Ausgabe 
(21.8.1940) Nr. 229
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien fjansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmlliches verkündungsblalt des Neichsstatttsalters in Oldenburg und Vremen

j Nr. 229 / 10. Jahrgang

Mittwoch, 21. flugust 1940

kinzelpreis 1S Npf.

vewaffnete stusklärung über kngland

Unsere Zag-flieger beherrschen -en Naum über -er Süd- und-ostküste

k

Packender verichk von der Pover-Küfte

Klippen bröckeln ab und vrönde schießen in die köße "

Berlin» 20. August.

Wie das VVK. erfährt, brachte die seit Dienstagmittag über England von Kampfverbänden der deutschen Luftwaffe durchgeführte bewaffnete Aufklärung gute Ergebnisse, obwohl die Wetterlage schlecht war. Unsere Jagdflieger beherrschten den Raum über der englischen Süd- und Südost- kiiste. Britische Jagdflieger würden nur in kleinen Verbänden angetroffen, so das; nur vereinzelte Luftkämpfe stattfanden.

krv. Stockholm, 20. August

Wie es an der englischen Küste während der deutschen An- grifssslüge aussieht, davon gibt der Londoner Vertreter der schwedischen ZeitungNya Daglight Allehanda" eine Schil­derung, die trotz, der Wohl unvermeidlichen Konzessionen an englische Propagandabednrfnisse aufschlußreiche Einblicke ge­stattet. Daß die ins Meer stürzenden Maschinen natürlich deutsche sind, und die Einwohner alleguten Humor" ha­ben. das zu berichten, ist der neutrale Journalist natürlich seinen Gastgebern schuldig, wenn er endlich einmal in das verbotene Gebiet gelassen wird unter ständiger. Kontrolle versteht sich.

Schon aus der Reise von London bis Dover, die doppelt so lange dauert wie in normalen Zeiten, ereignete sich ein Einslug deutscher Lnststrcitkräste. In der Militärzone, die bereits weit im Lande beginnt nnd nach den Angaben -es schwedischen Beobachters vollgestopft sei mit Soldaten und Kanonen, darf nach Sonnenuntergang ausser Aerzten und Luftschutzmännern niemand mehr das Haus verlassen. Die Kinos schlichen um 17 Uhr oder 18 Uhr. In Dover ist die Hälfte der Häuser verschlossen und verlassen. Sofort nach Eintreffen des Besuchers beginnen die Sirenen längs der ganzen Küste erneut zu heulen. Alles stürzt in die Schutzräume, denn hier hat man sich dieDummdreistig- keit" der Londoner längst abgewöhnt. Vier oder fünf Ein-

Italienilcker vombenangriff aus Malta

Rom, 20. August.

Dienstag morgen haben, wie Stefani meldet, italienische Bombersormationen, von Jagdstaffeln begleitet, die militäri­schen Ziele der Insel Malta bombardiert.

Ueber den italienischen Bombenangriff auf Malta meldet ein Sonderberichterstatter der Stefani, eine zahlreiche italieni­sche Bombenslugzeugsormativn, begleitet von Jagdstaffeln, hat erst den Flughafen von Al Far und dann den von Micabba angegriffen nnd mehrere Tonnen Sprengbomben aus die Flugplatzanlagen abgeworfen, die die Engländer nach den verheerenden früheren italienischen Luftangriffen wieder auszubessern versuchten. Die italienischen Bomber haben ihre Ausgabe restlos erfüllt und aus beiden genannten Flugplätzen ihre Bomben abgeworfen und stärksten Schaden angerichtet. Alle italienischen Flugzeuge sind nach erfolgreicher Beendigung ihrer Mission zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Zwei der italienischen Bomber wiesen allerdings zahlreiche Spuren von feindlichen MG.-Schüssen aus.

lapaner besetzten Schangtzaier Konzession

Schanghai, 2N. August.

