Ers chetnk 7mal wöchentlich
Menaisbezug E 2L0 elnsck Zu- stellaebübr: Postbezugspreis monatl. 2,30 E (einschl. 38.78 ^ Post- zeitungSgebübtt zuzüal »2 ^ Bestellgeld Bezugspreis Ist Im voraus niblbai Postscheck' Hambura 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Ems GmbH., Bremen. Teeren 6-8. Fernspr.: 34121. Nachtr. u.Sonntg. 5 1115. S p r e ch z.: Verlag: werktl. 12—13 Uhr; Schriftleitung Dienstag und Freitao 12tt-—13'/, llhr.
vremerMum
parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Negierenöen Bürgermeisters der freien kjansestadt Sremen
Anzeigen - Grundpreise:
Die 1 nun hohe und 22 nun breite Zeile im Anzeigenteil 13 ^ Die 78 mm breite und 1 mio hohe Zeile im Tertteii 75 Ermäßigke
Erundpreise (für kleine, Familien- anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preisliste 7 Nachlaßstaffel <2. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An- nahmeschlufi 16 Uhr. Geschäftsstellen: InVremen: Am Geeren Nr. 6/8, Fernspr. 5 41 21. Nachtrus und sonntags: Fernsprecher 51115: Obernstraße 86, Fernspr. 5 4121. In Sdke Mühlendamw Nr. 2.
der NattomüsoMüsten Vremens
sinnliches Verkiinöungsülatt des IZelchsstattlzalters in vlüenburg und Vremen
Nr. ZZ4 / 9. ^astrgang
TNantag, 4. Dezember 19ZS
kinzelpreis 15 Nps.
Japan und Nuß land grundsätzlich einig
vor dem flbschlup eines Handelsvertrags
Drei Voraussetzungen für poli 1 ische Vertzandlungen
Tokio, 4. Dezember.
Die Tokioter Zeitung „Tokio Asahi Schimbun" meldet, daß sich Außenkommissar Molotow und der japanische Botschafter in Moskau, Togo, grundsätzlich über den Abschluß eines Handelsvertrages geeinigt hätten.
Der frühere Direktor der Handelsabteilung im japanischen Außenamt, jetzt Gesandter in Schweden, Matsushitas, werde demnächst zur Einleitung offizieller Verhandlungen nach der russischen Hauptstadt reisen. Man erwartet, daß das Abkommen bald unter Dach und Fach
sei. Das Blatt nimmt an, dieser Handelsvertrag werde in enger Beziehung zur kriegswirtschaftlichen Mobilisierung Japans stehen. Die Zeitung „Mijako Schimbun" zieht einen Vergleich zwischen der japanisch-russischen Lage und der japanisch-amerikanischen Spannung, die durch die Kündigung des Handelsvertrages durch die USA. hervorgerufen wurde. Man fürchtet in den Vereinigten Staaten, so schreibt das Blatt, daß die Sowjetunion wirtschaftlich an die Stelle der USA. treten könne, falls der Kongreß das vorgeschlagene antijapani- sche Ausfuhrverbot billigen werde.
Politische Kreise in Tokio bemerken hierzu, daß getrennt von den Moskauer Handclsvertragsverhandlun- gen die bevorstehende Konferenz in Tschita die Erenz- sragen zu regeln habe, während gleichzeitig in Tokio über das Fischerei- und Oelproblem verhandelt werde. Bom Erfolg dieser drei gleichlaufenden Besprechungen hingen dann die politische» Erörterungen ab, die entscheidend seien für die künftige Gestaltung der japanisch- russischen Beziehungen.
Lee DeLte
V/is ^riglcmcl ssms ^xpottmäi-Icts verliert
U. blü. Me Maßnahmen, die England im Handelskrieg gegen Deutschland in Kraft setzte und durchzuführen versuchte, haben sich infolge der energischen deutschen Gegenaktionen in wachsendem Maße zum Schaden des britischen Piraten staates ausgewirkt. Doch nicht nur im Hinblick auf die entschlossene Abwehr der Seeräubermethoden Albions seitens des nationalsozialistischen Reiches, sondern auch durch die erheblichen Veränderungen auf den Exportmärkten der Welt erweist sich das englische Blockade- unternehmen als ein zw eischneid.iges Schwert, das die für John Bull sehr unangenehme Eigenschaft besitzt, im Gebrauch gegen Eroßdeutschland völlig abzustumpfen, den eigenen britischen Volkskörper aber in seinen lebenswichtigsten Organen zu treffen. Durch das Eindringen der Konkurrenz in bisher hauptsächlich von England bediente Exportmärkte erwachsen dem britischen Außenhandel nämlich erhebliche Dauerverluste, die auf einzelnen Gebieten schon jetzt nachweisbar in Erscheinung treten und auch von uns herausgestellt zu werden verdienen.
