Ausgabe 
(22.8.1940) Nr. 230
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parteiamtliche Tageszeitung

Vas Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zreien fjansestadt vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblati des Neichsslatchalters in Oldenburg und vremen

Nr. 2Z0 / 10. Zalirgang

Vonnerstag, 22. flugust 1940

kinzelpreis 15 Npf.

Immer wieder bomben aufkngland

Unermü-ttch Mliiimmern unsere Stukas britische Nüstungs- und Verteidigungswerke

vlockade von den forciern bis zum stequator

Dr. v. I.. Rom. 21. August.

Seit der Berhängung der italienischen Blockade über die englischen Besitzungen und Einslutzgebiete im Mittelmeer, Roten Meer, Golf von Aden und den afrikanischen Ge­wässern einschlictzlich Aegypten befindet sich jedes neutrale Handelsschiff, das sich Gibraltar, Palästina. Cypern. Malta, den Küsten des Sudans oder des Hadramaut (Tüdarabien) einschliehlich Adens mehr als 38 Seemeilen nähert, in töd­licher Gefahr. Im Zusammenhang mit der Blockadecrklä- rung der Neichsregierung vom 17. August sieht England nunmehr auch seine überseeischen Besitzungen vom 62. Krad bis zum Aequator blockiert.

Es handelt sich bei dieser Aktion der Achse um einen ein­maligen Vorgang in der Seekriegsgeschichte, da die größte Blockadeinacht von ehedem, von den Färöern bis zum Aequator das Schicksal erleidet, das es nicht nur seinen Feinden, sondern neuerdings ganz Europa zudachte. Die Ausdehnung der Blockade aus die ostasrikanischen Gewässer wurde Italien insbesondere durch die Besetzung der 68V Kilometer langen Küste Britisch-Somalilands ermöglicht, Durch die italienische Note wird das gesamte Mittelmeer' sür neutrale Schisse, soweit sie bisher sür englische Rech­nung sichren, geschlossen.

Nach Lage der Dinge richtet sich die italienische Benachrich­tigung, was das Mittelmeer angeht, in erster Linie an Grie­chenland und die Türkei, deren Handelsschiffe bereits in den Vorhergehenden Monaten, wenn sie Kurs aus Aegypten oder Palästina nahmen, unangenehme Bekanntschaft mit italieni­schen U-Booten machten. Nach der Blockadeerklärung Italiens vom 28. August ist die Situation für die Neutralen nunmehr eindeutig klar: Jedes Handelsschiss, das in die blockierte Zone einläuft, nimmt ein tödliches Abenteuer auf sich, sür das die italienische Regierung jede Verantwortung ablehnt.

Es wird dabei daran erinnert, daß die Regierung der Ver­einigten Staaten seinerzeit bereits allen Nordamerikanischen Handelsschiffen die Dnrchsahrung des Mittelmeeres und des Roten Meeres untersagt hat. In der italienischen Presse wer­den zur Begründung der totalen Blockade im wesentlichen die Gründe angeführt, die auch in der deutschen Note vom 17, August enthalten sind. Insbesondere wird hervorgehoben, daß es England war, da? durch Nichtachtung der cinwchste» Kricgsregeln und der Gesetze der Menschlichkeit nicht nur die Zivilbevölkerung der kriegführenden Mächte, sondern auch die neutralen Staaten auszuhungern versuchte.

Don der italienischen Regierung wurde in ihrer Rote an die Neutralen besonders hervorgehoben, daß Italien die Durch­fahrt neutraler Schisse durch die Meerengen im Mittelmeer, die zwangsläufige Passagen sür die Schisiahrt darstellen gedacht ist hier in erster Linie an die Straße von Sizilien in keiner Weise zu hindern beabsichtige.

Minengiirtei vor figypien

Dr. v. l.. Rom. 21. August.

