Ausgabe 
(15.7.1940) Nr. 192
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Erscheint 7mal SötzrdlNL

Monatsbezug 2Z0 elnschl. Za stellgebührr Postbezugspreis monatl. 2^0 (elnschl. 28,7 Post- zeltungsgebühr) zuzügl. 42 Be­stellgeld. Bezugspreis ist Im voraus zahlbar Postscheck: Hamburq 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Eauverlag Weser- Cms GmbH., Bremen, Geeren 6-8. Fernspr.: 54121. Nachtr. u. Gonntg. ^51115. Spt e ch z.: Verlag: werktl. 12—13 Uhr; Echriftleitung: Diens­tag und Freitag 12'/»—13^ Uhr.

viemei Nlmm

Anzeigen - Grundprrlse'.

Die 1 nun hohe und 22 mw breite Feile im Anzeigenteil 13 Die 78 mw breite und 1 mw hohe Feile im Tertteil 75 Ermäßigte

Grundpreise lsür Klein u. Faw'"^n- anzeigen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 8 Nachlaß- stasfel c. Mr Anzeigen, durch den Fernsprecher keine Gewähr. An­nahmeschluß 16 Uhr. Geschäfts­stellen: 6n Bremen: Am Geeren Nr. S/8. Fernspr. 5 41 21. Nachtrus und sonntags: Fernsprecher 51115;

' Obernstraße 86, Fernspr. 5 41 21. Vn Vvke: Müblendamm Nr. 2.

parteiamtliche Tageszeitung M der Nationalsozialisten Vremens

Das flmtsblatt des Negierenden Vurgermeisters der Freien Hansestadt vremen sinnliches verkündungsdlatt des Neichsstatchalkers in Oldenburg und Meinen

7lr. 192 / 10. Zalsrgang

Montag, 15. Juli 1940

ssinrolnreis 15 Not.

heiße eustkümpse über Sem Kanal

Ueutsche Luftüberlegenkeit einwandfrei klar

lll brttische lüget bei nur einem eigenen Verlust abgeschossen / Schwere vombenlreffer auf vier Handelsschiffe / Veutsches Kriegsschiff versenkt 1S5VV VM. in überseeischen Sewüffern / lm ganzen lS feindflugzeuge am Sonnabend vernichtet

Berlin, 14. Juli.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„Eines unserer Kriegsschiffe meldet die Versenkung von 18 5ÜÜ BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes in überseeischen Gewässern. Im Zuge der bewaffneten Auf­klärung im Kanal griffen deutsche Kampfoerbände meh­rere Geleitzüge an und beschädigten vier Handelsschiffe schwer durch Bombentreffer. Dabei kam es zu heißen Luftkämpfen, in deren Verlauf unsere Jäger gegen starke feindliche llebermacht bei nur einem eigenen Ver­lust zehn britische Jagdflugzeuge abschösse». Beim Ver­such, in Norddeutschland einzusliegen, wurden zwei wei- terS britische Kampfflugzeuge im Luftkamps abge­schossen.

In der Nacht zum 14. Juli warfen feindliche Flieger wieder in Nord- und Westdeutschland Bomben ab. die nur geringen Sachschaden anrichteten, ohne militärische Ziele zu treffen. Es gelang dabei, drei feindliche Flug­zeuge durch Flakartillerie abzuschießen. Die Eesamtver- luste des Feindes betrugen gestern 15 Flugzeuge. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt."

*

Bei den Angriffen deutscher Kampfflugzeuge auf britische Schisfszielc im Kanal, die der l)«utige Wehrmachtsbericht mit­teilt, kam es zu sehr schweren Luftkämpfen, die aber die deut­sche Ucberlegcnheit an Personal und Material klar in Erschei­nung treten ließen. Trotz stärkster zahlenmäßiger llebermacht des Gegners gelang es den deutschen Jagdflugzeugen, in drei verschiedenen Gesechtshandlungen insgesamt 10 Gegner abzu­schießen, während von den eingesetzten deutschen Maschinen nur eine verlorenging.

Im Hauptgesccht trafen 19 deutsch« Jagdmaschinen vom TYP „BF 109" aus 45 Gegner vorn Muster „Hurrican". Den deut­schen Jägern gelang ts hierbei, sechs seindliche Maschinen zu

„Vezalzlle knglandkörigkeit Schweizer Zeitungen

Rom, 14. Juli.

