Ausgabe 
(15.9.1940) Nr. 254
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

tzischrlni 7mal GSchSstlNH

Monalsbezug 2,30 elnschl. Zu- stellgebühr: Postbezuysprels monatl. 2^0 (elnschl. 28,7 Post- zelkungsgebühr) zuzügl. 42 ^ Be­stellgeld. Bezugspreis Ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg l 7272 Eine Behinderung der Lieferuno rechtfertigt keinen Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises Verlag: PS.-Gauverlag Weser- EmS GmbH., Bremen, Geeren 6-8. Fernspr.: 54121, Nachtr. u. Sonnlg. Z1115. Spr e chz.: Verlag: werktl. 12—13 Uhr: Schriftleitung: Diens­tag und Freitag 12V-—13s4 Uhr.

Anzeigen - Grundprdlser

Die 1 mw hohe und 22 mw breite Zeile im Anzeigenteil 18 Die 78 am, breite und 1 mw hohe Zeile

im Tertteil 7S Ermäßigte

Grundpreise (für Klein- u. Familien- anzelaen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste S Nachlaß- stassel S. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An-

nahmeschlutz 16 Uhr. Geschäfts-

stellen: In Bremen: Am Geeren Nr. 6/8. Fernspr. 5 41 21. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher 5 11 15) Obernstraße 86. Fernspr. 5 4121. In Svke: Mühlendamm Nr. 2.

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der §reien kjonsestadt vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmiliches verkündungsblakt des Neichsstattiialters in Mdenburg und Vremen

Nr. 2S4 / 10. Zalirganc,

Sonntag. 15. September 1840

kinzelpreis 1S Npf.

ch!'

wolkenbruch aus seuer

krschüttern-er flnbtick der Millionenstadt / die Straßen übersät mit vombensplittern

-2. ^

E>l bikssr.

pluIoHrratsnUuokI von OknrokrU yoköräort

Lö. Kopenhagen, 14. September

„Ein Wolkenbruch aus Eisen und Feuer ging in der letzten Nacht über London nieder'', schreibt „Berlinske Astenavis" in einem Newyorker Bericht. Die nächtliche Hölle, so heißt es darin weiter» stelle zweifellos einen neuen Höhepunkt in der gegenwärtigen Lustofsensive dar. Alle Verdunkelungsbestre­bungen seien zunichte gemacht worden» da die deutschen Flieger in dem Schein zahlloser Feuer alles sehen könnten, was sie zu sehen wünschten.

»-!

c.«r

Äs» ns

' / r

-K

Die Millionenstadt, so fährt er fort, biete einen erschüttern­den Anblick. Die Straßen seien übersät mit Granatsplittern und tiese Bombenkrater hätten zu weiten Absperrungen ge­führt. An anderen Stellen machten brennende Autos und schwelendes Mauerwerk das Passieren der Straßen unmög­lich. Daß die Angst und Verzweiflung der Bevölkerung die Oberhand gegenüber der amtlichen Beruhigungspropaganda ge­winnt, geht daraus hervor, daß in jeder Pause zwischen den Luftangriffen eine große Menschenschar aus die Straße läuft und versucht, ein Stück weiter aus der Stadt heraus in die Außenbezirke zu kommen. Die Massenslucht der Bevölkerung aus London könne nicht mehr abgeleugnet werden. Der Lon­doner Berichterstatter der „Rewyork Times" schreibt, daß die Bevölkerung mehr aushalten müsse als Fleisch und Blut ver­tragen könne. Der Gcneralstab wehre sich gegen die Massen- flucht, da die Ausfallstraßen für militärische Zwecke freige­halten werden müßten.

