Ausgabe 
(26.8.1940) Nr. 234
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parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Lreien Hansestadt Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstatttfalters In Oldenburg und Vremen

Nr. 2Z4 / 10. Jahrgang

Montag, 26. flugust 1940

kinzelpreis 15 Npf.

bomben auf die bptiimsimis-kampagne

Stkrkste Wirkung der neuesten Luftangriffe auf britische Kiffen und Nüstungszentren

kngland verlor 1l5 Flugzeuge

^tlilS-Ionner aus elnem l-elettzug versenkt / weiteres verminen englischer Seehafen

Berlin, 25. August.

Wie das VNL. von unterrichteter Seite erfährt, entwickelten sich bei den Bombenangriffen am Sonntag, die in überraschendem Vorstoß von den Luftflotten 2 und 3 mit Teilkriisten gegen den Siidwesten der briti­schen Inseln durchgeführt wurden, mehrere große Luftkämpse. Im Verlause dieser Kämpfe wurden 51 feind­liche Flugzeuge abgeschossen, 12 eigene werden vermißt.

Ver wekrmachtsbericht vom 25. stugust

Berlin, 25. August.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Die Luftwaffe setzte am 24. August die planmäßige Zerstörung kriegswichtiger Anlagen des Feindes mit großem Ersolge fort. Wie bereits bekanntgegeben, stie­ßen deutsche Fliegerverbände gestern überraschend gegen die britischen Inseln vor. Dabei gelang es, Unterkünfte,. Hallen, Werkstätten und Lager auf den Flugplätzen Northweald, Hornchurch, Manston, Canterüury und Ramsgate weitgehend zu zerstören. Der Kriegshafen von Portsmouth wurde mit zahlreichen Bomben, darun­ter solchen schwersten Kalibers, belegt und die Hafen- und Werftanlagen in Brand gesetzt. Unsere Kampfflieger warfen ferner Bomben auf Great-Parmouth, wo Lager­häuser und Schuppen in Flammen aufgingen, sowie auf Truppenunterkünfte in der Nähe von Dover.

Im Laufe des Tages kam es zu mehreren heftigen Lustkämpfen, in denen unsere Jagdflieger wiederum ihre Ueberlegenheit bewiesen.

Zahlreiche nächtliche Angriffe unserer Kampfflieger hatten erhebliche Zerstörungen in den Hasenanlagen von Bristol, Brände und Explosionen im Großöllager von Thameshaven sowie starke Beschädigungen in verschie-

Neuer Schweizer Protest in London

^ Bern. 25. August

h Ungeachtet des erst vor wenigen Tagen in London er­st, hobenen Protestes und des dort ansgesprochenen Bedauerns, haben in der Nacht vom Samstag aus Sonntag erneut eng­lische Flieger die Schweiz überslogen. In mehreren Städten der Wcstschweiz und in Bern wurde zweimal Alarm gegeben. Die britischen Flieger slogen von dem Jura kommend wieder in Richtung Süden. Aus dem Nückslug konnte man in Bern das Geräusch der Flugzeuginotorcn deutlich hören. In der Umgebung von Bern trat die Flak kurz in Tätigkeit.

Das schweizer AußenaMt hat bereits Sonntag vormittag durch seinen Gesandten in London einen erneuten, energischen -Protest bei der britischen Regierung erheben lassen Die bis­herigen Proteste in London sollten der Schweiz deren Wir- kunMosigkeit schon gezeigt haben. Erst vor nx-nigen Tagen berichteten schweizerische Blätter, daß sie aus der Bevölkerung zahlreiche Briese erhalten hätten, in denen diese wirlsamere Abwehrmaßnahmen verlangten. Auch schweizerische Blätter forderten das Jnkrastsetzen der letzten Abwehrmvglichkeiten.

denen Werken der britischen Flugrüstungsindustrie u. a. in Derby, Birmingham, Kingston und Rochrstcr zur Folge. Das Verminen englischer Seehäfen wurde fort­gesetzt.