Nach der Erklärung der Blockade aller britischen Besitzun­gen im Mittelmeer. im Roten Meer. im Golf von Aden und den asrikanischen Gewässern wird in Rom amtlich erklärt, daß die Blockade im Augenblick der Notifizierung der ita­lienischen Note bei den neutralen Regierungen in Kra't getrelen ist. Italien hat bereits Vorsorge getrosten, die bri­tischen Küsten in den obengenannten Meeren mit Minen- gürteln zu versehen. Darüber hinaus wird die Blockade durch andere Mittel essektiv gestaltet, die aus militärischen Grün­den nicht angegeben werden können.

Steigende Grachten im Mittelmeer

i-ck. Athen. 21. August.

Die Verhängung der Totalblockade über die britischen Kolo­nien und Einslutzgebiete dürste nach hiesiger Ansicht den Schiffsverkehr im östlichen Mittelmeer vollständig lahmlegen und die Jeevcrbindungen mit Aegypten ganz und gar unter­binden. Die Vcrsicherungssätze für Fahrten durch das Mittel­meer sind aus 15 Prozent erhöht worden. Eine weitere, noch beträchtlichere Erhöhung wird erwartet.

Jedes griechische Schiss,' das aus einem griechischen Hasen auslausen will, muß von jetzt ab seinen Auswhrtstermui 36 Stunden vorher dem Marinestab bekanntgeben der dann bestimmen wird. ob das Schiis von griechischen Flugzeugen oder Kriegsschiffen begleitet werden soll. -

fortsekuns der bewaffneten flufklärung

Munitionsfabriken, Hafen- und Werftanlagen, slugpliihe und Schiffsziele wirkungsvoll bombardiert 12 0S0-vnr.-0ompfer.duriti Vombenvolltreffer versenkt der seind verlor ielzn flug;euge

Berlin» 21. August.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Rahmen der bewaffneten Aufklärung griff die Luftwaffe gestern einzelne kriegswichtige Ziele in Mit­tel- und Südengland an. In der Grafschaft Susfolk wurden eine Munitionsfabrik bei Aldeburgh, ein Eisenbahnknotenpunkt bei Southwold, die Hasen­anlagen von Great-Sjarmouth wirksam mit Bom­ben belegt, ebenso ein Kriegsschiff im Seegebiet von Ereat-lflarmouth. Bei Cambridge, East-Church sowie bei Manston und Deal griffen unsere Flug­zeuge Flugplätze mit Bomben und Maschinengewehren an. Die Hasenbahnhöfe von Lowestost und von Exet er erhielten mehrere Treffer aus Schuppen und Gleise. In einer Fabrikanlage bei Chelmssord waren starke Explosionen zu beobachten. Den Hafen- und Werftanlagen von Faversham, Burry- Port und Pembroke wurden durch Bombentreffer schwere Schäden zugefügt. Einzelne in den Häfen lie­gende kleinere Schisse sanken, Oellager gerieten in Brand. Im Seegebiet nördlich von Irland gelang es, ein Handelsschiff von 12 WO BRT. durch Volltreffer zu versenken. Im Atlantik, weit abgesetzt von der nord- und westirischen Küste, erhielten drei weitere Handels­schiffe schwere Bombentreffer. Vereinzelt kam es zu Lustkänipsen.

^ v, l.

Einige britische Flugzeuge flogen nach Frankreich und Holland ein. Das Reichsgebiet wurde am 20. August und in der Nacht zum 21. August durch feindliche Flug­zeuge nicht überflogen. Der Feind verlor gestern 10 Flugzeuge, von denen sechs im Lustkamps und vier durch Flakartillerie abgeschossen wurden. Drei eigene Flug­zeuge sind nicht zurückgekehrt."

falsch verstandene ffumanttiit gesichrlich!

konftiktstoft im ftbtranspor» von Kindern durch minenoerseuchke bediele

Berlin, 21. August.

