Ausgabe 
(10.8.1940) Nr. 218
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vremer Zeituiu

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des legierenden Vürgermeisters der Lreien fjansestadt Vremcn

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Nr. 218 / 10. Jahrgang

Sonnabend, 18. flugust 1840

der Nationalsozialisten Vremens

flmtiiches verkündungsblatt des leichsstatchallers in Vldenburg und Vremen

kinzelpreis 1S Npf.

höchster Darm in England

--tz-

Die folge des siegreichen deutschen flngriffs

über dem Kanal

Englischer Veobachter schildert den kergang der kümpfe / Zugeständnisse an die Wahrheit / Fnvastons- angst aus das höchste gestiegen /Geleitziige mit vallonsperrenl / Schiffahrt im Kanal unterbunden

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Berlin, 9. August.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Unsere Schnellboote griffen, wie bereits bekannt­gegeben, in der Nacht vöm 7. zum 8. August einen stark gesicherten Geleitzug an. Trotz heftiger Abwehr durch die begleitenden feindlichen Zerstörer, durch andere Ve- wachnngssahrzeuge und die stark bewaffneten Dampfer selbst gelang es, einen Tanker von 8666 BRT., einen Dampfer von 5660 VRT. und einen Dampfer von 4606 VRT. zu versenken. Ein kleinerer Tanker wurde in Brand geschossen. Unsere Schnellboote kehrten un­versehrt zurück.

Am 8. August griffen deutsche Sturzkampfverbände unter Jagd- und Zerstörerschutz durch Lust- und See- streitkräste stark gesicherte britische Geleitziige südlich der Insel Wight an. Wie bereits bekanntgegeben, wurden allein aus einem Eeleitzug zwölf Handels­schiffe mit insgesamt etwa 55 666 BRT. versenkt und sieben weitere Handelsschiffe schwer beschädigt. Die Ge­samtzahl der gestern durch die Luftwaffe versenkten oder schwer getroffenen britischen Schiffe beträgt 28. Bei Dover vernichteten unsere Messsrschmitt-Flugzeuge zwölf feindliche Sperrballone.

Im Zusammenhang mit den deutschen Lustangrizsen entwickelten sich größere Lustkämpfe, in deren Verlaus bei der Insel Wight und vor Dover insgesamt 46 bri­tische Flugzeuge, darunter 33 Spitsire. von deutschen Jagd- und Zerstörerflugzeugen abgeschossen wurden. Zehn eigene Flugzeuge gingen verloren, zwei mußten notlanden.

Bei Nacht griffen unsere Kampfflugzeuge die britische Flugzeugindustrie um Liverpool und Bristol sowie Häfen, Flugplätze und Flakstellungen in Süd­england an. Der Lüstminenabwurs vor britischen Häfen konnte planmäßig fortgesetzt werden.

Britische Flugzeuge flogen in der letzten Nacht an verschiedenen Stellen in Westdeutschland ein. Durch unsere starke Abwehr wurde ein Teil der feindlichen Flugzeuge zur Umkehr gezwungen oder am Bomben­abwurf gehindert. Vereinzelt angeworfene Bomben richteten unwesentlichen Gebäude- und Flurschaden an. Personen wurden nur in einem kleineren Ort im Grenzgebiet verletzt. Flakartillerie schoß zwei feind­liche Flugzeuge ab."

Der Erfolg der deutschen Schnellboote und Luftangriffe auf englische Geleitziige im Kanal wird von englischer Seite Wohl oder übel bestätigt. Der Versuch der Engländer, am Donners­tag mit Gelcitzügen die Kanaldurchsahrt bis London endlich einmal wieder zu erzwingen, ist mißlungen. Am Freitag­morgen wurde von London aus erklärt, die Ergebnisse der deutschen Angriffe seien noch nicht völlig bekannt. Man müsse aber damit rechnen, daß eine Reihe von Schisien „beträcht­lichen Schaden" erlitten haben . . . Wer die englischen Kriegs­berichte bei solchen Gelegenheiten richtig zu lesen versteht weid, daß diese Ausdrucksweise eine schwere Niederlage um­schreibt . . Denn selbstverständlich sind Admiralität und Schisfahrtsministcrium über die erlittenen Verluste, min­destens aber über alle Fahrzeug«, die sich retten konnten, ge­nau informiert. '

Wenn sie eine so gewundene Ausdrucksweise mit angedeu­teten schweren Schäden bevorzugen, so ist unverkennbar, das; sie die Verluste zur See nicht abstreiten oder derart um- fälschen können, wie das vom Inlozmations- und Lustfahrt- ministerium sonst regelmäßig nach Luftkämpien geschieht.

