Ausgabe 
(11.6.1941) Nr. 160
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vremerZMm

parLLiamtliclze Tageszeitung

Has flmtsblott des Negierenden Vürgermeisters der Zreien fjansestadt vremen

Nr. 160 / I I.Mrgang

A n z.elgen-Grundprelse:

Die 1 mm hohe und 22 mm breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 mm breite und 1 mm Hohe Zeile im Tcrtteil 7Z ^!. Ermaß. Grundpr. (für Klein- u. Fan.ilienanzeig. u. a.) sowie sonstige Beding. Preisliste 9 Nachlaßstaffel O. Geschäftsstellen: Bremen: Geeren 6/8, Nuf 5 41 21: Nachtruf und sonntags 51115: Obernstr. 86, Nuf 5 4121: Syke: Mühlendamm 2: Br.-Hemelingen: Ba'hnhosstr. 6, Ecke Poststr., Ruf 4 34 58: Br.-Vegesack: Nohrstr. 24, Nuf 4 u. 8: Br.-Blumenthal: Kpt.- Dallmann-Str. 41/43, Nuf 88 u. 89

der Nationalsozialisten Bremens

flmlliches verkündungsblatt des Neichsstatt^alkers in Oldenburg und Vremen

Mittwoch, 11. Zum 1841

kinzelpreis 15 Npf.

ver duce: „Wir siegen gemeinsam

öanr Italien körte Mussolini am Jalirestag des Kriegseintcitts

Nom im ^laggenschmuck

bn. Rom, 16. Juni. l„BZ."-Eigenbericht.1 Schon am frühen Dienqtagnachmiitag, am Erinnerungstag des Kriegseintritts Italiens, herrschte in den reichbeslagg- ten Straßen Roms lebhafte Bewegung. Geschäfte und Betriebe schlössen um mehrere Stunden früher als ge­wöhnlich. Kein Faschist, der nicht im Gemeinschafts- cmpfang die Kammer-Rede des Duce hören wollte. Die Kammer selbst war lange vor Eröffnung der Sitzung bis aus den letzten Platz besetzt. Aus der Ministerbanl und im Oval der Sitzreihen der 700 Nationalriite herrschte ausschließlich die Wehrmachtsunisorm und das Tchwarzhemd vor. In der Diplomatenloge bemerkte man den deutschen Geschäftsträger Fürst Bismarck, den japanischen Bdtschafter Horokiri, die Gesandten der dem Dreimächtepakt beigetretenen Staaten, den russischen Voschafter und andere Mitglieder des Diplomatischen Korps,

Kammerpräsident Graf Erandi eröffnete um 17 Uhr die Sitzung. Kurz daryuf hörte man von außen stür­mische Rufe der versammelten Menge. Wenige Augen­blicke später betrat Mussolini- den Sitzungssaal. Alle Anwesenden erhoben sich von ihren Sitzen und brachten dem Duce eine minutenlange brausende Kundgebung dar. Der Kammerpräsident ließ über die Gesetzentwürfe zur Angliederung der dalmatinischen Gebiete und die Schaffung der Provinz Laibach abstimmen. Beide Vor­lagen gelangten unter großem Beifall einstimmig zur Annahme. Als der Duce dann ans Rednerpult trat, wurde ihm erneut eine gewaltige Ovation dargebracht.

Zu Beginn seiner Rede gab Mussolini zunächst eine zusammenfassende Darstellung des italienisch-griechischen