Vor allem fällt im Zuge des verschärften Wirtschaftskrieges, den die Londoner Imperialisten mutwillig heraufbeschworen haben, die wirtschaftliche Aktivität der USA. in den lateinamerikanischen Staaten zum Nachteil der britischen Krämer ins Gewicht. Schon die Entwicklung der handelspolitischen Verhältnisse während des Weltkrieges bot ein lehrreiches Beispiel für die Gefährdung und Verschlechterung der außenwirtschaftlichen Position Englands auf der südlichen Hälfte des Doppelkontinents. Der lachende Dritte war auch vor 25 Jahren die Wirtschaft der Vereinigten Staaten, die den Wert ihrer Ausfuhr nach Lateinamerika von 336 Millionen Dollar im Jahre 1913 auf 728 Millionen Dollar im Jahre 1918 steigern konnten; gleichzeitig verbesserte sich die Ausfuhr der USA. nach ihren damaligen europäischen Alliierten um das Vierfache. Fast der sechste Teil dieser Ausfuhrwerte wurde durch Gold- verschiffungen ausgeglichen.
Die „National City Bank" in Newyork hat die Katze zweifellos zum richtigen. Zeitpunkt aus dem Sack gelassen, als sie dieser Tage der „großen Hoffnung auf Wiederholung der Geschichte" Ausdruck gab. Da sich Englands Exporteinbuße allein schon im Oktober dieses Jahres im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres auf rund 20 Millionen Pfund belief — die von England herausgeforderten dänischen Gegenwirkungen setzten erst im November in vollem Umfange ein — dürften, die Newyorker Hoffnungen recht schnell der restlosen Erfüllung entgegenreifen. Uebrigens scheidet eine Eroberung des deutschen Exportanteils in Südamerika insofern aus, als Deutschland gleichzeitig als Käufer und Verkäufer auftritt, während USA. und England fast nur aus Absatz ihrer Ausfuhr bedacht waren und sind, kaum aber auf Warenaustausch. Aus Kosten Großbritanniens erweitern also die nord- amerikanischen Exporteure ihr Betätigungsfeld. Die neuen Ziele des USA.-Außenhandels auf südamerikani- schem Wirtschaftsterrain sind jedenfalls recht weit gesteckt, was nicht überraschen kann, da der Gesamtwert der britischen Ausfuhr nach Lateinamerika im Vergleich zum Export der Vereinigten Staaten bisher auffallend hoch war.
An zwei Wirtschaftsprodukten sei der für England außerordentlich gefährliche Tatbestand näher erläutert: an der Kunstseide und am Zinn. Die britische Kunstseideerzeugung mußte im November dieses Jahres so stark eingeschränkt werden, daß ihr Ausfuhrwert bis auf ein Drittel des normalen Standes herabsank (die französische Kunstseideindustrie ist so gut wie ganz stillgelegt). USA. dagegen erfreut sich — wie könnte es auch anders sein! — zur gleichen Zeit auf diesem Fabrikationsgebiet einer Höchstkonjunktur, hervorgerufen durch die nach Ausfall der englischen Liefe-
II»N»»NN»ttNIM»III»»II»II»III»IINIIII»»»I»»»IMIIIII»III»I>»IINII»NMIIIII
Unssr VsgessVsiegel
(Dis ksnttZs LusZnbs uwksüt ssobs 8sltsu>)
Der britische Tanker „Sancalisto" wurde vernichtet; ein norwegischer Dampfer lief auf eine Mine.
Die schwierige englische Valutalage wirkt sich kata strophal aus.
Ein englischer Bombenangriff auf Helgoland würd: abgewiesen.
Der russische Heeresbericht meldet den weiteren VormarsH der Sowjettruppen in Finnland; die Städte Südfinnlands wurden geräumt.
Nach grundsätzlicher japanisch-russischer Einigung wird mit dem baldigen Abschluß eines Handelsvertrages gerechnet.
Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht eine Anordnung über die Regelung der Schulden der Gewerbetreibenden.