Eine Woche verstärkter und ununterbrochener Vergxltungs- slüge der deutschen Luftwaffe zehrt bereits spürbar an dem Leben der Millionenstadt London. „Die meisten Bewohner Londons empfinden das Fliegen der deutschen Flugzeuge wie -ie Bohrmaschine des Zahnarztes", schreibt „Dailh Herold

Neutrale Beobachter stellen sest, daß die Unzufriedenheit der Londoner Bevölkerung ständig wachse. Besonders empört se, man über die ungenügende Zahl der Lustjchutzränme. Beson­ders in der City seien tiese und gute Schutzräume während der Nacht geschlossen. Während eines Lustangrisses habe man aus einem Luftschutzkeller die Leute vertrieben, weil der Keller Privateigentum sei und als Depot für Wertpapiere diene. Wie schlecht die Plutokraten sür diejenigen sorgen, die infolge des Von England gewallten Krieges obdachlos wurden, wird hierdurch noch besonders unterstrichen. Täglich werde die Zahl der Personen größer, die ihr Bettzeug nach den U-Bahn- stationen brächten, um dort über Nacht zu bleiben. Ständig würden weitere Verkehrsstraßcn gesperrt, darunter auch die berühmt« Geschäftsstraße Bond-Street. Die Ausfallstraßen sind weiterhin mit Flüchtlingen verstopst.

Ein englischer Journalist, der die Bombardierung War­schaus miterlebte, schreibt im „Dailh Herold", die Angriffe aus Warschau seien sür die Bevölkerung dort leichter zu er­tragen gewesen, iveil die Flugzeuge immer wieder schnell vor- beigesaust seien. Die teils hoch und lange über London flie­genden deutschen Maschinen wären jedoch eine unausgesetzte Bedrohung.

Die britische Regierung ist durch das Bekanntwerden ihrer Pläne über eine Verlegung des Regierungssitzes' nach Glas­gow und die Uebersiedlung des Königlichen Hauses nach dem schottischen Schloß Balmoral in peinlichste Verlegenheit ge­setzt worden. Sie erklärt jetzt, diese Pläne seien lediglich Aus­fluß „deutscher Propaganda", muß aber gleichzeitig zugeben, daß allerdings Pläne zur Uebersiedlung der Regierung und des Königlichen Hauses an einen anderen Ort ausgearbeitet worden seien. Sie seien aber „im gegenwärtigen Augenblick" wenigstens noch nicht akut. Man sieht sich also angesichts der Empörung, die diese Pläne überall in der^ Bevölkerung Londons hervorgerufen haben, dazu gezwungen, sie ' noch einige Zeit aufzuschieben; denn man fürchtet, daß eine Flucht der Regierung und des Königs jetzt den sofortigen Zusam- menbruch der Londoner Stimmung zur Folge haben müßte, die ohnehin schon überreizt und deprimiert genug ist.

Im Gegensatz zu englischen Versicherungen, daß Regierung und Königshaus in London bleiben werden, meldet die ameri­kanische Columbia-Rundsunkstation, daß die Regierung und per Hof in der nächsten Woche nach Glasgow übersiedeln

werden. Die Vertreter der akkredctierten Mächte sollen bereits ausgesordert sein, der Regierung nach dem Norden zu folgen. Das Oberhaus hat Antrag aus Vertagung des Parlaments gestellt und die Regierung ist offenbar gewillt, den Pluto- kratcn die Flucht aus London zu erleichtern, zumal sich «in großer Teil der Lords schon seit Beginn der Lustofsensive aus und davon gemacht hat.

Die ernste Lage Londons, aber auch ein starker Schuß Pessimismus spricht aus einem Bericht des „Dailh Expreß". Ueber die Bedeutung Londons sür Sieg und Niederlage schreibt das Blatt: „Warum ist diese Spalte heute London gewidmet? Jeder Mensch und jedes Stückchen Erde überall sonst im Empire sind zu diesem Kamps verpflichtet. Aber der heutige Tag gehört London. Nichts anderes hat Bedeu­tung, wenn London fällt. Paris siel und Frankreich war verloren."

Vo« Harte

VorniokLunF unä Kapitulation

/s. L. v. Bremen, 15. September.

