Ausgabe 
(20.9.1940) Nr. 259
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parteiamtliche Tageszeitung

Bas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien iZansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmlliches verkündungsblatt des Beichsstattstalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 259 / 10. Jahrgang

Zreiiag, 20. September 1940

Einzelpreis 15 Nps.

Vergeltung mit verstärkter Wucht

Somben ins Negierungsoiertel , kiesige Warenliausbrände / plutokraten berieten wiederum geheim

AestM«««- Liee

deutsche stngrisse ohne Unterlaß

Londons tvv. fllarm / kauch und Lrümmer über allen Stadttellen

n. Stockholm, 18. September.

Während Churchill englischen Fliegern in seiner verantwortungslosen Zerstörungswut den Befehl gibt, in Deutschland weiterhin Kinder und Frauen wahllos zu morden, wie erst wieder der Ueberfall auf die Bodelfchwinghschen Kinder-Heil- und Pslegestiitten bei Vethel dartut, gehen die deutschen Vergeltungsflüge gegen London mit von Tag zu Tag und von Nacht zu Nacht wachsender Heftigkeit weiter.

London hatte soeben feinen hundertsten Luftalarm seit Be­ginn des Krieges, aber inzwischen ist die Zahl schon weit über­schritten. In der Nacht zum Donnerstag ging ohne Rücksicht auf Wetter und Abwehr der deutsche Bombenhagel weiter. Wiederum zu einem großen Teil gegen Westcnd. Die Tag- und Nachtalarme verwachsen allmählich zu einem einheitlichen Ganzen, so daß die englische Hauptstadt überhaupt nicht mehr zum Atmen kommt.

Die aus England vorliegenden Berichte über die Kampf­handlungen am Mittwoch standen ganz besonders stark unter dem niederschmetternden Eindruck der gewaltigen deutschen Ueberlegenhcit. Selbst der Londoner Nachrichtendienst vergißt einen Augenblick seine alte Lügentaktik und gibt eine anschau­liche Schilderung von den deutschen Massenangriffen. Danach seien die Deutschen in größeren Formationen über England erschienen. Der Himmel habe einer verkehrsreichen Straße ge­glichen. Es sei ein endloser Strom von Maschinen erschienen, deren Borbeiflug allein 15 Minuten gedauert habe.

Die englischen Berichte verzeichnen selber den Rekord des hundertsten Luftangriffs. Sie müssen zugeben,' daß im Lause des Mittwochs Alarm auf Alarm folgte, bis Einbruch der Dunkelheit nicht weniger als acht, und dies im Anschluß an den längsten Nachtalarm des Krieges, der nämlich beinahe 1V Stunden dauerte. Schwedische Berichte aus London sagen: Die Sirenen heulten beinahe den ganzen Tag, und es wurde zum Schluß unmöglich, zwischen den Signalen für . Entwar­nung oder neuen Luftalarm noch zu unterscheiden. Man be­kam deutlich den Eindruck, daß die Schlacht über London an Heftigkeit zunimmt. Harte Kämpfe tobten auch über dem Themse-Tal, wo die Angreifer ein ums andere Mal bedeu­tende Streitkräfte einsetzten.

Fünf Wellen feindlicher Angriffe verzeichnet der amtliche englische Nachrichtendienst. Schön beim dritten Alarm hörte man in London deutsche Verbände von allen Seiten gegen die Stadt herannahen. Ein heftiger Lustkampf entwickelte sich

in großer Höhe über der Stadt. Gleichzeitig wurden Bomben abgeworfen, denn die Bomber ließen sich durch die Kämpf« zwischen den beiderseitigen Jagdflugzeugen in ihrer Ausgabe nicht stören. Ein Telegramm des Londoner Vertreters der Stockholm Tidningen" schildert wie folgt die gewissenhafte und systematische Arbeit der deutschen Bomber:Vier Stun­den lang hatten die Bombenslieger über der Stadt gekreist. Nur wenige Bomben waren bis dahin abgeworfen, aber als der Angriss einsetzte, geschah das mit großem Zielbewutztsein. Maschine nach Maschine nahm einen bestimmten Kurs und lies die größten Risiken, während Granaten rings um sie her- (Fortsetzung aus Seite 2.1

flm Vonnerstag wieder über London

fluch kriegswichtige Ziele in anderen reiten knglands erfolgreich angegriffen

- Berlin, 19. September.

