Ausgabe 
(16.8.1940) Nr. 224
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des legierenden Bürgermeisters der freien Hansestadt Dremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmUiches verkündungsblalt des leichsstatttsalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 224 / 10. Jahrgang

Zreitag, 16. flugust 1940

kinzelpreis 15 Nps.

Unerbittlich gegen knglan-

!Ik

Lustkämpfe von außergewöhnlichem stusmaß / Überlegenheit der deutschen Jagdflieger

über W0 feindliche slugzeuge vernichtet

In S lagen 505 britische Maschinen / slugpliihe, slaksteliungen und lzasenanlagen schwer beschädigt

> Berlin, 18. August.

Bei den gestrigen Bombenangriffen der deutschen Luftwaffe auf England entwickelten sich nach unseren Nachrichten wiederum Luftkämpfe von ungewöhnlichem Ausmaß. Die lleberlegenheit der deutschen Jagdflieger ermöglichte den deutschen Kampfflugzeugen, wie an den Vortagen, ungehinder­ten Bombenabwurf. Nur wenige deutsche Flugzeuge fielen der englischen Abwehr zum Opfer. Die deutschen Mesferschmitt-Flugzeuge schaffen gestern 98 Feindflugzeuge in der Luft ab; acht Flugzeuge sind nach den vorliegenden Berichten am Boden vernichtet worden, so daß die Gesamtzahl der rm Verlaus dieser Kämpfe vernichteten britischen Flugzeuge wiederum die Zahl 109 übersteigt. Ferner wurden fünf britische sperrballone abgeschossen. Den hohen Abschußzahlen der englischen Flugzeuge steht der Verlust von 29 eigenen gegenüber.

Die Verluste auf britischer Seite vom 8. August bis zum 15. August, 20 Uhr, betragen 505 Flugzeuge. 129 Flugzeuge gingen auf deutscher Seite verloren. Diese Zahlen beweisen eindeutig die lleberlegenheit der deut­schen Luftwaffe und ihre Vorherrschaft im britischen Luftraum.

Im Raum Newcastle—Middelsborough und in der Grafschaft Essex wurden mehrere Flugplätze sowie Hasen­anlagen mit Bomben belegt. Flugzeughallen und llnter- kunftsgebäude sowie sonstige kriegswichtige Ziele wurden getroffen, die Rollfelder zerstört.

Einer vorangegangenen Meldung zufolge, bombardier­ten unsere Sturzkampfflieger den Flughafen von Haw­king westlich Dover und erzielten zahlreiche Treffer, die Brände in den Hallen hervorriefen. Zahlreiche feindliche Jäger stürzten sich aus die Deutschen» die ungeachtet dieser Abwehr aus den Wölken herausstietzen und wohl- gezielt ihre Bomben warfen.

Zu den deutschen Luftangriffen in der Nacht vom 14. bis 15. August erfahren wir noch folgende Einzel­heiten: Außer den von den deutschen Fliegerverbänden in der Nacht durchgeführten Angriffen über Siidengland wurde der Flugplatz Kinloß bei Elgin am Moraq-Firth erfolgreich mit Bomben belegt. Im Seegebiet von Peter Head wurde ein Eeleitzug angegriffen, bei Aberdeen Flakstellungen erfolgreich bombardiert. Auf dem Flug­platz von Monte Rose zwischen Aberdeen und Dundee wurden durch Bombenwurf mehrere Brände hervorge­rufen.

Der welirmachtsberlktit vom 15. flugust

Berlin, 15. August.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Eines unserer Unterseeboote versenkte im Atlantik den britische« Hilfskreuzer „Transsylvania" von 17 000 VNT. Trotz ungünstiger Wetterlage setzten die deutschen Flie­gerverbände am 14. August ihre Angriffe auf Hafen-

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und

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und Industrieanlagen, Flugplätze, Luftsperren Truppenlager in Süd- und Mittelengland fort. Cardiff, Weston und Portland wurden fenanlagen, zwischen Brighton und Leo es Umspannwerk, bei Wor erster und Salisbury Rüstungswerke wirksam mit Bomben belegt. In Süd- und Siidostengland richteten sich die Bombenangriffe vorwiegend auf Flugplätze und gegen die Truppenlager Aldershot. Bei diesen Angriffen kam es zu hefti­

gen, für uns erfolgreichen Luftkämpfen. Durch die zah­lenmäßig geringen britischen Nachtangriffe vom 14. zum 15. August wurde bei Derichsweiler eine Kirche zerstört, sonst kein besonderer Schaden angerichtet. Die Verluste des Gegners am gestrigen Tage betrugen 28 Flugzeuge. Davon wurden 22 im Luftkampf und min­destens sechs am Boden zerstört. 12 deutsche Flugzeuge werden vermißt."