Zur Haltung eines Teiles der Schweizer Presse erklärt der Direktor des halbamtlichen „Giornale d'Jtalia", man srags sich, was eigentlich jene Schweizer Blätter bezweckten, die, zu­frieden mit dem durch die Politik der Achsenmächte ihrem Lande gesicherten Frieden, mit unglaublicher Aufdringlichkeit über deutsche und italienische Probleme des Krieges und des Friedens urteilen wollen. Das halbamtliche Blatt führt als Beispiel dieser unverständlichen Haltung drei Tessiner Blätter, die „Gazetta Tricinese", die „Avanguardia" und die „Libera Stampa", an, die anläßlich der italienisch-englischen See- und Luftschlachten im Mittelmeer die englische Version hervor­gehoben, ja sich zu eigen gemacht haben und ihre Leser durch die englischen Lügenmeldungen zu beeinflussen suchten. Diese Schweizer Blätter, die den verzweifelten Verteidigungsmanö­vern Churchills Vorschub leisteten, verweist der Direktor des „Giornale d'Jtalia" auf den aller Welt bekannten Verlaus der jüngsten Ereignisse im Mittelmeer, aus denen sich ein­deutig ergäbe, daß einzig und allein eine mehr oder weniger bezahlte Englandhörigkeit sie zu einer derartig groben Ver­fälschung der Tatsachen verleiten könne.

vernichten. In einem weiteren Gefecht stießen zehn deutsche Jäger — wiederum Typ „BF 109" aus 18 „Spitsire"-Flug- zeuge. Von denen zwei abgeschossen wurden, während hierbei ein deutsches Flugzeug verlorenging. In einem dritten Ge­fecht an anderer Stelle wurden zwei weitere „Spitsire"- Ma­schinen abgeschossen. Besonders beachtenswert ist hierb/i der Umstand, daß es sich um Lustgescchte zwischen Konstruktionen

handelt, die beide für den gleichen Zweck gebaut worden sind. Also auch die englischen Konstrukteure mußten darauf bedacht sein, ihre Maschinen mit größter Schnelligkeit und stärkster Bewassnung auszustatten. Das deutsche Baumuster hat aber gegenüber beiden vom Gegner verwendeten Typen trotz gro­ßer zahlenmäßiger Unterlegenheit in der Hand hervorragen­der Piloten seine Qualität erneut beweisen können.

Von

Usnns Decke, blsckrick

„Vergangener Ruhm wiegt wenig in den Kanzleien der Nationen, wenn er nicht in der Gegenwart durch heroische Taten zu neuem Leben erweckt wird", erklärt die Wochenzeit­schrift „Mundo" in einem Artikel unter dem Titel „Spanien im internationalen Leben". Sie will damit der heutigen Zeit den Stempel ausdrücken und ist aufrichtig und mutig genug, dieses Urteil auch aus ihr eigenes.Land zu beziehen. Spanien hat eine große, eine sehr große Vergangenheit, die ihm nie­mand abzusprechen vermag, denn ihre lebendigen Spuren find in der Geschichte und Kultur eines ganzen Kontinents ver­ankert. Sein Ruhm ist unvergänglich, im Gegensatz zu dem des britischen Weltreiches, das, wenn es einmal zerfallen sollte, nur sehr wenig von „ewigen Gedanken" in seinen früheren Kolonien und Dominions hinterlassen.wird. Schon heute gehen diese ihre eigenen Wege und hängen nur noch durch die Sprache und eine mehr oder weniger erzwungene Wirtschaftsgemeinschaft mit dem Land zusammen, das sie einst aus machtpolitischen und materiellen Gründen unterworfen hatte.

Spanien hat seit seinen goldenen Tagen seine Welt ver­loren, weil es nicht imstande war, den Heroismus des Frie­dens und täglichen Daseins auszubringen. Große Gelegen­heiten wie die Versuche Napoleons, das Land seinem Reich einzuverleiben, zeigten, daß der alte Heldenmut im Volke nicht erstürben war. Aber kaum war die äußere Gefahr überwunden, vergaß man, daß die Anforderungen des Friedens: Arbeit, Enthusiasmus, Treue und die Erkenntnis des nationalen Schicksals für die Erhaltung der Lebenskraft und Geltung eines Staates ebenso wichtig sind, wie die Todesverachtung vor dem Feind.

