Ausgabe 
(31.7.1940) Nr. 208
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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstatttfalters in Oldenburg und Vremen

7lr. 208 / 10. Jahrgang

Mittwoch, Z1. Juli 1940

kinzelpreis 15 Nps.

Londoner kosen völlig stillgelegt

kngland unter ftSrkftem vlockadedruck

Veutschlands stngriffe zeitigen folgen / dieKönigin der Meere" mehr und mehr verloren

> <

Berlin, 3V. Juli.

Dichter und dichter zieht sich der Ring um England, dichter wird der Mastenwald der schiffe, die an seinen Küsten sanken. Infolge der anhaltenden deutschen Luftangriffe, deren letzter Dover mit voller Wucht traf, hat, wie die auflagereichste Newyorker ZeitungNew Hark Daily News" mel­det, die Admiralität jetzt den Londoner Hasen für den Schiffsverkehr vollständig gesperrt. Weiter ruhe fast völlig der Schiffsverkehr in den Häfen New Castle, Hüll und Southampton.

Wie das amerikanische Blat hierzu bemerkt, wirv die Schließung der englischen Ost- -und Südkanalhäsen die Le­bensmittel, Kriegsmaterialien und Rohstoffe, die das Znsel- reich unbedingt aus dem Empire und den Vereinigten Staa­ten usw. einführen muß. erheblich verteuern. Außerdem sehe sich England vor die schwierige Aufgabe gestellt, die einge­führten Waren von der Westküste nach Süd- und Mittel­england zu befördern. Die Schifssversicherungsrate fei be­reits aus 20 Prozent erhöht worden. Ein Teil der aus den Vereinigten Staaten eingeführten Waren sei bis um 150 Pzt. im Preise gestiegen.

Daß die Lebensmittel- und Rohstossversorgung für die bri­tische Insel in eine katastrophale Lage geraten ist, geht aus der Maßnahme hervor, von der die römische Agentur Ste- sani aus Sän Sebastian berichtet. Die britische Regierung hat den Einkauf von Getreide in überseeischen Ländern ver­boten. Diese für die Lage der englischen Schiffahrt außer­ordentlich bezeichnende Maßnahme hat in der Bevölkerung lebhafte Beunruhigung ausgelöst, da sie offenkundig macht, daß die Lage der englischen Handelsschisfahrt katastrophal sein muß. Weit davon entfernt, die Blockade gegen die Achsen­mächte zu verschärfen, sieht England sich heute in die Not­wendigkeit versetzt, den Gürtel enger zu schnallen, um den Wirkungen der Gegenblockade zu begegnen.

Aus bissen Versorgungsschwirrigkeiten, bis - England nicht mehr vor ber Welt geheimhalten kann. können sich die Völ­ker ein Bild machen davon, wie es in Wirklichkeit wirtschast- lich und auch militärisch um das England in der Zange der Gegenblockade bestellt ist. Der Marineberichterstattcr der Zei­tungJnsormaciones" schreibt in Betrachtung der englischen Lage, daß vor knapp zehn Monaten noch Großbritannien nicht nurKönigin der Meere", sondern auch nach eigener

feindlicher öeleihug mit vomben belegt

Wirksamer Angriff auf den Hafen von Aden

Rom, 38. Juli.

Der italienische Wehrmachtsbericht hat folgenden Wortlaut:Das Hauptquartier der italienischen Wehr­macht gibt bekannt: In der vergangenen Nacht haben zahlreiche Formationen unserer Luftwaffe wiederholt einen feindlichen Geleitzug im östlichen Mittelmeer, der von Kriegsschiffen, darunter ein Flugzeugträger, be­gleitet war, mit Bomben belegt. Verschiedene Einheiten sind schwer getroffen worden. Ein Schiss wurde in Brand gesteckt. Im Verlaufe eines Lnstkampses zwischen unseren Bombern und feindlichen Jägern, die von dem Flugzeugträger aufgestiegen waren, ist ein feindliches Flugzeug abgeschossen worden. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. In Ostafrika ist unsere Besatzung von Kurmak verstärkt worden, wobei eine ganze feind­liche Versorgungskolonne mit Proviant, Waffen und Munition abgefangen wurde. Der Hafen von Aden ist wirksam mit Bomben belegt worden, und ein Schiff hat einen Volltreffer erhalten."

