Ausgabe 
(4.12.1939) Nr. 334
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vremerMum

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenöen Bürgermeisters der freien kjansestadt Sremen

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der NattomüsoMüsten Vremens

sinnliches Verkiinöungsülatt des IZelchsstattlzalters in vlüenburg und Vremen

Nr. ZZ4 / 9. ^astrgang

TNantag, 4. Dezember 19ZS

kinzelpreis 15 Nps.

Japan und Nuß land grundsätzlich einig

vor dem flbschlup eines Handelsvertrags

Drei Voraussetzungen für poli 1 ische Vertzandlungen

Tokio, 4. Dezember.

Die Tokioter ZeitungTokio Asahi Schimbun" mel­det, daß sich Außenkommissar Molotow und der japa­nische Botschafter in Moskau, Togo, grundsätzlich über den Abschluß eines Handelsvertrages geeinigt hätten.

Der frühere Direktor der Handelsabteilung im japa­nischen Außenamt, jetzt Gesandter in Schweden, Matsu­shitas, werde demnächst zur Einleitung offizieller Ver­handlungen nach der russischen Hauptstadt reisen. Man erwartet, daß das Abkommen bald unter Dach und Fach

sei. Das Blatt nimmt an, dieser Handelsvertrag werde in enger Beziehung zur kriegswirtschaftlichen Mobili­sierung Japans stehen. Die ZeitungMijako Schimbun" zieht einen Vergleich zwischen der japanisch-russischen Lage und der japanisch-amerikanischen Spannung, die durch die Kündigung des Handelsvertrages durch die USA. hervorgerufen wurde. Man fürchtet in den Ver­einigten Staaten, so schreibt das Blatt, daß die Sowjet­union wirtschaftlich an die Stelle der USA. treten könne, falls der Kongreß das vorgeschlagene antijapani- sche Ausfuhrverbot billigen werde.

Politische Kreise in Tokio bemerken hierzu, daß ge­trennt von den Moskauer Handclsvertragsverhandlun- gen die bevorstehende Konferenz in Tschita die Erenz- sragen zu regeln habe, während gleichzeitig in Tokio über das Fischerei- und Oelproblem verhandelt werde. Bom Erfolg dieser drei gleichlaufenden Besprechungen hingen dann die politische» Erörterungen ab, die ent­scheidend seien für die künftige Gestaltung der japanisch- russischen Beziehungen.

Lee DeLte

V/is ^riglcmcl ssms ^xpottmäi-Icts verliert

U. blü. Me Maßnahmen, die England im Handels­krieg gegen Deutschland in Kraft setzte und durchzu­führen versuchte, haben sich infolge der energischen deutschen Gegenaktionen in wachsendem Maße zum Schaden des britischen Piraten staates ausgewirkt. Doch nicht nur im Hinblick auf die entschlossene Abwehr der Seeräubermethoden Albions seitens des nationalsozialistischen Reiches, sondern auch durch die erheblichen Veränderungen auf den Export­märkten der Welt erweist sich das englische Blockade- unternehmen als ein zw eischneid.iges Schwert, das die für John Bull sehr unangenehme Eigenschaft besitzt, im Gebrauch gegen Eroßdeutschland völlig abzu­stumpfen, den eigenen britischen Volkskörper aber in seinen lebenswichtigsten Organen zu treffen. Durch das Eindringen der Konkurrenz in bisher hauptsächlich von England bediente Exportmärkte erwachsen dem briti­schen Außenhandel nämlich erhebliche Dauerverluste, die auf einzelnen Gebieten schon jetzt nachweisbar in Er­scheinung treten und auch von uns herausgestellt zu werden verdienen.

