Ausgabe 
(16.9.1940) Nr. 255
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greinn Mum

parteiamtliche Tageszeitung

Vas flmtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Sreien Hansestadt Vremen

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Die I mm hohe und 22 mw breite Zeile Im Anzeigenteil 13 Die 78 mm breite und I mu> hohe Zeile im Tertteil 75 Ermäßigte Grundpreise lfür Klein- u. Familien- anzeiaen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 9 Nachlaß­staffel O. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An­nahmeschluß 16 Uhr. Geschäfts­stellen: On Bremen: Am Geeren Nr. 6/8. Fernspr. 5 41 21. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher 51115) Obernstraße 86, Fernspr. 5 4121. In Syke: Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

flmiliches verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und vremen

Nr. 2S5 /10. Jahrgang

Montag, 1S. September 1S40

kinzelpreis 19 Npf.

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Sieben Marine an einem tag / vrSn-e im Negierungsviertel / flustralienhaus getroffen

ö0 englische Nugreuge abgeschossen

Svoo ronnen-Oampfer in vrand geworfen / London erneut erfolgreich bombardier»

Berlin, 18. September.

Unsere Fliegerverbände griffen am heutigen Tage Docks und Speicheranlagen von London wiederum erfolgreich mit Bomben an. Hierbei entwickelten sich heftige Lustkämpfe» in deren Verlauf der Gegner z. Z. über 6» Flugzeuge verloren hat. 26 eigene Flugzeuge werden vermißt. Außerdem griff die Luftwaffe einen Geleitzug vor der englischen Ostküste an und warf hierbei

ein Handelsschiff von belegt.

8666 BRT. in Brand. Der Hafen von Dover wurde erneut mit Bomben

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Am Sonntag wiederholten sich über London die heftigen Lustangrisse vom Sonnabend, aus denen hervorgeht, dah die englische Jagdwafse jetzt die Verteidigung der Hauptstadt über deren Dächern selbst durchführen mutz. Am Sonnabend­nachmittag wurden 50 Flugzeuge über dem Stadtkern im Gefecht beobachtet. Die Engländer gaben die üblichen ver­zerrten Darstellungen und behaupten, deutsche Luststriitkräste ..abgedrängt" oder „zur Rückkehr gezwungen" zu haben. Selbst dir englischen Berichte vermitteln jedoch den Eindruck, dah die Ausklärungs- und Vorbereitungsaufgaben, die diesen deut­schen Einfliigen bei Hellem Tageslicht gestellt worden waren, in aller Systematik durchgeführt wurden und daß die Eng­länder. wenn gelegentlich die deutschen Kampfflugzeuge dring­licheren Aufgaben nachgehen als dem Vombenwersen. sehr unrecht daran tun, stolz einen Sieg zu verkünden.

Helfe in flrgenlinien insammengedrochen

Die loyale Haltung der Deutschen im argentinischen Territorium Misiones ausdrücklich bestätigt

Berlin. 15. September.

Auf Druck deutschfeindlicher Elemente sind vor mehreren Monaten verleumderische Anklagen gegen die im argentini­schen Territorium Misiones lebenden Deutschen wegen politi­scher Umtriebe erhoben worden. Es erfolgten mehrere Ver­haftungen und Untersuchungen durch die argentinischen Be­hörden. Die völlige Haltlosigkeit der erhobenen Vorwürfe hat sich nunmehr herausgestellt. Am Freitag gab das argentinische Innenministerium ein amtliches Kommunique bekannt, wel­ches den vom Innenminister Culaeciati angeforderten Bericht des Gouverneurs von Misiones,. Romagna, zu dieser Ange­legenheit enthält.

Der Gouverneur stellt darin ausdrücklich die loyale Hal­tung der Deutschen in Misiones fest. Polizeikommissare, Män­ner, die das unbedingte Vertrauen der Regierung genießen, hatten den Auftrag erhalten, allen Denunzierungen nachzu­gehen.