Obwohl die Reichsregierung schon im Falle des amerika­nischen TruppentransportschissesAmerican Legion" vor der Fahrt durch das militärische Operationsgebiet um England gewarnt und jede Verantwortung abgelehnt hat und obwohl inzwischen die totale Blockade Englands durch Deutschland verkündet wurde, hat der amerikanische Bundessenat einstim­mig ein vom Abgeordnetenhaus schon verabschiedetes Gesetz angenommen, das unter Abänderung des amerikanischen Nentralitätsgesetzes amerikanischen Schiffen erlaubt, Kinder aus Kricgszoncn abzutransportieren. Die Voraussetzung hier­für solle nach dem neuen Gesetz die Garantierung sicheren Geleites seitens der kriegführenden Mächte sein.

Die deutsche Reichsregiernnq hat bereits im Falle derAme­rican Legion" aus die völlige Verseuchung des Leegebieies um England mit Minen hingewiesen. Dieser Hinweis wurde in der Note wiederholt, in der Deutschland den neutralen Re­gierungen die totale Blockade der britischen Insel mitteilte und vor dem Besahren des Gefahrengebietes warnte. In dieser Note heißt es:Die Reichsregiernnq lehnt in Znkunjt ohne jede Ausnahme die Berantwortnng sür irgendwelche Schäden ab. die Schissen jedweder Art oder Personen in diesen Ge­bieten zustoßen sollten."

Wenn trotzdem das neue amerikanische Gesetz von einer Garantie sicheren Geleites spricht und hiervon den Abtrans­port von Kindern durch amerikanische Schisse abhängig machen will. so entbehrt diese Voraussetzung jeder tatsächlichen Grundlage; denn keine kriegführende Macht kann eine Garan­tie sür das Besahren mincnvcrseuchtcr Kriegsgebiete über­nehme».

Diese Tatsache hat sogar die britische Regierung schon da­durch anerkannt, daß sie den geplanten und schon organisier­ten Abtransport von Kindern arrf staatliche Kosten und durch staatliche Maßnahmen wieder abgesagt hat und dies mit dem Himrvis darauf begründet, daß weder die erforder­liche Tonnage noch die erforderlichen Geleit-ahrzeuge zur Verfügung stünden. Nur auf Kosten reicher Eltern können einige Ux'nige Kinder aus privaten Transporten England ver­lassen. wobei die britische Regierung kein sicheres Geleit ga­rantiert und das Risiko den Eltern überläßt.

Unter diesen Umstünden kann dem amerikanischen Gesetz, dessen menschliche Beweggründe nicht in Frage gestellt wer­den, eine reale Bedeutung nicht zukommen. Dies muß gegenüber allen etwaigen Versuclien. sür die prak­tische Undnrchführbarkeit des Gesetzes die Ablehnung einer deutschen Garantie verantwortlich zu machen, schon jetzt ein­deutig festgestellt werden. Gerade die menschlichen Ge­sichtspunkte sind es, die es einer verantwortlichen Stants-

und Kriegführung unmöglich machen, eine Garantie für das Befahren minenverseuchter Gebiete z» übernehmen. Die bloße Znsichernng einer nach Loge der Dinge unwirksamen Garantie wäre ein Verbrechen an den zu transportierenden Kindern, dessen sich die Reichsregierung niemals schuldig machen wird.

Nachdem das amerikanische Reiitralitiitsgesetz. zum Besten der Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika das Eintreten von Zwischensätzen aus­geschaltet hat, die zu Konsliktmöglichkeiten führen könnten, kann es nicht im Interesse der beiden Länder liegen, durch eine falsch verstandene Humanität die Möglichkeit von Zwi­schensätzen wieder zu schassen. Deutschland kann nicht seine Hand dazu reichen, die Kinder einer kriegführenden Partei einer zusätzlichen Gefahr im Kriegsgebiet auszusetzen.

«soo Menschenleben in befalle geschickt"

Senator fordert Untersnchung des Falles American Legion

Washington, 21. August.

Der demokratische Senator Bone nahm im Senat zu dem Fall American Legion Stellung. Er sagte, Roosebelt und das Staatsdepartement trügen allein die Verantwortung, falls dem Tampser bei der Durchfahrt durch die Gefahrenzone ein Unheil zustoße.Durch die Halsstarrigkeit eines Mannes" würden 888 Menschenleben in ein SeegebiK geschickt, wo sie jeden Augenblick in die Luft fliegen könnten. Falls das Schiss durch Auslausen aus eine Mine explodiere, werde man selbst­verständlich die Beschuldigung erheben, ein deutsches U-Boot hab« den Tampser torpediert.