Italienische U-Voote versenkten S Schiffe

Nöm, 10. Juni. Der italienische Wehrmachtsbericht hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehr­macht gibt bekannt: „Im zentralen Mittelmeer haben unsere Flugzeuge südwestlich von Malta im Kamps mit feindlichen Jagdflugzeugen einen feindlichen Jäger abge­schossen. Ein eigenes Flugzeug ist nicht zü seinem Stütz­punkt zurückgekehrt. 2n Nordafrika sind an der Tobruk- Front kleine Ausfallversuche des Feindes prompt zurück­geschlagen worden. Unsere Artillerie hat Batterien und Munitionsdepots von Tobruk mit sichtlicher Wirkung beschossen. Italienische und deutsche Lustverbände haben Luftabwehr- und Verteidigungsstellungen im Abschnitt von Tobruk und bei Marsa Matruk angegriffen. In 'Tobrnk wurden Schäden und Brände verursacht. Zwei Hnrricane wurden von deutsche» Jägern abgeschossen. Ln der Nacht zum 0. Juni hat der Feind einen neuer­lichen Einflug auf Tripolis und Benghasi unternommen. In Ostafrika gehen im Gebiet von Kalla und Sidamo unter Kämpfen, die durch das schlechte Wetter behin­derten Bewegungen der eigenen und feindlichen Kolon­nen weiter. Im Gebiet von Eondar hat der Feind die Befestigungsanlagen von Debra Tabor bombardiert und mit ME.-Feuer belegt sowie seine Aufforderung zur llcbergabe erneuert, die unsere Besatzung abgelehnt hat. Unsere U-Boote haben im Atlantik einen großen feind­lichen Eeleitzug angegriffen und neun Dampfer mit insgesamt 63 000 BRT. versenkt."

Feldzuges unter besonders eingehender Schilderung der Operationen vom Februar bis zum Zusammenbrach des griechischen Heeres. Mit stärkster Betonung und unter stürmischem Beifall erklärte der Duce, daß das von den Engländern mit allen modernsten Waffen aus­gerüstete griechische Heer ohne die englische Hilfe sich nicht hätte halten können. Während die italienischen Truppen sich vorbereiteten, das griechische Heer zu ver­nichten, zeigte Jugoslawien sein wahres Gesicht.

Anschließend an einen kurzen Ueberblick über die ge­meinsamen Operationen der Achsenmächte auf dem Bal­kan. die zum Rückzug Englands aus Griechenland und damit zur völligen Ausschaltung Englands auf, dem europäischen Kontinent geführt hätten, betonte der Duce, daß die Ausschaltung Englands eine tiefgehende Veränderung der politischen Karte dieses Teiles Euro­pas hervorgerufen habe. Nach einem Hinweis auf die Eebietsveränderungen, die Bulgarien, Albanien, Un­garn und Deutschland und Italien betreffen, unterstrich der Duce die besondere Bedeutung des neugeschaffenen kroatischen Staates.

Nach einer eingehenden sachlichen Würdigung der Lei­stungen der italienischen Truppen in Ostafrika, die, wie wer Duce betonte, unter dem Befehl des Herzogs von Aosta ein Ruhmesblatt in die Geschichte des italienischen Heeres geschrieben haben und auch noch bis zum äußersten weiterkämpfen würden, erklärte der Duce: Er wisse- nicht, wann und wie Italien das ostasrikanische Im­perium zurückerobern werde, aber er könne schon jetzt kategorisch und enbgültig erklären, daß Italien dies von den Italienern zivilisierte und mit italienischem Blut getränkte Gebiet zurückerobern werde. „Unsere Toten werben und können nicht ungerächt bleiben!" (Minuten­langer, stürmischer Beifall).

Der Duce behandelte sodann kurz die Rückeroberung der Eyrenaika, die durch deutsche Pgnzertruppen gemein­sam mit italienischen Truppen durchgeführt worden sei. (Stürmischer Beifall). Mit der Eroberung Kretas habe Sie Achse einen wichtigen Stützpunkt für die Operationen der Luftwaffe im Mittelmeer gewonnen. Damit werde der Zeitpunkt beschleunigt, an dem Großbritannien end­gültig aus dem östlichen Mittelmeer verjagt sein werde.

Sodann gab der Duce einen Ueberblick über die Be­ziehungen zu den mit Italien verbündeten und befreun­deten Mächten und wies hierbei mit großem Nachdruck unter lang anhaltendem Jubel und Beifall auf die enge kameradschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien hin. Als der Duce mit erhobener Stimme in den Saal rief: „Wir marschieren zusammen, wir kämpfen zusammen und wir werden gemeinsam siegen!" erhob sich die gesamte Versammlung von den Plätzen und brachte minutenlang Deutschland und seinem Führer eine gewaltige Kundgebung dar. Immer wieder ertönten die Rufe: „Es lebe der Führer! Es lebe Hitler! Es lebe Deutschland!" Auch nach dem Kriege, so fuhr Mussolini fort, würden die beiden Achsenvölker unbedingt weiter kameradschaftlich zusammen marschiere». Als der Duce dann aus England zu sprechen kam, ertönte» von allen Bänken stürmische Pfui-Rufe.

