Ausgabe 
(15.12.1939) Nr. 345
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parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Freien ftansestavt Vremm

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der Nationalsozialisten Vremens

flmMHes Verkündungsblakt des Neichsstattlialters in Oldenburg und Lremen

Nr. Z45 / 8. Zaizrgang

Freitag, 15. Dezember 19Z9

Linzelpreis 15 Npf.

Schwarzer lag für knglanö

Bravourstück des «Bros Spee"

S britische Bomber abgeschossen

deutscher See-krfolg an der La-Plata-Mündung — Kampf mit drei britischen Kreuzern Zerstörer „ducheß" gesunken — Zwei weitere englische Dampfer versenkt

Kroßer tustkampf zwischen wangeroog und Spiekeroog — Messerschmitt-Nugzeuge zersprengten in kurzer Zeit zwölf modernste englische Kampfflugzeuge

Berlin, 18. Dezember.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Neben geringem feindlichen Artilleriestörungsfeuer auf das Vorfeld an der Front zwischen Mosel und Rhein lebhaftere Spähtrupptätigkeit. An mehreren Stellen konnten wiederum Gefangene gemacht werden. In den letzten Tagen fanden Operationen der Seestrcitkräfte in der nördlichen Nordsee statt. Auf dem Rückmarsch er­eignete sich bei einem leichten Kreuzer eine Unterwasser- detonation. Die Schäden sind geringfügiger Slrt, das Schiff ist in den Heimathafen zurückgekehrt. Das Pan­zerschiff „Admiral Graf Spee", eines der seit Kriegs­ausbruch in den atlantischen Gewässern operierenden Kriegsschiffe, stieß gegen den Eeleitzugweg La Plata— europäische Gewässer vor und versenkte die britischen Dampfer „Tairoa" (7983 Tonnen) und „Streonshall" (3835 Tonnen). Hierbei kam das Panzerschiff in Ee- sechtsberiihrung mit dem schweren englischen Kreuzer „Exeter" und den leichten Kreuzern „Ajax" und „Achil­les". Bei dem Gefecht gelang es dem Panzerschiff, den zahlenmäßig überlegenen feindlichen Streikräften

schweren Schaden zufügen. „Exeter" mußte sich mit

schweren Treffern aus dem Gefecht zurückziehen. Einer der leichten Kreuzer wurde gleichfalls schwer beschädigt. Das Panzerschiff „Admiral Gras Spee" erhielt seiner­seits einige Treffer. Zur Zeit befindet es sich in dem Hefen von Montevideo (Uruguay). Die britische Ad­miralität teilt den Verlust des Zerstörers „Ducheß" in den heimatlichen Gewässern mit."

„Graf Spee" traf, nach den aus Montevideo vor­liegenden Meldungen, am Mittwoch gegen 6 Uhr mor­gens etwa 20 Seemeilen östlich von Puuta del Este die drei englischen Kreuzer „Exeter", „Achilles" 'und „Ajax". Das deutsche Panzerschiff eröffnete sofort das Feuer. Das Donnern der Geschütze war in einem 80 Meilen vom Kampfplatz entfernten Ausflugsort an der Küste deutlich zu hören. Auch in Punta del Este hörte man das Krachen der Breitseiten. Das Meer bedeckte sich mit dichtem Rauch.

Später sah man, wie der Kreuzer „Exeter", von schweren Salven des „Gras Spee" zugedeckt, schwer zu­sammengeschossen wurde und der englische Kreuzer „Ajax" flüchtete. Die Ausbauten der „Exeter" glichen bald nur noch einem wüsten Gewirr verbogener Stahl- und Eisenträger.

Die Kommandobrücke wurde weggefegt. Ein Treffer setzte eine der Maschinen der „Exeter" außer Betrieb, so daß der englische Kreuzer gezwungen war, seine Ge­schwindigkeit zu vermindern. Weitere Salven des „Graf Spee" zwangen schließlich den englischen Kreuzer, ab­zudrehen und aus dem Gefecht auszuscheiden.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Berlin, 15. Dezember.