Auffassung der höchste Richter in der internationalen Politik war. Der Marineberichterstatter kommt zu dem Schluß, baß der Bankerott der englischen Geldmacht aus moralischem Ge­biet zu suchen sei und daß Großbritanniens Macht bisher aus großemBluff" beruhte. Er vergleicht Albion mit einem großen Geizkragen, der immer mehr mit Geldmitteln droht und dadurch jede Konkurrenz auszuschalten versucht, in Wirk­lichkeit aber, wenn es hart auf hart gehe, zu geizig sei, um seine großen Mittel wirklich einzusehen, da er deren Verlust befürchte. Dies treffe auch aus England zu, das be­fürchte, durch äußersten Einsah seiner Flotte diese sowie seine Stellung als erste Seemacht zu verlieren. Nachdem die Welt dieses Spiel durchschaut habe, gebe sie jetzt endgültig Englands Sache verloren.

Uebrigens wächst auch in England selbst die Erkenntnis von der Hoffnungslosigkeit der eigenen Lage. Gerade die Entwicklung aus dem Balkan zöigt den völligen Ban­krott der englischen Kriegsausweitungspolitik. So behandelt News Chronicle" in einem sorgenvollen Leitartikel die eng­lischen Hetzaussichten aus dem Balkan und die trügerische Hoffnung auf einen deutsch-russischen Konslikt. Im Zeichen

Berlin» SO. Juli.

Das OKW. gibt bekannt:Deutsche Sturzkampsver­bände griffen den Hafen von Dover an. Bier dort lie­gende Schiffe mit einem Gesamtinhalt von 32 888 BRT. wurden so schwer getroffen, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Bei diesen Angriffen kam es zu heftigen LustkämMn mit feindlichen Jagdverbänden, in deren Verlauf 12 britische Flugzeuge vom Muster Spitsire und drei vom Muster Hurrican sowie drei eigene abge­schossen wurden. Im Zuge der bewaffneten Aufklärung im Kanal und an der englischen Ostküste gelang es fer­ner, einen Kreuzer von etwa 1V VNV Tonnen und ein Handelsschiff von 1VVV BRT. zu versenken, ein weite­res Handelsschiff schwer zu beschädigen. Britische Flug­zeuge flogen in der Nacht zum 38. Juli in Nord- und Westdeutschland ein. Mit ihren Vomben trafen sie aus­schließlich nichtmilitärische Ziele. So wurden in Düssel­dorf fünf Häuser stark beschädigt. Entstandene Dach­brände konnten durch Einsatz des Luftschutzes rasch ge­löscht werden. Bei Offenbach am Main wurden zwei Wohnhäuser schwer, zwei andere leicht beschädigt."

Londoner Zeitungen veröffentlichen in größter Aufmachung sensationelle Schilderungen von den Lustkämpsen, die sich am vergangenen Montag über Dover abspielten, und die nach englischer Auffassung die schwerste Luftschlacht über England

der Salzburger Besprechungen, die sür die Londoner Wühl- diplomaten einen neuen Schlag bedeuteten, kommt selbst News Chronicle" zu dem resignierten Schlußsatz:Groß­britannien hat nichts mehr von der Entwicklung auf dem Balkan zu hoffen."

Eine löbliche Erkenntnis des englischen Blattes. Für auf­bauende Entwicklungen ist England niemals zuständig ge­wesen, nur sür zersetzende Unterdrückungen mit pfundiger Hilse des jetzt dahiizgeschmolzenen Geldsackes.

»

Was die völlige Abdrosselung des Londoner Hafens als des wirtschaftlichen Herzens des britischen Jnselreiches bedeutet, möge die nachstehend zitierte prophetische Warnung eines englischen Politikers -kurz vor Ausbruch des Krieges kenn­zeichnen Lord Lymington schrieb in seiner BroschüreHun­gersnot in England":Es steht nämlich sest, daß die Lahm­legung des Londoner Hase'ns eine Hungersnot in England nach sich ziehen müßte, weil die Lebensmittelverteilung von dort ihren Ausgang nimmt und weil sie überdies bis ins kleinste spezialisiert ist." Wie ungeheuer wuchtig müssen also die deutschen Lustangrisse auf die englischen Gcleitzüge im Kanal und vor ber Themsemündung gewesen sein, wenn sich England jetzt dazu entschlossen hat, die Schiffahrt-in die Themsemündung einzustellen! Britannien wild sich auch wei­terhin daran gewöhnen müssen, einen Schlag nach dem an­deren einzustecken. Die deutsche Macht wird noch größer sein, als es England vielleicht jetzt im Augenblick ahnt.