Vor dieser Entscheidung steht Spanien heute erneut. Wieder hat der echte Spanier in einem dreijährigen Bürgerkrieg, der nur darum so bezeichnet werden kann, weil er innerhalb der eigenen Grenzen ausgesochten wurde, einen „äußern" Feind besiegt. Die internationalen Brigaden, die Bonzen der Volks­front. Juda und die Freimaurerei, die Hörigen von Paris, und London sind aufs Haupt geschlagen und geflüchtet. Das Länd ist gesäubert. Der zweite Akt der Erneuerung hat be­gonnen, die innere Arbeit, die dem kriegerischen Erfolg die Krone aussetzen und ihn im internationalen Leben fort­setzen soll.

Fraglos steht Spanien heute vor der Welt und besonders in Europa anders da wie in den Jahrzehnten vor dem Aus­bruch seiner nationalen Erhebung. Der Wille und der eiserne Entschluß, „nicht wieder in die selbstverzehrende Krankheit einer schmählichen Parteipolitik zu verfallen", sind offensicht­lich. Es gibt in Spanien keine Parteien mehr, die der obersten Führung Hindernisse auf dem Wege der Erreichung des vor­gesteckten Zieles bereiten könnten. Es gibt nur noch eine nationale Bewegung, und wenn diese auch ihren letzten Sinn und ihr endgültiges Programm im Rahmen der politischen Struktur des Staates noch nicht gesunden hat, und wenn daS Regime sich der spanischen individualistisch-revolutionären Eigenart in seinen Maßnahmen, Eingreifen und Einheitsbe­strebungen anpassen muß, so weht doch ein frischer, selbst­sicherer und zukunftssroher Wind durch das Gebäude des neuen StaateS.

Trotz der ungeheuren wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die die innere Zersleischung zur Folge hatten und die noch durch den europäischen Krieg verschärft wurden, ist der Grundstock zu einem Ausbau gelegt worden, der in den kommenden Frie­denszeiten noch vervollkommnet weiden kann. Ein kriegs- gewohntes Heer steht Gewehr bei Fuß und verfügt über eine Ausrüstung, die achtunggebietend ist. Das Volk selbst sieht, daß die Nation nicht mehr ein Spielball fremder Kräfte ist, sondern mitspricht und Ansprüche stellt.

Auch früher hatte Spanien Ansprüche gestellt, aber sie sielen unter den Tisch, weil ihnen die völkische Rückendeckung fehlte. Heute versteht man den llebergang von der „Neu­tralität" zur Stufe eines „nichtkriegführxnden". oder viel­leicht besser „noch-uicht-kriegsührenden" Staates. Das hat sich in den Demonstrationen sür ein spanisches Gibraltar gezeigt, und in der Begeisterung, die die Besetzung Tangers auslöste. Man ahnt die Stunde eines legitimen „Groß-Spanien". nicht in dem Sinn der Wiederherstellung des alten amerikanischen Kolonialreiches, sondern in dem näherliegenden, der die politische Integrität der iberischen Halbinsel, die Herrschaft über die beiden Küsten der Enge zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantischen Ozean und die Nordwestecke Afrikas umfaßt, die geschichtlich und kulturell zur spanischen Einfluß­sphäre gehört. Man ist auf alle lleberraschungen. die sich aus der internationalen Situation, aus Zwischensällen aus Fvanzösisch-Marokko und Algier, aus englischen Landungsver­suchen im Umkreis des spanischen Interessengebietes ergeben können, in jeder Hinsicht gefaßt und entschlossen, sie nicht mit den Händen im Schoß hinzunehmen. Das ist der große Unterschied zwischen dem neuen und alten Spanien.

IIII»IIIIMMIIUIMIIMIIMIIMIIIM»III»MMIII„IIIIII„„„„MIIIMI»lIIIIIIIIIIM»

Angstvoller Plutokratenappell an USA.

fllerander revidiert die Seschichte — Furcht vor der walirsteit Parole: Volle Deckung!

Italiens Luftwaffe läßt nicht locker

weitere Verfolgung des britischen slottenverbandes — Schwere Schöben auf Schlachtschiffen und Kreuzern — englisches U-Voot durch torpedoboot versenkt

Rom, 14. Juli.