Zwischen Wangeroog und Spiekeroog ist es gestern nachmittag zu einem großen Lustkamps zwischen deut­schen Jagdflugzeugen und englischen Bombenflugzeugen gekommen.

Die Engländer, die frühzeitig erkannt wurden, hatten zwölf Langstreckenbomber, ihre modernsten Kampfflug­zeuge, eingesetzt. Der englische Verband wurde von den bewährten Messerschmitt-Flngzeugen angegriffen und in Kürze gesprengt. Hierbei wurden acht Engländer ab­geschossen. Ein deutsches Jagdflugzeug mußte aus See niedergehen.

lliurciM erneut als lloum entlarvt

Berlin, 15. Dezember.

Es war klar, daß Herr Winston Churchill versuchen würde, die Blamage, die ihn, die „Bremen" zugefügt hat, durch eine neue Lüge zuzudecken. Allerdings ist dem ehrenwerten Lord nichts Besseres eingefallen, als eine Meldung, daß „das U-Boot, das beinahe die „Bremen" torpedierte, nun ein deutsches U-Boot versenkt hat."

Diese Meldung ist wahrhaft erheiternd. Und selbst der Erste Lord der Admiralität wird zugeben, daß es

vrundstein der Freundschaft

Austausch See deutsch-russischen Natifikationsurkunden

kngländer verwenden Kasgranaten

Es ist verständlich, daß über die Heldentaten der deutschen Kriegsschiffe auf der hohen See bisher nur spärliche Nachrichten in die Öffentlichkeit gedrungen sind. Der wahre Umfang der großen Erfolge, die die deutschen Kreuzer errungen haben, wird erst spater be- kanntgegeben werden können. Natürlicherweise können die fern der Heimat operierenden deutschen Seestreit­kräfte nicht laufend Berichte über ihre Taten in die Heimat senden.

Seit 3'/» Monaten haben die Engländer ununter­brochen Jagd auf diese deutschen Schiffe gemacht, ohne daß es ihnen dank der überlegenen deutschen Seekriegs- sührung gelungen wäre, irgendeinen Erfolg zu erzielen. Die deutschen Schiffe operierten, wie es ihnen gesrel. Sie haben in dieser Zeit ein englisches Schiff um das andere versenkt. Nunmehr kommt aus Südamerika dre Nachricht, daß das deutsche Panzerschiff „Admiral Era, Spee" vor der La-Plata-Mündung, die bisher als ein unbestrittenes Hoheitsgebiet der englischen Hochseeflotte betrachtet wurde, drei englische Kreuzer, die dort Pa- trouillendisnste verrichteten» zum Kampf gestellt hat und das Gefecht siegreich beendete.

„kreier" Kai Schlagseite

London, 15. Dezember

Die Agentur Reuter bestätigt in einem Bericht aus Montevideo, daß der schwere britische Kreuzer „Exeter , der an dem Gefecht im Atlantik teilgenommen hatte, so starke Beschädigungen erlitt, daß das Schiff mit Schlagseite im Wasser liegt.

Um die Wirkung dieser Mitteilung sofort wieder zu verwischen, fügt der Bericht hinzu, daß die „Exeter trotzdem nur „leicht beschädigt" sei. Die englische- Öffent­lichkeit kann auf Grund dieses Berichtes sowohl über den Grad der Beschädigung des Kreuzers wie auch über die Art der Berichterstattung Reuters ein richtiges Bild gewinnen.

rä. Berlin, 15. Dezember

Ungestört durch das Intrigenspiel westeuropäischer Nachrichtenagenturen hat die deutsch-russische Freundschaft und ihre vertragliche Erundlcgnng die vorgesehene und planmäßige Ausgestaltung er­fahren. Der Austausch der Ratifikations­urkunden, der am Donnerstag im Auswärtigen Amt in Berlin stattfand, setzt den Schlußstein in das deutsch-russische Vertragswerk.