' Am Dienstag ging die englische Herrschaft in der inter­nationalen Niederlassung Schanghais, die fast lNO Jahre ge­dauert hat, zu Ende. Am Vormittag rückten bereits japanische Truppen in den westlichen Teil des englischen Vertcidigungs- abschnittes eiltz. Der Rest des britischen Gebietes, zu dem auch das Stadtinnere gehört, soll am Dienstagabend besetzt werden. Die englischen Truppen haben alle Vorbereitungen für die Einschiffung getroffen, die für Mittwoch geplant ist. Die chinesische Presse meldet hierzu, Bestimmungsort der britischen Truppentransporte von Nord- und Mittelchina sei Singapore.

slüge erfolgen täglich. Ein Tag brachte einen Alarm nach dem anderen mit nur fünf Minuten Zwischcnraum. Wäh­rend das Abwehrshstem gegen die deutschen Flugzeuge unter ohrenbetäubendem Krachen in Bewegung gesetzt wird, zittert

Berlin, 2ll. August.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Unterseebootswasfe hat neue Erfolge erzielt. Ein Boot versenkte den 4578 BRT. großen bewaffneten britischen HandelsdampserAmpleforth", ein zweites 8880 BRT. feindlichen Handelsfchifssrauul. Ein anderes Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Cohauß, von dem bereits ein Teilergebnis von 32 388 BRT. gemeldet war, hat insgesamt 41 888 BRT. feindlichen Handelsschifssraum versenkt. Im Zuge der bewaffneten Aufklärung griff die Luftwaffe Rüstungs- fabriken, Betriebsstofsläger, Bahnanlagen, Häfen, Flug­plätze und Truppenlager insbesondere in den Graf­schaften Susfolk, Norfolk und Oxford ersolg-

Rom, 20. August.

Der italienische Wehrmachtsbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:Das Hauptquartier der Wehr­macht gibt bekannt: Nach Ueberwindung der letzten Widerstände der feindlichen Nachhuten haben unsere Truppen am gestrigen 18. August nachmittags Verbera, die Hauptstadt von Britisch-Somaliland, besetzt. Die Engländer haben vor ihrer Flucht auf die schiffe einen Teil der Stadt in Brand gesteckt. Eine ganze Kompanie des Kamelkorps hat sich mit voller Bewaffnung und Ausrüstung bei unserem Kommando in Hargeisa ein- gesunden und sich unterworfen und die Waffen ab­geliefert. In Eallabat hat eines unserer Bataillone überraschend feindliche Truppen angegriffen und zer­sprengt, Munition und Pferde erbeutet. Feindliche Luftangriffe aus Neghelli,'Mogadiscio, Bardia, Merca und Genale haben weder Opfer noch nennenswerten schaden verursacht. In Nordafrika bombardierte der Feind das Krankenhaus von .Derna, von den Insassen wurden einer getötet und 22 verwundet. Ein U-Boot unbekannter Nationalität stieg gegen eine unserer Minensperren im Dodekanes; ein ausgedehnter Oclsleck an der Explosionsstelle lägt den Untergang des U-Boots annehmen."

Die Reihe der italienischen Siege in Britisch-Somaliland, die mit der Einnahme von Berbern ihre Krönung fand. hat

die ganze Küste, Klippen bröckeln ab und Brände schießen in die Höhe. Alles ist umgeben von Rauch.

Die meisten deutschen Flugzeuge sind hoch über der Ballon­sperre: Etliche Ballons kommen brennend herunter. Die deut­schen Bombenslieger haben die Abwehrsperre durchbrochen und wenden sich weiter gegen London, um dort ihr« Ausgabe zu ersüllen. Ueber Dover selbst seien, so sagt der schwedische Be­sucher. seit langem keine Bomben mehr abgeworfen worden. Er meint nnzweisclhast die Stadt selbst, da sich ja die deut­schen Flüge gegen militärische Objekte und Hasen­anlagen richteten, über die er aus erklärlicher Vorsicht kein Sterbenswörtchen verlauten läßt.