Hinsichtlich Japans unterstrich der Duce die von Mat- suoka abgegebenen Erklärungen, daß Japan einem An­griff der Vereinigten Staaten gegen die Achse nicht gleichgültig zusehen würde, zumal Japan wisse, daß auch sein Schicksal auf döm Spiele stehe. Zu Spanien er­klärte der Duce, es müsse selbst in voller Freiheit die Entscheidung treffen. Das falangistische Spanien wisse, wo seine Feinde und wo seine bewährten Freunde stün­den. Hinsichtlich der USA. betonte Mussolini, auch eine volle Intervention würde heute verspätet kommen und könnte Großbritannien nicht mehr den Sieg sichern.

Zum Schluß wies der Duce unter stürmischem Beifall auf die granitene innere Geschlossenheit und Festigkeit des italienischen Volkes hin. England könne diesen Krieg nicht gewinnen, weil es alle Positionen in Eu­ropa verloren habe, Positionen, die auch durch die Ver­einigten Staaten nicht ersetzt werden könnten. In die­sem Kampfe zwischen dem Gold und dem Blut werde d.as Blut siegen!

Während sich die Kammer später leerte und der Duce in den Palazzo Venezia zurückfuhr, strömten immer neue Massen auf die Piazza Venezia und verlangten stürmisch den Duce zu sehen. Mehrmals mußte sich Mussolini auf dem Balkon zeigen, ehe sich die Menge zerstreute.

Luftwaffe versenkte erneut zwei Frachtschiffe

Her seind verlor an einem einzigen tag wieder zehn slugzeuge

Berlin, 10. Juni. Die Luftwaffe versenkte an der britischen Südküste und im Atlantischen Ozean zwei Frachtschiffe mit zusammen 10 000 BRT. Zwei weitere Handelßschisfe wurden im Atlantik und auf der Höhe von Portland so schwer beschädigt, daß auch mit ihrem, Verlust gerechnet werden kann. Im Bristol-Kanal er­hielt ein bewassnetes feindliches Tankschiff einen.Vom- ventreffer. In Nordafrika wurden feindliche 'Stoß­trupps vor den deutsch-italienischen Stellungen bei Tobruk abgewiesen. Verbände der deutschen und ita­lienischen Luftwaffe bombardierten britische Flakstellun­gen und Verteidigungsanlagen bei Tobruk und Mars« Matruk. Bei Luftkämpfen über.dem Kanal und über Nordafrika sowie bei EinflugsversucheN in die besetzten Gebiete" verlor der Feind zehn Flugzeuge. Hiervon wur­den durch Jäger sieben, durch Fläkavtillerie ein Flug­zeug abgeschossen. Vorpostenboote schössen in der Nord­

see zwei britische Kampfflugzeuge ab. Damit hat diese Borpostenflottille in drei Tagen vier britische Kampf­flugzeuge vernichtet. Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt. In der Kriegführung gegen die britische Versorgungsschiffahrt waren Fliegerverbände des Ge­neralobersten Stumpfs besonders erfolgreich. In der Woche vom 1. bis 7. Juni versenkten sie elf Schiffe mit rund 80 000 BRT. und beschädigten 15 weitere Schisse schwer. Damit haben diese Verbände seit dem 1. Februar 1941 insgesamt 33 Handelsschiffe mit 208 000 BRT. ver­nichtet und 86 Schiffe beschädigt.

bv. Stockholm, 10. Juni. Einer im finnischen Außcn- ministcrium eingegangenen Meldung zufolge ist der in briti- ickien Diensten fahrende finnische Tampscr ^,'Fenir" (1851 BRT.) aus der Fahrt von Norfolk in England durch einen Lustangriff versenkt worden. Die aus. 31 Mann bestehende Besatzung des Schiffes wurde gerettet.