Die sehr vagen Anschuldigungen haben sich als völlig unbe­gründet erwiesen. Auch die Haussuchungen bei den Angeklag­ten haben nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür ergeben, daß die Betressenden gegen die Landesgesetze verstoßen haben. Nur in einem belanglosen Fall ist die Untersuchung noch nicht abgeschlossen. Jedoch darf erwartet werden, daß auch hier die Sinnlosigkeit der Anschuldigungen in Kürze klargestellt wird.

Damit ist die uferlose Hetze der letzten Wochen genau so zusammengebrochen wie seinerzeit die Verleumdungskampagne in Patagonien und Uruguay.

In der Nacht zum Sonntag gelang es deutschen Abteilun­gen wieder, genau so wie am Tage und in der Nacht zuvor, bis über das Innere der Stadt einzudringen, trotz des viel gepriesenen Sperrfeuers, das sich die Engländer so viel kosten lassen und das in der Nacht zum Sonntag erstmalig wieder durch eine größere Ballonsperre unterstützt wurde, wobei es sich nach ihren Darstellungen um sehr Hochsliegende Ballons handelte, aus die sie nicht minder hvchsliegende Hoffnungen setzen. Daß der Nachtalarm diesmal ,,schon" 354 Uhr mor­gens englischer Zeit (454 Uhr deutscher Zeit) beendet war, war ein magerer Trost nach all den Alarmen der beiden letzten Tage.

Am Sonnabend hatte London nicht weniger als 7 Alarme, von denen mehrere einige Stunden lang andauerten. Neutrale Berichte sagen, daß die deutschen Aktionen offenbar vor allein dazu dienten, die Widerstandskraft der Verteidigungsanlagen längs eines großen Teiles der Südostküste auszuproben. Nach einer Reutermeldung wurden Bomben ain Sonnabendabend „unweit einer Brücke" bei London abgeworfen. In der neun­ten Abendstunde, als gerade ein Alarm abgeblasen war, über­querte ein sehr schnelles deutsches Flugzeug in geringer Höhe die Londoner City. Ueber den Vororten der Hauptstadt wur­den viele Bomben abgeworfen und hierbei Verkehrs- und Ver­teidigungsanlagen getrosten. Nach englischen Darstellungen lag hier das Schwergewicht der deutschen Angrisse. Sperr- ballone wurden auch über Nordwestengland abgeschossen, wo­

bei sogar nach englischen Eingeständnissen „ernste Schäden an Jndustriegebäuden" und zahlreiche Opser zu beklagen waren.

In London riefen deutsche Bomben Brände in und nah« dem Negierungsviertel hervor, so am Trasalgar Square, wo die Nelsonsäule steht. Getroffen wurde u. a. das Siidajrika- und das Australienhaus. wo Vertreter dieser Dominions ihren Sitz haben. Am Abend gingen die Londoner schon sehr früh in die Schutzräume. Allgemein wurde nach der „un­heimlichen Ruhe" der Abendstunden ein großer Bomben­angriff für Mitternacht erwartet. Wirklich sehte, nachdem es abends mehrere Alarme gegeben hatte, kurz nach Mitternacht der deutsche Hauptangriff ein. Nach neutralen Berichten wa­ren bereits während des Spätabends im Westen und Osten der Hauptstadt Brände in größerer Entfernung zu beobachten.

feierlicher kinfug deskeichsoerwesers in kolossvar

Budapest. 15. September

Die Feierlichkeiten aus Anlaß der Rückgliederung Sieben­bürgens fanden ihren Höhepunkt in dem feierlichen Einzug des Reichsverwesers.

Ministerpräsident Teleki begrüßte den Reichsverweser im Namen der gesamten ungarischen Nation. Dem Ungartum der heimgekehrten Gebiete sprach er den Dank des Volkes für sein tapferes Ausharren aus. Nach weiteren Begrüßungsreden ergriff der Reichsvcrweser Horthh das Wort. In seiner An­sprache gedachte er der jahrhundertelangen, nicht aus eigener Schuld heraufbeschworenen Leiden der Ungarnation, die an der Schwelle von Orient und Okzident im Kampfe fast ver­blutete, während die glücklicheren Völker Europas wuchsen und gediehen.