Britische Flieger warfen in der Nacht zum 25. August in Nord-, West- und Siidwestdeutschland Bomben auf sreics Gelände und in Wohnvierteln von zwei südwest-

deutschen Städten. In einer Stadt wurden mehrere Wohnhäuser getroffen, zwei Zivilpersonen getötet »nd zwei verletzt. An einer anderen Stelle zerstörte eine Bombe ein Gebäude, in dem Kriegsgefangene unterge­bracht waren. Acht von ihnen wurden verletzt.

Die Eesamtverluste des Feindes betrügen gestern 84 Flugzeuge, von denen 57 im Luftkampf und sieben durch Flak abgeschossen oder am Boden zerstört wurden. 28 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Ein Unterseeboot versenkte einen britischen Zerstörer der Viscount-Klasse und einen Handelsdampser von 7888 VRT. aus einem stark gesicherten Eeleitzug heraus."

Zerstörer von Italienischen Vombern verjagt

britische Lustbasts aus Mails erneut bombardiert — vier englische Jagdflugzeuge abgeschossen

wieder britische Flugzeuge über der Schweiz

Rom, 25. August.

Der italienische Wehrmachtsbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut:

„Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Eines unserer Luftqeschwader hat die Lustbasis von Al Far aus Malta bombardiert. Zehn englische Jagdflug­zeuge, die bereits aufgestiegen waren, haben die Aktion zu verhindern versucht, sind aber sofort von unseren be­gleitenden Jagdfliegern angegriffen worden. Es kam zu einem heftigen Lustkamps, in dessen Verlaus vier eng­lische und eines unserer Jagdflugzeuge abgeschossen wurden.

In Nordafrika sind zwei englische Zerstörer, die mit einer nächtlichen Beschießung gegen Porto Vardia be­gonnen hatten, von unseren sosort eingreifenden Bom­benflugzeugen angegriffen und in die Flucht geschlagen worden. Weitere Luftangriffe sind von unseren Forma­tionen gegen motorisierte feindliche Abteilungen zwi­schen Sidi Barrani und der Cyrenaikagrenze durchge­führt worden; drei Panzerwagen wurden hierbei zer­stört. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt.

Ein feindlicher Luftangriff auf Tobruk hat fünf Tote gefordert und sehr geringe Sachschäden verursacht.

Nachträglichen Erhebungen zufolge sind während der feindlichen Aktion auf Tobruk, die im Wehrmachts­bericht vom 28. August gemeldet wurde, von der Marine- slak zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen worden.

In Ostafrika haben unsere Luftgeschwader die Flug­plätze von Earijsa und Wajir (Kenia) und feindliche

Stellungen in Daga River Post (Unterer Sudan) bom­bardiert."

Feindliche Luftangriffe haben in der vergangenen Nacht gegen Piemont und die Lombardei stattgefunden. Die feindlichen Flugzeuge, die, wie immer, von der Schweiz herkamen, sind von unseren Jagdflugzeugen in die Flucht geschlagen worden, nachdem sie drei Bomben in der Nähe von Anione (Borgosesia) und drei Bom­ben in der Nähe von Alessandria fallen ließen, wobei eine Bauernhütte in Brand geriet. In Mariano Co- mense hat es zwei Tote unter der Bevölkerung gegeben, und an Wohnhäusern wurde leichter Schaden verur­sacht. Zusammen mit den Bomben wurden die üblichen Flugblätter abgeworfen."

vor Sidralkar liegende Schiffe bombardiert

Tanger, 25. August.

