Ausgabe 
(18.7.1940) Nr. 195
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parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatl des Negierenden Bürgermeisters der Lreien kionsestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstattbalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 195 / 10. Jahrgang

Donnerstag, 18. Juli 1948

kinzelpreis 15 Npf.

Verfolgungswahn treibt immer tollere Vlüten

Opposition im Unwrhaus

varrikaden und Stacheldralitverbaue charakteristeren das Sestchl Londons Sportangler und bischer Vpfer des verfolgungswastns

boe. Kopenhagen, 17. Juli.

Ein neutraler Beobachter, der vor kurzem die englische Hauptstadt besuchte, schildert dem skandi­navischen Telegraphenbüro, daß London nicht wiederzuerkennen sei. Barrikaden und stacheldraht- verhaue hätten das Aussehen der Stadt völlig verändert, jedes öffentliche Gebäude sei mit solchen Verhauen eingezäunt, und es sei unmöglich, ohne besondere Ausweiskarte in das Haus einer Behörde zu gelangen. Habe man sich auf diesem Wege Einlaß verschafft, dann werde man von mehreren Leuten auf das strengste bewacht und auf schritt und Tritt verfolgt. Selbst vor den Gebäude» der Zeitungs­verlage stünden Tag und Nacht bewaffnete Doppelposten.

Der Verfolgungswahn der Londoner Behörden treibt immer tollere Blüten. Das letzte Opfer sind die Sportangler und Fischer geworden. Seit Dientsag sind sämtliche Lizenzen für das Angeln an der Themse eingezogen worden, da der Fluß zum Vcrteidigungsgebict erklärt worden ist. Die Londoner Hasenanlagcn ^ind für den Verkehr vollkommen gesperrt, nur Inhaber von Sonderausweisen dürfen die dreifachen Sperren passieren.

Für das mit Rohstoffen so gesegnete Weltreich ist folgendes bezeichnend: Um der Papierknappheit entgegenzutreten, ist in London eine Kampagne zur Einsammliing von Fahrkarten durchgeführt worden. Im Laufe von vier Wackln brachte man es aber nur aus 5 Tonnen gebrauchter Fahrkarten, so daß die Aktion wieder eingestellt wurde. Stattdessen werden die Fahrscheine jetzt aus hauchdünnem Papier hergestellt.

«kngland in krworlung -es Unheils"

„England ist zur Zeit eine belagerte Festung, die keine direkte Verbindung mehr mit der Außenwelt hat", so stellt ein Sonderberichterstatter der Stcsani-Agentur fest. Post- und Tclegraphenvcrbindung zwischen der englischen Insel und dem Fcstlande bestehe nicht mehr. ^

Vertrauenswürdige Nachrichten, die von Diplomaten oder Kapitänen neutraler Schisse stammen, die aus London zurück­kehrten, berichten von einem geängstigtcn und besorgten Eng­land in Erwartung, daß jeden Augenblick das. Unwetter los­brechen könne. Der überlieferte britische Stolz bäume sich aus bei dem Gedanken an eine Niederlage. Ez^herrschc eine m a ß - lose W^c t gegen die N e g i e r u n g s k r e i s e . die Eng­land in derartige tragische Umstände gebracht haben. Es

kafenanlagen von Iliurso bombardiert

Erfolgreiche Angriffe deutscher Kampfflugzeuge

Berlin, 17. Juli.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „D'.e Tätigkeit der Luftwaffe war infolge der schlechten Wetterlage nur gering. Deutsche Kampfflugzeuge griffen in Nordschottland die Hafcnanlagcn von Thurjo an und setzten ein Handelsschiff durch Bomben in Brand. An der Slldspitze von Scapa Flow wurde ein britisches ! Truppenlager erfolgreich mit Bomben belegt. Feindliche l Einflüge nach Deutschland fanden nicht statt." I

strv. Stockholm. 17. Juli.

