Ausgabe 
(16.6.1941) Nr. 165
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Meiner ZeUuna

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zreien liansestadt vremcn

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der Nationalsozialisten Vremens

flmiliches verkündungsblatt des Neichsstattiialkers in Oldenburg und vremen

Nr. 165 / 11. Zakrgang

Montag, 16. Zum 1^41

kinzelpreis 15 Nps.

KrvaliensveilrittMnVrei^^

kine wettere klappe des europäischen Neuaufbaus in Venedig oo»;ogen

Venedig, 15. Juni.

In dem historischen Dogenpalast von Venedig fand am Sonntagmittag 12 Uhr die Unterzeichnung des Proto­kolls über den Beitritt Kroatiens zum Dreimächtepakt statt. Der feierliche Unterzeichnungspakt vollzog sich in dem historischen, prunkhaften Senatorensaal.

Venedig bot ein Bild von einzigartiger Schönheit. Die ganze Stadt prangte im Festschmuck von Tausenden von Fahnen Deutschlands, Italiens, Japans und Kroa­tiens sowie der übrigen, dem Dreimächtepakt beigetre- tenen Mächte. So erlebte heute die ewige Lagunenstadt diese neue Etappe auf dem Wege des von den Achsen­mächten geführten europäischen Neuaufbaues.

In dem historischen Senatorensaal nahmen auf der Tribüne in der Mitte Graf Ciano, rechts neben ihm Dr. Pavelitsch, dxr Marschall von Kroatien, Kva - ternik, und der kroatische Außenminister Lorko- witsch, links neben dem Gastgeber Graf Ciano Reichsautzenminister von Ribbentrop, der japa­nische Botschafter Horikiri, sowie die Gesandten Un­garns, Bulgariens, Rumäniens und der Slowakei Platz.

Graf Ciano begrüßte in einer kurzen, herzlichen An­sprache die Vertreter der Mächte, worauf das Protokoll über den Beitritt Kroatiens zum Dreimächtepakt ver­lesen wurde.

Vor Wortlaut des Protokolls

„Die Regierung von Deutschland, Italien und Japan einerseits und die Regierung von Kroatien andererseits stellen durch ihre unterzeichneten Bevollmächtigten fol­gendes fest:

Artikel 1

Kroatien tritt dem am 27. September 1840 in Berlin unterzeichneten Dreimächtepakt zwischen Deutschland, Italien und Japan bei.

Artikel 2

Sofern die im Artikel 4 des Dreimächtepaktes vor­gesehenen gemeinsamen technischen Kommissionen Fra­gen behandeln, die die Interessen Kroatiaens berühren, werden zu den Beratungen der Kommissionen auch Ver­treter Kroatiens hinzugezogen werden.

Artikel 3

Der Wortlaut des Dreimächtepaktes ist diesem Proto­koll als Anlage beigefügt. Das vorliegende Protokoll ist in deutscher, italienischer, japanischer und kroatischer Sprache abgefaßt, wobei jeder Text als Urschrift gilt. Es tritt mit dem Tage der Unterzeichnung in Kraft."

Nach der feierlichen Unterzeichnung des Protokolls über den Beitritt Kroatiens zum Dreimächtepakt führte der Königlich-Italienische Außenminister Graf Ciano in seiner Ansprache u. a. folgendes aus: „2m Anblick der feierlichen Unterzeichnung des Vertrages, mit dem Kroatien seinen Beitritt zum Dreimächteabkommen er­klärt, entbiete ich im Namen der Bevollmächtigten des Reiches und Japans sowie der Vertreter von Ungarn,

Rumänien, der Slowakei und Bulgarien meinen herz­lichen Gruß Ihnen, Poglavnik, und der kroatischen Na­tion, die sich auf den Grundlagen des Dreimächteabkom- mens spontan und frei gebildet hat. Wir haben die Un­abhängigkeit Kroatiens als einen Akt der Gerechtigkeit begrüßt, als einen jener vielen Akte der Gerechtigkeit, durch die die Fehler und die Schuld des Versailler Systems wieder gutgemacht und dank dem eisernen Willen des Führers und des Duce die Wege zur Durch­setzung der Lebensrechte der Nationen geöffnet wurden, die wir von einer neuen Ordnung zur Förderung des Wohlstandes, der Stabilität und der Sicherheit der Völ­ker geschützt sehen wollen. Der Krieg, den das national­sozialistische Deutschland und das faschistische Italien zu Lande, zur See und in der Luft gegen England führen, hat diese Voraussetzung und dieses Ziel, während wir gleichzeitig bereits mit der spontanen Zusammenarbeit der befreundeten Völker die Fundamente für den zu­künftigen Frieden legen."

