Ausgabe 
(6.12.1939) Nr. 336
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vremr Zeitung

parteiamtliche Tageszeitung

Bas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

stattliches Verkündungsblatt des Beichsstotchalters in Oldenburg und Bremen

Nr. ZZ6 / S. Zrchrgang

Mittwoch. 6. vezember lSZg

Linzelpreis 13 Bps.

dasreiche" kngland sucht Summe

vrwsche öeldsücke schrumpfen zusammen

Sie Neutralen würdigen die gewaltige Leislungsfichigkeit der deutschen Industrie

ünb. Berlin, 6. Dezember.

Anläßlich des Inkrafttretens der britisch-französischen Vlockadeerweiterung auf die deutsche Ausfuhr behandeln fast alle Londoner Tages- und Wirtfchastszeitungen er­neut in aller Ausführlichkeit das Problem einerVer­drängung Deutschlands von den neutralen Märkten". Sie betonen, daß ein entscheidender Blockadeerfolg gegen Deutschland nur dann erreicht werden könne, wenn die Seeblockade durch eine gleichzeitige Unterbindung des deutschen Augenhandels mit den Deutschland noch zu­gänglichen neutralen Märkten ergänzt werden könne.

Es ist bezeichnend, daß in fast all diesen Auslassun­gen im Zusammenhang mit diesen Blockadewünschen die Forderung nach einer planmäßigen und umfassenden Förderung der britischen Ausfuhr erhoben wird, weil es notwendig sei, dadurch die für die britische Einfuhr notwendigen Mittel auszubringen und die an sich nicht sehr großen Gold- und Devisenbestände zu schonen.

Entgegen allen bisherigen großsprecherischen Behaup­tungen von der starken finanziellen Lage Englands wird damit zum ersten Mal in deb britischen Presse auch von den führenden Organen mit derTimes" an der Spitze zugegeben, daß sich England in einer keines­wegs rosigen Finanz- und Devisenlage befindet. Ein­deutig wird zum Ausdruck gebracht, daß England unter allen Umständen eine größere Ausfuhr durchführen muß, um aus diese Weise Mittel für die Bezahlung seiner notwendigsten Einfuhren zu erlangen. Außerdem sei, wie dieFinancial News" schreibt, Englands Zahlungsbilanz auch weniger günstig als im vorigen Kriege.

Alle diese neuen Erkenntnisse der englischen Presse, die nicht gerade als Zeichen besonderer wirtschaftlicher Stärke gedeutet werden können, sind in Deutschland und in den neutralen Ländern seit vielen Wochen bekannt. Gerade neutrale Wirtschaftskreise haben in den letzten Monaten aus einer Reihe britischer Verluste und zahl­reichen Schwierigkeiten anläßlich des katastrophalen Kurssturzes des englischen Pfundes gelernt, daß es salsch ist, auf eine unbedingte finanzielle Festigkeit Eng­lands zu bauen. Ebenso haben sie an dem Ausbleiben der englischen Lieferungen und der Nichtannahme von neuen Bestellungen durch britische Firmen erkannt, daß die britische Ausfuhr infolge des Krieges nicht mehr aufrechterhalten werden konnte, weil ganz einfach die britische Industrie keine Möglichkeit zur Durchführung von Austrägen mehr besitzt.

Den britischen Bemühungen zur Verdrängung Deutsch- lands von den neutralen Märkten durch eine Steige- rung der britischen Aussuhr kann man daher von Deutschland aus mit gelassener Ruhe entgegensehen. Deutschland ist trotz des Kriegsausbruches aus allen neutralen Märkten seinen wesentlichen Ausfuhrver­pflichtungen voll und ohne Verzögerungen nachgekom­men Seine Abnehmer haben daraus die gewaltige Lei-

örtliche geringe Vefechistätigkeit

Berlin. 8. Dezember.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westsront, abgesehen von etwas lebhafterem feind­lichen Artilleriestörungsseuer im Grenzgebiet ostwärts der Mosel nur örtliche geringe Eefechtstätigkeit.

stungsfühigkeit der-deutschen Industrie und ebenso den deutschen Willen und die deutsche Fähigkeit zur Auf­rechterhaltung des normalen Handelsverkehrs ersehen. Es ist nicht verwunderlich, daß sie diese Tatsache heute zu würdigen wissen und an einen derart sicheren Warenaustausch, der sich seit vielen Jahren für sie ohne Unterbrechung günstig entwickelt und ausgedehnt hat, festhalten wollen. Auch durch das künstliche Angebot günstigerer Preise wird England diese festgefügten Wirtschaftsbeziehungen nicht stören können, weil die neutralen Kreise auf die Sicherheit wirtschaftlicher Ver­sprechungen Englands heute nicht mehr bauen, nachdem sie durch die Pfundentwertung und die Nichteinhaltung der britischen Lieferoerpflichtungen bedeutende Verluste erfahren haben.