Das Interesse der Londoner außenpolitischen Kreise ist — so sehr der drohende deutsche Angriff, die italienischen Erfolge in Lstasrika und die satale Entwicklung in Fernost Ausmttk- samkeit erheischen — gegenwärtig in hohem Maße aus USA. gerichtet. Es hat z. B. in London ungeheures Aussehen er­regt, als plötzlich am Dienstagabend bekannt wurde, daß der Präsident des amerikanischen Repräsentantenhauses, Bankhead, in seiner Rede bor dem Kongreß, die bereits von England sehr erfreut ausgenommen worden war, eine Reihe von Sätzen des urspünglich verteilten und der Auslandswirkung zugrunde gelegten Nedetcxtes weggelassen hat. Obwohl die Weglassung wenig Bedeutung in bezug auf die Grundrichtung der Rede ist, so lallen die Streichungen doch ins Gelöscht für di« Erwartungen und Auslegungen Englands. Die Aus­lassungen betreffen nämlich die Zusage größtmöglicher Hisse an England. Nach Londoner Ansicht habe die Weglassung nur nach Einholung Roosevclts Zustimmungen erfolgen kön­nen. und deshalb wird sie als bedeutsames Nackigeben gegen­über den Isolationisten vermerkt.

Englands Verhältnis zu dcn Vorgängen in Fernost ent­wickelt sich unter rasch wechselnden Aspekten zu immer stärkerem Pe s s imis m n s. Nach anfänglichen Ver­suchen, die' innerjapanischen Veränderungen als eine nor­male Kabinettskrise in demokratischen Ländern auszulegen, entschloß sich London in der Nacht zum Mittwoch zu der Feststellung, daß die englisch-japanischen Verhandlungen über die chinesische Frage vermutlich infolge des Regimewechsels in Tokio zum Abbruch kommen würden. In amerikanischen und anderen nichtenglischen Meldungen aus Tokio kommt zum Ausdruck, daß eine scharfe Haltung gegen England zu den wichtigsten Forderungen des Heeres und der Flotte ge­höre, verbunden mit einer allgemeinen Umvrientierung aas Grund der Konsequenzen, die aus dem europäischen Krieg zu ziehen seien. London rechnet mit einer zunehmenden be­tonten antibriti scheu Politik in Tokio.

Der chinesische Botschafter in London hat am Montag im Forcign Office gegen die geplante Unterbindung des a.ranfit- verkehrs via Burma protestiert. Die chinesische Regierung, so versicherte der Botschafter Tschiangkaischeks gönnerhaft, habe volles Verständnis für die Schwierigkeiten, vor denen die englische Regierung stehe. Sie müsse aber der Hoffnung

herrsche weiter ein regelrechter Terror auf Grund der polizeilichen Unterdaücknngsmaßnahmcn Churchills, in den Dörfern und Städten wimmele es von Soldaten und Re­servisten, von denen die Hülste keine militärische Ausbildung erhalten habe. England könne alles in allem auf 10 bis 12 Di­visionen rechnen, die wirklich diesen Namen verdienen.

Alle Kraftwagen sind beschlagnahmt und im ganzen Lande in Hunderten von Autosammclplützcn znsammcngczvgcn wor­den. Die Flughafen sind in regelrechte verschanzte Lager ver-

Ansdruck geben, daß von englischer Seite klargestellt werde, daß gewisse Einschränkungen des Buvmaverkehrs kein Präjudiz gegenüber China darstellen dürsten. Das Foreign Office hat zu den englischen Schwierigkeiten anmaßend er­klärt, baß die englische Regierung von einer allgemeinen Re­gelung abseilen werde, bis ein gerechter und rechtmäßiger Friede für Ehina hcrbeigeführt sei. Von dem Buoma-Kom- promiß kann und möchte die englische Regierung jedenfalls nicht mehr herunter Das kann interessante Folgen haben für das englische Verhältnis zu USA., da diese inzwischen einen Schritt gegen die Anrma-Transitsperre unternommen haben. .