Britischer Panzerangriff in Sgrien gescheitert

englische oekangene in Veirut — Sgrische luden begrüßen den britischen ftngriff

Dr. 8. Vichy, 10. Juni. (VZ.-Eigenbericht.) Den gan­zen Montag über haben die englischen Mittelmeersender eine Fülle von Lügen über die Ereignisse in Syrien ausgestreut^als ob. auf diese Weise der Kampf in Syrien entschieden werdckn könne. Die englischen Lügen haben Zwei verschiedene Tendenzen: 1. wird behauptet, die>

Franzosen, die unter dem Oberkommando des Generals Dentz stehen, würden zu Tausenden zu den Engländern überlaufen. Gleichzeitig aber wird behauptet, es sei m Eyrien und Libanon der Krieg überhaupt schon yorbei. Die Absicht dieser Tendenzmeldungen, die von amtlicher französischer Seite in Bausch und Bogen dementiert werden, ist völlig klar: die Engländer rechnen — wie rn Dakar — damit, daß die Franzosen durchweg Ver­räter seien. Die siegreiche Verteidigung von Dakar hätte die Engländer/jedoch belehren müssen. Trotzdem ver- >uchen. sie in-Syrien und Libanon, den gleichen Kmff noch einmal auszuprobieren. Entgegen den englischen Propagandalügen stellen die französischen Eeneralstabs- rreise in Vichy fest, daß der französische Widerstand auf der ganzen Angrifsslinie ungebrochen ist. Der Haupt- angriff der Engländer richtet sich auf die Grenzstadt Derba, welche den Zugang nach Damaskus verschließt. Die Kämpfe haben sich auf einer sehr breiten Front entwickelt, und zwar von Lheik-Meskine über Keneitra. Rerj Ayoum zu dem Fluß Litani- hin. .Eine. klare örontlinie hat sich noch nicht entwickelt. In französischen Kreisen hat man den Eindruck, daß die Engländer ihre Landoperationen mit Flottenoperationen verbinden wallen, jedoch ist die Zusammenarbeit von Land- und deestreitkrästen den Engländern bis jetzt noch nicht ge­muckt. Ein englisches Torpedoboot wurde durch die fran- S°»iche Artillerie beschädigt. Mehrere Landungsversuche o>i der libanesischen Küste scheiterten. Gelandete englische -Meilungen konnten gefangengenommen werden. Ein ^Wischer Angriff mit Panzerwagen nördlich von Dersa im Heuet: der französischen Abwehrgeschütze zu­sammen Die Engländer erlitten dabei Verluste. Sechs i-anzcrwagen wurden zerstört. Die englische Luftwaffe ihre Bombenangriffe gegen die syrischen Flug­

plätze Rayak, Mezze und Nerab fort. Sie warf Flug­blätter in französischer und'arabischer Sprache ab. Die französische Luftwaffe unternahm Angriffe auf Marsch­kolonnen hinter der Front.

bn. Rom, 10. Juni (BZ.-Eigenbericht).. In den Stra­ßen Beiruts sind einer Meldung des Sonderkorrespon­denten -des „Popolo di Roma" zufolge die ersten eng­lischen Gefangenen zu sehen. Der italienische Bericht­erstatter bezeugt, daß in Syrien das Leben seinen nor­malen Gang 'nehme. Der Angriff habe am Sonntag- morgen an drei Punkten der syrischen Grenze eingesetzt. Australische Streitkräfts von nicht festzustellender Stärke seien dabei entgegen den Erwartungen des britischen Oberkommandos, das auf geringen Widerstand rechnete, auf die französische Abwehr gestoßen. In zehnstündigem Gefecht habe der Angreifer Verluste erlitten, ohne we­sentliche Erfolge zu erzielen. Der erste Tag der Kämpfe in Syrien bewies, daß die Truppen des Generals Dentz ihre Pflicht erfüllten. Der englische Angriff habe in Sy­rien keinerlei lleberraschung ausgelöst. Er richtete sich, so fähren Kommentare der italienischen Presse ergänzend aus, sowohl gegen Englands ehemaligen Bundesgenossen Frankreich wie auch gegen die Araber. In Rom wird darauf aufmerksam gemacht, daß genauere Meldungen über die Lage in Syrien erst in einigen Tagen zu erwarten sind', zumal alle Verbindungen zwischen Syrien und der Türkei unterbrochen sind.

