Ausgabe 
(14.12.1939) Nr. 344
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Srsche1nk7mal wöchentlich

Monalsbezug E 2P0 elnsch. Zu­stellgebühr! PvstbezuqSprels monatl. 2,30 E seinschl. 38,78 eV// Post- zclwngSgebübrt zuzügl 42 tH,/ Be­stellgeld Bezugspreis ist im voraus zablbar Postscheck' Hambuia 1 7272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch au? Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Eins GmbH., Bremen, Teeren k-8. Fernspr.: 3 4t 21. Nachtr. u.Sonntg. 8 ll 15. S.p rechz.: Verlag: werktl. 12—13 Uhr? Echriftleitung Diens­tag und Freitag 12>/»—13'/, Uhr.

vrmerZMml

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien fjanlestadr vremen

88

Anzeigen - Grundp te I se:

Die 1 ouii hohe und 22 nur, breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 mw breite und 1 wm hohe Zeile im Tertteil 75 3A4. Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familien- anzeigen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 7 Nachlaß­staffel EI. Für Anzeigen durch den > Fernsprecher keine Gewähr. An­nahmeschluß 1k Uhr. Geschäfts­stellen: InVremen: Am Geercn Nr. 6/8, Fernspr. 5 41 21. Nachkruf und sonntags: Fernsprecher 51115t Obernftraße 86, Fernspr. 5 4121. Nn Shke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Bremens

sinnliches verkiindungsblatt des Neichsstakchalters in Oldenburg und Meinen

Nr. Z44 / S. Zalirgang

Nonnekstag. 14. VezemberlSZS

Linzelpreis 15 Npf.

kln „Bremen - Offizier berichtet

Me Abwehr des englischen U-Voot-Angriffs

höchste Wachsamkeit an Bord / fllarmstrenen bei Zickzack-Kurs / Wie das deutsche Flugboot den

flngreifer unter Wasser drückte / „Normalkrast voraus!"

Bremen, 14. Dezember

Einer der Offiziere der „Bremen" berichtet über die erfolgreiche Abwehr des englischen U-Boot-Angriffes folgendes:

Es war am frühen Vormittag bei klarem, sichtigem Wetter und ruhiger See. Kommodore Ahrens selbst war auf der Brücke «nd mit ihm die Mehrzahl der Offiziere. An Backbord und Steuerbord, auf dem Vorschiff und dem Achterdeck waren Osfizierswachen, die die See be­obachtete». Der untere und obere Ausguck waren wie stets auf dieser Fahrt besetzt.

Deutsche Flugboote geleiteten die „Bremen". Sie brausten au Backbord und Steuerbord vorüber und klär­ten weithin auf. Auf Meilen hinaus suchten sie das Wasser auf Gefahren ab, die der „Bremen" drohen konnten. Auch von der Brücke und vom oberen Ausguck aus beobachteten wir scharf das Meer; denn wir wuß­ten, daß die Engländer versuchen würden, die „Bremen" noch zu guter Letzt abzufangen. In der Funkkabine saß der wachhabende Offizier mit den Hörern am Ohr — höchste Wachsamkeit war auf dem ganzen Schiff.

Plötzlich, erkannte man auf der Brücke ein Signal, das eines der Flugboote gab: „Achtung! ll-Voot- Ecfahr!" Sogleich gingen die notwendigen Befehle hin­aus: Maschinen äußerste Kraft voraus, Rekorddüsen einsetzen, Zickzack-Kurs, Alarm.