Von der spanischen Grenze erfährt man, daß am Sonn­abendnachmittag ein Flugzeug die in Gibraltar vor Anker liegenden Schisse trotz lebhafter Luftabwehr bombardiert hat. In der Festung herrscht außerordentliches Durcheinander. Man erklärt, daß der Angriff vom 21. d. M. zahlreiche Ab­wehrbatterien zum Schweigen gebracht habe. Nach den Er­klärungen spanischer Arbeiter, die tagsüber aus der Festung arbeiten, seien die Brände durch das Bombardement vom 2f. außerordentlich schwer gewesen. Das Feuer habe einen gro­ßen Autopark, Marinetommandos und das Arsenal schwer beschädigt. Unter den in den letzten Tagen nach Gibraltar zurückgekehrten Schiffen befänden.sich viele, die außerordent­lich schwere Schäden auswiesen, darunter auch ein Kreuzer, von dem sehr viele Tote und Verwundete ausgeschifft worden seien.

London in dichte Nauchwolken gehüllt

vrönde von der Küste bis In Londons flußenbezlrke - „Zwei gewaltige wogen deutscher flugzeuge" - flakleuer - »aber

keine Wirkung" — käsen von portsmoutk - ein Irümmerseld

b. v. Stockholm, 28. August

Ein dichter Rauchschleier liegt seit Sonntag morgen über der weiteren Umgebung von London. Er rührt, wie felbst Reu­ter! in einer Meldung über die deutschen Lüster,olge zugeben mutz. von Bränden her, die in der Nacht zum Sonntag aus- brachen. Schon bei den «nqrissen am Sonnabendabend war in mehreren der angegrissene» Bezirke Feuer entstanden, ,o in einem grotzen Speicher. .

Brände von der Küste bis zu den Londoner Augenbezirk-n! Zerstörungen aus der ganzen Linie! Großes Durcheinander in der öffentlichen Meinung, die plötzlich unfanft aus allen ihren Wunschbildern und Kombinationen heransgerissen worden »st — das ist die Bilanz eines einzigen Tages, der die Lage ,m Luftkrieg für England blitzschnell verschlimmert hat. Alle Theorien einer neuen deutschen Technik — Angriffe m nur kleineren Bombergruppen oder durch einzelne Hlugzerige wurden über den Hausen geworfen, nachdem Sonnabend­nachmittag und Sonnabendabend zwei große deutsche Angriffe verzeichnet werden mutzten. Vorher hatten sich. Wie d,e eng­lischen Berichte besagen, die Aktionen vorwiegend auf Flug­plätze der SUdostküste beschränkt. ^

Ein amerikaiiisttM' Augenzeuge, der dem deutfchen Angriff mrs Dover beiwohnte, schilderte ihn folgendermatzen: „Zwei gewaltige Wogen angreistnder deutscher, ixtugzeuge brausten gegen die englische Küste. Man konnte Ue deutlich über dem Kanal sehen, scharf gegen den blauen Himmel abgezeichnet. Zwei oder drei der Flugzeuge verließen die Eeschwaderfvr- matian und stürzten gegen die Ku,tenl,n,e los um drei kleinere Fahrzeuge anzugreifen dre vor eruer Klippe nahe dem Hasen vor Anker lagen. Mehrere Bomben wurden ge­worfen und man konnte die gewaltigen W-ffersaulen des Einschlages sehen. Die englischen olakbatterien fielen mit ihren Schüssen in den Chor ein Ich konnte d,e Eefchoste ,m Blau des Himmels explodieren sehen, aber ,ch konnte kerne Wirkung der Beschießung beobachten. .

Auch der Angriff auf Portsmouth ereignete sich nach engli­schen Berichten in zahlreichen Wellen, von denen",«- die an­dere ablöste. Ebenso werden Angriffe au, Flugplätze im öst­lichen Teil der Grqsschast Kent zugegeben. Ueber d,e Schaden verbreitet man wohlweislich keine näheren Angaben, «nsbc- sondere was ^ Einäscherung des Hafenviertels von Ports­mouth betrifft. Selbst die englischen Bericht-verzeichnen fedoch Treffer aus einer gewissen Anzahl von Gebäuden und zahl­reiche Brände. Verhältnismäßig früh wurden von «"gUscher Seit« zunächst noch ohne die Namen der angegriffenen Platz,

