Ausgabe 
(20.8.1940) Nr. 228
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viemnNlum

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien Hansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmiliches verkündungsblall des veichsstattstalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 228 / 18. slastryany

Dienstag, 28. flugust 1948

Linzeipreis 15 Npf.

Großer italienischer Sieg in llftafrika

Neuter meldet:Somali mit krfolg geräumt

Die MU

Von

Widerliche lzeroisterung der neuesten britischen Niederlage durch das Londoner Kriegsministerium

knglands Spiel im Somaliland ist aus

Genf, 1S. August.

Reuter gibt amtlich bekannt:Somali ist mit Erfolg geräumt worden. Alle Geschütze wurden verschifft bis auf zwei» die vorher verloren gingen."

Zur Räumung von Britisch-Somali durch die englischen Truppen gibt das Londoner Kriegsministerium einen länge­ren Bericht heraus. Danach waren die ursprünglichen alliier­ten Dispositionen im Somaliland auf dem Plane engster fran­zösisch-britischer Zusammenarbeit ausgebaut. Nach diesem Plane sollten die französischen Streitkräste in Dschibuti na­türlich den schwersten Teil des Kampfes aus sich nehmen, näm­lich die rechte Flanke, das Kernstück der gesamten Stellung, halten. Mit dem plötzlichen Abgang der französischen Regie­rung und ihrem Ausscheiden aus den um Somaliland ent­standenen Feindseligkeiten sei für England eine ernste Lage geschaffen worden. Mehr als die Hälfte der verfügbaren alliier­ten Streitmacht sei lahmgelegt worden und es habe die Not­wendigkeit bestanden, die wirksamsten Maßnahmen zu beschlie­ßen, um dieser Ausnahmelage begegnen zu können.

Wir konnten, so heißt es dann im Bericht weiter, ge­nügend Verstärkungen nach Britisch-Somaliland in einem Umfange entsenden, der ausgereicht hätte, seine Sicherheit zu gewährleisten. Aber unter diesen Umständen zu handeln, hätte die Verwendung bedeutender Reserven erfordert und hierdurch die Reserven aus anderen Kriegsschauplätzen, die bedeutender waren, als Britisch-Somaliland, geschwächt. Auch der Faktor der Zeit mußte ernsthaft mit in Betracht gezogen werden. Wir mußten den Plan daher bedauerlicherweise aus­geben."

Eine andere Lösung habe in der sofortigen und Widerstands-, losen Räumung gelegen. Das hätte die Aufgabe des briti­schen Hoheitsgebietes ohne Kampf bedeutet; dadurch wäre die Gelegenheit verabsäumt worden, dem Feind Verluste zuzufügen.

Die dritte Lösung bestand darin, mit unseren geringen Kräften im Lande zu bleiben und uns ihrer dazu zu be­dienen, dem Feinde die größtmöglichen Verluste zuzufügen, bis der Rückzug unvermeidlich geworden war. Diese dritte Lösung wurde gewählt. Und die Räumung des Somalilandes ist nun mit Erfolg beendet worden. Unsere Armee wurde zurückgezogen. Alle Geschütze, bis aus zwei, die während frühe­rer Phasen der Aktion verloren gegangen sind, wurden ver- schisst. Auch ein großer Teil des Kriegsmaterials, des Pro-

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vtants und der Ausrüstung wurde gleicherweise sortgeschafst und der Nest vernichtet. Die britischen Truppen entledigten sich der ihnen austgetragenen Ausgab« mit Geschick und be­merkenswerter Bravour."

*

Die britischen Nachrichtenmethoden sind nur noch patho­logisch zu werten. Genau wie bei den Luftschlachten über England werden Niederlagen zu Siegen umgefälscht. Jedem Menschen mit soldatischem Empfinden ekelt es bei dieser wi­derlichen Heroisierung britischer Niederlagen und Rückzüge.

Man kann geradezu von einer Entwertung der militärischen Sprache reden, wenn man die Bulletins der englischen Wehr­macht liest Früher war ein Sieg ein Sieg und eine Nieder­lage eine Niederlage. Nur England bringt es fertig, aus weiß schwarz und aus schwarz weiß zu machen. Man saßt sich an den Kopf ... I Englands Spiel in Somaliland ist aus. In wenigen Stun­den wird in Berber« die britische Flagge für immer gestrichen werden, während die einmarschierenden italienischen Truppen nach Aden zu noch die Rauchwolken der Transporter mit den flüchtenden Truppen erkennen werden. Bereits jetzt hat der neuesteglorreiche Rückzug" mit der Einschiffung der drei rhodesischen und indischen Kolonialbrigaden und des Kamel­reiterkorps im Hafen begonnen.