Im selben Augenblick kam aus der Funkkabine die Mitteilung zur Brücke: „Flugboot funkt: Englisches ll-Boot in Sicht!" Die „Bremen" hatte schon den Zick- Zack-Kurs aufgenommen. Das mächtige Schiff wendete nach Steuerbord, dann wieder nach Backbord und wie­der nach Steuerbord hinüber. Die Alarmsirenen, die durch das ganze Schiff schrillten, riefen alle Mann an Deck und an die Rettungsboote. Nur im Maschinenraum arbeitete die Maschinenwache so, als hätte kein Alarm stattgefunden. Mit den Gläsern suchten wir die Stelle, wo das Periskop des englischen U-Bootes aus dem Wasser ragte. Mit höchster Geschwindigkeit stürzte sich eines der deutschen Flugboote aus den englischen An­greifer. Es vergingen einige Minuten höchster Span­nung für alle an Bord. Aber ehe noch das deutsche Flug­boot zu einem direkten Angriff aus das Unterseeboot übergehe» konnte, tauchte das englische U-Voot bereits. Offenbar hatte der englische Kommandant schon beim Herannahen des deutschen Flugbootes den Besehl ge­geben, sofort auf Tiefe zu gehen. Das Periskop des U- Vootes verschwand unter der Wasseroberfläche und das U-Boot lief mit unbekanntem Kurs ab. Der Engländer war nicht dazu gekommen, feinen wohlvorbereiteten An- ' lauf auf die „Bremen" durchzuführen. Er war von dem deutschen Flugzeug tief unter Wasser gezwungen worden.

Noch blieb höchste Alarmstufe an Bord bestehen. Auch das deutsche Flugzeug blieb am Feind und kreiste un­ablässig über der Stelle, wo das Periskop des U-Bootes im Wasser verschwunden war. Schließlich kam dann von dem Flugzeugführer das Signal: „Angriff nicht mehr zu befürchten!"

Von der Brücke der „Bremen" wurde der Befehl ge­geben: Alle Mann an die Arbeitsplätze. Normalkraft voraus!

Die Gefahr war vorüber. Der englische Angriff war abgeschlagen.

(Ueber den Empfang der „Bremen" im Heimathafen berichten wir ausführlich im Innern des Blattes.)

Ein DNB.-Vertreter hatte Gelegenheit, mit Offizieren und Bcfatzungsmitgliedern der am Dienstag in den Heimathafen eingelaufenen „Bremen" über den An­griff des englischen U-Bootes zu sprechen und gibt folgende Schilderung: Nach einer selten schönen Nacht-4 fahrt hatte die „Bremen" in den Vormittagsstunden ' die deutsche Minensperre erreicht, als deutsche Flug­boot« in schneidigem Fluge die „Bremen" umkreisten. Den Sendboten ' Deutschlands wurde von den Be- satzungsmitglicdcrn lebhaft zllgewinkt. Nach mehrmali­gem Umkreisen u>:d Ueberfliegen nahmen die Flugboote in Kursrichtung der „Bremen" ihren Aufklärungs- und

Sicherheitsdienst auf. Ruhig und majestätisch zog die „Bremen" ihren Kurs. Plötzlich erschien das Flugboot in großer Geschwindigkeit über dem Ozeanriesen, es gab Leuchisignale und zeigte damit an, daß «ine Meldung aufgenommen werden soll. Wenig« Augenblicke später legte der Funker der „Vremen" den Morsespruch des Flugbootes dem Kapitän in die Hand: „Feindliches U-Voat gesichtet!" Tollte dem Engländer doch noch «in Angriff gelingen? Die Schiffsführnng ließ den Ma- schinentelegraphen spielen und aus dem geraden Kurs ging es über in einen ständig wechselnden Zick-Zack- Kurs, um dem Feind den Angriff möglichst zu er­schweren. Die Männer im Ausguck, di« Wachen und' Offiziere suchten mit ihren Gläsern die unendmhe Wasserfläche ab. Aber sie machen nur aus, daß ein deutsches Flugboot immer und immer wieder über dem Revier seine Kreise zieht, wo das englische Untersee­boot gesichtet wurde. Fast eine Stuude lang kreist das deutsch« Flugboot und zwingt so den Gegner sich in der Tiefe zu halten. Als nach dieser Zeit der Schiffssührung der^ „Bremen" die Meldung gebracht wurde, daß die Gefahr eines überraschenden englischen Angriffes vor­über sei und gerader Kurs gesteuert weiden könne, sind sich Kapitän und Besatzung der „Bremen" einig, daß dank der Anfklärungstätigkeit unserer deutschen See­flieger ihre erfolgreiche Heimreise "

konnte.