Das Washingtoner Anßenamt hat mitteilen lassen, daß sich die NSA. der Sperrung solcher Adern des Weltverkehrs wider­setzen müßte. Außenminister Hüll erklärte, die Vereinigten Staaten .seien legitim interessiert an der Ossenhaltung der Handclswege in jedem Teile der Welt, was, wenn es ernst gemeint wäre, eigentlich aus eine aufschlußreiche Neuorien­tierung der llinerilanischen Handelspolitik gegenüber der eng­lischen Blockade schließen lassen könnte.

Dem „Daily Expreß" entschlüpft angesichts der sorgenvollen Lage, der sich Großbritannien jetzt gegenübersteht, immer wie­der ein Seufzer über das, was noch seiner Ansicht von Eng­land falsch gemacht wird. So klagt das Blatt bitter darüber, daß es die englische Diplomatie nicht besser verstehe, die eng- landsreundlichen Kräfte im Ausland zu aktivieren. Nicht nur aus militärischem Gebiet müsse man, so schreibt das Blatt, die neuen Methoden des Gegners übernehmen. Vor wenigen Monaten glaubte man in London über die „Nazi-Methoden", die Deutschland von selbst in den Abgrund stürzen würden, höhnen zu können.

Zu den diplomatischen Sorgen auf allen Gebieten kommen die F i n a n z k a l a m i t ü t e n Lid Englands. Der neue eng­lische Kriegshaushalt, der vierte im Lause von vier Monaten, soll am Dienstag nächster Woche vorgelegt werden. Es gilt für die nächsten drei Monate mindestens 800 Millionen Pfund zu beschaffen. Aber schon die bisherigen Anschläge des letzten FinanzMinlstcrs Simon konnten mit 400 Millionen nicht ge­deckt werden. Er bezifferte den durch Anleihen zu deckenden Bedarf auf 1100 Millionen Pfund. Sachverständige National- ökonomen Englands haben erklärt, daß eine Milliarde den

wandelt worden. Alle Straßen- und Vcrkchrsanzeiger sind entfernt, alle Namen von Ortschaften und Bahnhöfen aus­gelöscht. alle Atlanten zerstört und sämtliche geographischen Karten von England aus den Buchhandlungen und Biblio­theken entfernt worden. Der größte Teil dieser inneren Maß­nahmen sei jedoch, wie der Sonderberichterstatter der Stcsani weiter feststellt, unnütz und würde im Augenblick des An­griffes gegen England nur eine riesige Unordnung auslösen.

Es sei zu bemerken, daß die Lustbombardicrungen und Schisssvcrluste die Produktion der Kriegsmaterialsabrikcn schwerstens beeinträchtigen. Bezüglich der Luftwaffe genüge die neue Produktion kaum, um den Verbrauch und die Ver­luste auszugleichen. Ebenfalls mache sich der Lebensmittel- manget mehr und mehr fühlbar. Schließlich seien nicht nur innerhalb der führenden Schichten, sondern auch innerhalb der Regierung selber die Meinungen über dir Führung des Krieges völlig uneinig. Infolgedessen beurteilen die Per­sonen, die in letzter Zeit England verlassen haben, daß England, falls nicht noch ein Wunder eintrete, bereits die Partie verloren habe.

Löchstbetrag dessen darstellten, was durch Anleihen vom Spar- kapital oder durch Kapitalznslüsse aus dem Ausland beschafft werden könne. Der englische Staat muß also für das nächste Vierteljahr 1200 Millionen mobilmachen.

„Daily Telegraph" erklärt, es geb« hier nur zlvei Möglich­keiten: entweder Notendruck mit einer entsprechenden In­flation und den zwangsläufigen katastrophalen Folgen oder eine drastische Verschärfung der Besteuerung und gleichzeitige Maßnahmen zur Erreichung des Zwangssparens. Die Haupt­last der vorgeschlagenen Steuererhöhung würden wieder die kleinen Angestellten und die Arbeiter zu tragen haben. Aber auf diesen Wegen würden nur 300 Millionen beschafft, die restlichen 700 Millionen würden durch Herabsetzung des Lebens­standards nach diesem Vorschlag zu beschaffen sein, damit man dann von der zum Sparen gezwungenen Bevölkerung wiederum entsprechende Beträge erpressen kann. Mit anderen Worten: Das englische Volk soll hungern und darben, damit die Pluto- kraten die ihm aus diese gewissenlose Weise „ersparten" Schil­linge abnehmen können!

