten Probleme des Balkans, Afrikas und die Beziehungen der Achsenmächte mit Spanien betrifft, so kann man sagen, daß, ohne Angaben über die absolut vertraulichen Besprechungen machen zu wollen, selbstverständlich alle akuten Probleme und so auch diese Fragen besprochen wurden.

AME Lkee Tat

Die Besprechungen in Rom

R6. Berlin, 20. September.

Die Londoner Machthaber haben mit spürbarem Miß­behagen die Reise des Reichsaußenministers nach Rom verfolgt und deshalb schnell versucht, wie es ihre Art ist, die Brunnen zu vergiften. Ein lächerliches Unter­fangen. Da die neue Aussprache der Achsenpartner kurze Zeit auf den Schiedsspruch von Wien folgt so ließ man sich in London vernehmen müsse irgend- etwas mit der Achse nicht in Ordnung sein, sonst läge kein Anlaß zu eiliger Fühlungnahme vor. Bewußt ignoriert man in London, daß Deutschland und Italien das Werk der Neuordnungen Europas begonnen haben und auch zu Ende führen. Nach der Schlichtung der Streitigkeiten im Donauraum wird dieses Werk un­verzüglich fortgesetzt, zumal der afrikanische Krieg, den Italien gegen England führt, den Aufgabenbereich der Achsenmächte erweitert. Auch in Afrika sind etliche Dinge zu regeln, auch dort ist Englands unheilvoller Einfluß auszuschalten. Spaniens Solidarität mit der Politik der Achsenmächte bedarf ebenfalls der Berücksichtigung.

Die Meldung über den Abschluß der römischen Be­sprechungen bewegt sich in ihrer Sachlichkeit und Kürze innerhalb des gewohnten Rahmens, aber wir wissen aus früheren Begegnungen deutscher und italienischer Staatsmänner, daß solche Zusammenkünfte immer neue Ereignisse einzuleiten pflegen. Selten wird im voraus bekanntgegeben, worum es bei den Besprechungen der Achsenpartner geht, doch um so nachhaltiger pflegen die Taten zu sein, die durch ihre Besprechungen ausgelöst werden. Die Feinde Deutschlands haben dies oft genug erfahren. Ihre Phantasie über den Zweck der Be­sprechungen und über das mutmaßliche Ergebnis sind zwar nie in Erfüllung gegangen, aber die höchst realen Folgen der Beschlüsse von Rom oder Berlin. Wien oder Mailand sind dann in London stets recht unange­nehm gespürt worden. Diesmal wird es schwerlich an­ders sein.

Die Politik Deutschlands und Italiens ist die Po­litik der Entschlossenheit, der Klarheit, der Zielstrebig­keit. Keine Versprechungen, sondern Aktionen, lautet die Parole. Das ist allerdings ein politisches Ver­fahren, mit dem sich weder Frankreich noch England recht befreunden konnten. Wir erinnern an die ruhm­redigen Reuter-Berichte über die Sitzungen des Obersten Kriegsrates, beispielsweise an jene Tagung vom 28. März, als die Westmächte verkündeten, weder Frankreich noch England würden je allein die Waffen niederlegen, bis zum Ende würden sich beide Mächte nicht trennen. Der Schwur ist nicht lange gehalten worden.

Von den Zusammenkünften und Beschlüssen der Achsen­mächte weiß man, daß im Gegensatz zu den knappen Ver­lautbarungen die politischen Folgen stets schwerwiegen­der und für die Feinde Deutschlands unerfreulicher Natur waren. Seit dem Jahre 1936. seit dem ersten Besuch des Grafen Ciano in Deutschland ist es so ge- handhabt worden. Viele Begegnungen fanden bisher in großer Herzlichkeit und in fruchtbarer Arbeit für ern neues Europa statt. Der Duce weilte schon wieder­holte Male in Deutschland, der Führer hat Italien einen langen Besuch abgestattet. Die beiden Außen­minister der Achse trafen sich in Mailand und Berlin, in München und in Salzburg, schließlich in Wien und nun in Rom. Denn die Achsenmächte sind zu einem vitalen Bunde vereint, der zu fortlaufender Fühlung­nahme Anlaß gibt.

Gerade die Vitalität dieses Bündnisses ist etwas ein­maliges. bedingt durch die unverbrauchten Kräfte dieser beiden mächtigen Völker in Europa und beschwingt durch die Größe der Aufgabe, Englands verhängnis­volles Wirken auf dem Kontinent und in dem weit nach Afrika reichenden Mittelmeerraum für alle Zu­kunft auszuschalten. Das ist die große politische Linie der Achsenpolitik.

Hlückwiinscke des siiHrers

-^ Zum Geburtstag des Königs von Thailand

Berlin. 20. September

Der Führer hat dem Regcntschastsrat von Thai, seiner Kö­niglichen Hoheit Prinz Aditha Dibabha, anläßlich des Geburts­tages Seiner Majestät des Königs von Thai drahtlich seine Glückwünsche übermittelt.

vnssr Tasssspisysl

Ohne Pause werden die deutschen Bergeltungsschläge auf England fortgesetzt und wichtige Anlagen bom­bardiert.

Reichsaußenminister von Ribbentrop hatte erneut eine herzliche Unterredung mit dem Duce.

Der Führer verlieh Ritterkreuze an drei 20sache Lust- sieger.

Britische Flieger richteten einen verbrecherischen Bomben­angriff aus Heidelberg und Bruchsal, wobei sie schweren Schaden anrichteten.

In der belgischen Bevölkerung herrscht stärkste Empörung über schändliche Bombenangrisse auf belgische Wohnstätten durch die Briten.

Ein italienisches Bombenflugzeug versenkte ein britisches U-Boot.

Ein Bremer gewann auf ein Prämienlos der verflosse­nen Reichslotterie der NSDAP. 5000 Mark.

Auch im nächsten Monat gibt es im Gau Weser-Ems eine Bohnenkasseczuteilung.

Im Großeinsatz wird heute und morgen der bremische Sport einen gemeinsamen Sieg für das Kriegswinter- hilfswerk erringen.