Die deutsche Luftwaffe fetzte im Laufe des 19. Sep­tember trotz starker Behinderung durch die Wetterlage ihre Angriffe auf militärische und kriegswichtige Ziele in London sqrt.

Webrmachtsberrcht vom 19. September

Berlin, 19. September.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe griff auch gestern trotz schwieriger Wetteroerhiiltnisse verschiedene kriegswichtige Ziele in der Umgebung von London an. Die Dock- und Hafenanlagen in Tilburq, die Staatswerst in Chatham und die Grohöllager von Port Vic­toria wurden wirksam mit Bomben belegt. Meh­rere Oeltanks und ein Tankschiff gingen in Flammen aus. In der Nacht wurden die Vergcltungsflüge gegen

kln ruchloses Verbrechen, das Sichne heischt

Srililistke flieger bombardieren Lazarett und pffegeanstatt velkel

Bielefeld, 1S. September.

Der Angriff englischer Bombenflugzeuge auf die in der ganzen Welt und auch in England bekannten Bodelschwingh- schcn Heilanstalten in Bethet bei Bielefeld, bei dem nenn kranke Kinder getötet und 12 verletzt wurden, ist eines der grausamsten und gemeinsten Verbrechen in der an Schand­taten so reichen Geschichte der RAF.

Ueber die ruchlose Tat werden folgende Einzelheiten bekannt: In der Nacht zum Donnerstag um 0.40 Uhr über­flogen die Engländer das Gebiet der Anstalt Bethel, welches zur Zeit als Reservelazarett eingerichtet und belegt ist, und warfen im Reihenwurs acht Sprengbomben teils schwereren Kalibers ab. Die erste Bombe traf das einzige große Kaufhaus der Anstalt Bethel und richtete erheblichen Sachschaden an. Im angrenzenden Nachbarhaus wurde durch dieselbe Bombe starker Splitterschaden verursacht. Drei Personen wurden da­bei im Hausflur verletzt,' als sie aus dem Wege zum Luft­schutzkeller waren.

Die zweite Bombe traf das PslegehausKlein-Bethel" für schwachsinnige und epileptische Kinder und krepierte im,ersten Stock. Dadurch wurde ein Schlassaal mit 15 Kindern im Alter von 9 bis 18 Jahren getroffen und völlig zerstört. Fünf der weiblichen Pfleglinge waren sofort tot. Die anderen wa­ren teils leichter, teils schwerer verletzt. Zwei von ihnen star­ben nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus, zwei weitere schweben noch in Lebensgefahr. Diese epileptischen Kinder be­fanden sich noch in ihren Betten, weil sie zum größten Teil völlig hilflos waren und zwischen Alarm und Angriff nicht in den Keller gebracht werden konnten.

1 . Die dritte Bombe fiel etwa 10 Meler von dem genannten Pflegehans entfernt in den Garten und krepierte hier, Die Splitter richteten Schaben an dem Gebäude und an dsm eben­falls IN Meter entfernt liegenden PslegehausSiloah" an. Im Siloah" wurden zwei weibliche Pfleglinge getötet und, eine

Krankenschwester schwer verletzt. Diese Personen waren nicht im Lustschutzkeller, weil ihr Zustand den Transport nicht er­laubte.

Die vierte Bombe siel etwa 15 Meter weiter unmittelbar neben dem Lazarett und KrankenhausNebo" in den Garten und krepierte nur etwa, 8 Meter entfernt. Auch hier würbe nnr Sptitterschaden angerichtet. Alle Personen befanden sich im Keller. Auf dein Krankenhaus und LazarettNebo" be­finden sich das vorgeschriebene große, deutlich sichtbare rote Kreuz.

Die fünfte Bombe, siel etwa 25 Meter weiter auf den Bethel- Friedhof und zerstörte hier eine ganze Anzahl Gräber. Grab­steine, Särge und Leichenteile würben durcheinander gewirbelt. Die nächste Bombe fiel etwa 10 Meter weiter in ein Wald­stück und hinterließ einen mäßig großen Trichter. Die siebente und achte Bombe sielen neben das PslegehausMagdala", das der Unterbringung von geisteskranken Frauen dient. Ob­wohl beide Bomben nnr zwei und drei Meter von diesem Krankenhaus entfernt einschlugen, wurde nnr Splitterschaden an Außenwänden und Fenstern angerichtet und ein Teil der Inneneinrichtung zerstört. Auf diesem Gebäude befindet sich ebenfalls ein großes, deutlich und weit sichtbares rotes Kreuz, da dieses Gebäude auch als Lazarett vorgesehen war.