Die neutralen Märkte sind sich angesichts der von der englischen Presse jetzt selbst zugegebenen angespannten Devisenlage und ungünstigen Zahlungsbilanz Englands darüber klar, daß England nach einerVerdrängung Deutschlands" seine etwa zuvor gewährten günstigeren Preise auf die Dauer nicht aufrechterhalten würde, weil es dies ganz einfach nicht könnte. Deutschland als stetiger Großabnehmer und Großlieferant ist siir eine gesicherte

und krisenfeste Entwicklung der neutralen Volkswirt- schasten wichtiger als englische Angebote aus vorüber­gehende Konjunkturgewinne.

KasLock" in der englischen Blockade

Kopenhagen, 8. Dezember.

Gegenüber der englischen Blockade des deutschen Ex­portes, die einen neuen Bruch der alten Völkerrechts­regel, daß freies Schiff freie Ladung gebe, bedeutet, wird in einer Glosse vonPolitiken" auf eine Schwie­rigkeit hingewiesen, die England in seine Ueberlegun- gen einbeziehen müsse. Wos Deutschland nach Südamerika sende, werde, so sagt das Blatt, in großem Ausmaße über italienische Häfen geleitet und mit italienischen Schissen verladen. Werde England Italien, das in den letzten Monaten ansehnliche Einnahmen aus diesem Transport gehabt habe, mit Eingriffen reizen, würde deren Berechtigung von den neutralen Staaten nicht anerkannt werden. Italien scheine das Loch in der eng­lischen Ausfuhrblockade zu sein, und die Stimmung in Italien scheine nicht aus eine Schließung dieses Loches eingestellt zn sein.

Britische Saboteure in Numänien

Sie stecken Petroleumquellen in Vrand!

Bukarhist, 8. Dezember.

Ganz Bukarest ist in starker Erregung über eine Explo­sion, die sich am Montagabend in der Oelraffinierie Orion" in Gloesti ereignet hat. Das Feuer, das am Dienstagmorgen gelöscht werden konnte, ist bereits der vierte Vrand, der sich innerhalb kurzer Zeit im Oel- gebiet von Ploesti ereignet hat.

DieOrion" ist eine englische Raffinerie. Sie ge­hört der Gesellschaftllnires", deren Kapital fast ganz in englischen Händen ist. Rund herum liegen die be­deutendsten in nichtenglischen Händen befindlichen Petroleumanlagen Rumäniens. Beinahe hätte die An­lage derAstra Romana" Feuer gefangen, wenn nicht dank der. Aufmerksamkeit der Werkfeuerwehr sofort Alarm geschlagen worden wäre. Die Zeitungen teilen auf Gründ eines amtlichen Hinweises als Ursache der Explosion mit, daß im Motorensaal durch Funkenflug leicht entzündbare Stoffe in Brand geraten seien.

Die allgemeine Ueberzeugung in Bukarest ist jedoch, haß man es mit einem englischen Sabotageakt zu tun hat, der um so unauffälliger erfolgen konnte, als die Engländer die alleinigen Herren der Rassinerie sind. Trotz aller Maßnahmen der rumänischen Regierung ist das Petroleumgebiet voll verdächtiger Gestalten, denen von den englischen Ingenieuren bereitwillig Unter­schlupf gewährt wird. Eine wirksame Kontrolle über die Sicherheit dieses Gebietes ist daher unmöglich.

Mit einem Sabotageakt würden die Engländer kon­sequent dieselben Wege beschreiten, die sie im Welt­kriege gegangen sind. Sie wollen anscheinend verhin­dern, daß Rumänien seinen vertraglichen Verpslichtun- gen gegenüber Deutschland nachkommt. In dieses Bild paßt auch das kürzlich vorgekommene Schisfsunglück, bei dem 188 Tonnen Petroleum in die Donau flössen, sowie zwei Eisenbahnunglücke, bei denen in jedem Falle Petrolenmwaggons entgleisten und explodierten.

