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parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadt Dremen
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der Nationalsozialisten Vremens
flmtliches verkündungsblalk des Neichsstattstalters in Oldenburg und Dremen
Nr. 211 / 10. Jahrgang
Sonnabend, Z. flugust 1940
kinzelpreis 13 Npf.
Neue Schlüge auf knglan-
74ZZS lonnen, ein U-Voot und ein
Zerstörer vernichtet
Las Seegefecht lm Südatlantlk - slugzeugfabrlk ln Norwlch besonders wirkungsvoll bombardiert feindlicher flngriff auf flugplatz bei tkerbourg gescheitert: ftlle acht angreifenden flugzeuge abgeschossen - Zwei weitere slbschüsse bei versuchtem slngriff auf kolländisches Sebiet
Berlin. 2. August.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
„Kapitänleutnant Wilhelm Rollmannhat mit seinem U-Voot ein feindliches U-Boot versenkt. Damit hat dieses Boot in zwei Unternehmungen innerhalb kurzer Zeit zwölf bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 74 338 BRT., den britischen Zerstörer „Whirl- wind" und ein U-Boot vernichtet. Im Südatlantik tam es zu einem Gefecht zwischen einem deutschen Hilfskreuzer und dem britischen Hilfskreuzer „Alcantar a". Dabei erhielt das überlegene, stark bewaffnete feindliche Schiff von 22 209 RVT. schwere Treffer, u. a. auch in die Ma- schinenanlage, so daß es den Kampf abbrechen und im Hafen von Rio de Janeiro Zuflucht suchen mutzte. Der deutsche Hilfskreuzer setzte seine Fahrt zur Durchführung feiner Ausgaben planmäßig fort.
Deutsche Kampfverbände griffen am 1. August einzelne kleinere Geleitziige sowie mehrere einzeln fahrende bewaffnete feindliche Handelsschiffe vor der Humbermün- dung, im St.-Georgs-Kanal und vor Parmouth mit Bomben an. Hierbei wurde ain Handelsschiff versenkt sowie zwei weitere Handelsschiffe, ein Tanker und ein Minensuchboot durch Treffer schwer beschädigt. Ein weiterer besonders wirkungsvoller Angriff wurde auf eine Flugzeugfabrik in Norwich durchgeführt. Die aus niedriger Höhe geworfenen Bomben schweren Kalibers lagen in den Werksanlagen und riefen starke Brände und mehrere Explosionen hervor.
Ein Flugzeug hat am 31. Juli in norwegischen Gewässern ein feindliches ll-Vöot vernichtet.
Im Laufe des gestrigen Nachmittags versuchten acht britische Bombenflugzeuge des Musters Bristol-Blenheim einen Angriff auf den Flugplatz Querqueville bei Cher- bourg. Durch rechtzeitig einsetzende Jagd- und Flakabwehr gelang es, alle acht Flugzeuge abzuschießen und zwar drei durch Messerschmitt-Jagdflugzeuge, fünf durch Flakartillerie. Eigene Verluste sind hierbei nicht eingetreten. Bei einem versuchten Angriff auf holländisches Gebiet wurden zwei weitere Bristol-Vlenheim-Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen.
In der Nacht zum 2. August flogen wiederum britische Flugzeuge nach Westdeutschland ein. Die abgeworfenen Bomben richteten keinen militärischen, jedoch zum Teil beträchtlichen Häuserschaden in der Umgebung von Köln an und töteten und verletzten einige Zivilpersonen. Die feindlichen Flugzeugverluste am 1. August betrugen insgesamt zehn Flugzeuge, ein eigenes Flugzeug wird vermißt."
