Ausgabe 
(8.8.1940) Nr. 216
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblaik des veichsstattlialters in Oldenburg und Vremen

Nr. 218 / 10. Jahrgang

Donnerstag, 8. flugust 1S40

kinzelpreis 15 Npf.

i vickers-flrmstrong-werke bombardiert !

^ Vettere Anlagen der NüftungsZnduftrie m Swansea angegriffen / ZS SSS VM. in Übersee versenkt!

Berlin, 7. August.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Ein deutsches Kriegsschiff hat 30 000 VRT. feindlichen Handelsschiffsraum in überseeischen Gewässern versenkt. Unsere Kampfflugzeuge griffen Flugplätze bei Tyne- mouth und St. Athan sowie die Flugzeugwerke von Vickers-Armstrong in Ehester und Anlagen der Rüstungsindustrie in Swansea mit Bomben an. Bri­tische Flugzeuge, die in der Nacht zum 7. August in Holland und Westdeutschland in geringer Zahl ein- flogen, warfen an verschiedenen Stellen Bomben, ohne nennenswerten Schaden anzurichten."

Die täglichen Angriffe der deutschen Luftwaffe auf wichtige Industriezentren des britischen Jnselreiches haben offen­sichtlich dazu beigetragen, die englische Rüstungswirtschast empfindlich zu stören. Natürlich wollen daH die Herren des britischen Rüstungsministeriums nicht wahr haben; sie län­geren daher entsprechende Zweckmeldungen in die englische Presse, die daraus mit Pathos verkündet, daß die deutschen Luftangriffe so gut wie „keinen Schaden" angerichtet haben.

So schreibt z. B. die „Sundap Times" am 3. August: „Was die Deutschen auch planen und unternehmen sollten, wir lassen uns nicht davon abhalten, Energie für den kom­menden Winter aufzuspeichern. Die Räder unserer Industrie rollen so schnell wie zuvor und die britische Jndustriearbcit geht trotz der deutschen Luftangriffe weiter."

Leider sind die Berichterstatter ausländischer Zeitungen 'anderer Ansicht. „United Staats News" gibt zum Beispiel ^ zu, daß die deutschen Luftangriffe aus England dort schon wichtige Industrien produktionsunsahig gemocht.haben. Wem soll die britische Oessentlichkeit nun 'mehr Glauben schenken, ihrer Regierung oder dem befreundeten Amerika? Uns jeden­falls fällt auf, daß die Arbeitslosigkeit trotz der „rollenden Räder" in England anstatt ab- stetig zunimmt, daß der englische Erport wie Import zurückgeht und daß England in steigendem Maße und nach Kräften bemüht ist, Kriegs­material im phantastischen und daher undurchführbaren Ausmaße aus dem Auslande zu beziehen.

Mit anderen Worten: Die deutsche Luftwaffe, die im

Gegensatz zu der britischen ihre Angriffe nicht gegen die Zivilbevölkerung sondern einzig und allein gegen militärische Ziele richtet und sie auch zu treffen weiß, ist aus dem besten Wege, die Produktionskraft der englischen Rüstungsindustrie allmählich aber sicher lahmzulegen.

Ein Vertreter der Agentur Associated Preß berichtete am Montag aus Gent, nach einem - Flug über der belgischen und französischen Küste, daß die britische Luft- und Seemacht vom englischen Kanal hinweggefegt worden sei. Der Vertreter telegraphierte wörtlich: „Ich bin soeben in Gent gelandet nach einem Flug über den Kanal in einem deutschen Flug­zeug, und ich habe nicht ein einziges englisches Schiff oder irgend ein Zeichen einer britischen Lufttätigkeit gesehen. Früh am Nachmittag bestieg ich das deutsche Flugzeug in der : Nähe von Gent, zusammen mit einer Gruppe anderer aus-

i ländischer Zcitungskorrespondenten. Wir starteten sofort und i flogen in südlicher Richtung der englischen Kanalküste ent­lang. Manchmal befanden wir uns über dem Wasser und

krste süstlungnastme in Vuöapest

Rumänischer Delegierter eingetroffen

^ rck. B u d a p e st, 7. August.

