Ausgabe 
(18.12.1939) Nr. 348
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Meiner ZeNno

partLiamriiche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien HansestaSt Vremn,

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der Nationalsozialisten Bremens

flmrliHes NerkünSllngsblaN des NeiHsstaltiialters in Oldenburg und vremen

Nr. Z48 / 9. Jahrgang

Montag. 18. Dezember 19Z9

Linzeipreis IS Nps.

Über eine Million Tonnage versenkt

Aufschlußreiche Mlrmz -es Seekrieges

Unverändert schwerste Verluste des seindes / lodesscchrten nach kngtand

Berlin, 18. Dezember.

Auf Grund englischer und übereinstimmender Be­richte in der neutralen Presse sind in der zweiten De- zembcrwoche (8. bis 14. Dezember) in den englischen Gewässern wenigstens 32 englische oder neutrale Han­delsschiffe mit einer Gesamttonnage von 119 324 Tonnen zu Grunde gegangen. Darunter befinden sich 24 eng­lische Dampfer mit einer Gesamttonnage von 97 771 Tonnen und acht neutrale Schiffe mit zusammen 21 883 Tonnen.

Dazu kommt eine Reihe weiterer Schiffe mitunbe­kannten Namen", die entweder Minen zum Opfer fielen, oder durchZusammenstöße"Feuer",Riffe" und .Sandbänke" zerstört wurden. Ferner wurde i-i der zweiten Dezemberwochc der Untergang von drei eng­lischen Zerstörern mit einer Gesamttonnage von 4088 Tonnen zugestanden.

Da in der ersten Dezemberwoche der Untergang von wenigstens 121727 Tonnen (Handelsschiffe) bekannt wurde, betragen die Verluste in beiden Dezemberwochen wenigstens 241981 Tonnen, ohne Einrechnung der Zer­störer. Damit nähert sich die Mindestziffer dkr seit Kriegsbeginn im Zusam'menhang mit der englischen Zandelsschifsahrt gesunkenen Dampfer einer Million, zu­mal in der Zeit von Kriegsbeginn bis 29. November wie bereits mitgeteilt der Untergang von minde­stens 733 7K8 Tonnen sicher war.

Einschließlich der von London vor einigen Tagen zu­gegebenen Verluste der englischen Kriegsflotte in Höhe von 74 043 Tonnen die wirklichen Verluste sind zweifellos höher beläuft sich der verlorengegangene Schiffsraum der englischen Kriegsflotte und der Han- delsschifsahrt von und nach englischen Häfen bis 14. De­zember aus wenigstens 1 089 884 Tonnen.

IoSes;one auch vor Newcastle

, Amsterdam, 18. Dezember.

Die englische Admiralität sah sich am Wochenende ge­nötigt, mitzuteilen, daß auch der nördliche Teil der Ostküste durch Minen unbefahrbar geworden sei. Durch

Lettische Luftangriffe erneut gescheitert

Berlin, 18. Dezember

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine nennenswerten Kampfhand­lungen. Die Luftwaffe führte Aufklärungsflüge über den' Rordseegebieten durch. Versuche britischer Bomben- sluazeuge, in der Nacht vsm 16. zum 17. Dezember die Inseln Sylt und Norderney anzugreifen, scheiterten. Eine Anzahl Bomben fiel in die See."

erfolgreiches Siosttruppunlernestmen

Berlin, 18. Dezember.

Am Sonnabend stieg ein Stoßtrupp im Grenzgebiet ostwärts der Mosel südwestlich Kandern vor und ge­riet in ein zeitweise recht heftiges Gefecht nnt der Be­satzung von sechs feindlichen Unterständen. Ve, diesem Unternehmen, in das auch die Artillerie eingrrsf, wur­den dem Gegner erhebliche Verluste zugefügt, wahrend die eigenen Verluste gering waren. Zwei Mann des Stoßtrupps werden vermißt. Die eingebrachten Ge­fangenen ermöglichten wichtige Auchlusse über d,e Feindlage.

die neue Minensperre werde in erster Linie die Tyne- Miindung mit dem Hafen Newcastle betroffen. Mehrere Nordseehäfen in Schottland sind nur unter größter Ge­fahr auf den Schiffahrtsstraßen erreichbar. Mit ziem­licher Beklemmung haben sowohl englische 'wie neutrale Schiffahrtskreise davon Kenntnis genommen, daß sich die gefurchtste Todeszone außerordentlich weit nach Nor­den ausgedehnt hat.