-er wehrmachtsbericht vom 29. flugust

Neue Erfolge unserer U-Voottoaffe Erfolgreiche vombenangriffe auf englische Niistungsfabeiken, öelriedostofflager,Vatznanlagen,k8fen, Flugplätze, Eruppenlager 5 englische slugreuge abgeschossen

Verbera von -en Italienern besetzt

Vor Sieg in Somaliland vollständig 14tägige offensive brach den britischen widerstand

reich mit Bomben an. Bei Nacht richteten sich unsere Angriffe gegen Flugplätze in Südengland sowie gegen Hafenanlagen und Großtanklager an der britischen Siid- und Südwestküste.

Feindliche Flugzeuge warfen in her Nacht zum 20. August an verschiedenen Stellen Bolitben auf Wohn­viertel und freies Feld. Einige Zivilpersonen wurden getötet oder verletzt, mehrere Häuser zerstört. Dank des tatkräftige» Eingreifens des Sicherheit- und Hilfsdienstes sowie des Selbstschutzes der Bevölkerung konnten an verschiedenen Stellen entstandene Schäden rasch behoben werden. Fünf feindliche Flugzeuge wurden durch Jäger und Flakartillerie abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werde» vermißt!" '

in ganz Deutschland Freude und Bewunderung ausgelöst. Man war sich der Schwierigkeiten Wohl bewußt, die dem Vor­marsch unserer Verbündeten in einem Gebiet entgegenstanden, das neben den stark befestigten Stellungen der Engländer allein schon durch sein verheerendes Klima die größten Ge­fahren in sich schließt, llm so stolzer sind wir deshalb aus die Erfolge des italienischen Bundesgenossen, dessen kampf­erprobte Truppen in unglaublich kurzer Zeit alle natürlichen und künstlichen Hindernisse dieses Landes überrannten und die Engländer zu einem weiterenerfolgreichen" Rückzug zwangen.

Bei der durch die italienischen Truppen besetzten Haupt­stadt Britisch-Svmalilands handelt es sich um einen äußerst bekannten und vor allem -durch seine Tiese von 10 bis 20 Meter bedeutenden Naturhasen, Berbers ist serner Ausgangs­punkt bedeutender Karawanenstraßen nach Somaliland und Aethiopien, mit dem er stets einen lebhaften Handel hatte, ehe' dieser Verkehr nach der Erbauung der Eisenbahn Adkus AbebaDjibuti zum großen Teil nach Djibuti abgeleitet wurde. Berbera ist Hauptpunkt der Produkte des Landes (Straußenfedern, Gummi, Häute und Elfenbein) mit einer be­deutenden Ausstellung, die alljährlich von Oktober bis ^ April durchgeführt wird. Die Stadt hat einen beträchtlichen Handel mit Aden, der sich aus rund 50 Millionen Lire jährlich be­lauft. Die Bevölkerung, die zum Teil keinen festen Wohnsitz hat, erreicht im Herbst und Winter 30 009 Einwohner.

(Fortsetzung auf Seite 2.)

ltzurchill spricht vonenormen Sefatzren"

Vor Sem vnlertzaus: vilan; eines schwarzen Iatzres - soo voo tzechenschützen organisiert ^

bc>o. Kopenhagen. 20. August.

Der englische Premierminister gab am Dienstagabend »n Unterhaus einen Uebcrblick über die ersten zwölf Kriegs­monate, BemerkenSwcrterwcisc enthielten seine Aussüh- rungen neben den gewohnten britischen Uebertreibungen und Churchillschcn Verdrehungen mehrfache Hinweise aus die enorme Gesahr", in der sich Großbritannien befindet. Zum ersten Male in seiner Laufbahn mußte sich Churchill in seinen Darlegungen zu diesem Eingeständnis bequemen und sich manchmal einer Sprache bedienen, die man nie zuvor aus dem Munde deS Kriegshetzers vernommen hatte.