Wie im OKW.-Bericht bekanntgegeben, wars der Feind in der Nacht zum Donnerstag Bomben aus da? kleine Bauern­dorf Derichsweiler bei Türen im Rheinland ab Es ist un­erklärlich, aus welchen Gründen die Engländer sich gerade dieses kleine harmlose Torf als ihr Opfer auserwählt haben, Sie haben ausgezeichnet getroffen Ihr« Bomben trafen mitten in die Dorfkirche, die aus Grund ihres wertvollen Inhaltes unter Denkmalsschutz steht, und die gänzlich zerstört wurde. Der innere Raum des Gotteshauses ist völlig ausgebrannt. Es stehen nur noch die Mauerreste, Im Vergleich zu diesem Schaden sind die sonstigen an diesem Ort durch den Luft­angriff angerichteten Schäden gering. Irgendwelche militäri­schen Objekte. Rüstungsindustrie oder dergleichen befinden sich in der näheren und weiteren Umgebung dieses Ortes nicht.

öanz Südengland soll geräumt werden

Sperrgebiete bis in Londons Vororte — Neue kinschrünkungen — Kartoffelanbau in den yockanlagen kriegsanleiffe gebt schlecht — Morrison will Schrott aus den Schiffswracks an den Küsten gewinnen

bö. Kopenhagen, 15. August.

In Verfolg der unausgesetzten deutschen Aktionen gegen

Hasen- und Industrieanlagen an der britischen Südküste hat sich die Regierung genötigt gesehen, den größten Teil Südenglands zum militärischen Sperrgebiet zu erklären. Da dieses Gebiet 40 Meilen weit von der Küstenlinie ins Land reicht, bedeutet dies, daß die Sperrgrcnze bereits kurz hinter den südlichen Vororten Londons Lnsängt. Die in der Zone lebende Bevölkerung darf das Gebiet nur verlassen, wenn sie ihre Wohnorte vorläufig ausgibt. Mit dieser neuen Maß­nahme wollen die Behörden gleichzeitig den Flüchtlingsstrom in geordnete Bahnen lenken. Die Regierung hat nämlich in den letzten 48 Stunden weitgehende Vorbereitungen ge­troffen, um möglichst die gesamte Bevölkerung aus den Süd- gebieten zu evakuieren. Es sollen nur die Industrie- und Hafenarbeiter zurückbleiben.

Neue Einschränkungsmaßnahmen sind ein weiterer Beweis dafür, daß die Einkesselung Englands immer enger wird. Am 1. September treten neue einschneidende Bestimmungen für den Papierverbrauch in Kraft, Die Zeitungen sollen noch kleiner werden. Bekanntlich sind die Fahrkarten bei der letzten Einschränkung bereits hauchdünn geworden, was zu einem ewigen Streit zwischen Schaffner und Publikum ge­führt hat. Die Gärten und Parks der Lords und Großgrund­besitzer sollen durch den weiblickien Hilfsdienst mit Kartoffeln und Gemüse bebaut werden Eine Einschränkung der Milch­produktion ist vorgesehen. Trotz dieser neuen Maßnahmen bringt die Propaganda es sertig, von einer „glänzenden Entwicklung' im britischen Handelsschisssraum zu sprechen. Am 8, September findet ein nationaler Bettag in ganz Eng­land statt.

Wohl zur Abdämpfung der Hossnungen, die sich das bri­tische Publikum auf Grund optimistischer Aeußerungen sei­nes Ernährungsministers Lord Woolton in letzter Zeit macht, erklärte dieser, daß Vergrößerungen der Lebensmittelvorräte nicht etwa größere Rationen, sondern größere Sicherheit be­deuten würden. Woolton war sich ddbei offensichtlich vollkom­men darüber klar, daß er heute überhaupt nicht mehr in der Lage ist, seine Vorräte zu vergrößern und er deshalb in absehbarer Zeit an eine noch weiter« Verringerung der jetzt schon häufig mehr als knappen Rationen denken muß. Zwei­fellos haben auch bereits Kreise in England die bedrohliche Lage ihrer Lebensmittelversorgung klarer erkannt, was deut­lich aus den in den letzten Wochen verstärkt sich zeigenden Angstkäufen ersichtlich wird.

