Ausgabe 
(17.10.1938) Nr. 286
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

krlch eint 7mal wSchenkllch

Monatsbezug ^ 2M einschl. Zu­stellgebühr; Postbezugspreis monatl. z,30 E < einschl. 44,24 4A4 Post­zeitungsgebühr) zuzügi. 42 4^4 Be­stellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Line Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Eins GmbH., Bremen, Geercn 6-k Fernspr.: 5 41 21, Nachtr.u.Sonntg. 811 15. Sprechz.: Verlag: werk«. 1213 Uhr; Schriftleitung Diens­tag und Freitag 12)413)4 Uhr.

parteiamtliche Tageszeitung

Has flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Anzeigen - Grundpreis«;

Die 22-mm-Zeil« im Anzeioenteil 13 4^4, die 78-mm-Zeile im Tert- teil 75 H/. Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Famkllenanzelgen u. a.s sowie sonstige Bedingungen Preis­liste' 7 lNachlaßstassel O). M' An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 1k Uhr. Geschäftsstellen: In Bremen:

Teeren 68, Fernspr. Nr. 5 41 21« Nachtruf und sonntags: Fernspr. Nr. 5 II 15? Obernstr. 8S, Fernspr. Nr. 54121. 8n Oldenburg, Gtaustraße 21, Fernspr. Nr. 3609. In Syke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches verkündungsblatt des Neichsstattlialters in Oldenburg und BremLn

Nr. 286 / S. Jahrgang

Montag, 1?. Oktober 1SZ8

kinzelpreis 15 Bpf.

Wir find nun flrbeiter des sichrers!

Konrad kenlein vor lvo 000 in flüssig

Ver Neichskommisfar dankt dem süstrer und den Sudelendeutschen / verkündung einer gewaltigen flrbeitsschlacht /kin Irümmerseld muß beseitigt werden"

Aussig, 17. Oktober

Nordwestböhmen, setzt wieder ein Teil des Grotzdeutschen Reiches, hatte am Sonn­tag seinen großen Tag. Fünf große Bezirke, Tetschen-Bodenbach, Aussig, Leitmeritz, Lobositz und Teplitz-Schönau hatten die Parteimitglieder mobilisiert und sie zu einer Großkundgebung in die -Elbestadt zusammengeführt, auf der Konrad Henlein dem Führer für seine geschichtliche Tat und den Sudetendeutschen für ihr tapferes Aus­harren im Kamps dankte und über weitere Maßnahmen zur restlosen Eingliederung des Sudetengaues in das Grotzdeutsche Reich und zum wirtschaftlichen Wiederaufbau sprach.

Stunden hindurch dauerte der Einmarsch der 160 083 Teilnehmer auf der wirkungsvoll ausgestalteten Kampf­bahn. Kurz vor Beginn der Kundgebung marschierten eine Ehrenkompanie der Wehrmacht und die erste Ab­teilung der in Aussig neu aufgestellten ll in die Kampf­bahn ein.

Wuchtig wie dieser grandiose Aufmarsch war auch die Eröffnung der Kundgebung. Rudolf Sandner von der Hauptleitung der SdP. gedachte der Toten, die für die Freiheit Südeten-dsutschlands ihr Leben gaben. Nach einer Rede des früheren Abgeordneten Richter sprach

Konrad kenleln

der, oftmals von dem B eis all der Massen unterbrochen, u. a. folgendes ausführte:

Wir sind heimgekehrt ins Reich. Unermeßlich ist der Dank, den wir dem Führer abzustatten haben. Gerade wir Sudetendeutschen, die das harte Geschick eines erbar­mungslosen nationalen Kampfes um deutschen Raum und deutschen Boden Jahrhunderte hindurch tragen muß­ten, die wir in den Zeiten des Niederganges des Reiches doppelt schwer fühlten, was die Stärke der Nation ge­rade sür den Grenztamps bedeutet; gerade wir tonnen ermessen, wie beispiellos die Tat des Führers in der Geschichte dasteht.

Wir danken es dem Führer, daß unsere Eingliederung ins Reich nicht der Heimkehr eines verlorenen Sohnes gleicht. Es ist vielmehr die Rückkehr einer kämpferischen Gruppe, die tapfer und mutig in der vordersten Front sich geschlagen hat, die stolz und frei den Marsch ins große Vaterland antreten konnte. Als wir, dem Unter­gang nahe, unseren Marsch begannen, kannten wir die Größe unseres Zieles.