Der italienische Wehrmachtsbericht vom Sonntag lautet:

„Der englische Flottenverband, der die beschwerliche Rückfahrt auf Alexandrien verlangsamen mußte, ist von unserer einsatzbereiten Luftwaffe während des ganzen 13. Juli noch einmal gefaßt und angegriffen worden. Kreuzer und Schlachtschiffe wurden hierbei zu wieder­holten Malen von Bomben mittleren und schweren Ka­libers getroffen, so daß zu den bereits früher verursachten Beschädigungen noch neue schwere Schäden hinzuge­kommen sind. Während dieser Bombenangriffe sind vier seindliche Jagdflugzeuge, darunter drei zweimotorig^ von unseren Bombern abgeschossen worden. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt.

knglands Niederlage im Mitlelmeer

R o m, 14. Juli.

Der englische Flottenverband im östlichen Mittclmecr, der in der vergangenen Woche vergeblich den Zusammenschluß mit dem im westlichen Mitlelmeer befindlichen Verband ge­sucht hat, ist — wie in unterrichteten italienischen Flieger­kreisen verlautet-— in der Zeit vom 8. bis 13. Juli nicht weniger als 50mal von italienischen Flugzeugen angegriffen worden.

Ein Sonderberichterstatter der Agentur Stesani erklärt, daß die italienischen Jagdgeschwader durch ihre fortgesetzten An­griffe aus die Stützpunkte von M a l t a einem wohlüber­legten Plan Rechnung trügen, der die systematische Vernich­tung der dortigen englischen. Luststreitkräste znm Ziele habe.

Die tendenziösen Entstellungen der englischen Admiralität und der englischen Presse zu den See- und Lustoperationen im Mitlelmeer werden, wie von italienscher Seite festgelegt wird, durch die bereits dokumentarische festgelegten Tatsachen und angesichts der wahren Tatsachen, wie sich Ende der Woche an Hand der italienischen Wchrmachtsbcrichte ergäbe, bor aller Welt Lügen gestraft.

Es sei der italienischen Flotte gelungen, die an Zahl und Feuerkraft überlegenen englischen Streitkräfte in Schach zu halten und durch wohlgezjelte Volltresser zum Rückzug zu zwingen. Dieses Ergebnis sei ein erster klarer Beweis dafür, daß das mittlere Mitlelmeer praktisch sür die englischen See­streitkräfte zu einem Sperrgebiet geworden sei und daß' die Gewässer zwischen Italien und Libyen nicht mehr von Eng­land beherrscht werden. Es beweise ferner, daß auch im Mit-

Bei einem Angriff unserer Flugzeuge auf die Stütz­punkte von Malta kam es zu einem Kampf mit feind­lichen Jägern. Zwei feindliche Flugzeuge sind abge­schossen worden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Während der Nacht sind in aufelnanderfolgenden Wellen die Bombardierungen der militärischen Stützpunkte der Insel wiederholt worden, wobei schwere Brände verur­sacht wurden.

Eines unserer Torpedoboote hat ein englisches U-Boot versenkt. Eines unserer U-Boote ist nicht zu seinem Stütz­punkt zurückgekehrt.

In Nordafrika habe» vom Feinde auf Flugzeugstiitz- punkte der Cyrenaika ausgeführte nächtliche Einslüge weder Opfer gefordert, noch Schaden verursacht.

In Jtalienisch-Ostasrika ist ein Einflug englischer Flug­zeuge aus Jtalienisch-Mojala von -er Flak abgewiesen worden, die ein feindliches Flugzeug abgeschossen hat."

telmeer die englischen Kriegsschiffe keineswegs mehr vor den schweren Schlägen eines eiftschlossencn und angrisssbereiten Gegners sicher seien, während Italien ganz im Gegensatz zu den Behauptungen der englischen Lügenpropaganda seine Küsten mit seiner See- und Lustflotte zu schützen weiß.

Aus Gibraltar verlautet, daß das englische Schlachtschiff „Hood" schwere Beschädigungen am GesechtSmast ausweist. Infolge des Ffhlens jeglichen Ausbessernngsmaterials er­gäben sich große Schwierigkeiten, und es sei damit zu rechnen, daß das Schift längere Zeit in Gibraltar bleiben muß.

Japanische Zeitung fordert deutsch-italienifch- japanische flllianz

Tokio, 14. Juli.