beendet werden

Vestüerung in kngland

Amsterdam, 14, Dezember

Die glückliche Heimkehr der „Bremen" hat den Eng­ländern ein schier unlösbares Rätsel aufgegeben, dessen Beantwortung die Frage der Vertrauenswürdigkeit des Lügenlords Churchill auswirft. Die gesamte Londoner Mittwoch-Presse verzeichnet die Meldung, einige Zei­tungen bringen sie sogar in großer Aufmachung. Auch den englischen Blättern leuchtet die Mitteilung der Ad­miralität von dem edelmütigen U-Boot nicht ein. In den Kommentaren wird an W. C. die Frage gerichtet, warum denn sein U-Boot das Schiff nicht — ent­sprechend den Regeln des Seekriegsrechtes — zum Stoppen aufgefordert habe.

„Daily Telegraph" stellt folgende Betrachtung an: Wenn die „Bremen" bewaffnet gewesen wäre hätte man sie mit Androhen der Versenkung zur Uebergabe zwingen können. Wäre sie aber »»bewaffnet gewesen, warum habe man sie nicht gekapert? Auch die „Daily Mail" fragt, warum man der „Bremen" keinen Befehl zum Beidrehen gegeben habe, und „Daily Expreß" er­scheint sogar unter der großen Überschrift: „Die Frage, die ganz England heute stellt: Warum versenkten wir die .Bremen' nicht?"

Auf diese Frage allerdings gibt W. C. keine Antwort, denn sie wäre ein volles Eingeständnis seiner Unfähig­keit und der Machtlosigkeit von Englands angeblich alle Meere beherrschender Flotte. Daß sein „edelmütiges" U-Boot beim Auftauchen deutscher Flugzeuge schleunigst größte Tiefe aufsuchen mußte, ist so peinlich, daß man es dem englischen Volke besser vorenthält.

von britischenBugzeugen verfolgt

feindlicher Slühpunkt auf französischem öebiet ausgelioben

Das

Berlin, 14. Dezember. Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: >Jm Westen örtliche Spähtrupps- und Artillerietätig­keit. In der Gegend südostwiirts Saarbrücken hob ein Spähtrupp in Stärke von einem Offizier und zehn Mann einen feindlichen Stützpunkt aus französischem Gebiet aus. Der Feind verlor fünf Tote. Ein Offi­zier und 18 Mann wurden gesangengenommen. Der deutsche Spähtrupp kehrte ohne eigene Verluste zurück. Im Zusammenhang mit der Rückkehr des Lloyd-Schnell- dampsers „Bremen" flogen in den Abend- und Nacht­stunden des 12. 12. britische Flugzeuge in die Deutsche Bucht ein. Frühzeitig von den Nordseeinseln und den Kriegsschiffen einsetzendes Abwehrfeuer zwang den Gegner, ohne die Nordseekiistc erreicht zu haben, im Küftenvorfeld umzukehren."

Lebhafte vewunderung

Das Husarenstück der „Bremen"

Rom, 14. Dezember.

Das neue Husarenstück der „Bremen" hat in ganz Italien lebhafteste Bewunderung ausgelöst, wird als ein Beweis für die Kühnheit der deutschen Matrosen stärkstens beachtet und ist zum Thema des Tages ge­worden. Hatte schon die abenteuerliche Reise über den Atlantik uneingeschränkte Anerkennung gefunden, so spart die italienische Presse nunmehr nicht mit offener Bewunderung für die Tatensreudigkeit der deutschen Seeleute, die vor der Nase des Engländers und durch die für stärkstens bewachtes Gebiet gehaltene Nordsee in den heimischen Hafen zurückzukehren vermochten. Die Tatenlosigkeit des angeblich die Meere beherrschende» England sei ebenso symptomatisch wie die Behauptung, daß ein englisches Unterseeboot angeblich den deutschen Transozeandampfer sichtete, ihn aber nicht versenkt habe, weil das den internationalen Bestimmungen zu­widergelaufen wäre. Hier könne man nur, so betont

Moskauer flbsage an Senf

„kinstellung vec Kampfhandlungen unmöglich"

Moskau, 14. Dezember.