Kriegsschiffe unter der kandelsflagge

kine dritte Liste der gegen das vöikerreckt bewaffneten englisch-französischen soffrgastschiffe

Berlin, 6. Dezember

Bereits zweimal konnten wir eine längere Liste eng­lischer und französischer Fahrgastschiffe veröffentlichen, die gegen jedes Völkerrecht bewaffnet worden waren. Nunmehr liegt bereits eine dritte Liste solcher Schiffe vor. die von den Westmächten trotz ihrer Bewaffnung für den Fahrgastdienst eingesetzt werden. In der von uns seinerzeit veröffentlichten Liste besand sich auch der englische DampferRawalpindi", der durch deutsche

Seestreitkräfte versenkt wurde, und der, wie sich ein­wandfrei erwies, als Hilfskreuzer Dienst verrichtete. Es ist zu hosfen, daß die in Deutschland ständig der Öffentlichkeit zugeleiteten Listen dieser bewaffneten englischen und französischen Fahrgastdampfer noch stär­ker als bisher in den neutralen Ländern beachtet wer­den, damit Ueberseereisende nicht durch die Gewissen­losigkeit der Admiralität der Westmächte die bedauerns­werten Opfer dieses Völkerrechtsbruches der Alliierten werden. Nachstehend die dritte Liste:

SanW straff tstamberlain öffentlich Lügen

Indien fordert erneut wafflen zu einer verfassunggebenden Nationalversammlung

London, 6. Dezember

satma Gandhi hat erneut seine Stimme erhoben l einer Zuschrift an die Londoner ZeitungNews icle" die sofortige Ausschreibung freier und ge-

: Wahlen zu einem indischen Parlament ge,or- Herr Chamberlain kommt ber die,er Erklärung ; weg. denn er wird hierin Lugen S-ltrast Den n des indischen Führers ist um mehr Gewicht .essen" °l- « auch in dieser Erklärung aus ,e.n°r lrthie für dieDemokratie" in England kern Hehl

Einleitend nimmt Gandhi auf eine Erklärung hamberlains Bezug, in der dieser unveriroren be- luptet hat, wenn man unter Imperialismus die nterdrückunq anderer Völker zugunsten des m- :rialistischen Staates verstehe, dann ,ei das nicht n Charakteristikum Englands, ^roniich beiiierkt andhi hierzu, solche Worte ,eren aus dem Munde w britischen Ministerpräsidenten ,ehr ","ulich

> hören, sie entsprächen aber keineswegs den Tüt­chen.

rwarten. wenn es ein Indien ,cha,fe. das ,-,n-r eit bewußt sei. .... .

> einem gleichzeitig ve rLfsen t! ichten Arti ^

:s" geht dann auch klar hervor, was k>>e g N

icke unterFreiheit" verstehen Zuerst wird Y r einmal behauptet, die Inder lelbst l s m ,ichl darüber einig, unter welch° Versaung n stich leben wollten. Außerdem hatten die Fuh.e^ :ongreßpartei noch nicht onen erwart, dag s ^ ssung wie die übrigen Dominien wumch :e Politik dieser Parier gehe dahin, die vouige

Unabhängigkeit für Indien zu erringen. Sie fordere, daß das indische Volk in einer Nationalversammlung seine Verfassung selbst bestimme. Scheinheilig fügt die Times" hinzu, eine solche Versammlung werde nur die Uneinigkeit Indiens enthüllen.

Nach' diesen vielen Wenn und Aber lagt dann die Times" die Katze aus dem Sack, indem sie unver­blümt verlangt, die Führer der K-ngreßpartei möchten sich doch damit einverstanden erklären, daß die Außen­politik, die Landesverteidigung und noch einige wich­tige Funktionen weiterhin allein den Engländern vor­behalten blieben. Vielleicht ließe sich dann unter Umständen später einmal über die Einführung einer Dominienversassung reden. Das sagt genug.

ffalifar pffantasiert

Noch immer nicht den Ernst der Lage erkannt London, 8. Dezember.

Merkwürdige Auslassungen des britischen Außen­ministers Lord Halifax im Oberhaus bezeugten wieder einmal, daß Englands Regierung sich des Ernstes ihrer Lage anscheinend noch immer nicht bewußt ist. Lord Halifax besaßte sich nämlich in höchst überflüssiger Weise mit Konferenzen, die anscheinend der Behandlung des deutsch-englischen Verhältnisses dienen sollen, obwohl dem Außenminister Englands längst bekannt sein sollte, daß nach der Ablehnung aller ausbauenden deutschen Vorschlüge und nach hinterlistigen Mißbrauch der deut­schen Geduld der von England gewallte Krieg von Deutschland hundertprozentig akzeptiert worden ist.