Der Weg war steil und steinig, die Opfer groß und unerbittlich. Aber niemals hat uns in all der Not ei« Zweifel überfalle», niemals haben wir den Glauben verloren, weil wir wußten: Hinter uns im Kampfe und zur Seite steht das große deutsche Volk. Wir haben uns mit eisernen Kräften an unser Recht, an unser Bolkstum, an den Boden unserer Heimat geklammert, und nun wurden die harten Jahre des Kampfes von einem Sieg gekrönt, wie wir ihn schöner und herrlicher nicht denken können:

See süßrer hat uns heimgeholt in sein fleikh

Wir wissen heute, daß die Tat des Führers nicht nur uns die Erlösung und ein würdiges Dasei» geschenkt, sondern ganz Europa den bedrohten Frieden gerettet hat. Das wollen wir nie, das darf auch die Welt nie­mals vergesse».

Wenn wir dem Führer aus heißem Herzen Dank sagen, dann wollen wir dabei auch des Führers Soldaten gedenken. Die glänzendste Wehrmacht, die man jemals gesehen hat, hat in entschlossenem Vormarsch von unserer Heimat Besitz ergriffen. Wir haben das felsenfeste Ver­trauen und das untrügliche Wissen, daß der Boden, auf dem der Fuß des deutschen Soldaten steht, nie mehr dem Reich entrissen werden kann.

Und nun, deutsche Männer und Frauen des Sndeten- landes: Da wir wieder in Freiheit atmen, da die Not und der Kampf um die einfachsten Volks- und Lebens­rechte ein Ende hat, möchte ich auch Euch danken für die Treue, für die Opfer, für die Zucht und das Ausharren, die ich in all den Jahren von Euch fordern mußte.

Jeder von Euch, der auf seinem Posten ausharrte, der den Kreis seiner Verantwortung mit seiner ganzen Kraft verteidigte und erfüllte, hat Anteil an dem Siege, der auch e-in Sieg der sudetendeutschen Volksbewegung ist. Der Kampf ist zu Ende.

Sie gewaltigen flufgaben des flufbaues

stehen nun vor uns. Es ist mein entschlossener Wille, daß die Ungleichung an die Einrichtungen des Reiches in Verwaltung und Wirtschaft, in Partei und Staat iy kürzester Zeit vollzogen ist. Das Sudetenland muß in kürzester Zeit ein kräftiges und vollwertiges Glied des Reiches werden.

Die Tschechen haben uns ein furchtbares Erbe hinter­lassen. Die Spuren ihrer Herrschaft, die uns der Not und dem Elend preisgegeben hat, sollen ausgelöscht werden. In tiefer Dankbarkeit gedenken wir der tat­kräftigen Hilfe, die uns in den Befreiungstagen aus dem Altreich brüderlich geboten wurde Aber wir wollen auch aus eigener Kraft mithelfen, daß die schleichende Not, die soviele Jahre an unserem Mark zehrte, in ihren Wurzeln ausgetilgt wird.

(Fortsetzung auf Seite 2)

öroßdeutsches Volksfest in München

Höllisches Jagdmuseum eröffnet einzigartiger sesyug Jubel um die kgerländer

Ausgestaltung des Jagdmuseums 50 000 RM. zur Ver-

München, 17. Oktober

Bei herrlichem Herbstwetter wurde am Sonntag in München unter riesiger Anteilnahme der Mün­chener Bevölkerung das Großdeutsche Volksfest gefeiert. Sonderzügc aus dem Sudedenland, aus allen Gauen der Ostmark und aus Bayern brachten ferner zahllose Gäste in ihren heimatlichen Trachten, die dem Stadtbild schon vom frühen Morgen an eine lebensfrohe, farben- sreudigc Note gaben.

Der große feierliche Akt des Tages war die Ein­weihung des Deutschen Jagdmuseums. Viele Ehren­gäste aus Partei, Staat und Wehrmacht sowie Ver­treter des Konsularkorps nahmen an der Feier teil. in deren Verlaus der Schöpfer des Museums, Prä­sident Weber, die Gäste begrüßte und mitteilte, daß dem neuen Jagdmuseum auch ein Fischereimuieum an­gegliedert werde. Oberbürgermeister Reichsleiter Fieh- ler übernahm dann das Jägdmuseum in die Obhut der Stadt. Staatsminister Gauleiter Wagner richtete an­schließend einen Appell an alle zur tatkräftigen For­derung dieses neuen deutschen Kulturwerkes.