vas Strafgericht Das furchtbare Strafgericht, über

oekt weiter England, das Tag für Tag und

gelsi weiter Nacht für Nacht unsere Flieger an

den Schädlingen der europäischen Menschheit vollziehen, dauert in unverminderter Wucht und Stärke an. Wenn es die Hoffnung Englands gewesen sein sollte, den strafenden Arm der deutschen Luftwaffe dadurch zu läh- men, daß man die englischen Nachtpiraten anwies, fort­an wie Tollhäusler über deutsche Städte herzufallen und überall, wo Menschen wohnen, Tod und Vernich­tung auszustreuen, so mutzte natürlich auch diese Hoff­nung trügen. Das Werk der Vergeltung nimmt unbe­schadet des mordlustigen Versuches der Royal Air Force, aus deutschen Städten ein einziges Brand- und Totenfeld zu machen, seinen Fortgang, und zwar ohne datz Churchills Absicht einer blindwütigen. Vernichtung Deutschlands auch nur in ihren Anfängen sich verwirk­lichen liehe. Strauchrittern gleich hinter Wolken ver­steckt und in unabsehbarer Höhe anschleichend, mag es

London - Schwerpunkt der flngrlffe

stuch am Sonnabend kriegswichtige Ziele in Mittel- und Siwenglanb bombardiert

21 selndflugreuge abgeschossen

Berlin, 14. September

Am Sonnabend griffen unsere Kampfflugzeuge, so­weit es die Wetterlage zulieh, verschiedene kriegswich­tige Ziele in Mittel- und Südenglanü mit Bomben an. Der Schwerpunkt dieser Angriffe lag wieder über Lon­don, wo im Laufe des Tages viermal Fliegeralarm gegeben wurde. An einigen Stellen kam es zu kleine­ren Luftkämpfen, bei denen nach bisher vorliegenden Meldungen 21 feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden.

wekrmachtsbericht vom 14. September

Berlin, 14. September.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Die Luftwaffe setzte gestern bei Tag und Nacht ihre

Vergeltungsangriffe gegen die britische Hauptstadt trotz ungünstiger Wetterlage fort und erzielte zahlreiche Treffer in Dockanlagen, Lagerhäusern und Fabrik­gebäuden. An verschiedenen Stellen entstanden neue Brandherde. Autzerdem belegte sie Flughäfen, Industrie­anlagen, Hafenplätze und Eisenbahnen im Südosten Englands wirksam mit Bomben. Der Feind unternahm einige kurze Einflüge nach Holland, Belgien und Frank­reich und warf an mehreren Stellen Bomben, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Infolge der star­ken Bewölkung kam es am Tage nur zu vereinzelten Luftkämpfen. Acht feindliche Flugzeuge wurden durch Jagdflieger und Flakartillerie abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermitzt."

Niilerkreuz sür vorbildlichen Jagdflieger

Berlin, 14. September.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ver­lieh aus Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, dem Hauptmann Mäher das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes. Hauptmann Hans Mayer hat als Jagdflieger und vorbildlich tapferer Fliegerojkizier seinen 20. Gegner im Luftkamps abgeschossen.

Major Sallands Z2. tuslsieg

Berlin, 14. September.

Bei den LuftkäMpsen, die sich im Lause des Sonnabend über London entwickelten, schoß der bereits mit dem Ritterkreuz ausgezeichnete bekannte Jagdflieger Major Galland seinen 32. Gegner ab.

veseyung durch die Sonoeds oollrogen

Budapest, 14. September.

Nach einer Mitteilung des Chefs des ungarischen General­stabes erweiterten die ungarischen Truppen am 13. September die militärische Besetzung des durch den Wiener Schiedsspruch Ungarn wieder zugesprochenen Gebietes. Die in sehr schlechtem Zustande befindlichen Wege und die aus dem Tempo der Be­setzung sich ergebenden ansehnlichen Märsche, so heißt es in der Mitteilung, hätten von den Truppen vielfach große Leistungen gefordert.

Drahtliche Glückwünsche des Führers. Der Führer hat dem Präsidenten de^ Republik El Salvador zum Unabhängigkeits­tag von El Salvador drahtlich seine Glückwünsche übermittelt.

Unheimliche Zerstörungen" in London

Neuer Vombenkagel über -er titp — flngriffe verstärkten sich — Ztchlreiche neue VrSnde

...

7 ^

kv. Stockholm, 14. Sept.

