Ausgabe 
(26.6.1941) Nr. 175
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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkünüungsblalt des Neichsstattlialters in Oldenburg und Lremen

Nr. 1?S / 11. Jahrgang

Vonnerstag, 26. Juni 1941

kirneipreis 15 Npf.

fluch Nooseoelt flrm in Urm mit Stalin

PlutokraNsche weltausbeuter versprechen den bolschewistlschen feinden des Privat­eigentums und der menschlichen frechelt «jede mögliche Hilfe"

Berlin, 28. Juni. Nach Churchills Bekenntnis eng­sten Komplicentums mit den bolschewistische» Verrätern hat nunmehr auch der USA.-Präsident Nooseoelt das Wort genommen «nd in der Washingtoner Pressekonfe» sereaz mitgeteilt, dah die USA. Moskaualle nur mög­liche Hilfe" leisten werden.

Es ist nicht uninteressant, die Ausführungen der bei­den demokratischen Größen einander gegenüberzu­stellen. Laut Reuter sagte Churchill:Wir werden Sowjet-Rußland und dem sowjetrussischen Volk jede nur mögliche Hilfe geben. Wir werden einen Appell an alle unsere Freunde und Alliierten in allen Teilen der Welt richten, um das gleiche zu tun." Nooseoelt führte aus, daß die USA. Rußland alle nur mögliche Hilfe leisten würden, daß aber noch nicht festgestellt werden könne, welche Form diese Hilfe annehmen werde:Man kann unmöglich sagen, was die USA. tun werden, bevor man weiß. was Rußland benötige. Eine Liste über den Bedarf der Sowjets liege bisher nicht vor. Die einzigen Sachen, die augenblicklich für eine Lieferung zur Verfügung stünden, seien solche Dinge, wie Socken oder Schuhe. Es werde lange Zeit in An­spruch nehmen, Bestellungen auf Flugzeuge auszuführen. Die Beantwortung der Frage, ob die Bolschewiken zu der Gruppe von Nationen gehörten, denen man im Rahmen des Pacht- und Leihgesetzes helfen könne, lehnte Nooseoelt ab. Er weigerte sich auch zu erklären, ob Moskau für Rüstungskäufe bar bezahlen müßte oder die Bedingungen des Pacht- und Leihgesetzes erhalten würde.

Bemerkenswerter noch als die theoretischen Hilssver- sprechen Roosevelts und Churchills an die Bolschewisten Abst ist der Geist, dem sie entsprangen. Geben doch die Vorkämpfer der sogenannten freien Weltwirtschaft da­mit all das preis, was immer und immer wieder mit so großem Stolz zur Begründung des Krieges gegen Deutschland in die Welt hinausgeschrien wurde. Die freien Weltwirtschaftler" Arm in Arm mit den Ver­nichten, des Privateigentums, jeder privaten Initiative und jeden freien Handels. Und die sonstigen sogenann­ten Kriegsziele? Wie wurde doch die Trommel gerührt für dieRettung und Wiederherstellung der Demokra-, tien in der Welt", für dieWiederherstellung der menschlichen Freiheiten".

VorslLndnisoolle 6al»unv Schwedens

Stockholm, 25. Juni. Das schwedische Autzenministeriuin hat am Mittwoch salzendes Kommunique ausgegeben:In der Lage, die durch den jetzt zwischen Deutschland »nd der Sowjetunion ausgebrochenen Krieg entstanden ist, wir- Schwe­den weiterhin unerschütterlich seine Bestrebungen Verfolges seine Selbständigkeit und seine Unabhängigkeit zu wahren und sich außerhalb kriegerischer Konslikte zu halten. Die neue Lage hat uns jedoch vor gewisse besondere Fragen gestellt. So ist sowohl von finnischer als auch von deutscher Seite das Ansuchen gestellt warben, zu gestatten, daß aus schwe­dischen Eisenbahnen Truppen, die aus die Stärke einer Division begrenzt sind, von Norwegen nach Finnland über­geführt werden. Mit Zustimmung des Reichstages hat die Regierung diesem Ersuchen stattgegeben. Die Ueberführung der Truppen wird in Formen geschehen, die die schwedische Souveränität sicherstellen."