Ministerpräsident Siebert gab eine Darstellung der volkswirtschaftlichen, kulturellen und sittlichen Bedeu­tung der Jagd, schilderte die Aufgaben des Jagd­museums als unerschöpfliche Fundgrube für die jagd­liche Kunst, als eine Stätte der Naturliebe für jeden Volksgenossen, als Lehrschau und wissenschaftliche Forichungsstätle. Namens der bayerischen Landes­regierung stellte er als Geburlstagsgabe zur werteren

füguno. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer erklärte der Ministerpräsident das erste Deutsche Jagdmuseum für eröffnet.

Im Anschluß an den Festakt bewegte sich der große Festzug1000 Jahre Jagd und 1000 Jahre Tracht" durch die von unübersehbaren Menschenmassen um­säumten Straßen, ein unendlich farbenprächtiges, in dem Reichtum der Trachten einzigartiges Schauspiel. Nachdem die Schützen des Deutschen Landesschützenver­bandes den ebenso fröhlichen wie festlichen Auftakt gegeben hatten, folgte als glanzvolles BildDie Jagd im Wandel, der Jahrtausende", die, angefangen von grauer Urzeit bis heraus zu unseren Tagen, die viel­gestaltige Entwicklung von Jagd und Weidwerk schilderte.

Anschließend zog in fast endlosen Reihen ein farbiges Kaleidoskop von Volkstrachten aus den alten und neuen deutschen Gauen vor den Augen der entzückten und begeistert jubelnden Zuschauer vorüber. Zwischen die schmucken Paare reihten sich die schönen Festwagen der verschiedenen Gaue, geschmückt mit den Erzeugnissen und Wahrzeichen, den Wappen und Sinnbildern der Landschaft. Ein wunderbares Bild deutschen Volks- tums, deutscher Bodcnständigkeit und Volkskultur, nicht zuletzt aber auch ein Zeugnis deutscher Heimatliebe und deutschen Gemütes.

Immer lauter wurde der Jubel, der aus den Menschenmauern auf den Straßen quoll: Es nahte die

Vonau-Kder-Kanal kommt

Sroß-Wien feierte feinen öeburtstag Sebietsmößig die größte deutsche Stadt

lkÜLensr Drsktbsriebt cker Bremer Aeitunp?)

Wien. 17. Oktober

Am 18. Oktober feierte die ganze Ostmark den Ge­burtstag Grotz-Mens, an diesem Tage wurden 97 Orte rn Eroß-Wien eingemeindet. Der Einwohnerzahl nach kommt sie mit zwei Millionen jetzt an zweiter Stelle hinter der Reichshauptstadt Berlin. Die Grenzen der Ttadt umfassen heute 1218 Quadratkilometer und daunt 33t Quadratkilometer mehr als die Grenzen Berlins. Wien ist gebietsmäßig die größte Stadt des Reiches ge- worden.

^ürgerinsister Dr.-3rrg. Newbacher bereiste am Wochen­ende alle neu eingemeindeten Ortschaften und nahm ste in Eroß-Enzersdorf durch Empfang der Kette des bis­herigen Bürgermeisters symbolisch in Besitz.Jede Ent­wicklung des Hafens", so erklärte Bürgermeister Dr. Neubacher bei der Eingemeindung, als er aus den Aus­bau des Wiener Donauhafens zu sprechen kam,wird ori'auwärts gehen, und wenn wir hier etwas planen, dnin planen wir nach unserem Stil nicht nur für zehr 'öohre, sondern aus hundert Jahre hinaus."

And weiter gab der Bürgermeister bekannt, daß die neue politische Lage in Europa und das neue Ver­hältnis zur Tschecho-Slowakei den Ausbau des Donau- Oder-Kanals ermöglichen.

Ueherall auf seiner ersten Fahrt durch die neuen Gebiete Eroß-Wiens gab Bürgermeister Dr. Neubacher großzügige Pläne sür den Ausbau der Stadt bekannt. In Klosterneuburg, wo eine dort gezüchtete Dahlienart am Sonnabend den NamenGroß-Wien" erhalten hat, zeigte der Bürgermeister neue Wege zur Erschließung des Verkehrs auf:Wir werden die Verkehrsverhält­nisse verbessern," sagte Dr. Neubacher,und werden uns zu diesem Zweck vor allem mit der Deutschen Reichsbahn ins Einvernehmen setzen. Vor allem haben wir die Absicht, den Bau einer Reichsautobahnbrücke im Gebiet von Klosterneuburg durchzusetzen und den Anschluß an das Höhenstratzennetz der Stadt Wien zu vollziehen. Noch hundert andere Pläne gab Bürger­meister Dr. Neubacher bekannt. Er handelt damit nach dem Gesetz, daß er an diesem Geburtstag Eroß-Wiens in einer Festrede aussprach:Was als richtig erkannt wird, daß wird mit Entschlossenheit angegangen und durchgeführt!"