Während Halifax im Oberhaus mit kindlicher Ein­falt seine Theorien dahin auswalzt, daß die deutsche Regierung nicht eher zu Konferenzenzugelassen" werde, solange sie nichtihre Lektionen gelernt" habe, spürt England immer nachhaltiger, daß es kein Kinderspiel ist den größten Staat Europas als bestens bewaffne­ten, zielbewußt geführten und fest entschlossenen Tod­feind zu haben.

Englische bewaffnete Handelsschiffe

Adula",. Anglo-Saxon Petr. Co. Ld.;Amastra", Anglo- Saxon Petr. Co. Ld.;Andaluccia Star",Bluc Star Line Lt>.; Arnndcl Castle", Union kastle Mail S. S. Co. Ld.;Avila Star", Blue Star Line Ld.;Chinese Princc", Rio Cape Line Ld.;Clan Ferguson", The Clan Line Stcaincrs Ld.; Clan Menzies", The Clan Line Steamers Ld.;Dorhssa", Anglo-Saxon Petrol. Co. Ld.;Elstree Grange", Houldcr Line Ld.;Empretz os Canada". Canadian Pacific Steam- ships Ld.;Ettrickbank", Wcir L Co.;Hopecastle", Novo- castria Shipping Co. Ld.;Jmperal Monarch", Monarch S. S.- Co. Ld.:King William", King Line Ld.;Lindenhall", West Hartlepool St. N. C. Ld.;Lobos", Pacific Steam Nevigation Co.;Laconia", Ciinard White Star'Ld.;Lan- castria", Cunard White Star Ld.;Makalla", Th. L I. Brocklcbank Ld.;New Brunswick", Elder Dcmpstcr Lines Ld. Nurtnrcton", Carlton S. S. Co. Ld.;Rowallan Castle", llnion Castle Mail S. S. Co. Ld.;Somali", P L O. Steam Nad. Co.;Stonepool", R. Röpncr L Co. Ld;Sultan Star", Frederick Lcyland L Co. Ld.;Tuscnn Star", Fredcrick Leh- land L Co. Ld.;Twcedbank", Bank Line Ld.:llpwey Grange", Houlder Line Ld.;Winchester Castle", llnion Castle Mail S. S. Co. Ld.

Französische bewaffnete Handelsschiffe

Cap Corsc", Cic de Navigation Frnissinet;Cap el Hank", Soc. Anon. de Gdrance et d'Armcmcnt;Cap Sun", Soc. Anon de GLrancc d'Armcmcnt:Cyrnos" Ministere de la Marine Marchandc; , Felir NousicN. Soc. des Services Conti, d M. M.;Jpancma", Cic de Nnv. Francc-Amsriquc; Mhsvn", Cic de Navigation d'Trlngny;Pascal Paoli", Cie de Navigation Fraissinct;Sau Matco", Cie Gendralc Trans- atlantiquc;Villc d'Lran", Ministere de la Marine Mar­chandc.

Londoner Kampfer versenkt

Amsterdam, 8. Dezember.

Nach einer Reuter-Meldung ist der 1878 Tonnen große Londoner DampferHorstcd" an der Ostkiiste Englands torpediert worden und gesunken.

Korit Star"-Versenkung erschüttert London

Amsterdam, 6. Dezember.

Die gesamte Londoner Presse berichtet in großer Auf­machung und mit allen Zeichen der Unruhe über die Versenkung des 18 886 Tonnen großen englischen DampfersDoric Star" durch ein deutsches Kriegsschiff im Südatlantik.

Ote sttee Mye AoktssLriaiett?

Von

blauptmann Ist. v. llosonttral

Der Name Langemarck wird stets in der Geschichte ein Symbol bleiben für das Heldentum der deutschen Jugend, für die todesmutige, rücksichtslose Einsatzbereit­schaft der jungen Mannschaft. Der Name birgt aber gleichzeitig die Erinnerung an eine bittere Tragödie, an den vernichtenden Untergang besten deutschen Blutes in heldenmütigem Opfertod.

Die militärische Erfahrung aus diesem Geschehen er­fordert gebieterisch, daß eine Wiederholung solcher Katastrophen in Zukunft ausgeschlossen sein muß. Da­mals wurden ungenügend ausgebildete Mannschaften, notdürftig zusammengestellte Verbände ins Feld ge­schickt, die dann bei ernstlicher Belastungsprobe nicht selten unter blutigsten Verlusten zusammenbrachen. Die Verwendung unvollkommen durchgebildeter Soldaten im Gefecht wird auf Grund der Erfahrungen des Welt­krieges heute strengstens vermieden. In diesem Kriege wurden und werden nur Kämpfer eingesetzt, die durch sorgfältige und gründliche Durchbildung für ihre ver­antwortungsvolle Aufgabe vorbereitet sind. So konn­ten im polnischen Feldzug größere Verluste erfolgreich vermieden werden.