VSnemark ziel,» Sesandken in Moskau ,urLck

Kopenhagen, 25. Juni. Amtlich wird mitgeteilt: Unter den gegebenen Verhältnissen hat die dänische Re­gierung es fiir richtig gehalten, den Gesandten in Moskau und das dänische Gesandtschaftspersonal zurück,urulen. Di- Geiandtschast ist daher bealistragt worden, nach Dänemark zurückzukehren/

Siisling des spanischen Ministerrateo

Madrid. 25. Juni. Die-spanische Regierung hat sich in einer zweitägigen Ministerratssitzunn eingehend mit der durch den deutsch-svwjetrussischen Krieg allgemein und für Spanien im besonderen entstandenen internationalen Lage beschäftigt und folgendes Kommuniqus herausgegeben:Der Außenmini­ster erstattete im Ministcrrat Bericht über die Mitteilung der deutschen Regierung an die spanische Regierung welche schwe­ren und wichtigen Gründe der Entscheidung des Deutschen Reiches zugrunde liegen. Mit Gründlichkeit wurde die neue Phase, welche die gegenwärtige Situation des europäischen Krieges darstellt, von der spanischen Staatsführung erörtert.

Hier war «s vor allem Herr Noosevelt, der die Trom­mel am wildste» schlug. Am 3. Januar d. I. umriß er die natürlichen menschlichen Freiheiten in einer Bot­schaft wie folgt:Freiheit des Wortes «nd der Mei­nungsäußerung. Freiheit und das Recht, Gott nach sei­ner eigenen Fassung anzubeten, Befreiung von der Sorge, vsn der Not und Befreiung von Angst und Furcht." Und er fügte diesen große» Worten noch hinzu: Die Vereinigten Staaten haben ihr Schicksal den Her­zen und dem Geist von Millionen Frauen und Männern anvertraut, um die zu unterstützen, die für die Verteidi­

gung und die Ausrechterhaltung dieserIdealist kämpfen. Das sagte am 3. Jannar derselbe Herr Nooseoelt, der nunmehr ebenso wie Churchill den Bolschewisten ein regelrechte»Hilfsversprechen" übermittelt. Churchill und Roofevelt tun sich zusammen mit den Unterdrückern jeder Meinungsfreiheit, mit den Bannerträgern der Massenverelendung, mit den Aggressoren, die drei klein« Staate» vernichteten und zwei andere üdersielen, wobei noch daran erinnert sei, daß weder England noch die USA. jene Gewaltaktionen der Bolschewisten anerkannt haben.

örofle krfolge im Osten;u erwarten

Luftangriffe auf die ftasenanlagen Liverpools und gegen britische slugplSfte

Aus dem Fiihrerhauptquartier, 25. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Im Osten nehme» die Kämpfe des Heeres, der Luftwaffe und der Kriegsmarine gegen die Sowjet-Wehrmacht einen jo günstigen Verlauf, daß große Erfolge zu erwar­ten sind. Im Seegebiet um England vernichteten Kampf­flugzeuge aus gesicherten Eeleitzügen vor der britischen Ostkiiste zwei Frachter mit zusammen 11 Oliv BRT. und erzielten Bombentreffer schweren Kalibers aus zwei wei­teren großen Handelsschiffen. In der letzten Nacht bom­bardierte die Luftwaffe mit gutem Erfolg kriegswich­tige Anlagen im Hasengeviet von Liverpool. Bomben- volltreffer in Dockanlagen, Bersorgungsbetrieben und Lagerhäusern riefen große Brände hervor. Weitere Luft­angriffe richteten sich gegen Hasenanlagen an der Tyne- und Tees-Mündung sowie gegen Flugplätze in Siidostengland. Ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge belegte in der Nacht zum 25. Juni den britischen Flottenstützpunkt Haifa mit Bomben aller Kaliber. Bei einem Angriff britischer Kampfflugzeuge unter starkem Jagdschutz auf das besetzte Gebiet wurden in den gestrigen Abendstunden 13 britische Flugzeuge in Lustkämpfen und zwei durch Flakartillerie abgeschossen. Britische Flugzeuge warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben in West- und Nordwestdeutschland. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten. Wehrwirtschaftlicher oder militärischer Schaden entstand nicht. Nachtjäger und Marineartille­rie schössen drei britische Flugzeuge ab. Einzelne Sowjet- slngzeuge bombardierten Wohnviertel der Städte Me» mel und Königsberg. Die Angriffe forderten To­desopfer vorwiegend unter Kriegsgefangenen. Mehrere Gebäude wurden zerstört oder beschädigt."