zu nennen, am Sonnabend gewaltige Brände in Kiistenstädten gemeldet. Später stellte es sich heraus, daß Portsmouth, Dover und Ramsgate gemeint waren. Bezeichnenderweise wird zugegeben, daß in Ramsgate das Gaswerk getroffen wurde und daß der Flugplatz in Manston nahe Ramsgate beträcht­lichen Schaden an Gebäuden erlitten hat. Vergeblich versuchen die Engländer große Mengen ih'ter noch verfügbaren Jagd- verbände einzusetzen, ossensichtlich aus Reserven. Ueber der Themsemünduag, so wird berichtet, hätten sich erbitterte Kämpfe in 3000 Meter- Höhe abgespielt.

Um Mitternacht ereigneten sich in London, das nicht weniger als drei Alarme innerhalb eines einzigen Tages erlebte — außerdem zlvei heftige Explosionen. Erschreckt flüchteten große Mengen von Mensche«!, die gerade die Theater und Kinos ver­ließen, in die Schntzräume. Von allen Seiten begannen Scheinwerfer über den Himmel zu gleiten. In einem der Außenbezirke seien, so sagen die englischen Berichte abschlie­ßend, ebenfalls Bomben abgeworfen worden — und die ganze Gegend wurde hinterdrein von einem starken roten Feuer­schein erhellt.

- Kleinlaute amtliche Berichte

Die englischen Berichte vom Sonntag sind derart ver­worren. daß man sich aus ihnen einen Begriff von der Durchschlagskraft der letzten deutschen Vorstöße machen kann. Die vom Lust-, Sicherheits- und Jnsormationsministerium ausgegebenen Kommuniques berichten lediglich über Bomben­abwürfe „einer großen Zahl feindlicher Flugzeuge" in vielen Teilen Englands, darunter in der Nähe Londons und rn Wales. Besonders erwähnt werden Städte in Nordengland und den Midland-, Ein späterer Bericht ergänzte diese spär­lichen Angaben dahin, daß es sich bei einem der Brände um die Burbonbetriebe gehandelt habe. Die Feuerwehren seien des Brandes, der nach den ersten Darstellungen schon rasch zu Ende gegangen sein sollte, erst' nach mehreren Stunden Herr geworden.

Daß Bombeneinschläge in einem zum Teil geräumter, Bezirk gemeldet werden, läßt erkennen, daß die Engländer! aus ihrer bisherigen markierten Sorglosigkeit, in der sie die zivile Bevölkerung größten Risiken aussetzen, zu er­wachen beginnen. An zahlreichen Stellen des Landes hat oiscnbar die bisher hinausgeschobene Evakuierung eingesetzt. In Portsmouth seien Todesopfer, aus Flughäfen zu be­klagen. Ramsgate und Dover hätten die schwersten Tage seit

Beginn des Krieges erlebt. Auch weitere Berichte vom Sonntagabend besagen, daß es sich um die erbittertsten An­griffe und Kämpfe gehandelt habe, die bisher beobachtet ge­wesen seien. Das alle- bestätige die Zunahme Her Stoßkraft der deutschen Angriffe.

Bombardierung der Berliner Wohnviertel gefordert

Die Engländer hüten sich, näheres zu sagen über Einzel­heiten der verheexrnden.Wirkungen der letzten Vorstöße der deutschen Lustwasse. Daß sie immerhin ihr Ausmaß und einen bestimmten Teil von Schäden sogar unter- Nennung von Flugplätzen zugeben, ist aufschlußreich genug. Roch bezeichnen­der wirkt das Eingeständnis, der Feind sei „weiterhin in Ver Lust überlegen". Wenn noch etwas fehle um die Tatsache des gewaltigen Vernichtungswerkes unter den Flugplätzen, Rüstungswerken, Berteidigungs- und Berkehrsanlagen Süd- und Ostenglands zu bestätigen, so liegt das in dem prompten Auftauchen von öffentlichen Rufen nach Vergeltungsmaß­nahmen gegen die deutsche Zivilbevölkerung!