Noch deutlicher ,bricht die Art der englischen Kampnchilde- rung für einen schweren Tag der Engländer. Im Morgen­dunst seien zunächst die deutschen Schnellboote herangekom­men, um ihren Angriff auf englische Schisse zu beginnen.

Der Morgendunst gilt bei den Engländern als besonders un­fein, weil er als bester Heiser einer „Invasion" betrachtet wird, genau wie die Schnellboote sich des äußersten Miß­trauens der Engländer freuen. Wenn die amtliche englische Mitteilung als Erfolg der Schnellbootangrisse drei Versen­kungen durch Torpedos aus Geleitzügen heraus angibt, so ist das schon ein beträchtliches englisches Zugeständnis an die Wahrheit,

Ueber die Bombenangriffe und Luftkämpfe, die sich über dem Kanalgebiet abspielten, werden von englischer Seite Be­richte verbreitet, die bei aller propagandistischer Färbung letz­ten Endes doch nur^tzie panische Angst vor den deutschen Stukas erkennen lassen.

Aufschlußreich ist es auch, wie Erchange setzt über die briti­schen Luftverluste berichtet: „Bis jetzt anerkennt man bei der

„Rohab Air Force" den Verlust von 16 Apparaten, Da ober mehrere Geschwader noch nicht lzeimgekehrt sind ist diese Zif­fer nur provisorisch," Auf diesen gewundenen Umwegen sticht man die englische Bevölkerung auf die gewaltigen Verluste, die die britische Lustwasie erlitt, vorzubereiten. Wenn nun von englischer Seite mitgeteilt wird, daß künftig alle Convoi)? im KaNal znm Schutz gegen deutsche Stukas mit Ballonsperren ausgerüstet werden sollen, so wirkt das geradezu komisch und als schöne Anerkennung der Stnka-Eriolge Ein englischer Beobachter schildert die Lustangrisse vom Donnerstag derart, daß man selbst aus dieser mehr als sub­jektiven Berichterstattung eine Ahnung von dem ungeheuren Ansturm der deutschen Luftstreitkräfte bekommt und zugleich von ihrer absoluten Beherrschung des Lustraumes über dem Kanal. (Fortsetzung aus Seile 2)

England fetzt Piratenschiffe ein!

Kein slaggenfchutz für sranrösische Kriegsschiffbesaliungen in englischen Vkensten

Berlin. 9. August.

Die britiscli« Admiralität hat für die durch Gewalt oder Verrat in ihren Besitz gebrachten franzvsiscl^n Kriegsschisie eine Flaggensonderregelung eingeführt, die sie durch Rund­funk bekanntgibt. Danach führen sranzösiscl>e Kriegsschiffe, die der Legion des in Frankreich wegen Verrats zum Tode verurteilten Generals de Gaulle angehören, am Heck die französische Nationalslagge und am Bug eine'quadratische blaue Flagge mit einem roten Kreuz in der Mitte. Fran­zösische Kriegsschisse mit Besatzungen gemischter Nationalität sichren die Nationalflaggen der beteiligten Länder, Danach wäre also mit dem Auitauclien von Kriegsschiffen zu rechnen, die am Mast die französische, die britische und gegebenenfalls noch iveitere Flaggen untereinander sichren, Für französische