*
In den letzten Wochen hat der deutsche Wehrmachtsbcricht mehrfach von der erfolgreichen Tätigkeit deutscher Kriegsschiffe in überseeischen Gewässern berichtet. Es ist nicht die Aufgabe von Handetsstörcrn, scindliche Kriegsschiffe zum Gefecht zu stellen, sondern es entspricht ihrem Auftrag, möglichst lange im Verborgenen zu wirken, um die feindliche Sandeisschissahrt Nachhaltig zu schädigen. Aber wenn ein deutsches Kriegsschiff, das im Handelskrieg in Ilebersee eingesetzt ist, seinerseits von einem feindlichen Kriegsschiff gestellt wird, so greift es kräftig zu, um den Gegner möglichst abzuschütteln. Das ist in dem Seegefecht bei Trinidad gelungen, wo der britische Hilsskreuzer „Alcantara" von einem an Größe unterlegenen deutschen Han- delsstörer übel zugerichtet worden ist.
Der deutsche Hilfskreuzer hat nach dem Seegefecht bei Trinidad, wie das OKW- mitteilt, planmäßig seine Fahrt fortge- .setzt, um seine Aufgaben weiter zu erfüllen. Dagegen muhte der britische Hilsskreuzer ,.'Alcantara". ein Schuft-riese von 22 209 BRT. und 195 Meter Länge, den neutralen brasilianischen Hafen Nio de Janeiro aufsuchen, um seine schweren Beschädigungen zu reparieren.' Aus den Mitteilungen der britischen Admiralität und den Nachrichten der brasilianischen Presse ergibt sich, daß es dem deutschen Hilfskreuzer gelang.
gleich bei Beginn deS Seegefechts seinen größeren englischen Gegner entscheidend zu treffen. Ein großes Loch in der Bordwand der „Alcantara" an Backbord zeugt nach den Bildern der brasilianischen Blätter von einem Trejser in die Ma- schinenanlage der „Alcantara". Der Schnelldampfer, der mit seinen Turbinen sonst 18 Seemeilen lüust, wurde durch diesen und weitere Treffer, die u. a. einen der beiden Schornsteine wegrasiertcn, in der Geschwindigkeit stark herabgesetzt. Anscheinend sind auch Unterwassertresser auf der „Alcantara" zu verzeichnen, da der britische Hilsskreuzer beim Einlausen in Rio de Janeiro Schlagseite auswies. Das deutsche Kriegsschiff aber verschwand, wie die britische Admiralität bekanntgab, in einer 'Nebelwand — sehr zum Leidwesen Ehurchills, der die deutschen Kriegsschisse in Ilebersee fast ebenso wie die U-Boote totgesagt hat.
Rom, 2. August.
Der italienische Wehrmachtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut:
Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt:
„Ein feindliches Flottengeschwader, das von Gibraltar kam und aus zwei Schlachtschiffen, zwei Flugzeugträgern und kleineren Einheiten bestand, ist von unseren Fliegerverbänden südlich der Insel Formentera (Balearen) erreicht und trotz starker Flakabwehr heftig mit Bomben belegt worden. Mit Sicherheit wurden einige Einheiten, darunter ein Schlachtschiff, auf dem ein deutlich erkennbarer Brand entstand, mit Bomben schweren Kalibers getroffen. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt.
In der vergangenen Nacht hat der Zerstörer „V i- valdi" im mittleren Ionischen Meer das englische U-Boot „Oswal d" 'mit einer Wasserverdrängung von 1509 Tonnen, das mit einem 12-Zentimeter-Geschiitz und acht Torpedorohren bestückt ist, gerammt und dann mit einem Torpedo versenkt. Von der 56 Mann starken Be-
Berl'n, 2. August.
