Ausgabe 
(12.9.1940) Nr. 251
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bremer jellum

parteiamtliche Lageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Sreien kjansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmlliches verkündungsblalk des veichsstatthalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 251 / 10. Zalirgang

Donnerstag. 12. September 1S40

kinzelpreis 15 Npf.

Nachtpiraten bombardierten keichstag.

vrandenburoer lor und Krankenhäuser

vomben auch auf das Veliinbe der amerikanischen volschaft in verlin / 5 rote und mekrere Schweroerlekte

die Vergeltung bleibt nicht aus

Nacht für Nacht führt die deutsche Luftwaffe die Schlüge weiter gegen kngiands Hauptstadt

(vraktberiebt unserer Berliner Kedriktleituns)

rS. Berlin, 11. September

Wiederum haben die englischen Luftpiraten in der Nacht zum Mittwoch in hinterhältigster Weise Spreng- und.Brandbomben über Berlin abgeworfen. In diesen Angriffen, wie Berlin sie in den ersten Morgenstunde« des Mittwochs erlebte, liegt System» ein System, das für sich in Anspruch nehmen kann, typisch englisch zu sein. Geradezu unter Vermeidung jeden militäri­schen oder industriellen Zieles haben die britischen Flieger in dieser Nacht bei klarstem Wetter aus niedriger Höhe ihre Bombenlast ausschließlich in die Wohnviertel und aus nationale Denk­mäler der Innenstadt geworfen.

§

Die nächtlichen Piraten warfen zunächst bei ihrem Einslug eine große Anzahl von Leuchtbomben, die die von ihnen an­geflogenen Ziele stark erhellten. Das Bombardement begann . dann über den Pariser Platz, wo das Brandenburger Tor, die Akademie der Künste, die dicht neben der amerikanischen Botschaft liegt, sowie die kleine Polizeiwache zu Füßen des Tores getroffen, jedoch glücklicherweise nur leicht beschädigt Wurden. Das wenige Schritte von hier entfernte, weit über Deutschland bekannte Haus des Vereins Deutscher Inge­nieure sowie das Reichstagsgebäude erhielten Treffer von Brandbomben. Unweit der Siegessäule gingen mehrere Sprengbomben nieder, die jedoch an einer Stelle das Straßen- plaster der Nordwest-Achfe aufrissen, im übrigen in den An­lagen des Tiergartens aufschlugen.

Dir zweite Serie von Spreng- und Brandbomben wurde ebenfalls nach dem Herablassen zahlreicher Leuchtbomben über das Wohnviertel rings um das St. Hedwig-Krankcnhaus ab­geworfen. In diesem Krankenhaus sowie in einem im gleichen Bezirk liegenden« Altersheim und in einer Schule entfachten die Brandbomben Schadenfeuer. Auch hier kann man weit und breit umhergehen, ohne auch nur einen einzigen Punkt zu finden, der Anspruch aus militärische oder industrielle Bedeutung erheben könnte

Unmittelbar nach Beendigung des VombeneugrissS aus das Brandenburger Tor und die Berliner Innenstadt fuhr ein Mitglied unserer Berliner Schriftleitung nftt Vertretern der Gauleitung der NSDAP. zu den Ein­schlagstellen. Er gibt darüber folgenden Bericht:

Kaum zehn Sekunden hat das Telefon geschwiegen. Da läßt sein schriller Ton den Mann am Schreibtisch, der den Bereit­schaftsdienst der Gauleitung versieht, erneut nach dem Hörer zu greifen. Der Bleistift kritzelt eilig über den aufgeschlagenen Block. „Also: Einschlag im Wohnhaus. Wohnungen zum Teil geräumt. Brand bereits gelöscht. Aus der Straße ein Bomben­trichter von rund zwei Meter Durchmesser, einem Meter Tiefe. Ein Schwerverletzter, zwei leicht. Keller nicht beschädigt!" Ein paar Rückfragen noch. Die Evakuierten wurden im Orts- gruppengebäude gesammelet, sind inzwischen bei Freunden und

ficht Luftpiraten, die vertin angriffen, abgeschossen

Berlin, 11. September.

Wie wir nachträglich erfahren, wurden in der letzten Nacht zwei weitere feindliche Flugzeuge, die Vomben auf Berlin abwarfen, durch Flakartillerie und Nacht­jäger abgeschossen» so daß sich die Zahl der durch Flak­artillerie, Nachtjäger und Marineartillerie in der letzten Nacht zum Absturz gebrachten feindlichen Flugzeuge aus acht erhöht.