Die erfolgreichen Angriffe der deutschen Luftwaffe aus britische Hasen- und Dockanlagen wurden in der Nacht zum 25. Juni erfolgreich fortgesetzt, Bombenvoll- treffer setzten Docks, Lagerhäuser und Versorgungs­betriebe von Liverpool in Brand. Auch an der Tyne- und Tees-MLndung erzielten gutliebende Bombentreffer große Zerstörungen. Der amerikanische Landwirtschafts­sekretär gab vor kurzem Informationen über die Wir­kungen der deutschen Angriffe heraus, nach denen Eng­land gezwungen ist, seine gesamte Einfuhr in etwa sechs Häfen an der Westküste zu konzentrieren.

Ankara, 25. Juni. Der deutsche Luftangriff auf Alexandria in der Nacht zum 23. Juni hat in dem bri­tischen Flottenstützpunkt beträchtliche Zerstörungen an­gerichtet. Im Hafengebiet entstand eine Reihe starker Brände, die erst nach vielen Stunden eingedämmt «er­den konnten. Der Hauptbahnhof und die zahlreichen Gleisanlagen, auf denen sich ein wesentlicher Teil des Nachschubs vollzieht, wurden durch die Sprengwirkung schwerer Bomben gleichfalls erheblich beschädigt.

(Siehe auch Seite 2)

26 englische siusreuge abgeschoffen

Berlin, 25. Junk. Nach dem Oberkommando der Wehr­macht vorliegenden Nachrichten wurden britisch« Einslugsver­such« zur Kanalküste in den Rachmittagsstunden des Mittwoch abermals unter schweren Verlusten sür den Gegner abge­schlagen. In heftigen Lustkämpfen verlor der Feind 21 Jagd» fing,enge des Musters SPitfire. Flakartillerie schoß eine wei­tere Spitsir, und vier Kampfflugzeuge des Musters Bristol- Blenheim ab. Diesen 28 Abschüssen stehen nur drei eigene Verluste gegenüber. Demnach sind in den letzten 24 Stunden an der Kanalkllste 41 britische Flugzeug« vernichtet worden.

Me flrlillerie macht es!

Unvergleichliche Marschleistungen der Infanterie yuerseldein nach listen

Von Krisgsboricktor Helmut Hurt cd . . ., 25. Juni. (k>ir.) Schatten heben sich aus dem Moos. Lautlos folgen drei, vier. Ein Spähtrupp bildet sich, der die Straße nach dem Forsthaus auf der Höhe T. erkunden soll. Der sandige Weg verschluckt jedes Geräusch. Gebückt, nach den Flanken sichernd, gehen die Jäger vor. Die Stille lastet auf uns, sie -spannt unsere Nerven an. Aus der Mor­gendämmerung schälen sich die Umrisse eines Hauses, einer polnischen Kate nicht unähnlich. Das erste Ziel, das Forst­haus aus Höhe L.. ist erreicht.

Als wir ansetzen, den freien Platz zu überqueren, peitschen uns die ersten MG -Garben entgegen. Das hämmernde Tacken eines Maschinengewehrs antwortet unser gutgeziclten Feuer­stößen. Langsam arbeitet sich der Stoßtrupp vor; aber je wei­ter wir springend und kriechend den Platz gewinnen, desto heftiger und genauer wird das gegnerische Feuer. Ein Gebirgsgeschütz heran! Wir verfolgen die ruhigen, be­sonnenen Handgriffe der Bedienung Dann deutet der Richt­kanonier auf uns. Wir liegen in der Schußrichtung. Weg im ununterbrochenen Geschoßhagel. Schon sprechen die Gc- birgsgeschütze, die Schüsse liegen haargenau. In wenigen Scmnden steht das Haus in Flammen, aber das MG. knat­tert weiter, unerbittlich. Nun wissen es alle; das da vorne ist kein harmloses Forsthaus Ein Umgeh nngsmanöber gelingt, die Weiße Leucht- spur zeigt uns an, daß hinter dem Hause unsere Truppen Ueaen. Flammenwerfer stehen bereit In kurzen Sprüngen arbeiten sie sich vor. dann hört man nur das dumpfe Zischen der lodernden Flammen. Die plötzlich eintretende Stille läßt alle aufatmen. Erledigt! Da und dort heben sich Köpfe hinter