Es besteht kein Zweifel darüber, daß die Engländer dieses Verbrechen bewußt begangen haben, denn vor dem Bomben­abwurf überflogen mehrere Maschinen die Gegend von Bethel, wobei sie im Schein yon Leuchtschirmen ihr Ziel suchten. Sie mußten die roten Kreuze aus den Gebäuden der Bethclschen Anstalten, die jetzt zum Teil auch als Lazarett dienen, klar erkannt haben. Trotzdem oder gerade deshalb haben die Eng­länder dann mit einer für sie ungewohnten Zielsicherheit ihre Bomben auf die durch das Rote Kreuz geschützten Anlagen abgeworfen.

London in verstärktem Umfang fortgesetzt. Vor allem erhielten die Silvertown- und Royal Albert-Docks sowie andere wichtige Ziele in rollendem Einsatz zahl­reiche Bombentreffer schwersten Kaliber?. In vielen Stadtteilen Londons entstanden ausgedehnte Brände. Auch in anderen Teilen Englands wurden kriegswich­tige Ziele, wie die Hasenanlagen in Liverpool, die chemischen Werke in Billingham, die Tyne- ^Docks in Newcastke sowie Flugplätze in Mittel- ? england erfolgreich angegriffen. Das Verminen süd- englischer Häfen wurde fortgesetzt. Feindliche Flugzeuge warfen in Nordfrankreich und Belgien an mehreren Stellen Bomben, ohne nennenswerten militärischen Schaden anzurichten. Eine Anzahl von Zivilpersonen wurde getötet.

In der Nacht zum 19. September wurden in West- deutschland emfliegende britische Flugzeuge durch deutsche Abwehr zur Umkehr gezwungen. Sie warfen ihre Bomben aus nichtmilitärische Ziele ab und griffen dabei die Krankenanstalt von Bethel an. Drei Krankenhäuser wurden zerstört, obwohl sie durch das Rote Kreuz deutlich als solche kenntlich gemacht waren. Dabei wurden neun Kinder getötet, zwölf verletzt. Während der Nacht wurden nenn feindliche Flugzeuge durch Flakartillerie, zwei durch Nachtjäger, bei Tage 24 Flugzeuge im Lustkampf abgeschossen. An der Nord­seelüste schoß Marineartillerie ein feindliches Flugzeug ab. Zwei weitere Flugzeuge wurden so schwer beschä­digt, daß mit ihrem Verlust gerechnet werden kann. Die gestrigen Gesamtoerluste des Feindes betragen dem­nach 38 Flugzeuge. 13 eigene Flugzeuge werden ver­mißt.«

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per Neichsaußenminister beim Sitte

Zweistündige sterzliche Unterredung Begeisterte Begrüßung Nibbentrops durch die römische Bevölkerung

Rom, 19. September.

* Der Duce empfing Donnerstag nachmittag Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop zu einer herzlichen Unterredung. Der Besprechung, die zwei Stunden dauerte, wohnte der italie­nische Außenminister Graf Ciano und die Botschafter von Mackensen und Dino Alfieri bei.

Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop war ym Donnerstag nm 13 Uhr in Rom eingetroffen. Der könig­lich-italienische Minister des Aeutzeren, Gras Eiano, begrüßte den Reichsaußenminister aus dem Bahnsteig und hieß ihn in Rom herzlich willkommen. Mit Gras Ciano waren zur Be­grüßung erschienen der italienische Botschafter in Berlin, Dino Alfieri, die engeren Mitarbeiter von Gras Eiano, die Unterstaatssckretäre Rosso. und Benini, der Gouverneur von Rom, Fürst Borghcse, der Korpskommandeur General di Gior­gio. der deutsche Botschafter in Rom, von Mackensen.

Zur Begrüßung waren ferner anwesend der spanische Bot­schafter, der ungarische Gesandte und der slowakische Ge­schäftsträger. Nach der Begrüßung der deutschen Kolonie und einer in Uniform erschienenen Abordnung der Landesgruppe Italien schritt der Reichsaußcnminister mit Gras Ciano die angetretene Ehrenkompanie ab und wurde dann vom ita­lienischen Außenminister in die Villa Madama geleitet, wo der Reichsaußcnminister während seines Aufenthaltes wohnt.