Da haben sich also die englischen Plutokraten sosort in ihrer Presse regelrecht Forderungen nach „Repressalien" bestellt und versuchen jetzt den Anschein zu erwecken, als ob die deut­schen Aktionen vor allem die Zivilbevölkerung betroffen hät­ten. Zahllose Zeugnisse von neutraler und sogar von eng­lischer Seite bestätigen, demgegenüber die ausWMMiW' Be- schränkung der deutfchen Aktionen aus militärische Ziele. Sie möchten außerdem — mit gleicher Aussichtslosigkeit — bei dieser Gelegenheit die Tatsache in Vergessenheit bringen, daß die englische Luftwaffe schon dauernd in völkerrechtswidriger Weist gegen nichtmilitärische Ziele in Deutschland und den besetzten Gebieten vorgeschickt wird.

Der „Sundah Dispatch", der sich zum Sprachrohr dies« ge­fährlichen Wünsche macht, wagt es nicht, jedoch ossenbar sel­ber die Verantwortung dafür zu übernehmen. Er sagt: „Män­ner und Frauen, die ihre teuren Angehörigen von Nazibom­ben erschlagen sehen, hätten das Recht zu der Frage, warum' das zivile Berlin bisher unversehrt gelassen sei (!). Die Ant­wort könne natürlich, so erklärt das Blatt scheinheilig, nur von den englischen Strategen gegeben werden. Immerhin: „Keine samtweichen Skrupel und idealistischen Gefühle dürfe» die Männer hegen, die jetzt für uns kämpfen <da kann man sich »nn bei Gott nicht beklagen!). Daö Ziel unserer Feinde ist (Fortsetzung auj Seite 2.)

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Bombenhagel in die Optinnsmuskampagne der Engländer

S. kk. Berlin, 25. August.

Am Sonnabend wurde die planmäßige Zerstörung kriegswichtiger Anlagen in England durch Unterneh­mungen der bewaffneten Aufklärung mit großem Er­folg fortgesetzt. Neben den nachhaltigen Wirkungen der deutschen Bomben steht die Durchführung umfangrei­cher Luftkämpfe und die Vernichtung 24 englischer Flugzeuge. Das ist der kurze Inhalt des OKW.-Berichts über die Aktionen der Luftwaffe am Sonnabend. Diese Aktionen, trotz ungünstiger Witterung in diesem Um­fang durchgeführt, haben in England wie eine kalte Dusche gewirkt. Der nach der Churchill-Rede gezüchtete grenzenlose Optimismus in der englischen Bevölkerung hat vor allem dadurch einen so starken Dämpfer erhal­ten, daß die Sonnabendausgaben der englischen Zeitun­gen diese Uebsrsteigerung dr Kampagne bis aufs höchste getrieben hatten. So sind die deutschen Bomben gerade­zu in diese Lügenartikel hineingehagelt. Wie primitiv die Phraseologie der aus Churchills und Bluff Coopers Befehl arbeitenden Lügenmaschine geworden war, zeigte die Ausgabe der „Times". Sie hatte einen wohlgesetz- ten Artikel über verschiedene „Phasen" des England­krieges vom Stapel gelassen und stellte selbstverständlich fest, daß die erste Phase für England schon gewonnen sei, die zweite nicht, so schlimm sei, weil die Deutschen es inzwischen vorg^oaen hätten, nur noch einzelne Flug­zeuge in einer Art Lustkleinkrieg zu* schicken, und auch die dritte Phase, die noch kommen werde, sei nicht mehr allzu gefährlich.