Flugzeuge in englischem Besitz ist eine äh»li<1)e Regelung ein­geführt worden. Sie behalten die Kennzeichen der sran- zösuchen Lustwasie bei und führe» dazu eine blaue Kokarde mit einem roten Kreuz Die blaue Flagge mit einem roten Kreuz ist keine aner­kannte Staatsflagge, die die Fahrzeuge, die sie führen, zu Kriegshandlungen berechtigt. Kriegsschisse und Luftfahrzeuge, die die französischen Hoheitsabzeichen führen) also vorgeben, für Frankreich zu kämpfen, machen sich eines Bruches des Wassenstillstandsvcrtrages schuldig und stellen sich auderhalb des Kriegsrechtes. Gegen diese Einheiten wird mit allen Mit­teln vorgegangen werden. Ihre Besatzungen, gleichgültig welcher Nationalität, haben keinen Anspruch, als Kriegsgefan­gene behandelt zu werden.

28 neue Nitterkreuzkrüger im tzeer

Berlin, 9. August

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat aus Vorschlag des Lberhesehlshabers des Heeres, Keneral- seldmarschall von Brauchitsch, daS Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen an:

General der Artillerie Hartmann, Kommandierender General eines Armeekorps; Generalleutnant L i n d e in a n n, Kommandeur einer Infanteriedivision; Generalleutnant Ma­tern«. Kommandeur einer Jnsanteriedivision; General­leutnant Freil>err von Biegeleb' en , Kommandeur einer Infanteriedivision: Generalleutnant Karl, Kommandeur

einer Infanteriedivision; Oberst von D a e r st, Kommandeur einer Schützenbrigade; Oberst Angern, Kommandeur, einer Schützenbrigade: Oberst N e u m a n n - I i l k o w ,

Kommandeur einer Schützenbrigade; Oberst R e ck n a g e l, Kommandeur eines Inianterie-Regiments; Oberst Fehn., Kommandeur eines Schützenregiments; Oberstleutnant Rin­te l e n , Kommandeur eines Infanterie-Bataillons; Oberst­leutnant i. G von Bernvth , Chef des Keneralstabes eines Armeekorps; Oberstleutnant R v blich, Kommandeur einer Panzerabteilung; Oberstleutnant Scheidies, Komman­deur eines Insanierie-Bataillons; Oberstleutnant Pochat, Kommandeur einer Aufklärungsabteilung; Oberstleutnant Hecker, Kommandeur eines Pionier-Bataillons; Oberst­leutnant Traut, Kommandeur »eines Infanterie-Batail­lons; Oberstleutnant Back, Kommandeur eines Schützen- bataillons; Oberstleutnant Löwrick Kommandeur eines Infanterie-Bataillons; Major Schüler, Kommandeur eines Infanterie-Regiments; Major Berger, Komman­deur eines Infanterie-Bataillons; Major Naucheisen, Kommandeur eines Infanterie-Bataillons; Major 'S e i tz,

Kommandeur eines Gebirgsjäger-Bataillons; Haupimann A h r e n t s ch i l dt. Kompaniechef in einem Panzerregiment; Oberleutnant S ch e n n e in a n n, Kompaniesührer in einem Infanterie-Regiment; Oberleutnant Renner. Kompanie­sührer in einem Schützenregiment: Leutnant Noak, Zug­führer in einer Panzerjäger-Abteilnng; Feldwebel Hu der, Tpähtruppsührer in einer Asisklürungs-Abteilung.'

kritischer 8000 -r«mner überfällig

Lissabon, 9. August.

Nach einer Meldung aus Rangun ist der britisch« Dainpfer „Kemmendine" (7769 BRT.), der sich aus der Reise nach, Burma befand, seit 2l Tagen überfällig und wird als ver­loren angesehen.

, Nach einer Londoner Meldung ist der schwedische Fracht- dampser „Atos" (1666 BRT.) während seiner Reise von einem englischen Hasen nach Schweden gesunken.

Norwegischer Kampfer «tista" erpiodiert

Stockholm, 9. August.