Der kroatische Staatsführer Dr. Ante Pavelitsch gab am Schluß des feierlichen Staatsaktes in Venedig namens der kroatischen Regierung u. a. folgende Er­klärung ab: „Im Namen des unabhängigen Staates Kroatiens danke ich Ihnen für den Gruß, den Sie im Namen Italiens, der Vertreter des Reiches und Japans, sowie der anderen dem Dreimächtepakt angeschlossenen Staaten Ungarn, Rumänien, der Slowakei und Bul­gariens an mich gerichtet haben. Wir sind stolz, in dieser Vereinigung von Mächten mitzuwirken, nachdem der unabhängige Staat Kroatien bereits durch die Tat

seiner Auferstehung sich bewußt an die Seite jener Staaten gestellt hat, die die alten demokratisch-parla­mentarischen Systeme verwerfen und mit umfassenden Gerechtigkeitsgefühl ihre hohen politischen Aufgaben er­füllen. Ich hin dem .Duce des faschistischen imperialen Italien, dem Führer des Eroßdeutschen Reiches und dem Präsidenten der Regierung des Reiches der aufgehenden Sonne dankbar, daß sie mir ermöglicht haben, als Re­präsentant Kroatiens erneut den Willen meines Volkes zum Leben und zur Mitarbeit an dem internationalen Schaffen der Achsenmächte und der befreundeten und ver­bündeten Staaten kundzugeben.":

Nach dem Abschluß des feierlichen Aktes beglück­wünschten Ciano und von Ribbentrop Dr. Pavelitsch zu dem Beitritt Kroatiens zum Dreimächtepakt. Damit war der feierliche Veitritt Kroatiens zu dem neuen Ord­nungsblock offiziell vollzogen.

In den Mittagsstunden lud Außenminister Graf Ciano die Vertreter der Mächte zu einem Frühstück. Im Laufe des Abends gah der frühere Finanzminister Senator Graf Vvlpi den Mächten ein offizielles Essen.

Vor wenigen Wochen wurde in Wien im Schloß Belvcdere der Beitritt Jugoslawiens zum Dreimächtepakt unterzeichnet. Obwohl es schon damals klar war. daß der Versailler Staat von Jugoslawien durch die englisch-amerikanischen Jntrigen dem Abgrund nahe war, hatte der Führer dennoch den Ver­such unternommen, in diesem Rahmen auf sriedliche Werfe Ordnung zu schassen. Der Militärputsch von Belgrad hat gezeigt, daß der Wille von London und Washington nicht aus (Fortsetzung auf Seite 2)

weitere 50000 VM. erledigt

Neue erfolge unserer Kampfflugieuge unk U-Voote in der Schlacht im flttontik

Berlin, 15. Juni. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt: Deutsche Kampfslugzeuge stellten in den heutigen Morgenstunden im Atlantischen Ozean westlich Gibraltar einen stark gesicherten Geleitzug be­waffneter feindlicher Handelsschiffe. Der Eeleitzug wurde zersprengt. Fünf Schiffe mit insgesamt 21000 BRT. wurden durch Bombentreffer vernichtet.

der 0KW.-Vericht von, 15. Juni

Berlin, 15. Juni. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

Unterseeboote versenkten im Nordatlantik vier feind- I liche Handelsschiffe und einen Tanker mit zusammen 29 000 VRL. Die Luftwaffe bombardierte erfolgreich Hasenanlagen und Rüstungswerke in Süd- und Siidost- I england. Bei der Abwehr feindlicher Flugzeuge, die in