seit Kriegsbeginn überhaupt darstellten. Aus den Berichten geht^ hervor, daß etwa 100 deutsche Flugzeuge, darunter 58 Stukas, diesen, nach britischen Stimmen,furchtbarsten aller Lustangrisse gegen englische Ziele" durchsührten »yd da­bei zahlreiche Bomben abwarfen. Obwohl den deutschen Stulas rasendes Flakseuer entgegengeschlagcn sei und die beiden ersten Maschinen getrosten worden seien, hätten sich die deut­schen Flieger um die Abwehr der englischen Flak überhaupt nicht gekümmert, sondern seien mit geradezu bewunderungs­würdigem Mut und größter Todesverachtung durch das Flak- seucr gebraust.

In fast senkrechtem Fluge seien sie dann in Wellen von je acht Maschinen auf ihre Ziele niedergeschossen; und beim Uebergang in die Horizontalsteklung habe jede MaschineSal­ven" von schweren und schwersten Bomben abgeworfen. Fürch­terliche Explosionen seien gefolgt und hätten all; Häuser in der Nähe der Hafenanlagen in ihren Grundsesten erschüttert. Ucberall seien die Fensterscheiben entzwei gegangen und aus dem Meer seien hohe Wassersäulen aufgestiegen.

Diese Schilderung englischer Zeitungen, die unbewußt aber zweifellos zum größten Leidwesen des britischen Jnformations- ministeriums der deutschen Luftwaffe größte Anerkennung zollt, läßt in überaus anschaulicher und drastischer Weise die Wirkung der deutschen Stukaangrisfe aus die militärischen An­lagen des Jnselreiches erkennen. Und da wollen die englischen Plutokraten der Öffentlichkeit weismachen, daß britische Frauen bei deutschen Luftangriffen ihre Kochtöpfe im Stich lassen und aus brennender Neugierde mit bereitliegenden Feld­stechern auf die Straße stürzen,um ja nichts zu verpassen".

Skikaverbön-e griffen Dover an

Seitlicher Kreurer versenkt - Vier Schiffe mit 52 000 vnr. schwer getroffen 15 englische slugieuge in LuftkSmpfen abgeschossen

ks kriselt im Lager lkurchills

Mister Vevin als starker Mann ktzen driingelt sich vor Vufi toopersfragedamen" wettere Plutokralenstucht

nach Kanada fluch Madame sabouls davongeschwommen

ürv. Stockholm, 30. Juli

Den Hintergrund zur außenpolitischen Unterhausdebatte liefert Englands inere Lage. Bietet sie im Vergleich zu den schweren Schlägen, die England gegenwärtig an allen mög­lichen Ecken der Welt einstecken muß selbst Havanna war doch weniger eine Hilse als eine Versammlung von Erben in spe! mehr Anlaß zu Optimismus? Schwerlich. Alles wird beherrscht durch die Tatsache, daß völlige Ungewißheit über die weitere Entwicklung des Krieges obwaltet. Von einer Altion gegen Hongkong, Gibraltar oder Dover, bis zu einem langsamen Aushungerungskrieg sind alle Möglichkeiten ossen. Allgemeine Unsicherheit selbst gegenüber den allernächsten Phasen des Krieges nennen schwedische Beobachter das her­vorstechende Merkmal der Lage innerhalb Englands, und diese Ungewißheit ist eine schwere psychologische und mate­rielle Belastung.

Man tippt im dunkeln, was die deutschen Angrisfsvorbe- reitungen von Frankreich aus angeht. Man glaubt Informa­tionen für eine Invasion zu besitzen, aber vermißt die nö­tigen Unterlagen! Die Londoner Propaganda hat durch die Verlängerung der Ungewißheit?- und Warteperiode eine große Schwäche offenbart. Sie hatte nämlich alles daraus abgestellt, einen deutschen Jnvasionsversuch, der prompt zurückgeschlagen werden sollte, als die absolut sichere nächste Phase dos Krieges hinzustellen und dem englischen Volk ein entsprechendes Ver­halten einzuhämmern Daß die prophezeite Invasion bisher ausblieb, statt dessen aber geheimnisvolle Gefahren rings am Horizont lauern, löst beispielsweise nach einem Bericht der StockholmerDagends Nhheter" störende Rückwirkungen in der englischen Öffentlichkeit aus, die sich nun fragt, was eigentlich geschehen soll, ohne eine Antwort aus diese Frage zu finden.

