Ausgabe 
(22.10.1938) Nr. 291
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parteiamtliche Tageszeitung

üas flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Lreien fjansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches Nerkündungsblatt des IZeichsstattkalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 291 / 8. Jahrgang

Sonnabend, 22. Oktober 19ZS

kinzelpreis 15 Npf.

Segen Yuertreiber und Scharlatane

Stimmige Abrechnung des Neichsministers dr. Soebbels in stamburg

das Volk war des füstrers würdio"

,,7n sieben Monaten M Millionen deutsche dem deich wiedereingeeecht" - »beispiellose probe der Führung und der Sesolgschast" F »Zum ersten Male seit ISIS stoben wie wirkliche Meltpolitik getrieben" F die gigantische stusgabe dieses winters

Hamburg, 22. Oktober

Reichsminister Dr. Goebbels ist am Freitagabend, von der Bevölkerung stürmisch begrüht, zu einem mehrtägigen Besuch in Hamburg eingetroffen. Hamburg stand ganz im Zeichen eines bedeutsamen politischen Ereignisses. Die Massen der Millionenstadt strömten in dichten Scharen schon in den Nachmittagsstunden zur Hanseatenhalle, die infolge des Andranges der Massen schon lange vor Be­ginn der Kundgebung gesperrt werden muhte.

^ Als Dr. Goebbels in der Hanseatenhalle eintraf, empfingen ihn die Zehntausende mit einem Jubel ohne­gleichen. Immer wieder dröhnte der Begeisterungs­sturm empor, als Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann Worte herzlichen Willkommens für Dr. Goebbels sprach. Dann trat Reichsminister Dr. Goebbels an die Mikro­phone.

Dr. Goebbels wies eingangs darauf hin, daß es einem lange geübten Brauch der nationalsozialistischen Staats­führung entspreche, die Fülle der zum Wohle des Vol­kes selbst erwählten Aufgaben nach wohlüberlegtem Plan auf größere Zeitläufte zu verteilen, dabei aber auch den Ablauf des einzelnen Jahres mit ganz be­stimmten begrenzten Aufgabengebieten zu erfüllen.

Schanghai, 22. Oktober.

Japanische Truppen haben um Mitternacht den grötzten Teil Kantons besetzt. Nachdem am Nach­mittag die ersten Panzerwagen die Stadt erreich­ten, ergossen sich motorisierte Abteilungen in un­unterbrochener Folge in die Stadt und dehnten ihre Stellungen innerhalb der Strahen ständig weiter aus. Alle chinesischen Beamten der Provin- zial- und der städtischen Verwaltung von Kanton hatten die Stadt bereits verlassen. Die noch in der Stadt verbliebene Bevölkerung verhielt sich ruhig. Das Ausländerviertel wurde von den Ia-

Diese Art der Volksfllhrung trage wesentlich dazu bei, auch die Wege der großen Politik auf die breite Masse zu verlagern und auf dies« Weise das deutsch« Volk mehr und mehr zu einem politischen Volk zu machen. Es sei eine Lehre der Geschichte, daß die unpolitische ziellose Haltung unseres Volkes in der Vergangenheit schwerste Fehler und unwiederbringliche Versäumnisse zur Folge gehabt hab«. Es habe darum schon in den Zeiten des Kampfes um die Macht, erst recht aber nach der Machtergreifung für die nationalsozialistische Füh­rung alle Veranlassung bestanden, große, tu absehbarer Zeit erreichbare,

festumrissene Ziele

aufzustellen. Wie immer, so habe auch i-n dem zur Neige gehenden Jahr bei der Staatsführung die Absicht be­standen, unserem Volk in den Sommermonaten die wohlverdiente und notwendige Ruhe zu geben, In­dessen habe die politische Entwicklung das nicht zu­gelassen.

Es habe sich in diesen Monaten, so betonte der Mini­ster unter dem stürmischen Beifall der Massen, ein so gewaltiges geschichtliches Ereignis abgespielt, daß erst eine spätere Geschichtsschreibung in der Lage sein werde,

Eine Version besagt, daß sich die Engländer bei den Behörden für eine Verlegung des Widerstandes außer­halb von Kanton eingesetzt haben, wogegen sie von den Japanern die Zusage zur weitestgehenden Schonung des Landes, der Gebäude sowie des ausländischen Besitzes erhielten.

Wie aus Hongkong gemeldet wird, hat sich Tschiang- kaischek von Hankau nach Tschangtschau begeben. Man nimmt an, daß er weiter südwärts reisen wird.

Japaner 20 Kilometer vor konkav

Tokio, 22. Oktober.