Großes Aufsehen hat die Erklärung von Sir Robert Kin- dersleh hervorgerufen. In seiner Eigenschaft als Propa­gandaleiter für Kriegsanleihen hat er sich in überaus schar­fen Worten gegen die Industrie- und Wirtschastskreise ge­wandt. Er warf ihnen vor. daß sie absichtlich den Finanz­

plan der Regierung sabotierten! In der Erklärung wird ein solches Verhalten als Landesverrat bezeichnet. Offensichtlich will die Regierung durch eine derartige Argumentation die besitzenden Kreise in England veranlassen, stärker und kräf­tiger die seit Wochen zur Zeichnung aufliegende Kriegsanleihe zu übernehmen.

Der englische Versorgungsminister Morrison hat eine groß­artige Idee gehabt, den Schrottansall zu vergrößern. Die Idee erschien ihm sogar dermaßen einzigartig, daß er sie in einer Rundsunkansprache ausposaunt hat — Wohl, ohne sich über die Tragweite im klaren zu sein. Morrison will nämlich Alteisen aus Schissswracks gewinnen. Schon gegenwärtig ge­winne England wöchentlich 1000 Tonnen aus diese Weise!

Churchill wird toben. Hat er sich doch alle Mühe gegeben, die britischen Schisfsverluste zu verheimlichen, und nun kommt Morrison mit seiner glänzenden Idee und verrät den ganzen Schwindel, Die Alteisengewinnung auS Schissswracks wäre ja noch größer, wenn die deutschen U-Boote und Kampfflieger nicht die leidige Gewohnheit hätten, die meisten englischen Schisse fern von den heimischen Küsten im tiefen Wasser zu versenken, so daß sie nicht gehoben werden können. Aber die Luftwaffe hat außer ihren Versenkungen auch noch rund anderthalb Millionen BRT, englischen Schiffsraumes derart schwer beschädigt, daß er doch zu nichts anderem mehr nutze ist als zum Verschrotten, Brauchbar wären auch die großen Kästen der britischen Kriegsmarine, die vor Andalsnes. Narvik und Dünkirchen schwere Treffer aufs Haupt bekommen haben. Hier wäre eine Gelegenheit, sie still und heimlich verschwin­den zu lassen, so daß keiner etwas merkt Dann braucht Morrison nicht erst die alten Kanonen und Tanks zu ver­schrotten, von denen sicher nicht viel entbehrlich sind nach der Schröpsung der englischen Kriegsausrüstung auf Flan­derns Gestaden.

Neues tsturchttl-Manöver

Die Lüge von den Fallschirmabspringern

Berlin. 15. August.

Ersichtlich auf ein Stichwort hin bringen die englischen Zeitungen und der englische Rundfunk Meldungen über deutsche Fallschirmabspringer in England. Man behauptet, als Beweis dafür deutsche Fallschirme gesunden zu haben. Der Zweck dieser dummen Manöver ist klar. Es soll irgend­wie versucht werden. Deutschland unfaire Kricgsmethoden m die Schuhe zu schieben. Es braucht daher kaum versichert zu werden, daß an der Behauptung, deutsche Fallschirm­springer seien in England gelandet, kein wahres Wort ist. Es handelt sich bei dieser Lüge, tvie bei so vielen anderen nur um reine Erfindungen der Herren Churchill, Cooper und Genossen.

Neuter straft sich selbst Lügen

tkurchttl gestekt kngiands Niederlagen in Somali — «wenig zufriedenstellende Nachrichten"

(vradtbsriokt unseres Lsrliner Vertreters)

6. U. Berlin. 15. August.

Im Lause der Monckte haben sich die britischen Lügner schon häufiger in ihrem Lügennetz verstrickt, aber noch nie in dem Ausmaß, wie es gestern der Agentur Reuter passierte, der in der Auseinandersetzung mit den Folgen und Wir­kungen der wahrheitsgemäßen deutschen Berichterstattung aus der einen und der eigenen Lügenmethode aus der anderen Seite in ein für ihn und die ganze Lügenslut Churchills fatales Geständnis abrutschte. Um nämlich die eigentümlichen Ge­gensätze der Verlustberichterstattung in diesen Tagen über die großen Luftkampshandlungen an der britischen Küste irgendwie verständlich zu machen — da doch die Welt ge­wohnt ist, aus Grund der Erfahrungen von elf Monaten Krieg in die Wahrheit der deutschen OKW.-Berichte keinen Zweifel zu setzen —. erklärte Reuter, daß die deutschen Wohl früher in der vergangenen Phasen des Krieges, im Feld­zug in Polen, in Norwegen und in Frankreich „objektiv be­richtet hätten", daß sie aber jetzt, wo es eben anders laufe, Zahlen erfänden, um die Stimmung der Luftwaffe und der Bevölkerung aufrechtzuerhalten.