die besetzten Gebiete einzufliegen versuchten, kam es mehrfach zu Lustkämpfen, in denen ein Flugzeug vom Muster Vristol-Blenheim abgeschossen wurde. In Nord­afrika Artillerie- und Spähtrupptätigkeit bei Tobruk. Leichte deutsche und italienische Kampfflugzeuge griffen wiederholt die Hafen- und Befestigungsanlagen von Tobruk mit guter Wirkung an. Sie zerstörten aus einem britischen Flugplatz durch Bomben und Beschüß mit Bordwaffen mehrere Flugzeuge am Boden. Ein briti­sches Jagdflugzeug und drei Kampfflugzeuge wurden in Lustkämpfen und durch Flakartillerie abgeschossen. Im Mittelmeerraum griff ein deutscher Kampsfliegerver­band am 13. Juni militärische Anlagen und ein Jn- dustriewcrk aus der Insel Cypern erfolgreich an. Deut­sche Kampfflugzeuge stellten aus der Höhe von Beirut einen britischen Flottenverband und erzielten einen Bombenvolltrcfser auf einen Schweren Kreuzer. Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwächeren Kräf­ten an einigen Stellen in Westdeutschland Sprengbom­ben, die jedoch nur geringfügige Schäden anrichteten.

Mir typeen über Malta bis öibraltar

Me Mittelmeer-Posittonen knglands erschüttert / Verzweiflungsakt gegen Syrien / kriegsketzer Morgenchau in billiger Pose

ick. Berlin, 16. Juni. (VZ.-Eigenvericht.) Seit der Landung des deutschen Afrikakorps an der Küste der großen Syrte und seit der Rückeroberung der Cyrenaika ist das Mittelmeer das im Vordergrund stehende Kriegs- gcbiet. Die englische Abwehr ist ganz in die Ecke ge­drückt. In der Levante suchen die Briten das bißchen Vcwegungsraum, das ihnen geblieben ist, krampfhaft durch die Besetzung des Libanon auszunutzen. Zum drit­tenmal haben englische Flugzeuge Bomben aus Beirut abgeworfen, was einem Attentat aus den gefesselten Verbündeten von gestern gleichkommt. Wollen die Bri­ten dadurch militärische Aktivität vortäuschen? Das Be­mühen scheitert an der llntauglichkeit des Objektes, denn was ist Beirut in diesem Ringen? — Die Hauptstadt des kleinen französischen Mandatslandes Libanon, aber keine Festung, keine Meerengensperre und kein Ocl- zentrum. ^

Es gibt andere Plätze im Mittelmeer, deren Schick­sal entscheidend sein wird. Zu ihnen gehört die Insel Cypern, die von den Engländern während der letz- ten zehn Jahre stark befestgit wurde. Nach der Flucht von 'Kreta rühmte Ach London, Cypern sei den Engländern geblieben und-Cypern sei stark bestückt mit Flak und Flugplätzen. Unversehens aber kam die, deutsche Luft­waffe und belegte militärische Ziele sowie ein Industrie- werk mit Bomben. Cypern. letztes Vorwerk vor dem Cuezkanal, ist damit in das Krieqsgebikt einbezogen worden, auch Gibraltar, das sich die italienischen Flieger zum Ziel ausgesucht haben. Während Malta schon über 700 Angriffe erlebt hat, wurde diese Festung am Westausgang des Mittelmeeres bisher nur selten überflogen und nur selten mit Bomben bedacht. Seit einer Woche bekommt auch Gibraltar stärker den Krieg zu spüren. Zwei havarierte britische Kreuzer, die hier als Invaliden der Mittelmeerschlacht ins Dock gingen, wurden getroffen, weitere Bomben explodierten in der Nähe der Funkstation. Die Engländer haben diesen An­griff erwartet und befürchtet. Sie haben Vorräte gesta- pelt, die Zivilisten evakuiert, neue Zufluchtsaange in den Felsen gebohrt — doch hat ein isoliertes Gibraltar keinen Wert' für England. Dieser Wachtposten an den »Täulen des Herkules" kann seine Funktion als pftat- ten- und Kohlenstation, als Reparaturhaien der Schiffe, als Waffen- und Munitionsdepot des Empire nur er­füllen, wenn englische Schiffe ein- und ausführen kon- uen, wie es ihnen beliebt. Die Bedrobung durch die Luft stellt das Ende eines funktionellen Gibraltars dar. Don Monat zu Monat wird somit klarer, daß England das Wesen des modernen Krieges nicht begriffen hat, denn ein Empire ist im Zeitalter der Stukas und der Me. nicht billig zu verteidigen.