»flmble" auf eine Mine gelaufen

London, 18. Dezember.

Der britische DampferAmble" (1182 Tonnen) ist durch eine Mine versenkt worden. Die 17 Mann starke Besatzung ging am Sonnabend an Land, nachdem sie sieben Stunden mit offenen Booten auf der See ge­trieben war.

Panzerschiffffdmiral Sraf Spee" durch eigene Sprengung vernichtet

vnb. Berlin, 18. Dezember Die zur Wiederherstellung der Seefähigkeit des PanzerschiffesAdmiral Graf Spee" benötigte Zeit wurde von der uruguayischen Regierung ver­weigert. Unter diesen Umständen entschloß sich der Kommandant! das Schiff außerhalb der urugud-

yischen Hoheitsgewässer durch eigene Sprengung zu vernichten.

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Mit heldenhafter Pflichterfüllung hat der Kom­mandant der ruhmreichen Tradition unserer Ma­rine gemäß gehandelt und das siegreiche Panzer­schiff nach Durchführung seiner Aufgaben feind­licher Einwirkung mannhaft und zielbewußt ent­zogen.

Ppser fern von der Heimat

Sauleiter Sohle sprach zu den deutschen Seefahrern im stusland

Berlin, 18. Dezember.

Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, der gleichzeitig der Gauleiter >der deutschen Seefahrer ist, sprach über sämtliche Richt­strahler des deutschen Kurzwellensenders zu den deut­schen Seeleuten, die zum Teil seit Ausbruch des Krie­ges mit ihren Schiffen in neutralen Häsen festliegen.

Der Gauleiter brachte in dieser Ansprache zum Aus­druck, wie eng sich ganz besonders heute die Heimat mit diesen Seeleuten verbunden fühle, und wie alles getan wird, um ihr Los zu erleichtern und für ihre Angehörigen in der Heinrat zu sorgen. Durch Reichs­gesetz sind die Familien dieser Seefahrer den Ange­

hörigen der zur Wehrmacht . einbe-ufepen Soldaten gleichgestellt. Damit erhalten sie n n auskömmlicher Unterstützung Kinderzulagen, Ancoildungsboihilfsn, Krankenfürsorge und Beihilfen für etwa eingegangene Verpflichtungen im Rahmen des Haushaltes. Weiter haben sich die deutschen Reedereien bereiterklärt, nach Möglichkeit auftretende Härten auszugleichen.

Die Heimat", so führte der Gauleiter dann weiter aus,und die deutsche Volksgemeinschaft muß heute auch von euch Opfer fordern. Euer Geist muß sich nun bewähren. Wie eure Vrüder in der Heimat, steht ihr vor der großen Probe eures Charakters und eurer Ge­sinnung, Ich vertraue auf euch alle.

kngland ein Schnippchen geschlagen

Vampferkrlangen" des NSL. fuhr mir behelfsmäßigen Segeln von flustralien nach lhiie

Berlin, 18. Dezember

Wie ein deutscher Dampfer den Engländern ein Schnippchen schlug und auf abenteuerliche Weise schließ­lich in einen neutralen siidamerikanischon Hafen ge­langte, zeigt der folgende Bericht des Kapitäns des DampfersErlangen" des Norddeutschen Lloyd.

Der DampferErlangen" hatte Ende August in dem Hafen von Dunedin auf Neuseeland seine Ladung ge­löscht und wollte einen australischen Hafen zur Ergän­zung seines Kohlevorrats anlaufen. Unterwegs erhielt er Nachricht von der drohenden Kriegsgefahr. Darauf­hin beschloß Kapitän Grams, sofort die Hauptdampfer­linie zu meiden. Es gelang ihm, «inen großen Haken zu Wagen und ohne Lichter endlich eine unbewohnte Insel zu finden. Da er nur noch einen geringen Kohle- vorrat an Bord hatte, war es völlig unmöglich, damit einen neutralen Hafen zu erreichen. An Hand des Se­gelhandbuches wurde ein günstiger Ankerplatz in einer Bucht ausgemacht. Nachdem durch dauerndes Loten die

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Wassertiefe festgestellt war, lief das Schiff eines Nach­mittags ein. Die Bucht lag so, daß sie von der See her nicht einzusehen war. Damit war das Schiff zunächst einmal gesichert. Aber wie nun weiter? Zunächst wurde nach dem Segelhandbuch eine Seekarte angefertigt. Die Besatzung fand außerdem ein Proviantdepot für Schiff­brüchige,

Am nächsten Tage entschloß sich Kapitän Krams, zur Kohleersparnis für den Vordbedarf, für Heizung, Kiihl- maschine und Küche, die nötige Holzmenge zu schlagen, zu zerkleinern und an Bord zu bringen.