!In einer Wirtschciftsübersicht aus London schreibt das Stock­holmer „Astonbladet", solange die Zügel in Chamberlains und Sie John Simons Händen gelegen hätten, sei das sinanz- pvlitische Ziel Englands darauf ausgerichtet gewesen, den Krieg zu einem möglichst niedrigen Preis zu führen. Jetzt gehe es buchstäblich darum, um jeden Preis Krieg zu führen. Die Kriegskosten von llöOO Pfund je Jahr könnten nicht ohne eine wirtschaftliche Revolution bezahlt werden. Die Möglichkeit eines Wechsels in der Leitung der Bank von Eng­land sei deswegen eine Frage von größter Bedeutung. Weiter heißt es in dem Bericht, daß die Industricaktien angesichts der Drohungen neuer Lfteucrerhvhungc» sollen und die Tendenz weiterlin als rückläufig bezeichnet werden dürfte.

Da das April-Budget nur 1,234 Mill. Pfund durch Steuern decke, weise die Kricgskostcnerhöhuiig aus 3500 Mill. Pfund ein Desizit von 2,260 Mill. Pfund aus. Das britische Finanz­ministerium habe beschlossen, einen Vertreter nach Washington zu entsenden, um direkt mit dem amerikanischen Finanz­ministerium zu verhandeln. In dem neuen Wochenkalender des Finanzministeriums über die lausende Staatsschuld sei ein Schleier über die wichtig« Einzelheit gezogen worden, die Kriegssinanziernng heiße. Der Banknotenumlans habe einen neuen Rekord mit 810 Mill. Pfund geschlagen.

ick. Berlin, 17. Juli.

Während London und ganz England befehlsgemäß vom Sieg reden oder auch nicht — tut die Regierung das ihrige, um dem Abbröckeln der Stimmung einiger­maßen entgegenzuwirken. Denn die Politik der starken Töne, die durch die Churchill-Rede eingeleitet wurde und in dem Ruf des „Daily Herald" nach einer Offen­sive (?) zum Ausdruck kam, dient keinem anderen Zweck. So kommt es, daß eine Fülle von glückverhei­ßenden Stimmen durch die Presse geistert und auch hier und da, mehr oder weniger kritisch kommentiert, in die Berichte ausländischer Berichterstatter schlüpfen. Zum Beispiel erzählte man dem Berichterstatter von „Göteborgs Posten", daß im nordwestlichen Teil Abessi- niens eine italienfeindliche Armee von 200 000 Mann bereitstehe, die, wenn sie erst Artillerie und Flak aus britischen Beständen erhalten habe, die Situation völlig ändern würde. Lx orients luxl Siehe, und das Heil Englands kam aus dem Morgenlande, die Krone von Jndäa strahlt um einen Schein Heller, während sie west­wärts nach Kanada eilt!