Es verdient festgehalten zu werden, daß Churchill eigentlich nur zu dem Somali-Komplex Stellung nehmen wollte. Am vergangenen Donnerstag erklärte er im Unterhaus wörtlich? Ain Dienstag hoffe ich in der Lage zu sein dem Haus eine allgemeine Uebersicht über die Situation in Ostasrita geben zu können. Ich habe allen Grund zu erwarten, daß die Po­sition sich bis zu diesem Zeitpunkt geändert haben wirb, und zwar in einem für uns sehr günstigen Sinn." Fünf Tage spar ter erklärte der gleiche Churchill, daß es nie die Absicht ge­wesen sei, Somräliland nach dem Zusammenbrnch Frank­reichs ernsthaft zu verteidigen. Der Eeneralstab habe voll­kommen richtig gehandelt, als er, die britischen Truppe,;sich in voller Ordnung zurückzielzen" ließ. Die Schuld trage einzig und allein der frühere französische Ver­bündete. Durch den Aussall der Dschidnti-Truppen sei die britische Position unmöglich geworden, Vorwurssvvll er­klärte er, selbst wenn das Mutterland von den Nazis übvr- rannt sei, hätten die Franzosen die Pflicht gehabt, in den Kolonien' weiterzukämpfen. England hätte das im umge­kehrten Falle bestimmt getan, verkündete der alte Heuchler, Zu seiner grenzenlosen Wut über die britische Niederlage

ließ sich Ehurchill dazu hinreißen, die regierenden Männer in Bichh als Verbrecher zu bezeichnen. Erst als er bemerkte, daß. eisiges Schweigen der Parlamentsmitglieder die Entgleisung beantwortete, versuchte er einzulenken, indem e- unvermittelt? das srauzösisclie Volk feierte und die sranzösischen Emi­granten in den Himmel hob. Den italienischen Sieg schien Churchill noch langst nicht verdaut zu haben. In verblen­detem Haß überschüttete er die Italiener mit seinen bekann­ten Haßausdrückeu,

Churchill stand im übrigen sichtlich unter dem Eindruck der letzte» deutschen Vombenangrüse, als er aus die enorme Gesahr hinwies, in der sich das Land befindet. Natürlich hätten erhöhte Gefahren auch erhöhteVorteile" mit sich gebracht. (!) Wo diese zu suche», geschweige denn zu finden sind, überließ er dem Scharssinn der erstaunt aushorchenden Abgeordneten. Er hielt eS jedoch siir geraten, daraus hin­zuweisen, daß die deutsche Lustwasse noch nicht voll zum Einsatz gekommen sei. Hitler werde die Lustangrisse so lange fortsetzen wie er könne (richtiger:.wie England könne!). Natür­lich sei das wieder äußerst günstig für England, denn dadurch gewönnen die Engländer Zeit. Zunächst gelte eS. in der Flugzeugproduktion aus gleichen Fuß mit Deutschland z» gelangen. (!) Dann müsse man die Ucbcrlegenheit erkämpfen! Der Schlüssel für diese Phantastische Strategie scheint offenbar in der bekannten Errechnung von Papiersiegen zu bestehen.

Bei diesem Thema verrannte sich Churchill wieder in sei­nen bekannten Zweckoptimismus. Ter Weg zum Siege werde vielleicht nicht einmal so laug sein, wie viele Engländer an­nehmen, lautete seine Prognose, trotzdem sei es jedoch bester, vorläufig nicht damit zu rechnen (!), Dieser klassische Satz war typisch sür die beispiellose Nnlogik, die seine ganze Rede auszeichnet.Wenn wir im Mai gewußt hätten, daß

wir im Sommer einer solchen Sitiration gegenüberstehen müßten, daß insbesondere deutsche Flugzeuge von hollän­dische», belgischen und sranzösischen Plätzen starten würden, dann Hütte kaum einer von uns daran gedacht.- daß wir so etwas überleben würden. Heute jedoch, wo wir und das Empire allein dastehe», sind wir eher fester zusammenge­schlossen und in dem Siegeswillen geeinigt. (Offenbar dachte Ehurchill hierbei au Indien ober Aeghpten, vielleicht auch au gewisse Stimmen aus Südafrika.)