Ver-ellungsansrlffe auf kngland fortgesetzt

Z0 ländliche flu-reuse abgeschossen — 20. tustsseg von oberleulnant Müncheberg

Berlin, 15. September.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„Verbände der Luftwaffe setzten trotz bedeckten Wet­ters auch am 14. und in der Nacht zum 15. September die Vergeltungsangrifse gegen kriegswichtige Ziele in Mittel- und Siidengland mit Schwerpunkt auf London fort, Im Raum der britischen Hauptstadt erhielten Dock- und Hasenanlagen Treffer. Der Hafen von Liver­pool und das Walzwerk von Warrington sowie mehrere Flughäfen, Berkehrseinrichtungen und Hafenplätze im Süden Englands wurden wirksam mit Bomben belegt.

Bei Angriffen auf Eeleitzüge gelang es» nördlich Irlands ein Handelsschiff von 8666 BRT. zu ver­senken.

Ueber London entwickelten sich einige» für unsere Jäger erfolgreiche Lustkämpse.

Der Gegner warf bei Nacht mit einzelnen Flug­zeugen in Belgien und Holland, sowie im westdeutschen Grenzgebiet Bomben auf kleinere Orte und als ein­ziges militärisches Ziel auf ein Truppenlager. Sieben Personen wurden getötet und 16 verletzt. Der ange­richtete Sachschaden ist unbedeutend.

Fünf feindliche Flugzeuge wurden durch Flakartillerie, weitere 25 durch Jäger abgeschossen^ Fünf eigene Flug­zeuge kehrten nicht zurück.

Oberleutnant Müncheberg errang seinen 26. Lust sieg.

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Uicheimliche Schäden in London

ein „vünkirchen der Zivilbevölkerung" — 70 vollalarme in einer Woche — Schwere Störungen in Wirtschaft und verketzr

Vertzöngnisvolle Verlustvertzöltniffe für kngland

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Iiv. Stockholm, 15. September.

Die englische Hauptstadt hat, nach einer Statistik des Lon­doner Vertreters der „Dagens Nhheter", in den 168 Stunden der letzten Woche 70 Stunden Vollcklarm gehabt. Was ein solcher Zustand bedeutet, liegt aus der Hand. besonders, wenn man berücksichtigt, daß eine erhebliche Anzahl weiterer Stun­den, beispielsweise am Abend, von der Bevölkerung frei­willig in den Schutzräumen zugebracht werden und daß Weitere an Ausräumungsarbeiten gewandt werden müssen. Der schwedische Journalist gibt der letzten Woche den Namen „Das Diinkirchen der englischen Zivilbevölkerung" — eine Ausdrucksweise, die mit den von ihm selbst wiedergegebenen optimistischen Londoner Parolen wenig übereinstimmt. Er belegt sie mit Andeutungen darüber, daß die Praxis der Luftangriffe viele materielle Mängel aufgedeckt habe, die in der Vorbereitungsperiode hätten ausgefüllt werden können, wenn die Behörden vorausblickend genug gewesen wären, tzr beruft sich dabei aus die schwerste Kritik englischer Zeitun­gen. beispielsweise an der Schutzraummisere in Tastend. Dort sind jetzt trotz Verbotes Untergrundbahnstationen in Benutzung genommen worden. Auch die Beschränkung der Hilfe für die Bombenopser und ganz aus die private Mild- tätigkeit löst Kritik und vielfaches Verlangen nach Initiative der Regierung aus.

Die Unterbringungs-, Verpslegungs- und Verkehrsprobleme sind es, auf die die neutralen Anspielungen über Mängel Wohl am meisten abzielen. Der „Dagens-Nyheter'-Vertreter bezeichnet eine gewisse Störung im Verkehrsleben als unver­meidbar und widerlegt damit die englischen Behauptungen, als sei alles in schönster Ordnung, weil ein Teil der Om­nibusse weiter verkehrt. Er ist sogar mutig genug, noch einen weiteren sehr ernsten Gesahrensaktor zu nennen: die nicht nur Physische Abkämpsung der englischen Jagdwafse. die dauernd eingesetzt werden müsse, sondern auch ihre Aus­blutung durch tägliche Verluste. Selbst in den amtlichen englischen Ziffern wittert dieser neutrale Beobachter einen Gesahrenfaktor. Er setzte voraus — wobei er die Gesälscht- heit der englischen Ziffern scharf andeutet — daß die Jäger- verluste gleich groß seien — was weitaus zu günstig für die Engländer gesehen ist, aber ihre eigenen Prahlereien schwer entwertet. Bei Fortdauer dieses Verlustvcrhiiltnisses und in­folge der deutschen zahlenmäßigen Ucberlegenheit würden, so fagt er, dir deutschen Bomber früher oder später ohne ernste