Uebrigens sind für die weiteren in England versam­melten Kronen und Zylinder mitsamt den dazugehöri­gen Marionetten die Aussichten wesentlich günstiger ge­worden, seit sich die Royal Air Force entschlossen hat, Militärmaschinen für die neue ^Ronte England—Is­land—Neufundland—Newyork zu stellen. Es wird also den glücklich geretteten Plutokratensöhnen der Schmerz erspart bleiben, ihre teuren Väter, wenn es brenzlich wird. in richtiger Gefahr zu wissen. „Vertraue auf den Sieg und den Plutokratenclipper." Leider sind — man denke: welches Uebermaß an Entsagung! — die Spröß­linge, die sich nach Attlees gerührter Unterhausschilde- rung so gänzlich ohne militärische Eskorte, nur von edlen Rennpferden geleitet, über den Ozean wagten, nun um die Freude gekommen, die Old England seinen Arbeiterkindern beschert hat: sie können nicht mit Hand­granaten spielen, den neuen Hausmacherhandgranaten Marke Anthony. An Bord sind solche Spiele ja recht unerwünscht und es soll sich im Ministerrat nur Chur­chill dafür eingesetzt haben, den edlen Söhnen diesen Spaß zu gönnen. Immerhin werden Hudson und Duff Looper dafür gesorgt haben, daß Churchills „geniale" Atheniaden nicht gerade mit ihren eigenen Kindern oder Rennpferden durchgeführt werden. Was für die einen Engländer die beliebten „Molotow-Cocktails" — wie man sinnigerweise und sicher zum bleichen Ent­setzen des Foreign Office die Liebhaberhandgranaten genannt hat — bedeuten, ist für den wackeren Vikar Gibbon seine Mistgabel, die er — zur kirchlichen Nach- ciferung im Eemeindeblatt empfohlen — allabendlich vor die Schlafzimmertür stellt.

Nicht daß England nur auf den Vikar von Wichman und auf die mit Molotow-Cocktails im Pompadour be­waffneten alten Jungfern zählt, die nach glücklicher Evakuierung ihrer Möpse ihren ganzen Trennungs­schmerz in patriotische Energien umsetzen, o nein, noch bedeutsamere Hilfe steht vor der Tür. Zwar sind die in Europa für eine freundliche Mitwirkung an der Er­rettung des Kontinents verfügbaren Völker etwas rar geworden, aber man wird sie zu finden wissen. So kommt nach eingehender Prüfung der Europakarte außer Liechtenstein und Andorra nur noch Portugal in Betracht, und schon hat man — ein Earantieformular ausgefüllt in der Tasche — den Herzog von Kent dazu ausersehen, dem glückstrahlenden Lande seine demnächst stattfindende Befreiung anzukündigen. Flotten- und Luftstützpunkte waren als bescheidene Gegenleistung ge­dacht. Nun sind die Portugiesen viel zu aufmerksame Zeitungsleser und haben auch die britischen Bemühun­gen, die Regierung Salazar zu stürzen, noch nicht so weit vergessen, daß sie sich zum Opfer britischen Wohl­wollens ausersehen fühlten. So muß Churchill denn die Wolken, die sich um Gibraltar zu ballen scheinen, auf andere Weise zu zerstreuen suchen.

Man muß die Hilfskräfte jenseits der Meere suchen, nicht in Kanada, wo in Montreal und Quebec recht unpassende Töne vernommen und sogar die Zurück-

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Vnssr TaysssVLSysl

Die italienischen Bomber griffen erneut Malta. Aleran- drien und Flughäfen in Nordasrika mit Erfolg an; der Angriff aus Haifa hat verheerende Folgen gehabt.

Deutsche Flugzeuge bombardierten Hafenanlagcn in Schottland.

Der Führer verlieh verdienten Offizieren und Soldaten das Ritterkreuz.

Immer groteskere Formen nehmen die englischen Abwehr­maßnahmen gegen den befürchteten deutschen Einsall an; immer stärkere Auflehnung macht sich aber auch gegen Churchill bemerkbar.

Auch aus außenpolitischem Gebiet wachsen die britischen Sorgen und Aengstc ständig.

Fürst Konotzr wurde mit der Bildung des japanischen Kabinetts beauftragt.

Die Demokratische Partei Nordamerikas beschloß, eine Entsendung von Truppen nach Europa nicht zuzulassen. Der Reichskommissar für die Preisbildung erweiterte die Befugnisse der Preisüberwachungsstellen.