Ankara, 10. Juni. Nach Meldungen aus Adana sind die englischen Truppen, die bis Adlun vorstießen, dort zurückgeschlagen worden. Adlun ist wieder in französi­scher Hand. Angriffe englischer Kavallerie gegen Has- baya wurden ebenfalls zurückgeschlagen. Bei einem Seegefecht zwischen englischen und fraüMischen Schiffen wurde» zwei englische Torpedoboote getroffen, von denen eines von der Besatzung verkästen wurde, wäh­rend das andere brennt.

Die Pariser- Presse stellt bei ihren weiteren Betrach­tungen zu dem englischen Uebcrfall auf das französische Mandatsgebiet den Verteidigungskampf der dort befind­lichen französischen Truppen in den Vordergrund, die

nicht nur für Syrien, sondern im weiteren Siyn s das ganze französische Reich kämpfen. Der „Mattn" klärt, die französischen Soldaten in Syrien verteidig das französische Reich, die französische Ehre und ! französische Flagge und beweisen damit ihre geschworn Treue gegenüber dem Staatschef. Der „Lri du Peuv verlangt, daß Frankreich die Engländer und den e, lrschen Besitz in Frankreich als Geiseln für das Leb und die Guter der Franzosen in Syrien sicherstellen, i die Briten so leichtfertig umspringen. „Auje dhui" schreibt, auf jede englische Niederlage folgt , Angriff gegen das besiegte und erschöpfte Frankre! England rächt sich für seine Ohnmacht gegenüber d Stärkeren,-indem es den Schwächeren ausraubt, ! aber vielleicht gar nicht so schwach ein mag, wie es.! das vorstellt. . ^

Die "Juden Syriens und des Libanon machen, wie „Mondo Arabo' aus Damaskus meldet, kein Hehl dar- aus, daß sie den englischen Angriff freudig begrüßen. Sie hatten befürchtet, daß die Vichy-Regierung ihre >1udenge>etzgebung^ auf Syrien ausdehnen werde und tragen fetzt offen zur Schau, daß sie sich erleichtert suhlen und aus britisch-amerikanischen Schutz, wie ihn ihre Raiiegenossen in Palästina genießen, hoffen.

Syrien als jüdisches Einwanderungsland. Bei dem Einfall in Syrien kommen in der britischen Armee auch Kbte-lungen jüdischer Hilfstruppen zum Einsatz, die in Palastina angeworben und ausgebildet wurden Wie aus Jerusalem gemeldet wird-, hatte man diesen Trup­pen vor ihrem Einsatz gegen Syrien durch britische Offiziere erklären lasten, der bevorstehende Kampf gehe mcht nur um britische, sondern auch um jüdische Inter­essen. In arabischen Kreisen ist man davon unterrich- daß zwischen der britischen Regierung und der Je- wish Agency in Jerusalem Abmachungen getroffen wur­den, Syrien gegebenenfalls ebenso wie Palästina der indischen Einwanderung zu öffnen. Man hat Beweise dafür, daß der Zionistenhäuptling Lhaim Weizmann in dieser Sache mit dem britischen Kolonialamt ver­handelt hat. (Sieh« auch Seite 3)

Reckt

Churchills Piratenakt in Syrien

Französische und englische Str-eitkräfte stehen sich nicht zum erstenmal im syrischen Gebiet gegenüber, denn die Engländer hatten schon unmittelbar nach dem Weltkrieg versucht, den Franzosen Syrien streitig zu machen. Im englisch-französischen Geheimvertrag von 1915 über die Aufteilung der Türkei war den Franzosen Syrien ein­schließlich Mesopotamien mit den Oelfeldern von Mossul zugesagt worden. Noch im gleichen Jahr hatten die Briten aber den größten Teil dieses Raumes auch den Arabern für ein unabhängiges arabisches Reich ver­sprochen. Mit den Waffen in der Hand mußten sich die Franzosen Damaskus holen, das Jrak-Oel und erhebliche Teile der syrischen Wüste gingen ihnen jedoch verloren. 1925 suchte England abermals durch Waffenlieferungen an die Drusen einen Aufstand anzuzetteln und den fran­zösischen Kolonialbesitz im Nahostraum zu erschüttern. Es ist die Fortsetzung dieser durch nichts gerechtfertigten Politik, daß im vergangenen Jahr der neuernannte Oberkommissar für Syrien, Chiappe, auf dem Flug nach Veirut von den Engländern abgeschossen wurde, weil seine Ernennung gleichbedeutend mit einer entschiedenen Abriegelunq britischer Störungsversuche in Syrien war. Auf derselben Linie liegen die zahlreichen Ileberfälle englischer Piraten auf das französische Kolonialreich von Tunis bis Tahiti.