In diesem Zwischenstadinm sind die mehrfach charakteri­sierten innenpolitischen Ablenkungsspiele mit der Kritik an einzelnen Ministern und der Kombinationen über Aenderun­gen an Maßnahmen oder der Zusammensetzung des Kabinetts veranstaltet worden. Die neuerdings auftretenden Strömun­gen gegen Halifax unterscheiden sich immerhin von diesem Lberflächengekräusel. Hier liegen offenbar Anzeichen für eine gewisse Krise vor, vermutlich auch in Chamberlains über­raschendem Krankenhausausenthalt und in den Vorstößen aus

den Reihen der Labourpartei gegen unliebsame Mitglieder ode Maßnahmen des Kabinetts.

Der Laboureinfluß wächst noch immer. Schwedische Be­obachter, wie der Londoner Vertreter desSvenska Dagbladct", bezeichnen die Machtverschiebung zugunsten der Labour­partei als das charakteristikum der englischen Innenpolitik. Dabei drängt sich besonders Arbeitsminister Bevin immer mehr in den Vordergrund und zwar wieder im Sinne einer Radikalisierung, in der manche Kreise unheilvoll Vorzeichen sür neue soziale Erschütterungen erblicken. Bevin hat in einer Rede vom Montagabend stolz erklärt, daß ein sehr großer Teil der englischen Arbeiterschaft unter seiner Aegide zwölf Arbeitsstunden täglich an sieben Tagen der Woche geleistet habe und daß dadurchenorme Leistungen" erzielt worden seien. Da« gibt dem früheren Gewerkschaftsführer natürlich eine Machtstellung, an die seine Gegner nicht herankönnen, und die er auszunutzen strebt, nicht nur im Sinne einer verschärften Kriegführung, sondern gleichzeitig im Sinne einer gute» Konjunktur sür seine politischen Ziele im Innern.

Für Bevin geht. Berichten aus seiner Umgebung zufolge, die innere Entwicklung Englands nicht rasch genug. In kon­servativen Kreisen, besonders aber in der City, blickt man mit wachsender Sorge aus seine Aktivität. Während Atttec und Greenwovd, sest versippt mit den plntvkratischen Macht­habern. in Churchills engerem Kreis sitzen steht Bevin eigent­lich an der Pe ipherie der Regierung, und trotzdem gibt er ihrer Politik innenpolitisch gesehen zunehmend das Ge­präge. Er scheut nicht davor zurück, den sonst so bewunderten Major Attlee wegen mangelnder Energie in der Vertretung spezieller Wünsche der Arbeiterpartei zu kritisieren. Es ist sein Lieblingstrick, in Arbeiterveriaminlungen zu erklären, obwohl er jetzt Regiernngsmitglied sei, betrachte er sich doch noch immer in gleichem Maße wie bisher als Sprecher der Arbectexschast. Er kokettiert damit, auch Andersgesinnten mit Fvrmnliernngen zu kommen, die sür England immerhin neu sind.

In einer Ansprache vor einem engeren Kreis von Eith- männern, die hauptsächlich die große Finanzwelt repräsen­tierten und den neuen Mann einmal näher kennenlernen wollten, soll er erklärt haben:Ein einziger Fabrikarbeiter ist mehr Wert als alle Bankiers." Die Zuhörer sollen mit recht besorgten Gesichtern davongegangen sein.

Wegen der durch ihn vollzogenen Mobilisierung der Ar­beitskräfte sür die Kriegszwecke der Plutvkratie ist Bevin aber vorläufig so unentbehrlich, baß man ihn nicht stürzen zu können glaubt. Die konservative Regieruna ist sogar ge­zwungen, der Labourpartei so weitgeljend« Zugeständnisse zu machen, wie die Verheißung eines Ministeriums sür Woh­nungsbau sür die Zeit nach dem Kriege. Stach Ansicht., schwe- dcl^r Beobachter befindet sich innerhalb der jetzigen Regie­rung mit Ausnahme von Churchill, dessen Sitz als uner­schütterlich hingestellt wird, kein Konservativer aus der alten Koalition, der noch wirklich sest im Sattel sitze