Bone kritisierte heftig, daß sich die Amerikaner über die totalitäre Negierungsform anfregten. gleichzeitig aber dul­deten, daß Präsident Roosevelt einfach kraft seines Wortes das Schiss in einen Gefahrenbereich beordere, den es auf einem anderen Kurs leicht hätte vermeiden können. Die Macht des Staatsdepartements und des Präsidenten sei leider so groß, daß der Protest eines Senators überhaupt nichts, nütze. Zum Schluß forderte Bone eine gründliche ' Untersuchung des Falles. _

Japans Politik im großasiatischen Raum. In der Audienz beim Kaiser in der Sommervill« zu Hayama am Dienstag berichtete der japanische Außenminister Matsuoka über ver­schiedene außenpolitische Fragen. Vorher hatten bereits Aus­sprachen zwischen Premierminister Konoye, Außenminister Matsuoka. dem Wehrmachtsminister Tojo und dem Handels­minister Kvbayashi stattgefunden. Hierbei soll es zu einer Verständigung über die im großasiatischen Raum zu befol­gende Politik gekommen sein.

Seltsame Feststellungen Saltons

Sie britische Verantwortlichkeit für die europäischen krnäkrungofchwierigkeiten vergebliche flbleugnungsversuche

Gens, 21. August.

Der britische Wirtschastskricgsminister Dalton hat im Un­terhaus einen Uebcrblick über die europäische ErnahrungS- laae gegeben und ist dabei zu seltsamen, bei britischen Kabi- nettsmitgliedern jedoch nicht mehr ungewohnten Feststellun­gen gekommen. Mit scheinbar besonderer Entrüstung betonte er daß die im ehemaligen polnischen Gebiet stationierten Deutschen aus den Vorräten dieses Landes lebten, und daß von Deutschlands neutralen Käufern in SUdosteuropa sogar gewisse Mengen polnischen Mehles angeboten worden feien. Wenngleich Dalton hosst, daß diese Berichte ,n den Vereinig- ten Staaten gelesen werden, möchte und kann man doch kaum annehmen, daß sie, wo immer noch Spuren c.nes ge­sunden Menschenverstandes vorhanden sind, geglaubt werden. Es ist schließlich ein- allgemein bekannte Tatsache, daß die gesamten Südostliinder, mit alleiniger Ausnahme Griechen­lands. in Getreide völlige Selbstversorger sind und darüber sogar noch alljährlich bedeutende Mengen sur die Ausfuhr erübrigen die, wie ebenfalls bekannt ist, überwiegend nach Deutschland geht. Die Behauptung, daß von Deutschland den Südostländern polnisches Mehl znm Kauf angeboten worden sei ist also eine so unsinnige Lüge, wie sie heut« überhaupt

nur noch von einem englischen Minister in der Stunde der Verzweiflung ersonnen werden kann.

Daltvn behauptet auch erneut, daß Waren, die in das nicht- besetzte Frankreich geliefert würden, von dort aus deutschen Zwang hin einfach nach Deutschland weitertranspvrtiert wür­den. Dieser Erklärung des britisclien Wirtschastsministers stehen sowohl deutsche Feststellungen, Vvr allem aber die erst neulich in autoritativster Fvrm abgegebenen Erklärungen des französischen Außenministers Bandoin und des Marschalls Petain gegenüber, die eindeutig der Welt mitteilen, daß zwi­schen Deutschland feste und nnbezweiselbare Abmachungen be­stehen, wonach die v,on England behauptete Möglichkeit aus­geschlossen ist.