Vor kurzem hat der Stabsleiter des Reichspresscchess, Hel- muth S ii n d e r m a n n, in einem aussehenerregcnden Artikel die Forderung erhoben, daß Reutermetdnnge» angesichts der erwiesenen Lügenhaftigkeit dieses englischen Propagandabüros aus anständigen Zeitungen verschwinden möchten. Inzwischen ist zum Thema Reuter noch ein neues bemerkenswertes Moment hinzugekommen. Was vielfach schon vermutet wurde, hat sich inzwischen erwiesen, daß nämlich dieses Institut in zweifacher Weise ein unmittelbarst Instrument der englischen Kriegführung ist: Nicht nur aus dem Gebiet
der dreisten Vernebelung der Welt mit einem Schleier tausendfältiger freierfundener Lügenmeldungen, sondern auch aus dem weniger össentlichen Tätigkeitsfeld des englischen Secret Service.
Der ernste Zwischenfall mit dem Rvutervevtreter Cox in Tokio und vor allein die jetzt vom Reuter-büro daran geknüpfte gewundene Erklärung weist die Welt aus die beispiellose Frivolität hin, mit der diese Institution ihr doppeltes Spiel zum Schaden der Völker lind Sftiatcn betreibt. Endlich hat sich ein Zipfel von dem Schleier gelüstet, der immer schon dieses Büro zu einer gel-einiuisvollen. ja unheimlichen Macht gcstemsvlt hat. I», Laufe der vielen J-ahr-
So hat das deutsche Volk ein kräftig^ Lebenszeichen von den Taten deutscher Kriegsschiffe in Ilebersee erhalten, über die aus Gründen der notwendigen Geheimhaltung während des Krieges so wenig gesagt werden kann. Es war sehr zu begrüben, daß in den letzten Monaten verschiedentlich Vvn den Erfolgen dieser Handelsstörer auf den Ozeanen berichtet werden konnte, die sich den Leistungen von Kreuzern und Hilfskreuzern wie „Emden"^ „Karlsruhe", „Möwe" und „Wolf" während des Weltkrieges würdig an die Seite stellen.
Den deutschen Kriegsschissen in überseeischen Gewässern wünscht das deutsche Volk weiter gute Fahrt und große Erfolge. Die Männe.r, die auf diesen Schissen fern der Heimat kämpfen, tragen zu ihrem Teil in hohem Maße zu. dem Siege bei, den Deutschland »nd Italien über das plntokratische England erringen werden.
satzung hat der Zerstörer „Livaldi" 52 Mann gerettet und gefangengenommen, darunter den Kommandanten, Korvettenkapitän David Frazer. Alle sind unversehrt. — In Ostasrika hat unsere Luftwaffe Butans (Sudan) bombardiert und im Gebiet von Cassala eine Panzerwagenabteilung im Tiefangriff beschossen, wobei acht Wagen zerstört und die fliehenden Mannschaften unter Maschincngewehrseucr genommen wurden. Unsere Ein- geborenen-Abteilungen haben Debet, 45 Kilometer südlich von Moyale, besetzt, einen heftigen Gegenangriff des Feindes abgeschlagen und diesem schwere Verluste beigebracht.
Die feindliche Lustwasfe hat Diredaua ohne irgendwelchen Erfolg bombardiert. Ferner wurdey in Giavello, Asmara und Massaua Bomben abgeworfen, die an einem leeren Flugzeugschuppen einige Schäden verursacht haben. Ein italienischer und ein eingeborener Soldat wurden getötet und einige verwundet. Zwei feindliche Flugzeuge sind von unseren Jägern abgeschossen worden."
(Siehe auch Seite 2)
zahnte seines Bestehens hat es schon manchen Krieg angezettelt und den Verlaus dieser Kriege nicht nur durch seine journalistischen Meldungen aus London an die Welt. sondern — wie wir jetzt wissen — auch durch geheime Nachrichten aus der Webt nach London entscheidend beeinflußt.
Eine saubere Arbeitsteilung hat sich Reuter dabei geleistet: Die Lügen kamen in die Zeitungen, die Tatsachen an den Teeret Service. Fürwahr, eine sinnvolle Einrichtung! In diesem Kriege aber ist Reuter vom Pech verfolgt: Seine Agenten waren diesmal ebenso plump wie seine Lügen. Deshalb werden seine Lugen nicht mehr geglaubt und seine.Agenten verhaftet! Das doppelte Spiel ist erkannt und nähert sich dem verdienten Ende.