Wie der London«, Rundfunk meldet, wurde im Laufe des Sonnabends bereits wieder viermal Lustalarm gegeben. Amtlich wird mitgeteilt, daß sich der Angriff deutscher Flie­ger in der vergangenen Nacht in der Hauptsache gegen Lon­don und eine Stadt im Südwcsten Englands gerichtet habe. Die Angriffe hätten die ganze Nacht über angedauert. Der meiste Schaden sei an Industrieanlagen angerichtet worden. Viele Brände seien ausgcbrochen. In einem Londoner Be­richt von „Dagens Nyhetcr" heißt es, im Londoner Gebiet seien nach vorläufigen Angaben am Freitag 110 Personen getötet und 260 verwundet worden.

Intensität der deutschen Angriffe ungebrochen - Der Londoner Vertreter des Stockholmer H.Aftonbladet" be­ginnt seine Schilderung über die deutschen Angriffe: „Ob­wohl die materiellen Schäden ins Auge fallen (!), werden sie in London so betrachtet, als ob sie aus Londons Ver­mögen zum Aushalten nicht einwirken." Das Wetter, mutz er aber gleich hinzufügen, habe die deutschen Luftangriffe derart begünstigt, daß am Freitagnachmittag Plötzlich über Lxsordstreet zahlreiche Bomben niederfielen. In der Nacht seien hauptsächlich schwere Bomben abgeworfen worden und vor allem Brandbomben. Der Feind habe eine große Zahl von Maschinen zum Angriff angesetzt, die durch das Sperrfeuer durchgebrochen seien. Die Flugplätze Und Rü­stungswerke der rings um London liegenden Landstädte und der Londoner Vororte mußten zunächst den Hauptstoß ent­gegennehmen. Von den ersten Tagesstunden an nahm jedoch der Angriff aus London hinsichtlich der Zahl der Flugzeuge und der Intensität zu. Von neuem regneten Brandbomben in einem weiten Umkreis aus die Stadt hernieder. Neue Feuersbrünste entstanden.

Am Freitagabend wurde ein Feuerwehrmann vor das Mikrophon des Londoner Rundfunks geschleppt, um über

seine Erlebnisse etwas zu sagen. Er berichtete, seit dem letzten Sonnabend sei die Londoner Feuerwehr kaum noch zur Ruhe gekommen. Sie habe manchmal vor so gewaltigen Bränden gestanden, daß das Löschen als hoffnungslos aufgegeben wor­den sei. Wenn dann glücklich ein Feuer gelöscht gewesen sei, seien neue Brände in der Umgebung sichtbar geworden. Da auch Straßen getroffen worden seien, habe man in einigen Fällen kaum zum Brandherd durchdringen können.

Am Freitag bisher längster Tagesalarm

London verbrachte die Nacht zum Sonnabend, die siebente aus einer bisher nicht unterbrochenen Reihe von Angrifss- nächten, in der gleichen Unruhe wie die vorigen. Der „Alarmsahrplan" der englischen Hauptstadt über 24 Stunden gibt einen Begriff von dem Rhythmus, mit deist die deut­schen Aktionen einander folgen: Donnerstag abend 21 Uhr: Beginn des Nachtalarms, der erst am Freitagmorgen 8.45 Uhr endet. Erster Tagesalarm am Freitag: 6.47 Uhr bis 7.32 Uhr, von 8.40—14.00 Uhr zweiter Tagcsalarm, längster bisher von London erlebter Tagesangriss, 14.55—15.13 Uhr dritter Tages­alarm, 21.00 Uhr Beginn des neuen Nachtalarms, der die erste Woche der direkten Aktionen gegen London beendete. Sie stand weiterhin im Zeichen der Vergeltungsmaßnahmen für die Fortsetzung wahlloser englischer Bombenabwürfe gegen nichtmilitärische Objekte und die Zivilbevölkerung in Deutsch­land, verbunden mit der Zerschlagung des englischen Ber- tcidigungs-, Rüstungs- und Energieapparates. In dreifacher Hinsicht waren die Tagesoperationen vom Freitag von beson­derer Wichtigkeit.