Störungen über England operieren können. Im Gegensatz zur amtlichen Londoner Berichterstattung hält es dieser Schwede offensichtlich für notwendig, seine heimische Oesfent- lichkeit auf eine solche Entwicklung allmählich vorzubereiten.

'AnVereichrvediiche BeobachteLondon bestätigen seine Angaben. So meldet der Londoner Vertreter d'er^i7Stvckholms Tidningen". viele Verkehrsmittel haben aufgehört, viele Häu­ser sind zerstört, sogar in der inneren Stadt, und der Scha­den ist, wenn man ihn auch yur als isoliertes Phänomen betrachte, unheimlich. Das ganze Land rings um die Themse liege in Brandqualm - gehimt und längs des Flusses liege Hans neben .Haus irck Ruinen. Die deutschen' Bomber rich­teten, so meldet er, ach Spnnabend. sogar ihre Angrisse gegen einen Konvoi in der» Themse. Materiell seien die Schäden sehr groß. wenn auch noch nicht katastrophal.

Der Londoner Vertreter von „Svenska Dagbladed" vergleicht London mit Barcelona und Warschau: „London sieht an manchen Stellen jetzt weit schlimmer aus als Barcelona, als ich diese Stadt nach den vielen Bombardements besuchte und Personen, die daS Bombardement Warschaus miterlebten, sagen, daß Londons Erfahrungen während der letzten Wochen hinter den Erlebnissen der Polnischen Hauptstadt nicht zurück­stehen." Die Zusuhr an Gas, Wasser und Elektrizität ist viel­fach gestört und gleiches gilt vom Telephonverkehr, Westend ist an jedem Abend jetzt eine verödete Stadt, Die Befürch­tungen der Regierung gehen, wie andere neutrale Berichte er­kennen lassen, vor allem aus ein panikartiges Verlassen der Stadt durch die Bevölkerung, deren Flüchtlingsslröm« dann die englischen Truppenbewegungen erheblich stören könnten.

Die dänisch« Sonntagspresse. die eine Bilanz über die 10- tiigige Bergeltungsgktion der deutschen Luftwaffe bringt, kommt zu dem Schluß, daß London zwischen dem Schicksal der Städte Paris und Warschau zu wählen habe. Die Blät­ter beschäftigen sich mit den Leiden der Zivilbevölkerung und weisen darauf hin. daß diese die Folgen der verbrecheri­schen Politik ihrer Regierung zu tragen habe. „Berlinske Tidende" unterstreicht, daß sich die deutschen Operationen ge­gen die militärischen Ziele in London richteten, wo die engli­sche Kriegsindustrie konzentriert sei. 43 bis 48 Prozent des Gesamtimports Englands werde über den Themsehasen ge­leitet. Zugleich werde dex^ dritte Teil des Lustwaffcnpoten- tials vom Grotz-Londoner Jndustriebezirk gestellt. Das skan­dinavische Telegrammbüro berichtet, daß die englische Regie­rung drastisch« Maßnahmen ergreife, um die Masscnslucht aus der Hauptstadt auszuhalten. Scharfe Strafen würden

angedroht, salls weitere Personen die Stadt verlassen. Am Wochenende war der Strom von Flüchtlingen trotz dieser Drohung nicht auszuhalten.