Auch die Rede Daltvns ist nichts anderes als ein weiterer britischer Versuch, die Verantwortung zu verkehren. Nachdem die im Rückzüge befindlichen britischen Truppen in Holland. Belgien und Frankreich in sinnlosester und brutalster Form die vorhandenen Lcbcnsmittctbcständc zerstörten und dadurch ihrerseits die Bevölkerung dieser Gebiete in schlimmste Not brachten, erhebt heute die britische Regierung die Forderung, daß Deutschland diese Gebietsteile aus den Vorräten, die es sür seine eigene Bevölkerung angelegt hat, ernähre.

Immer wieder Wirt» behauptet, daß Ernährungsschwierig­keiten der von Deutschland besetzten Gebiete nur durch die Versorgung der deutschen Besatznngstruppen aus den dortigen Beständen entstanden seien, obwohl dies in keiner Weise zu- lrisit. da die deutsc!)«n Truppen überwiegend aus der Heimat versorgt werden, Deutschland macht dies aus Rücksicht auf die Bevölkerung dieser Gebiete, obwohl die Haager Landkriegs­ordnung die Versorgung seiner Truppen aus dem besetzten Gebiet zuläßt.

Entscheidend sür die Versorgung Europas mit Lebens­mitteln ist nicht die Frage der Verteilung der deutschen Vor­räte, wie Dalton meint, sondern die Völlerrechtswidrigkeit der britischen Blockade. England hat bei Beginn des Krieges ent­gegen dem Völkerrecht und trotz des Protestes säst der ganzen Welt, besonders auch der Panamerikanischen Länder, Lebenö- mittcl als Banngut erklärt und damit nicht nur die Zivil­bevölkerung Deutschlands, sondern heute ganz Europa vom freien Lcbensmittelbezug abgeschnitten. Nicht aus Deutschland, das mit seiner Vorratshaltung ausschließlich seine eigene Be­völkerung vor Englands Aushungcrungsabsichten sicherte, sondern aus England allein fällt die Verantwortung sür alle irgendwo in Europa auftauchenden Ernährung-schwierigkeiten

,,/tataeatie E äeiiickak-tUa-es"

. Berlin, 21. August.

Der Tenor der Rede Winston Churchills ist auch der Tenor der britischen Presse, die ihr das Echo gibt. So wenig aus den Stimmen aus neutralen Ländern die von London gewünschten Töne Herausklangen, so vollkommen ist das in der britischen Presse der Fall. Selten ist die gemeinsame Regie in den Londoner Aeußerungen so sichtbar gewesen. Alles was Churchill sagte, warschlau und weise". Gedankengänge, die man noch vor Jahres­frist als völlig unmöglich zurückgewiesen oder überlegen belächelt Hütte, finden den obligaten Beifall. Daß dazu der als sichtbares Symptom britischer Schwäche und hilf­loser Verlassenheit erkennbare Gedanke, an die USA. sogar gewisse Rechte im westindischen Jnselbesitz zu ver­pachten, gehört, ist kennzeichnend. Solche Pachtverträge pflegte wenige Generationen zuvor England mit den Be­herrschern kolonialer Räume abzuschließen. Soweit ist es also gekommen. Aber man kennt das anscheinend nicht mehr, will und darf das nicht mehr erkennen, wenn man nicht der Hoffnung letzten Halt einreißen will.

Mut fassen! Das ist ja der Ruf der britischen Presse und das Moment der Ermutigung ist es deshalb in erster Linie, was auch die Presse im Zusammenhang mit der Rede betont. Wie bescheiden aber die Ansprüche gewor­den sind, zeigt jener köstliche Satz desDaily Herald": Wenn die Nation noch eine weitere Ermutigung nach den ausgezeichneten Heldentaten der RAF. in den letz­ten zehn Tagen benötigt, so wird sie dies überreichlich in der Rebe ChurchillS^inden".