Die Schäden in der Londoner City

Auch das Oberhaus gehört, wie von englischer Seite eingestanden wird, zu der Reihe von Amtsgcbäuden, die von deutschen Bomben getroffen wurden. Eine Brandbombe schlug in das Bauwerk ein, doch sei, so sagen die englischen Bericht«, das Feuer rasch gelöscht worden. Dasselbe wird er­

neut rnbezug auf die Downingstreet versichert. Eine Bombe soll ferner in der Nähe des Picadilly-Zirkus ein­geschlagen sein. Daß kein oder nur geringer Schaden ent­standen rst. wird freilich von den englischen Behörden mit olcher Monotonie auch in bezug aus die^ Wirkungen aller sonstigen noch so nachhaltigen Angriffe behauptet, daß stärkste Skepsts am Platze ist. Nur ausgerechnet die St. Pauls- Kathedrale ist. wenn man den englischen Darstellungen folgen wollte, von den deutschen Fliegern als Hauptziel ihrer Ausmerksamkelt auserkoren. In ihrer Nähe schlug angeblich eine schwere Bombe ein. die jedoch im Boden Nteckengebliehen und bisher nicht explodiert sein soll. weshalb umfangreiche Absperrnngsmaßnahmen getroffen wurden. Vier weitere Bomben sollen in den gleichen Bezirk gefallen sein. Die eng­lischen Berichte räumen ein. daß viele Brandbomben abge­worfen wurden. Ebenso seien in dem Schifsahrtsdistrikt in der Nähe der Bond- und Regent-Street Brände ausgebrockzen. Auch ein ganzer Block von Büros und Ge- schäsKn, der in der Nähe militärisch wichtiger Objekte liegt, iiiiiß in Flammen gesetzt worden sein.

Zu den Bomben gegen den Buckinghampalast wird ergän­zend nur noch gemeldet, daß Truppen aus der benachbarten Remingtonkascrne herangezogen wurden, um Brände zu lö­schen, die unweit des Schlosses hervorgerufen worden seien. Das Schloß ist bekanntlich umgeben von Kasernen und seit Ausbruch des Krieges auck? von vielen Flakstelluxigen.

Die deutschen Flugzeuge operierten, wie selbst englische Be­richte erkennen lasst», bei Tageslicht vollkommen souverän über dem Gebiet der Hauptstadt, trotz aller Bodenabwehr. Sie stießen aus ziemlich niedrigen Wolken hervor, stellten die Bio- toren ab und glitten langsam an ihre Ziele heran, um die Bomben, wie neutrale Berichte aus London hervorheben, aus so geringer Höhe wie nur möglich, also mit möglichst großer Zielsicherheit, abzuwerfen. Trotz des Sperrfeuers der Luft-

(Fortsetzung aus Seite 2)

den traurigen Helden der Nacht zwar einmal vereinzelt gelingen, so wie bei uns in Bremen und in Hamburg und auch in Berlin, zu einigen wirksamen Bomben­würfen zu kommen; insgesamt haben diese nicht die geringste Bedeutung für die deutsche Kriegführung selbst, weil ja niemals oder höchstens nur einmal durch blinden Zufall militärische Ziele vom Feinde getroffen werden, im übrigen aber die Moral der Bevölkerung des nationalsozialistischen Deutschlands nicht so geartet ist, daß sie bei Bombenabwürfen weich wird, sondern ganz im Gegenteil, daß gemeine Vanditenstreiche des englischen Piratentums das deutsche Volk nur noch viel bärter als bisher machen. Dann aber ist ja dir deutsche Flak und sind unsere Jäger auf Posten und unter­binden einfach jede auch nur im entferntesten nach Katastrophe aussehende Beschädigung deutscher Gebiete und unterbinden die Möglichkeit der Erreichung der füt die deutsche Kriegsführung lebenswichtigen Objekte. Dies läßt sich gerade in letzter Zeit den dokumentarisch unanfechtbaren Feststellungen unserer OKW.-Berichte entnehmen, denen zufolge es den einflisgenden feind­lichen Flugzeugen regelmäßig nicht gelingt, ihre Ziele zu erreichen: Wenn sie dennoch sich Siege erfinden und ..Zerstörungsprämien" einheimsen, mögen sie es tun. Strafrechtlich gesehen bedeutet das selbst vom englische« Standpunkt aus betrügerische Bereicherung.