Im Fußball-Länderspiel siegte Deutschland gegen die Slowakei in Chemnitz 3:1.
Deutschlands Auswahlmannschaft im Boxen schluo Dänemark 12:4.
Das Fußballspiel Focke-Wulf — Deschimag in der Bremer Kampfbai- n,"« durchschlagender
Erfolg.
Spölitrupp- und Jagdfliegertärigkeit
Berlin, 4. Dezember.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen örtliche Spähtrupptätigkeit und geringes Artilleriefeuer. An der Mosel- und Rheinfront sowie in der Gegend von Karlsruhe und Freiburg geringe eigene und feindliche Jagdfliegertätigkeit.
..wakussi" entzog sich der Veschlagnatzmo
Kapstadt, 4. Dezember.
Der deutsche Passagierdampfer „Watussi" wurde auf der Höhe des Kap der Guten Hoffnung am Sonnabend von seiner Besatzung d Anbohren versenkt, nachdem er von südafrikanischen mbenslugzeugen entdeckt worden war. Die Bombenflugzeuge hatten dem Kapitän des deutschen Dampfers Anweisung erteilt, den Hasen von Simonstown anzulaufen. Der Kapitän lehnte das jedoch ab und zog es vor, sein Schiff durch Anbohren zu versenken.
Norwegischer Dampfer auf Mine gelaufen
Oslo, 4. Dezember.
Der norwegische 18vv-Tonnen-Dampfer „Arcturus" aus Bergen ist Freitag vormittag an der schottischen Ostküste auf eine Mine gelaufen. Acht Mitglieder der Mannschaft wurden von dem dänischen Dampfer „Jvar" gerettet. Neun Vesatzungsmitglieder werden vermißt.
Vernichtung der „Sancalisto'
London, 4. Dezember.
Bei dem Untergang des Oeltankers „Sancalisto" verloren, wie jetzt bekannt wurde, zwei Mann ihr Leben. Der Tanker war auf zwei Minen gestoßen, die anscheinend durch eine Kette miteinander verbunden waren; 17 Mann wurden verletzt. Das Rettungsboot lief aus, nachdem die furchtbare Detonation an Land gehört worden war. '
Der Führer hat dem spanischen Staatschef General Franco z«im Geburtstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt.
Londons schwierige valulalage
der Lügenminister beschwichkigt — knglands wätzrungspolitik in der Sackgasse
Il>v. Kopenhagen, 4. Dezember.
Das englische Jnformationsminist.erium hielt es für nötig, sich in einer offiziellen Erklärung um die Behebung des ungünstigen Eindrucks zu bemühen, der am Sonnabend durch die Veröffentlichung des letzten Wochenausweises der Bank von England in internationalen Finanzkreisen hervorgerufen worden war. Das Ministerium wandte sich „gegen Gerüchte, als ob der Goldbestand von 210 000 Pfund Sterling, den die letzte Wochenbilanz der Bank von England aufführt, die ganze Goldreserve Englands ausmache". Dies sei nicht der Fall, denn die Bankreserven, so behauptet das englische Lügenministerium, bilden nur einen unbedeutenden Teil der englischen Goldreserven, da die Devisenkontrolle über bedeutende Mittel zur Stützung des Pfundes verfüge. Vor dem Kriege habe dieser Betrag 260 Millionen Pfund ausgemacht.
' Wieviel heute noch davon gerettet sind, wird vorsichtshalber nicht gesagt. Ausländische Wertpapiere in englischem Besitz hatten, so besagt die Erklärung weiter, einen Wert von nicht weniger als 100 Millionen Pfund. Die ganze Erklärung ruft stark den Eindruck hervor, als ob die englische Währungspolitik die Sackgasse, in der sie sich befindet, nicht mehr lange verheimlichen könne.
England sabotiert französische Ausfuhr
jb. Gens, 4. Dezember.
Daß England trotz aller wirtschaftlicher „Koordinationspolitik" in Wirklichkeit gegenüber Frankreich eine rücksichtslos egoistische Wirtschaftspolitik treibt, wird von der Zeitung „Candide" an einem aufschlußreichen Beispiel demonstriert. Ein englischer Kaufmann namens Binks, der bisher jährlich für 10 000 Pfund Sterling Herrensocken in Deutschland zu kaufen pflegte, hatte versucht, diesen Posten nun aus Frankreich zu beziehen. Um die Erlaubnis zu erhalten, hat sich Mr. Binks mit den
Städte SüSfinnlands geräumt
der russische Heeresbericht meldet: Vormarsch fortgesetzt
Helsinki, 4. Dezember.