Eine „fundamentale" Sorge Londons

Aus London wurde gemelbet. orau Lrjlirchteh^daß die St.- Pauls-Kathedrale, ein nationales Denkmal der Engländer.^ einstürzen werde, weil eine deutsche Fliegerbombe mit Zei^ zünder in die Nähe der Kathedrale gefallen sei. Wieder ein­mal sollen die Deutschen verantwortlich gemacht werden, wenn die Kathedrale einstürzt. Es ist eine altbekannte Tat­sache. wie auch jetzt von Londoner Korrespondenten der Uni­ted Preß betont wird. daß die Kathedrale sehr schlecht fun­diert ist. Der Autobusverkehr ist schon seit Jahren in den um die Kathedrale führenden Straßen gesperrt, weil das Fundament der Kathedrale schon diese Erschütterung nicht mehr aushält. Wenn also Einsturzgefahrt beobachtet wird, so ist das nicht die Folge der deutschen Fliegerbomben, son­dern eine alte fundamentale Sorge der Londoner Bevölke­rung.

Die englische Postverwaltung hat am Sonnabend öffentlich dazu aufgefordert, sich des öffentlichen Telephon- und Tele­graphennetzes nur noch in dringendsten Fällen zu. bedienen. Diese Mahnung bezog sich nicht nur aus das Gebiet von London, sondern auf ganz Britannien. Man muß daraus schließen, daß auch zahlreiche Kabelleitungen der Post zer­stört worden sind.

Neutrale Journalisten stellen sest, daß London am Frei­tag überhaupt nur im Zustande des Luftalarmes gelebt habe. 40 000 Menschen seien am Wochenende mit Aufräumungs- arbeiten beschäftigt gewesen. Auch die englische Flak habe große Beschädigungen in London angerichtet. Zwischen der City und den meisten Vorstädten sei der Verkehr ganz oder teilweise lahmgelegt. Die Verbindung zwischen London und Liverpool sei unterbrochen.

Einen besonders „herzlichen" Empfang hatte ein Kontin­gent der kanadischen Truppen zu verzeichnen, das dieser Tage in England eingetroffen ist. Im gleichen Augenblick, als die kanadische Abteilung ausgeladen war und den Marsch ins Lager antrat, begrüßte sie als erster Willkomm aus engli­schem Boden das Heulen der Alarmsirenen. Es war dies das erste Mal, daß sie von der Tätigkeit deutscher Flieger über England hörten — bestimmt aber nicht das letzte Mal!

st. V. Stockholm, 15. September.

Im Oberhaus hat es gebrannt, neben- dem Palast d'es Königs und in Downingstreet. Uoberall nur mit geringeren Schäden, versteht sich. Die Engländer be­herrschen die Kunst des siegreichen Rückzuges und des Feuerlöschens. Sie löschen nicht bloß mit Wasser, son­dern notfalls mit Papier. Da, wo es sich um Dinge handelt, die schwerer ersetzbar waren als die verstaubte Pracht des Oberhauses oder die Akten in Downingstreet, da waren selbst die Bemühungen der Londoner Feuer­wehr und des Jnformationsministeriums umsonst: Bei den riesigen Oellagern an der unteren Themse, den Gaswerken, die vorher überall das häßliche Häuser­meer wie klobige Pilze überragten, in jenen Docks, wo der Reichtum eines Handels aufgestapelt lag, aus dem die Londoner Plutokraten die beste Stütze ihrer Macht zogen.

In allen diesen Fällen wurde ebenfalls fast immer zunächst „geringer materieller Schaden" gemeldet. Eigentlich richteten sich die deutschen Bomben, den eng­lischen Darstellungen zufolge, ja stets nur gegen Kir­chen, Entbindungsheime oder Kinderkrankenhäuser. Jeden, der die englische Hauptstadt kennt, wird es über­raschen, daß sie ausgerechnet an den letztgenannten In­stituten eine solche Fülle haben soll. Glücklicherweise haben neutrale Berichte aus London, ehe die große Stockung im Telegramm- und Nachrichtenverkehr ein­trat, nach der plötzlich alle Meldungen so einförmig und rosarot gefärbt wurden, ein recht anschauliches Bild über die wahren Wirkungen der deutschen Aktion ge­geben. Sie bestätigen durchaus die Beobachtungen und Photos der deutschen Aufklärungsflugzeuge, deren gut­gezielte Aufnahmen selbst in der „neutralsten" Presse („Dagens Nyheter", Stockholm) die verwunderte Be­merkung auslösten, von der Luft sähen die Wirkungen „ansehnlicher" aus als sie von London geschildert würden.