Vor allem fällt im Zuge des verschärften Wirt­schaftskrieges, den die Londoner Imperialisten mut­willig heraufbeschworen haben, die wirtschaftliche Akti­vität der USA. in den lateinamerikanischen Staaten zum Nachteil der britischen Krämer ins Gewicht. Schon die Entwicklung der handelspolitischen Verhältnisse wäh­rend des Weltkrieges bot ein lehrreiches Beispiel für die Gefährdung und Verschlechterung der außenwirt­schaftlichen Position Englands auf der südlichen Hälfte des Doppelkontinents. Der lachende Dritte war auch vor 25 Jahren die Wirtschaft der Vereinigten Staaten, die den Wert ihrer Ausfuhr nach Lateinamerika von 336 Millionen Dollar im Jahre 1913 auf 728 Millionen Dollar im Jahre 1918 steigern konnten; gleichzeitig verbesserte sich die Ausfuhr der USA. nach ihren da­maligen europäischen Alliierten um das Vierfache. Fast der sechste Teil dieser Ausfuhrwerte wurde durch Gold- verschiffungen ausgeglichen.

DieNational City Bank" in Newyork hat die Katze zweifellos zum richtigen. Zeitpunkt aus dem Sack ge­lassen, als sie dieser Tage dergroßen Hoffnung auf Wiederholung der Geschichte" Ausdruck gab. Da sich Eng­lands Exporteinbuße allein schon im Oktober dieses Jahres im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres auf rund 20 Millionen Pfund belief die von England herausgeforderten dänischen Gegenwir­kungen setzten erst im November in vollem Umfange ein dürften, die Newyorker Hoffnungen recht schnell der restlosen Erfüllung entgegenreifen. Uebrigens schei­det eine Eroberung des deutschen Exportanteils in Südamerika insofern aus, als Deutschland gleichzeitig als Käufer und Verkäufer auftritt, während USA. und England fast nur aus Absatz ihrer Ausfuhr bedacht waren und sind, kaum aber auf Warenaustausch. Aus Kosten Großbritanniens erweitern also die nord- amerikanischen Exporteure ihr Betätigungsfeld. Die neuen Ziele des USA.-Außenhandels auf südamerikani- schem Wirtschaftsterrain sind jedenfalls recht weit ge­steckt, was nicht überraschen kann, da der Gesamtwert der britischen Ausfuhr nach Lateinamerika im Vergleich zum Export der Vereinigten Staaten bisher auffallend hoch war.

An zwei Wirtschaftsprodukten sei der für England außerordentlich gefährliche Tatbestand näher erläutert: an der Kunstseide und am Zinn. Die britische Kunstseideerzeugung mußte im November dieses Jahres so stark eingeschränkt werden, daß ihr Ausfuhrwert bis auf ein Drittel des normalen Standes herabsank (die französische Kunstseideindustrie ist so gut wie ganz still­gelegt). USA. dagegen erfreut sich wie könnte es auch anders sein! zur gleichen Zeit auf diesem Fabrikationsgebiet einer Höchstkonjunktur, her­vorgerufen durch die nach Ausfall der englischen Liefe-

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Der britische TankerSancalisto" wurde vernichtet; ein norwegischer Dampfer lief auf eine Mine.

Die schwierige englische Valutalage wirkt sich kata strophal aus.

Ein englischer Bombenangriff auf Helgoland würd: abgewiesen.

Der russische Heeresbericht meldet den weiteren VormarsH der Sowjettruppen in Finnland; die Städte Südfinnlands wurden geräumt.

Nach grundsätzlicher japanisch-russischer Einigung wird mit dem baldigen Abschluß eines Handels­vertrages gerechnet.

Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht eine Anordnung über die Regelung der Schulden der Gewerbetrei­benden.

Im Fußball-Länderspiel siegte Deutschland gegen die Slowakei in Chemnitz 3:1.

Deutschlands Auswahlmannschaft im Boxen schluo Dänemark 12:4.

Das Fußballspiel Focke-Wulf Deschimag in der Bremer Kampfbai- n,"« durchschlagender

Erfolg.

Spölitrupp- und Jagdfliegertärigkeit

Berlin, 4. Dezember.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen örtliche Spähtrupptätigkeit und geringes Ar­tilleriefeuer. An der Mosel- und Rheinfront sowie in der Gegend von Karlsruhe und Freiburg geringe eigene und feindliche Jagdfliegertätigkeit.

..wakussi" entzog sich der Veschlagnatzmo

Kapstadt, 4. Dezember.