Die japanischen Marinestreitkriiste gelangten am Frei­tagnachmittag bis etwa 2V Kilometer vor Hankau. Die

die tieseren Ursachen und Auswirkungen dieses Vor­ganges zu ermessen. Aber schon die Zeitgenossen könnten die Tatsache, daß der Führer in sieben Monaten 1V Millionen Deutsche dem Reich wieder einreihte, als eines der größten Wunder der Weltgeschichte überhaupt verbuchen.

Und dieses Wunder geschah mitten im Frieden ohne einen einzigen Gewehrschuß; es wurde erreicht mit dem Einsatz einer Volkskrast, die unsere Gegner noch vor fünf Jahren überhaupt nicht wahrhaben woll­ten. Es zeuge von grenzenloser Dummheit, wenn ge­wisse Leute diese« unglaublichen Erfolg darauf zurück­führen wollten, der Führer habeeben Glück gehabt".

Es sind, wie Dr. Goebbels eingehend auseinander­setzte, eine Unmenge von Voraussetzungen zu schaffen gewesen, um diesen Erfolg zu ermöglichen. Stürmische Beifallskundgebungen unterstrichen die Feststellungen des Ministers, daß diese staunenerregenden Erfolge unter gar keinen Umständen zu trennen seien von dem in zäher Arbeit vollzogenen

flufdau einer starken Wehrmacht.

Dr. Goebbels ging dann auf die Eingliederung des Sudetenlandes ein. Er stellte in diesem,

Kriegsschiffe passierten Hwangkang, das aus halbem Wege zwischen Kichun und Hankau liegt, und setzten ihre Fahrt stromaufwärts in Richtung Hankau fort.

Nach dem amtlichen Heeresbericht besetzten die japani­schen Truppen an der Pangtse-Front die Tayeh-Eisen- gruben. Das Eesamtvorkommen der Taysh-Gruben an Eisen wird aus 106 Millionen Tonnen geschätzt. Bis jetzt wurden jährlich 560 660 Tonnen Eisenerze aus die­sen Gruben nach Japan verschifft als Entgelt für etwa 86 Millionen den, die von Japan in den Eisengruben investiert worden sind. Nach dem Bericht wird der staat­lich kontrollierte Konzern der japanischen Eisenwerke in Zukunft die Ausbeutung der Eisengruben übernehmen.

von den Massen mit atemloser Spannung verfolgten Kapitel seiner Rede unter stürmischen Beifallskund­gebungen fest, daß die deutsche Nation bis zum letzten Mann entschlossen gewesen sei, das einst so feierlich proklamierte Selb st best immun gsrecht der Völker notfalls auch mit dem Schwert zur Durch­führung zu bringen.

Nur durch diese Entschlossenheit, so betonte er unter erneutem stürmischen Beifall, sei der drohende Krieg überhaupt vermieden worden. Es habe sich um eine beispiellose Probe der Führung und der Gefolgschaft gehandelt; es fei «m großer Dinge willen ein großer Einsatz mutig und entschlossen gewagt worden.

Es habe aber einer noch viel größeren Ent­schlußkraft des Führers bedurft, die Voraus­setzungen für diese Rückgliederung des Su­detenlandes zu schaffen, und zwar vor allem durch die Schaffung einer starken Wehrmacht.

Mit beißender Schärfe skizzierte der Minister die

feige Haltung der Besserwisser

Diese Leute", so erklärte er,arbeiten immer mit dem Argument, die Welt sei gegen uns. Darauf kommt es aber gar nicht an! Entscheidend ist tosender Beifall war das Echo dieser Feststellung des Ministers ob diese feindliche Welt überhaupt in der Lage ist, etwas gegen uns zu unternehmen! Am meisten kann sie uns antun, wenn wir feige sind! Am wenigsten aber vermag sie uns anzuhaben, wenn wir tapfer stehenbleiben, wo immer wir auch stehen." Mit brausender Zustimmung bestätigt die Menge diese Worte.

Mit Stolz konnte Reichsminister Dr. Goebbels bei dieser Rückschau aus die hinter uns liegenden Ereignisse feststellen, daß das deutsche Volk in seiner Gesamtheit die Nerven behalten hat. Das Volk habe sich als ein wahrhaft politisches Volk erwiesen.Dieses Volk", er­klärte Dr. Goebbels unter minutenlangem stürmischen Jubel,war des Führers würdig, wie der Führer sich dieses Volkes würdig erwiesen hat."

Es könne keinem Zweifel unterliegen, betonte Dr. Goebbels weiter, daß das deutsche Volk aus der gro­ßen Spannung der jüngsten Vergangenheit endgültig als eine neue Weltmacht hervorgegangen sei. Zum ersten Male wieder seit 1818 haben wir

wirkliche wellpolilik getrieben!