Darüber, wie es in den breiten Massen der englischen Be­völkerung und besonders der Arbeiterschaft wirklich aussieht, fehlen zuverlässige Berichte. DerDaily Gerald" hat dieser Tage eine Stimmnngsschildernnq aus den Backsteinschutz- ruumen veröffentlicht, die neuerdings, in vielen armen Di­strikten, wo die Wohnhäuser von besonders übler Beschaffen­heit sind, als Zufluchtsstätten errichtet wurden. In diesen Kellern, denen die Nachbarn poetische Namen gegeben haben, sucht man sich während der Angriffe mit Liedern die Zeit zu vertreiben, aber was für Gedanken über den Krieg und die Politik ihrer Machthaber bet den Insassen dieser Hütten nmlausen, darüber verraten solche Schilderungen nichts. Die optimistisch gefärbten Darstellungen der Londoner Presse wie die Beteuerungen einheitlich instruierter Ausländskorrespon­denten, daß der Siegeswille des englischen Volkes unerschüt- tert sei, besagen wenig. Aufschlußreicher sind die Bemühungen der Regierung Churchills, das Volk innenpolitisch fortdauernd durch Scheingefechte in Atem zu halten, nm es um keinen Preis zum Nachdenken über die wahre Lage kommen zu lassen. Nun, die Bomben aus Dover werden vielleicht, gerade im Zusammenfallen mit neuen Bomben aus Gibraltar und der drohenden Zuspitzung im Fernen Osten, denen im englischen Volk, die über Churchill und Bevin hinanszublicken ver­suchen, einen Fingerzeig über die weitere Entwicklung des Krieges gegeben haben.

Ob diese künftige Entwicklung aber noch durch solche Mätz­chen, wie sie Doof Coopcr, der Lügenstratege von Churchills Gnaden, immer wieder startet, in einem sür England gün­stigen Sinne beeinflußt werden kann, ist mehr als fraglich. Mr. Cooper hat neuerdings eine Aussragekolonne eingesetzt, um die Stimmung des Volkes zu erforsche». Diesmal sind es (Fortsetzung aus Seite 2)

LekaskWerk Lkee Lo W saüa»

. Berlin, 30. Juli.

Dr. Wilhelm Ziegler hat unter dem TitelUeber englische Demokratie" eine Sammlung von Doku­menten. Bildern, Berichten und Zahlenangaben ver­öffentlicht. die ebenso wie seine SammlungUeber englische Humanität" geeignet ist, den Glauben an die Mission der Briten in der Welt nachhaltig zu zerstören. Nachstehend einige Proben der unsozia­len britischen Plutokratenherrschast.

Die englische Demokratie hat ein Jahrhundert lang der Welt mit ihren verlogenen Idealen sozialen Fort­schritt vorgetäuscht, während tatsächlich das Elend der unteren Schichten größer war als in jedem anderen Kulturstaat. Diese englische Demokratie war der Deck­mantel für die ungehemmte Herrschaft einer Geldkaste, die sich bis gestern ein Leben im Ueberfluß zu sichern verstand, heute aber vor der Weltgeschichte Rechenschaft ablegen muß.

England ist das reichste Land der Welt, aber dieser Reichtum befindet sich in den Händen einer exklusiven Kaste. Weniger als 1 Prozent der erwachsenen Bevölke­rung besitzt fast 60 Prozent des gesamten britischen Volksvermögens. Ueber 75 Prozent der schassenden Be­völkerung haben dagegen nur ein Anrecht auf 3,2 Pro­zent des Volksvermögens. Fast der gesamte Reichtum wird von einer kleinen Schicht Großgrundbesitzer und Finanziers kontrolliert. Auch der spärliche bürgerliche Wohlstand, der sich in den südlichen Vororten Londons ausbreitet und den Fremden meist über die wahre soziale Struktur des Landes hinwegtäuscht, kann nichts daran ändern, daß 30 Prozent der Londoner Bevölke­rung in grausamer Armut dahinleben. Etwa 10 Pro­zent der Londoner verdienten schon in Englands Glanz­zeit, also vor dem Weltkrieg, nicht genug, um den Hun­ger zu stillen.