Bekannten untergebracht. Vertreter der NSV. sind zur Stelle und treffen alle weiteren Maßnahmen.

Eine Reihe von.Meldungen find inzwischen eingelaufen. Wie üblich: Kein einziges militärisches Ziel getroffen. Wahl­los warfen die britischen Nachtpiraten ihre Bombenlasten ab, aus die Innenstadt, auf Wohngcgenden, auf Krankenhäuser und Altersheime. Hier und da hat es gebrannt. In weniger als kiner halben Stunde waren die Brände gelöscht. Mit ge­

wohnter Schnelligkeit haben die Organisationen des Luft­schutzes, der Polizei, der Partei eingegriffen und jeglichen Schaden bereits im Keime erstickt. Trotzdem: was in dieser Nacht geschah, ist so ungeheuerlich und frivol, daß man zu­nächst nur ungläubig den Kops schütteln kann. Das Bran­denburger Tor — Ziel eines Bombenangriffes der „Nohal Air Force"! Jener prachtvolle Langhansbau, der zu den schönsten Bekundungen des. deutschen klassizistischen Geistes ge­hört und der das Wahrzeichen Berlins geworden ist! Bom­ben auf die Gebäude am Pariser Platz — unmittelbar neben der amerikanischen Botschaft, — aus das Büro des General­bauinspektors für die Reichshauptstadt, Bomben auf die „Akademie der Künste", Bomben auf das Haus des ..Vereins der deutschen Ingenieure", Bomben auf das Walisische Neichs- tagsgebäude. Bomben in die Nähe der Siegessäule — Bom­ben auf Denkmäler, die im Bewußtsein des ganzen deutschen Volkes als Nationalheiligtümer jedermann Vorstellung und Begriff sind, Bomben aus Gebäude, in denen die Kunst und

(Fortsetzung aus Seite S)

MMlSrifche Ziele in Südengland angegriffen

Londoner Industrie- und ffofenanlagen wirksam bombardiert — 54 britische Maschinen abgeschossen

Berlin, 11. September.

Am Mittwochnachmittag griffen deutsche Kampfver­bände wiederum kriegswichtige Ziele in Südostengland an. In London wurden mehrere Industrie- und Hafen­anlagen wirksam mit Vomben belegt, im Port Victoria an der Thcmsemündung ein Erogtanklager in Brand ge­worfen. In dem Spitfire-Flugzeugwerk in South- ampton wurden mehrere Hallen beschädigt. Bei diesen Kampfhandlungen entwickelten sich verschiedene er­bitterte Luftkämpfe, in deren Verlauf 54 britische Flug­zeuge abgeschossen wurden. 18 deutsche Flugzeuge wer­den vermißt.

Englische Berichte bestätigen, daß am Mittwochnachmittag um und über London längs des Themsegebiets «in heftiger Lustkamps tobte. Mittags nahte den englischen Darstellungen zufolge, eine große deutsche Luftflotte Südostengland. Die Engländer entfalteten starkes Sperrfeuer, von dem, wie üblich gesagt wird, daß es das „stärkste bisher erzielte" gewesen sei. Die deutschen Luftstreitkräfte hätten, so wird behauptet, ver­geblich versucht, nach London durchzubrechen.

Es wird aber zugegeben, was dieser Darstellung wider­spricht, daß sie über Plätzen außerhalb Londons Bomben abwarfen. Tatsächlich suchten die deutschen Maschinen auch außerhalb der Stadt ihre befohlenen Ziele und haben sie ohne Zweifel auch gesunden, Welle auf Welle sei heran- geslutet.

weffrmachtsbericht vom 11. September

— Berlin, 11. September.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: «Der Feind warf in der vergangenen Nacht in Nord­

frankreich, Belgien und Norddeutfchland an verschiede­nen Stellen Bomben, die jedoch nur geringen Schaden anrichteten. Einigen feindlichen Flugzeugen gelang es, nach Berlin vorzustoßen und dort Vomben zu werfen. In Wohn- und Geschästsvierteln entstanden an zahl­reichen Stellen Brände. In der Innenstadt wurden zwei Krankenhäuser getroffen. Im Diplomatenviertel mußten einige Straßenziige wegen drohender Einsturz­gefahr vorübergehend geräumt werden. Eine Bombe siel auf das Reichstagsgebäude, eine andere auf die Akademie der Künste. Fünf Zivilpersonen wurden ge­tötet, mehrere verletzt. Das tatkräftige Eingreifen des Sicherheit- und Hilfsdienstes sowie der Selbstschutz der Berliner Bevölkerung verhinderten, daß die zahlreichen Brandbomben größeren Schaden anrichteten.