Mit wehmütiger Stimme zog C-Hnrchill Vergleich« zwischen dem Weltkrieg und dem gegenwärtigen Krieg,der von der Wissenschaft und den mechanisierten Einheiten beherrscht im-vde", Tie neue Kriegssührnng passe den Engländern aber genau so gut wie die im Weltkriege Auch hier erstand Churchill wiederum günstigere Symptome. Er verkündete, daß England in den ersten l2 Kriegsmvnaten 92 000 Alaun c?) verloren habe, die zum Teil getötet oder verwundet oder ver­mißt seien. In dem ersten Weltkriegsjahr habe Groß­britannien 250 090 Soldaten verloren. Nach dem Hinweis', daß England die Blockade Europas imd insbesondere hege» Frankreichtrotz mancher Für,'pralln im Ausland" durch- sühren werde, um die Nazis möglichst auszuhungern, sang er ein Loblied auf die königliche Flotte,

Bemerkenswert war auch das Eingeständnis, daß sich mehr als eine halbe Million Engländer in den Reihen der Hecken- schützenabtcilnngen zusammengefunden hätten Endlich meinte der alte Hetzer, in Anbetracht der Tatsache, daß ihm das Wasser bis zum Halse steht seine Rebe nicht ohne den obligaten Appell an dieamerikanischen Freunde" beschließen zu dürfen. In diesen Sätzen spiegelt sich klarer als in den zusammengelogenen Angaben und rosarot gefärbten Ausblicken die wahre Situation des versinkenden Englands.

Von unserem Vertreter ZVolkäieter von l.»nKvn-kiom

Rom, 20. August

Mit der Einnahme Berberas hat Britisch-Somali­land aufgehört zu bestehen. Die englische Krone ist um eine Kolonie ärmer. Seit mehreren Jahrhunderten ist es das erste Mal, daß den Engländern eine Kolonie mit Waffengewalt vom Gegner genommen wird. Britisch- Somaliland wird unverzüglich dem italienischen Im­perium eingegliedert. Italiens strategische Möglich­keiten gegen den Sudan, Aegypten und Kenya sind durch die Ausschaltung jeder Bedrohung in der östlichen Flanke stark erweitert, da der Fall der Häfen Verbera und Zeila geradezu als Voraussetzung zur siegreichen Fortsetzung der großen italienischen Offensive in Afrika überhaupt angesehen werden muß. An der Ostküste von Ras Kasar bis Chisimayu am Aequator, über mehr als 3500 Kilometer, hat der Engländer keine Möglich­keit mehr, den an anderen afrikanischen Fronten fech­tenden italienischen Armeen durch Truppenlandungen in den Rücken zu fallen. Der Seeweg nach Indien ist geschlossen, Perim und Aden entwertet, die Verbindung nach Südarabien hergestellt. Es handelt sich damit um einen großen strategischen und taktischen Sieg der italienischen Waffen, die eine Aktionsfreiheit ge­winnen, wie sie sie nie zuvor in Afrika besaßen. Daß die Eroberung Britisch-Somalilands für Italien nur Mittel zum Zweck ist, Englands Afrikareich zu brechen, bestätigt die Elückwuaschdepesche des Duce anden Vize­könig von Abessinien, in der ausdrücklich die neuen Ziele hervorgehoben sind.