Der deutsche PassagierdampferWatussi" wurde auf der Höhe des Kap der Guten Hoffnung am Sonnabend von seiner Besatzung d Anbohren versenkt, nachdem er von südafrikanischen mbenslugzeugen entdeckt wor­den war. Die Bombenflugzeuge hatten dem Kapitän des deutschen Dampfers Anweisung erteilt, den Hasen von Simonstown anzulaufen. Der Kapitän lehnte das jedoch ab und zog es vor, sein Schiff durch Anbohren zu versenken.

Norwegischer Dampfer auf Mine gelaufen

Oslo, 4. Dezember.

Der norwegische 18vv-Tonnen-DampferArcturus" aus Bergen ist Freitag vormittag an der schottischen Ostküste auf eine Mine gelaufen. Acht Mitglieder der Mannschaft wurden von dem dänischen DampferJvar" gerettet. Neun Vesatzungsmitglieder werden vermißt.

Vernichtung derSancalisto'

London, 4. Dezember.

Bei dem Untergang des OeltankersSancalisto" ver­loren, wie jetzt bekannt wurde, zwei Mann ihr Leben. Der Tanker war auf zwei Minen gestoßen, die anschei­nend durch eine Kette miteinander verbunden waren; 17 Mann wurden verletzt. Das Rettungsboot lief aus, nachdem die furchtbare Detonation an Land gehört wor­den war. '

Der Führer hat dem spanischen Staatschef General Franco z«im Geburtstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt.

Londons schwierige valulalage

der Lügenminister beschwichkigt knglands wätzrungspolitik in der Sackgasse

Il>v. Kopenhagen, 4. Dezember.

Das englische Jnformationsminist.erium hielt es für nötig, sich in einer offiziellen Erklärung um die Be­hebung des ungünstigen Eindrucks zu bemühen, der am Sonnabend durch die Veröffentlichung des letzten Wochenausweises der Bank von England in inter­nationalen Finanzkreisen hervorgerufen worden war. Das Ministerium wandte sichgegen Gerüchte, als ob der Goldbestand von 210 000 Pfund Sterling, den die letzte Wochenbilanz der Bank von England aufführt, die ganze Goldreserve Englands ausmache". Dies sei nicht der Fall, denn die Bankreserven, so behauptet das englische Lügenministerium, bilden nur einen unbe­deutenden Teil der englischen Goldreserven, da die Devisenkontrolle über bedeutende Mittel zur Stützung des Pfundes verfüge. Vor dem Kriege habe dieser Be­trag 260 Millionen Pfund ausgemacht.

' Wieviel heute noch davon gerettet sind, wird vor­sichtshalber nicht gesagt. Ausländische Wertpapiere in englischem Besitz hatten, so besagt die Erklärung weiter, einen Wert von nicht weniger als 100 Millionen Pfund. Die ganze Erklärung ruft stark den Eindruck hervor, als ob die englische Währungspolitik die Sack­gasse, in der sie sich befindet, nicht mehr lange ver­heimlichen könne.

England sabotiert französische Ausfuhr

jb. Gens, 4. Dezember.

Daß England trotz aller wirtschaftlicherKoordina­tionspolitik" in Wirklichkeit gegenüber Frankreich eine rücksichtslos egoistische Wirtschaftspolitik treibt, wird von der ZeitungCandide" an einem aufschlußreichen Beispiel demonstriert. Ein englischer Kaufmann namens Binks, der bisher jährlich für 10 000 Pfund Sterling Herrensocken in Deutschland zu kaufen pflegte, hatte ver­sucht, diesen Posten nun aus Frankreich zu beziehen. Um die Erlaubnis zu erhalten, hat sich Mr. Binks mit den

Städte SüSfinnlands geräumt

der russische Heeresbericht meldet: Vormarsch fortgesetzt

Helsinki, 4. Dezember.