Aus dem Wege zur Villa Madama wurden der Neichs- außenminister und Gras Ciano von der Bevölkerung Roms begeistert begrüßt. Auf den mit den deutschen und italieni­schen Fahnen geschmückten Plätzen und an den Straßen

Roms, durch die die Fahrt führte, hatten iich ungeheure Menschenmassen eingefunden, die den beiden Außenministern bei der Fahrt immer wieder stürmische Kundgebungen dar­brachten.

Das römische BlattMessaggero" schreibt:Bon Ribbentrop wird in ver Begrüßung durch die Bevölkerung die brüderliche Freundschaft und unzerstörbare, tätige Soli­darität herausfühlen, die das Italien Mussolinis an das Deutschland Adolf Hitlers kettet. Er wird in dem Freuden- sturm der Massen unsere Sicherheit für den gemeinsamen Sieg ermessen. Die jetzige Begegnung von Rom bedeutet jiir die Geschichte der Achse, die zugleich die Geschichte der Befreiung und des Neubaues Europas ist, einen weiteren Abschnitt von grundlegender Bedeutung. Gedanken, Pläne und Ziele der Achse entsprechen einer stahlharten Einheit von Geist und Aktion. Die Achse schiebt nichts auf. Je ver­wickelter die Probleme sind, desto unmittelbarer und ent­scheidender ist ihr Eingreifen. Es genügt, an die jüngste Lösung der Siebenbürgen-Frage in Wien zu erinnern, um eine Vorstellung von der Wirksamkeit der Achse hinsichtlich der noch ungelöst gebliebenen Probleme zu gewinnen. Wäh­

rend der Kampf gegen England unerbittlich weitergeht, und mit immer stürmischerem Tempo seinem Endziel näher­kommt, führt die Achse auch andere Ausgaben aus, um das Werden des neuen Europas durch Beseitigung der noch offenen Fragen und Schassung klarer, eindeutiger Verhält­nisse zu beschleunigen."

Tie erste Unterredung des Reichsaußenministers von Nib- bentrop, des Abgesandten des Führers, mit dem Tue« und dem Grasen Ciano im Palazzo Venezia fand in einer Atmosphäre besonderer Herzlichkeit statt. Die großen Probleme, um die es heute geht, wurden einer ausführlichen und erschöpfenden Erörterung unterzogen.

Es ist bei den Achsenmächten nicht üblich, daß bei Unter­redungen, die die großen Probleme betreffen, lange Dis­kussionen getroffen werden oder daß die Welt über den Inhalt der Unterredung bis ins einzelne unterrichtet wird. So viel aber ist sicher: Die Unterredung war getragen von der beiderseitigen vollen Uebereinstimmung in allen bespro­chenen Fragen. Auch kam dabei die große Befriedigung über die militärische Lage zum Ausdruck. Tie Besprechungen mit dem Duce finden in einem Augenblick statt, wo Deutschland und Italien zum Großangriss gegen England angetreten sind Während Deutschland gegen das Herz des britischen Weltreiches in Europa vorstößt, marschiert Italien gegen die Schlüsselstellung des englischen Kolonialreiches in 'Afrika, damit endlich die Bahn für jene Neuordnung frei wird, sür die die Achsenmächte kämpfen.

IW. Berlin» 19. September.

Mit größter Begeisterung haben die Römer den Reichsautzenminister empfangen, als er am Don­nerstag in der Hauptstadt des faschistischen Imperiums eintraf. Immer wieder brachten sie in enthusiastischen Kundgebungen die Gefühle herzlichster Freundschaft für das nationalsozialistische Deutschland zum Ausdruck, wenn der Wagen Nibbentrops in den Straßen der Stadt erschien, in ihrer Freude spiegelte sich dieselbe Soli­darität der Völker, die den Gesprächen zwischen dem Duce und dem Abgesandten des Führers ihre Gepräge gibt.

Gespannt blickt alle Welt in diesen Tagen nach Rom, wo sie wieder einmal den Stundenschlag des Schicksals zu hören vermeint. Nichts kennzeichnet mehr die über­ragende Bedeutung der Achse als die Tatsache, daß jeder ihrer Beschlüsse mit Spannung erwartet und als zukunstbestimmendes Ereignis betrachtet wird. Und doch irren jene, die von dieser Begegnung Sensationen erwarten. Die Entwicklung der Achse stand nie im Zeichen theatralischer Ueberraschungen, sondern in der aus dem Eleichklanq der Weltanschauungen folgerichtig sich entfaltenden Konsequenz.