den Daumstrünken und Bodenwellen hervor, spähen vorsichtig zu den brennenden Trümmern; aber schon hämmert die nächste Garbe heran. Das Hans brennt an allen Enden, aber der Gegner schießt, verschießt seinen letzten Gurt! Die Gebirgsjäger, die in Polen, Frankreich und Serbien den Feind in pausenlosen Märschen vor sich herge­sagt haben, machen jedoch bei einem befestigten Forsthaus nicht halt. Nun ist die Stellung von, uns eingekreist. Immer wieder krepieren die kurzen Stielhandgranaten und hemmen unser Vordringen. Aus den Scharten blitzen Ma­schinenpistolen, speien Tod und Verderben; wir haben uns auf dem Platz iestgekrallt. Immer wieder springen Wage­mutige vor, werfen geballte Ladungen in die Gräben und huschen wieder davon. Dann kommt uns die Artillerie zu Hilfe. Die ersten Granaten heulen gegen die schwarz- gebrannten Ruinen, reißen die letzten Schlupfwinkel ausein­ander und bahnen unseren MG.-Schützen den Weg. Kein Russe entkommt lebend dieser Hölle. Der Weg nach S. ist frei.

*

Die e r ste n K ä m p f e im hellen Morgen waren maßlos heftig. Einzelne Schützen, Kalmücken, Kirgisen, kleine hart- wangige Asiaten, ließen sich über ihren MGs und Gewehren zusammenschießen, ohne an Ergebung zu denken! Auch sowjetrussische Betonbunker, etliche Kilometer von der Grenze abgesetzt, konnten den Vorstoß nicht aufhalten. Dichte Kolonnen schoben sich querfeldein nach Osten. Wege zu suchen, hatte keinen Sinn; denn die vorhandenen Straßen waren so schreibt Kriegsberichter Dr. I. «Fischer, zermahlen« Staub- rinnen. Ueber die Felder bqhntcn sich so die Kompanien, (Fortsetzung aus Seite S)

ks soll der König mit den Sowjets gelten

lripps auf kilcheners Spuren London stammelt kntschuldigungen gegenüber Moskau

ün-. Stockholm. 25. Juni. (BZ.-Eigenbericht.) Aus Churchills Geheiß haben mehrere der in England hospitierende» Emigranten-Regierungen" nicht mehr existierender Länder ebenfalls ihre Stimme für das Bündnis mit den Sowjets erschallen lassen. Könige ohne Reich und Exprästdenten ohne Land haben Bot­schaften herausgegeben, in denen sieihren Völkern" die Verpflichtung auferlegen, mit England undSeite an Seite mit dem russischen Volk zu kämpfen". Churchill ist damit zweifellos ein groteskes Kunststück geglückt: Seine ParoleEs soll der König mit dem Bolsche­wisten gehen" wird in der Welt sicher einiges Aufsehen vnd viel Kopffchiitteln erregen.

Inzwischen hat es jedoch bereits den ersten Krach zwischen den neuen Bundesgenossen gegeben. Die Lon­doner Sowjetbotschaft hat ihr Befremden geäußert über die mehr als skeptischen, ja pesstmistlichen Urteile. d,e in der englischen Presse hinsichtlich der Widerstands- sähiqkeit der Sowjets zum Vorschein gekommen sind Sie ist. wie die schwedischen Meldungen besagenstark irritiert" über diese Urteile. DieTimes" erklären dem­gegenüber, man könne die sowietrussischen Streitkrafte

und Möglichkeiten nur ganz nüchtern und realistisch einschätzen.

Die Abreise der englischen militärischen und wirt­schaftlichen Delegationen nach der Sowjetunion soll, wie Reuter mitteilt, aufs äußerste beschleunigt werden. Die dazu nötigen Maßnahmen würden schnell abgeschlossen sein. Auch Botschafter Sir Siasjord Cripps, der inzwi­schen weitere Beratungen mit den englischen Staats­männern gehabt hat, hofftbinnen weniger Tage" nach der Sowjetunion zurückkehren zu können, und zwar an der Spitze einer großen Delegation von militärischen, wirtschaftlichen und technischen Spezialisten. Dabei drängt sich eine Parallele zwischen dem neuen Auftrag für Eripps und der Mission Kitcheners auf, der im Weltkriege den wankenden Bundesgenosten ermutigen und stützen sollte. Sie wird sich anscheinend sogar auf den Reiseweg erstrecken. Da der Luftweg via Stockholm nicht mehr als sicher genug gilt, wird bereits angekün­digt. daß Cripps eine andere Reiseroute wählen werde. Er und die Hilfsmissionen wollen versuchen, aus dem Wasserwege über Murmansk nach Moskau zu gelangen.