(Begeisterte Kundgebungen und Zustimmung unter­streichen diese Feststellung des Ministers.) 15 Jahre lang haben wir verspielt in der Geschichte, haben wir nutzlos verstreichen lassen, und fünf Jahre national­sozialistischer Politik haben genügt, um diese Ketten von Versailles »it einemmal zu zerbrechen." (Erneute jubelnde Zustimmung der Zehntausende.)

Mit beißendem Spott und unerbittlicher Logik rech­nete Dr. Goebbels in seinen weiteren Ausführungen mit den ausländischen Kritikern der natio­nalsozialistischen Politik ab, die da meinten, daß die Partei an diesen beispiellosen Erfolgen nicht betei­ligt sei. Er stellte mit Nachdruck fest, daß der Führer

Kanton in -en ständen der Japaner

Japanische Panzer- und motorisierte flbteilungen in der Stadt tliinesen sprengen Vrücken und Sauten

Vorstöße durch unterirdische Sänge!

Militäraktion in Jerusalem noch nicht abgeschlossen - 20 flraber erschossen, ZS verwundet

panern nicht in die Aktion einbegriffen.

Freitag früh wurde von den Chinesen die große Brücke über den Perl-Fluß gesprengt. Diese Sprengung kündigte der Bevölkerung den japanischen Angriff un­mittelbar an. Die Chinesen haben noch andere Bauten, auch wichtige Gebäude der Stadt, gesprengt; das Aus­maß der Zerstörungen ist jedoch noch nicht genau be­kannt.

Die anscheinend widerstandslose Preisgabe des wich­tigsten politischen und militärischen Zentrums Sud­chinas glauben unterrichtete japanische Kreise nur da­durch erklären zu können, daß der Gegner auf die stotz- truppartige japanische Aktion im Anschluß an Lan­dung in der Biasbucht nicht vorbereitet war und da­her seine Maßnahme zur Abwehr zu spät getroffen hat. Außerdem scheinen tatsächlich, wie man das bisher schon vermutete, Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit des chinesischen Oberkommandos in Hankau mit den Be­fehlsstellen in den Provinzen Kwantung und Kwangst bestanden zu haben, die die zur Verteidigung notwendi­gen Maßnahmen verzögerten oder überhaupt nicht zur Durchführung gelangen ließen.

London überrascht

(Ligsnsr Lsriolit cksrLrswsr Leitung")

London, 22. Oktober.

Die Nachricht von der Eroberung Kantons durch die japanischen Truppen hat in London große Ileberrasamng hervorgerufen. Dre englischen Blätter berichten, dag von den 860 666 Einwohnern 760 060 geflohen seien. Die ausländischen Konzessionen haben starke Slcherhens maßnahmen getroffen.

England versorgt tlsina weiter mit Waffen

Tokio, 22. Oktober

Der Sprecher des japanischen Außenamtes teilte am Donnerstag mit, daß der Leiter des zentralchinesischen Massen- und Munitionseinkanssamtes in Hongkong me britische Kolonie verlassen habe, um diese E-nkauzs- organisation nach Smgapore zu verlegen. Pont,,me Kreise halten die Mitteilung des Sprechers insofern a-s besonders wichtig, als England trotz des völligen Av- Ichncidens Hongkongs von Südchina auch weiterhin «rs wichtigster Verfolger des Tschiangkaischek-Regimes mir Kriegsmaterial angesehen werden müsse.

Jerusalem, 22. Oktober

Die militärischen Maßnahmen in der Altstadt Jeru­salems wurden noch nicht abgeschlossen. Immer neue Verhaftete wurden abtransportiert. Das Besetzungsnetz weist an einzelnen Stellen noch Lücken auf. So ver­teidigt sich im Bezirk der Omar-Moschee noch eine An­zahl von Freiheitskämpfern.

Die Zahl der in der Altstadt von Jerusalem getö­teten Araber soll bereits 20 betragen. An Verletzten sind angeblich 30 zu verzeichnen/

Die Engländer befürchteten, daß die Araber durch unterirdische Gänge, die sich unter Jerusalem hinziehen, zu neuen Angriffen vorstoßen könnten. Diese Gänge sind den Engländern zum Teil unbekannt, und es wurde festgestellt, daß die Mehrzahl der gezüchteten Freiheits­kämpfer durch diese unterirdischen Zugänge entkommen sind. Die englischen Truppen drangen nunmehr vom Dorse Siluan bei Jerusalem aus durch einen dieser Ge- heimgänge vor und gelangten an seiner Mündung im Gebiet des-Tempelplatzes in der Altstadt Jerusalems aus Tageslicht.