Die strikte Einhaltung dieses Prinzips hat neben anderen Gründen dazu geführt, daß bei der lsteber- führung der Wehrmacht in den mobilen Zustand weit­gehend auf die älteren Jahrgänge, auf die Teilnehlner am. Weltkriege zurückgegriffen wurde. Es ist dadurch eine Jahrgangsschichtung in der Truppe entstanden, die normalen Verhältnissen zweifellos nicht voll entspricht. Schuld an dieser Erscheinung sind jedoch nicht Fehler in der Organisation des Wehrdienstes oder mangel­hafte Erfassung. Sie war einfach bedingt durch die nicht so schnell zu überwindenden Auswirkungen des Versailler Diktats, das uns während anderthalb Jahr­zehnten in unserer Wehrhaftmachung schwächliche Fesseln auferlegte und die Bildung von Reserven durch mili­tärische Ausbildung bestimmter Jahrgänge verbot.

Das ist jedoch nicht der einzige Grund für die not­wendige Verwendung der älteren Soldaten. Ihr Ein­satz war auch aus anderen Rücksichten unerläßlich. Die Kriegserfahrung des Weltkriegskämpfers, sein kamerad­schaftliches Vorbild, seine unübertroffene Abgewogen- heit zwischen kämpferischem Mut und Besonnenheit haben der jungen Wehrmacht viel Blut erspart. Ihm ist es mit zu verdanken, wenn die Verluste sich in so auffallend geringen Grenzen hielten. Was auch in noch so sorgfältiger Friedensausbildung nicht zu erlernen ist, das hat neben eigenem Erleben der junge Feldsoldat dem Vierzigjährigen abgelauscht, dem älteren Kame­raden, der schon zum zweiten Male mit der Knarre auf der Schulter durch feindliches Land marschierte. Und auch in der Seelenkrise des ersten Kriegserlebens fand der junge Rekrut oft genug Halt an der überlegenen Ruhe des erfahrenen Kriegers.

In gleichem. Maße, wie die in jedem Feldzug neu zu sammelnde Kriegserfahrung Eigentum der jungen Truppe wird, werden nach und nach die älteren Front­soldaten zur Entlassung in die Heimat kommen. Es sind Maßnahmen getroffen, die älteren Jahrgänge, ins­besondere die Weltkriegsteilnehmer, allmählich aus der fechtenden Truppe durch jüngeren Ersatz abzulösen. Die Einleitung und der planmäßige Ablauf dieser Maß­nahmen kann natürlich nicht von heute auf morgen er­folgen. Ihre Dauer kann sich besonders bei gewissen Spezialtruppen, die eine technische Sonderausbildung erfordern, auf mehrere Monate erstrecken, ja, es wird aus diesen Gründen in Einzelfällen manche scheinbare Härte unvermeidlich sein. Jeder Einsichtige aber wird

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Unser VsgessViSNeS

(Unsers Iisntigs ^usxabs uinkallt sobt 8eitsn)

Englands Finanzlage wird selbst in England als außerordentlich kritisch bezeichnet.

Der britische Seepirat muß seine Frachtsätze er­höhen.

Engländer raubten 228 USA.-Postsiicke.

Gandhi straft Chamberlain öffentlich Lügen.

Die Sowjetunion geht nicht nach Gens.

Wieder fiel ein englischer Dampfer einem deutschen Torpedo zum Opfer.

Dr. Ley wurde vom Ducc empfangen.

Mackenscn wird heute 98 Jahre alt.

Gauleiter Carl Növer besuchte aus Einladung des Kanobmanncs die Arbeiter zweier Bremer- stungsbetricbc.

Der komm. Kreisleiter des neuen Kreises Bremcn- Lesum, Eauamtsleiter Denker, sprach vor weitere» nach Weser-Ems gefallenen und ehedem osthanno- verschen Ortsgruppen.

Die DAF. vollzog die Gründung des Sozial-Ge- wcrkes des bremischen Handwerks.

Für Bremen wurden sechs Standcsamtsbezirke ein­gerichtet.

Ein großer Kaffec-Schmuggler-Prozeß begann in Bremen.

Ein abermaliger Raubübersall unter dem Schutze der Dunkelheit konnte polizeilich rasch geklärt werden.