Die Flottenzusammenarbeit zwischen England ünd Sowjetrußland soll Archanqelsk und Murmansk als Hauptstützpunkte benutzen. Auf dem Gebiet« des Luft­

krieges haben die Sowjets den Wunsch nach Zusammen­wirken bei einer Bombardierung der rumänischen Oel- felder geäußert. Aber. wie in der englischen Presse resig­niert festgestellt wird. ist es den Briten nach dem Verlust Kretas nicht mehr möglich, dieses Gebiet von den heute noch verfügbaren Stützpunkten aus zu erreichen. Ebenso werden aus London Entschuldigungen dafür laut, daß Bombardements innerdeutscher Städte wie Berlin gegenwärtig nicht möglich seien, da die kurzen Nächte die Ueberwindung einer solchen Distanz für die eng­lischen Bomber unmöglich machten. Als Trost pnd Ab­schlagszahlung werden die englischen Angriffe gegen französisches Gebiet hingestellt, die jedoch in Wirklichkeit weniger eine Entlastung für die Sowjets darstellen als eine Befriedigung der englischen Rachegelüste aus Grund des französischen Widerstandes in Syrien.

Botschafter Cripps ist auf Grund derVerdienste", die er sich um das englisch-sowjetische Zusammenspiel er­worben hat, vom englischen König durch Aufnahme in den Geheimen Staatsrat geehrt worden eine Tat­sache, die wiederum unterstreicht, daß eine enge, von England herbeigeführte und von Rußland in aller Heimlichkeit gefördert« Zusammenarbeit bestand,

Dir EPU.-Methoden gegen deutsche Umsiedler 3SV. Bremen, 25. Juni.

Unter den durch das Auswärtige Amt der Ocffentlich- keit Lbergebenen Dokumenten, worin das verräte­rische Verhalten der Sowjetregierung gegen Deutsch­land auf militärischem, wirtschaftlichem, weltanschau­lichem und endlich auch auf dem Gebiet der sowjetrussi- schen Spionage der Welt vor Augen geführt wird, er­scheinen uns u. a. auch die Dokumente besonders wich­tig, die von der Erpressung Volksdeutscher Umsiedler durch die GPU. berichten.

Wenn wir heute umstehend das Dokument IV der Berichte des Reichsministers des Innern (die diesem durch den Chef der Sicherheitspolizei und des SD. vor­gelegt wurden), veröffentlichen, so wollen wir dies nicht tun, ohne einige besonders krasse Fälle der sowjetrussi­schen Spionagcmethoden einer besonderen Betrachtung zu unterziehen.

Wir finden in diesen Dokumenten unter B. das Zeug­nis einer Frau Maria Bau mann aus Czerno- witz, die durch Zcugeneid erhärtete, daß sie, obwohl Mutter -von fünf unversorgten Kindern und Witwe, von der GPU. unter Drohungen und Versprechungen zur Spionagetätigkeit in Prag bestimmt worden war, und man kann sich denken, unter welch furchtbarem Ge­wissenszwang die Frau stand, bis sie den richtigen Weg fand, um sich von der seelischen Vergewaltigung durch Sie GPU. freizumachen. Wie den Bessarabiendeutschen ging es auch den Deutschen des Baltenlandes. Vorgeladen von der GPU., stundenlang verhört, ver­ängstigt, bedroht, vor der Tatsache stehend, von der Um­siedlung ausgeschlossen, ja sogar durch die GPU. beseitigt zu werden im Falle, daß sie dem Ansinnen der GPU. sich nicht gefügig zeigten, zitternd vor Furcht, weil die GPU. die zurückbleibenden Angehörigen als Geiseln be­handeln wollte, wenn man das EPU.-Ansinnen nicht erfüllte, wurden Männer und Frauen aufs schamloseste zu Verpflichtungen gepreßt, die den Verrat an Deutsch­land zum Ziele hatten.

Der Führer hat in seiner Proklamation darauf hin­gewiesen, daß 160 Reichsdeutsche und viele Tausend von Volksdeutschen, die bei 'der Umsiedlung hätten nach Deutschland gelangen müssen, einfach verschwunden sind. Wenn man nur eines dieser Dokumente unter Ziffer IV von den vielen gelesen hat, bekommt man einen Be­griff von der sowjetrussischen Spionage und deren Me­thoden gegen Volksdeutsche Umsiedler und braucht dann weiter nicht mehr die Frage zu stellen, ob jene ver­schwundenen Volksdeutschen und Reichsdeutschen noch am Leben sind.