> Der rumänische Gesandte Bossi ist am Mittwochnachmittag ° in Budapest eingetroffen. Eine ungarische Mitteilung besagt, , daß er als Beauftragter der rumänischen Regierung eine erstr k Fühlungnahme mit der ungarischen Regierung herzustellen k habe und deren Ansichten über die zur Debatte stehenden l Probleme kennenlernen wolle. "

s Gesandter Bossi wurde bei seiner Ankunft von dem lsic- sigen rumänischen Gesandten, von Angehörigen der Ge­sandtschaft und von ungarischer Seite durch den stellver­tretenden Ches des Protokolls des Außenministerlums be­grüßt. Mittwochabend wurde er von Ministerpräsidenten Gras Paul Teleki in Gegenwart des Außenministers Graf Csaky empfangen. Die Budapester Abcndpresse erwähnt die- zwischen Ungarn und Rumänien schwebenden Probleme mit keinem Wort mehr, um die Verhandlungen nicht zu stören. Auch die rumänische Presse ist verpflichtet worden, diesen Waffenstillstand einzuhalten.

manchmal über Land. Zuerst sahen wir die Ruinen von Dünkirchen, wo ich mindestens 11 versenkte Schisse sehen konnte und beobachtete, wie gründlich die deutschen Bomber den Hafen von Dünkirchen zerstört haben. Von Dünkirchen aus kreuzten wir an der Südwcstküste entlang bis Calais und ich suchte mit meinem Fernstecher den Horizont gegen England ab. Ich konnte jedoch kein einziges englisches Schift

in diesem Teil des Kanals, der die engste Stelle ist, ent­decken, und auch keinerlei Zeichen einer britischen Flugtätig­keit. Nachdem wir über Calais, dem Hosen, der England am nächsten liegt, angekommen waren, wendete unser Flug­zeug nach dem Lande zu. und wir slogen dann über jenen Teil von Frankreich und Belgien, wo die große Flandern- schlacht stattgefunden hatte."

wichtige krnemitingeir in Partei und Staat

die Sauleiier viirckel, Wagner und Simon lliefs der Zioiloerwolkungen in tokliringen, im klsoß und in Luremburg / valdur von Schirach Sauleiker in Wien und Neichsleiter tür die Jugenderstedung -er NSVftp.

Berlin, 7. August.

Die Presseabteilung der Reichsregierung und die Reichs­pressestelle der NSDAP. teilen mit:

„Nach zwei Erlassen des Führers wird im Elsaß und in Lothringen sowie in Luxemburg die gesamte Verwaltung im zivilen Bereich künftighin nicht mehr von militärischen Befehlsstellen, sondern von Chefs der Zivilverwaltung ge­führt, die dem Führer unmittelbar unterstehen. Die Aus­übung der militärischen Hoheitsrechte verbleibt auch weiter­hin den militärischen Befehlsstellen.

Der Führer hat sür Lothringen den Reichsstatthalter und Eaulxiter Joses Vürckel^ sür das Elsaß den Reichsstatt­halter und Gauleiter Robert Wagner, für Luxemburg den Gauleiter Gustav Simon zum Ches der Zivilverwal- tung bestellt. Der Führer hat zugleich Gauleiter Biirckel aus seinen Antrag von dem Amt des Neichsstatthglters und Gau­

leiters in Wien entbunden unter Vorbehalt anderweitiger Verwendung als Neichsstatthalter.

Zum Reichsstatthalter und Gauleiter in Wien hat der Führer den Reichsleiter Baldur von Schirach ernannt und ihn von seinen Aemtern als Reichsjugendsührer der NSDAP. und Jugendsiihrer des Deutschen Reiches entbun­den. Zugleich wurde Reichsleiter von Schirach unter Be­lastung in seiner Stellung als Reichsleiter sür die Jugend­erziehung der NSDAP. mit der Inspektion der gesamten Hitler-Jugend auch sür den staatlichen Bereich vom Führer beauftragt.

Zum Reichsjugendsührer der NSDAP. und zum Jugend- sllhrer des Deutschen Reiches hat der Führer den Öber- gebietssiihrer Arthur Axmann ernannt. Stabssührer Hart­mann Lauterbacher ist zum stellvertretenden Gauleiter ernannt worden."

(Ueber den Lcbensgang der obengenannten Persönlichkeiten berichten wir auf Seite 4 dieses Bogens.) „

Ver süstrer bei Krupp v.voklen und kalbach

Zahlreiche khrungen des oerdienien Jubilars — Zum »Pionier der flrbeit" ernannt

Essen,?. August.