Die sowjetrussische Regierung hat dem Präsidenten des zur Prüfung der finnisch-russischen Differenzen eingesetzten Ausschusses der Genfer Liga, Damatta, ein kurzes Telegramm übermittelt, in dem sie ihm für me „sehr liebenswürdige" Einladung dankt, an den Eenser Arbeiten teilzunehmen. Die sowjetrussische Re­gierung sei jedoch aus den Gründen, die Molotow in seinem Telegramm an Aoenol mitgeteilt habe. nicht in der Lage. die Einladung anzunehmen.

Der Moskauer Rundfunk verbreitete um 2 Uhr (Moskauer Zeit) folgende Mitteilung: „Der Außen- kommissar Molotow habe der Genfer Liga die Ant­wort der Sowjetregierung auf ihre Anfrage mitge­teilt. Die Sowjetregierung sehe sich nicht in der Lage. der Aufforderung der Liga zur Einstellung der Kampfhandlungen in Finnland nachzukommen, und Zwar aus den Gründen, die sie bereits in ihrer Note an die Eenser Liga vom 4. Dezember mitgeteilt habe."

London prophezeit „flusschluß NußlanSs"

hv. Kopenhagen, 14. Dezember.

In London wird zu dem bisherigen Verlauf der Gen­fer Tagung erklärt, daß sie bestimmt zur Abstempelung der Sowjetunion als Angreifer und demzufolge „zu ihrem Ausschluß aus der Genfer Liga führen werde".

Me Nusfen sehen den Vormarsch fort

Moskau, 14. Dezember.

Im Laufe des 12. Dezember sehten die sowjet- russischen Truppen in allen Richtungen den Vormarsch fort. In Richtung von Uchta wurde die Ortschaft Martajäroi, 92 Kilometer westlich von der Staats­grenze, besetzt. In Richtung von Pctrosawodsk wurde die Ortschaft Chrontsilo, am nördlichen Ufer des Ladoga-Sces, besetzt sowie die Station Kompinosa an der Eisenbahnlinie nach Scrdobol. Infolge Nebels und dichter Bewölkung fanden keine Kamp" ndlungen der Luftwaffe statt.

der „Teuere" treffend, erklären: „Die Trauben hängen dem Fuchs zu hoch!"

In Spanien stark beachtet

Madrid, 14. Dezember.

Die spanische Presse bringt in großer Aufmachung die Nachricht von der Ankunft der „Bremen" in Deutsch­land. „Pa" schreibt, die Fahrt des stolzen Schiffes der angeblichen englischen Blockade zum Trotz sei ein Triumph. Man müsse bedenken, daß die „Queen Mary" und die „Normandie" in Newyork lägen und sich nicht trauten, den Atlantik zu überqueren. „ABC" meint, während London polemisiere, handele Deutschland.

Holland zur Nückkehr der „Vremen-

Amsterdam, 14. Dezember.

Die holländische Presse bringt die Meldung über die glückliche Heimkehr der „Bremen" in größter Auf­machung und versieht die Berichte, in denen die aben­teuerlichen und kühnen Fahrten dieses Ozeandampfers geschildert werden, mit Bildern. Die Blätter erinnern daran, daß England wachen- und monatelang nach der „Bremen" gesucht habe, daß die verschiedenartigsten und abenteuerlichsten Gerüchte um die „Bremen" im Um­lauf gewesen seien. Allen diesen Gerüchten seien nun durch die Meldung über die glückliche Rückkehr nach Deutschland der Baden genommen worden.

„Her sucho und die sauren Lrauben"

Newyork, 14. Dezember.