Dieser Mut verträgt wohl kaum das Tageslicht. Wer aus den Fenstern des Unterhauses geschaut hätte, als Churchill sprach, hätte vielleicht die schnellen Messer- schmittjäger sehen können, wer bei den großen Worten über die Beherrschung der Meere am Küstenstrand ge­standen hätte, wäre am Ende Zeuge handgreiflicher Ge­genbeweise geworden, und das nicht nur an den Küsten der Insel selbst. Gewiß, es warenKatarakte von Schick- salsschlügen", die die Regierung Churchill in demDrei- vierteljahr. da sie am Ruder ist, erleben mußte. Selten ist wohl eine solche Folge schwerer Schläge in einer so kurzen Zeitspanne über ein Land hereingebrochen. Und dennoch. Churchill müsse nicht Brite sein und seine Zei­tungen nicht von Briten gemacht werden, wenn man nicht die Fähigkeit hätte oder sie vortäuschte, so zu tun, alles das wiege nichts im Vergleich zu den Erfolgen auf der anderen Seite. Die Tatsachen werden den Be­weis bringen. Ihnen vorausgreifenh hat ja schon der Minister Dalton am gleichen Tage der britischen Pro­paganda den Zahn gezogen, als könne Englands Blockade nicht irgendwelche entscheidenden Wirkungen zeitigen. Die Rollen sind jetzt vertauscht.

Die beiden GeneraleZeit" undHunger" sind bei Diinkixchen gefallen. Auch der erstere, wenn auch Chur­chill heute noch versucht, mit seiner Leiche Kinder zu schrecken. Es bleibt nicht viel, um den Mut zu stärken. Auch die lobenden Worte über Lord Beaverbrooks Leistungen auf dem Gebiete der Flugzeugproduktion sind nicht ohne Bedenken. War es nicht Beaverbrook, dessen trostreichen Angaben kürzlich von amtlicher Londoner Seite entgegengetreten werden mußte mit dem vielsagen­den Bemerken, sie seien wohl allzu optimistisch?

Es bleibt die Sache mit der Freiheit, die ja nicht feh­len darf.England als einziger Ritter der Freiheit" Wie würde sich dieses Churchillwort als Schlagzeile eister Zeitung in Bombay. Pretoria oder in Palästina machen? Oder wie würden vielleicht die Iren sich dazu stellen oder die Aegypter? Mit der Freiheit ist es ebenso wie mit der väterlichen Sorge Englands um die Bevölke­rung des besetzten Gebietes und des unbesetzten Frank­reichs: man sucht sie auszuhungern, nicht ohne dabei hef­tig zu schluchzen und diverse Bischöfe zu bemühen. Man blockiert sie und verkündet gleichzeitig, daß schon große Mengen Lebensmittel in aller Welt bereitstünden, sie nach dem Siege" mildtätig zu speisen. (Als wenn Eng­land aus seinen zusammenschmelzenden.Auslandsgut­haben auch nur einen Cent dafür opfern würde, der ja doch der Rüstung verloren ginge! Das war das einzige, was der Premier sowohl wie der offenbar schon leicht angeknackte Lord Halifax für die Zeitnach dem Siege" zu sagen wußten. Man scheint sich doch allmählich der Komik der Lage bewußt zu werden, die darin liegt, die Pläne im gleichen Tempo wachsen zu lassen, wie die Möglichkeiten ihrer Verwirklichung absinken. Reynaud hat auf ein Wunder gehofft und laut davon geredet. Churchill scheint auch daran zu glauben, ohne es sagen. Selbst in dem Falle, wenn die Legionen der Nazis sich triumphierend an den Küsten des Schwarzen Meeres oder sogar an denen des Kaspischen Meeres ausbreiten

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Unser« Lustwafse setzte die bewaffnete Aufklärung über England fort.

Die Bevölkerung Somalis unterwirft sich den Italienern. Gibraltar wurde erneut bombardiert.

Rom verlangt Klärung mit Griechenland.

In der Frage des Abtransports von Kindern durch minenverseuchte Gebiete stellt die Reichsregierung die Verantwortlichen heraus.

Ueber die Lösung des Arbeitseinsatzproblems werden interessante Einzelheiten veröffentlicht.

Der Kriegsausbildungsplan sür die Selbstschutzkräste im Luftschutz wurde aus Grund der inzwischen gesammelten Erfahrungen erweitert.

Bremer NLKK.-Miinner rückten zu neuem Einsatz nach Belgien aus.

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