Der völkerrechtliche Teminus „Ratifikation" — d. h. Bestätigung — bedeutet die Zustimmung der zuständigen Stellen der beiden vertragschließenden Parteien — meist die des Staatsoberhauptes oder der obersten Behörde eines Landes — zu dem vorher paragrafierten Ver­trage. Dieser Akt hat vielfach insofern besondere Bedeu- ' tung, als durch ihn erst das Abkommen seine völkerrecht­lich verbindliche Kraft erhält. In diesem Falle jedoch war der deutsch-russische Vertrag bereits mit seiner Unterzeichnung wirksam und rechtskräftig, wie ein ent­sprechender Passus am Schluß des Textes ausdrücklich vorsah.

Der deutsch-russische Grenz- und Freundschastsvertrag vom 28. September wurde durch den Verfall des polni­schen Staates ausgelöst. Ihm voraus gingen jenes Han- delskreditabkommcn vom 19. August dieses Jahres, das die Voraussetzungen für einen für beide Mächte gedeih­lichen Wirtschastsaustausch legte, und der deutsch- russische Nichtangriffspakt, der am 23. August in Mos­kau unterzeichnet wurde und ebenfalls sofort mit der Unterzeichnung in Kraft trat.

Beide Verträge haben ihre Probe bereits bestanden. In dem aus diese-i Abkommen hervorgegangen deutsch-russischen Grenz- und Freundschaftsvertrag liegt die Garantie eines friedlichen Zustandes in Osteuropa. Die in ihm festgelegte Grenze der Reichsinteressen der Sowjetunion und Deutschlands wird ausdrücklich als endgültige Grenze bezeichnet, und die in diesen Tagen begonnene Umsiedlungsaktion und der Bevölkerungs­austausch zwischen dem an Rußland gefallen«, und dem unter deutschen Schutz gestellten Territorium zeigt, daß beide Mächte ungesäumt darangegangen sind, dem Ver­trag die Verwirklichung folgen zu lassen.

Das zweite wichtige Moment dieses historischen Ver­tragswerkes ist die Festsetzung; daß in dem Ostraum, der «inst das polnische Staatsgebiet ausmacht«, lediglich die Staaten zu bestimmen haben, die hier naturgege­bene Interessen vertreten, und daß raumfremde Mächte von der Mitbestimmung und Einmischung in die.Pro­bleme dieses Gebietes ausdrücklich ausgeschlossen werden.

Ueber diese praktischen Bestimmungen, deren welt­politische Bedeutung auch denen längst klar geworden ist, die die einzelnen Stationen der deutsch-russischen Verständigung mit einem Schwall skeptischer Prognosen und hartnäckiger Störungsversuche begleiten, hinaus hat der deutsch-russische Vertrag seine grundlegende Bedeu­tung als das völkerrechtliche Fundament der deutsch­russischen Zusammenarbeit. Daß die beiden großen Kon­tinentalmächte über Verschiedenheiten der Staats- und Eescllschaftsstruktur und der Weltanschauung hinweg sich die Hand reichten, um einer alten, in Geschichte und Tradition bewährte» Freundschaft wieder die Kraft ge- gemeinsamen Handelns zu geben, das ist gewiß eine der wichtigsten Entscheidungen, die in unser Zeitalter fallen.

Wenn man die Situation in Osteuropa vor und nach der deutsch-russischen Einigung betrachtet, so ergibt sich mit großer Klarheit, daß dieser Vertrag ein Werk des Friedens ist. Er hat für alle Zeit ver­hindert, daß zwischen den Grenzen" Deutschlands und der UdSSR. wieder eine militärische Plattform der Westmächte errichtet wird, deren einzige Aufgabe es ist, Unruheherd und Krisenzentrum zu sein, wie es der polnische Staat von Anbeginn an war. Die völkischen Probleme dieses Raumes sind auf dem Wege, in einer Weise gelöst zu werden, die nicht nur den Völkerschaften selbst, sondern auch den angrenzenden Staaten den Frieden stabiler Verhältnisse bringt, der allein die Vor­aussetzung einer wirtschaftlichen Blute M