England hat auch den politischen Geist der Zeit nicht 'begriffen. Seine Herrschaftsansprüche über Araber und Inder, seine Vormundschaft über die Meere sind unverantwortlich geworden. Noch weniger wird sich Europa die englische Einmischung je wieder gefallen lassen. Eine dritte Stadt am Mittelmeer bringt dies den Briten in Erinnerung: Venedig. Der Beitritt Kroatiens zum Dreimächtepakt ist ein weiterer Quader am Bau des neuen Europa. Ein Staat nach dem an­deren bekennt sich zum politischen System, das die beiden Achsenmächte entworfen haben und stufenweise verwirk­lichen. Rechnet man die Zahl der Dreimächte-Partner zusammen und zählt man die europäischen Staaten hin­zu, die wiederholt ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit bekundet haben — wer bleibt dann noch übrig? Kroa­tiens Veitritt unterstreicht die Erfolge der deutschen Diplomatie. Das ist der Sinn von Venedig.

Drei Häfen am Mittelmeer und drei verschiedene Be­deutungen: Beirut eine Verzweislungsmaßnahme und Zeichen der Zerstörung einer Allianz, die in diesem Kriege wertlos wurde, aber im Keime noch bestand — Gibraltar vor der Gefahr einer Isolierung infolge verschärfter Luftbedrohung und damit Ausschaltung eines britischen Eckpfeilers — Venedig als neue.Etappe der europäischen Aufbaupolitik, ein frischer Erfolg der Achsendiplomatie und zugleich ein Beispiel produktiver Friedenspolitik während des Krieges.

— Cypern — Venedig —. Gibraltar — eine unerfreuliche Kette britischer Sorgen im Mittelmeer­raum. London sucht sich ersatzweise daran zu erbauen, daß in den USA. die Kriegshetzer nicht alle werden. Und daß auch Mr. Morgenthau als Schatzsekretär der Bereinigten Staaten für einen offenen Konflikt stimmt. Das könne vielleicht Opser an Leib und Leben erfor­dern, fügte er in der Pose des Helden hinzu, aber er und seine jüdischen Rassegcnossen werden ihre Haut nicht zu Markte tragen, dafür sind die englischen Soldaten da, nach dem Rezept: einer treibt den anderen . . .

Me sronrofe kämpfen erbittert

Vichy. 15. Juni. lBZ -Eigenbericht) Das in Vichy am Sonntag herausgegebene amtliche Kommunique über den Krieg in Syrien meldet die Einnahme des Hafens Saida durch die Engländer. Die französischen Trup­pen hatten den ganzen Sonnabend über die Stadt hal­ten können, um dann befehlsgemäß Saida zu räumen. In Vichy wird hinzugefügt, daß neue Verstärkungen für die Luftstreitkräfte aus Frankreich in Syrien eingetrof­fen sind. 2n der Gegend südlich Damaskus haben

die Franzosen in Gegenangriffen wieder Gelände ge­wonnen. Die brutale Kampfesweise der Australier, die Gefangene und Verwundete mißhandelt haben, hat zweifellos die Verbissenheit des französischen Wider­standes verstärkt. Im Gebiet von Merdjayuom und süd­lich von Damaskus habe, wie aus Vichy weiter ver­lautet, der Feind nicht weiter vorstoßen können. Die französischen Truppen feien in ihrem Widerstand durch Flieger wirksam unterstützt worden. In der Nacht vom 13 auf den 14. Juni habe die Luftwaffe den Gegner durch wiederholte Bombardierungen südlich von Saida stark gestört. Im Laufe des gestrigen Tages hätten französische Bombengeschwader, um den Druck des Geg­ners auf die an der Küste eingesetzten Streitkräfte zu lockern, zwei Angriffe gegen die britischen Schiffe aus­geführt und sie dadurch gezwungen, sich vorübergehend von der Küste zu entfernen.