deutsche Ostmark, es kamen die Salzburger und die Tiroler mit ihren prächtigen Trachten und Uniformen, ihren alten Fahnen und Wappen, es kamen die Kärnt­ner und Steiermiirker in der ganzen Schönheit und Leuchtkraft ihrer Heimatgewänder, es kamen, Heil rufend und Tücher schwenkend, eingehüllt in einen Jnbelsturm der Begeisterung, die befreiten Brüder und Schwestern aus dem Egerland.

Nachdem der Zug' auf der Oktober-Festwiese ange­kommen war, entwickelte sich dort in den Nachmittags­stunden ein großes Volksfest.

Lee HÄüste äekeiü «ür Löesfra

Von 6.V/orc! ?tics

Der bekannte englische Journalist und Schrift­steller hatte die Freundlichkeit, uns die nachstehen­den Betrachtungen zur Verfügung zu stellen.

Nachdem die große Krise vorüber ist und die Politik Lhamberlains und Daladiers von einer entscheidenden Mehrheit ihrer Parlamente gebilligt wurde, ist es mög­lich, sich in aller Ruhe noch einmal mit den Umständen zu befassen die Europa im vergangenen Monat inner­halb von 48 Stunden beinahe an den Rand eines furchtbaren Krieges brachten. Als Engländer, der Ge­legenheit hatte, fortlaufend die Entwicklung einer Lage zu beobachten, von der wir alle hoffen, daß sie nie wiederkehren möge, bin ich der Meinung, daß die Gründe für die Zuspitzung der Krise im wesentlichen darin zu suchen sind, daß sich im entscheidenden Augen­blick bei den beteiligten Ländern eine Verschiedenartig- keit der Auffassungen im Hinblick aus die zeitliche Lö­sung der Krise herausstellte.

Für Deutschland war das sudetendeutsche Problem schon seit langem Anlaß zu ernsten Besorgnissen. Jahre hindurch beobachtete Deutschland mit wachsender Er­bitterung die ungerechte Behandlung der deutschen Min­derheit durch die tschechische Regierung. Führende Per­sönlichkeiten des Dritten Reiches hatten unmißver­ständlich wenn nicht öffentlich, so doch zumindest l» privater Unterhaltung mit maßgebenden Ausländern ihre Absicht kundgetan, diesen Zustand durch eine Ein« gliederung der Sudetendeutschen in das Reich zst andern.

Aus diesem Grunde erblickte das deutsche Volk und seine Staatsführung in der Krise vom September 1938 nichts anderes als den natürlichen und ebenso unver­meidlichen Höhepunkt eines langwierigen Prozesses, dessen Merkmale auf deutscher Seite schon seit langem bekannt waren. So offenkundig und unbestreitbar er­schien Deutschland die Notlage des Sudetendeutschtums, daß es das mangelnde Interesse anderer Länder sogar notwendigerweise als den Ausdruck eines grundsätzlich schlechten Willens gegenüber den berechtigten Forderun­gen des deutschen Volkes auffassen mußte.

Wenn die sudetendeutsche Frage vom gesamten deut« schen Volke unter diesen Gesichtspunkten betrachtet wurde, so ist es andererseits eine ebenso unbestreitbare Tatsache, daß der überwiegende Teil des britische» Volkes mit diesem Problem nicht im mindesten ver­traut war. Der Träger eines Schuhs weiß gewöhnlich, wo er drückt und wenn andere demgegenüber gleich­gültig bleiben, so ist das darauf zurückzuführen, daß er nicht den gleichen unbequemen Schuh trägt.