Die finnischen Evakuierungsbehörden haben die Be­völkerung aufgefordert, die größeren Städte Südfinn- lands im Laufe des Sonntags freiwillig zu verlassen. Wqborg wurde am Sonnabend bereits zwangsweise evakuiert. Die Maßnahmen sind ruhig und diszipliniert vor sich gegangen. Die Schließung aller Schu­len ist angeordnet worden. Die Räumlichkeiten sollen den Evakuierten zur Verfügung gestellt werden. In Helsinki war es den Sonntag über ruhig, obwohl bessere Witterung die Möglichkeit zu Luftangriffen gegeben hätte. Die Einschiffung der Deutschen Helsin­kis auf den DampferDonau" ist programmgemäß wei- tergegangen. Bis zum Nachmittag waren 700 Deutsche an Bord, weiter 40 Mitglieder der russischen Gesandt­schaft, ISO Italiener und 100 Esten. Wie Reuter aus Helsinki meldet, hat die englische Gesandtschaft die briti­schen Staatsangehörigen angewiesen, Finnland zu ver­lassen. Die amerikanischen Staatsangehörigen weiden sich am Montag nach Schweden begeben..

Amtlich wird folgender Bericht des Stabes des Le­ningrad» Militärbezirks über die Operationen gegen Finnland bekanntgegeben:

Im Laufe des 2. Dezember setzten die Truppen des Leningrad» Militärbezirks ihren Vormarsch fort. In Richtung von Murmansk verfolgten die sowjetischen Truppenteile die finnischen Truppen, die sich von Pei- samo zurückziehen. In Richtung von Uchta, Rebola, Porososero und Petrosawodsk rückten die sowjetischen Truppen 3035 Kilometer westlich der Staatsgrenze vor. Auf der karelischen Landenge haben unsere Trup­pen folgende Dörfer eingenommen: Charmaa, Tarpila. Lautsilta, Achijarwi, Kirka, Kiwennapa, das Städtchen Raiwola'und das Dorf Palkola (an der Küste des finni­schen Meerbusens).

Infolge ungünstigen Flugwetters^ fanden keine Kampfhandlungen der Luftwaffe statt."

Die Sozia demokratische Pari«, und die Syndikalszentrale in Finnland nehmen in einem Auzruz zu der Lage Stellung^ wie sie durch den Ausbruch der Feindseligkeiten zwischen Finnland und Rußland ent­standen ist. Es heißt in dem Aufruf u. a.: Der natür­lich: Wunsch zur Verteidigung des Landes verringere in

keiner Weise den Wunsch des finnischen Volkes oder seiner Arbeiterklasse, alles zu tun, um für fried­liche Beziehungen zwischen Finnland und Ruß­land in einem Geiste, der sich mit den Interessen bei­der Nationen verträgt, zu arbeiten.

Heftige kämpfe an der Srenze

Riga, 4. Dezember.

Wie'aus Helsinki gemeldet wird, haben zur See und in der Luft keine besonderen Kampfhandlungen statt­gefunden. Dagegen sei es an der Grenze zu heftigen Kämpfen gekommen, wobei sich die finnischen Truppen aus einigen Orten, u. a. aus Terijoki, zurückgezogen haben. Die finnischen Truppenteile, die sich aus der Karelischen Landenge auf die Hauptbefestigungslinie zurückgezogen haben, hätten bisher ihre Stellungen hal­ten können. Im Norden setzten die sowjetrussischen Trup­pen den Vormarsch von der Eismeerküste auf der Straße nach Süden fort und dürften die Stadt Salmijaervi erreicht haben.

England begnügt sich mit ptzrasen

Rom, 4. Dezember.

Ausführlich läßt sich die römische Presse über die Reaktionen des Auslandes über das russische Vorgehen in Finnland berichten. In den Londoner Korresponden­zen wird darauf hingewiesen, daß trotz aller moraltrie- fenden Verurteilung des russischen Vorgehens in maß­gebenden Londoner Kreisen größte Zurückhaltung an den Tag gelegt werde, da offensichtlich nicht die ge­ringste Absicht bestehe, etwas zu unternehmen.

sinnland zu vertzandlungen bereit

Helsinki, 4. Dezember.

Die neue finnische Regierung des Ministerpräsidenten Ryti beschloß in ihrer ersten Kabincttssitzung ihre grund­sätzliche Bereitschaft, eine friedliche Lösung des finnisch- russischen Konfliktes herbeizuführen. Der schwedische Ge­sandte in Moskau ist ersucht worden, der russischen Re­gierung diese Bereitwilligkeit zur Wiederaufnahme der Verhandlungen mitzuteilen.