Kriegswichtige Anlagen in der Stadt und im Hafen von London blieben auch gestern das wichtigste Ziel der deutschen Vergeltungsangriffe. Zahlreiche neue Brände traten zu den bisherigen hinzu. Daneben wur­den noch andere kriegswichtige Ziele, insbesondere Hafeüanlagen, Flughäfen und Industrieanlagen im Süd- osten der britischen Insel mit Bomben belegt. Südlich der Hebriden versenktes ein Kampfflugzeug aus einem britischen Geleitzug ein Handelsschiff von 8ülw VRT.

Bei den Kampfhandlungen über England gingen drei eigene Flugzeuge verloren. Flakartillerie und Nacht­jäger schössen von den Verlin angreifenden Flugzeugen je eins, Marineartillerie an der Kanalküste weitere vier feindliche Flugzeuge ab."

Unbeschreibliche Verwüstungen in London

wiederum Vomben auf militärische Ziele - «Heftiger als in der Nacht zuvor"- Sie «limes" siebt schwarz

üre. Stockholm, 11. September.

Ideales Angrissswetter, so erklären die englischen Berichte, herrschte in der Nacht zum Mittwoch über London: Klarer

Mondschein und schwache Bewölkung. Mit diesen Wetterhin­weisen pflegt England meistens aus schwere Schäden durch deutsche Aktionen vorbereitet zu werden. Darauf deutet auch die Länge des Lustalarms i» der englischen Hauptstadt. Er dauerte 8»/, Stunden. Die Londoner mutzten die ganze Nacht in den Schutzräumen verbringen, die sie vorsichtshalber vor Anbruch der Dunkelheit ausgesucht hatten. Vorher wahr bereits am Tage während des ganzen Dienstags ein Alarm dem ande­ren gefolgt. 12.5 4Uhr, 15.01 Uhr, 15.23 Uhr, 16.58 Uhr. IU.14 Uhr heulten die Sirenen, meist für eine halbe oder eine Stunde, die aber jedesmal ausreichten, um das Leben in der Weltstadt zu stoppen und neue Schrecken zu verbreiten. Bomben wur­den tagsüber nicht geworfen. Nach den eigenen Angaben des englischen Lustsahrtministeriums handelte es sich vielmehr um das Auftauchen deutscher Spähslugzcuge, die im Sonnenschein über den Trümmerfeldern der letzten Nächte erschienen, um die Wirkung genau zu fotografieren und weitere Aktionen vor­zubereiten.

Die von der Londoner Bevölkerung seit Sonntag gehegte Befürchtung, die deutschen Lustangrisfe würden nicht mehr abbrechen, hat sich auf das rascheste-erfüllt. Immer düsterere Prophezeiungen machen die Runde. Der Militärkritiker der „Times" bezeichnet die deutschen Bergeltungsvorstöße als die Wiederholung der Taktik in Warschau. Was er in Londons Industrie-, Lager- und Tockvierteln sah, sclzeint ihn aufs tiesste erschüttert zu haben, denn er schr:ibt London sei das „Berdun des zweiten europäischen Krieges" geworden. Da die Gloriole des Berdun des Weltkrieges jedoch

von den deutschen Truppen bei ihrem Durchbruch durch die Maginot-Linie zerschlagen wurde, scheint dem „Times"-Mit- arbeiter ein böses Omen vorzuschweben. „Die entscheidenden Tage stehen bevor", so . orakelt er schließlich, um dann fort­zufahren: „vielleicht erleben wir sie schon in dep kommenden Wochen."