Der Führer stattete Mittwoch vormittag Dr. Krupp von Bohlen und Halbach aus der Villa Hügel in Esten einen Be­such ab, um dem Führer der größten deutschen Waffenschmiede persönlich seine Glückwünsche zum 7l>. Geburtstag auszusprechen. Dabei überreichte der Führer Dr. Krupp von Bohlen und Halbach in Würdigung seiner Verdienste um Volk und Reich das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP.

Rcichsminister Funk überbrachte dem Jubilar die Grüße und Wünsche der Reichsregierung und überreichte im Auftrage des Führers Dr. Krupp von Bohlen und Halbach in Anerken­nung seiner Verdienste um die deutsche Wirtschaft den Adler­schild des Reiches mit der Widmung: „Dem deutschen Wirt- schastsführcr".

Reichsminister Dr. Todt überbrachte im Austrage des Füh­rers dem'Jubilar das ihm in Würdigung seiner Verdienste um die Rüstung der deutschen Wehrmacht als erstem Deutschen vom Führer verliehene Kricgsverdienstkreuz erster Klasse.

Der Stellvertreter des Führers, Rudols Heß, ließ Dr. Krupp von Bohlen und Halbach durch Reichsleiter Bor - mann 'eine Büste des Führers überreichen. Der Leiter der Neichswirtschastskammer, Albert Pietzsch, übermittelte dem Jubilar die Grüße und Wünsche der deutschen Wirtschaft.

Neichspressechef Dr. Dietrich, dessen Vaterstadt Essen ist, sprach Dr. Krupp von Bohlen und Halbach die Glück­wünsche der deutschen Presse aus.

Anschließend besichtigte der Führer eine Reihe von Werk­stätten der Kruppschen Fabrik. Ueberall, wo man den Füh­rer erkannte, wurde er von der Kruppschen Arbeiterschaft und der Bevölkerung der Stadt Esten stürmisch begrüßt.

Sodann verließ der FühLer wieder die Stadt Esten.

Ncichsmarschall Göring ließ Dr. Krupp von Bohlen und Halbach zum 70. Geburtstag durch seinen Chesadjutantcn Major Gritzbach seine Grüße und Glückwünsche über­mitteln.

Im Austrage des durch seine Ostobcrschlesicnrcise dienstlich verhinderten Reichsleiters Dr. Ley hat am Mittwoch Ober- beschlsleiter Marrenbach den Ches der Kruppwerke Dr. Krupp von Bohlen und Halbach anläßlich dessen 70. Geburtstags eine vom Führer persönlich unterzeichnete Urkunde überreicht, die die Ernennung Krupp von Bohlen und Halbachs zum „Pionier der Arbeit" ausspricht.

Gleichzeitig mit der Urkunde ist Dr. Krupp von Bohlen und Halbach das Ehrenzeichen hierzu in Gold verliehen worden. Die Urkunde hat folgenden Wortlaut:

„Aus Grund meiner Anordnung über die Auszeichnung ..Nationalsozialistischer Musterbetrieb" vom 28. 8. 1938 habe ich den Betrieb Friedrich Krupp AG., Essen, in Anerkennung seiner besonderen Leistungen in Krieg und Frieden am I. Mai lSIO die Auszeichnung „Nationalsozialistischer Musterbetrieb" verliehen. Den größten Anteil an dieser Auszeichnung hat durch seinen persönlichen Einsatz der Betriebssichrer Herr Krupp von Bohlen und Halbach, dem ich heute aus Vorschlag des Reichsleiters der Deutschen Arbeitsfront als erstem deut­schen Betriebsführer die Auszeichnung Pionier der Arbeit und das Ehrenzeichen hierzu in Gold verleihe. »

Berlin, 7. August 1940. gez.: Adolf Hitler."