Wenn es im Buckingham-Palast einschlug, aber hier wirklich kein größerer Schaden angerichtet wurde als an der Cchloßfassade und an Fensterscheiben, so werden die deutschen „Barbaren" das ihren Bomben keines­wegs übelnehmen. Wenn das Königsschloß von einem gleichen Schicksal betroffen worden wäre, wie es die Engländer Goethes Gartenhaus oder dem Branden­burger Tor und dem Reichstag bereitet haben, so hätte das den König wenig wundernehmen können. Ganz abgesehen davon, daß er ja Soldat, sogar Feldmarschail und als Gehilfe Churchills mitverantwortlich für dessen Kriegspokitik ist. Außerdem weiß Georg VI. ja sicher recht gut, in welch gefährlicher Nachbarschaft sein Schloß sich befindet. Es ist den plutokratischen Geschäftemachern und Kriegsgewinnlern vorbehalten geblieben, die ganze Hauptstadt ihres Landes in ejnem solchen Durcheinander von.Speichern, Baracken und Kirchen, Docks und prole­tarischen Elendsvierteln zu halten, daß es schon hohe An­forderungen an die Zieltechnik deutscher Flugzeuge stellt, sich beim Anflug auf Oeltanks oder Kasernen ^ mitten durch Sperrfeuer oder Ballone immer an mili­tärische Ziele zu halten. "Das unendliche Häusermeer dieser Stadt ist auch militärisch derart durchsetzt, daß kaum noch Unterschiede zu machen sind.

Unmittelbar neben Schloß Buckingham, im Hydepark und im St. James Park, konnte man schon am Abend der letzten Augusttage 1939 Zelte und Sandsackstellungen von Flakgeschützen und Ballonen sehen. Kasernengebäüde und Truppeybaracken, Munition?- und Vrennstofflager hier wie an zahlreichen anderen Brennpunkten der Stadt, Flak- und Scheinwerferpositionen bis hinaus in die Heide- und Grünflächen zwischen den vornehmen Westvorstädten, deren Villenbesitzer die bedenkliche Nach­barschaft allzu lange als smarte Bereicherung des Land­schaftsbildes betrachtet haben. Im Osten aber schon damals eine auffällige Bernachlässigung in bezug auf Sicherheits- und Schutzanlagen für die Bevölkerung, die sich inzwischen fürchterlich gerächt hat.

Wie selbst schwedische Berichte aus London betonten, haben die Bewohner odr Elendsviertel neben den Docks und Fabriken es vor allem ihrer eigenen Regierung zu danken, wenn hier bei den Bränden viele Opfer zu beklagen waren. Sie sielen sicher nicht so sehr unter den Bomben als unter dem Wüten der Flammen von allen Seiten. Wer nur einmal durch Dock-Lane ge-

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Die deutschen Flieger schössen wiederum am gestrigen Tage 60 Flugzeuge über England ab.

Die italienischen Truppen überschritten die ägyptische Grenze mit Stnrmbataillonen und Flugzeugen.

General Antonescu gab die Bildung des neuen rumäni­schen Kabinetts bekannt.

Die Kölner Messe wurde gestern mit einer Rede von Staatssekretär Dr. Landfried eröffnet.

Auf einer Saarbrückener Großkundgebung feierten Reichs­minister Dr. Todt und Gauleiter Bürstet den Westwall als ewiges Zeichen deutschen Wehrwillens.

Das kommende Wochenende steht im Zeichen der 1. Reichs- straßensammlnng für das Kriegswinterhilsswerk 1940/41. In Turin gewann Deutschland den Leichtathletik-Länder- kamps gegen Italien 94,5:83,5.

Die deutsche Nationalmannschaft siegte im Fntzball-Länder- spiel in Preßburg gegen die Slowakei 1:0.

Der Reichssportfiihrer erließ einen Ausruf für die erste Reichsstraßensammlung zum 2. Kriegs-WHW.

In der Bremer Kampfbahn unterlag Werder gegen Ein- tracht-Braunschweig 1:5.