3-/, Millionen 2m Weltkrieg hat England zehn . . ,. Milliarden Pfund ausgegeben, um

rn Elendsquartieren Deutschland zu vernichten, aber

für die dreieinhalb Millionen Menschen, die in Elends- quartiercn leben, war weder vor noch nach dem Welt­kriege ein Penny Hilfe vorhanden. Das ist keine ten­denziöse Darstellung, die wir über England geben, das sind Worte Lloyd Georges, viele Jahre nach dem Welt­krieg gesprochen. Die sehr breite unterste Schicht der Engländer lebt nicht viel besser als die unteren Schichten Polens, und dies will etwas heißen! Das liegt daran, daß die herrschende Kaste Englands das plutokratisch-liberalistischeIdeal" mit größter Gerissen­heit entwickelt hat: Jeder kann unter den willkür­lichsten, rücksichtslosesten Bedingungen nach oben ge­langen, er muß nur kräftig nach unten treten! Und dieses Ideal hat die ganze Welt ein Jahrhundert lang bewundernswert gefunden, weil dann und wann ein Herr mit grauem Zylinder, der selbstzufrieden über den Rennplatz von Ascot ging, als armer Barfüßler begonnen, aber aus seinem Lebensweg die Ausbeuter­methoden des manchesterlichen Zeitalters mit besonderer Brutalität anzuwenden verstanden hat.

Erbärmlicher als die Die herrschende Kaste schuf sich

Bettler Oltaiiens ^um Schutze ihres satten Lebens

Bettler Ostayens Leibgarde: das englische Par­

lament. Aus diesen Reihen ergänzt sie den Kreis der Minister und hohen Staatsbeamten, soweit sich in den Zuchtschulen der englischen Oberschicht nicht genug An­wärter finden, die sich der Mühe des Regierens unter­ziehen wollen. Die Mehrheit der Reichen genießt be­denkenlos das Leben, weil andere für sie arbeiten. Das Leben ist für sie ein Amüsement, ein hohles Verspielen der Jahre.In England sind die Kasten nicht gleichge­stellt. Der Gedanke, mann könnte sozusagen über den Rand einer (hohen) Klasse in die nächste Klasse Hinab­fallen, ruft wahre Panikstimmung hervor. Es gibt in England keine brüderliche Gesinnung." Das schrieb 1936 eine Französin, nach deren Meinung die Bettler Lon­dons erbärmlichere Gestalten sind als die Bettler Ost­asiens, die wenigstens offen hinter einem Herschimpfen, wenn ihre Bettelei nichts einbringt. Der Reichtum hat die englische Oberschicht hochmütig gemacht. Wohin diese Plutokraten mit ihren Rollsroyces kommen, glauben sie, die Welt beherrschen zu können. Ihre Verschwendungs­sucht, gepaart mit ihrem Gleichmut gegenüber den dar­benden Volksgenossen, sollte sprichwörtlich in der Welt werden.

Ein Achtel aller Londoner Dicht neben dem Reichtum

die größte Armut. Das m -tums Land, das für seinen Wohl­

stand so berühmt ist, genießt den zweifelhaften Ruf. die ärgsten Elendsquartiere zu besitzen: kleine dunkle Häu­ser, feuchte Wände, schmale Fenster ohne Scheiben, mit Papier überklebt oder mit Lumpen verstopft, ausgetre­tene Treppen, schiefe Fußböden, keine Ventilation, keine Wasserleitung in den Wohnungen, keine Küchen, über­füllt mit Menschen, von denen jeweils fünf bis zehn

IlNMIMMIMIIMMMINllMMIMMMIMIIMIMIMMMI,III,

Unser

Im Kanal wurde ein englischer Kreuzer versenkt- Deutsche Sturzkampsslicger bombardierten den Hafen von Dover.

In Gibraltar flog ein Munitionsdepot in die Lust.

In Südafrika hetzt der Verräter Smuts die Neger gegen die Weiße burijche Bevölkerung auf.

Bei der Aufdeckung des riesigen englischen Spionage­netzes in Japan wurden zahlreiche weitere Agenten des Teeret Service verhaftet.

Im britischen Kabinett kriselt es.

Korvettenkapitän Hartmann wurde bei seinem Eintreffen ^ in Bremen stürmisch begrüßt.

1500 Bremer Kinder kommen in den Genuß der Kinder- landvcrschickung der NSV.

In der Kreiswaltung Bremen der TAF. tritt ein Wechsel ein.