Die finnischen Evakuierungsbehörden haben die Bevölkerung aufgefordert, die größeren Städte Südfinn- lands im Laufe des Sonntags freiwillig zu verlassen. Wqborg wurde am Sonnabend bereits zwangsweise evakuiert. Die Maßnahmen sind ruhig und diszipliniert vor sich gegangen. Die Schließung aller Schulen ist angeordnet worden. Die Räumlichkeiten sollen den Evakuierten zur Verfügung gestellt werden. In Helsinki war es den Sonntag über ruhig, obwohl bessere Witterung die Möglichkeit zu Luftangriffen gegeben hätte. Die Einschiffung der Deutschen Helsinkis auf den Dampfer „Donau" ist programmgemäß wei- tergegangen. Bis zum Nachmittag waren 700 Deutsche an Bord, weiter 40 Mitglieder der russischen Gesandtschaft, ISO Italiener und 100 Esten. Wie Reuter aus Helsinki meldet, hat die englische Gesandtschaft die britischen Staatsangehörigen angewiesen, Finnland zu verlassen. Die amerikanischen Staatsangehörigen weiden sich am Montag nach Schweden begeben..
Amtlich wird folgender Bericht des Stabes des Leningrad» Militärbezirks über die Operationen gegen Finnland bekanntgegeben:
„Im Laufe des 2. Dezember setzten die Truppen des Leningrad» Militärbezirks ihren Vormarsch fort. In Richtung von Murmansk verfolgten die sowjetischen Truppenteile die finnischen Truppen, die sich von Pei- samo zurückziehen. In Richtung von Uchta, Rebola, Porososero und Petrosawodsk rückten die sowjetischen Truppen 30—35 Kilometer westlich der Staatsgrenze vor. Auf der karelischen Landenge haben unsere Truppen folgende Dörfer eingenommen: Charmaa, Tarpila. Lautsilta, Achijarwi, Kirka, Kiwennapa, das Städtchen Raiwola'und das Dorf Palkola (an der Küste des finnischen Meerbusens).
Infolge ungünstigen Flugwetters^ fanden keine Kampfhandlungen der Luftwaffe statt."
Die Sozia demokratische Pari«, und die Syndikalszentrale in Finnland nehmen in einem Auzruz zu der Lage Stellung^ wie sie durch den Ausbruch der Feindseligkeiten zwischen Finnland und Rußland entstanden ist. Es heißt in dem Aufruf u. a.: Der natürlich: Wunsch zur Verteidigung des Landes verringere in
keiner Weise den Wunsch des finnischen Volkes oder seiner Arbeiterklasse, alles zu tun, um für friedliche Beziehungen zwischen Finnland und Rußland in einem Geiste, der sich mit den Interessen beider Nationen verträgt, zu arbeiten.
Heftige kämpfe an der Srenze
Riga, 4. Dezember.
Wie'aus Helsinki gemeldet wird, haben zur See und in der Luft keine besonderen Kampfhandlungen stattgefunden. Dagegen sei es an der Grenze zu heftigen Kämpfen gekommen, wobei sich die finnischen Truppen aus einigen Orten, u. a. aus Terijoki, zurückgezogen haben. Die finnischen Truppenteile, die sich aus der Karelischen Landenge auf die Hauptbefestigungslinie zurückgezogen haben, hätten bisher ihre Stellungen halten können. Im Norden setzten die sowjetrussischen Truppen den Vormarsch von der Eismeerküste auf der Straße nach Süden fort und dürften die Stadt Salmijaervi erreicht haben.
England begnügt sich mit ptzrasen
Rom, 4. Dezember.
Ausführlich läßt sich die römische Presse über die Reaktionen des Auslandes über das russische Vorgehen in Finnland berichten. In den Londoner Korrespondenzen wird darauf hingewiesen, daß trotz aller moraltrie- fenden Verurteilung des russischen Vorgehens in maßgebenden Londoner Kreisen größte Zurückhaltung an den Tag gelegt werde, da offensichtlich nicht die geringste Absicht bestehe, etwas zu unternehmen.
sinnland zu vertzandlungen bereit
Helsinki, 4. Dezember.