In einer Unterredung mit einem Schriftleiter der NTK. äußerte sich Neichsleiter Dr. Ley über die Voraussetzungen, die zur Schaffung des Begriffes „Pionier der Arbeit" führten, wie folgt: „Wir setzten damit den Schlußstrich unter ein System von Auszeichnungen, das sich aus' Grund von Wett­bewerben aus dem Leistungskampf der deutschen Betriebe ergibt. Nach dem nationalsozialistischen Prinzip, daß nur Vorbilder zu höheren Leistungen in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht führen, hat die Deutsche Arbeitsfront von Ansang an ihr Wollen aus sozialpolitischem Gebiet aus den LOettbewerb der Betriebe untereinander gestellt. Dieser Wett­bewerb wird von der Mannschaft, der Betriebsgeineinschast, durchgeführt und an ihm haben Betriebssichre» und Gefolg­schaft den gleichen Anteil. Um Musterbetrieb zu werden, müssen die Betriebe zunächst einmal die vier Auszeichnungen !ür mustergültige Berusserziehung, sür „Kraft durch Freude", sür Siedlung und Wohnungsbau und sür Volksgesundl-eit erworben haben. Und ebenso müssen sie sich das Gandiplom vorher errungen haben.

Da aber alles im Leben, auch die Mannschaftsleistung, immer aus der Initiative und aus dem Willen des Einzelnen strömt, hat der Führer jetzt als Krönung dieses Leistungs- ivstems die Auszeichnung „Pionier der Arbeit" ge­schossen, um damit denjenigen Volksgenossen im Betrieb — ob Betriebsführer oder Betriebsobmann — auszuzeichnen, der den größten Anteil an der Erreichung eines national-, sozialistischen Musterbetriebes hat. (Fortsetzung aus Seite 2)'

kngland gibt Somaliland verloren

vier rage lang verheimlicht! — Verstärkung aus Indien — Vorbereitung «erfolgreicher Nüchzüge"

krv. Stockholm. 7. August.

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Der erste Blitz, der plötzlich über Britisch-Tomaliland nicder- gesahren ist, hat sür ernen großen Teil der englischen Oessent- lichkeit zum erstenmal die bedrohliche Lage in Afrika grell erhellt. Wie ernst man die Lage betrachtet, geht schon dar­aus hervor, daß sich die englische Regierung keine Mühe mehr gibt, die vier Tage lang geheim gehaltene Nachricht von dem italienischen Eindringen in Britisch-Somaliland abzumildern oder die Presseerörterungen zu bremsen. Der militärische Sachverständige Lyddell Hart spricht im „News Chronicle" die Befürchtung aus, daß Aegypten mit dem Tuezkanal den Gegner am meisten inter..,siercn könnte. Es sei ratsam, dieses Risiko mit in Rechnunp 'ju stellen. Leider habe England, ver­glichen mit Italien. v'-r dem Kriege ziemlich geringe Ttreit- kriiste in Ost- und Nordasrika gehabt. Verstärkungen seien hauptsächlich aus Indien gekommen.

Da diese indischen Verstärkungen nicht nur militärisch, sondern auch politisch eine enorm« Rolle spielen, tritt neben das afrikanische Problem zugleich auch das indische, das ja ohnehin vom Suezkanal oder gar vom Kapweg nicht zu trennen ist. Mit Rücksicht auf die Masienheranziehung indi­scher Truppen, die besonders in Somaliland und bei Aden englische Positionen schützen sollen, wird im Londoner Jn- dienrmnisterium wieder einmal mit Nachdruck an irgend­einer Erklärung gearbeitet, die dem Scheine nach Indien endlich Selbstregierung verheißen soll. Erneut werden „große Konzessionen" angeboten. Wie wenig aber selblt die Eng-

landsreundlichen unter den Indern geneigt sind, sich in Englands bedrängter Lage billig zu verkaufen/ geht aus einer. Stellungnahme des indischen Kongrcßvertreters Pala- chari" im „Daily Herold" hervor, wonach die Ausrichtung einer indischen Nationalregierung die absolute Voraussetzung für aktive Kriegshilfe sei.

Die „Times" schildert die Lage in Somaliland ziemlich düster. Seit Ausgabe des. französischen Widerstandes in Dschi- bouti sei das Land von einem italienischen Block umgeben. Auch hätten die Italiener bekanntlich sehr große Truppcn- massen in Abessinien, wenn auch nicht so überwiegend aus europäischen Truppen wie in Libyen. Dadurch sei die" Lage von Somaliland ziemlich unvorteilhaft. Die Isolierung werde immerhin gemildert durch die Möglichkeit vom Meer aus einzugreifen!