Wie es dem Bäckermeister Wietold aus Mariam- pol im Litauischen erging, der, nur weil er Ange­höriger des dortigen Kulturbundes gewesen war, fälsch­licherweise wegen Spionage von der GPU. angeklagt war und, um sich Straffreiheit zu sichern, sich bereit­erklärte, unter der Maske eines Volksdeutschen Flücht­lings nach Berlin umzusiedeln und nach bestimmten Weisungen für Rußland zu arbeiten (während Frau und Kind als Geiseln in den Händen der GPU. blieben), ist es wohl vielen Hunderten oder Tausenden ergangen, wobei es nicht jedem glückte, mit Hilfe der deutschen Sicherheitspolizei die schändlichen Pläne der GPU. zu- schanden zu machen. Im Gegenteil haben viele ihre anständige Haltung Deutschland gegenüber durch den Ver­lust ihrer zurückgebliebenen Angehörigen entgelten müssen. Man muß sich in die Lage von Menschen deutschen Blutes versetzen, die durch die Ungunst einer augen­blicklichen geschichtlichen Entwicklung gezwungen waren, ihre bisherigen Wohnsitze zu verlassen und Bindungen aufzugeben, die nicht zuletzt auch zurückbleibende teure Verwandte betrafen. Man muß sich einfühlen in das Empfinden solcher Umsiedler, die, als sie, die Brücken hinter sich abgebrochen, zu neuen Ufern strebend, den Platz ihrer bisherigen Lebensform verließen, als ein­zigen Halt nur die Anhänglichkeit an das deutsche Mutterland und dieHoffnung auf neue Entfaltungs­möglichkeiten ihrer zukunfts- und daseinsbesahenäen Kräfte im großen Deutschen Reiche hatten. Und dann muß man sich vorstellen, was in den Gemütern dieser Menschen vorgehen mußte, wenn sie unter den raffinier­ten Erpressermethodcn der GPU. gezwungen werden sollten, als Spione und Verräter sich in der neuen Heimat zu betätigen, in das deutsche Mutterland zu ziehen, nicht, um, wie sie wollten, als gute Deutsche, darin glücklich zu werden, sondern im Dienste der GPU. der Ehrlichkeit und der Redlichkeit sich zu begeben, um die neue Heimat zu verraten.

Mit Vorbedacht zieltenlle Aufträge, die solche zur Spionage in Deutschland und gegen Deutschland erpreß­ten Umsiedler erbielten. darauf hin, Sabotageakte zu ermöglichen oder durchzuführen, geheimes militärisches Material zu erhalten. Schwarzsender einzurichten und was alles sonst noch der kriegsmäßigen Vorbereitung Sowjetrußlands gegen Deutschland dienen konnte, den Sowjetmachthabern zu beschaffen. Daß sowjetrussische diplomatische Vertretungen sich als Zentren der wirt­schaftlichen, politischen und militärischen Spionage be- tätigten, nur nebenbei.

Wenn das Dokument IV mit dem Hinweis schließt, daß die Serie von Beispielen beliebig fortgesetzt werden könne, weil ja der russische Nachrichtendienst m allen lhm wichtig erscheinenden deutschen Städten in gleicher Weise gearbeitet habe, so ist damit auch aleichzeit'ia dar- getan, wie heimtückisch und niederträchtig die Sowjet- reglerung in der Zeit, da sie den Freundschaftsvakt mit Deutschland abgeschlossen hatte, gegen ihren Vertrags­partner handelte.

war?/» Girant sind «an, große deutsche Erfolge zu er-

deutsche Luftwaffe bombardiert- die Hascnanlagcn von Lrdcrpool sowie britische Flugplätze. "

Nach Churchill bekannte auch Noosevelt durch ein Hills- angebot an Moskau seine Liebe zu den Bolschewisten.

Ueber die sowjetrussische «pionage gegen dos Reich wer­den dokumentarische Einzelheiten enthüllt.

Auf der Betriebsversammlung eines Bremer Betriebes sprach «reisleitcr Blanle.

Vermöge der Vcrbundwirtschast konnten die deutschen Kraftwerke voll ausgelastet werden.