(Fortsetzung auf Seite 2.1

fler welirmachtsbericht vom 19. flugust

fluch in der Nach« «um Montag schwere vombenangrisse veiriebsstokkloger östlich Londons, Mistungs- werke, Nalenanlagen und Flugplätze mit vomben beleg« Nos flbschußergebnls des Sonntags: 14? slug«euge und ZZ Sperrballons

Berlin, 19. August.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Luftwaffe errang, wie zum Teil schon durch eine Sondermeldung bekanntgegeben, aitl 18. August neue große Erfolge. Deutsche Fliegerverbände griffen in Süd- und Mittelengland kriegswichtige Ziele wie In­dustriewerke, Bahnanlagen, Flakstellungen und vor allem Flugplätze um London und in den Graf­schaften Kent und Hamshire mit guter Wirkung an. Bei Bombenangriffen auf Schiffsmiete im Kanal gelang es» ein Handelsschiff von 4990 BRT. zu ver­senken, ein weiteres schwer zu beschädigen. An mehreren Stellen entwickelten sich heftige Luftkämpfe, in deren Verlauf unsere Zerstörer und Jäger dem Feinde schwere Verluste beibrachten. Das Zerstörergeschwader Horst Wessel" unter Führung feines Kommodore,

Oberstleutnant Huth, schoß allein an diesem Tage 51 Flugzeuge ab. In der Nacht zum 19. August belegten Kampsslugzeuge große Vetriebsstosslager ostwärts Lon­dons, Rüstungswerke in Norm ich und Essex, die Hafenanlagen von Milfordhaven, Haven- mouth, Bournemouth und Weymouth sowie mehrere Flugplätze in Südengland und bei Liver­pool mit Bomben. Bei allen angegriffenen Zielen konnten starke Brände und Explosionen beobachtet wer­den. In den Häfen wurden mehrere schisse getroffen.

Britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 19. Au­gust in West- und Süddeutschland Bomben ab, ohne wesentlichen Sachschaden anzurichten.

Die Verluste des Gegners am gestrigen Tage betrugen 147 Flugzeuge. Davon sind 124 in Luftkämpfen abge­schossen und 23 am Boden zerstört oder durch Flak­artillerie zum Absturz gebracht worden. Außerdem wurden 33 Sperrballons vernichtet. 38 deutsche Flug­zeuge sind nicht zurückgekehrt.

veförderungen in -er Luftwaffe

Berlin, 1g. August.

In der Luftwaffe sind folgende Beförderungen erfolgt: Mit Wirkung vom 1. 6. 1940 wird befördert zum Generalmajor der Oberst i. G. Schlemm. Mit Wirkung vom 1. 8. 1940 werden befördert zum Generalleutnant der Generalmajor Ritter, von Pohl; zu Generalmajoren die Obersten i. G. Schwabedissen und Dipl.-Jng. Plvch-, zu Obersten die Oberst­leutnant« i. G. Rieckhoss und Plocher.

Schlag auf Schlag gegen kugland

pausenlofer Kampf bis zur Vernichtung des rodfeindes kuropas Sielimes" bringt eine neue Lügennote

o. H- Berlin, 19. August. >er Kampf gegen England geht pausenlos weiter, das ist eine Seite der Altion der bewaffneten Aufklärung, der m Augen springt, er geht dazu mit gleichbleibend erhöhter tensiiät weiter, und er wird kompromißlos geführt. Dabei er bei weitem nicht die Stärke, die ihm die konzentrierte ist der gesamten deutschen Wehrmacht zu geben vermag 1 ist der weitere Eindruck, den auch das gesamte nicht im cg befindliche Ausland hat, ein Eindruck, den es gerade dem Echo zu der Totalblockade wieder zum Ausdruck ge- cht hat. Die Effektivblockade. durchgeführt von der Lust- sie durch Vernichtung der Geleitzüge, durch Vernichtung Hasen- und Dockanlagen und durch Vcrminung der Ha- , durchgeführt zugleich von der Kriegsmarine durch die iwotwasfe, durch Schnellboote und Handelsstörer in Ueber- stellt einen kombinierten Ensatz der verschiedenartigsten issenwirkungen dar. Die Engländer suchen auch dieser chnahme gegenüber zu blussen. indem sie zur gleichen Zelt Erklärung' von gefährdeten Sccgebieten herausgeben, so sie es nach dem gelungenen Schlag gegen Norwegen taten, em sie durch Erklärung eines Minenspcrrgebiets ,n der see den Eindruck zu erwecken suchten, als ob sie den Nord- und Ostscerailn, beherrschten. ......