Im „Daily Telegraph" erörtert Generalmajor Sir Charles Gwhnn die italienischen Möglichkeiten, Aden zu erreichen und damit den Eingang zum Suezkanal zu beherrschen. Er vertraut aus die tropische Bergkette von über 1000 Meter Oöh«. die sich den Italienern entgegenstellt. Andererseits werde voraussicht­lich versucht werden, Berbers zu verteidigen, wozu indische Truppen als Verstärkungen herangeschasst würden. Er saßt immerhin schon einen Fall Berberas ins Auge und sucht sich damit zu trösten, daß ein solcher Besitz ohne ausreichende Flot- tenstreitkräste nicht viel nütze. Aus dem Umstand, daß Britisch- Somaliland in der Zusammenfassung der afrikanischen Gebiet«

zu einer gemeinsamen Kriegsdersorgung nicht vertreten ist, wird selbst in Londoner Kreisen gefolgert, daß dieses Land schon als verloren gelte.

Daß die Sudangrenze gegen die Italiener schwer zu ver­teidigen sei. wird von englischen und ägyptischen Sachver­ständigen bestätigt. Englische Flugzeuge seien dauernd damit beschäftigt, feindliche Kolonnen im Vordringen auszuhalten. Ueber die Vorgänge an der ägyptisch-libyschen Grenze sind die Engländer schlecht unterrichtet, weil ihre Erkundnngsslug- zeuge in den letzten Tagen aus ganze Schwärme italienischer Kampfflugzeuge gestoßen seien. Auch wird die englische Oessentlichkeit aus Verluste und „erfolgreiche" Rückzüge vor­bereitet durch den Hinweis, das Wüstengelände sei derart, daß die englischen Truppen Tausende von Quadratkilometern verlieren könnten, ohne daß dies in Wirklichkeit die geringste Bedeutung habe...! Allgemein heißt es, daß in Aegypten, in der nächsten Woche ein italienischer Angriff von Libyen her erwartet werde. Von englischer Seite werde ein sehr wirksamer Kleinkrieg vorbereitet.

Im Zusammenhang mit der Bedrohung der englischen Machtstellung in Aegypten wird weiterhin ,n London die Frage aufgerollt, was aus der ägyptischen Neutralität wer­den soll, deren Ausgabe England beschleunigt verlangt. Von der Haltung Aegyptens werde aber auch die der Türkei aufs engste berührt. So ruft der afrikanische Krieg England die Krise seiner Machtstellung auch im Nahen Osten vor Augen.-. Ueberall rächen sich die Sünden der Vergangenheit. ---

Italienischer Druck auf Britisch-Somaliland Sudan schwer zu verteidigen

dv. Stockholm, 7. August.

Während England die Insel gegen das deutsche Schwert zu schützen sucht, wird es in Afrika von Italien bedroht. Der Afrikanische Kxieg rückt mit Riesen­schritten in den Vordergrund, was sich schon seit dem italienischen Vorrücken gegen den Sudan und Kenya ankündigte.

Es ist bezeichnend für die Stoßkraft der italienischen Afrikastreitkräfte, daß sie plötzlich von Abessinien aus noch nach einer dritten Richtung vordringen. Der Ein­fall in Britisch-Somaliland. der am Sonnabend begann, hat die Engländer anscheinend sehr unvorbereitet ge­troffen. Sie hatten auf Sommerhitze und Gelände- schwierigkeiten vertraut, die sicher erhebliche Probleme für jeden Angriff bedeuten, aber das Vordringen der Italiener nicht aufhalten konnten. Nach den englischen Mitteilungen sind drei italienische Kolonnen in das englische Protektorat eingedrungen, die fächerförmig operieren, um auf diese Weise die englischen Verteidi­gungskräfte zu zersplittern, die ohnehin bei der langen Grenze eine schwierige Aufgabe haben. Die Engländer sind sich ihrer Unterlegenheit anscheinend bewußt und hoffen, daß die Italiener in dem schwierigen Vergland der Erenzdistrikte nur langsam vorankommen und daß ihnen Wasserlosigkeit und Monsum zusetzen. Sie selbst stützen sich vor allem auf ein Kamelreiterkorps, dessen Soldaten als besonders gut ausgebildet gelten, speziell für den Kleinkrieg im Vergland. Ein Einsatz mechani­sierter Truppen ist nach Londoner Schätzung hier schwer möglich, aber die Italiener haben im Abessinischen Feld- Wg gezeigt, daß sie gerade in dieser Hinsicht das technisch kaum mögliche zu leisten verstehen.