Die neue finnische Regierung des Ministerpräsidenten Ryti beschloß in ihrer ersten Kabincttssitzung ihre grundsätzliche Bereitschaft, eine friedliche Lösung des finnisch- russischen Konfliktes herbeizuführen. Der schwedische Gesandte in Moskau ist ersucht worden, der russischen Regierung diese Bereitwilligkeit zur Wiederaufnahme der Verhandlungen mitzuteilen.
(Siehe auch Seite H
zuständigen Londoner Stellen wochenlang vergeblich herumgeschlagen, um schließlich in einem öffentlichen Bericht die Feststellung zu machen, daß England offenbau gegen Frankreich, „koste es, was es wolle, den Wirtschaftsboykott verhängt habe". London verfolgt also das klare Ziel, der französischen Ausfuhr den englischen Markt zu verschließen.
Englands krieg trifft die Neutralen
Neuer schwerer Verlust der dänischen Wirtschaft Kopenhagen, 4. Dezember.
Eine Benzinladung von 12 Millionen Litern ist für Dänemark mit dem Untergang des norwegischen Tankdampfers „Realf" verlorengegangen, der, wie bereits gemeldet, vor der englischen Küste auf eine Mine stieß und sank. Ihr Verlust ist der zweite in der Reihe dieser Schädigungen der dänischen Wirtschaft durch den englischen Blockadekrieg.
vlltzeime Untertzaussitzung angekündigt
Peinliche Fragen an Chamberlain zu erwarten Amsterdam, 4. Dezember.
Aus den Berichten der Londoner Sonntagspresse geht hervor, daß die englische Regierung, die ja schon bisher dem englischen Volk in allen entscheidenden Fragen die Wahrheit verschwieg, jetzt überhaupt nicht mehr wagt, vor der Oesfentlichkeit Rede und Antwort zu stehen. Wie die Blätter übereinstimmend melden, hat es Herr Chamberlain so eingerichtet, daß nunmehr das Parlament auch in geheimen Sitzungen tagt. Die Sache wurde so gedreht, daß die Opposition den Antrag einbrachte. Indessen weiß man bereits in London, daß Herr Chamberlain diesem Antrag am Dienstag zustimmen wird. In der nächsten Woche erlebt dann das „demokratische" und „freie" England zum ersten Male das seltene Schauspiel einer Parlamentssitzung hinter verschlossenen Türen. Angeblich beabsichtigt die Labour- Partq, eine ganze Anzahl unangenehmer Fragen an den Ministerpräsidenten zu stellen.
Englischer Abgeordneter unterstreicht britischen vernichtungswillen
London, 4. Dezember.
Der britische konservative Abgeordnete Amery, der kürzlich der Maginotlinie einen Besuch abgestattet hat, erklärte in einer Ansprache in seinem englischen Wahlkreis: „Nur eine totale Niederlage könne Deutschland zum Nachgeben zwingen". Im übrigen dürfe von einer etwaigen Rückgabe der deutschen Kolonien an Deutschland niemals die Rede sein — meint der famose Abgeordnete. __
vombenangriff auf Helgoland abgewiesen
Berlin, 4. Dezember.
Gestern mittag haben englische Bombenflugzeuge versucht, die Insel Helgoland anzugreifen. Infolge des starken Abwehrfeuers konnten die feindlichen Flugzeuge nur wenige Bomben abwerfen, die nur geringfügigen Materialschaden anrichteten. Ein Fischerfahrzeug wurde versenkt.
Englische sliegee über Namue
ü. Brüssel, 4. Dezember.
Englische Flieger haben erneut am Sonnabendnachmittag zu wiederholten Malen belgisches Hoheitsgebiet bei Namur überflogen. Die Luftabwehr trat in Tätigkeit und zwang die Flieger zur Umkehr.
Fliegeralarm in Nordfrankreich
Brüssel, 4. Dezember.
Nach einer Pariser Havas-Meldung wurde am Sonntagvormittag in Nordfrankreich wieder Fliegeralarm gegeben.
Schwere kuslkämpse in kansu
bö Amsterdam, 4. Dezember.
Die japanische Lufttätigkeit in China hält mit unverminderter Heftigkeit an. Am Sonntag ist es in der Provinz Kansu an mehreren Stellen zu schweren Luftkämpfen gekommen Die Chinesen behaupten, über der Hauptstadt Lauschan mehrere japanische Bomber abgeschossen zu haben. An der Bombardierung der Stadt nahmen 48 japanische Flugzeug« teil, die aus einem Luftstützpunkt in der Provinz Schaust gestattet waren.