Die gewundenen Auslassungen, die nur insofern die Nenter'sche Tradition durchbrechen, als sie angesichts der Tokioter Afsäre zu schlecht und ungeschickt gelogen sind, sind jedenfalls ein sehr mißlungener Vertuschungsversuch, Es ist die Sprache eines ertappten Angeklagten, der sich auszureden versucht.. Die in Tokio zutage getretene Tatsache, daß das Neuterbüro nicht nur ein Lügen-, sondern auch ein Spionagedienst ist, wird jedenfalls durch diese „Erklärung" ebenso bekräftigt, wie die Folgerung, daß es sich bei diesem Dienst weniger um eine journalistische als um eine kriminelle Einrichtung handelt.
vomben auf englisches slottengeschwa-er
vriiisches U-Voot oerfenkt — erfolgreicher Luftangriff auf panMwagenableiiung bei laffala
Neuter als Spionageorganisation
verzweifelte Londoner Vertuschungsmanöver — Lügen für Zeitungen, Tatsachen für Sekret Service
kustlands feste Beziehungen zu Veutschland
Molotow über die fluftenpolitik der Sowjetregierung - vergebliche srübungsverfuche knglands - «Deutschlands erfolge wichtigstes Merkmal der letzten Monate" - flm Vorabend neuer entscheidender kreignisse - „Besserung des Verhältnisses zu Japan"
Moskau, 2. August.
In einer außenpolitischen Rede, die ungefähr ^ Stunden dauerte, gab Molotow einen umfassenden Ucberblick über die auswärtige Politik der Sowjetregicrung im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Weltlage und über die Beziehungen der Sowjetunion zu den einzelnen europäischen und außereuropäischen Staaten.
Die letzten vier Monate, so begann Molotow seine Rede, seien für Europa von größter Wichtigkeit gewesen. Aus Norwegen. Dänemark. Belgien und Holland und schließlich auch auf das ganze Territorium Frankreichs habe sich der gegenwärtige »Krieg in großein Umfang ausgedehnt. Mit Italien sei auch die viert« Großmacht Europas in den Krieg eingetreten. Die militärischen Ereignisse hätten sich in raschem Tempo entwickelt, wobei insbesondere die schnelle Niederwerfung und Kapitulation Frankreichs hervorzuheben sei. Von den Gegnern Deutschlands sei nur England übriggeblieben. Die Katastrophe Frankreichs habe gezeigt, daß die herrschenden französischen Kreise nicht mit dem Volk verbunden waren. Vor Frankreich ständen nun neue Ausgaben des Wie-
derausbaues. der jedoch mit den alten Methoden ossensicht- lich nicht bewerkstelligt werden könne.
Als das wichtigste Merkmal aus der-Entwicklung der letzten Monate hob Molotow dann die „großen Erfolge Deutschlands" hervor. Der deutsche Reichskanzler habe, so erklärte Molotow, erst kürzlich eine neue Aussorderung an England gerichtet, dem Krieg ein Ende zu bereiten. Die englische Regierung habe jedoch bekanntlich die deutschen Vorschlüge abgelehnt und erklärt, daß sie den Krieg „bis zum Siege" fortsetzen wolle- England wolle den Krieg weiter für die Ausrechterhaltung seiner Weltherrschaft führe» ohne Rücksicht daraus, daß seine eigene Lage sich erheblich Erschwert habe. So stehe man am Vorabend neuer Ereignisse.