Die „Newyorker Staatszeitnng" schreibt 'in einem Leitartikel: „Was die britische Admiralität über die angebliche Nichttorpedierung der „Bremen" mitteilt, er­innert uns an die Geschichte vom Fuchs und den sauren Trauben. Dieser vornehme englische Ü-Voots-Komman- dant erscheint uns nicht plausibel. Alle Achtung vor den Offizieren und der Mannschaft des stolzen Lloyd- Dampfers."

Die glückliche Heimkehr der „Bremen", die unge­zählten Amerikanern von den lleberfahrten her bekannt ist, erregte in USA. ungewöhnliches Aufsehen. Unter riesigen Ueberschriften „Die „Bremen" entwich den Engländern" spricht die Presse dieser seemännischen Glanzleistung ihre Anerkennung aus. Alle Blätter bringen auch Berlins Widerlegung der hier zuerst ein- getröffenen Behauptung der britische» Admiralität, ein englisches U-Boot habe die „Bremen" aus „purem An­stand" nicht angegriffen. Der allgemeine Eindruck ist, daß die Engländer das stolze Schiff nicht fasse» konn­ten und daher zu einer faulen Ausrede griffen. Die unangefochtene Heimfahrt des deutschen Dampfers be­stärkt die amerikanischen Zweifel an der Wirksamkeit der hier so wortreich angekündigten britischen Blockade. Stark beachtet wird auch die Rolle, welche die Flug­zeuge bei der Heimbringung des Dampfers spielten.

Zwei englische Schiffe untergegangen

A m st e r d a m, 14. Dezember.

Das Londoner Motorschiff „King Egbert" (4536 Ton­nen) ist an der Ostküste Englands nach einer Explosion untergegangen. Die aus 32 Mann bestehende Besatzung landete an der Küste. Desgleichen ist der englische Schlepper „Warwick Hcad" än der englischen Osttllste aus eine Mine gelaufen und gesunken. Der Schlepper hatte 488 Tonnen Wasserverdrängung.

AsWme

OeL-eesae-älch

Von

krsgsttenlrspitän b4obr

Das Oel und seine Derivate mit ihren vielseitigen Verwendungszwecken, sei es als Heiz-, Treib- oder Schmieröl, sei es als Benzin, ist für die neuzeitliche Kriegführung von so überragender Bedeutung, daß die Heranführung, Stapelung und Verteilung eins der größten Probleme der Landesverteidigung aller Länder ist, die über keine oder nur geringe Oelvorkommen im eigenen Lande verfügen und deren Seewege im Kriegs­falle gefährdet find. Dies gilt in hohem Maße für «in Land wie Großbritannien, von dem man sagen kann, daß seine Sicherheit, ja der Bestand seines Weltreiches davon abhängt, daß es die unumstrittene Seeherrfchaft besitzt und für alle Zeiten sich erhalten kann, denn ohne den Besitz der Seeherrjchaft, die ihm die Sicherheit fei­ner Seeverbindungen gewährleisten soll, kann England einen Krieg von längerer Dauer nicht führen. Die Be­weglichkeit der Flotte, die über 95 Prozent mit Oel- feuerung fährt oder Treiböl verwendet, des motorisier­ten Heeres und vor allem der Luftwaffe erfordert, daß Oel- und Benzinvorräte zu jeder Zeit und an jedem Ort, namentlich aber an den Schwerpunkten der Krieg­führung zur See, zu Lande und in der Luft ständig und in ausreichendem Maße vorhanden ist. Man könnte es als tragisch bezeichnen, daß ein Land wie Groß­britannien, das über unerschöpfliche Lager bester Kohle verfügt, dagegen über keine oder nur geringe Oel­vorkommen, für feine Landesverteidigung fast aus­schließlich auf die Zufuhr aus Uebersee angewiesen ist. Eine Rückkehr der Kriegs- und Handelsmarine zur Kohlenfeuerung kommt nicht in Frage, und die Her­stellung synthetischer Oele und Benzins durch Verflüssi­gung oder Hydrierung von Kohle werden als unwirt­schaftlich abgelehnt, abgesehen davon, daß die anfallen­den Mengen bei dem stetig steigenden Friedensbedarf und jäh emporschnellenden Kriegsbedarf überhaupt nicht ins Gewicht fallen würden. Auch an Ersatz- und Zusatz­stoffen, wie Benzol und Sprit stehen nur geringe Men­gen zur Verfügung.