Der Newhorker Korrespondent von „Astonbladet" berichtet, daß sich aus dem norwegischen Dampser „L i st a" (6671 BRT.), der in der Nacht zum Donnerstag mit Kriegs­material nach England abging, zwei Explosionen ereignet hätten. Die erste Explosion sei eingetreten, als sich der Dampser noch in Sichtweite der Küste befand und habe das Ruder Unbrauchbar gemacht. Kurz daraus sei der Dampfer durch eine zweit« Explosion in Brand gesetzt worden. Der Dampser wurde bei Sandyhook aus Grund gesetzt. Schiff und Last werden als verloren angesehen. Die Besatzung konnte gerettet werden. Die Untersuchung der Behörde soll ergeben haben, datz Sabotage vorliegt.

kargeisa von den Italienern besetzt

Nasltzes fortschreiten der Somaliokfensioe — Italienischer Lustsieg über ein englisches flugzeuggeschwader

Rom, 6. August.

Der italienische Wehrmachtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: „Das Hauptquartier der Wehr­

macht gibt bekannt: In Nordasrita haben 16 italienische Jagdflugzeuge an der Cyrenaikagrenze einen heftigen Kamps gegen 27 englische Flugzeuge aufgenommen. Trotz der zahlenmäßigen Ueberlegenheit der Gegner ge­lang es unseren kampferprobten Fliegern, fünf feind­liche Flugzeuge abzuschießen. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zu ihrem Ausgangspunkt zurückgekehrt. -an Britisch-Somaliland haben unsere Truppen Hargei,a besetzt."

Die rasch fortschreitende Besetzung von Britisch-Somaliland im Zeichen des Liktorcnbündels begann mit der Besetzung-des Hafens von Zeila und führte jetzt zur Eroberung der wichti­gen Karawanenstadt Hargeisa. Der Marsch der Italiener vollzieht sich in der Richtung aus die Haupt- und Sasenstadt Berber«, die nicht viel mehr als 166 Kilometer von Hargeiw entfernt liegt.

Die Eroberung von Britisch-Somaliland hat eine vielsack)« Bedeutung, Ehe Italien in den Krieg eintrat, drohte Eng­land damit, von Britisch-Somaliland aus den gesamten oft- asrrkanischen Besitz Italiens ausrollen zu wollen, Kriegs- schisse ankerten vor Zella und Berbers. Truppenverstärkungen wurden vorgenommen, aber der Tuce ließ sich nicht btusten.

London gesteht heute:' baß es zur Verteidigung von Somali- land nicht fähig sei. Selbst die Rvyal Air Force in Aden kann nicht eingreifen, und muß es hinnehmen daß sich die Italiener am Gols von Ade» festsetzen und mit der Er­oberung von Zeila die Einfahrt ins Rote Meer kontrollieren Englands Schwur, nie zu dulden, daß estie sremd« Groß­macht an dieser wichtigsten Zelenkstelle des britiscl>en Welt­reiches Fuß saßt, scheint schon vergessen.

Wenn die Eroberung des Hafens Zeila — die Engländer hatten hier auch eine Flugstation, angelegt — sonst keine weitere Bedeutung huben würde, so würde schon die strate­gische Position dieses Platzes genügen, um den Sieg der Italiener zu verdeutlichen. Die Linie Gibraltar -Aden— Singapvre ist die Straße der britischen Macht, aber in Gibraltar fängt unter der Wucht der Fliegerbomben der Fels zu bröckeln an und Aden sieht sich an der langen Südküste des Golfes einer einzigen feindlichen Macht gegen­über. Die Eroberung von Britisch-Somaliland dürste nach römischer, hinreichend begründeter 'Meinung zuc Verein­heitlichung des ganzen Somalilandes führen, das sich bis heute noch aus: Französisch-britisch- und Jtalienisch-Sonia- liland zusammensetzte. Im Norden schließt sich Italienisch- Eritrea an Französisch-Somal stand an. Das einheitliche ita­lienische ostasrikanische Imperium erhält seine tetzte Ab- ruiidung. Von Nubicn reicht es bis zum Aequator hin­unter. Die Küste von Eritrca. Französisch- und Britisch- Somaliland legt sich in einem nach Norden offenen Bogen wie die Silhouette einer Hand um die britische Kronkolonie

Aden, und das gesamte gewaltige Gebiet stellt unter dem Einschluß Abessiuiens einen der größten Komplere Afrikas gar.