Der erste Ingenieur stellte bei dieser Gelegenheit fest, daß das Holz einen guten Heizwert hatte und etwa den dritten Teil einer Tonne Kohle wert war. Und so wurde der Entschluß gefaßt, die fehlende Kohle durch Holz zu ersetzen, die Kessel mit Holz,zu heizen und so vielleicht einen neutralen Hafen zu erreichen. Um recht viel Holz zu sparen, wurde die Kiihlmaschine stillgelegt und der Bordbedarf möglichst verringert.

Trotz der kühlen Witterung, durch Nebel und kalte Winde das Thermometer zeigte meist nur ^6 Grad wurde die Heizung nur abends für zwei Stunden angestellt. In den nächsten Tagen war die ganze Be­satzung damit beschäftigt, Bäume zu fällen, zu zersägen und das Holz zu zerkleinern Behelfsmäßig wurde eine Winde hergestellt, um das schwere Holz an Bord zu bringen. Der ganze Transport von Land an Bord mußte mit den vier Rettungsbooten ausgeführt werden.

Der Kapitän mußte bald erkennen, daß auf diese Weise die nötige Holzmenge nur in monatelanger Arbeit an Bord zu schaffen wäre. Das Schiff mußte deshalb näher an Land gebracht werden. Das brachte wiederum die Gefahr mit sich, daß das Schiff auflaufen oder auf Strand geworfen werden konnte, wenn einmal schwere See war, und es dann ohne fremde Hilfe nicht wieder loskäme. Trotz dieser Gefahr entschloß sich Kapitän Grams, diesen Weg zu gehen und das Schiff näher an Land zu bringen. Die für das Aufsetzen des Schiffes ge­plante Stelle wurde gelotet, es wurden Erundproben entnommen und Steine nicht festgestellt, sondern nur mufchelscidiger Boden, So war es möglich, das Schiff Lei Hochwasser in langsamer Fahrt und mit leeren Tanks auf diesen Muschelboden aufzusetzen, wo es dann durch alle Anker genügend gesichert würde. Aus Reserveschutz­blechen für Winden wurden von den Ingenieuren die nötigen Schrotsägen hergestellt. Das Schiff lag etwa 120 Meter vom Lande entfernt. Um die Beförderung des Holzes mit den Booten zu beschleunigen, wurde zwischen dem Land und dem Schiff eine Treidelleine ausgebracht. Das Holz wurde zum Teil auch zu Flößen zusammenge­bunden und an das Schiff geschafft. Während die In­genieure und das ganze technische Personal das Fällen und Sägen des Holzes übernahmen, waren die Offiziere und Matrosen mit dem Transport und dem Verstauen des Holzes beschäftigt,

Jeder Mann mußte zugreifen. Aus diese Weise gelang es, unter Abzug der Holzmcnge siir den eigen«» Ver­brauch innerhalb eines Monats über 400 Tonnen Holz an Bord zu schassen. Der Weg nach Südamerika betrug etwa 8000 Seemeilen.

(Fortsetzung auf Seite A

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R. käü. Nachdem die Umsiedlung der Baltendeutschen in überraschend kurzer Zeit zum erfolgreichen Abschluß gebracht werden konnte, rückt die bevorstehende Heim­kehr vieler tausend Volksdeutscher aus dem russi­schen Interessenbereich des ehemaligen polnischen Zweckgebildes in den Brennpunkt der erschöpfenden Neu­ordnung des Ostens, Die deutsch-russischen Vereinbarun­gen haben vor einiger Zeit, wie erinnerlich, die Vor­aussetzungen zu einer außerordentlich großzügigen Lö­sung des gesamten Fragenkomplexes geschaffen, was um so lebhafter zu begrüßen ist, als durch diese organisa­torisch bis ins kleinste vorbereitete Umsiedlungsaktion allein über 120 000 Volksdeutsche erfaßt werden dürften, die dem- Rufe Adolf Hitlers aus innerstem Antrieb Folge leisten werden. Aus vier Hauptsiedlungs­gebieten werden nun bald die aufbaufreudigen Volksdeutschen Männer und Frauen, denen nach Jahren bitterster Knechtschaft das Glück der Mitarbeit im na­tionalsozialistischen Deutschland zuteil wird, dem Sied­lungsraum der wiedergewonnenen deutschen Ostprovin­zen zuströmen: aus Wolhynien, Galizien, dem Gebiet um Vialystok und der Landschaft des Narew.