Der Londoner Berichterstatter der „Basler Nachrichten" schreibt: Die Verwüstungen im Londoner kostend und Hasen­viertel seien unbeschreiblich. Allein aus diesem Gebiet hätten am Montag 3300 Personen evakuiert werden müssen. Die deutschen Angrisse gegen London sind noch heftiger gewesen als an den Vortagen. Sie haben eine solch ungeheure Wir­kung gehabt, daß englische Militärsachverständige, wie der Be­richterstatter des „Svenska Dagbladet" meldet, nur zu dem Schluß kommen könnten, daß Deutschland eine neue „Geheim- wasse" anwende. Die Wirkung der deutschen Bomben, die sicherlich ein außerordentliches Gewicht hätten, sei „geradezu überwältigend". Auch dem englischen König wurden die unge­heuren Krater der Bombeneinschläge gezeigt, der übrigens auch am Mittwoch wieder mit der Königin während eines Lust­alarms in einem Luftschutzkeller Schutz suchen mußte. An einer Stelle ist nur noch ein großer Bombenkrater zu sehen, wo vor kurzem noch süns große Jndustriegebäude standen; an einer anderen Stelle haben drei weitere Fliegerbomben zwanzig kriegswichtige Gebäude völlig abrasiert. Ganze Stra- ßcnzüge sind verschwunden, Häuserblocks in Schutt und Asche gelegt; im Hafenviertel brennt es seit Sonnabend ununter­brochen. Immer wieder lösen neue Bombenabwürfe neue Brände aus. Auch in der City sind bereits große Gebäude zu rauchgeschwärzten Ruinen geworden; Geschäfts- und Büro­viertel sind niedergerissen oder stehen in Flammen. Aus dem Osten Londons macht sich beretts ein Flüchtlingsstrom aus.

um über die zahllos in den Straßen liegenden Autowracks, verbrannten Autobussen und elektrischen Wagen und über ungeheure Schutt- und Glashausen hinweg in anderen Gegen­den der Stadt eine neue Unterkunst zu finden.

„Stockholms Tidningen" bestätigt die Zerstörung des „Daily- Exprcß"-Gebäudes in der Fleetstreet, die Unterbrechung des Telegraphenverkehrs und berichtet ferner über den Versuch der Regierung, noch weitere Berichte über Schäden von Luft­angriffen zu verhindern. „Dagens Nyhcter" meldet, daß ein­gestürzte Häuser viele Straßen der Londoner City sperren, daß Einschränkungen im Eisenbahnverkehr, im Autobus- und besonders iin Straßenverkehr vorgenommen werden mußten. Entgegen den Beschwerden der Regierung Churchill, die es so hinstellen möchte, als ob die deutsche Luftwasfe die Metho­den der englischen Flieger übernommen hätten, betont das schwedische Blatt in großer Ueberschrist „Eisenbahnen und Verkehrszentren die Hauptziele der deutschen Bomber". Wei­tere schwedische Berichte erwähnen, daß die St.-Pauls-Kathe- drale trotz der Brände, die in der Nähe ausbrachen, voll­kommen unbeschädigt sei.

Der Lustsahrtmitarbeiter der „Stockholms Tidningen" stellt fest, aus dem Hereinströmen mächtiger Angrissswellen bei Tag und Nacht über London und Südostengland ergebe sich, daß die englische Luftverteidigung nicht mehr den gewaltigen Ansturm zu stoppen vermöge. „Die deutsche Uebermacht im Luftkrieg ist unbestreitbar." Der militärische Mitarbeiter von „Dagens Nhheter" erklärt am Mittwochmorgen, offenbar habe die deutsche Lustossensive noch nicht ihren Gipfel erreicht. Dagegen besitze anscheinend die englische Luftabwehr über London nicht mehr die gleiche Kraft wie in den ersten Tagen. Jedenfalls vermöge sie die deutschen Luststreitkräfte nichj an der Erreichung ihrer Ziele zu hindern.

(Siehe auch Seite 2)

S. M. Stockholm, 11. September.

Die englische Hauptstadt erlebte im Rahmen der Schlacht um London ihre vierte Schreckensnacht, im Zeichen eines ununterbrochenen Angriffs. Aber je hef­tiger die Briten die deutsche Faust an die Gurgel packt, um so mehr sucht die Regierung Churchill durch ver­zweifelte Eegenschläge unter Preisgabe der letzten mo­ralischen Hemmungen die drohende Niederlage aufzu­halten.