Von allen Testen dieses Gebietes hat Britisch-Somaliland gevpolitisch den lveitaus größten Wert, eben weil sein Besitz notwendig ist, um die Zufahrt zum Noten Meer und damit die Straße vom Indischen Ozean ,»m Mittelmeer zu beherr­schen, Gerade darum saßen bisher die Engländer hier. Schon 1684 erklärten sie den ganzen Küstenstrich von Zeila über Berbera bis Durdurd zum Protektorat, Und dann begann sür Britisch-Somaliland die Zeit der Verödung und Ver­armung, Da der Reichtum hier nicht aus der Straße liegt und vor der Nutznießung erst der Ausbau kommen mußte, rührten die Englündxr kaum einen Finger, Selbst in der letzten Zeit habe» sie höchstens 50 666 Piund jährlich sür diese Kolonie ausgegeben. Die vor Jahren entdeckten Petroleum- vorkommen wurden nicht ausgedeutet und die Hciienanlaaen von Zeila lind Berbera nicht ausgebaut.

Eine gewisse wirtschaftliche Belebung setzte erst ein, als die Italiener Aethiopien erobert hatten und dessen Ausbau be­gannen. Die britischen Zolleinnahme» im Hasen von Berbera erhöhten sich nun rasch. Auch Hargeisa erlebte einen Auf­schwung. Die Löhne stiegen, die Arbeitslosigkeit verschwand und die^ armen Söhne der Nomadenvölker wanderten aus den Hügel-Steppen in die wenigen Städte ab. Selbst nach engli­schen Zeugnissen ist in Britisch-Somaliland eine wirtschaftliche Blüte nur im Schatten Italiens möglich, England aber war weder militärisch noch wirtschaftlich sähig, diesen Besitz zu hal­ten und zu verwalten.

England konstruiert Fliegererfolge

6. 8. Berlin. 9. August.

Ein Zeichen des Abbröckelns jeder festen Stimmung in England ist ohne Frage die Häufigkeit der Minister­reden und die Fülle der strategischen Darstellungen im englischen Rundfunk. In den Chor der Stimmungs- beschwärer hat sich auch der Generaladjutant des King, Sir Walter Kirke, gemischt. der in gedämpfter Form in Optimismus machte. Er stellte zwar abschließend fest. daß „Großbritannien jetzt einer sehr ernsten Zeit entgegengeht", aber er fand doch noch Trostesworte, die alle auf,den gleichen Ton abgestimmt waren, den wir nun imd'er Liigenkunst der Engländer seit Kriegsbeginn kennen. Entweder wurde jede Niederlage sofort und kraß in einen Sieg umgelogen, oder aber es wurde in „feinerer Manier" bewiesen, wie jeder Lieg der Deut­schen ein Pyrrhussieg fein und es noch schlimmer für die Zukunft werden müsse. Die Nachteile, die Kirke für Deutschland erspäht, bestehen in der Besetzung der weitausgedehnten Gebiete der geschlagenen Länder. Jetzt sei Deutschland nicht mehr stark genug, diese Gs-- biete festzuhalten und noch England zu schlagen. Herr Kirke soll sich keine Sorgen machen über unsere Stärke, sie wird schon reichen, auch für das plutokratische Bri­tannien, Wenn er sich auf die „Stärke" der britischen Flotte beruft, so ist diese Erwähnung fehl am Platz, denn sie ist immer dann, wenn es darauf angekommen wäre, in Deckung geflüchtet. So war es beim -deutschen Vorstoß nach Norwegen, nach der See-Luftschlacht bei Bergen, in der unsre Bomber gegen die britischen Ge­schwader Sieger blieben, so war es auch in Narvik, als es um die letzte Entscheidung ging. Im Mittelmeer war es gegenüber der italienischen Luftwaffe und Flotte nicht anders, auch dort haben die britischen Geschwader sich „siegreich zurückgezogen". England log und floh, Deutschland aber schwieg und handelte, wenn seine Wehrmacht zuschlug dann traf sie so, daß der Gegner endgültig zu Boden mußte.