tzuf einem Gebiet läßt sich die augenblickliche Preisepropa- ida in England außergewöhnlich pessimistisch und kritisch Selbst der Jude Höre Belisha, der sich nun häufiger -nehmen läßt, und imenglischen" Krieg außerordentlich -imistisch sieht, ist Zweifelhast über die richtige Einschätzung ' Bedeutung des Kampses um das Empire, der sich außer- b der Insel eben am Golf von Aden besonders unange- ,m auswirke Die Wendung im Somaliland wird zu- ,inend als störend empfunden, weil sich hier doch abzeich- , daß der seestrategisch bedeutsame Hasen Aden nun end- ltig in den Wirkungsbereich der italienischen Luftloch,e :ät. Die Briten erkennen, daß die Mächte der Achse ihren mps kompromißlos aus ein Ziel ausrichten, die Lsrnich- ag des Gegners und daß sie ihren Weg gehen ohne Ruck­st aus augenblickliche Prestigecrfolgc, die man an anderer -lle erringen könnte. Es gilt allein die Vernichtung des gners durch systematische Zerstörung seiner einzelnen Poß- nen. In kühnem Angriss haben die Italiener nun Brrtisch- »naliland bezwungen, denn nach der Bezwingung der

zweiten Bergstellung der Engländer stehen sie jetzt vor dem Vorstoß nach Berbcra hinein wo zur Zeit die Briten'schon dabei sein dürften, die Reste der geschlagenen Truppen ein­zuschiffen. Unserem Bundesgenossen ist ein glänzender Erfolg gelungen, erfochten in schwierigstem Berggelände und unter allen Schwierigkeiten des subtropischen Wüstenklimas. Sind sie in Berbers, so sehen sie in der restlichen Besetzung der Küste und des Lstteiis von Britisch Somnnland er > och eine Auirän'N.'Arbeit

Im Rahmen der Blusfpropaganda Churchills hat nach Duss Cooper schon wieder ein Minister, jetzt der Versorgungs­minister Morrison, der sich glücklich schätzt, daß nun die eng­lischen Soldaten ausgerüstet seien (wirklich?), das Lied der Offensive geblasen. Reuter hat dazu mit seiner Lügenmeldung über denerfolgreichen Angriss aus fünf bereitgestellte deutsche Divisionen" bei Calais und Boulogne die erforderliche Sieges­meldung geliefert. Die schleunige Zurückziehung beweist ja wohl, daß diese Fixigkeit im Siegen sogar dem Lügcnmeister Churchill zuviel gewesen ist. Oder befürchtete Duss Cooper mit der so nah geschilderten Jnvasionsgesahr unangenehme Rückwirkungen aus zarte Nerven der Londoner aus den Vier­teln. die nahe an den Angriffszielen unserer Bomber liegen und aus denenStörungen in der Haltung" gemeldet wur­den. Wie..ruhig" die Londoner im Zentrum sind, also weiter ab vom Schuß, zeigt aber eine andere Erscheinung, nämlich die Auswirkung der verantwortungslosen Beruhigungskam­pagne der Regierung, die die Menschen leichtfertig machte und auf die Straße gehen ließ, so daß die Lustschutzwagen sie erst auffordern mußten, die Keller auszusuchen. Diese Wirkung steht neben , den sonstigen Propagandaformen, die sich auf die Heimwehren" bezogen, für die Churchill offiziell die Verwen­dung der selbstverfertigten Handgranaten gebilligt hat. Hier liegt eine skrupellose Auspütschung zum Heckenschützenkrieg vor, wie überhaupt in der Antisallschirmpropaganda eine Auf- putschung der Bevölkerung gegen Flieger liegt, die in Ge­fangenschaft geraten.