Nachdem alle Gewalt aus das Militär übergegangen ist, wird das Ausgehverbot mit aller Strenge durch­geführt. Passierscheine werden kaum noch ausgestellt. Der Oberstkommandierende bestätigte zwei Todesurteile, die das Militärgericht gegen Araber gefällt hat.

Bei dem Dorfe Hattin, nordwestlich von Tibsria kam es zwischen einer Militärpatrouille und Freiheits­kämpfern zu einem Feuergefecht, bei dem fünf Araber getötet wurden.

kngländer töteten vier srauen

> erusalem, 22. Oktober.

Im Verlauf der militärischen Maßnahmen in Jeru­salem ernannte der, britische Oberkomman-dierende mili­tärische Bezirkskommandeure für die Bezirke Samaria, Haifa, Ealiläa, den Südbezirk und den Bezirk Jordan­tal.

In der Jernsalemer Altstadt würden die Haussuchun­gen auch am Freitag fortgesetzt. Im Verlause der Nacht waren mehrfach Schießereien zu hören. Unter den bis­herigen Opfern der britischen Aktion in der Altstadt be­finden sich vier Frauen.

Auf der Eiseubahnstrecke HaifaTulkarem ist eine Dräsine, auf der sich eine englische Militärpatrouille befand, durch eine Mine in die Luft gesprengt worden. Die Besatzung wurde allerdings nur leicht verletzt Un­weit Jaffa wurde ein Benzintan-kwagen von Bewaff­neten aufgehalten. Der Fahrer wurde gezwungen, den Wagen zu verlassen und dieser dann mit dem Inhalt entführt. _

Moskauer srechkeit

Warschau, 22. Oktober.

Einer Meldung der polnischen Telcgraphenagentur zufolge hat es der Sowjetgesandte in Prag sür richtig befunden, wegen der Auflösung der kommunistischen Partei in den tschcchischmährischen Gebieten bei den maßgeblichen tschechischen Stellen vorstellig zu werden. Das Ergebnis dieses Schrittes sei noch nicht bekannt.

Wie das nationale Präger BlattNarodni List!" mel­det, werden die jetzt auch in der Tschechei unbeliebte» Emigranten in Arbeitszwangslagern untergebracht.

flufruf ;um Vefreiungskampf in Sowjetrußland

Rom, 22. Oktober

Popolo d'Jtalia" veröffentlicht den Aufruf russischer Nationalrevolutionäre in Rußland, durch den zum' Kamps gegen Stalin aufgerufen wird. Nach Angaben der italienischen Zeitung erreichte dieser Ausruf der von derNational-Sozialen Union der neuen Gene­ration" unterzeichnet ist, in Sowjetrußland große Ver­breitung, trotzdem die GPU. mit allen Mitteln die Pro­klamation zu unterdrücken versuchte.

In-dem Aufruf heißt es u. a.:An die Menschen des unterdrückten Rußlands! Die Befreiung Rußlands liegt in unseren Händen. Mit dem ganzen Volk zusammen kämpfen wir gegen das Blutregiment, die Sklaverei die unverantwortliche Anmaßung her bolschewistischen Par­tei und gegen diese Regierung der Parasiten und Inter­nationalen. Wir kämpfen für die Brüderlichkeit aller Russen, die Freiheit der Arbeit, die Abschaffung der marxistischen Versklavung der Arbeiter und Bauern, für Privateigentum und freie Wirtschaft.

...

Ilnsor

Die Japaner nahmen Kanton.

Reichsminister Dr. Goebbels rechnete mit den Quertreibern und Scharlatanen unseres Jahrhun­derts ab.

Staatssekretär Vrinkmann richtete einen ernsten Appell an die Wirtschaft.

Reichsminister Dr. Frank sprach in Budapest.

Der Präsident des DDAC., Freiherr von Ealoff- stein ist gestorben.

Die Deutsche Lufthansa stellte für dieses Jahr ihre Transatla''tikslLge ein.

Die Gedenkfeier der NSDAP. in Pasewalk nahm einen erhebenden Verlaus.

Das Gauergebnis der ersten Reichsstraßensamm- lung übertraf alle bisherigen Ergebnisse.

Die Arbeitsgemeinschaften des VDM.-Werkes Glaube und Schönheit" im Untergau Bremen nehmen in der kommenden Woche ihre Arbeit auf. Mit einem Tag des Massenbesuchs begann der Bremer Freimarkt.

In Cuxhaven kamen bei einem Brande drei Men­schen nms Leben.