Statt der erhofften Terrorisierung und Demorali- sierung des deutschen Volkes versteift sie nur einen Siegeswillen und mit der Zunahme der Nachtangriffe gegen friedliche deutsche Städte beschwur sie das Straf­gericht gegen die eigene Hauptstadt herauf, das in den letzten Nächten über London tobt. Die englischen Zei­tungen und neutralen Meldungen aus Londoner Re­gierungskreisen verkündeten geheimnisvoll, England werde es rascher als Deutschland gelingen, ein Gegen­mittel gegen die feindlichen Nachtangriffe zu finden. Es folgen Anspielungen auf eine „geheime Waffe" die rasch zur Anwendung kommen werde. Systematisch soll das englische Volk durch dauernde Hinweise auf die Greuel, die man dem Gegner zufügen werde, in seiner Widerstandskraft hochgerissen werden. Churchills Me­thoden: Während er durch den Mundfunk Jazzmusik ins Volk pumpen läßt, sollen gleichzeitig die Zeitungen — wohlgemerkt unter heuchlerischer Zurückweisung jedes Repressaliengrundsatzes — Hoffnung auf noch schlimmere Schrecknisse machen, die England dem Feind zufügen werde. Der „Evening Standard", das Blatt des Lüft- fahrtministers Lord Beaverbrook verkündet am Diens­tagabend die technische Entwicklung des englischen „Ver- teidigungs"wesens, über die man natürlich nicht öffent­lich sprechen könne, werde die Verluste des Feindes be­deutend erhöhen. Neutrale Berichte aus London, die Mittwochmorgen in schwedischen Zeitungen erschienen, sagen ausdrücklich, man „tröste" sich in London damit, was den Leuten in Deutschland durch die Aktionen der englischen Flieger widerfährt, und im Londoner Rund­funk vom Mittwochmorgen verkündete ein Reporter, „als die Leute hörten, daß auch Verlin mit Bomben belegt worden ist. nahmen sie alles viel leichter." Chur­chill hat die neue Verbrechensaktion gegen Baudenk­mäler und Wohnviertel der Reichshauptstadt als Ent­lastungsversuch für sich selbst, als Erpressungsversuch gegen Deutschland gestartet.

Um was für geheime Waffen es sich handelt, ist schon vor Tagen in englischen Berichten angedeutet durch mo­notone Prahlereien über angebliche riesige Wald­brände, die in Deutschland angerichtet worden seien durch Abwerfung von enormen Massen von Brand­bomben und Brandplättchen. Am Mittwochmorgen rühmt sich das englische Luftfahrtministerium erneut, große Strecken des Schwarzwaldes, des Thüringer Waides, des Harzes und der Wälder um Verlin einge­äschert zu haben. Nicht weniger als 150 Aktionen in Deutschland und in Italien seien in der letzten.Woche von englischer Seite vorgenommen worden, — alles nach dem englischen Rezept: Brand- und Sprengbomben auf die Wohnviertel der Städte, Brandplättchen auf Dörfer, Wälder und Aecker.

Und dann wundert sich England, wenn Deutschland seinerseits zu verschärften Maßnahmen gegen London übergegangen ist. „Englands Verteidigung ist ebenso methodisch wie erfolgreich" ließ die Regierung Churchill am Mittwoch verkünden im Anschluß an über­triebene Berichte über den Nachtangriff auf Berlin, der das Herz der Reichshauptstadt getroffen und große Schäden angerichtet habe. Die triumphierende Art. wie die Flieger verkünden, sie hätten das Brandenburger Tor und die Akademie der Künste getroffen und viele Brände darunter auch im Reichstag'entfesselt, zeigt am besten, was die Engländer unter „militärischen Ob­jekten" verstehen und daß es ihnen nur darauf ankam, Kunstschätze, Ehrenmäler, Geschäftshäuser und Wohn­viertel zu zerstören.

Die deutschen Hinweise auf die Verbrechen Churchills durch Massenanwendung von Brandplättchen haben in

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Einen feigen Angriff gegen Nationaldenkmäler und Wohnviertel Berlins richtete die englische Luftwaffe in der Nacht zum Mittwoch.

Das Hauptziel der deutschen Vergeltungsangrisse waren auch am Dienstag kriegswichtige Anlagen in Stadt und Hafen von London.

Der Feind verlor am gestrigen Tage wiederum 54 Flug­zeuge.

Neutralen Augenzeugen zufolge haben die deutschen Bom­benabwürfe in London bereits zu unbeschreiblichen Ver­wüstungen geführt.

Dr. Goebbels empfing tschechische Kulturschaffende.

Die „BZ." zeigt die Schäden der feindlichen Flieger­angriffe in der Nacht zum Dienstag im Bilde.

Für den Gau Weser-Ems wurde eine „Rcichsstelle gegen die Alkohol- und Tabakgesahren" mit dem Sitz in Bre­men gebildet.