In seinem niederträchtigen Vorgehen gegen den ehe­maligen Bundesgenossen macht England nicht einmal vor dem Recht halt, das es selbst geschaffen hat, den Völkerrechtskonstruktwnen der Genfer Liga, insbesondere dem Mandatssystem, denn jetzt versucht es, das Man­datsland Syrien den Franzosen zu entreißen. Angeblich um es zu verteidigen, in Wahrheit, um es zu annek­tieren. Für England gibt es eben in Krieg und Frieden keien internationalen Gesetze, an die es sich zu binden

Kcntsiibisij ru ckem Kämpf um 5>ri«v

A. 8

^01»

bereit wäre. Deutschland hatte zwar längst darauf ver­zichtet, am Genfer Intrigenspiel teilzunehmen. Nichts­destoweniger hatte es im Waffenstillstandsvertrag und in sonstigen Vereinbarungen mit Frankreich weitgehend Rücksicht auf die französischen Kolonialinteressen genom­men. Die Regierung in Vichy erhielt durchaus die Mög­lichkeit, ihr Kolonialreich militärisch gegen Angreifer zu verteidigen. Obwohl uneingeschränkter Sieger, hat Deutschland die Belange des französischen Imperiums ausreichend respektiert und Frankreich in seinen Kolo­nien nicht hilflos gemacht. Denn Deutschland verfolgt nicht den Plan, das französische Kolonialreich zu ver­nichten. -

Um so greller hebt sich von diesem Hintergrund der Einbruch Englands in das französische Besitztum an der Levantekllste ab, das Ldndon sich als, Angriffsziel aus­gesucht hat, weil es weit ab von Vichy. d. h. dem Ver­sorgungszentrum des Mutterlandes liegt, und weil das britische Oberkommando von Kairo ini Jordantal und an den Drusenbergen den geringsten Widerstand vermu­tet: Die Regierung Petain hat ihre Entschlossenheit ver­kündet, dem Völkerrechtsbrecher nach besten Kräften ent­gegenzutreten. Deutschland versteht diese Haltung Frank­reichs und seinen Anspruch auf Verteidigung des kolo­nialen Besitzes, ja es steht in dieser Auseinandersetzung aus moralischen und rechtlichen Prinzipien aus der Seite der Franzosen.

Churchill bemüht sich mit allen Mitteln einer ver­logenen und verkrampften Agitation, die englische Aggression gegen Syrien in seiner Art zu „begründen". Zu diesem üblen Zweck setzte er -feine infamen Lügen

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Die deutsche Luftwaffe vernichtete erneut zwei feindlich« Fracht,chffsc.

Italienische U-Boote griffen -inen großen englischen 8c- leitzug an und versenkten neun Schiffe mit 83 000 BRT. Churchill inszenierte im Unterhaus eine tägliche Rccht- fertigungskomiidie über die Kreta-Niederlage.

Englands Piratenakt in Thrien wird in der nichtengland- horigcn Weltpresse nach wie vor scharf verurteilt.

Tic Mastenflucht aus Mexandria nimmt ihren Fortgang. Muyolini hielt anläßlich des vor einem Jahre erfolgten ttr,-gse,ntr>tts Italiens eine Rede.

eine Kundgebung mit Rcichsstoßtrupprcdner Mahler. TA.-cberstihrer Klausen wurde zum Führer des Schi gaucs „Nordsee" ernannt. ^

?cs* Tanzvcrbotes verfügte eine Lockerung