Was nun die Faseleien des Sir Kirke über die ..schlechte Stimmung" in Deutschland anbetrifft, so soll er sich nur einmal die Mühe machen, die Berichte neu­traler Korrespondenten aus England mit solchen aus Deutschland zu vergleichen, und er wird den Unterschied mit den Händen greifen können: Im Reich Adolf Hit­lers stete Siegeszuversicht und Gelassenheit eines ge­einten Volkes, dort im England Churchills hysterisch« Unsicherheit und Nervosität der Briten.

Wie es mit den Beruhigungspillen sn Zros über die strategische Lage ist. so steht es auch um die Lüge­dosierung im kleinen, in den einzelnen Kriegshandlün- gen. England hat in diesen drei Tagen drei Schläge erhalten: Durch den erfolgreichen Durchbruch der Italiener zur Somaliküste, durch den großen Erfolg unserer Stukas der Lüfte und der Meere gegen die britischen Geleitziige. bei dem 28 Schiffe versenkt oder schwer beschädigt wurden, und durch die Luftüberlegen­heit unserer Jäger, die zusammen mit unseren Kampf­fliegern über dem Kanal 49 englische Flugzeuge ab­schössen, während wir zehn Flugzeuge verloren une zwei deutsche Flugzeuge notlanden mußten. Wie sehen diese Ereignisse nun bei den Engländern aus? Den Erfolg der Italiener suchen die Tommies abzuschwächen, indem sie etwa davon reden („Times"), daß es sich um „kleinere Operationen in schwierigem Gelände" handelt, in dem die Italiener durch ihre Erfahrungen im Abessinienfeldzug und durch ihre hitzegewohnten Trup­pen Vorteil hsttten, und daß man sich eben auf engli­scher Seite mehr auf die Beweglichkeit und Schlag­kraft als auf den Widerstand an einer festen Linie ver­steifen müsfe'^ Wer sieht nicht schon den „siegreichen Rückzug aus Somaliland" sich in der näheren Ferne ab­zeichnen, vergleichbar den Rückzügen aus Andalsnes, aus Narvik und aus Diinkirchen. Weiter hat natürlich Britisch-Somaliland plötzlich keine strategische Bedeu­tung mehr, England beschränkt sich eben darauf, „seine vitalen strategischen Punkte in Aegypten zu schützen". Also für Somaliland gilt mehr die gedämpfte Melodie eines Umdeutens des Mißerfolges in einen „Vorteil".

Halb muß man auch in der Berichterstattung über die Geleitzugangriffe der Deutschen zugeben, bei denen man sogar das Versenken von drei Dampfern durch Schnellboote zugibt, während man im übrigen nur von Beschädigungen mehrerer Dampfer spricht, sich im nähe­ren aber noch nicht orientiert fühlt. Entscheiden aber wird die Lüge in der Frage der Luftüberlegenheit der deutschen Lufteinheiten über dem Kanal. Nicht weniger als vierzehn Berichte haben die Lügenfaürikanten darüber herausgebracht, bis schließlich die Verlustzahl der Deutschen auf 53 hinaufgebracht, die eigene aber bei 16 stehen geblieben war. Also das Verlustverhältnis ist

Ilnssr T'asssspLvsQl

Die siegreichen deutschen Lustangrisse haben England in den Grad der höchsten Alarmstufe versetzt.

Geraubte fremde Kriegsschisse werden künftig von Eng­land als Seeräuberschisse eingesetzt.

Flugblätter geradezu blöden Inhalts wurden von eng­lischen Fliegern über Deutschland abgeworfen.

Italienische Truppen besetzten in «ritisch-Somali nun auch die wichtige Hasenstadt Hargeisa.

England zieht seine Truppen aus Ehina zurück. Rumäniens Ministerpräsident Kigurtu sprach über die Neugestaltung der rumänischen Außenpolitik.

Der Führer verlieh 28 H-eresangehörigen das Nitterk--uz zum Eisernen Kreuz.

Der Reichswirtschastsminister erließ Weisungen zuw Ord- nungsstrasrecht sür die Wirtschasts- und Ernährungs­ämter.

Wie die Frllhkartosselernte wird auch die SPStkartofsel- erntr dieses Jahres sehr guten Ertrag bringen.