An eigenen Produktionsstätten innerhalb des Welt­reiches besitzt Großbritannien die Oelquellen in Burma, Trinidad und Britisch Borneo, doch steht das britische Weltreich erst an 13. Stelle der ölproduzierenden Länder.

Die englische Oeleinfuhr beträgt im Frieden 10,7 Mill. Tonnen, von denen ein geringer Teil nur im Transit das Jnselreich berührt. Ueber die atlantischen Seewege werden rund K Mill. Tonnen befördert, der Rest läuft durch das Mittelmeer. Aus dem Schwarzen Meer be­zieht England 1,1 Mill. Tonnen, hauptsächlich aus Rumänien, aus Persien 2,4 Mill. Tonnen und aus dem Irak fließen 4 Mill. Tonnen durch die Rohrleitungen nach den beiden Mittelmeerhäfen Tripoli und Haifa.

Im Kriege steigt der Oelbedars nach Ansicht von Sach­verständigen auf das Vier- bis Fünffache des Friedens­verbrauches, bei stärkster Drosselung des gesamten kriegs­wirtschaftlich nicht wichtigen Verbrauches mindestens auf das Dreifache. Das würde etwa 30 Mill. Tonnen sein, was einer täglichen Zufuhr von rund 80 000 Ton­nen entspricht. Die britische Tankschiff-Flotte hat eine Tragfähigkeit von rund 3 Mill. Tonnen. Sie kann dem­nach nur etwa ein Zehntel des Kriegsbedarfes des Landes befördern. Dazu kommt die Tankjchifftonnage der unter fremden Flaggen fahrenden Schiffe. Nor­wegen allein verfügt über 250 Tankschiffe mit einer Tragfähigkeit von 2 Mill. Tonnen.

Der Transport dieser ungeheuer großen Mengen auf gefährdeten Seewegen und die Sicheruyg dieser Zufuhr durch die Marine und Luftwaffe ist heute die größte Sorge der britischen Marine. Eine Vorratswirtschaft für Oele und Benzin ist kein einfaches Problem, wobei

»UMUMIIIUMIIMMIMMMMIIMIIUIIUIUIMMIIUIIIIMIMIMMMIIUIMMIMI

Unser IssesssssegeS

(Unsers bsntigs Kusgabs runks üt'aobt 8sit.su)

Im Namen der Reichsregierung begrüßte Rcichs- oerkehrsminijter Dr. Dorpmüller unsere glücklich heimgekehrte „Bremen".

Ein „Bremen"-Ofsizier schildert die Abwehr des englischen U-Voot-Angrifss.

An der Ostküste Englands sind zwei weitere englische Schisse untergegangen.

Durch die englische Seeräubcrei rückt die Mittcl- meersrage immer mehr in den Vordergrund.

Bei Unruhen in Vritisch-Jndicn wurden über hun­dert Person«» verletzt.

Die Moskauer Regierung hat der Eenser Liga mit­geteilt, daß Towjetrußland an den Arbeiten in Gens nicht mehr teilnehmen wird.

Aus dem deutschen Weißbuch zur Kriegsschuld Eng­lands veröffentlichen wir weitere Einzelheiten.

Auch in diesem Jahre wird die NSB. eine um­fassende Weihnachtsbcscherung durchführen.

Der Reichsjugendsührcr hat zum diesjährigen Wcih- nachtsbuch der HJ. das Werk „Sperrfeuer um Deutschland" bestimmt.

Komm. Krcisleiter Gauamtsleiter Denker übernahm das Amt des DRK.-Kreissllhrers von Brcmen- Lesum.