Wir kennen die Folgen der Hetze in Polen und Frankreich und ein neutraler Bericht scheint daraus hinzudeuten, daß auch in England schon jetzt die Neigung zu Gewalttätig­keiten gegenüber Fliegern zu bestehen scheint. Um noch ein­mal vor solchen Konsequenzen zu warnen, hat die deutsche

Reichsregierung der englischen Regierung durch die Schweiz eine Note übermitteln lassen, in der aus die Kleidung unserer ^allschirmtruppen und unserer Flugzeugbesatzungen hinge­wiesen wird. Sowohl Flugzeugbesatzungen wie Fallschirm­truppen tragen die deutschenationale Uniform" der Luft- wafse. Sie tragen über dieser Uniform eine in allen modern ausgerüsteten Luftwaffen üblicheFliegersonderkleidung", aber auch sie hat aus dem linken Aermel deutlich sichtbar militärische Rangabzeichen. Diese Sonderbekleidung, die übrigens seit 1936 auch aus Paraden gezeigt wird, entspricht völlig den völkerrechtlichen Anforderungen an eine militärische Unisorm. Es liegt nun an der englischen Regierung, die Gefahr der Folgen ihrer eigenen unverantwortlichen Pro­paganda zu bannen und das englische Volk aufzuklären. Sollten deutsche Flugzeugbesatzungen oder Angehörige der Sonderformativn der Fallschirmtruppen in Gesangenschait geraten und anders als Kriegsgefangene nach Völkerrecht behandelt werden, so würden die schärfsten Repressalien er- grissen werden.

Daß die Mittel der Lügenpropaganda Churchills und Duss Koopers aus die Dauer nicht verfangen, beweist eine erneute Stellungnahme eines Betrachters derNewyork Sun", der zunächst einmal die Frage der Verlustzissern der bisherigen Kämpfe über England beiseite läßt der neueste Trick der Briten besteht bekanntlich darin, die Höchstzifsern der eigenen Abschüsse etwa genau den Zahlen der deutschen Feindabschüsse anzugleichen und dann in bezug aus die Erfolge der Bom­bardierungen zu bemerkenswerten Widersprüchen bei den englischen Berichten kommt. Stets sei bei den Deutschen ber Erfolg geringfügig oder gleich null. auch dann, wenn die Angriffe zugegebenermaßen bis zu zwei Stunden dauerten; das müsse aber doch erstaunen, weil die Deutschen ihre An­griffe am Tage ausführten und die Engländer selbst von ihren Nachtangriffen stets erhebliche Tresserersolge zu ver­melden wüßten! DieTimes" bringt eine neue Note in die Lügenzisfern der englischen Lustwassenerfolge und ihre Be­wertung. Sie erklärt kühn. daß auch ein Verlust von 800 bis 1000 Flugzeugen für die Deutschen noch keine Verminderung ihrer Schlagkraft bedeute. Sie ahnt Wohl. daß die deutschen Abschutzzisfern im Ausland bald überall geglaubt werden und möchte dann für die Auswirkung aus die britische Luftwaffe entsprechend vorbeugen.

Liiovuuui ^nsalcko

Rom, im August 1940.

Der August 1940 wird wie mit ehernen Lettern in der Erinnerung des englischen Volkes eingehämmert bleiben. In anderen Jahren, in jenen glücklicheren Jahren nämlich, in denen noch die angeblich von Gott gewallte englische Ordnung die Welt regierte, bedeutete der August im allgemeinen ^hen Höhepunkt der großen Ausoianderung der englischen Massen aufs Land. Diese Auswanderung ging vor allem von den großen städten zu den südlichen Küsten der Insel. Die beliebtesten Ziele der Ausflügler waren die Grafschaften Sussex, Surrey und Kent. die einen einzigen großen Garten darstellten, in dem die Herrschaftssitze gekuppelt und die sfamilienhotels mit den Speisezimmern im Tudorstil verstreut liegen. Hier befinden sich die schattigen Ufer jener kleinen langsam fließenden Flüsse, die den Lieb­habern des Zeltens so teuer waren, hier befinden sich auch die großen Seebäder wie Brighton. wo jeder Eng­länder, der etwas auf sich hielt, sich zum mindesten ein­mal in seinem Leben verlobte, hier liegt der Strand der Insel Wight, dem die Erinnerung an den Som-

Ver sülzrer an den Vuce

Glückwunsch zum italienischen Sieg in Osttafrika

Berlin, 19. August.