Äe Zeitung „Tokio Nitschi Nitschi" schildert die gegen­wärtige Situation, in der Japan im Begriij stehe, eine nepe Ordnung in Ostasien aufzustellen und erklärt dabei, die Zeit sei reif sür einen akuten Wechsel in der traditionellen diplo­matischen Politik Japans. Als erste Maßnahme zu diesem Zweck müsse sich Japan, so fordert das Blatt, auss engste an das deutsch-italienisch-japanische Bündnis halten und seine alte Diplomatie aufgeben, die mehr zu Großbritannien und den Vereinigten Staaten neige. Die Zeitung fordert die Re­gierung dringend auf, eine deutsch-italicnisch-japanische Allianz zu schaffen.

Kopenhagen, 14. Juli.

Der englische Marineminister Alexander versuchte in einer Rundfunkrede für Kanada und die Vereinigten Staaten, den Amerikanern «xnen Kriegseintritt an der Seite Englands nahezulegen. Um es so hinzustellen, als ob ein solches Unter­nehmen nicht viel zu spät kommen würde, beteuerte er. daß die Verteidigungsvorbereitungen an Englands Küsten und anderswo derart fortgeschritten seien, daß eine Umwälzung in der Gesamtlage herbeigeführt worden sei! Alexander hielt sich jedoch vorsichtig als letzten Ausweg eine Fortsetzung des Krie­ges von den Dominien aus offen, meinte aber, der Zeitraum sür den Sieg würde kürzer sein, wenn die englischen Inseln gehalten werden könnten . . .! i

Alexander, dessen Geschichtskenntnisse ossenbar sehr dürftig sind, beschwor die Vereinigten Staaten, einzusehen, daß der von England geführte Kampf zugleich ein Kamps sür deren nationales Erbe sei, wobei er — ausgerechnet — an Jesserson Und Lincoln sowie an die Grundsätze der amerikanischen Nn- abhängigkeitserklärung erinnerte, die bekanntlich nach langen, blutigen Kriegen gegen England durchgesetzt wurde. Wäh­rend Alexander mit derart heuchlerischen Phrasen die Ameri­kaner beeindrucken zu können glaubte, behauptete er schließ­lich, daß die sozialen Einrichtungen und der Lebensstandard Englands gerettet werden müßten.

Soweit ist es also schon mit der englischen Labour Party gekommen, daß einer ihrer Vertreter zur plutokratischen Klassenherrschaft ausruft.

Die britische Presse zeigt sich nach wie vor nicht weniger stur im ableiern längst überholter Argumente und Forderun­gen. Die wuchtigen und unaufhörlichen deutschen Luftangriffe aus die militärischen Ziele in England gehe ihr bereits so stark aus die Nerven, daß sie verzweifelt nach längst unmög­lichen „Eigenmaßnahmen" rüst. So erklärt der „Daily Expreß",

der sich noch immer nicht von den alten, in den von Deutsch­land veröffentlichten Dokumenten enthüllten britischen Plänen trennen kann, man müsse u. a. auch die deutsche Versorgung mit Oel aus Südosteuropa verhindern und zu diesem Zweck zur Offensive übergehen!!

Ueber die Sicherheit der britischen Insel äußert sich das gleiche Blatt nicht gerade optimistisch. Es scheint ernsthafte Zweifel an dem Vorhandensein von ausreichenden Truppen in England zu hegen. Wahrscheinlich würden die deutschen An­griffe gegen England, so vermutet das Blatt, in Wellen er­folgen, zu einer erfolgreichen Abwehr brauche man daher immer wieder frische Truppen. Sind diese überhaupt vor­handen? So fragt der „Daily Expreß" besorgt, ohne jedoch eine Antwort zu wissen.

Auch dem Ausland gegenüber spielt man das alte Versteck­spiel weiter. Die scharf« Zensur Dufs Coopers macht es den in England weilenden Vertretern der neutralen Presse nahezu unmöglich, sich über die Lage zu insormieren und wahrheits­gemäß zu berichten. So stellt z. B. der Londoner Korrespon­dent des „Svenska Dagbladct" in seinem letzten Bericht fest, 'daß ihm so ziemlich alle Voraussetzungen fehlten, um die wirkliche Stimmung im englischen Volk im Juli 1940 zu schildern. Alle Möglichkeiten dazu seien versperrt!