An diese Betrachtungen schloß Molotow die Umschau über den gegenwärtigen Stand der Beziehungen der Sowjetunion zu den übrigen Staaten an. An erster Stelle kam er dabei aus die Beziehungen der Sowjetunion zum Teutschen Reich zu sprechen. Diese Beziehungen, die fest gegründet seien auf den bestehenden Abkommen, würden sich weiter in vollem Umfange bewähren. Die zwischen Deutschland und der Sowjetunion ab
geschlossenen Verträge würden von beiden Seiten streng eingehalten. Der Gang der Ereignisse in Europa verminderte nicht nur nicht die Kraft des sowjetisch-deutschen NichtangrissS- Abkommens, sondern unterstrich im Gegenteil die Wichtigkeit seines Bestehens und seiner weiteren Entwicklung. Darauf wies Molotow sarkastische die Spekulationen der englischen und anderen Zeitungen zurück, die in letzter Zeit häufig den Versuch unternähmen, durch alle möglichen Gerüchte und falschen Nachrichten Mißtrauen zwischen Deutschland und der Sowjetunion zu säen. Diese Versuche könnte» zu nichts sichren und würden in beiden Ländern nicht ernst genommen. Die sreundschaftlicheii und gutnachbarliche» Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Deutschland werden vielmehr, so betonte der Redner, voll ausrcchterhalten bleiben.
Was die Beziehungen der Sowsetunion zu Italien anbelangt, so stellte Molutvw nachdrücklich deren Verbesserungen im Lause der letzten Monate fest.- Jn der auswärtigen Politik sowohl der Sowjetunion wie auch Italiens bestehe die völlige Möglichkeit gegenseitigen Verständnisses sowie einer (Fortsetzung auf Seite 2)
, Von Lontoraämirat 6ackov
Die Aufdeckung der weitverzweigten britischen Spionage in Japan und die Verschärfung der Beziehung zwischen beiden Ländern erscheint nur als eine Episode in einem sich seit 1931 hinziehenden Vorgang, der durchweg im Zeichen englischen Prestigeverlustes und Zurückweichen? stand. Mit dem Einmarsch Japans in die Mandschurei 1931 begann der Verlust wertvoller britischer (und amerikanischer) Interessen und Konzessionen. Bei dem Kampf um Schanghai 1933 sahen die englischen Kriegsschiffe, die zur Wahrung britischer Interessen zugegen waren, sich rücksichtslos beiseite geschoben.
Mit Ansbruch des endgültigen Konfliktes China— Japan 1937 verschärften sich die Demütigungen. Nicht nur, daß der Neunmächtevertrag von Washington aus dem Jahre 1922, der gleiche Rechte und offene Tür in China verbürgen sollte, von Japan praktisch außer Kraft gesetzt wurde: seine Kriegführung legte den englischen Handel weitgehend lahm. Die Küsten- und Pangtse-Schiffahrt wurde gesperrt, Peking und 'Tientsin isoliert. Der englische Botschafter Knatchbull-Hugessen (jetzt in Ankara) wurde von japanischen Fliegern fast erschossen, Bomben fielen auf englische Kanonenboote. Gegen alles das gab es nur papierne Proteste, die Japan kaum beachtete, i;nd Verhandlungen, die es hinzog.
Damit nicht genug, begann Japan im Herbst 1938 das südliche Kampfgebiet blockadeartig zu umfassen: am 21. Oktober wurde Kanton genommen und damit das Hinterland von Hongkong verriegelt, das aus einem klmschlageplatz von der Bedeutung Hamburgs zum Notstandsgebiet wurde. Den militärischen Stützpunkt Hongkong, dessen Wert gegenüber dem nahen japanischen Formosa ohnehin im Abnehmen begriffen war, überrundete Japan durch die Besetzung der Pratas-Jnseln und zog seinen strategischen Machtbereich bald noch weiter mit seinem Zugriff auf die große Insel Hainan und darüber hinaus auch auf die Spratley-Jnseln, tief im- Golf von Tonkin. -
Hiermit hatte sich etwas vollzogen, was England niemals zuvor geduldet hätte: die Wegnahme insularer Stützpunkte im Interessengebiet der englischen Seemacht. Denn mit dieser Ausweitung stand Japan bereits weit innerhalb des „Grenzdreiecks" des britischen Reiches, das man sich von Hongkong über Nord-Borneo nach Port Darwin in Australien und von dort nach Singapore gezogen denkt. Die britischen Streitkräfte in Ostasien genügten nicht entfernt, um diesem Vordringen der japanischen Seemacht in den Weg zu treten. Sie hatten nur ein Geschwader von fünf Kreuzern, einem Flugzeugträger. neun Zerstörern, eine U-Bootsflottille und Minensuchboote, nebst Seeflugzeugstaffeln in Singapore und Hongkong. Aber der Prozeß ging weiter.