Es bedarf auch keines Kopfzerbrechens, welche Fragen in den Besprechungen von Nibbentrops mit Mussolini und Graf Ciano zur Diskussion stehen. Deutschland und Italien haben sich verbündet, um England, den ewigen Störenfried der Welt, den Tyrannen über alle seiner Gewalt ausgelieferten Völker endgültig niederzuwerfen. Die entscheidende Phase dieses Kampfes hat begonnen. Während deutsche Flugzeuge die Luftherrschaft über den britischen Inseln errangen und Bomben der Ver­geltung für feige Meucheltaten auf die Hauptstadt des Empire niederprasseln, marschieren die Truppen Ita­liens durch Steppen und Wüsten, um Britanniens Macht in Afrika zu brechen.

Die Neuordnung des europäischen Kontinents ist aber ein Problem, das nur zu einem Teil mit dem Schwert entschieden werden muß. Das Bestreben der beiden Achsenmächte ging stets dahin, Recht und Gerechtigkeit auf friedlichem Wege zu finden. Der Schiedsspruch von Wien und die bulgarisch-rumänische Einigung sind ekla­tante Beweise dieser konstruktiven Politik. Wo ihr aller­dings mit Gewalt entgegengetreten wird, muß auch die Gewalt entscheiden. Im Falle Frankreichs hat sie es bereits getan. Das von den Londoner Kriegsverbrechern heraufbeschworene Schicksal Englands wird sich ebenso erfüllen.

Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß zwei Bundes­genossen auch während des Kampfes immer wieder Ruckschau und Ausblick halten, alle militärischen, poli­tischen und sonstigen Umstände prüfen, um für den Marsch in die Zukunft Etappen und Routen abzustecken. Die Ausschaltung Englands vom europäischen Konti­nent; die Neuordnung im Donau- und Balkanraum, die Folgen der italienischen Aktion in Afrika zur Befrei­ung der noch unter dem Joch plutotratischer Zwingherrn schmachtenden Völker und anderes meht sind hier zu erwägen und weitere Pläne festzulegen. Auf diese Weise wird beim Neubau Europas ein Stein zum an­deren gefügt.

Welches Vertrauen andere Völker dem gewaltigen Werk, das hier durch die Achse geschaffen wird, ent­gegenbringen, bestätigten die Nationen des Donau­raums, die gläubig die Entscheidung über ihr Schicksal, das sie selbst nicht zu meistern vermochten, in die Hände des Führers und des Duce legten. Das bestätigt die Hoffnung jener Völker, die heute noch unter britischer Herrschaft stehen und den Tag ihrer Befreiung herbei­sehnen. Das bestätigt die spanische Presse, die ihre Soli­darität mit den politischen Zielen der Achse und ihren weltanschaulichen Kräften bekundet.

Die Verantwortung für die Zukunft liegt aber aus­schließlich auf den Schultern der Männer, die sich zum gemeinsamen Werk verschworen, beauftragt von der Vorsehung und gestützt von der Liebe der Völker die ste zu Führern erkoren. Die Freundschaft zwischen Adolf Hitler Und Benito Mussolini ist ja gewissermaßen nur das sinnfälligste Symbol der Freundschaft, die Deutsch­land und Italien in unwandelbarer Solidarität der Herzen und der Geister verbündet. Aus ihrer Kampf­gemeinschaft wird das neue Europa erstehen, beseelt von der gemeinsamen Idee der nationalsozialistischen und der faschistischen Revolution, getragen von der Kraft des deutschen und des italienischen Volkes und garantiert von der Unsterblichkeit ihrers Genius.

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Vnsor

Englische Flieger verübten einen feigen Ueberfall auf die Pslcgeanstalt von Bethel und töteten neun Kinder. Die Vergcltungsslüge der deutschen Lustwasse gegen Lon­don wurden weiter verstärkt.

Italienische Bomber schlugen feindliche Seestreitkräfte in die Flucht.

Die abgerissenen englischen Sperrballone richteten schwere Zerstörungen in Schweden an.

Marschall Graziani berichtete dem Duce vom Verlaus der bisherigen Operationen in Aeghpten. Reichsautzenminister von Ribbentrop weilte in einer zweistündigen Unterredung beim Dnce.

Der italienische Kolonialminister Teruzzi kehrte nach Rom zurück.

Tapferen deutschen Fliegern und einem verdienten U- Bootskommandanten wurde das Ritterkreuz verliehen. Es wurde die beschleunigte Behebung der durch Flieger­angriffe entstandenen Bomben- und Brandschäden in Wohnvierteln angeordnet.

Der Kölner Messe war ein voller Erfolg beschicken.