So sehr fürchten also die englischen Plutokratcn die Wahr­heit, die aus diese Weise noch den Weg in die Oesfentlichkeit finden könnte.

Immer wieder werden jedoch neue Blüten der britischen Angstpsychose bekannt. Die Londoner Korrespondenten der Madrider Zeitungen „ABC" und „Pa" schildern die grotes­ken Nngstzustände in London und hie verzweifelten Maßnah­men, welche die englische Regierung zur Vermeidung einer Panik ergreift. Wie der dem Parlament vorgelegte Gesetzent-, Wurf, wonach jeder Zivilist, der „durch sein Verhalten die

Entwicklung des Krieges ungünstig beeinflußt", den Militär­gerichten zugeführt wird. eindeutig beiveise, nehme der Kampf gegen Dejaitismus und freie Meinungsäußerung täglich hef­tigere Formen an. Auch die Fallschirmpshchose treibt weitere Blüten. So verhafteten mehrere Soldaten am Freitag wieder einmal einen Engländer als. angeblichen „deutschen Fallschirm­jäger". Am gleichen Tage wurden drei Personen, darunter ein Schweizer, verhaftet, weil sie aus Spaß mit erhobenem Arm gegrüßt hatten. In Kent ist ein Engländer zu .zwölj Psnnd Sterling Strafe verurteilt worden, iveil er erklärt hatte, daß man Psundnoten bald sür einen Schilling pro Zentner werde knusen können.

Der römische „Messaggero" meldet, daß König Georg von England am letzten Freitag in der Nähe von Ashsord gerade dabei war, Befestigungsanlagen zu besichtigen, als deutsche Bombenslugzeuge die Gegend plötzlich angriffen. Die Wirkung dieser Ueberraschung war, so berichtet der Londoner Gewährst mann, dem das Blatt den Bericht verdankt, „höchst eindrucks­voll". Der König warf sich sofort zu Boden, um nicht von Bombensplittern getroffen zu werden, und sein Gefolge wurde von einem Panikartigen Schrecken ergriffen. Duft Coopers Lügen- und Kommentierzentrale machte den Versuch, die An­gelegenheit zu verheimlichen. Trotzdem drang die Kunde da­von an die Oesfentlichkeit, und was man von Mund zu Mund weitergab, trug dazu bei, in der Bevölkerung ganz Siidost- englands eine regelrechte Panik hervorzurufen.

Auch wenn man sich auf die knappe Meldung des „Messag- gcro" beschränkt, kann man verstehen, wie jeder Engländer, der nur ein bißchen Sinn sür Symbolik hat, den letzten Rest Mut verliert, wenn er hört, daß der König, die Spitze des Empire, dessen Person allein das Riescnreich zusammcnhält, beim Herannahen deutscher Flieger in den Staub sinkt.

Volle Deckung ist die Parole, die der König durch sein Ver­halten gegeben hat. Sie gilt sür ganz England.

Vnsvr

In drei Luftschlachten über dem Kanal erwies sich aber­mals die Ueberlegenheit der deutschen Flieger und Ma­schinen.

Erneute Bombentreffer erzielten italienische Kampfflieger aus britischen Kriegsschiffen.

Eine neue jüdische Lügenagentur „zur Berichterstattung über die Leiden der Minderheiten" wurde in Newhork gegründet.

Frankreichs Regierung wird demnächst nach Paris über­siedeln.

Bei dem in der Nacht zum Sonntag auf Bremer Gebiet erfolgten, zahlenmäßig bisher größten Angriff feindlicher Flugzeuge wurde wiederum kein nennenswerter, feindlicher Ersokg erzielt.

MSA.-Brigadesiihrer Esders besichtigte die Bremer Marine-SA.-Standarte 53.

Deutschland gewann den Fußball-Länderkampf gegen Ru­mänien in Franksurt/M. 9:3.

Schalke 94 und Dresdner SC. siegten und sind Endspiel­gegner um die Deutsche Fußballmeisterschaft.

Werder setzte sich im Tschammer-Pokalspiel gegen Ar- minia-Hannover 3:9 erfolgreich durch.

Die Deutschen Schwimmeisterschaften in Berlin brachten auch Bremer Erfolge.

Nkedersachsens Leichtathletikmeisterschaften in Hannover zeitigten rinen neuen deutschen Jugend-Stafsel-Rckord.