Die Engländer bereiten die heimische Oessentlichkeit schon auf.Fehlschläge vor, indem sie sich über die Folgen des französischen Zusammenbruchs beschweren und darauf hinweisen, daß Italien die meisten Streitkräfte von den Grenzen der benachbarten französischen Kolonien abziehen konnte. Immerhin seien es gerade diese Kolonien ge­wesen, die erst ganz zuletzt die Bestimmungen der franzö­sischen Kapitulation angenommen hätten, — ein Hinweis darauf, wie heftig die Engländer am Werk gewesen sein mögen, um Französisch-Somaliland und Tschibuti im Krieg an ihrer Seite zu halten. Es geht hier um die Herrschaft am Roten Meer. Daß dies nicht gelang, bedeu­tet in der Tat einen beträchtlichen Vorteil für die ita­lienischen Operationen.

Daß England besonders um den Sudan fürchtet, wird durch verschiedene Stimmen bestätigt, die das sonstige offizielle Schweigen um Afrika durchbrechen. Die englisch informierte „New York Times" erklärt bereits, daß der englisch-ägyptische Sudan sehr schwer zu verteidigen sei. Die Stockholmer „Dagens Nyheter" sagt in einer Mel­dung aus London, daß ein eventueller Verlust von Khar- tum ejn schwerer Stoß für das englische Prestige in ganz Afrika sein würde. Gerade der Sudan müsse aber, worüber sich auch die Engländer klar sind, für die ita­lienische Koloniasstrategie eine enorme Anziehungskraft ausüben, weil seine Besetzung die Aussicht eröffnet, eine Landverbindung zwischen Libyen und Abessinien herzu­stellen.

Die Engläpder berechnen die italienischen Streit­kräfte auf eine halbe Million, verteilt auf Libyen, Eritrea, Abessinien und Somali-Land. Daß der afrika­nische Krieg nicht schon früher in großem Umfange be­gonnen hat, wird, Londoner schwedischen Meldungen zufolge, in England darauf zurückgeführt, daß die fran­zösische Kapitulation eine vollständige Umstellung der italienischen Operationspläne ermöglicht habe. Der französische Zusammenbrach entlastete nicht nur die Westgrenze Libyens, sondern stelle überhaupt der italienischen Strategie neue Aufgaben.

Die größten Besorgnisse Englands — stärker noch als die um den Sudan, um Kenya, oder um Britisch- Somaliland — beziehen sich auf Aegypten selbst. Die neuesten englischen Meldungen vom Mittwoch über den italienischen . Ausmarsch an» der ägyptisch-libyschen Grenze klingen alarmierend. Nach den englischen Ver­mutungen sind hier allein 280 000 Mann von italieni­scher Seite in Bewegung. Wie schlecht die Engländer ihre Aussichten beurteilen, geht daraus hervor, daß sie vön stellenweise zehnfacher italienischer Ueberlegen- heit sprechen, sie beteuern, daß sie jederzeit auf einen Angriff vorbereitet gewesen seien, aber sehr Sieges- gewiß klingt das "wenige, was über die tatsächliche Be­urteilung in London durchsickert, keineswegs. Die eng­lischen Streifzüge nach Libyen hinein, die bei dem Charakter der Wüstengrenze immerhin möglich waren, haben völlig aufgehört. An einzelnen Stellen haben die Italiener ihrerseits die Grenzen schon überschritten.

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Die deutsche Luftwaffe bombardierte britische Flugplätze und die Flugzeugwerke von Vickers-Armstrong: ein deut­sches Kriegsschiff versenkte in Uebcrsee 30 000 BRT.

Das italienische Eindringe : in Brftisch-Lomaliland hat in England größte Bestürzung ausgelöst.

Die italienische Lustwasse führte einen dritten Lust- angriss aus Haisa durch.

Die antibritische Bewegung in Japan wächst ständig. Baldur von Schirach wurde Gauleiter in Wien und Neichsleiter sür die Jugenderziehung der NSDAP. Die Gauleiter Biirckel. Wagner und Simon wurden zu Chefs der Zivilverwaltungen in Lothringen, im Elsaß und in Luxemburg ernannt.

Dr. Krupp von Bohlen uyd Halbach wurden anläßlich seines 70. Geburtstages zahlreiche Ehrungen zuteil.

Aus Grund einer Neuregelung der weiblichen Arbeits. dienstpfticht kann jeweils ein ganzer Jahrgang dienst- pslichtiger Mädchdn ausgerufen werden.