Zu der englischen Forderung, „die Regierung Petain möge die französischen Truppen veranlassen, den Wider­stand in Syrien einzustellen, damit die britischen Trup­pen die von London angeordneten Maßnahmen durch­führen könnten," wird von amtlichen Kreisen in Vichy offiziell erklärt: „Die französische Regierung weist dies« Zumutung empört zurück. Niemals kann von französischen Soldaten verlangt werden, daß sie ihren Posten ver­lassen und das Gebiet, dessen Bewachung sie übernommen haben, in einem Augenblick preisgeben,' da dieses Gebiet Gegenstand eines schändlichen und unberechtigten An­griffs, der seit Monaten vorbereitet war, geworden ist." Die amtliche französische Erklärung fährt dann fort: „Wenn die britische Regierung wünscht, wie sie be­hauptet, daß das Blutvergießen eingestellt wird, so be­sitzt sie selbst dazu das einzige Mittel. Da die britische Regierung die Anwesenheit deutscher Truppen in Syrien ja nicht mehr behauptet, so braucht sie nur ihren Irr­tum einzugestehen und ihre Truppen zurückzuziehen."

Genf, 15. Juni. Der englische Militärschriftsteller Hauptmann Liddel Hart befaßt sich in einem längeren Aufsatz in der „Daily Mail" mit dem englischen Syrien- Feldzug und läßt dabei allerlei Besorgnisse laut werden. Er. setzt sich dafür ein, daß Syrien mit allergrößter Ge­schwindigkeit von den Engländern besetzt werden solle! denn, so schreibt er, das politische Moment spiele hierbei eine große Rolle, es -basiere aber auf dem Militärischen. Die lange Reihe der deutschen Erfolge habe natürlich auch in Syrien einen tiefen Eindruck hinterlassen. Der französische Widerstand in Syrien müsse also, wolle man der dortigen Regierung imponieren, in einem „Vlitz- kriegstempo" gebrochen werden. Wenn der englische Vor­marsch auf Widerstand stoße, der stark genug sei, ihn aufzuhalten, „dann werde die Lage häßlich . .

Von

Konterackmiral O a ct o ve

Unter den schwachen Trostgrllnden, mit denen die englische Berufspropaganda die zerschmetternde und bla­mable Niederlage am Balkan begleitete, stand der an vorderster Stelle, man habe mit der ganzen Aktion nur Zeit gewinnen wollen für die SL lacht im Atlan­tik und die amerikanische Hilfe. Mißerdem seien damit stärke deutsche Kräfte gebunden und große Verluste an Menschen und Kampfmitteln erzielt worden. Was mora­lisch dazu zu sagen ist, daß man zwei kleine Völker ins Feuer schickt, um für sich selber „Zeit zu gewinnen", ist schon genug gesagt worden. Sachlich ist die Behauptung aber auch durch den australischen Premierminister Men- zies widerlegt worden, der seiner zornigen Öffentlich­keit gegenüber versichern mußte, der Einsatz am Balkan sei auf das „beste militärische Urteil" hin erfolgt, weil er positive Aussichten geboten habe. Daß die strategi­schen Absichten in der Tat sehr viel weiter gingen, und namentlich ein viel längerer Widerstand Serbiens sicher erwartet wurde, auf dem man eine allgemeine'Südost­offensive aufbauen wollte, ist heute weltbekannt.

Was das Argument betrifft, es seien starke deutsche Kräfte gebunden worden, so muß man sich fragen,, wo diese sonst hätten eingesetzt werden sollen. Ueber die ge­ringen deutschen Menschenverluste haben der Sieges­bericht des Führers in seiner Rede vom 4. Mai sowie die Darstellung des OKW. vom 12. und 13, Juni Klar­heit geschaffen, und was schließlich den Verschleiß und Berlust von Kriegsgerät betrifft, so gibt es wohl keinen wirksameren Ersatz, wenigstens im reinen Materialis­mus, als die Wegnahme ganzer feindlicher Rüstungen samt aller vorhandenen Rohstoffreserven.

Es wäre nun noch zu begründen, daß dieser „Zeit­gewinn" am Balkan, der Schlacht im Atlantik und der amerikanischen Hilfe zugute gekommen ist. Man könnte das bejahen, wenn einmal die Kampfwirlung gegen die englische Schiffahrt und gegen die britischen Inseln durch den Südostkrieg abgelenkt oder vermindert worden wäre, und wenn die amerikanische Hilfe einen sichtbaren Impuls erhalten oder Fortschritte gemacht hätte. Das letztere scheint keineswegs der Fall. Statt dessen setzte eine merkbare Abkühlung gegenüber der wieder einmal gescheiterten Einmischungspolitik des Präsidenten ein, die Presse wurde zudringlich, die Opposition schär­fer, und im SeNat erschien von neuem ein Antrag, den Schiffsverkehr nach England auch-weiter zu verbieten. Diese Wirkung wird in England andauernd mit steigernder Besorgnis verfolgt. Von materiellen Fort­schritten der Amerikahilfe in diesen vier Wochen Balkan­krieg kann ebenfalls im Ernst nicht die Rede sein, außer daß inzwischen 172 Schiffe für England an Werften vergeben wurden, deren Fertigstellung „in 2 Jahren" erhofft wird.