Lalsche Deutschland hat keinerlei Anlaß, Siege volaunentöne Zu erfinden und sie dem eigenen Volke ^ zur Beruhigung vorzulügen oder zur

Verbesserung eines hoffnungslos gesunkenen Ansehens in die Welt hinauszuposaunen. Deutschland hat die Siege tatsächlich auf seiner Seite, und das deutsche Volk kann aus vollem Herzen lachen, wenn gerade in diesen für England allertriibsten Tagen vom Kanal herüber Siegesposaunen vernehmbar werden, geblasen, weil die deutschen Kampfgeschwader über London „verhin­dert" worden seien, die Hauptstadt des Imperiums aus­zutilgen. Das" deutsche Volk weiß genau, was es von solcherlei englischen Siegesmeldungen zu halten hat, nämlich, daß sie wie seinerzeit im polnischen Feldzuge. dann in Norwegen, später in Dünkirchen, zuletzt im Somaliland die unmißverständlichen Anzeichen einer unmittelbar bevorstehenden englischen Katastrophe sind. Das deutsche Volk begnügt sich damit, zu erfahren, daß London in allen Stadtteilen mit militärisch wichtigen Objekten an allen Ecken und Enden brennt und daß, wie auch aus der letzten Ehurchill-Rede hervorgeht, sie Kriegsverbrecher in London und das mit ihnen schuldig gewordene englische Volk zitternd vor Angst, ununter­brochen im Keller sitzen und der befürchteten Invasion entgegenharren, die übernächtigten Gesichter nervös ver­zerrt und jeden Augenblick die Todesbombe über den Häuptern erwartend. Wie sie selbst ruchlos nur daran dachten, die deutsche Zivilbevölkerung auszurotten, so glauben sie nun, auh ihrem schlechten Gewissen heraus, die deutsche Luftwaffe müsse jeden Augenblick in einem regelrechten Massenangriff Tausender von Flugzeugen über sie herfallen und alles,' was atmet und fühlt, niedermachen. Denn wenn schon Berlin, wie sie. nach den Lügen ihres Propagandaministers in London meinen, „nach furchtbarsten Angriffen der RAF. geräumt" wer­den mußte, dagn können sie ja nicht anders, als müssen erwarten, daß dafür die Rache über London bereits unterwegs ist.

Die wankende Daß es Deutschland auch im Kampf

4estuno Segen England nur um die militärische

^ ^ Niederlage Englands geht, brauchte

eigentlich nicht mehr betont zu werden. Daß England eine Festung und London ihre Zitadelle ist, wissen die Engländer am besten selbst. Daß aber, wer immer in einer Festung wohnt, auch an seinem Leben gefährdet sein dürfte, sollte nicht eigens erst noch gesagt werden müssen. Wenn wir hören, daß alle Hassngcbiete der englischen Festung, alle Dockanlagen, alle Verkehrswege, alle Rüstungsbetriebe und alle Rüstungslager ständig unter den Bombenabwürfen unserer die Festung. Eng-

i»iiiii»iiii»ii»»ii»iiii»»»ii»„„»iiiii,»,,„,„,„„,„I„„i»i»,„»n»»»n»iiiiii!i

Vnsor

Buch am Sonnabend richtete die deutsche Luftwaffe wieder wuchtige Angriffe gegen militärische Ziele Londons und Siidostenglands; 21 Feindflugzeuge wurden abgeschossen.

26mal griffen in letzter Zeit britische Flieger kirchliche Stätten aus deutschem Boden an.

Ueber Holland wurden von Flugzeugen der RAF. Kar­toffelkäfer abgeworfen.

Die Zerstörung kriegswichtiger Teile Londons hat selbst nach englischem Eingeständnis unheimliche Formen an­genommen.

Amerikanische Berichte sprechen hartnäckig davon, daß das englische Königspaar und die britische Regierung London bereits in der kommenden Woche verlassen werden. Erfolgreiche Angriffe gegen englische Geleitzüge richtete Italiens Luftwaffe; die Aufklärung an den Grenzen der Chrenaika wurde verschärft.

Gauleiter Carl Röver ruft aus, auch für das 2. Kriegs- WHW. der Größe der Zeit entsprechend zu opfern.

Im 1. Kriegs-WHW. opferte jeder Haushalt im Gau Weser-Ems im Durchschnitt RM. 42.50.

Die Focke-Wulf-Flugzeugbau GmbH. nahm ihr viertes großes Kameradschaftsheim in Betrieb.