(Siehe auch Seite H

zuständigen Londoner Stellen wochenlang vergeblich herumgeschlagen, um schließlich in einem öffentlichen Bericht die Feststellung zu machen, daß England offen­bau gegen Frankreich,koste es, was es wolle, den Wirtschaftsboykott verhängt habe". London verfolgt also das klare Ziel, der französischen Ausfuhr den eng­lischen Markt zu verschließen.

Englands krieg trifft die Neutralen

Neuer schwerer Verlust der dänischen Wirtschaft Kopenhagen, 4. Dezember.

Eine Benzinladung von 12 Millionen Litern ist für Dänemark mit dem Untergang des norwegischen Tank­dampfersRealf" verlorengegangen, der, wie bereits gemeldet, vor der englischen Küste auf eine Mine stieß und sank. Ihr Verlust ist der zweite in der Reihe dieser Schädigungen der dänischen Wirtschaft durch den eng­lischen Blockadekrieg.

vlltzeime Untertzaussitzung angekündigt

Peinliche Fragen an Chamberlain zu erwarten Amsterdam, 4. Dezember.

Aus den Berichten der Londoner Sonntagspresse geht hervor, daß die englische Regierung, die ja schon bisher dem englischen Volk in allen entscheidenden Fragen die Wahrheit verschwieg, jetzt überhaupt nicht mehr wagt, vor der Oesfentlichkeit Rede und Antwort zu stehen. Wie die Blätter übereinstimmend melden, hat es Herr Chamberlain so eingerichtet, daß nunmehr das Parla­ment auch in geheimen Sitzungen tagt. Die Sache wurde so gedreht, daß die Opposition den Antrag ein­brachte. Indessen weiß man bereits in London, daß Herr Chamberlain diesem Antrag am Dienstag zu­stimmen wird. In der nächsten Woche erlebt dann das demokratische" undfreie" England zum ersten Male das seltene Schauspiel einer Parlamentssitzung hinter verschlossenen Türen. Angeblich beabsichtigt die Labour- Partq, eine ganze Anzahl unangenehmer Fragen an den Ministerpräsidenten zu stellen.

Englischer Abgeordneter unterstreicht britischen vernichtungswillen

London, 4. Dezember.

Der britische konservative Abgeordnete Amery, der kürzlich der Maginotlinie einen Besuch abgestattet hat, erklärte in einer Ansprache in seinem englischen Wahl­kreis:Nur eine totale Niederlage könne Deutschland zum Nachgeben zwingen". Im übrigen dürfe von einer etwaigen Rückgabe der deutschen Kolonien an Deutsch­land niemals die Rede sein meint der famose Ab­geordnete. __

vombenangriff auf Helgoland abgewiesen

Berlin, 4. Dezember.

Gestern mittag haben englische Bombenflugzeuge ver­sucht, die Insel Helgoland anzugreifen. Infolge des star­ken Abwehrfeuers konnten die feindlichen Flugzeuge nur wenige Bomben abwerfen, die nur geringfügigen Materialschaden anrichteten. Ein Fischerfahrzeug wurde versenkt.

Englische sliegee über Namue

ü. Brüssel, 4. Dezember.

Englische Flieger haben erneut am Sonnabendnach­mittag zu wiederholten Malen belgisches Hoheitsgebiet bei Namur überflogen. Die Luftabwehr trat in Tätig­keit und zwang die Flieger zur Umkehr.

Fliegeralarm in Nordfrankreich

Brüssel, 4. Dezember.

Nach einer Pariser Havas-Meldung wurde am Sonn­tagvormittag in Nordfrankreich wieder Fliegeralarm gegeben.

Schwere kuslkämpse in kansu

Amsterdam, 4. Dezember.

Die japanische Lufttätigkeit in China hält mit un­verminderter Heftigkeit an. Am Sonntag ist es in der Provinz Kansu an mehreren Stellen zu schweren Luft­kämpfen gekommen Die Chinesen behaupten, über der Hauptstadt Lauschan mehrere japanische Bomber abge­schossen zu haben. An der Bombardierung der Stadt nahmen 48 japanische Flugzeug« teil, die aus einem Luftstützpunkt in der Provinz Schaust gestattet waren.