So kann der jetzt durch seinen formellen Abschluß ge­krönte deutsch-russische Grenz- und Freundschaftsvertrag seine Aufgabe „als sicheres Fundament für eine fort­schreitende Entwicklung der freundschaftlichen Beziehun­gen" zwischen Deutschland und Rußland erfüllen..

uns in höchstem Grade belustigen muß, wenn er eine der­artige Nachricht in die Well Hinausfunken läßt. Denn alle deutschen U-Boote befinden sich-wohlauf. Kein ein­ziges hat irgendeinen Schaden erlitten. Keines befand sich auch nur in der Nähe der angeblichen Versenkungs- stelle. Entweder also hat Herr Churchill, wie üblich, überhaupt gelogen, oder aber, was noch viel hübscher wäre, Herr Churchill hat durch ein englisches U-Boot tatsächlich ein zweites englisches U-Boot versenkt. Dies aber würden wir mit ganz besonderem Vergnügen hören. Vielleicht entschließt sich daher der kleine Lllgen- lord, uns etwas ausführlicher über diese mysteriöse Ver- senkungsangelegenhsit aufzuklären.

Heiske ckie» Hea^e« öpee

rä. Berlin, 15. Dezember.

Nur wenige Seemeilen nördlich der Gewässer, in denen im Weltkrieg Graf Spee, der Sieger von Coro­net!, mit feinem Geschwader einen heldischen Unter­gang fand hat das Schiff der neuen deutschen Kriegs­marine, das seinen Namen trägt, dem gleichen Gegner bewiesen, daß die deutschen Waffen nicht stumpfer sind denn ehedem. Drei gegen einen., ein ungleicher Kampf, 22 Kanonenrohre gegen 12, aber die Geschütze des „Grafen Spee" haben gute Arbeit getan. Zwei eng­lische Kreuzer liegen zerschossen vor der Mündung des La Plata. der dritte hat es vorgezogen, rechtzeitig außer Schußweite zu verschwinden. Aus diesem harten Kampf ist das deutsche Schiff siegreich hervorgegangen.

Durch ganz Südamerika geht die Kunde von der Schlacht am La Plata. Der heldenhafte Kampf des deutschen Schiffes an den Küsten des südamerikanischen Kontinents ist das Tagesgespräch. Mehr noch als die Tatsache des Sieges überrascht hier die Anwesenheil deutscher Seestreitkrüfte in Gewässern, die bis dahin als ausschließlich zum Machtbereich der englischen Flotte angesehen wurden. Nun hat ein deutsches Kriegsschiff vor aller Welt bewiesen, daß diese englische Seemacht im SUdatlantik bedenkliche Risse erhalten hat Schiff

MNMMMIMIMMMNMMMMIMMMIMMIMMMMMMMIMIIIIMNIMMMI

Unser Tsgsssniegel

(Unsers ksntige /lusgabs umiakt aobt Zeiten)

Vor der La-Plata-Mündung kam es zu einem für Deutschland erfolgreichen Seegefecht zwischen Panzerschiff „Graf Spee" und drei englischen Kriegs­schiffen.

In einem Luftkamps zwischen Spiekeroog und Wan­geroog wurden von 12 englischen Langstrecken­bombern acht abgeschossen.

Mit dem Austausch der deutsch-russischen Natifi­kationsurkunden wurde die Freundschaft Berlin- Moskau besiegelt.

Die Genfer Liga hat Rußland ausgeschlossen.

In Rumänien sprengten Agenten des Secret Service eine Chlorgasfabrik in die Lust; man rechnet mit 100 Toten.

Gauleiter Röver nahm an der vorweihnachtlichen Feierstunde eines Westwall-Arbeitslagers im Wescr- Emsgau teil.

Komm. Kreisleiter und Eauamtslcitcr Denker sprach auf der Mitgliederversammlung der NS- DAP.-Ortsgruppe Vegcsack.

In Vegesack wurde gestern eine Nebenstelle der - Einzelhandelsabteilung der Industrie- und Han­delskammer Bremen eröffnet.

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