Der Führer hat zum italienischen Sieg in Ostafrika folgen­des Telegramm an den Duce gerichtet:

Duee! Nehmen Sie und Ihre Wehrmacht zu dem großen Sieg in Ostafrika meinen und des ganzen deutschen Volkes herzlichsten Glückwunsch entgegen.

Ihr Adolf Hitler."

meraufenthalt der Königin Victoria und ihre Regatten von Cowes ein königliches Ansehen verliehen, hier zeigten die englischen Städter ihre Pullover, ließen ihre Bademantel und Flanelljacken an den Küsten des Meeres gegenüber dem Kontinent flattern, gleichsam als das große Banner des ruhigen englischen Wohl­lebens.

Auch. dieses Jahr wiederholt sich die große Auswan­derung, aber unter äußerst unterschiedlichen Bedingun­gen. Wiederum sind Millionen von Menschen aus den großen Städten geflüchtet und haben sich mit allen von der modernen Technik gebotenen Mitteln in Marsch ge­setzt. Diesmal sind sie jedoch weit davon entfernt, einige Wochen Ferien und Sport zu suchen, sondern sind von der schrecklichen Angst erfüllt, einen Zufluchts­ort zu finden, der möglichst sicher vor den deutschen Luftangriffen ist. Weit davon entfernt, die Südküste der Insel mit ihren traditionellen Stätten des Ver­gnügens und des Wohllebens aufsuchen, fliehen sie weiter, immer weiter nach Norden, soweit es nur geht. Das alte Reklamewort der schottischen Hochlande, das in den vergangenen Sommern alle Bahnstationen der Insel schmückte:Dieses Jahr alles nach Schottland", ist in diesem Jahre tatsächlich^ zu dem. heißen Wunsch unzähliger Engländer geworden.

Wie ist der Gemütszustand dieser ungeheuren Menge von Flüchtlingen und Fliehenden? Welche Gedankt sind es, die sie in ihrem Kopfe wälzen, diese Ausflügler des tragischsten Augusts der englischen Geschichte?

Für lange Zeit hat das ganze festländische Europa geglaubt und immer wiederholt, daß der Charakter deH englischen Volkes sehr stark sei, und daß er zum Unter­schied andexer Völker im Unglück stärker werde und immer entschlossener jeden Kompromiß und jede Ueber- gabe ablehne, je verzweifelter die Situation wird. Dieser Ruf der absoluten Stärke des englischen Volkes war ein integrierender Bestandteil der Alten in der liberalen und demokratischen Epoche Englands geschrie­benen Legende. Er verband sich mit jenem anderen traditionellen Ruf vom kair play im Sport und im Geschäft, sowie der absoluten Ehrenhaftigkeit im politi­schen Leben. Diesen Ruf hatte England in den Jahr­hunderten seiner Bestimmung und seines Glücks in der Welt gewonnen, er wurde gekrönt in den Kämpfen gegen die französische Revolution und Napoleon. Diese mehr als zwanzig Jahre ununterbrochenen Krieges, die mit einem triumphalen Sieg abgeschlossen wurden, be­schäftigten lebhaft die Phantasie aller Spießbürger des Kontinents und führten sie dazu. dem englischen Volk ohne weiteres besondere und -unübertreHiche Eigen­schaften im Durchstehen einer Notlage helMegen. John Bull, der alte, zähe und unbeugsame' ;,2quire" sGuts- herr) des 18. Jahrhunderts, unzerMMlich von der Bulldogge begleitet, die den Knochen ' Ächt mehr her­gibt, den sie einmal hat, wurde so von sämtlichen

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Auch in der Nacht zum Montag richtete die deutsche Lustwasse schwere Bombenangrisse gegen England; das Abschußergebnis des Sonntags erhöht sich auf 147 Flug­zeuge und 33 SPerrballone.

Augenzeugen aus England schildern die Wucht der deutschen Luftangriffe.

Englische Flieger warfen wieder wahllos Vomben auf Städte Hollands und Belgiens ab.

In Somaliland errang Italien einen vollständigen Sieg; Reuter meldet denerfolgreichen" Rückzug der britischen Truppen.

Ungarns Ackerbauministcr Michael Telekh traf zu einem mehrtägigen Besuch in Berlin ein.

Der Neichsjustizminister ordnete bemerkenswerte Neue­rungen im Strafvollzug an.

Die Obergausührerin des JM.-Obergaues Nordsee be­suchte unsere Jungmädel in den Sommerlagern.