Also: die deutschen Berichte im Lause der ersten Feld­züge dieses Krieges waren objektiv, die Schwindelmeldungen

von Reuter eben die infamste Lüge, die nun auch von Reuter selbst als solche anerkannt wird/ Das Ausland wird nun seine Konsequenzen endgültig ziehen können und müssen.

Mit derselben Skrupellosigkeit, mit der bei Reuter und Churchill Lügen in die Welt gesetzt werden, werden sie in einem Verlegenheitsmoment weggewischt und mit der frech­sten Miene zugegeben. Was hat Reuter und London in die­sen Monaten alles zusammengelogen! Fassen wir einmal in den faßlichsten und greifbarsten Objekten der Lüge und Entstellung, der Zahlenlüge, die Behauptungen der Eng­länder über die Kriegsverluste zusammen.

Die Verluste der Deutschen in Polen wurden durch Reutermeldungen im Lause der Zeit auf insgesamt 389 833 hinaufgeschraubt, während die Zahl der Gefallenen tatsäcb lO 572 betrug. Auf das Dreißigfache hat London diese Ziffer gebracht und ist bis zum gestrigen Eeneralgeständnis dabei geblieben, Schon am 13, September waren 5V 909 deutsche Gefallene durch Reuter gemeldet worden am 16 waren es schon Hunderttausend«, am 9. Oktober 200 009

In noch höheren Proportionen bewegen sich die Iahlen- angaben über die erlogenen Verluste der Deutschen in Nor­wegen, Hier haben die englischen Meldungen «ine Stei­gerung bis auf die Eesamtzisfer von 2S7 834 gebracht, wäh­

rend tatsächlich 1317 deutsche Soldaten und Offiziere ge­fallen sind und in Kampfhandlungen an Land und während des Seetransports 2375 vermißt wurden.

Die Zahlenangaben im Frankreichfeldzug durften natürlich nach diesen Vorgängen nicht in der 'Dimension der Hunderttausende bleiben, hier mußte die Million über­schritten werden, und die amtlichen englischen Nachrichten­stellen hoben eS dann auch in ihren Meldungen aus insge­samt 1,3 Millionen Gefallener gebracht. Die wirklichen Ge­fallenenverluste betragen 27 074, In Einzelmeldungen wäh­rend der ersten Junitage hat Reuter 500 000, 550 000 und schließlich 700 000 als Derlustzisser an Toten in die Welt gefunkt.

Bei den Sachverlusten ist es nicht anders gewesen. Die Flugzeugverluste wurden schon in den ersten Tagen des Polenfeldzuges mit Hunderten angegeben , am 22, 9. mit 600 und für den Norwegenseldzug mit 200 für die Feldzüge in. Belgien und Holland mit 70 und 40 pro Tag, im Frankreich­feldzug ging es dann in die Hunderte und eine Sammel- meldung am 25. Mai für die erste Phase des Feldzuges be­trug 2000. Alle diese Zissernangaben sind also, wie Reuter

(Fortsetzung auf Seite 2.)

L4s»» Jeei««

(Von nnssrsm Lsrlinör Vsrtrstsr)

O. H. Berlin, 15. August.

Seitdem die Westküste Europas nach der Niederwer­fung Frankreichs sich als Grenze des sich neu gestalten­den Kontinents gegen das friedensstörende Britannien erweist, seitdem sich hinter der Küstenlinie von Narvik bis Gibraltar neue Gestaltungsgesetze abzeichnen, ist England aus dem konstruktiven Aufbau einer neuen europäischen Entwicklung praktisch ausgeschaltet. Auf dem Balkan, so jetzt in Griechenland und überhaupt gegenüber der sich vollziehenden Konsolidierung des Südostens, versucht England mit den alten Mitteln der Störung und Brunnenvergiftung Rückzugsgefechte; tat­sächlich spürt es seine Ausweisung aus Europa in vollem Umfang. Der beste Beweis dafür sind die sich jetzt — nach tadelnder Aufforderung der Presse — häufenden Erinnerungen englischer Minister, daß sich England zur „Arbeit für ein neues Europa" berufen fühle. Zu Kriegsbeginn kannte England nichts anderes als die tobsüchtige Zerstörungswut, die der Greis Chamberlain zuerst mit dem Verlangen nach Vernichtung Hitlers um­riß und die dann eine Fülle von Abwandlungen er­fuhr. Auch Herr Eden, der Stellung nach Kriegsminister Churchills, mit dem er durch seine langjährige Kriegs­hetze als Kriegsschuldiger verbunden ist, wenn er auch das von ihm ersehnte Amt spät erreicht hat und es im Zeichen der Isolierung Englands zu führen hat, sprach gestern von diesem neuen Europa. Er stellte als Haupt­ziel hin, daß dies Europa so aussehen müsse, daß es keinen dritten Weltkrieg gebe... Für dieses Ziel wird die deutsche Wehrmacht sorgen, die die plutokratische Kriegskaste in England und ihre Herrschaft endgültig beseitigen wird. Dieser letzte Wunsch in Edens Rede wird daher sicher in Erfüllung gehen.