Das UT.-Flicgcrkorps führte eine Ausbildungslauskartc für seine Angehörigen und die Flieger-HJ. ein.

fluflehnung gegen churchills Sondergerlchte

Der Gesetzentwurf für die erweiterten Negierungsvollmach- ten, den Churchill am Dienstag vorgelegt hatte, scheint jetzt im Unterhaus eine sensationelle Abfuhr erfahren zu haben. Sicherheitsminister Sir John Anderson, der für die Regie­rung die Ecsetzesvorlagc vertrat, sah sich einer geschlossenen Opposition gegenüber.

Der durch die Mißstimmung im ganzen Lande und die wachsende Hilflosigkeit der Regierung notwendig gewordene Entwurf zielte daraus ab, Tondergerichte einzuführen, die mit nur einem Richter besetzt sind und weder die Teilnahme von Geschworenen noch eine Berusungsmöglichkeil kennen. Sie sollten das Recht haben, für gewisse Verbrechen in KriegSzonen die Todesstrafe zu verhängen. Dabei war vor allein an Vergehen gedacht, wie Verrat und Sabotage der Zivilbevölkerung. Dein Buchstaben nach sollten mit der strengsten Strafe nur Plünderungen und der Versuch zur Uebermannung militärischer Wachtposten geahndet werden. Aber die Vermutung lag nahe, daß schon geringere als solche relativ seltene Taten aus das härteste ersaßt werden» sollten. Das Gesetz war nicht nur als Einschüchterung für die ge­dacht, dio es im Ernstiall vielleicht vorziehen könnten, einer icindii.hen Trupps keinen Widerstand zu leisten, es sollte auch in besonders schwerer Form vyr jeder Art von Ver­ständigungsbereitschaft und Kriegsmüdigkeit abschrecken.

Schwedische Berichte aus London betonen, daß der Haupt- widerstand sich nicht gegen den Vorschlag als solchen gewen­det habe, sondern vor allem gegen die Art und Weise, wie dco Gesehesvorichlag eingebracht worden sei, nämlich ohne Angabe von Einzelheiten und ohne Sicherungen gegen Miß­brauch.

Auch die Allgemeinheit in England, heißt es da, erachte drastische Maßnahmen für notwendig und erkenne an, daß die bisherige -Recht-Prozedur zu langwierig werden könne. Aber man befürchte eben. daß die neue Gesetzgebung einem einzelnen Mann zu große Machtvollkommenheit geben könnte. Andere schwedische Beobachter meinen, das englische Parla­ment wolle eben, auch während der Feind vor der Tür stehe, nicht von den alten Gcrichtssormen abweichen.

Der Sturm, der sich im Unterhaus nahezu ohne Unter­schied der Partei gegen den Gesetzentwurf erhob, wurde in einem Londoner Bericht des Stockholmer „Astonbladet" als „erschütternder Beweis für dns Mißtrauen, daß das englische Volk und dessen Repräsentanten gegen die Regierung hegen", bezeichnet. Zweifellos kann diese Opposition als Ausdruck der allgemeinen Nervosität und Unzufriedenheit betrachtet werden und auch als Ausbruch des Mißtrauens, mit dem viele Engländer der innenpolitischen Zukunft entgegensehen.

„Mr lind kein dummes Vieh!"

Obwohl durch das einstweilige Scheitern des von der Re­gierung Churchill eingebrachten Gesetzentwurfes über die Son- dcrgerichte ein Zwischenzustand eingetreten ist, setzt ein großer Teil der britischen Presse das Scheibenschießen gegen den Entwurf und gegen Sichcrheitsminister Sir John Anderson fort.

Unter der Opposition führt der „News Chronicle" den Chor. Er bringt in einem offenen Bries an Sir John Ander­son die Welle von Strafverfolgungen und Verhaftungen mit dem neuen Gesetzentwurf in Zusammenhang. Die Art, so (Fortsetzung auf Seite 2)

knglische Sorgen und Ängste überall

London unzufrieden über die retouchierte Nede Vankheads — furcht vor dem Lokioter Kurswechsel — finanzkalamitüten