Ehe'Lord Runciman durch die britische Regierung Anfang August nach Prag entsandt wurde, hatten 90 Prozent der Bewohner Großbritanniens kaum jemals das WortSudetendeutsche" gehört und noch weniger kannten sie ihre Leiden und die Ursache, auf die sie zurückzuführen waren. Es liegt der britischen Öffent­lichkeit nicht, sich um politische Probleme Zentral­europas zu kümmern. Der Horizont ihrer Interessen ist weiter gesteckt. Eine ganze Reihe wichtiger Ereig­nisse beanspruchten während der letzten ein oder zwei Jahre die Aufmerksamkeit des britischenMannes auf

Umbau der tschechischen Wirtschaft

Zusammenarbeit mit Veutschland notwendig Neue flufgaben für die Slowakei

(Orabtbsrivbt unseres kraxsr Vertreters)

Prag, 17. Oktober

Mit diesen Fragen des Wirrschastsneubaues des tschecho-slowakiichen Reststaates beschäftigt sich die Prä­ger Presse. Allgemein wird die Ansicht vertreten, daß eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland die einzige Möglichkeit für eine gün­stige Wirtschasrsentwicklung im böhmischen Raum bie­ten kann. Einen gewissen Aüsgleich für den Verlust von Jndustriewerten in den an Deutschland und Polen abgetretenen Gebieten hofft man in tschechischen Wirt­schaftskreisen durch eine stärkere Ausnutzung der Bo- dcnreichtllmer und Rohstoffquellen der Slowakei zu erzielen. In der Slowakei finden sich zum Teil recht ergiebige Vorkommen von Eisen, Kohle, Zink, Blei,

Mangan, Salz, Naphtha und Silber. Die Hoffnungen geben bereits soweit, Laß man glaubt, in einigen wahren aus der Slowakei ein industrielles Zentrum machen zu können.

Die Auswirkungen der Gebietsverluste aus die tschecho-'lowakvche Zahlungsbilanz sind außerordentlich groß, wenn sie sich zahlenmäßig auch noch nicht genau abschätzen lassen. Die größte Fabrik der tschechischen Autoindustrie, die Tatra-Werke in Nesselsdorf, ist verlorengegangen.

Neue Wege in der Präger flußenpolitik

Prag, 17. Oktober

Zu der Reise des Präger Außenministers nach Deutsch­land und den damit zusammenhängenden unmittelbaren !

Auswirkungen auf die nächste politische Orientierung der Sie Kominternsiliale in Praq ausgelöst werden soll " ^ .. das voltssozialeEchte --- . ----- - " - ' --

Politik nach dem Weltkriege ihren Abschluß. Von dem mannhaften Bekenntnis zu unseren Irrtümern führt ein ebenso aufrichtiger Weg zur Ernüchterung, deren Ergeb­nis die Erklärung unseres neuen Außenministers war: durch das Anbahnen eines guten Verhältnisses zu Deutschland wünschen wir auf neue Wege zu gelangen.

tstvalkowskg vor dem Ministerralinprag

Prag, 17. Oktober

Außenminister Dr. Chvalkowsky erstattete, wie amt­lich mitgeteilt wird, nach seiner Rückkehr nach Prag dem Ministerrat Bericht über seine Besprechungen in Berlin und München. In der nächsten Woche sollen die Be­ratungen der einzelnen Fachkommissionen fortgesetzt werden. Der Ministerrat beschloß, als Delegierte für die Verhandlungen in Berlin Finanzminister Dr. Kalfus, Minister sür Industrie, Handel und Gewerbe Karoas, Landwirtschaftsminister Dr. Feierabend und Minister ohne Portefeuille Vavrecka zu bestellen.

fluflösung der kommunistischen Partei in der sschechei?

Warschau, 17. Oktober.

Nach Meldungen der Polnische» Telegraphenagentur aus Prag ist der Leitung der Kommunistischen Partei auf tschechischem Gebiet von der Präger Regierung empsohlen worden, die Partei auszulösen. In der Mel­dung wird der Ansicht Ausdruck gegeben, daß tatsächlich

Tschecho-Slowakei schreibt

Slowo": Der Reichskanzler hat die Versicherung des tschechischen Außenministers mit Befriedigung zur Kenntnis genommen, daß die Tschecho-Slowakei zu Deutschland eine loyale Haltung einnehmen wolle. Das ist ein historischer Meilenstein in den Beziehungen un­seres Staates zu dem großen Nachbarn, denn durch diese Erklärung findet die zwanzigjährige Epoche unserer

Das Archiv sei zum Teil bereits nach Uzhorod gebracht worden.

Die Warschauer Presseagentur ATE. berichtet auch über die Verhaftung verschiedener Komintern-Agenten und des Schriftleiters des offiziellen Organs der Kom­munistischen Partei, desRüde Praoe", Felix Kohn, der mehrere Jahre lang in Moskauausgebildet" wor­den war.