Japan hatte seit langem die britischen Konzessionen in den chinesischen Handels- und Küstenstädten als Sitze feindlicher Machenschaften empfunden. Als diese zum Asyl für chinesische Terroristen geworden waren, griff es in Tientsin und Amor, zu, blockierte diese Niederlassungen und machte damit ihrer Sabotagetätigkeit, auch in der Stützung der altchinesischen Währung und Bekämpfung der neuen, ein Ende. Die englische Politik sah sich wieder in die Enge getrieben und mußte sich am 23. 7. 1939 dazu bequemen, „besondere Rechte der japanischen Armee" anzuerkennen und nach langen Verhandlungen auch in die Auslieferung von vier Terroristen aus dem britischen Konzessionsgesängnis zuwilligen. Andere Zugeständnisse, wie die Einstellung weiterer Währungsstützung für Tschiaggkaischek, lehnte England einstweilen ab, vielmehr vervollständigte es seine Blockade der chinesischen Küste derart, daß praktisch nunmehr alle Seezufuhr für das Chinesische Meer abgeschnitten war. Die Antwort Englands war die Eröffnung einer Zufuhr- sträße von Bangkok über Burma zur chinesischen Grenze, von wo eine mit chinesischen Kräften erbaute 3000 Kilo- meter lange Bergstraße nach der neuen Hauptstadt Tsun- king durchgeführt wurde. Äehnliches geschah von Fran- zösisch-Jndien aus.
Unter den Zwischenfällen der Kriegszeii stand die Aufbringung des japanischen Dampfers „Asama" und
IlMIIIIttlllllllllllMIIIIIMIIIIIIIIIMIIIIIIIIIMIIIIIIMIIMIIIIIMMIIIIIIIIMlMIIIIIIl,
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Ein deutsches U-Voot vernichtete binnen kurzer Zeit 74 000 BRT., einen Zerstörer und ein feindliches U-Boot. Der deutsche Hilfskreuzer im Südatlantik brachte der „Alcantara" schwere Beichädigungen bei.
Von deutschen Kampfflugzeugen wurde die Flugzeugfabrik von Norwich wirksam mit Bomben belegt; bei Eherbourgh wurde eine britische Staffel von acht Maschinen abgeschossen.
Durch italienische Bomber wurde ein englisches Flottengeschwader zum Rückzug gezwungen.
Das englische Reuterbüro wurde als Spionagezentrale entlarvt.
Molotow gab in einer längeren Rede die Linie der Außenpolitik der Sowjetregierung bekannt.
Der Ministcrrat für die Reichsverteidigung verkündet eine Verbesserung der Sparkasscnzinscn.
Reichsmarschall Göring erließ einen Ausruf zur 3. Haussammlung sür das Kriegshilsswcrk im Deutschen Roten Kreuz.
Reichshandwerksmeister Schramm sprach in Wilhelms- havcn über die Gegenwartsausgaben des deutschen Handwerks.
Die Strafkammer Verden machte den Verbrecher Kelle aus Hamburg, der das WHW. als Aushängeschild sür seine Betrügereien benutzte, durch Verhängung einer Zuchthausstrafe und Anordnung der Sicherungsverwahrung unschädlich