Die britischen Inseln hatten gleichfalls keine Ur­sache, von Zeitgewinn zu reden, nachdem sie während dieser „Ablxnkungs"-Periode zwei riesige Großangriffe' auf London, Plymouth und andere Punkte und im ganzen die gewohnte, pausenlose Zermürbung durch Luftangriffe über sich ergehen lassen mußten. 2n derselben Zeit, nämlich bis zum 24. April, wurden nach unserer Rechnung etwa 785 000 BRT. Schiffsraum ver­senkt, darunter nach amtlichen Bekanntmachungen in griechischen Häfen und Gewässern allein 400 000 BRT., im Verlauf des ganzen Monats April 1 000 211 BRT., dazu 250 Schiffe beschädigt. Dieses riesige Ergebnis, von dem England nur die Hälfte angibt, verdient schärfste Beachtung.

Es gibt heute viele auf der Welt, die diesen Abgang an Veiyorgungstonnage für England sorgfältig verfolgen und danach ihre Erwartungen einstellen, „wie lange England aushalten wird". Wenn wir hier etwas ähn­liches versuchen, so sei von vornherein bemerkt, daß es eine mathematisch zuverlässige Berechnungsweise dafür nicht geben kann, weil unbekannte Größen in nicht geringer Zahl mitspielen. Es kann sich also nur um einen Annäherungsversuch handeln.

. Nach den Feststellungen des Instituts für Konjunktur- ftrschung (11. November 1939) ging England in diesen Krieg mit einer Gesamttonnage von 17,9, also rund 18 Millionen BRT., davon 15,8 Mill. „Ueberscetonnage". davon 2,9 Mill. Tanker. Für Trockengüter (Rohstoffe, ^/^^""^'-»^^smaterial) standen demnach 12,9 Mrll. BRT. zur Verfügung. Im Weltkriege beanspruchten Heer und Marine zuletzt 3.7 Mill. BRT. englische Ton- nage, trotz Mitwirkung der französischen, amerikanischen, japanischen und neutralen Schiffahrt. Heute wird kein Heer in Frankreich unterhalten, für den Krieg in Afrika und im Nahen Orient mag damals wie heuie ein ähn­licher Schiffsraum angesetzt sein, obgleich heute fast alle Wege um Afrika herumgeführt werden müssen. Der heu­tige m i l i t ä r i s ch e. Gesamtanspruch, der ja auch die aus den Dominien umfaßt, soll auf 2 Mill BRu Nlchttanker geschätzt stin und steigt bei weiterer ^Eusw'/rung der überseeischen Kriegführung. Von den 12,9 Mill. BRT. sind also noch 2 Mill. abzusetzen, dafür Tonnage hinzuzufügen. Diese belief sich 1939 im ganzen auf'12,3 Mill. BRT. Im Weltkriege nahmen die kleinen Neutralen mit 38 Pro­zent sagen wir-40 Prozent, ihrer Schiffe an der Eng- lundverforgung teil. Heute sind oder waren Schweden, Banemark, Holland und Griechenland gewiß einem höheren Prozentsatz dazu imstande, oder mit höchstens rund 5 Mill. BRT. Das ergibt für Eng­land 15,9 Mill. BRT. Ausgangstonnage, rund 16 Mil-

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Vnssr

die feierliche Unterzeichnung von Kroa­tiens Beitrittserklärung zum Berliner Pakt statt.

und U-Boote versenkten weitere oO MW BRT. feindlichen H-ndelsschifssranmes.

Nach den jüngsten Luftangriffen brachen in Tobruk neue große Brande aus.

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Der Bremer Gayik gewann das Rennen „Rund um Bre­mens Häusrrmeer".

Teutschland schlug Kroatien im Fußballänderkamps mit

Die Bremer Kampfspielwochc fand ihren Abschluß.

Werder siegte gegen BfR. Köln und die Bremer Städte- Mannschaft.