Es scheint so, daß in diesen Tagen der Angst vor der Endentscheidung die Männer der englischen „Führung" sehr erfüllbare Wünsche hegen, man glaubt direkt, sie sind 'sich des Doppelsinns ihrer Worte bewußt, denn als der englische King beim Besuch seiner Flakkanoniere die Erwartung aussprach: „Hoffentlich gibt es mehr Ziel", da dürfte ihm die Ironie seiner Phrase nicht entgangen sein, vielleicht hat er sogar schon an die Not­wendigkeit der Stellung von Flakersatz gedacht, wie es einer seiner Flakobersten in London fordern mußte.

Warum Herr Eden von Europa spricht? Weil es kei­nen europäischen Krieg mehr gibt, sondern nur einen englischen, in dem die Hoffnungen auf Bundesgenossen dahingeschwunden sind. Darum soll di^ Europaparole dem englischen Volk die Angst vor izer Tatsache nehmen, daß es allein, „mit dem Rücken an der Wand", um die nackte Existenz ringt, die jetzt an so vielen Stellen unter dem deutschen Bombenhagel angeknaxt ist, daß selbst Herr Knox, der USA.-Marineminister, diesem England keine 60 Tage Existenzfrist mehr gibt, während japa­nische Stimmer^ erbarmungslos diese Frist auf vierzehn Tage kürzen zu können meinen. Wir halten nichts von Terminprophezeiungen, darum aber um so mehr von der Wucht realer Waffenhiebe, wie sie England von unserer Luftwaffe nun Tag für Tag hinnehmen muß, Schläge, gegen die auf die Dauer weder Fernflüge noch Sehnsüchte helfen, wie sie Eden dem britischen Volk vor­gegaukelt hat.

Bevor wir die weiteren Irrtümer Edens beleuchten, wollen wir uns kurz mit den englischen Terminängsten, die ein Teil der immer verzerrter wirkenden Mut­kampagne darstellen, befassen. Wir haben in diesen Tagen darauf hingewiesen, daß sich die englische Presse wieder mit dem alten Trick der Terminerfindungen ab­gibt. Der Termin, der neben anderen genannt wurde, war der 15. August, und nun kommen prompt die Trost­versuche an die Adresse des englischen Volkes, daß eine versuchte Attacke auf die Nerven des englischen Volkes mißlungen sei. Man wagt also wenigstens schon nicht mehr, von den selbst erfundenen Terminen zu behaupten, daß sie der Beweis für ein „Richtwagen" des Gegners dar­stellen, sondern begnügt sich, von einer versuchten Ner­venattacke des Gegners zu sprechen. Es handelt sich um eines der vielen Mittelchen, wenigstens die von den Kampfhandlungen noch nicht berührten Teile des engli­schen Volkes in Sicherheit zu wiegen. Daß die Mittel in den betroffenen Gebieten nicht mehr verfangen kön­nen, beweist der Bericht des englischen Flakobersten nach London, der davon spricht, daß der Bevölkerung dort eben die Nerven durchgehen.

Herr Eden nimmt im wesentlichen seine Argumente der Beruhigung aus der Perspektive einer fiktiven Kriegsausweitung, nachdem die effektive Kriegsaus­weitung in Europa restlos mißlungen ist. Gleichzeitig

Vnsor

Die deutsche Luftwaffe setzte auch am gestrigen Tage ihre Angriffe gegen England fort; mit 106 vernichteten eng­lischen Maschinen erhöht sich die Gcsamtderlustzahl des Feindes in den letzten acht Tagen aus 505.

Ganz Siidengland soll geräumt werden; das Sperrgebiet soll bis in Londons Vororte reichen.

Der italienische Vormarsch im Somaliland hält ununter­brochen an.

Der englische Präger Reuter-Korrespondent enthüllt die Praxis des Teeret Service.

Reynaud verbrannte, wie jetzt bekannt wird. ihn be­lastende Dokumente.

Bremen steht morgen und übermorgen im Zeichen der letzten Straßcnsammlung des Kricgshilfswcrkes für das Teutsche Rote Kreuz.