Was die „Times" nach altem Brauch etwas zurück­haltender aber dennoch in schrankenlosem Optimismus ihren Lesern vorsetzte, hatten die Londoner Eensations- zeitungen mit Massenauflagen dahin erweitert, daß man in England nun schon fast nicht mehr wisse, wie man Armee, Flieger und Flak beschäftigen solle. In diese rosarote Ankündigung eines geruhsamen Wochenendes sind dann die deutschen Bomber geplatzt, die auch wieder ihren Weg über London nahmen, so daß Lon­don zweimal unter Alarm gestanden hat. Diese An­griffe haben so sinnverwirrend gewirkt, daß Reuter lange Zeit brauchte, um sich zu fassen und Berichte über die Angriffe herauszubringen. Er wagte auch nicht die üblichen Siegesmeldungen herauszuschleudern am laufenden Band, sondern er berichtete von einer regen Tätigkeit der deutschen Luftwaffe über Südost­england. An einer Stelle seien 52 Bomber beim Ein- flug gezählt worden, und trotz der „schneidigen An­griffe der englischen Jäger" und lebhaftesten Flakfeuers sei nur eine-deutsche Maschine zum Niedertzehen ge­zwungen worden. Dann wird wörtlich berichtet: „21 deutsche Bomber klinkten ihre Bombenlast über einer Stadt im Südosten aus. Der dabei entstehende Rauch­vorhang war so dicht und hoch, daß er die wxißen Küstenfelsen verbarg."

Ueber einer anderen Stadt haben dann 32 deutsche Bomber ihre Lasten zum Abwurf gebracht und zwar über Ramsgate, wo, wie Reuter gestehen mußte, die Gasanstalt vernichtet und „beträchtlicher Schaden an Gebäuden eines Flughafens in -der-Höhe-vsn -London" angerichtet wurde. Eine andere Schilderung über den Angriff auf Ramsgate hatte gelautet: „In einer Stadt des Südwestens, wo zweihundert Bomben niedergingen, erstickte ein Mann im Qualm seines Hauses, das in Brand geschossen war."

Ueber den Angriff auf Portsmouth gar hatte fol­gende wörtliche Formulierung ihren Weg in die Öffent­lichkeit gefunden, wobei offenbar ein anderer Bericht, der ohne Namensnennung den Abwurf von 200 Bom­ben auf eine Stadt im Südwesten zugibt, ebenfalls den Angriff auf Portsmouth gemeint hat: „Heute abend wurde auch Portsmouth von einer starken Formation feindlicher Flieger angegriffen. Die Berichte über Zer­störungen und Opfer liegen noch »icht vollständig vor, aber man weiß, daß eine gewisse Anzahl von Gebäuden getroffen und einige Brände verursacht wurden."

Diese wenigen Zitate, lassen die volle Wirkung der deutschen Bombenangriffe, erkennen, wir wissen — selbst dreLmer.ikan/r.'hstben dre'Tätsäche'MMst'TeWtzn Wochen wiederholt vermerk —, däß^ wenn Dir ÄHMtche-Schüden und Zerstörungen an den angegriffenen militärischen Objekten angerichtet hatten, Churchill kühn und frech jede oder fast jede Wirkung hatte ableugnen lassen. Wenn er jetzt nach diesem Bombenhagel, der ihm so sehr die Siegespropaaanda und die Ostcnsivprophe- zeiungen vermasselt hat, derart beträchtliche Schäden

Die Planmäßigen Angriffe der deutschen Lustwasse aus England wurden mit größtem Ersolg fortgesetzt. Nord-Kenha wird von den Engländern geräumt.

Die Schweiz legte wegen erneuter Neutralitätsverlctzung durch britische Flieger in London Protest ein.

Die Zusammenarbeit auf landwirtschaftlichem Gebiet zwischen Deutschland und Ungarn wird weiter verliest. Gestern wurde die Leipziger Messe eröffnet.

Als Gesundungsmaßnahme wird dem Laicnschasfcn in allen Reservelazarctten gebührender Raum gegeben.

Die Vorrunde zu den Sommcrspiclmcisterschasten brachte drei Nicdcrsachscnsicge.

Schwarzgold holte sich in Hoppcgartcn einen überlegenen Sieg im Handgalopp.

In der deutschen Stehcrmeistcrschast über 100 Kilometer siegte der Kölner Toni Viertens.