Der Sieg der italienischen Waffen an der Ostküste hat der Zuversicht des Duce recht gegeben, als er Abessinien zum Ausgangspunkt der italienischen Offen­sive nahm und ausbaute, während die Engländer droh­ten. das rings von englischem Besitz umgebene faschistische Imperium innerhalb weniger Wochen zu erobern. Es handelt sich hier um den Haupttrumpf, den England mit dem angeblichem Verlust des Imperiums gegen Italien ausspielte, um es vom Krieg abzuhalten. Das Imperium, das nach Lage der Dinge ganz auf seine eigenen militärischen Mittel angewiesen ist, schuf sich Luft von der feindlichen Umklammerung durch die Be­seitigung Britisch-Somalilands in der Östflanke. Dieser am 5. August begonnene und mit dem Fall von Berbera am 19. August im wesentlichen beendete Feldzug muß auch in der Geschichte der Afrikanischen Feldzüge als einzigartig bezeichnet werden. Es war nicht nur ein zahlenmäßig starker mindestens 25 000 Mann und modern bewaffneter europäischer Gegner, der sich im Besitz zweier ausgebauter Verteidigungsgürtel befand, zu überwinden, sondern vor allem ein schwieriges Ge­lände und ein Klima, das zu den höllischsten Afrikas gehört. Dementsprechend stand dieser Feldzug unter dem Dreigestirn: Hunderte von Kilometern lange Durststrecken, Temperaturen von 50 bis 60 Grad und völlige Weqelosigkeit. Die wenigen vorhandenen Wasser­stellen beschränkten von vornherein nach Zahl und Aus­rüstung die angreifenden Truppen und ihre Beför­derungsmittel, die zahlenmäßig möglichst sparsam gehalten werden mußten, um mit den Wasservorräten auszukommen.

Das Gelände um die beiden Verteidigungsgürtel am Jerot-Paß und um La Faruk in 1500 Meter Höhe stellten Italiens Führung und Truppe vor außerordent­liche Aufgaben. Sie konnten nur dadurch gelöst wer­den, daß Italien einerseits über europäische Soldaten verfügte, die im Afrikanischen Feldzug erfahren, ihren unerschütterlichen Angriffsgeist und ihre Disziplin zur Verfügung stellten, während andererseits die ein­geborenen Truppen dank der italienischen Eingeborenen­politik in jedem Augenblick bis zum letzten Befehl zur .italienischen^ Fahne standen. Nicht um eine zahlen­mäßige- Ileberlegenheit der italienischen Truppen han­delte es sich, wie der Engländer jetzt in Erbitterung über den erlittenen Verlust glauben machen will,, son­dern um eine haushohe Ueberlegenheit der Truppe an Mut, Hingabe und Selbstzucht vor den Eurkas, Rhodesiern und Südafrikanern, auch eine Ueberlegen­heit der italienischen Führung, die den Einsatz in vorderster Linie mitmachte, derweilen die englischen Offiziere der indischen Formationen als erste die Stellungen verließen und der Mut der australischen und südafrikanischen Flieger sogar mit Geldprämien für jede Stunde Flugzeit angestachelt werden mußte.

Diese Tatsachen machen für Italien den Sieg in Britisch-Somaliland besonders wertvoll, während man es auf der Gegenseite auch diesmal nicht versteht, die

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Unser LasesspLesoL

Die deutsch« Lustwasse setzte gestern die bewaffnete Auf­klärung gegen England fort.

Die Italiener besetzten Berbera.

Churchill zog im Unterhaus die Bilanz eines schwarzen Jahres und sprach erstmalig vonenormen Gefahren" siir England.

Die Japaner besetzten die Schanghaier britische Konzession.

Der Reichsjustizminister erließ Ergänzungsbestimmungen zur Ferntrauung.

Die vormilitärische Erziehung innerhalb der TA.- Wehrmannschasten hat sich auch im Bereich der Gruppe Nordsee glänzend bewährt.

Infolge unserer guten Versorgungslagc können ab heute Trockenbatterien ohn« Bezugschein an Verbraucher abge­geben werden.