Ein weit in die Geschichte zurückreichender helden­hafter Kampf um die Erhaltung ihres Volkstums hat diesen wettevharten Vorposten der deutschen Blutsgemeinschast ihr besonderes charakter- liches Gepräge gegeben. Am frühesten setzte die Arbeit deutscher Ostsiedler in Galizien ein, wo schon im Mittelalter Bauern und Handwerker deutscher Stämme als tonangebende Kulturträger in Erscheinung traten. Dieser Vlutstrom versickerte jedoch im Laufe der Jahr- bunderte zu einem nicht geringen Teil im fremden Volkstum, Zu einer mehr oder weniger planmäßi­gen Besiedlung der galizischen Gebiete kam es erst unter österreichischer Leitung nach 1772, und zwar dauerte dieser Kolonisationsprozetz bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts, Sogenannte Ansiedlungspatent« Kaiser Josephs II, zogen aus fast allen Gauen des Rei­ches, besonders aber aus Mainfranken und Württem­berg, zahlreiche Auswanderungslustige heran, fo daß in wenigen Jahrzehnten in Galizien Hunderte von deut- >hen Ortschaften entstanden, 1860 zählte man in dem genannten Raum 114 000 Deutsche, 1910 dagegen nur 66 000, Welche Ursache hatte dieser starke Rückgang des deutschen Anteils an der Bevölkerung Ealiziens? Ein­mal war es die Landflucht ganzer Familien, deren Erb- träger in den Industriestädten zu einem Teil dem deut­schen Dolkstum verlorengingen: zum anderen hatten unzählige, vom Mutterland lo gut wie gar nicht betreute Siedler die Auswanderung in andere Gebiete des wei­ten Ostens dem (unter den damaligen Umständen aus­sichtslosen) Kampf mit den von jüdischen Elementen verschärften wirtschaftlichen Schwierigkeiten vorgezogen. Für die in 184 Dörfern auf rund 20 000 Sisdlersteklen seßhaft gebliebenen Deutschen begann dann mit dem Ausbruch des Weltkrieges eine von Jahr zu Jahr schwerer drückende Leidenszeit. Den will­kürlichen Verschleppungen nach Sibirien und der Mässenflucht des Landvolks folgten' die Verwüstungen im Kriegsgebiet, Als später die Kampffronten desWelten- Lrandes im Osten kaum anseinandergefallen waren, wurde die Bevölkerung von den Schrecken des polnisch­ukrainischen Krieges heimgesucht. Doch auch in den bei­den ersten Jahrzehnten nach dem Völkerringen kehrte in die Reihen der Deutschen Ealiziens keine Ruhe, kein Friede ein: mit den brutalen Polonisierungsmaßnah- men der verblendeten Warschauer Machthaber tobten sich auf allen Gebieten des kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens die niedrigsten Haßinstinkte der treuenHerrscher" aus. Der Gesinnunqsterror der Polen kannte keine Grenzen: unzählige Deutsch« wurden von

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Unser ^SNessffrSesel

(Die bsutigs Lnsgsbs umkallt ssebs Leiten)

Ein erfolgreiches deutsches Stoßtruppunternehmen wird aus dem Westen gemeldet.

Bisher wurden über eine Million feindliche und neutrale Tonnage versenkt.

Das PanzerschiffAdmiral Graf Spee" hat sich selbst versenkt.

Kommodore Ahrens stand mit derVre»leil"-Ve- satzung in Berlin im Mittelpunkt eindrucksvoller Ehrungen.

Von seiner abenteuerlichen Rettung in einen neutralen Hafen berichtet der Kapitän des NDL.- DampfersErlangen".

Die Moskauer Presse führt erneut eine scharfe Sprache gegen die englisch-französischen Kriegs­schuldigen.

Im Rahmen würdig gestalteter Feiern wurden gestern in den Ortsgruppen 8288 Ehrenlrcuze an Bremer Mütter verliehen.

Im Fußball-Punktspiel siegte Eaumeister VfL. Osnabrück über Bremer SV. 3:0.

Werder und Hannover 98 trennten sich im Freund- schafts-Fuhballspiel unentschieden mit 1:1.